205 Jahre Zerstörung der Anlage

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821 wurden auf dem Rotrain 216 Bäume umgehauen.

In Erinnerung an die Zerstörung der „neuen“ Anlage!
Zur Mahnung, da Bäume auch über 200 Jahre später immer noch unerwünscht sind.
Für eine Zukunft der nächsten Generation mit Bäumen!

Willkommen bei den Freunden der Natur Hüfingen!

Auch 205 Jahre später leben wir noch.
Für die Hüfinger Natur!

Wie die Blätter am grünen Stamme wachsen und abfallen, so die Geschlechter der Menschen. Das Eine stirbt ab und ein Anderes wird geboren.
Epitaph des Anton Schellenberg von Luzian Reich senior

Wie die Blätter am grünen Stamme wachsen und abfallen,
so die Geschlechter der Menschen.
Das Eine stirbt ab und ein Anderes wird geboren.

aktualisierter Originalartikel vom 5. März 2021

Johann Nepomuk Schelble
(1789 -1837)
Zeichnung von unbekannt.

Vor über 200 Jahren gab es in Hüfingen den Verein „Freunde der lieben Natur“. Diesem Verein gehörten Hüfinger Künstler um Luzian Reich senior an. Mit dabei war auch Johann Nepomuk Schelble, der Bruder von Maria Josefa Reich und einer der Gründer des Cäcilienvereins in Frankfurt a. M.

Die Freunde der Natur entschlossen sich in Hüfingen mehrere Anlagen zu erbauen.

„Die Ruhe im Tempel der Natur besänftiget die Stürme des Gemüts“ war die Inschrift an der „Johannishütte“ in den gemeinsam von Bürgern und Beamten geschaffenen „Anlagen“ im nahen Tannengewälde des „Rotenraines“. (Lucian Reich im Denkbuch)

Eingang der Anlage von der Nordost Seite. Gewidmet Seiner Wohlgebohren Herrn Hofrath Baur, Director des Vereins gezeichnet von Luzian Reich senior 1820
StAF B 695/1 Nr. 731

Waldhisli an der Stelle der ehemaligen Johannishütte oder Johanniskapelle

Fast die ganze Stadt Hüfingen stand hinter der Anlage und sehr viele hatten geholfen sie aufzubauen. So wurde ein Steg über die Breg gebaut und ein Forstweg errichtet. Auch wurde eine Kapelle errichtet mit einem „Johannes in der Wüste“. Die Anlagen ist in „erstaunungswürdiger Anstrengung“, so der damalige Hofrat Anton Baur, in kürzester Zeit entstanden. In der Nacht zum Fasnet Sonntag, vom 4. auf den 5. März 1821, wurden große Teile in der Nacht von Frevlern zerstört.

39 – Lehrer Reich
40 – Musiker Schelble

Mehr zur Zertörung der Anlage gibt es in der Akte:
Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845

Mitgliederliste der Freunde der Natur 1833.
(Staatsarchiv Freiburg Akte Rotrain StAF B 695/1 Nr. 731)

In der Akte vom Staatsarchiv ist die Abschrift eines später verfassten Spottgedichts über die Zerstörungsnacht mit dem Akrostichon: „FALLER AUER RUF“ vorhanden. Der Verfasser des Gedichts wollte damit auf die Identitäten der Missetäter hinweisen (Landesarchiv Baden-Württemberg).

Spottgedicht von 1821
Staatsarchiv Freiburg B 695/1 Nr. 731

Abschrift

Die Zersterung der neuen Anlag in der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821

Fallet Bäumchen fallet
Alles heute nacht erschallet
Laut vom Jubelthon
Luna selbst wird mich erheren
Eine Anlag zu zersteren
Ruf ich auch noch Pluto an

Als uns gedanken=Räthe niemand wollte Mehren
Unterstand ich mich, und half zersteren
Ein Erholungsort sehr angenehm und schön
Ruf ich jetzt Ruhe es ist geschehen.

Ruft nicht so laut! Sprach nach vollbrachter That ein Heüchlerischer Bether
Und nehmt euch wohl in Acht, es gibt ein fürchterliches Wetter.
Fort fort es ist geschehen, wir müssen jetzt ganz still nach Hause gehen.

Ein alter Briefkopf zeigt Hüfingen etwa 1840 mit den Pappelpflanzungen und der Anlage am Rotrain.

Die Namen der Zerstörer der Anlage waren damals bekannt, aber sie wurden vor einem Verfahren geschützt. Der Schutz ging noch bis ins Jahr 1984 in die Chronik von August Vetter über. So steht zu den Freunden der Natur in der Chronik gleich gar nichts, sondern es wird nur eine „Baumschule“ erwähnt:

Äpfel- und Birnbäume sollten in ihr gezogen werden. Mit besonderem Eifer setzte sich Oberamtmann Baur für diese Baumschule am Rotrain ein. Oberlehrer Luzian Reich und Stadtrat Josef Burkhard überwachten die Ausführung der Pläne, die auch eine Allee zur Baumschule vorsahen.

Ansicht von Hüfingen 1833 vom Roten Rain aus. Zeichnung von Josef Brukhard.
Ansicht von Hüfingen 1833 vom Roten Rain aus. Zeichnung von Josef Brukhard.

Diese Allee wurde mit 400 Pappeln bepflanzt, die vom Fürsten Karl Egon von Fürstenberg gestiftet wurden. Er übernahm auch den größten Teil der Kosten für den Steg im Mühlöschle, der dort über die Breg führte und 1823 gebaut wurde.

Als die Anlage fertiggestellt war und die Bäume kräftig heranwuchsen, wurden in der Nacht vom Fastnachtssonntag zum Fastnachtsmontag in dieser Anlage 216 Bäume frevelhafterweise umgehauen.
Zwar wurden die Täter ermittelt, aber im Hinblick auf deren Familien schonlich behandelt.

Die heute kaum noch erkennbare Anlage mit den 216 Bäumen befand sich im Gewann Rotrain also westlich vom Römerbad.

Aus Orthophotos 1968 von leo-bw
Gewann Rotrain

Was noch lange stand war das „Waldhisli“ an der Stelle der Johanneskapelle, oder wie Lucian Reich im Denkbuch sagt, Johanneshütte. Heute befindet sich auf dem Fundament ein Teil vom Römerpfad und es war ein Teil vom nicht realisierten Konzept des Architekten Hermann Sumser.

Weg durch den alten Steinbruch angelegt durch die Freunde der Natur 1820
Bild aus der Hüfinger Chronik mit dem Brunnen
Vielleicht war es der Johannes von der Kapelle. Foto: 1886 J. Nepomuk Heinemann
Der Weg führte zur Kapelle mit einer Statue des heiligen Johannes in der Wüste auf dem Giebel

Das Waldhisli wurde vermutlich auf das Fundament der Johannes Kapelle gebaut

Schild auf derAnlage am Rothrain mit Waldhisli

Stein vom Fundament

Die Zerstörung der Anlage wird auch im Hieronymus von Lucian Reich junior in Kapitel 5 mehr- oder weniger thematisiert:

Das schien auch dem Kleinen das vernünftigste zu sein; und der Vetter sagte ihm dann, sie wollten jetzt noch einen Gang durch den fürstlichen Hofgarten machen. Der Hofgärtner besorgte früher den Dienst im Schloßgarten zu Hüfingen, wo ihn der Feldwaibel oft besucht und manche Tulpenzwiebel oder sonstige Sämerei von ihm erhalten hatte. Sie trafen den Mann im Garten, vor dem Treibhaus; und während er ihnen bereitwillig die Pflanzen und Blumen zeigte, erzählte er seinem Freunde, daß die fürstliche Regierung nächstens einen Befehl ergehen lassen werde zur Bepflanzung der Landstraßen mit Obstbäumen. „Es ist wahrhaftig kein Überfluß”, meinte er, „wenn die Baar mit Bäumen geziert wird. Denn, sagt selbst, Feldwaibel, ist es nicht ein trostloser Anblick, wenn man zum Beispiel aus dem schönen Kinzigtal heraufkommt und unsere baumlose Hochebene überschaut?”

„Wie man’s nimmt”, entgegnete der Feldwaibel. „Als Gärtner habt Ihr vollkommen recht. – Fragt aber einmal einen Bauern, der wird Euch sagen, daß es in der Welt nichts Schöneres gebe als so ein glatter Fruchtösch, Feld an Feld wie ein Schachbrett – insonderheit wenn die Ernt reif ist und das Aug über die gelben, im Sonnenschein wie ein Meer schwankenden Kornfelder hinschauen kann.”
„Ganz richtig”, versetzte der Hofgärtner. „Hätt ich aber zu befehlen, so müßte mir jeder Bauer wenigstens ein halbes Dutzend Obstbäume in jeden Acker pflanzen.”
„Würde nicht lang guttun”, meinte der Feldwaibel, „der Bauersmann ist kein Freund vom Schatten; und das hiesige Klima ist dem veredelten Obstbaum nicht günstig. Besser als das wäre meines Erachtens, wenn man das Wildobst im Wald und Feld mehr schonen würd. Erinnere mich noch recht wohl, wie wir daheim den ganzen Winter über gedörrte Holzäpfelschnitz oder teige Holzbirnen im Vorrat gehabt haben. Und eine ordentliche Kunkelstube hätt Euch den Abend nicht rumzubringen gewußt, wenn die Spinnerinnen keine Schnitz oder gedörrte Schlehen zum ‚Annetzen’ gehabt hätten. – Und jetzt noch darf in keinem rechten Bauernhaus das Fäßle hinterm Ofen fehlen, in dem die Bäurin ihren Essig aus Wildobst aufbewahrt.«

„In dem Punkt mögt Ihr recht haben, Feldwaibel”, räumte der Hofgärtner ein. „Andernteils aber müßt Ihr wieder zugeben, daß so manches unbenützte Plätzlein um Haus und Dorf vorhanden ist, wo ein Baum, gleichviel, ob Obstbaum oder sonst einer, recht gut stehen und niemand im Weg sein würde.”

„Einverstanden, Herr Hofgärtner, bin ganz Eurer Meinung”, sagte der Feldwaibel, „und bedaure nur, daß der alte Brauch mit Pflanzen von Linden so ganz abzukommen droht. Denn abgesehen von den Gemeindelinden ist keine Kirch, kein Kirchhof, keine Kapell oder Schützenhaus gewesen, wo früher nicht Linden hingepflanzt worden sind. – So ein Lindenbaum aber ist für den Landmann eine kleine Apothek, wo er den Lindenblütentee umsonst haben kann, für die Immen im Frühling aber eine wahre Honigweid. – Und daß auch der Holzbildhauer am liebsten zum Lindenholz greift, wenn er etwas Schönes machen will, ist bekannt.“

Kapitel 5 Hieronymus

Akte über die Anlage auf dem Rotrain aus 1820 bis 1845. Geschichte der Freunde der Natur Hüfingen.

Abbruch Gasthaus Frank, Feuerwehrbedarfsplan, Ökopunktekonto, Zubringer – Allmendshofen, Schulinvestitionskosten, Ganztagsförderungsgesetz, Dirigenten der Stadtmusik, Gaststättenrecht Gebühren, Förderprogramm „Digital aufs Amt, Kosten RÜB

Die Unterlagen gibt es wie immer hier: huefingen-sitzungsdienst
und alle Infos zu den Sitzungen hier: https://www.huefingen.de/Rathaus/Gemeinderat

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 26. Februar 2026

Ausschuss für Umwelt und Technik um 18:20 Uhr

Plan vom Gasthaus Frank mit den alten Bäumen
Plan vom Gasthaus Frank mit den alten Bäumen

Bauantrag Nr. 04/2026
Umbau Wohnhaus mit Errichtung von zwei Gaupen, Neubau Garage in Fürstenberg.

Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 05/2026
Errichtung Werbeanlage in Behla.

Auch hier wird einstimmig zugstimmt.

Bauantrag Nr. 06/2026
Kenntnisgabeverfahren – Abbruch Gasthaus Frank

Man beachte auf dem Plan oben wie absolut wichtig es war die alten Bäume im Vorfeld zu fällen weil sie ja „im Weg“ waren. Und ja, ich bin immer noch ziemlich sauer!

Bild vom Frank noch mit dem letzten der Bäume der schon halb zerstört wurde und die gerodete Fläche vor dem Hotel. Der Himmel wurde in dramatische Farben geändert.

ÖFFENTLICHE SITZUNG DES GEMEINDERATES am Donnerstag , 26.02.2026 um 18:30 Uhr

TOP2 Bürgerfragestunde

Etwa 20 Feuerwehrleute und 20 weitere Zuschauer.

Architekt Rolf Schafbuch gefällt die Lösung am Zubringer Allmendshofen nicht, er findet einen Kreisverkehr viel besser.

Die Feuerwehr Hausen vor Wald bittet um Betrachtung des Plans in Ruhe und möchte keine schnellen Entscheidungen.

TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Es wurde ein landwirtschaftliches Grundstück gekauft wo habe ich nicht verstanden, war zu schnell.

Nach dem Film von unserem Herr Bürgermeister weiß ich es jetzt:
Es handelt sich um das Flurstück Hofwiesen in Mundelfingen und das soll eines Tages Bauland werden.

TOP4 Feuerwehrbedarfsplan

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 25.09.2025 die Verwaltung ermächtigt, die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans extern zu vergeben. Ziel war eine fachlich fundierte, objektive und unabhängige Analyse der örtlichen Gefahrenlage sowie der daraus resultierenden personellen, organisatorischen und sächlichen Anforderungen.

Am 04.02.2026 gab es eine Erläuterung der Entwurfsfassung durch die Feuerwehrkommandanten an den
Bürgermeister. Die Übergabe der Endfassung mit entsprechenden Erläuterungen an den Feuerwehrkommandanten sowie an den Bürgermeister gab es am 20.02.2026

Information der Führungskräfte der Feuerwehr gibt es am Mittwoch 25.02.2026

Die Sitzung dient der erstmaligen Information des Gemeinderats.
Es erfolgt:

  • eine Vorstellung durch Branddirektor Dipl.-Ing. Sebastian Fischer.
  • eine Einordnung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Ergebnisse,
  • sowie die Möglichkeit zu Verständnisfragen.

Eine inhaltliche Beratung über den Umgang mit den Ergebnissen, Priorisierungen oder mögliche Umsetzungsentscheidungen ist nicht Gegenstand dieser Sitzung.
Die vertiefte Beratung sowie die politische Bewertung des Feuerwehrbedarfsplans sind für eine der kommenden Sitzungen – voraussichtlich im Mai – vorgesehen.

Veröffentlichung des Feuerwehrbedarfsplans

Der Feuerwehrbedarfsplan enthält detaillierte fachliche Bewertungen und sensible organisationsbezogene Aussagen.
Um eine sachgerechte Erstinformation sicherzustellen und einer vorzeitigen oder fragmentarischen öffentlichen Diskussion vorzubeugen, wird der Feuerwehrbedarfsplan erst nach den Erläuterungen von Herrn Fischer öffentlich zur Verfügung gestellt. Bis zur Gemeinderatssitzung im Mai ist dann genügend Zeit, den Feuerwehrbedarfsplan auszuwerten, zu diskutieren und mögliche Entscheidungen im engen Austausch mit der Feuerwehr vorzubereiten.

Ab 18:38 Uhr stellt Herr Fischer den Plan vor und bedankt sich für die Kooperation aller Hüfinger Feuerwehren. Er meint, dass Hüfingen mit 1,3 % Kameradinnen deutlich unter dem Schnitt liegt und regt an hier etwas zu tun, da auch Kameradinnen sehr wertvoll seien.

Hausen vor Wald ist das Feuerwehrhaus zwar schön, aber nicht mehr zeitgemäß, da zu eng, zu alt und vor allem zu klein. Es ist kein Platz für ein modernes Auto oder Gerätschaft und es besteht Handlungsbedarf. Der Standort ist nicht mehr geeignet.

Er meint die Drehleiter aus Donaueschingen oder Blumberg sei ausreichend und Hüfingen braucht nicht unbedingt ein eigenes Fahrzeug mit Drehleiter.

Es stellt zur Diskussion auf den Standort Hausen vor Wald zu verzichten, da es keine nachhaltige Optimierungsmöglichkeit gibt. Hausen ist von Hüfingen, Mundelfingen und auch Behla gut zu erreichen.

Markus Leichenauer (CDU Fraktionssprecher) kann inhaltlich nicht Bezug nehmen, da er von den 170 Seiten jetzt nur 43 kenne, aber die CDU will sich auf den Weg begeben, dass das Ergebnis dann eines Tages für alle tragbar ist. Kerstin Skodell (SPD Fraktionssprecherin) meint ebenso, dass sie sich die nächsten Wochen intensiv damit auseinander setzen werden. Das Freie Forum hält eine längere Grundsatzrede über die Feuerwehren und deren Aufgaben. Dann möchten die Männer gerne die Digitalform ausgedruckt haben, da sie digital nicht richtig lesen könnten.

TOP5 Vorstellung Ökopunktekonto der Stadt Hüfingen

Seit 1998 führt das Umweltbüro des GVV Donaueschingen das Ökokonto für die Stadt Hüfingen. Dort wird dokumentiert, welche Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt wurden, um die Eingriffe durch Bebauungspläne zu kompensieren. Die Ausgleichspflicht besteht seit 1998. Zuletzt wurde das Ökokonto im Gemeinderat im Jahr 2021 umfassend vorgestellt.
Im Jahr 2013 wurde das Bilanzierungsverfahren im kommunalen Ökokonto auf Beschluss des Gemeinderates auf das landeseinheitliche Verfahren der Ökokontoverordnung umgestellt. Mit diesem Verfahren erfolgt auch die Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung für Bebauungspläne, so dass die Zuordnung von Ausgleichsmaßnahmen problemlos möglich ist.
Die zum Ausgleich herangezogenen Maßnahmen sind insbesondere Bachrenaturierungen, Grünlandextensivierungen sowie eine Vielzahl von Bepflanzungs- und Biotopgestaltungsmaßnahmen. In Abstimmung mit dem Forst wurden größere Waldumbau-Maßnahmen im Wuhrholz in die Wege geleitet.

Im Moment sieht der Stand wie folgt aus: Seit 2013 wurden rd. 2,64 Mio. baurechtliche Ökopunkte durch eigene Maßnahmen im Gemeindegebiet Hüfingen erzielt. Aktuell stehen davon rd. 825 Tsd. Ökopunkte im baurechtlichen Ökokonto noch zur Verfügung.
Der zunehmende Bestand an Ökokontomaßnahmen bedarf laufender Pflege. Außerdem besteht eine gesetzliche Monitoringpflicht. Solche Kontrollen werden im GVV-Bereich im 5-Jahres-Turnus durchgeführt, in Hüfingen zuletzt 2025.

Im Zuge der Biotopverbundplanung wurde ein Konzept zur Gehölzpflanzung an Gewässern entwickelt.

Gerodetes Heckenbiotop auf der Längewiese im Jahr 2022

Auf der Längewiese wurde im Zuge der Neuverpachtung eine extensivere Wiesenbewirtschaftung eingeleitet. Nach Abstimmung mit weiteren Planungsvorhaben könnten Teilflächen ins Ökokonto übernommen werden.

Meine Meinung hierzu:
Wenn ein Landwirt seine Gülle auf der Längewiese entsorgt, ist dies keine „extensive Wiesenbewirtschaftung“. Was dort im Nordost-Bereich ist, ist keine Wiese sondern überdüngte Grasmonokultur. Eine „Wiese“ als Müllplatz für Nebenerzeugnisse der Fleisch- und Milchproduktion.
Das Roden eines Heckenbiotopes und die anschließende Wiederherstellung, was vom Bauamtsleiter in der Sitzung am 20. November so gelobt wurde, hat die Stadt ziemlich viel Geld gekostet: Ungebremste Zerstörungswut

Karten von der Längewiese was vorhanden ist und was geplant ist
Biotope auf der Längewiese
Bilder vom Graben vorher und nachher
Gewässerbepflanzung Im Brühel/Pfaffenhölzle
Hausen vor Wald

An der Sitzung nimmt auch Wiltrud Siegfried als neue Leitung des Umweltbüros teil.
Sie stellte zwei weitere Themen im Bereich der Energiewirtschaft und Energieeffizienz in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hüfingen und dem Umweltbüro vor.

TOP6 Zubringer – Allmendshofen

Per E-Mail übersandte die Stadtverwaltung Donaueschingen der Stadt Hüfingen die Verkehrsrechtliche Anordnung betreffend „Donaueschingen, L 171 Zubringer Allmendshofen; Einmündung Zubringer B 27 auf die L 171“ zur Kenntnis.
Die Testphase von 01.03.2026 bis 31.08.2026 soll zeigen, ob die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens auf diese Weise erhöht werden kann und es so zu einer Reduzierung von Staulagen kommt.
Die Stadt Hüfingen hat hier kein Mitbestimmungsrecht. Die Unterlagen werden dem Gemeinderat zur Kenntnis vorgelegt.

Karte mit den neuen Regeln
Verkehrsregelung für die Testphase vom 01.03.2026 bis 31.08.2026

Herr Göggel vom Landratsamt (Amtsleiter Straßenbauamt) wird bei der Sitzung anwesend sein und die Unterlagen erläutern.

Der Hüfinger Gemeinderat ist sehr skeptisch und verärgert, dass er vorher nicht gefragt oder zumindest informiert wurde. Mete Ünal macht auf die 25.000 Euro aufmerksam die das ganze Experiment kostet. Herr Göggel meint ein Kreisverkehr würde Donaueschingen etwa 1 Million kosten und eine Ampelanlage müsste das Land bezahlen, das auch kein Geld habe.

TOP7 Beteiligung von Umlandgemeinden an Schulinvestitionskosten Interkommunale Pro-Kopf-Pauschale

Die Stadt Villingen-Schwenningen hat mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom 09.04.2025 beschlossen, keine individuellen Investitionsbeteiligungen mit den Umlandgemeinden mehr anzustreben. Stattdessen sollen feste Kostenbeteiligungen in Form von Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschalen je Schuljahr vereinbart werden. Diese orientieren sich in ihrer Höhe an den Regelungen des § 17 FAG in Verbindung mit § 2 der Schullastenverordnung.
Für jeden auswärtigen Schüler ist damit ein pauschaler Betrag an die Schulstandortkommune zu entrichten. Hierfür ist der Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung erforderlich.
Mit Schreiben vom 06.08.2025 wurde die Stadt Hüfingen aufgefordert, den Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zur Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschale zu beraten.
Nach § 31 Absatz 1 Schulgesetz (SchulG) Baden-Württemberg können Gemeinden zur Erfüllung der ihnen als Schulträger obliegenden Aufgaben Schulverbände bilden oder öffentlich-rechtliche Vereinbarungen gemeinsam mit den Umlandgemeinden abschließen. Hierzu zählt auch die Finanzierung baulicher Maßnahmen an Schulen.

Freiwilligkeitsphase § 31 Abs. 1 S. 1 SchG
Die Umlandgemeinden werden angehört und es wird auf den freiwilligen Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung hingewirkt. Hierfür sind in allen Kommunen entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse notwendig. Alle beteiligten Kommunen müssen zustimmen, ansonsten gilt die Freiwilligkeitsphase als gescheitert.

Zwischenphase § 31 Abs. 1 S. 2 SchG
Die Zwischenphase wird eingeleitet, wenn die Freiwilligkeitsphase gescheitert ist. Die Schulstandortgemeinde hat daraufhin das Kultusministerium als oberste Schulaufsichtsbehörde einzuschalten, sodass diese das dringende öffentliche Bedürfnis zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung oder zur Bildung eines Schulverbandes feststellt. Das Kultusministerium hört dabei die Umlandgemeinden an. Ist das dringende öffentliche Bedürfnis festgestellt, sind die Umlandgemeinden zur Mitfinanzierung verpflichtet und die Zwischenphase endet mit dem Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung.

Zwangsphase § 31 Abs. 1 S. 3 SchG
Sollte nach Feststellung eines dringenden öffentlichen Bedürfnisses die beteiligten Kommunen weiterhin nicht zur Bildung eines Schulverbands oder zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung kommen, trifft die Rechtsaufsichtsbehörde die notwendigen Maßnahmen.

Landkreisphase § 28 Abs. 2 S. 3 SchG
Die Landkreisphase wird eingeleitet, wenn die Zwangsphase zu keinem Ergebnis führt. Hier besteht die Möglichkeit, die Schulträgerschaft an den Landkreis zu übertragen.

Die vorgeschlagene Pauschalregelung berücksichtigt weder die individuellen finanziellen Möglichkeiten noch die tatsächliche Nutzung der Schulstandorte durch Umlandgemeinden ausreichend. Für kleinere Gemeinden kann die feste Pro-Kopf-Abgabe zu finanzieller Überlastung führen, besonders bei demografischen Schwankungen oder überdurchschnittlich großen Jahrgängen. Das starre Modell lässt keine Anpassungen an besondere Umstände oder individuelle Investitionsbedarfe zu. Zudem ist unklar, welche Investitionen genau durch die Pauschale abgedeckt werden, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kosten mindert. Trotz Pauschalierung sind weiterhin aufwendige Prüfungen nötig, was kleinere Kommunen zusätzlich belastet. Insgesamt besteht das Risiko einer unfairen und finanziell belastenden Kostenverteilung.

Meine Meinung, da es in 10 oder 20 Jahren eh beim Landkreis landet:
Die 35 Landkreise und 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg sind ein unsinniger Luxus und dienen der übermäßigen Versorgung der Landräte, Politiker, Landesbeamten und Dezernenten auf Steuerzahlerkosten. Eine Zusammenlegung der Landratsämter und Wahlkreise auf etwa 20 würde nicht nur Milliarden einsparen, sondern wäre auch deutlich gerechter und effektiver. Aber es wird natürlich keiner der wichtigen Männer seine Pfründe freiwillig aufgeben und die AfD steht schon in den Startlöchern an den Fleischtöpfen bereit.

Beschlussvorschlag:

  • Der Gemeinderat nimmt den Vorschlag der Stadt Villingen-Schwenningen zur Interkommunalen Pro-Kopf-Pauschale zur Kenntnis.
  • Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung mit der Stadt Villingen-Schwenningen im Rahmen der Freiwilligkeitsphase erneut zu verhandeln und für beide Kommunen eine tragbare Lösung zu finden und ggf. bei fehlendem Einvernehmen die Zwischenphase einzuleiten.
  • Der Gemeinderat stimmt der Einführung einer Interkommunalen Pro-Kopf- Pauschale nicht zu.

Der Gemeinderat ist geschlossen mit der Sitzungsvorlage einverstanden. Das alles sei Aufgabe vom Land und die Kommunen sind sich einig, dass sie keine Einigung wollen und das Land, bzw. Stuttgart in der Pflicht sehen.

TOP 8 Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG)

Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 stufenweise eingeführt.

Eltern sind verpflichtet, ihren Bedarf bis zum 15.03. eines Jahres bei der Verwaltung anzumelden.
Die Teilnahme am Ganztagsbetrieb im Rahmen des Besuchs einer Ganztagsschule ist kostenfrei. Für eine Betreuung am Freitagmittag, in den Ferien und ergänzenden Betreuungsangeboten (z.B. VGS) kann der Schulträger Elternbeiträge erheben. Auch über die Höhe des Entgeltes des Mittagessens entscheidet der Schulträger.

Beschlussvorschlag:

  1. Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen beschließt, den Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise umzusetzen.
  2. Das bestehende Ganztagsangebot an der Lucian-Reich-Schule (Ganztagsschule nach Alt-Erlass mit Angeboten von Montag bis Donnerstag) wird auch im Schuljahr 2026/2027 unverändert fortgeführt. Die Einführung einer Freitagnachmittagsbetreuung wird derzeit nicht vorgesehen. Die Verwaltung wird beauftragt, bei einer Bedarfsmeldung, den Bedarf allgemein zu überprüfen und dem Gemeinderat entsprechend über erforderliche Anpassungen zu berichten.
  3. Die Schulferienbetreuung wird ab dem Schuljahr 2026/2027 um zwei zusätzliche Wochen erweitert, und zwar um eine Woche in den Osterferien sowie um eine weitere Woche in den Sommerferien. Das Ferienbetreuungsangebot umfasst damit bis auf Weiteres insgesamt sieben Wochen pro Jahr.
  4. Die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) zur Durchführung der Ganztagsbetreuung wird fortgeführt und vertraglich abgesichert. Beim KiFaZ wird eine stellvertretende Ganztagsleitung mit einem Stellenumfang von 20 % eingerichtet.
  5. Im Rahmen der Schulferienbetreuung wird festgelegt, dass in den letzten zwei Wochen der Sommerferien auch Vorschulkinder am Betreuungsangebot der Stadt Hüfingen teilnehmen können. Die Aufnahme erfolgt nachrangig und ausschließlich im Rahmen verfügbarer Kapazitäten.
  6. Bei der Platzvergabe im Rahmen der Ferien- und Ganztagsbetreuung sind Kinder mit einem gesetzlichen Rechtsanspruch nach dem Ganztagsförderungsgesetz vorrangig zu berücksichtigen. Dies betrifft ab dem Schuljahr 2026/2027 zunächst Kinder der Klassenstufe 1 sowie im weiteren Verlauf den sukzessiven Ausbau bis zur Klassenstufe 4.
  7. Das Angebot der Verlässlichen Grundschule (VGS) im Anschluss an den Vormittagsunterricht wird aufgrund der geringen Inanspruchnahme zum Ende des Schuljahrs 2025/2026 eingestellt. Die Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn wird weiterhin angeboten.
  8. Für Angebote der Ganztags- und Ferienbetreuung werden Mindestgruppengrößen von in der Regel zehn Kindern festgelegt. Unabhängig von der Gruppengröße sind mindestens zwei Betreuungskräfte einzusetzen.
  9. Bei Unterschreitung der festgelegten Mindestgruppengröße ist die Verwaltung berechtigt, die Elternbeiträge entsprechend anzupassen.
  10. Die Verwaltung wird beauftragt, den Gemeinderat regelmäßig über die weitere Entwicklung des Ganztagsförderungsgesetzes sowie über die Auswirkungen auf die Stadt Hüfingen zu informieren. Dabei wird eine weitergehende Ausweitung der Ganztagsangebote vorbehaltlich einer verbindlichen Regelung zur finanziellen Beteiligung des Landes Baden-Württemberg stetig thematisiert.

Die CDU möchte kleine Änderung dass Nr. 3 und 4 einen Vorbehaltszusatz bekommen, deswegen werden die zwei Punkte vertagt. Dem Rest wird zugestimmt.

TOP 9 Mögliche Nachfolgeregelungen des Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen und der musikalischen Leitung der Bläserschule Hüfingen/Bläserklasse LRSH

Der Gemeinderat hat am 23.11.2023 beschlossen, die Stelle eines hauptamtlichen Dirigenten für Blasmusik in der Entgeltgruppe 11 mit einem Stellenumfang von 50% im städtischen Stellenplan aufzunehmen.
Die Stelle beinhaltet die Aufgaben eines Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen, die Leitung der Bläserschule Unisono der Gesamtstadt Hüfingen und die Leitung der Bläserklasse der Lucian-Reich-Schule Hüfingen.

Der Dirigent hat zum 31.03.2026 seinen Arbeitsvertrag mit der Stadt Hüfingen gekündigt. Er wird eine 100% Stelle als Leiter einer anderen Musikschule antreten.
Die Stadtmusik Hüfingen wünscht sich eine Fortsetzung der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Dirigenten der Stadtmusik Hüfingen. Er wäre bereit, die Position des Dirigenten der Stadtmusik zukünftig parallel
zu seiner hauptamtlichen Tätigkeit im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung fortzuführen.
Für die Leitung der Bläserschule Unisono und der Bläserklasse der Lucian-Reich-Schule Hüfingen müsste allerdings ein Ersatz gefunden werden.

Es wurde ein Vorschlag gemacht der nun als Beschlussvorlage vorliegt:

  1. Der Gemeinderat stimmt der inhaltlichen und arbeitszeitlichen Neu-Aufteilung der aktuell noch bestehenden 50% Stelle für die Leitung der Bläserschule, Leitung der Bläserklasse und Dirigent der Stadtmusik Hüfingen ab 01.04.2026 grundsätzlich zu.
  2. Die 50% Stelle wird ab 01.04.2026 auf 30% gekürzt und mit 30% im Stellenplan der Stadt berücksichtigt. Inhaltlich wird die Stelle ab 01.04.2026 auf die Leitung der Bläserschule und der Bläserklasse an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen begrenzt.
  3. Die beschriebene 30% Stelle wird von der Stadtverwaltung umgehend ausgeschrieben.
  4. Herr Markus Burger bleibt Dirigent der Stadtmusik Hüfingen. Ab 01.04.2026 nimmt er diese Funktion im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung wahr. Die Kosten für diese geringfügige Beschäftigung übernimmt die Stadt.

Den Beschlussvorschlägen wird einstimmig zugestimmt.

TOP 10 Änderung der Verwaltungsgebührensatzung – LGastG

Zum 01.01.2026 ist eine wesentliche Gesetzesänderung in Kraft getreten.
Es gilt ein vereinfachtes, einheitliches Anzeigeverfahren nach § 2 Abs. 2 LGastG. Werden gastronomische Leistungen aus besonderem Anlass vorübergehend angeboten, genügt künftig eine Anzeige bei der Kommune, die in der Regel mindestens zwei Wochen vor Beginn der Veranstaltung erfolgen muss.

Diese Anzeige ersetzt die ehemals zu beantragende Gestattung vollumfänglich.

Beschlussvorschlag:

Der Gemeinderat beschließt die Änderung der Satzung über die Erhebung von Gebühren für öffentliche Leistungen (Verwaltungsgebührensatzung unter der lfd. Nummer 12 wie folgt:

Gaststättenrecht
Anzeige einer Veranstaltungsgastronomie nach § 2 Abs. 2 Landesgaststättengesetz (LGastG)
für den ersten Veranstaltungstag

bei Raumgrößen bis 350 m²
bei Raumgrößen über 350 m²
für jeden weiteren Veranstaltungstag
Sperrzeitverkürzung bei einzelnen Betrieben für einzelne Tage

19,00 € / Fall
25,00 € / Fall
5,00 € / Tag
22,50 € / Fall

Dem wird auch einstimmig zugestimmt.

TOP 11 Teilnahme am Förderprogramm „Digital aufs Amt (Virtuelles Amt)“ und Implementierung einer browserbasierten Online Beratungsplattform für die Stadtverwaltung Hüfingen.

Das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg fördert gemeinsam mit der Digitalakademie@bw den Ausbau des sogenannten „Virtuellen Amts“. Dieses System ermöglicht es Kommunen, Behördengänge vollständig digital, rechtssicher und dennoch mit persönlicher Beratung abzuwickeln.
Hintergrund ist das Bestreben des Landes, insbesondere kleinen und mittleren Kommunen den Einstieg in moderne digitale Angebote zu erleichtern. Das System ist browserbasiert, was bedeutet, dass weder auf Seiten der Verwaltung noch auf Seiten der Bürger eine Softwareinstallation erforderlich ist. Die Stadt Hüfingen hat bereits am 22. Januar 2026 schriftlich ihr Interesse an der Teilnahme bekundet.

Das aktuelle „Online-Bürgerbüro“ der Stadt Hüfingen beschränkt sich primär auf die Bereitstellung von Informationen und statischen Formularen.
Die Vorteile des Virtuellen Amts umfassen: Medienbruchfreie Prozesse: Dokumente (z. B. Ummeldungen) können im Video-Chat gemeinsam ausgefüllt und per rechtssicherer Online-Signatur (SMS-TAN oder Schriftbild) unterzeichnet werden. Integrierte Bezahlung: Gebühren werden direkt während des Termins via ePayBL beglichen.
Barrierefreiheit: Das System bietet Funktionen wie High-Contrast-Modus und Text-to-Speech.

Durch die Ortsunabhängigkeit der Plattform kann zukünftig flexibler mit dem Thema „Mobiles Arbeiten“ umgegangen werden und somit die Mitarbeiterbindung, beispielsweise bei jungen Eltern, erhöht werden. Darüber hinaus würde es uns auch die Möglichkeit eröffnen, zukünftig noch bürgerfreundlichere Öffnungszeiten zu gewährleisten. Beispielsweise wäre eine Abendsprechstunde (wöchentlich/monatlich) im „Digitalen Amt“ denkbar.

Finanzierung:
Durch die Nutzung des Förderprogramms (verlängert bis zum 31.03.2026) reduzieren sich die einmaligen Einführungskosten um 50 %. Die Kalkulation basiert auf der Ausstattung von 5 Mitarbeitenden (Paket S), da diese für Hüfingen aktuell wirtschaftlicher sind als eine pauschale Kommunenlizenz.

Einmalige Kosten (geförderter Aktionspreis):
◦ Einführungspaket S (Setup, Customizing, Hosting): 7.499,00 € (statt 15.000 €).
◦ Schulungskonzept (Basisschulung für 5 User): 750,00 €.
◦ Gesamtsumme einmalig: 8.249,00 €

Laufende Kosten:
◦ 5 Named User Lizenzen à 107,00 €: 535,00 € / Monat.

Die Förderung erfolgt nach dem Windhundprinzip für die ersten 200 Kommunen. Da die Stadt bereits im Austausch mit dem Dienstleister Komm.ONE steht, ist eine zeitnahe Beschlussfassung geboten, um die Mittel zu sichern.

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadtverwaltung Hüfingen führt das „Virtuelle Amt“ im Rahmen des Förderprogramms „Digital aufs Amt“ ein.
  2. Der Bürgermeister wird ermächtigt, das Einführungspaket S (5 User) bei der Komm.ONE zu beauftragen.
  3. Die hierfür notwendigen Haushaltsmittel werden außerplanmäßig zur Verfügung gestellt.

Wenn wir beim Digitalisieren sind, Donaueschingen hat ein KI Programm namens Speechmind zum Protokolle schreiben eingekauft. Kosten soll die Lizenz für die Testphase über drei Monate 400 Euro, womit 90 Stunden protokolliert werden können.

Johannes Bogenschütz bespricht dies hier für die CDU und geht auch kurz auf Donaueschingen ein. Die CDU will zustimmen. Die SPD ist hier geteilter Meinung und Mete Ünal findet 14.000 Euro im Jahr etwas viel und er sieht keinen Kosten- Nutzenfaktor für noch eine App.

Es wird mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung zugestimmt.

TOP 12 Beschluss über die Annahme der Geld- und Sachspenden 2025, Spendenbericht 2025

Die Spenden und Zuweisungen sollen gemäß beiliegenden Spendenberichten angenommen werden.

Wer die Spendenaufstellung sehen möchte, soll zeitnah hier schauen, da ich dies nicht auf die Webpage kopiere:
huefingen-sitzungsdienst.komm.one

Hier wird einstimmig zugestimmt.

TOP 13 Vergabe von Bauleistungen für den Bauhof

Eine Firma aus Hüfingen wird mit den Verglasungsarbeiten in Höhe von 27.159,62 € brutto beauftragt.

Dem wir auch einstimmig zugestimmt.

TOP 14 Vergabe Ausstattung Mess-, Steuer- und Regeltechnik für Regenüberlaufbecken Sumpfohren

Diese Regenüberlaufbecken (RÜB) habe ich in den letzten 7 Jahre schon ziemlich oft diskutiert:

Spitzenabfluss in den Bach wird reduziert
Pflichtausgaben auf Kosten der kommenden Generation

Kosten RÜB
Kosten RÜB

RÜB sind ein zentraler Bestandteil der Siedlungsentwässerung und spielen eine wichtige Rolle im Schutz gegen sogenannte Spitzenabflüsse. Sie puffern Niederschlagsmengen und entlasten kurzfristig die Kanalisation. Was die also tun, ist unsere Häuser vor Hochwasser schützen, da das Wasser durch die versiegelten Flächen nicht mehr versickern kann. Ja, ist natürlich ganz toll für uns, möchte ich nicht abstreiten. Wenn unsere Keller mit Wasser und Fäkalien voll laufen, geht der ganze Dreck dann in die Kanalisation und würde dort Schaden anrichten. Deswegen behaupten die es sei Gewässerschutz. Somit gehören dann diese RÜB zu den Pflichtausgaben beim Naturschutz.

Kosten RÜBen für Neubaugebiet
RÜB für Neubaugebiet

Es gibt in jeder Ortschaft mehrere dieser Dinger. So zwei neue in Fürstenberg, eins in Behla und eins in Sumpfohren. Man kann locker von ner halben Million ausgehen, was allein die Anschaffung von einem RÜB kostet. Allein beim Strom kann man mit 26.000 Euro im Jahr rechnen.

Was diese RÜB übrigens auch nebenher tun, ist das Regenwasser davon abzuhalten unser Grundwasser aufzufüllen. Also der Regen kommt von der versiegelten Fläche in die RÜB und in die Kanalisation, von wo aus das ganze Wasser direkt in die Breg geleitet wird.

Wir spülen also das Trinkwasser der nächsten Generation mit viel Geld die Donau runter.

Nächstes Jahr soll es in Hüfingen drei neue RÜB geben!

Eine Firma aus Müllheim wird mit der Ausstattung zur Mess-, Steuer- und Regeltechnik des Regenüberlaufbeckens Sumpfohren in Höhe von 101.501,22€ brutto beauftragt.

TOP 15 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

Für die Projektentwicklung Frank gab es schon Gespräche mit Ärzten.
In der nächsten Sitzung wird es ein Konzept für die Jugendarbeit geben.
Flüchtlinge: Aktuell gibt es in Hüfingen 27 Ukrainer und 71 aus anderen Ländern und 2 Obdachlose.

Vortrag über Martin Menrad von Dr. Jörg Martin

Plakat mit einem Gemälde von Mendrad aus 1662

Für alle die bei dem fantastischen Vortrag nicht dabei sein konnten, und auch für diejenigen die es sich nochmal anhören möchten, unten der Podcast von Dr. Jörg Martin dem Leiter des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs über Martin Menrad.

Der Vortrag war an 23. Februar 2026 in der Rathausgalerie in Hüfingen.

Vortrag von Dr. Jörg Martin am 23. Februar 2026

Ausnahmsweise kommt hier eine Galerie mit Fotos zum weiterklicken:

  • Bild von Martin Menrad von Hüfingen

Elseli – die Hüfinger Mutter Courage

Mutter Courage und ihre Kinder ist ein Drama von Bertolt Brecht das im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1624 und 1636 spielt. Erzählt wird die Geschichte der Marketenderin Mutter Courage, die versucht, ihr Geschäft mit dem Krieg zu machen, und dabei ihre drei Kinder verliert. Wer das Buch nicht kennt, dem empfehle ich zumindest den Wikipedia Eintrag dazu zu lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Mutter_Courage_und_ihre_Kinder

Was in Hüfingen leider verloren gegangen ist, ist das Wissen, dass es auch hier eine Mutter Courage mit dem Namen „Deggenreuschen-Elseli“ gegeben hatte. Früher ist sie mit auf der Fasnet gelaufen. Heute spukt sie nur noch im restlichen Wald, in dem, von der B31 zerstörten, Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen. Vielleicht sollte sie mal im Gewissen der Politiker und der Führer vom RPF spuken, damit die uns zumindest eine Wildtierbrücke bauen lassen.

Das Deggenreuschen-Elseli

von Gottfried Schafbuch in Mii Boor – Mii Hoamet 1972

Das Deggenreuschen Elselie vorgelesen von Maria Simon

Die schwedischen Horden, in Wirklichkeit waren es aber württembergische Söldner, die am 15. Oktober 1632 in Hüfingen das gräßliche Blutbad anrichteten, zogen auf ihrem Raub- und Plünderungsweg südwärts. Am Morgen des 17. Oktober erschien ein Meldereiter im Lager des Oberst Rau und meldete, daß die Marketenderin Elseli samt Waren, Roß und Wagen spurlos verschwunden sei. Der Oberst, ein trinkfester Haudegen, schlug wütend auf den Tisch und schrie zornig:
Der Teufel soll doch die abgefeimte Vettel holen und sie geisterweise in den Wäldern umherjagen. Doch, wir haben weder Lust noch Zeit, der schwarzen Hexe nachzuspüren!

Die durchtriebene und furchtlose Marketenderin Elseli war schon zwei Tage vorher, also an jenem Tage als die Soldateska im Städtchen Hüfingen fürchterlich und grausam mordete und manchem Mannsvolk den sogenannten „Schwedentrunk“ gab, heimlicherweise bei Nacht und Nebel abseits der ehemaligen Römerstraße entlanggefahren, und hatte sich in eine kleine Lichtung zwischen den dichten Tannenwäldern Rauschachen, Schafschachen und Armenhölzle geflüchtet.

Beim Morgengrauen traf sie dort der sechsunddreißigjährige Sattler und Ratsherr Matthias Schafbuch mit seiner Frau Magdalena geborene Forster, die schon am 29. April 1633 im Wochenbett verstarb. Nach kurzem hin und her und wohin führten Schafbuch und dessen Weib auf fast unwegsamem Karrenweg das Elseli mit seinem Gespann in den nahegelegenen Deggenreuschenwald. Dort zeigten sie ihm den ehemaligen römischen Gutshof, in dessen Keller 17 Stufen hinunter führten. Gemeinsam richteten sie der Heimatlosen eine wohl recht dürftige Niederlassung ein.

Ihren Klepper gab Elseli wohlfeil dem Ratsherrn, der ihr versprach, sie nicht im Stich zu lassen und nach Möglichkeit für ihre Atzung besorgt zu sein. So hatte das Weiblein, das sich fortan nur selten im Städtlein zeigte, sogar eine heizbare Unterkunft, wie sie ehedem von den Römern erbaut wurden.

Badezimmers der villa rustica.
Das Bild zeigt die unterste Lage der Heizkacheln, durch die die warme Luft des Kohlbodens in die Höhe steigt und die Wand erwärmt. Die Kacheln sind da, wo sie den Boden verlassen, durch einen Viertelrundstab gegen Beschädigungen geschützt und an ihrer Vorderseite geraut, damit der Wandstuck besser haftet.

Die Römer in der Baar von Dr. Paul Revellio in der Badische Heimat 8 (1921)

Fürderhin sammelte Elseli Wurzeln, Kräuter und Beeren, die sie gegen Nahrung in Hüfingen, Döggingen, Hausen vor Wald und Sumpfohren feilhielt. Niemand wagte es, das runzelige Weiblein abzuweisen. Gar bald stand es im Städtchen und in dessen Umgebung im Verdachte der Zauberei und im Bündnis mit dem Leibhaftigen. Ihr Umgang im Hause des Ratsherrn Schafbuch schützte sie jedoch vor öffentlichen Lieblosigkeiten oder gar Verfolgung.

Im Frühjahr und zur Sommerszeit erfreute Elseli ihre Wohltäter mit den seltensten Blumen wie: Osterglocken, Ägetli, Hummel-, Spinne-, Bienen- und Fliegenragwurz, sowie Türkenbund und dem prächtigen Frauenschuh. Man munkelte, daß das Elseli den Samen dieser bisher unbekannten Blumen aus fernen Landen in ihrem Marketenderwagen mitgebracht und an verborgenen, schier unzugänglichen Plätzen ausgestreut habe.

Der Frühlings-Enzian, auch Schusternagerl, Schusternägele, Rauchfangkehrer, Himmelsbläueli, Herrgottsliechtli, Tintabluoma oder Himmelsstengel genannt
Frühlings-Enzian
Bienen-Ragwurz
Bienen-Ragwurz
Pyramidenorchis
Pyramidenorchis
Fliegen-Ragwurz
Fliegen-Ragwurz

Viele Jahre lebte das anspruchslose Weiblein vor sich hin. Matthias Schafbuch war am 19. November 1635 gestorben und seine zweite Frau, Catharina geborene Bauknecht, sowie ihre beiden Kinder Johann Georg und Catharina, waren dem Elseli stets gut gesinnt.

Auf einmal blieb das alte Weiblein aus und man vermutete allenthalben, daß es verstorben sei. Der ehemals römische Gutshof war nun im Laufe der Jahre eingestürzt und zweihundert Jahre später ward ein großer Hügel aus ihm, der bis anfangs des 20. Jahrhunderts im Volksmund das „Hünengrab“ genannt wurde. Erst im Jahre 1913 gruben Gelehrte das Hünengrab um und legten den römischen Gutshof, den ehemaligen Aufenthaltsort des Elseli, frei.

Nach Ende des unseligen Dreißigjährigen Krieges anno 1648, hieß es allgemein, das Elseli gehe im Deggenreuschenwald geistweis. Man erzählte von gar manchem Schabernack, den es den Leuten antue.

Ab und zu rauschte es im Dickicht und ein kleines Weiblein huschte vorüber. Die Leute, die ihm ausweichen wollten, verfehlten den düsteren Weg und kamen an irgend einer anderen Stelle, weitab ihres Zieles, zum Walde heraus. Ja, mancher Wanderer erzählte, daß ihm ein ausgemergeltes Weiblein auf den Rücken gehüpft sei und sich bis zum Ende des Waldes von ihm tragen ließ. Es sei dann boshaft lachend in den Deggenreuschenwald zurückgehuscht. Einer Botenfrau aus Bachheim, die wöchentlich mit einem eselbespannten Wägelein auf dem Weg im Deggenreuschenwald fuhr, in Hüfingen Butter, Eier und Geflügel feilbot und dort von den Krämern Waren mitnahm, geschah es mehrmals, dass ihr Esel stark unruhig wurde, zu schreien und zu schwitzen begann und zuguterletzt das Wägelein mit der ganzen Butscher umwarf. Wohl oder übel mußte die geneckte Botenfrau ihren allerdings unversehrt gebliebenen Kram wieder in das Wägelein packen, während dessen sprang das Hexlein Elseli lachend in das Innere des Waldes. Schindluder trieb der Waldgeist auch immer wieder mit den Schnittern und Schnitterinnen, die im nahen Ochsentrieb arbeiteten. Öfters kam es vor, dass das Hexlein den Korb mit dem Frühstück eiligst wegnahm und damit in einem dichten Gebüsch verschwand. Wenn die Schnitterinnen dann schimpfend an die Schatenstelle eilten, wo der Brotkorb in der Kühle stand, lag er noch unberührt, aber mit etlichen Blumen geschmückt, am Platze. Manchmal wurde auch beobachtet, daß das Weiblein nach Sonnenuntergang über die Ährenfelder dahintanzte.

Aber nicht nur neckend oder gar boshaft war das Deggenreuschen-Elseli. Gar manchen Leuten half es beim Holzlesen. Kindern, welche Erdbeeren und Himbeeren im Walde suchten, zeigte es gerne die besten Plätze. Nur in ganz wenigen Fällen jedoch führte es Leute zu seinen farbenfrohen Blumengärtchen. Möglich ist dies vielleicht die Ursache, daß sich heute noch im Deggenreuschen- und Rauschachenwald ein geschütztes Orchideenvorkommen erhalten hat, daß die Botaniker diesen beiden Wäldern den Namen „Blumenparadies von Deutschland“ gaben.

Ist das Deggenreuschen-Elseli von seinem Dasein „verlöst“ und zur Ruhe gebracht worden? Gewiß ist, dass es in Hüfngen heute, 1972, noch Leute gibt, die fest und steif behaupten, den Waldgeist Elseli gesehen zu haben. Es sei auf dem untersten Ast einer mächtigen Tanne gesessen und habe sich auf- und abgeschaukelt. Plötzlich sei es verschwunden und dann wieder in einem anderen Häs auf dem nächsten Tannenbaum lauthalslachend erschienen.

Solange im „Blumenparadies von Deutschland“ die Vielzahl seltener Blumen und Pflanzen vorkommt und unser Auge erfreut, wollen wir aber auch furchtlos der sagenhaften Gestalt des Deggenreuschen-Elseli gedenken und jener schrecklichen Zeit des „Dreißigjährigen Krieges“, in der unsere Vorfahren gar oft in den Wäldern kampieren mußten.

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Äschemittwoch

von Gottfried Schafbuch

gelesen von Ingeborg Jaag

Grau und näblig schliift de Morge
us em Fasnethas in Dag.
Iisig ischt’s, e bissig Lüftli
pfifet ibers ’s Schtudehaag.

A de Bämmli dont no pfladdre
ganzi Bändel grell Bapiir
und en Wearchschnauz samt de Nase
geitschet dert, a sell’re Tir.

I de Ohre heerscht all schuusre,
Narremarsch und Hanselgschell.
Duescht mit Gwalt dech ummidrille;
’s kunnt en Walzer uff de Schtell

Magscht dech wehre no so selli
geget ’s Fasnetgjugs und Gschroa.
Bringscht’s nitt loos, du muescht es heere,
siehscht dezue no ’s närrisch Doa

Endli duet de Schloof mol kumme.
Droome duet es dier reacht glii,
daß du uhni Hemb und Hose
sei-ischt bi de Fasnet gsii.

D’Litt schtond doo, dont uff dech dite;
lachet, daß du näckig bischt.
’s gilt en Ruck; jetz bischt verwachet,
freischt dech, daß ’s verloge ischt.

Niini schleet jetz d‘ Uhr im Schtübli,
d‘ Fasnet ischt verbei des Johr.
…. Äsche schtreut mer grad dim Gretli
i de Kerch uff’s Gruselhoor.

Überflutung der Hüfinger Innenstadt am 15.02.1990

Am 15. Februar jährt sich die Überflutung der Hüfinger Innenstadt zum 36. Mal. Hier ein Foto von der Breg am Friedhof.

Hochwasser der Breg 15.02.1990
Hochwasser der Breg 15.02.1990

Unten ein alter Beitrag hierzu:

Spitzenabfluss in den Bach wird reduziert

Beitrag vom 6. August 2021

Mit diesem wundervollen Satz verabschiedet sich der Hüfinger Gemeinderat in die Sommerpause.

Sicher kein Alleinstellungsmerkmal, aber der Gemeinderat steuert uns alle ungebremst und mit offenen Augen mitten in die Klimakrise.

Was schert die alten Männer noch ein Hangrutsch in Fürstenberg? Ein versumpftes Sumpfohren? Eine überflutete Altstadt in Hüfingen? Quellen die versiegen?

Hauptsache möglichst viele Baugebiete für junge glückliche Familien, großflächige Gewerbegebiete und die Augen der alten Herren werden nicht etwa durch hohe Gebäude beleidigt. Asphalt muss her, möglichst viel Beton! Der Bürgermeister kann ja wieder drei Quadratmeter Blumenwiese säen. Oder vielleicht besser vier?

Dafür werden die nächsten Jahre Millionen in RÜBen (Regenrücklaufbecken) der höchsten Qualität investiert, um die Spitzenabflüsse zu reduzieren und um unsere Quellen auszutrocknen.

Die Enkel der alten Männer können sich aussuchen, was wohl schlimmer wird:

Überflutung oder Wassermangel?

Ihr bekommt beides.

Hochwasser der Breg 15.02.1990
Hochwasser der Breg 15.02.1990

Besuche aus der Heimat
Zur Erntezeit
Die Fastnacht

Vierzehntes Kapitel gelesen aus dem Hieronymus von Lucian Reich


E freude Stund e guti Stund,
s’ erhaltet Lib und Lebe gsund,
doch muß es in der Ordnig goh,
sust het me Schand und Leid dervo.

>Johann Peter Hebel

Besuche aus der Heimat – Zur Erntezeit – Die Fastnacht

Der nahende Herbst hatte unserem Hieronymus mehrere Besuche von zu Hause gebracht, erst den Vater und die Mutter, welche kamen, nach des Lehrlings Tun und Treiben und nach der Zufriedenheit des Meisters sich zu erkundigen. Dionys, des Stabhalters Sohn, war sogar später bei ihm über Nacht geblieben und hatte mit ihm das Lager geteilt. Er hatte ihm verschiedene Grüße ausgerichtet und Neuigkeiten erzählt aus der Heimat, worunter die interessanteste gewesen, daß die Florentine immer vollkommener und schöner werde. Von sich selber konnte der junge Handelsmann sagen, daß, ohne Rühmens, sein Geschäft prächtig floriere, und daß auf dem ganzen Wald kein Geschäftsmann zu finden sei, dem mehr Geld durch die Hand laufe als ihm und seinem Vater.

Die Eltern des Hieronymus waren hoch erfreut über das gute Zeugnis, welches der Meister seinem Lehrling ausgestellt, nach Hause zurückgekehrt. Denn auch der Feldwaibel hatte ihnen halb scherzhaft die Versicherung gegeben, daß er, als Beistand, bis jetzt noch nicht den mindesten Grund gehabt, hinsichtlich der geleisteten Bürgschaft irgendwie in Sorgen zu sein.

Nicht nur im eigentlichen Geschäft, auch bei Feldarbeiten griff Hieronymus wacker ein, wobei er – dank der Erziehung daheim – in allen Sätteln sich gerecht erzeigte. – Als sein Meister, der nebenbei auch Feldbau betrieb, zur Erntezeit einmal eines Garbenbinders wegen sehr in Verlegenheit war, erbot sich der Lehrling zur Verrichtung dieses sonst nur geübten Männern anvertrauten Geschäftes. Der Meister schüttelte anfangs ungläubig den Kopf; jener aber ergriff alsbald den Bindnagel, holte aus dem Stadtbächlein die dort zum Einweichen eingelegten „Wieden“, die Magd nahm den „Schaub“ auf den Kopf, die mit frischem Wasser gefüllte „Lägel* an den Arm, und die Meisterin ging zum Antragen mit. Und siehe da – Hieronymus band die hundert Korngarben so regelrecht, wie es der geschickteste Oberknecht nicht hätte besser machen können.

Ebenso willig und gewandt zeigte er sich als Mäher. Frühmorgens, wenn kaum der erste Wachtelschlag den anbrechenden Tag verkündete, schritt er mit andern zum Tor hinaus, die Sense oder das Räff (zum Mähen der Mischelfrucht) über der Schulter, das hölzerne „Futterfäßle“ mit dem Wetzstein hinten am ledernen Gurt befestigt. Und kam er nach vollbrachter Arbeit abends heim, und waren Suppe und Sauermilch verspeist, so nahm er ungeheißen wieder das „Dangelgeschirr“ zur Hand und dengelte, auf einem Holzblock vor dem Scheuertor sitzend, mit den Nachbarn lustig um die Wette. – War dieses Geschäft besorgt und hatte er am Brunnen sich gewaschen, dann erst konnte er sich Ruhe gönnen, indem er sich ein Stündchen noch zur Familie setzte, auf das Bänklein vor dem Haus.

Wie zur Winterszeit gewisse Stuben und Stüblein Sammelorte waren für nachbarliche Abendgesellschaften, so waren es im Sommer die Bänklein vor den Häusern, bei welchen die Freunde in und außer dem Haus sich zu versammeln pflegten.

Erforderten unter der Woche die Erntearbeiten ein frühes Schlafengehen, um morgens wieder zeitig bei der Hand zu sein, so fiel diese Rücksicht am Samstagabend sowie vor einem Feiertag natürlich weg. – Da saßen sie denn oft bis Mitternacht, hemdärmelig, barhäuptig unter dem Himmel voll Sternengefunkel und Wetterleuchten, während im offenstehenden Haus nichts sich regte als das Heimchen und der laute Schlag der Wanduhr in der Stube. – Es hörte sich angenehm zu, dem Gesang der fremden Schnitter und Schnitterinnen, die in Gruppen vor dem Haus des Bauers dort noch ein Stündchen sich verkühlen lassen wollten. Und war auch der Oberamtsrat ein gestrenger Herr, so konnte es ihm doch entfernt nicht einfallen, den Schnittersleuten das Singen überhaupt verbieten zu wollen, wie dies ein halbes Säkulum später von einer nahen Amtsstadt aus geschehen sein soll.

Da es dem fruchtreichen Gau zur Erntezeit an Arbeitskräften fehlt, so kam – wie heute noch – regelmäßig Aushilfe vom benachbarten Heuberg oder von den nächsten Schweizerorten daher, jede Schar unter der Obhut eines besonderen Schnittmeisters. Auch Kinder mit Säcklein zum Ährenlesen waren dabei. War ein Großbauer nicht ganz von der filzigen Sorte, so ließ es sein in diesem Punkte löblicher Stolz gewiß nicht zu, seinem Gesinde das Zusammenrechen hinter dem Garbenbinden her zu gestatten. – Das Verzettelte sollte eben lediglich den Armen gehören.

Bevor es ganz einwinterte, war unserm jungen Freunde noch ein unverhofftes Zusammentreffen vorbehalten. Die Heugabel auf der Schulter, war er mit dem Meister und seinen Leuten zum oberen Tor hinausgeschritten, auf der Schlehwiese noch einiges Ohmdgras einzuheimsen, als von dem Wege, welcher nach dem Roten Rain führt, ein wohlbekannter Pfiff sein Ohr traf.

Das Zeichen kam von einem Patrone, welcher auch dem Leser nicht zum erstenmal vor die Augen tritt. Der Kommende trug über der Schulter, an einem glattgeschälten, äpfelbaumenen Stock, eine Anzahl Vogelkäfige, unter dem Arme, in ein hochrotes Nastuch gewickelt, eine Geige; die kurzen, hellgrün gestreiften Beinkleider waren am Knie mit flatternden Bändeln befestigt; über dem rot und gelb getupften „Leible“ glänzte eine herzförmige silberne Busennadel zum Anheften des leicht geschlungenen Halstüchleins.

Ein breiter Filzhut mit Pfauenfedern und ein zinnener Schlagring mit schwerem Knopfe am kleinen Finger der rechten Hand, womit schon manche Stirn und Nase blau oder rot gesiegelt worden, vollendeten das Kostüm eines Landfahrers; und daß es der Lange Hans sei, bedurfte für Hieronymus keines zweiten Blickes. Er war, vom Walde kommend, seiner Bande vorangeschritten, die Baar der Kirchweih willen zu besuchen.

„Auf e paar Wörtle!“ raunte er dem stehengebliebenen Hieronymus zu, indem er ihn etwas auf die Seite nahm. „Der Zufall hot mer ‚en Gang verspart; schau“, sagte er geheimnisvoll, als sie allein waren, „di haun i grad aufsuche wölle!“
-„Ihr kommt von daheim?“ fragte Hieronymus. „Es sind doch alle g’sund und wohl?“
„Alls g’sund und wohl!“ bestätigte der Lange. „Schau! Du woißt gar nit, was de for e Glückskind bist, Gott soll mi leaba lau – wenn’s nit wohr ist. Schau, i hau der no e b’sundere Gruß ausz richte von enere G’wisse – de kennst mi scho – Hieronymus!“ lispelte er verschmitzt, „schau, i hau der was z’bringen; i kenn reiche Bauresöhn, en Finger vo der Hand gäbet si drum, wenn ihne so was passiere tät; roht, was haun i do, Männle?“ Mit diesen Worten zog er ein Päcklein aus der Rocktasche.
„Ihr macht Spaß, Hans“, meinte Hieronymus, mit forschendem Blick auf den Langen.
„Koi bißle!“ versetzte dieser. – „Schau, i will di nit lang im Wunder lau -’s Laubhauserbaure Töchterle hot mer auftrage, i soll di schäa grüeße – und do schickt dir das Dundersmädle ne Krämle – i haun ihr’s sealber b’sorge müesse auf’m Vöhrebacher Johrmärkt; i hau scho lang g’merkt, wo Barthle de Most holt!“ Dem jungen Burschen war das Blut ins Angesicht geschossen; der Lange hatte ihm das Päcklein überreicht. Der Empfänger aber war unwillkürlich mit der Hand in die Tasche gefahren, als wollte er den wohlverdienten Botenlohn herauslangen. „Hans“, sagte er nach einigem scheinbaren Grübeln, „ich hab kein Münz, wenn Ihr aber nach der Kirchweih wieder bei mir einspreche wollt „
„Hot nix z’sage, Hieronymus! Schau, i bin die best Seel im ganze Ländle, und wenn i nor älle Leuta healfa könnt – als Menschefreund – beim Dunder, tät’s!“ – Bei diesen Worten hatte der Landfahrer seinen Hut aufs linke Ohr gedrückt; „mer schwätze noch später mit’nander von deare Sach – adjes!“ sagte er, mit einem Händedruck und streifte im Fortgehen ein Blatt vom nahen Weidenbusche, um darauf die Melodie des Liedes: „Und du kennst mi au mit“ zu pfeifen. Hieronymus aber eilte rasch seinen Leuten nach.

Das Ohmd auf der Wiese war bald in Schober gehäufelt, und der Lehrling erhielt vom Meister die Weisung, auf den Fuhrmann zu warten. Kaum sah der Zurückgebliebene sich allein, als er, aufs duftige Ohmdgras niedergelassen, sein Päcklein bedächtig und nicht ohne einige Beklommenheit öffnete. – Ein schwarzseidenes Halstuch mit roten Zipfeln fiel ihm in die Augen, dabei ein Schreiben von seiner ehemaligen Schülerin: Dieses wenige, schrieb sie, schicke sie ihm für den Kleiderkasten, den er ihr so schön renoviert und für welchen sie ihm noch nichts habe geben können. „Mich und Deine Mutter“, schloß der Brief, „dunkt es schon eine halbe Ewigkeit, seit Du fort bist, und wir reden oft von Dir und hat Dich noch keins vergessen, und wenn wir beten, beten wir auch für Dich.“ – Unten am Rande des Schreibens hatte die Briefstellerin noch ein Verslein beigesetzt:

„So viel Tröpflein in dem Meer,
So viel Sandkörnlein hin und her,
Als Blatt und Früchten an Bäumen sein,
Als Strahlen hat der Sonnenschein,
Als Gras und Kraut die Erde tragt,
Als Stern und Geist der Himmel hat,
So viel hunderttausend Mal seist Du gegrüßt.“

Er lag noch lange träumerisch auf dem weichen Lager und schaute aufwärts in die Luft. In den abgemähten Stoppeln zirpten die Grillen ihr eintöniges Lied, und von den nahen Schlehenbüschen zitterten vergilbte Blätter schon herbstlich zu Boden, aber Hieronymus war es zumute, als breche eben der Frühling an mit all seinen Knospen und Blüten; und wenn er hinüberschaute nach den dunkelblauen Höhenzügen des Schwarzwaldes, wo der Rauch von den Kohlenmeilern wie Säulen in die stille Luft aufstieg und das ferne Rufen und Singen vereinzelter Hirten in den Wiesen umher durch die Landschaft klang – so glaubte er tausend Grüße zu vernehmen aus der Heimat.

Der Fuhrmann war gekommen, der Wagen geladen, und der Glückliche bestieg ihn, um mit dem Hochgefühl eines Siegers durch das Tor in die Stadt einzuziehen. Die Winternebel lagen auf der Landschaft, und schon hatte es der Lehrling so weit gebracht, daß ihn sein Meister für würdig hielt, einen erst kürzlich entdeckten Grundpfeiler der bildenden Kunst kennenzulernen. Es war , die durch Vereinigung der Natur und Kunst auf den rechten Grund und Grad der Vollkommenheit gesetzte Zeichnungswissenschaft oder Proportion der Figuren von der Geburt bis zum vierundzwanzigsten Jünglingsalter«. Ein Werk, worin, beiläufig gesagt, die leibliche Gestalt des Menschen mit ebensoviel Sicherheit und Scharfsinn ausgemessen war wie seine geistige Natur in gewissen philosophischen Abhandlungen der alten und neuen Zeit. – Hieronymus brachte das Heft oft zu seinem Freunde Severin, wo die beiden im warmen Stüblein manche Mußestunde mit Zeichnen und Tuschen zubrachten.

Unter solchen Beschäftigungen verging der Winter; Advent, Weihnachten, der Neujahrstag waren vorüber sowie der Dreikönigstag; und man näherte sich der Zeit, von welcher es heißt: Lichtmeß bei Tag eß, das Spinnen vergeß. – Die Fastnacht fiel heuer ziemlich frühe, und Hieronymus freute sich, das ungewohnte Leben und Treiben dieser Tage einmal mit ansehen zu können.

Bereits einige Tage vor dem „schmutzigen Donnerstag“ , dem ersten der drei Narrentage, sah man allabendlich die Gassenjugend vor dem Untertor versammelt, wo der Baptistle, ihr Liebling, wohnte. – Welch ein Jubel und Geschrei, wenn bald da, bald dort an einem Fensterlein des Tores der Kopf des närrischen Kauzes in wunderlicher Grimasse, ähnlich dem Lällekönig zu Basel, zum Vorschein kam – oder wenn eine Hand herausfuhr, welche Wolken von Puder unter den Haufen streute – oder wenn durch irgendeinen Spalt des alten Gebäudes plötzlich eine große Schlange unter das jugendliche Publikum raschelte, die, ehe sie erhascht werden konnte, ebenso schnell wieder oben verschwand.

Baptistle bewohnte sein Torstüblein, wie Diogenes sein Faß, in Armut, aber in philosophischer Geringschätzung alles dessen, was die Menschen irdische Güter und Schätze zu nennen pflegen. – Hinter dem grünen Kachelofen lagen in bunten Haufen seine Narrenkleider, zusammengeflickte Fetzen, seltsame wunderliche Trachten, welche ihm in Ermangelung eines Bettes das ganze Jahr hindurch zum Lager dienen mußten, weshalb er auch zu sagen pflegte: es gehe nichts über ein Federbett, er habe nur eine einzige Feder darin und schlafe herrlich wie ein König, wie gut müßten erst diejenigen schlafen, die viele darin hätten. Eine gräuliche, an vielen Stellen schon geflickte Riesenschlange nebst einem ausgestopften Kalb, dessen Kopf und Hinterteil einst vergoldet gewesen, teilten mit dem närrischen Patron den engen Stubenraum. – Es war dieses Getier das einzige, was er aus der Erbschaft seiner seligen Großmutter als wünschenswert an sic gezogen, und stammte ursprünglich aus einer Zeit, in welcher man für gut gefunden, moralisch-deklamatorische Aufzüge statt der altväterischen Fastnachtspossen dem Volke zur Erbauung vorzuführen. „Ludendo corrigo mores!“ lautete das Motto auf einem noch vorhandenen Programm. Bei solch einem Umzug, wobei in Begleitung von Instrumental- und Vokalmusik die sieben Todsünden dargestellt wurden und wobei auch die Großmutter des Baptistle mitgewirkt hatte, dienten jene Tiere als symbolische Beigaben.

Wenn unser moderner Diogenes auch keinen eigentlichen Lebenszweck zu kennen schien, denn seine Narrheit war rein um ihrer selbst willen da, und grünte, um zu grünen, wie das Semper vivum, so war er doch in Wirklichkeit nicht ohne Sorgen. Diese aber bestanden nicht etwa darin, daß er sich gekümmert hätte, was er wohl morgen essen werde (dafür ließ der Philosoph unsern Herrgott und gute Leute sorgen), sein Sinn bezog sich lediglich auf die Instandhaltung und zweckmäßige Vermehrung seiner Narrengarderobe. – Ein Geschäft, welches, wenn auch unbewußt, von manch andern, sich weise dünkenden Menschenkindern ebenso sorgsam gepflegt wird!

Sah unser Baptistle eine schön geputzte Person in neuen Kleidern über die Gasse gehen, so konnte man sicher sein, daß der Narr alsbald bei jener seine Aufwartung machte, bittend um einige Abfälle von dem neuen Prachtgewande; ja, ich glaube, wäre ein neuer Alexander vor ihn hingetreten mit der Aufforderung: eine Gnade sich zu erbitten – Baptistle hätte nur um einen einzigen Zipfel des königlichen Purpurs gebeten, um damit seine Narrenjacke zu flicken!

Einmal war allgemeine Landestrauer und das Narrenlaufen von Amts wegen verboten; man mußte sich, wenn auch ungern, fügen. Baptistle aber vermochte es nicht zu überwinden, daß sein Dichten und Trachten eines ganzen Jahres, gerade als er die Früchte davon zu ernten vermeinte, verkümmert und vernichtet werden sollte. Er ging, dem Herrn Amtsrat seine untertänigste Aufwartung zu machen und demütigst die Bitte vorzutragen: ob es ihm nicht wenigstens gestattet werden möchte, maskiert den Kopf durch das Fenster zu stecken? – Dies allenfalls konnte, unbeschadet des Ansehens der obrigkeitlichen Verfügung, verwilligt werden. – Mit vielen Bücklingen nahm Baptistle die gnädigste Erlaubnis entgegen, und mit schmunzelnder Miene sah man ihn seinem Stüblein zuschreiten.

Des anderen Morgens, am Schmutzigen Donnerstag, als der Herr Rat in Seelenruhe sein Pfeifchen zum Fenster herausschmauchte, denn die Frau Rätin liebte den Qualm im Zimmer nicht, entsteht gewaltiger Rumor auf der Gasse; der Stadtknecht stürzt zur Tür herein: „Der Baptistle“, berichtet er atemlos, „erfrecht sich – narrenzulaufen!“
„Augenblicklich her mit ihm“, befiehlt mit zornglühendem Antlitz der Rat. – Und man führt den Kontravenienten vor den gestrengen Herrn. – Baptistle hatte sein stattliches Narrenhäß angetan und ein Schiebfenster als Halskragen über den Kopf gestülpt.

Überrascht starrt der Amtmann bald den Baptistle, bald dessen seltsame Halskrause an, dann aber fährt er heraus: „ Wer hat Ihm erlaubt?“
„Gestrenger Herr!“ entgegnete der Schalksnarr mit tiefer Reverenz, „haben mir ja Permission erteilt zum Maskieren und den Kopf zu meim‘ Fenster rausstrecken zu dürfen. – Das hier ist mein Stubenfenster, wo ich rausschau!“ — Ob diesem Gebaren war selbst richterlicher Ernst nicht mehr haltbar, und mit gnädigem Lächeln gab der Rat den Bescheid: „Für diesmal soll es Ihm hingehen, aber auf den Gassen laß er sich hinfüro nicht mehr blicken – verstanden?“ Der Baptistle geht.

Aber am zweiten Fastnachtstag erblicken die Einwohner des Städtleins oben am Schellenberger Wald ein seltsames Schauspiel. – Es war unser Eulenspiegel mit der Schuljugend, welcher eingedenk der Worte des Stadtgebieters: sich nicht mehr auf der Gasse blicken zu lassen, das freie Feld zum Tummelplatz seiner Narrenstreiche gewählt hatte.

Aus diesem Vorgang hätte der Herr Rat wohl merken können, daß man einen tief gewurzelten Baum nicht wohl ausreißen kann, ohne daß einige Würzelein und Zäserchen zurückbleiben, welche von neuem ausschlagen.

Als diesmal der erste Fastnachtsmorgen angebrochen, hatte sich gleich nach dem Gottesdienste wieder die ganze Kinderschar vor dem Untertor versammelt. – Als der Held nicht alsogleich erscheinen wollte, erhob sich wie bei einem Theaterpublikum Lärm und Spektakel. – Endlich rumpelt es auf der Stiege – Baptistle erscheint – und zwar in der Gestalt eines „Eselsreiters“. – Unter dem scheckigen Waffenröcklein schaut der hölzerne Kopf des Langohrs hervor, auf welchem der Ritter, im Sattel sitzend und die Zügel in der Hand, zu reiten scheint, während auf der Kehrseite Schwanz und Hinterteil des Tierleins zu schauen sind. Über der Schulter hängt die ausgestopfte Kälberhaut, eine malerische Beigabe, die ihrem Träger beinahe das Ansehen eines in die Neuzeit übersetzten Herkules verlieh.

Donnernder Jubelruf erschallt beim Anblick des Heros, der, seiner Rosinante die Sporen gebend, kühn unter den Haufen sprengt – fort bewegt sich der Troß -, während der Ritter, wie Zeus seine Blitze auf verweglich nahende Sterbliche, sein an einem Stricke befestigtes Kalb den neckenden Buben stäubend auf den Rücken schleudert. Gaß auf, Gaß ab, durch Dick und Dünn geht der Ritt, und die begleitende Schar, blau vor Zeter und Rennen, läßt im Chorus die Narrenverslein erschallen:

Alle Vöglele singet so hell
Bis am Samstig z’Obed!
Alle Meideli hättest mi gern,
O! wie bin i ploget!
Narroh!

Hideli, hädele, hinterm Städtlele
Hät en Bettelma Hochzit,
Es giget e Müüsli,
Es tanzet e Lüüsli,
Es schlagt en Igeli Trumme,
Alle Tierli, wo Wädeli hond,
Sollet zur Hochzit kumme!
Narroh!

Somit war die Fastnacht eröffnet, dem Faß der Zapfen ausgestoßen, und nach dem Sprichwort: „ein Narr macht hundert“, ließ sich mancher vorher unentschlossene Geselle bewegen, einzusteigen ins allgemeine Narrenschiff und die zwei- oder dreitägige Lustfahrt mitzumachen.

Doch sehen wir uns gelegentlich auch einmal nach unserm Lehrling um, welche Rolle denn dieser gespielt. Wenn es schwer ist, in solch bewegtem Durcheinander den einzelnen im Auge zu behalten, so darf doch als gewiß angenommen werden, daß Hieronymus weder unter den Maskierten noch auf dem Tanzboden zu finden gewesen; denn unsere Voreltern hatten den einfältigen Glauben, daß einem Lehrjungen (so wie auch einem Schulpflichtigen) noch keine Stelle allda gebühre, und daß ein solcher, dort betroffen, von Meistern und Gesellen nach Haus gejagt zu werden verdiene. Deshalb dürfen wir mit gutem Grund annehmen, daß er unter den Zuschauern sich befunden, ein Platz, der diesmal besonders ergötzlich gewesen sein mochte.

Es waren zu jener Zeit die alten, etwas in Abgang gekommenen Nationalmasken, die „Hansel“, oder wie sie auch heißen, die „Narro“ wieder in Aufnahme gekommen; denn weil Narrheit und Mode sozusagen Geschwisterkind sind, so unterliegt auch erstere dem Wechsel der Zeit und der Laune.

Das „Häß“ dieser Hansel war kurz vorher in der Werkstatt des Meisters Amtsdiener hübsch renoviert, d. h. bunt bemalt worden.

Der Hansel oder „Heine“, in den Städten Rottweil, Villingen, Donaueschingen und Hüfingen sowie in mannigfacher Abwechslung in der Seegegend heimisch, erscheint als ein Gemisch des altdeutschen Pickelhärings und des italienischen Pantalone. Eine große Holzlarve, „Scheme„, bedeckt das Gesicht, eine Kapuze mit hängendem Fuchsschwanz, zuweilen auch ein breiter Kragen, zieren Kopf und Hals. Die weite Jacke, die schlotterige Hose, beide von weißem Zwillich, bemalt mit Laubwerk und Figuren, und die kreuzweis übergehängten Riemen mit schweren metallenen Schellen sind die Kleidung des Hansels. – Als Waffe schwingt er den hölzernen Flamberg oder die Pritsche, oder er bedient sich der weit ausgreifenden „Narrenscher“. – In allen Häusern ist ihm Zutritt gestattet; und hat er hier die Bolzen seines Witzes verschossen oder gestrehlt, wie die Villinger sagen – so betritt er sein eigentliches Lustrevier, die Gasse, wo die dankbare Jugend seiner harrt -; und daß er ja in Gang und Haltung sich nicht verrate, bediente er sich des üblichen „Narrensprungs“, unnachahmlich jedem Hergelaufenen, d. h. Fremden.

Unser Bildchen soll eine solche Hanselsszene veranschaulichen. Gelockt von Apfelkorb und Bierkrug, umschwärmt ein tobender, schreiender, haschender Haufe den Hansel, fort geht es im Takte des Schellengeklingels, und aus hundert Kehlen erschallt es lustig:

I ha de Narr am Seile,
I han e recht erwischt;
I laß en nimme renne,
Bis d’Fasnet umen ischt!

Narro, Narro siebe sie,
Siebe, siebe Narro gsi;
Narro, Narro Gigeboge,
Was de seist, isch all’s verloge.
Narroh!

Nicht immer iedoch sind’s die alten Liedle, welche der jugendliche Troß dem „auswerfenden“ Hansel singt; manchmal bringt dieser ein neues, eigens auf bestimmte Persönlichkeiten oder Ereignisse gereimtes auf’s Tapet. – Erscheint er aber „nüchtern“, d. h. mit leeren Händen, dann muß er sich’s gefallen lassen, selbst die Zielscheibe des Spottes zu werden:

Hansele, due Lumpehund!
Häst nit g’wißt, daß d‘ Fasnet kummt?
Hättest ’s Muul mit Wasser g’riebe,
Wär der’s Geld im Beutel bliebe!
Narroh!

Dem guten Wälderkinde Hieronymus wollte das Tollen und Treiben des närrischen Theaters fast befremdlich vorkommen; ja, es war ihm anfangs unheimlich zumut, wenn ihn so ein schellenbehangener Narr auf der Straße anredete und er dann – in die finstern Augenhöhlen der großen, lächelnden Holzlarve blickend – nicht recht wußte, wie er den „hänselnden“, foppenden Ton des Schalkes passend erwidern sollte. Und da er, wie schon angedeutet – ohnedies als Lehrling zur Passivität verurteilt war, so entschloß er sich, die freie Zeit des letzten Fastnachtstages zu einem Besuch im stillen Dorfe der betagten Großeltern zu benützen. Des andern Tages, am Aschermittwoch, wollte er dann, über Villingen zurückkehrend, seinen Freund Severin aufsuchen, der dort im Wirtshaus „Zum Hecht“ jedesmal über diese Zeit bei der Tanzmusik mitwirkte. Die „Hecht“-Wirtin war die Patin des musikalischen Altgesellen, und dieser nicht der Mann, einem sich darbietenden Nebenverdienst so leicht den Rücken zu kehren.

Auch dort, in der alten vorderösterreichischen Reichsstadt, stand dazumal die Narrenzunft im höchsten Flor. Der erste Tag, der schmutzige Donnerstag, gehörte in Villingen ehedem ausschließlich der Schuljugend; da hatten die Buben das Recht, narrenzulaufen. Fiel es aber einem Jungen ein, auch an den folgenden Tagen maskiert unter die Erwachsenen sich zu mischen, so wurde er ergiffen und zur Abkühlung des allzu hitzigen Narrengeblüts in den nächsten Brunnen getaucht.

Die derben, mitunter anstößigen Späße und Possen der früheren Zeit, die rücksichtslosen Kundgebungen und verletzenden Persiflagen in Prosa und Versen sind überall verschwunden und haben löblicherweise einem harmloseren Humor das Feld eingeräumt; ebenso manche der unschönen, ständigen Figuren der alten Narrenbühne, wie zum Beispiel die „Hexe“ und der „ Wuest„, die es mit ihren Besen in der Hand lediglich auf Scharmützel mit den Gassen-buben abgesehen hatten, sowie auch der wild sich gebärdende „Butzesel*, der stets von einer Anzahl Narros begleitet sein mußte, die ihn mit Peitschenhieben von beliebten Angriffen auf das, namentlich ländliche, Publikum abzuhalten hatten.

Wueschtvater a.D. Roland Weißer

Als der Held unserer Erzählung, nachdem er bei den Großeltern übernachtet, am Aschermittwoch-Nachmittag die Stadt Villingen betrat und über den Marktplatz schritt, bemerkte er dort viele, müßig um ein schwarzes Gerüst herumstehende Leute, und weiterhin in einer Gasse sah er leidtragende Männer in schwarzen Ratsmänteln mit langen, flatternden Trauerflören daherkommen. – Schon wollte er einen Vorübergehenden fragen, was für eine vornehme Person denn begraben werden solle, als ihm einfiel, es werde wohl der alten Fastnacht gelten. Denn schon in Hüfingen hatte er gehört, daß heute auch dort die Fastnacht „begraben“ werden sollte.

Mit Severin, den er richtig noch im „Goldenen Hecht“ traf, konnte er sodann Zeuge sein von dieser, im Charakter damaliger Zeit liegenden (jetzt aber erfreulicherweise nicht mehr gebräuchlichen) Zeremonie. – Nachdem sie im Wirtshaus zusammen eine Flasche geleert und sich die von der Gotte „Hecht“-Wirtin zubereiteten Fastenküchle trefflich schmecken lassen, begaben sie sich auf den Marktplatz, wo man auf einer Art Sarkophag die irdischen Reste der Entschwundenen – in Gestalt eines mit Stroh ausgestopften Narros – bereits enthüllt auf dem Paradebett liegen sah.

Mittlerweile hatte der Zug sich gebildet. In den wunderlichsten An- und Aufzügen, eine antiquarische Blumenlese aus allen Gerümpelkammern des Orts, waren die Teilnehmer herbeigekommen, ohne Larven, nur mit bemalten oder berußten Gesichtern. Die Agnaten und nächsten Anverwandten der allerhöchst Vergangenen trugen alle schwarze Ratsmäntel, von welchen sich dazumal in jedem Hause mindestens ein Exemplar vorfand, weil kein Bürger ohne diesen Mantel vor Rat erscheinen durfte. – Unter lautem Wehklagen und Seufzen setzte sich der Kondukt in Bewegung, voran die Totengräber und der Standartenträger, hinter ihnen die von vier Narro getragene Bahre, dann sämtliche in Sack und Asche trauernden Zunftgenossen, und ganz zuletzt trippelte – als Hauptperson der Feierlichkeit – die „Leidfrau“, in einem Kostüm, wie die Hex vor Tag, wie man zu sagen pflegt. Aller Spott, alle schlechten Witze, gereimt und ungereimt, wurden von den das Geleite umschwärmenden Zuschauern auf die Leidfrau losgelassen, die in unbändigstem Schmerze sich die Haare ausraufte und ganze Fetzen aus ihrer antiken Gewandung riß.

Am meisten Spaß hatten Hieronymus und sein Begleiter an der Person des mit vielen hohen – nunmehr aber schwarzverschleierten Orden gezierten Hofastrologen der jüngst verwichenen Herrscherin, der gravitätisch unter den übrigen traurigen Hof- und Kammerlakaien einherschritt. Durch den oberen Teil einer Kunkel schaute der gelehrte chaldäische Doktor, wie durch ein Fernrohr, beständig nach den Sternen, als sollten dort – wie dies beim Tode mächtiger Potentaten schon der Fall gewesen sein soll – außerordentliche Zeichen und wichtige Ereignisse verkündende Konstellationen sich zeigen; und eben wollte er dem mutwilligen Publikum den nahe bevorstehenden Weltuntergang prophezeien, als er – zum nicht geringen Gelächter der Zuschauer – auf einer, durch das herrschende Tauwetter schlüpferig gewordenen Stelle ausglitschte und – ziemlich unsanft zunächst an seine eigene Hinfälligkeit erinnert wurde.

Das Ziel des Zuges war – eine bittere Ironie auf den Ausgang aller menschlichen Lust und Herrlichkeit – der große Dung- und Kehrichthaufen am Spital, der den Leichnam aufzunehmen bestimmt war. Große Eile hatte es übrigens damit nicht; denn überall, wo man unterwegs ein Wirtshaus traf, wurde haltgemacht und das grambeschwerte Herz mit der süßen Bacchusgabe zu erleichtern gesucht.

Am genannten Orte angekommen, ging sodann die Versenkung mit allerlei Parodien und einer Predigt vor sich – wobei manche alte Narren – wie Hieronymus und Severin zu bemerken glaubten – in ihrem Katzenjammer wirkliche Tränen vergossen – wahrscheinlich im betrübenden Gedanken an ihre so leicht gewordenen Geldbeutel und an die Buß- und Fastenpredigten, die ehelicherseits zu Hause ihrer warteten.

Unsere Schilderung aber sei mit dem bis auf den heutigen Tag noch gültigen Sprichworte geschlossen:

Würden alle Narren Kolben tragen, so würde das Holz teuer.


Drei Filme der Hüfinger Fasnet von 2015



Hier noch zum Vergleich ein Filmchen von 2014 mit Villinger Narros

Und weil es so schön passt hier noch der Hexensunntig in Bräunlingen 2011

Landfahrerleben
Heimreise

Hieronymus
Das Buch von Lucian Reich 1858

Der Hüfinger Künstlerkreis

Johann Nepomuk Heinemanns „Hieronymus“

Sumpfohren Bebauungsplan, neue Wassergebühren, Breitbandversorgung, Haltestelle Behla, Kunstrasenplatz in Mundelfingen, Abbrucharbeiten Frank, Vergabe Bauleistungen.

Den Film von unserem Bürgermeister zur Sitzung kann man sich leider nur in Social Media anschauen. Vielleicht ändert sich das mit der neuen Webpage bald. Unterlagen gibt es hier: huefingen-sitzungsdienst.

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 29. Januar 2026. Die Sitzung war im Bürgerhaus Sumpfohren

Donnerstag, 29.01.2026, um 18:15 Uhr

Ausschuss für Umwelt und Technik

Bauantrag Nr. 02/2026
Denkmalschutzrechtliche Genehmigung Umnutzung einer bestehenden Wohnung zu Büroräumen

Es geht um die Umnutzung der bestehenden Pfarrwohnung in der Pfarrhausstraße 2 zu Büroräumen. Die Wohnflächen werden dabei zu Büro- Besprechungs- und Archivräumen umgenutzt. Eine äußerliche Veränderung am Gebäude ist nicht vorgesehen. Für die geplanten Büro- und Verwaltungsräume sind 7 Stellplätze auf dem Grundstück nachzuweisen. Im bisherigen Pfarrgarten werden dazu 6 zusätzliche Stellplätze hergestellt. Das Grundstück liegt innerhalb des rechtskräftigen Bebauungsplans „Stadtgebiet Hüfingen“ in einem Mischgebiet. Das Gebäude selbst ist ein nach §2 DSchG geschütztes Baudenkmal.

Meine Meinung hierzu: Jetzt wird auch noch der Pfarrgarten platt gemacht, anstatt endlich mal für vernünftige Parkmöglichkeiten im Städtle zu sorgen. Die einzige Tiefgararage wurde sogar noch unter Gilly gebaut, dabei hätte die Kirche als einzige genug Geld für sowas. Schon lange sage ich, dass ein Parkaus am Schari das Problem lösen würde und sogar auf Dauer eine echte Investition wäre, da man für so etwas nämlich Geld bekommt. Aber zuerst kostet es natürlich und das Geld würde erst in 10 Jahren richtig fließen, wenn das Ding abbezahlt ist.
Alles zu versiegeln, Bäume fällen und das Wasser so schnell wie möglich ableiten, wird ganz massiv der nächsten Generation auf die Füsse fallen.

Sitzung des Gemeinderates um 18:30 Uhr

TOP2 Bürgerfragestunde

TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

TOP4 Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“ in Sumpfohren

Es ist müssig und sinnlos hier noch etwas dazu zu sagen. Das unten ist noch aus dem Jahr 2022 also es hat sich inzwischen bisschen etwas geändert. Was klar ist, dass die Streitereien in die nächste Runde gehen. Hoffen wir, dass es bei den zu erwartenden Klagewellen bleibt und nicht irgendwann handgreiflich wird und Tiere zu Schaden kommen.

Aus dem öffentlichen Bebauungsplan
„Im Einfang – Erweiterung“.
Aus dem öffentlichen Bebauungsplan
„Im Einfang – Erweiterung“.
(Das hier war einer der ersten Entwürfe)
Aus dem öffentlichen Bebauungsplan
„Im Einfang – Erweiterung“.

Kontroverse um die Erweiterung des Baugebietes „Im Einfang“ in Sumpfohren

Aushang über die Ortsbesichtigung

Der Petitionsausschuss war am 05. Mai 2023 vom Landtag aus Stuttgart in Sumpfohren, um das geplante Baugebiet „Im Einfang-Erweiterung“ zu besprechen.

Die sogenannte Aussprache war von 13:00 Uhr bis 14:35 Uhr im Rathaus. Anwesend waren die Landtagsabgeordneten Georg Heitlinger (Berichterstatter), Armin Waldbüßer und Niko Reith. Weiter eine Reihe Damen und Herren vom Regierungspräsidium Freiburg und vom Landratsamt Schwarzwald-Baar.

Hier gibt es ein paar Eindrücke aus 2023:

Niko Reith begrüßt die Vertreter aus Stuttgart und vom LRA Schwarzwald-Baar Kreis
Der Berichterstatter und Landtagsabgeordnete Georg Heitlinger erklärt den Petitionsausschuss.
Niko Reith im Gespräch mit Katharina Bogenschütz.
Der Landwirt Bogenschütz trägt sein Anliegen vor.
Die Anhörung beginnt.
Max Bogenschütz erläutert die Probleme mit dem geplanten Wohngebiet.

Letztendlich konnte sich der Ausschuss das nur anhören und Kompromisse vorschlagen. Allerdings hat er keine Weisungsbefugnis. Diese ganzen Petitionsausschüsse sind eine reine Zeit- und Geldverschwendung. Damit soll Bürgerinnen und Bürgern eine funktionierende Demokratie vorgegaukelt werden. Es ist das selbe wie mit diesen Abwägungen. Viele Leute machen sich die Mühe und schreiben lange Stellungnahmen die dann von einem Planungsbüro abgebügelt werden. Es ist ehrenamtliches Engagement gegen vom Steuerzahler bezahlte Planungsbüros und dann wird wieder behauptet der Naturschutz koste zu viel Geld. Der Naturschutz bekommt ausser Anfeindungen rein gar nichts für die viele Arbeit.

Es gab damals auch eine lange Diskussion mit vielen Stellungnahmen, was man hier nachlesen kann: Kontroverse um die Erweiterung des Baugebietes „Im Einfang“ in Sumpfohren

Deshalb will ich jetzt gar nichts neues dazu schreiben und zeige einfach nur die Kuhwiese, um die es geht.

Wenn dann alles versiegelt ist und das Wasser nicht schnell genug abläuft, kann man ja paar Biber abknallen. Es wird aber nichts nützen.

TOP5 Überprüfung der Abgaben: Abwassergebühren 2026

Am 23. Oktober wurde in der Gemeinderatssitzung beschlossen ab 2026 die Gebühren für das Wasser zu erhöhen:

TOP 7. Änderung der Wasserversorgungssatzung der Stadt Hüfingen ab 01.01.2026

Neue Gebührensätze

  • Schmutzwassergebühr 2,55 €/m3 (bisher 1,84 €/m³ )
  • Niederschlagswassergebühr 0,71 €/m2 (bisher 0,56 €/m²)

Ich möchte die Stadt bitten, in Zukunft Schottergärten als versiegelte Fläche zu berechnen!

TOP6 Breitbandversorgung in Hüfingen – Sachstandsbericht zum FTTB-Ausbau

Der Zweckverband hat nach Bekanntwerden der positiven Bundesförderung sofort den entsprechenden
Kofinanzierungsantrag beim Land Baden-Württemberg gestellt. Durch das Innenministerium und Minister Strobl erhielt der Zweckverband am 14. Januar persönlich die Förderung für die grauen Flecken der Kernstadt von Hüfingen.
Mit dieser Förderung kann ein Großteil der noch verbleibenden Bereiche der Kernstadt erschlossen werden. Der Zweckverband schlägt deshalb vor, in einem ersten Schritt die vorbereitende Planung zu starten. Aufbauend auf den Ergebnissen (detaillierter Ausbauplan – erste Erkenntnisse des Zweckverbands werden im Rahmen der Präsentation im Gemeinderat gezeigt), kann dann im Laufe des Jahres eine Entscheidung über den Umfang des kommenden Ausbaus in 2027 entschieden (u.a. auch wie man mit den restlichen ungeförderten Bereichen umgeht) und die entsprechenden Mittel rechtzeitig in den Haushalt für 2027 eingebracht werden.

TOP7 Mitfinanzierung Haltestelle Behla

Der Gemeinderat hat in der öffentlichen Sitzung am 25.09.2025 einstimmig beschlossen:
„Die dauerhafte Mitfinanzierung der innerörtlichen Erschließung in Behla über die Handwerkstraße in Höhe von rund 13.500 €/Jahr durch die Stadt Hüfingen wird abgelehnt.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Thematik erneut auf die Tagesordnung zu setzen, sobald
sich ein Wegfall der Haltestelle endgültig abzeichnet“.

Am 14.12.2025 wurde eine Bushaltestelle „Behla Rathaus“ in Betrieb genommen.
Am 13.01.2026 wurde eine Bedarfshaltestelle „Alois-Hirt-Straße 15“ in Betrieb genommen.
Die Reaktivierung der Haltestelle „Behla Schule“ und die damit verbundene dauerhafte Finanzierung der innerörtlichen Erschließung in Behla über die Handwerkstraße in Höhe von rd. 13.500 €/Jahr durch die Stadt Hüfingen wird erneut abgelehnt.

TOP8 Beschluss Förderantrag zum Umbau des Rasenspielfeldes in einen Kunstrasenplatz in Mundelfingen

In der Gemeinderatssitzung vom 24.07.2025 wurde die Beteiligung an den Kosten für den Umbau des Rasenplatzes zum Kunstrasenplatz im Ortsteil Mundelfingen beschlossen.
Für die Maßnahme wurde ein Förderantrag beim Bund gestellt. Dieser Förderantrag muss nun durch den Gemeinderat gebilligt werden.

TOP9 Vergabe von Abbrucharbeiten Gasthaus Frank Hüfingen

Die Abbrucharbeiten vom Gashaus Frank sind günstiger als befürchtet und werden in Höhe von 99.902,76 € brutto an eine Firma aus Schönwald vergeben.

Ich verstehe aber immer noch nicht, warum die ganze Fläche im Vorfeld hatte gerodet werden müssen. Aber egal, lassen wir das, regt mich nur auf.

TOP10 Vergabe von Planungsleistungen – Eigenkontrollverordnung 3. Abschnitt

Die Stadt Hüfingen plant auch 2026 die Untersuchung der Abwasserkanalisation gemäß Eigenkontrollverordnung (EKVO).
Für die Ingenieurleistungen sind im Haushaltsplan 2026 unter Abwasserbeseitigung 65.000 € eingestellt. Es wird an das selbe Ingenieurbüro wie immer vergeben.

TOP11 Vergabe von Ingenieurleistungen – Ingenieurbauwerke und Tragwerksplanung

Im dritten Bauabschnitt der Sanierung der Schaffhauser Straße wurden die beiden Brücken über die Breg und die Brücke über den Mühlibach der L181 mit saniert.
Da das Regierungspräsidium Freiburg (RPF) der Brückenbaulastträger ist, wurde in der Verwaltung davon ausgegangen, dass auch der Ingenieurvertrag des Planers vom RP unterzeichnet wird.
Bei den Schlussrechnungen des Planungsbüros wurde festgestellt, dass es noch zu keinem vorherigen
Vertragsabschluss gekommen ist.
Zur Formwahrung und ordnungsgemäßen Schlussabwicklung der Maßnahme „Sanierung Schaffhauser Straße“ werden die Kosten der Planung und der Sanierungsarbeiten werden über Rückersatz der
Stadt komplett vom RPF getragen.

TOP12 Vergabe von Bauleistungen – Bauhof 2. BA

Eine Hüfinger Firma wird mit den Elektroarbeiten in Höhe von 25.780,51 € brutto beauftragt.
Eine Hüfinger Firma wird mit den Heizungsbauarbeiten in Höhe von 11.975,99 € brutto beauftragt.
Eine Hüfinger Firma wird mit den Sanitärarbeiten in Höhe von 33.752,08 € brutto beauftragt.

TOP13 Vergabe von Bauleistungen – Erweiterung Feuerwehrgerätehaus Hüfingen

Eine Firma aus Löffingen wird mit den Außenputzarbeiten in Höhe von 46.526,14 € brutto beauftragt.

TOP14 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat

Gruss an die Baar

vom 3. August 2021

Mi Hoamet uff de liebe Boor,
si liit mier halt am Herze,
ech mag mech wehre we ech will,
ech ka si nitt verschme
rze.
Gottfried Schafbuch

Die Kantate Mii Boor – Mii Hoamet nach Versen des Hüfinger Ehrenbürgers und Heimatdichters Gottfried Schafbuch, wurde im Mai 1965 anläßlich des 6. Verbandsmusikfestes des Blasmusikverbandes Baar-Schwarzwald in Hüfingen uraufgeführt.

Dieses mehrteilige Gesangsstück mit instrumentaler Begleitung wurde damals von der Stadtmusik und dam gemischten Chor des Liederkranzes zu Gehör gebracht. Der Marsch „Gruß an die Baar“ bildet den Schluß der Kantate, für die Alfred Kluten die Musik schrieb.

Alemannische Geschichten. Inhalt. 2. S'Rotkäppli von Gottried Schafbuch, Hüfingen
S’Rotkäppli von Gottried Schafbuch aus dem Jahr 1970

Herrgott, segne du iiseri Boor,
schütz iiser Schtädtli lieb,
vor Elend, Not und G’fohr.
Mier wennt dankbar sii,
d’Hüfinger Liit, treu und wohr fer alli Ziit
Boor, o Boor, mii Hoamet bischt du.
O Boor, o Boor, mii Hoamet bliibscht du.

Gottfried Schafbuch

Stadtmusik Hüfingen 1984, Leitung von Günter Walter, Gruß an die Baar
Marsch aus der Kantate Mi Boor, mi Hoamet von Gottfried Schafbuch. Komponist: Alfred Kluten

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