Antworten von Philipp Polster

Wir haben den Landtagskandidaten eine Liste mit vier Fragen zugesandt und um Beantwortung gebeten.

Ein Politiker hatte Hüfingen mal als Wurmfortsatz von Tuttlingen bezeichnet. Das stimmt ja auch, da Hüfingen bis jetzt irgendwie von den Kandidaten vom Schwarzwald-Baar-Kreis mitbetreut wird. Gerne hätten wir aber auch einen Ansprechpartner in Stuttgart, den wir auch wählen dürfen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Philipp Polster:
Ich muss gestehen, dass ich ob dieses Zitats zuerst ein wenig sprachlos war. Eine Gemeinde von der Größe Hüfingens als Wurmfortsatz Tuttlingens zu bezeichnen grenzt für mich an Arroganz. Fakt ist: Auch wenn der Wahlkreis Tuttlingen um einige Gemeinden des Altlandkreises Donaueschingen ergänzt wurde, muss die Vertretung für alle Wählerinnen und Wähler gleich ausgeprägt sein, egal ob sie aus Bärenthal, Tuttlingen oder Hüfingen kommen. In unserer Demokratie hat jede Stimme den gleichen Wert und damit genauso viel Vertretung verdient.

Leider ist der Plan meiner Partei in Hüfingen und Donaueschingen Aktionen vor Ort durchzuführen von der Pandemie bzw. deren zweiter Welle verhindert worden, wir arbeiten aber aktuell mit Hochdruck an einer Möglichkeit damit auch Hüfinger Wähler die Möglichkeit haben in einem virtuellen Format mit uns zu sprechen.

Ein großes Thema hier in Hüfingen ist die Transparenz. Wie stehen Sie zur Veröffentlichung von Protokollen und zur Kommunikation von Ergebnissen von Sitzungen?

Philipp Polster:
Sowohl für meine Partei als auch für mich persönlich ist das Thema essentiell und muss dringend ausgebaut werden. Die automatische Veröffentlichung von Protokollen und Sitzungsergebnissen müssten meiner Meinung nach Pflicht werden – und zwar nicht nur für die demokratischen Institutionen, sondern auch für die in Baden Württemberg ja sehr breit vorhandenen Organe der Selbstverwaltung wie den Jugendhilfeausschuss, den Bereichsausschuss Rettungsdienst, etc..

Ebenso benötigen wir dringend mehr Transparenz in Parteien. Lobbyisten-Kontakte, Nebeneinkünfte und Spenden müssen vollständig transparent publiziert werden, Zuwendungen von Firmen, insb. aus dem Ausland müssen dringend untersagt werden. Verstöße müssen empfindliche Folgen haben.

Diese Daten müssen aus meiner Sicht verpflichtend zentral publiziert werden, Seiten wie Abgeordnetenwatch.de, fragdenstaat.de oder Topf Secret zeigen wie gut so etwas funktionieren könnte.

Manche Kommunen schaffen die Unechte Teilortswahl ab, wenige führen sie wieder ein. Ein Argument für die Abschaffung führen manche an, dass diese Wahl undemokratisch sei, da Kandidaten/Innen aus kleinen Stadtteilen mit weniger Stimmen gewählt werden könnten, andere wiederum sind der Meinung, dass eben Parität auch zur Demokratie gehört. Wie sehen Sie das?

Philipp Polster:
Ein schwieriges Thema da beide Seiten gute Argumente zu Felde ziehen können. Der Wunsch nach Repräsentation ist genauso gut zu verstehen wie die Sorge nach dem demokratischen Gleichgewicht. Am Ende sehe ich es aber eher als Problem an, wenn das demokratische Gleichgewicht verändert wird. Aus meiner Sicht benötigen wir hier ein neues Modell, dass sowohl den demokratischen Gegebenheiten als auch dem Wunsch nach Repräsentation besser gerecht wird als die beiden derzeitigen, sich sehr widersprechenden, Modelle. 

Die Biotopvernetzung ist auf dem Land ein großes Thema und es gibt große Spannungen zwischen Landwirtschaft, den vielen Neubaugebieten der Kommunen und dem Naturschutz. So braucht jede Ortschaft ein möglichst großes Neubaugebiet das auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen entsteht und die Landwirte werden wiederum immer mehr in die Natur gedrängt und müssen immer weniger Boden intensiver nutzen. Wie wollen Sie diesen Konflikt angehen?

Philipp Polster:
Aus meiner Sicht ist die Neubaugebiet-Problematik v.a. ein Symptom unserer verfehlten Wohnungspolitik der letzten Jahrzehnte. Für viele junge Familien ist das Neubaugebiet im Grünen der notwendige Kompromiss, um endlich aus verfahrenen Mietsituationen raus zu kommen und in den eigenen vier Wänden nicht länger der Willkür einer Immobilienfirma ausgeliefert zu sein bzw. überhaupt etwas „Eigenes“ zu besitzen. Dieser Effekt, der zuerst v.a. den „Speckgürtel“ um die großen Ballungszentren betraf, hat mittlerweile auch die vermeintlich ruhigeren ländlicheren Regionen im Südwesten erreicht.

Hierbei wird dann oft, gerne auch unter dem Eindruck des großen Profits einiger weniger, der Charakter von ganzen Ortschaften umgekrempelt und die Ökologie bei Seite geschoben.

Auch unabhängig von der wohnungspolitischen Komponente muss das Land hier dringend für Regeln sorgen, die einen fairen Ausgleich zwischen den Interessenslagen sorgen.

Antworten von Niko Reith

Wir haben den Landtagskandidaten eine Liste mit vier Fragen zugesandt und um Beantwortung gebeten.

Ein Politiker hatte Hüfingen mal als Wurmfortsatz von Tuttlingen bezeichnet. Das stimmt ja auch, da Hüfingen bis jetzt irgendwie von den Kandidaten vom Schwarzwald-Baar-Kreis mitbetreut wird. Gerne hätten wir aber auch einen Ansprechpartner in Stuttgart, den wir auch wählen dürfen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Niko Reith:
Explizit hatte der besagte Abgeordnete Donaueschingen als Appendix im Hinblick auf die Gewichtung der Gemeinden des Wahlkreises 55 Tuttlingen-Donaueschingen bezeichnet. Gemeint hat er vermutlich aber die gesamte Südbaar, also die Städte Hüfingen, Blumberg und Donaueschingen, die etwa ein Fünftel des gesamten Wahlkreises ausmachen. Ich bin in Hüfingen aufgewachsen und habe schon deshalb eine besondere Beziehung zu Hüfingen. So ist es sicherlich nachvollziehbar, dass mir die Anliegen der Hüfinger*innen sehr wichtig sind. Im Gegensatz zu dem zitierten Kandidaten möchte ich mich darüber hinaus aber selbstverständlich ausdrücklich um den ganzen Wahlkreis kümmern. Da ich der einzige Kandidat der zur Zeit im Landtag vertretenen Parteien bin, der auf der Südbaar wohnt, freue ich mich sehr über Ihre Frage und hoffe, dass viele „Sübaaremer“ und damit auch Hüfinger das ebenso sehen wie Sie, Frau Jaag, und sprechen dem „Einheimischen“ das Vertrauen aus in dem sie mir bei der Wahl ihre Stimme geben, wenngleich sie sonst vielleicht eine andere Partei wählen. Sehr gerne möchte ich unsere Region, unsere Heimat in Stuttgart mit einer Starken Stimme vertreten.

Ein großes Thema hier in Hüfingen ist die Transparenz. Wie stehen Sie zur Veröffentlichung von Protokollen und zur Kommunikation von Ergebnissen von Sitzungen?

Niko Reith:
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie und der Parlamentsarbeit ist die Beteiligung der Öffentlichkeit. Inbegriffen dabei ist die Veröffentlichung von Sitzungsvorlagen und den dazugehörigen Protokollen. Auch die Ergebnisse von nicht öffentlichen Sitzungen müssen nach der obligatorischen Bekanntgabe in der nächsten Sitzung veröffentlicht werden. Dazu gehört aber auch die Teilnahme an den öffentlich angebotenen Sitzungen selbst, für die ich bei den Bürger*innen immer wieder werbe.
Es gibt also nicht nur eine „Bringschuld“ der Politik/Verwaltung, wir müssen es auch schaffen, dass die Bürger*innen sich mehr mit einbringen. Es lohnt sich in Sachen Bürger-Beteiligung an beiden Seiten zu arbeiten – also sowohl das Angebot und die Möglichkeiten verbessern, aber gleichzeitig auch die Bereitschaft dazu zu fördern.
In diesem Zusammenhang ist für mich die Jugendbeteiligung ein besonders wichtiges Anliegen um das ich mich bereits intensiv kümmere.

Manche Kommunen schaffen die Unechte Teilortswahl ab, wenige führen sie wieder ein. Ein Argument für die Abschaffung führen manche an, dass diese Wahl undemokratisch sei, da Kandidaten/Innen aus kleinen Stadtteilen mit weniger Stimmen gewählt werden könnten, andere wiederum sind der Meinung, dass eben Parität auch zur Demokratie gehört. Wie sehen Sie das?

Niko Reith:
Obwohl das kein originäres Landesthema und hier die kommunale Selbstverwaltung oberstes Gebot ist, nehme ich gerne als Kommunalpolitiker Stellung zu der Frage der unechten Teilortswahl.
Als 2007 in Hüfingen dieses Thema diskutiert wurde, war ich ehrlich gesagt sehr überrascht, dass sich die Mehrheit im Gemeinderat für eine Abschaffung entschieden hat. Dass der Gemeinderat diese Entscheidung von damals nun aktuell bestätigt hat, kann ich nachvollziehen, weil sich ein Gremium immer etwas schwer tut, einen einmal getroffenen Beschluss zu revidieren. Deshalb finde ich es sehr gut, dass das Gremium die Entscheidung nun den Bürger*innen selbst überlässt. Dabei müssen sich alle Hüfinger*innen dann die Frage beantworten, welches System für sie das Beste, weil Demokratischere ist.
Ich persönlich glaube, dass es im Laufe der Zeit immer schwieriger für Bewerber*innen aus den Ortsteilen wird, sich bei Wahlen durchzusetzen. Schon jetzt kann man in Hüfingen feststellen: immer weniger Ortsteile sind mit eigenen Räten im Gemeinderat vertreten. Und wenn die „alten“ und erfahrenen Gemeinderäte aus den Ortsteilen aufhören, wird sich das fortsetzen. Denn Gemeinderäte wie Adolf Baumann aus Mundelfingen oder Egon Bäurer aus Behla sind wegen ihres ehrenamtlichen, beruflichen und kommunalpolitischen Engagements auch in der Kernstadt bekannt und bekommen von dort viele Stimmen. Bei ihren Nachfolgern ist das nicht zwangsläufig so, weil sich unsere Gesellschaft verändert hat und nicht zuletzt der berufliche Mittelpunkt sich oft weiter weg befindet.
Natürlich hat jeder Gemeinderat bei seinen Entscheidungen die Gesamtstadt im Blick und ich bin überzeugt, dass das auch in Hüfingen zutrifft. Aber es ist trotzdem ein Unterschied, wenn ein Ortsteil-Bewohner zu „seinem“ Gemeinderat im Ort gehen kann, wenn ihn irgendwo der Schuh drückt.
In der Abwägung halte ich es deshalb für gerechter und demokratischer, den Ortsteilen einen Sitz im Gremium zu garantieren, mit dem Risiko, dass die Ortsteile manchmal etwas zu stark gewichtet sind. Die Gefahr, dass gar kein Ortsteil mehr vertreten sein könnte ist in Hüfingen zu groß.
Nicht zuletzt habe ich als Gemeinderat in Donaueschingen sehr gute Erfahrungen mit der Unechten Teilortswahl gemacht und würde deshalb nie für deren Abschaffung stimmen.

Die Biotopvernetzung ist auf dem Land ein großes Thema und es gibt große Spannungen zwischen Landwirtschaft, den vielen Neubaugebieten der Kommunen und dem Naturschutz. So braucht jede Ortschaft ein möglichst großes Neubaugebiet das auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen entsteht und die Landwirte werden wiederum immer mehr in die Natur gedrängt und müssen immer weniger Boden intensiver nutzen. Wie wollen Sie diesen Konflikt angehen?

Niko Reith:
Der Flächenverbrauch ist eines der zentralen Themen, die uns bei Wohnungsbau, Gewerbeansiedlung, Energiegewinnung und anderen Nutzungen, wie ganz aktuell bei der Suche der Bundeswehr nach einem geeigneten Standortnahen Truppenübungsplatz beschäftigen.
Selbstverständlich folge ich dabei dem Primat „Innen- vor Außenentwicklung“. Allerdings sind uns hier Grenzen gesetzt, weil es sehr häufig an den Eigentumsverhandlungen scheitert. Als hilfreich hat sich zum Beispiel der sogenannte Flächenmanager, dem es nicht zuletzt in Hüfingen gelungen ist, durch Beratung und mit guten Argumenten Eigentümer oder Erbengemeinschaften zu überzeugen, leer stehende Gebäude oder unbebaute Grundstücke zum Verkauf frei zu geben, oder selbst zu bebauen bzw. zu sanieren.
Doch auch das hat Grenzen und um das deutlich zu sagen: Enteignung von Eigentum, wie es OB Palmer in Tübingen praktiziert, kommt für mich nicht in Frage. Deshalb ist auch die Ausweisung von neuen Flächen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Gemeinden der Südbaar unumgänglich.
Aber ich habe das Gefühl, dass die Gemeinden bereits sehr verantwortungsvoll bei dem Thema vorgehen und alle Aspekte der unterschiedlichen Bedarfe, der Nutzungs-Interessen und des Naturschutzes bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Sehr bewährt hat sich dabei das Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes der Städte Hüfingen, Bräunlingen, Donaueschingen und Bad Dürrheim mit Dr. Bronner an der Spitze, das bei der Erstellung von Flächennutzungsplänen immer hinzugezogen und deren Expertise berücksichtigt wird.
Landespolitisch werde ich mich für die Stärkung der Hoheit und Freiheit kommunaler Flächenplanung einsetzen, denn das Beispiel zeigt: Vor Ort weiß man am besten Bescheid, wo die Bedarfe und Potentiale liegen.

Petition Windgefällweiher

04. Dezember 2020 von Hubert Böll

Liebe Leser der Hieronymus-online Seite,

mit großer Freude haben wir die Möglichkeit bekommen auf dieser Plattform unser Anliegen vorzutragen.

Wir sind eine Gruppe von Menschen die es als wichtig erachtet den Tieren und Pflanzen eine Sprache zu geben und die Natur ( also unseren Lebensraum ) im Allgemeinen zu schützen und zu pflegen.

Das Land Baden Württemberg investiert über 30 Mio € für einen besseren Lebensraum der heimischen Arten!

Bei der Sanierung der B500 wurden für sehr viel Geld Durchgänge für allerlei Lebewesen geschaffen, 

im Volkmund die Krötentunnel!

Und genau in diesem Gebiet, am Windgefällweiher möchte das Fürstliche Haus aus Donaueschingen einen Wohnmobil- Park nach kanadischem Vorbild erbauen und betreiben. Angeblich sei dies kein Problem, weil die Fläche für den komerziellen Waldbetrieb völlig unwirtschaftlich und nutzlos sei.

Aber!

Genau das ist die Heimat der Tier- und Pflanzenwelt die es zu schützen gilt und für die wir und Sie uns einsetzen.

Liebe Freunde, mit eurer Hilfe werden wir es schaffen dieses Projekt zu verhindern.

Werben Sie für unsere/eure Ziele und senden Sie uns viele Unterschriften zurück.

Danke für eure Unterstützung im Voraus

und bleiben Sie oder werden Sie Wächter der Natur,

schenken wir uns selbst, aber auch unseren Nachkommen ein Stück intakte Natur (wie sagt Dagmar Schäfer: Wo es blüht, brummt und summt).

Gemeinsam gegen rein kommerzielle Interessen auf Kosten unserer Natur.

Das schreibt euch Hubert Böll

Liebe Grüsse aus Feldberg Falkau

Die Initiatoren:
Dagmar Schäfer,
Heidi Bauer, 
Hubert Böll

Zur Online Petition geht es hier:

https://www.openpetition.de/petition/online/kein-campingplatz-am-windgfaellweiher-kleinod-gegen-kommerzielle-interessen

Zur schriftlichen Petition geht es hier:

Die Unterschriften bitte an die auf dem Formular angegebenen.
Adressen Vielen Dank!

Behlaer Weiher

Eine kleine bakteriologische Untersuchung

vom 28. November 2020

Im Januar 2020 habe ich ja angedroht mich etwas mehr um den Behlaer Weiher zu kümmern.

1873 führte der Gemeinderat anläßlich der Ortsbereisung Klage über den Weiher und die daraus aufsteigenden Dünste. Eine gründliche Reinigung des Weihers von Zeit zu Zeit sei erforderlich. Diesem Verlangen wurde dann auch von der fürstlichen Verwaltung entsprochen.

Behla : Stadtteil von Hüfingen; Geschichte eines Baardorfes im Rahmen der Landschaft / von Alfred Hall; Egon Bäurer; Friedolin Kaiser (1989)

Ich hatte dann das Wasser grob untersucht und einen ziemlich hohen Nitratgehalt (30 mg/l) festgestellt. Mit meiner Aussage: „Leider kann ich die anderen Chemikalien, die die Landwirte in die Umwelt kippen nicht nachweisen“, habe ich den Unmut einiger Landwirte provoziert. Dass diese ja so einiges in die Landschaft kippen (oder vergraben), werden sie kaum bestreiten können. Allerdings an der Kloake im Behlaer Weiher tragen sie keine Schuld.

Schuld trägt die Stadt Hüfingen die es versäumt hat, Behla ordentlich an die Kanalisation anzuschließen. Aber der Reihe nach:

Für eine Besichtigung des Weihers stellten wir das Auto an der B27 ab, um über die Wiese an den Weiher zu gelangen. Fast genau an dieser Stelle kommt eine Abwasserleitung unter der Straße raus.

Eigentlich braucht man keine Mikrobiologin zu sein, um zu sehen (und zu riechen) was da raus kommt:

An dieser Stelle vielen Dank an den Ortschaftsrat Benjamin Schnaitter, der sich mutig und ohne zu zögern in die Brühe gestürzt hat, um Fotos zu machen und Wasserproben zu ziehen.

Wir haben also drei Wasserproben, denen ich (wegen anderer Projekte) folgende Nummern gegeben habe:

53 – am Ausfluss des Abwasserkanals in den Weiherwiesen.
54 – oben am Behlaer Weiher nach dem Zufluss des Baches aus den Weiherwiesen.
55 – Abfluss des Behlaer Weihers in das Feuchtgebiet auf der anderen Seite der B27

Da ich zuerst nur herkömmliche Nährmedien für die Untersuchung der Bakterien zuhause hatte, habe ich die Bakterien auf gewöhnlichen LB (Lennox Broth) Platten über Nacht bei 37°C untersucht.

LB Platten mit 100 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht

LB Platten mit 50 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht

Was man auf der Platte 53 deutlich sieht sind „coliforme Bakterien“, „Fäkalcoliforme“ oder „thermotolerante Coliforme“ kurz auch als CFU (coliform units) bezeichnet. Diese Bakterien zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei 37°C in geeignetem Nährmedium sehr schnell wachsen. Was ja auch irgendwie logisch ist, da sie von Warmblütern stammen.

Dies ist also schon der eindeutige Beweis, dass es sich bei dem Abwasser um Fäkalien handelt. Ob von Mensch oder Tier lässt sich nicht bestimmen, aber ist in diesem Fall auch unerheblich.

Oben am Behlaer Weiher (54) konnte ich vereinzelt CFU Keime finden, wenn ich 1 ml der Wasserprobe ausplatiert hatte, unten am Ausfluss (55) war nichts zu finden. Der Behlaer Weiher klärt also noch ganz gut.

Im Abwasser wird die Anzahl der CFU pro 100 ml Wasser gemessen, um einen Standard als Vergleich zu haben. Normalerweise kommt man in einem Klärwerk auf eine Anzahl über 1 Mio. Deshalb habe ich hier die CFU für unsere Wasserproben mal kurz überschlagen:

53 – etwa 5.000.000.000 CFU/100 ml
54 – etwa 15.000 CFU/100 ml
55 – etwa 0 CFU/100 ml

Der Standard laut EPA (Environmental Protection Agency) um coliforme Bakterien zu bestimmen ist ein Nährmedium namens EMB (Eosin Methylenblau Broth). Hiermit kann man Escherichia coli von Enterobacter unterscheiden. Dies habe ich auch versucht, aber leider ist mein Methylenblau und auch das Eosin von meinem Großvater und über 50 Jahre alt.

EMB Platten mit 500 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht. 53=Wasser aus dem Abfluss.

EMB Platten mit 500 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht. 53=Wasser aus dem Abfluss.

Auf diesen EMB-Platten ist weniger gewachsen, als auf LB Platten und auch nur von dem Wasser, das direkt aus dem Abwasser von Behla kam.

Eine Möglichkeit langsam wachsende grampositive Bakterien zu bestimmen, sind sogenannte MSA Platten. Damit kann man verschiedene Kokken bestimmen. Also den berühmten Staphylococcus aureus vom mehr oder weniger harmlosen Staphylococcus epidermidis unterscheiden.

800 µl Wasserproben auf MSA Platten

Der pathogene Staphylococcus aureus fermentiert Mannitol und deshalb ändern die Platten die Farbe rot nach gelb. Oben erkennt man wieder, dass auch Staphylokokken nur im Abwasser zu finden sind. Also in 53 sehr viele, in 54 weniger und 55 keine. Dies bestätigt die Ergebnisse oben mit den CFU. Was man hier auch schon sieht ist, dass die rote Farbe bei 53 Richtung gelb umschlägt.

Aus diesem Grunde habe ich jeweils 8 Kolonien von 53 und 54 nochmal einzeln ausplatiert.

Acht Abstriche von Kolonien der Kokken aus dem Abwasser

Bei fünf der acht Abstriche handelt es sich eindeutig um Staphylococcus aureus.

Acht Abstriche von Kolonien der Kokken aus dem Behlaer Weiher.

Bei zwei der acht Abstriche handelt es sich auch hier eindeutig um Staphylococcus aureus.

An dieser Stelle will ich nichts über Staphylokokken erzählen. Wen es genauer interessiert, der mag auf den Seiten des Robert Koch Instituts nachlesen:

RKI Ratgeber Staphylokokken

Auf jeden Fall rate ich allen, der Hüfinger Klärgrube mit dem Namen Behlaer Weiher und dem offenen Abwasserkanal fern zu bleiben!

Haltet auch eure Tiere und vor allem eure Kinder fern. In wie weit diese Erreger antibiotikaresistent sind, werde ich auch noch abklären.

Hier breche ich vorerst ab und werde weitere Untersuchungen später veröffentlichen, wenn ich die passenden Chemikalien und mehr Zeit habe.

Warum die Eile?

Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr ärgere ich mich .

Einer der vielen Stadtbauamtsleiter der von der Stadt Hüfingen „ausgebrannt“ wurde, hatte vor Jahren hier mal interveniert. Leider war dies nur von kurzer Dauer. Es ist den verantwortlichen Männern nicht wichtig und sowieso war es ja schon immer so, dass die Scheisse aus Behla in den Weiher fließt.

Wir schreiben das Jahr 2020, in Hüfingen wird seit Jahrzehnten ein Weiher als Kläranlage missbraucht, weil dies immer so war. Meiner Meinung nach ist das ein Verbrechen nicht nur an der Natur, sondern auch an der nächsten Generation.

Und jetzt höre ich auf, sonst mache ich mich vor Zorn noch strafbar.

Nachtrag
Weitere Infos

Im Januar 2021 habe ich erläutert, wie es am Behlaer Weiher einmal aussah: https://hieronymus-online.de/behlaer-weiher-einst-und-heute/

Dann gibt es auch eine Erläuterung zu Klärschlamm und dessen Entsorgung: https://hieronymus-online.de/unterschied-faekalien-und-silage/

Oberhalb vom Abflussrohr sieht die Welt noch halbwegs gut aus

Dann kommt die Abwasserleitung.

Mit all der Scheisse und was dazu gehört.

Die Exkremente fließen dann weiter in den Weiher.

Die nächsten Teile sind hier zu finden

Die Suche nach dem stillen Örtchen in Covid-Zeiten

Ja, es stimmt, wir sollten zu Haus bleiben und wenn, dann nur geschäftlich ins Ausland reisen. Ja, wenn möglich, sollen wir Menschenmassen meiden. Und ja, es gilt Abstand halten, Lüften, Hände waschen und Maske auf. Manchmal denke ich, man redet mit Kleinkindern, so kommen mir die wohlmeinenden Ratschläge unserer väterlich und mütterlich klingenden Politiker vor. Obwohl man immer wieder sieht, das es einige ungezogene Kinder unter dem Volk gibt, die immer noch denken es handelt sich nur um einen kleinen Schnupfen – was es leider nicht ist.

Doch noch haben wir ja keinen Stubenarrest wegen Ungehorsam, auch, wenn es dem einen oder anderen vielleicht gut täte. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, mal vor die Tür zu gehen und Luft zu schnappen. Doch damit fängt das Elend an. Wer über eine Primaner-Blase verfügt, oder vor dem Verlassen der Wohnung eine Tasse Kaffee zu sich genommen hat, weil Cafés geschlossen haben und nicht jeder auf einem kalten Mäuerchen zusammengekrümmt einen Café to Go zu sich nehmen möchte, der steht vor einem Dilemma.

Wald oder Dickicht? Vielleicht doch eher im Einkaufszentrum Betteln um einen Schlüssel unter dem mürrischen Blick einer Verkäuferin? Verschlossene öffentliche Toiletten wohin man schaut. Man sollte meinen, so manche Kommune nutzt den Lockdown dazu ihre ohnehin dünn gesäten öffentlichen Toiletten gänzlich dicht zu machen. Ab und zu findet man mal was, aber beim Öffnen der Örtlichkeit reißt man erst einmal sein Desinfektionsfläschchen aus der Tasche und versucht unter der Maske flach zu atmen.

So kann man natürlich auch dafür sorgen, dass die Menschen den Fuß nicht vor die Tür stellen wollen und nur noch Online-Einkäufe tätigen. Doch was bitteschön haben verschlossene stille Örtchen mit dem Lockdown zu tun?

Finden dort regelmäßig Partys statt? Versammeln sich in den engen Räumen Menschen ohne Abstand zu einem kleinen Plausch? Sind fehlende Belüftungen und Waschgelegenheiten der Grund? Bestimmt kann es daran nicht liegen. Ein echter Wettbewerbsvorteil sind sie aber – die stillen und sauberen Örtchen wo auch immer sie sich in diesen Tagen befinden- gerne auch gegen einen Obolus, sofern der Automat Geld wechselt. Aber mit ihnen ist es genauso, wie mit den öffentlichen Bänken – weit und breit nichts zu finden. Es wäre jetzt die beste Gelegenheit aufzurüsten, denn wer weiß, wie lange wir noch auf gemütliche Café -Nachmittage und Restaurantbesuche verzichten müssen und wie lange wir noch auf der Suche nach einem stillen Örtchen durch Wald, Wiesen und Ladenzeilen irren mit einem Picknick in unseren Rucksäcken.

Rede zum Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl 2024

Rede Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION zum Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl 2024 am 19. November 2020.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich kann mir vorstellen, dass sich viele von Ihnen bei diesem Antrag schwer tun, soll man zustimmen oder ablehnen. Stimmt man gegen die Durchführung eines Bürgerentscheids, könnte es als fehlende Bürgernähe interpretiert werden, stimmt man dafür könnte es bei einigen als inhaltliches Umkippen gedeutet werden. Zugegeben, keine einfache Situation. Wozu überhaupt einen Bürgerentscheid durchführen, wenn man doch einen souveränen Gemeinderat hat, fragen sich vielleicht auch einzelne. Diese Frage ist wiederum leicht zu beantworten. Vor zwei Monaten hat hier in der Stadthalle der Gemeinderat mit 14 zu drei Stimmen recht deutlich gegen die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl gestimmt. Kein überraschendes Ergebnis, wenn man sich überlegt, dass die Hälfte der Abstimmenden bereits bei deren Abschaffung 2007 dagegen gestimmt hat. Außerdem gebe ich zu bedenken, dass es natürlich schwierig ist, den Gemeinderat über die Änderung des eigenen Wahlsystems abstimmen zu lassen. Die einzelnen Gemeinderäte können verständlicherweise nicht objektiv neutral darüber entscheiden, da sie ja vermeintlich selbst betroffen sind. Bekanntermaßen tun sich auch die Kolleginnen und Kollegen im Bundestag aus ähnlichen Gründen schwer mit der Änderung des dortigen Wahlrechts. Aber zurück nach Hüfingen.

Ich kann heute nur appellieren, die Bürgerinnen und Bürger sollten die Entscheidung selbst treffen, ob künftig jeder Teilort einen garantierten Sitz im Gemeinderat haben soll oder eben nicht. In der Zwischenzeit kennen unsere Einwohner alle relevanten Fakten. Sie wissen, wie ihre Ortsvorsteher und Ortschaftsräte darüber denken, sie wissen, was die Gemeinderäte präferieren. Sie wissen auch, dass es unserer Gesamtstadt finanziell relativ gut geht, sie wissen aber auch, dass Mitsprache und politische Teilhabe in einer funktionierenden Gemeinschaft unverzichtbar sind.

Zum Schluss noch ein paar Sätze zu einem möglichen Termin. Es sollte wohl in unser aller Interesse sein, einen möglichst baldigen Termin für den Bürgerentscheid zu finden. Ein Termin im September 2021 ist einfach nicht akzeptabel und bedeutet im schlimmsten Fall zehn Monate Wahlkampf respektive zehn Monate Ungewissheit und Unruhe. Der Termin sollte bis spätestens kommendes Frühjahr durchgeführt werden. Ich gehöre zu denen, die unseren Bürgerinnen und Bürgern zutraut, in einem Kalenderjahr ganze dreimal wählen zu gehen. So lange die Wahlgänge nicht im Wochentakt stattfinden und alles den Wählerinnen und Wählern plausibel kommuniziert wird, sehe ich absolut keine Probleme. Bei einer Terminfestlegung auf die erste Jahreshälfte 2021 sähe ich auch keinen Anlass für die Bürgerschaft ein eigenes Bürgerbegehren zu starten.

Ich würde mich freuen, wenn man unseren Ausführungen mehrheitlich folgen kann und bitte um Zustimmung.

Windgfällweiher Park, Verrummelung, Altbuur s Troom, de Lebenslohn

Verrummelung durch Waldumbau

Im Corona Summer 2020 hät de Wälderkabaretist Marti Wangler, alias Fidelius Waldvogel, dem Virus en gifizige Straich gspilet. Er hät e Bulldogg- Kabaret an de Südhalde vum Haberjockelshof im Schwärzebach aagsait und uffgführt. Mit sim Eicher Bullodogg und sim Forstwage- Ahänger, Kummedibühni, Vesperstüble und Scharchkannapee i eim, isch er unnne uff de Matte gstande und an de Halde i me Art Amphitheater isch sie Zueschauerbandi entweder uff Strauballe oder uf itne Bulldogg im Abstand vu über 5 m stimmungsvoll versammlet gsii. Es war en warme und en richtig fidele Wälderobet. De Fidelius hät wiedermol s Kälble so richtig renne lau. Wo er aber dene Tönnjes Fleischmafiosi d Zündung mit herte Fakte iihgstellt hät, isch es au mol nochdenklich und bestimmungsvoll wore. Wo ni des glese han, dass mer möglichst mit Bulldogg kumme soll, han i min Unimog, de „Nepomog“ wieder mol badet und und eweng bürschtelet. Wa de Fidelius kahn, des mit sim uusbaute Forstmobil- Wohnwage, des kann ich au. Also han den alte Sau- Ahänger no schnell zu me Henne- Wohnmobil um- und uusbaut. Des gschmiedet Aug a de Frontwand, a dem die Schlachtsaue zum Metzger gfiehrt wore sind, wo die quickende Sühli mit em Kälberstrick aabunde waret, des han i draa lau. Wiedermol bestätigt sich der Satz vum Christopher Clark, dass mer derlei „Artefakt“ uuglaublich vill ablausche khan. I dem Fall Saueschicksal und Instinkt- Drame. Wer weiss ob i den Karre nomol bruuch, wenn mer amend wieder mol Huusschlachte därf ?

Paar Woche später han ich wiedermol bim Lese vu de Badische, ohne dass i Fliegepilz gfresse han, so e richtige nordische Berserkerwuet kriegt. Nit dass ich au scho paar mol so e Kischte, e kleis Wohnmobil aagmietet het, zum d Olympiade z Lillehammer, Nordische Ski- Weltmeisterschafte, e Schottland- Irland- Island und Portugalreis gmacht het und für so Reise des au ganz aagmesse find. Aber wan i do über de Windgfällweiher lese han miesse hät mer Zündung ghörig verstellt. Es isch mer jedesmol en Graus, wenn i im Vorbeifahre z Hifinge am Wohnmobilstellplatz sieh, wie dä uff em Pflasterplatz die Wieber und Manne i ihrne Faltsessel mit dene Bierdose- Flasche- Chips- und Nissli- Mulde hucke sieh und d Zieht totschlah sieh. Konn Schritt is Städtli, kon Spaziergang as Römerbad, kon Bsuech im Caffe Süesse Winkel oder gar e Esse im Frank. Wenns hoch kunnt word de Smart usem Ahhänger- Trailer, die beide Harley vum Motorradhänger oder 2 Motorinis us de Unterflurgarage vum Wohnmobilbolle uussiglau. No gohts zum gscharrig poschte im Aldi, Lidl oder Netto. Nit emol des Honda – Aggregätli stellt mer ab, dass de Fernsehgrossbildschirm s oefältig Mittagsprogramm vu Pro7, RTL, Vox oder Servus TV uffnähme khaa. Me könnt jo ebbis verpasse.

Für den Hype, wie mer dere überzogene Modi sait, 500 000 Diesel- Wohnmobilkischte sind alloenig im Dietsche zueglau. Do schwätz konn vu Feinstaub, die fahret jo i de Natur ummenand. S Bescht isch aber; die stond fascht s ganz Johr leer. Wohnunge wered verkauft, Lebensversicherunge verdummbeiltlet. Dass en Kauf betriebswirstchaftlich grechnet wochenlang e Ferienwohnung, e Gasthuus oder e Hotel ermögliche dät, word de Grosse Freiheit gopferet. Die stond leer, s Aagebot schrumpft und Gastronomie verarmt.

Dem Hype will mer jetzt helfe. Wie de Hype mit Traumschiff und de Ferieflieger landet, dess woess mer zwischezeitlich. Uff em Schrott. Aber Borgemäeschter und Gmondrät kamer so Lokvogel- Aagebot immer guet verkaufe. Frog isch nuu, wer zahlt der Preis und wer hät ebbis devu.

De Preis zahlt die wietere Verrummelung am Windgfällweiher, d Natur, Flora , d Fauna, s Verkehrsuffkumme, D Lanschaftsvesrchandelung und Versiegelung. De Müll, de Abfall und au d `Kläralag wege dem bleede Chemoklo- Abwasser.

Es isch en Trugschluss zum glaube, dass de Skizirkus, d Gastronomie, d Caffee, die Freizeitaalage, die Höfkäserei, de Hof- Buurelade, oder de sanfte Tourismus vu dere Ü 70 Klientel ebbis hät.

Profitiere duet zerscht mol die FF- Forstverwaltung die jetzt de Wald zu Waldfriedhöf, Waldhundefriedhöf, Truppeübungsplätz jetzt au no Motorhome- Stellplätz umbaut.

Usserdem die exclusiv- hochpreisige Wohnmobilhersteller, d` KFZ Versicherungsgsellschafte und KFZ Steuerstelle, d` Zubehörlieferante und den Lieferante vu dene mitgschloepfte Poser Fahrzeug und die Discounter In Schwarzwald kunnt und bliebt so guet wie koe Geld. Wertschöpfung kehrt sich um i Wertvernichtung uff Koschte vu unsere Schwarzwaldhoemet. Portugiese honds des Johr klar gsait: „ Mir wend euch nit und scho gar nit euer Corona“. Und hond sie verjagt.

Vorschlag zur Güte: Die Discounter sollet doch ihre grosse, nachts sowieso leer stehende Parkplätz vermiete und au s Wasser, de Strom und d` Chemo- Entsorgung billig verramsche, denn des sind die Onzige, die vu dem noch anhaltende Hype, vu dere überzogene Tourismusmodi ebbis hond.

Altbuur s Troom, de Lebenslohn

Und Bierein sait:
„Mit Nepomok und Henne- Mobil,
no wärs für mich au weng e Fraid“

Waa ?? , e Wohnmobil, bisch noo ganz bache
Dennoo mit fufzg, sechzg, sibetzg Sache
Dorch Wälderwaald, Vogese, Schwobbe
Häsch nuu no Fürtz, im Hirni dobbe

Glaubscht du ich huck in sone Karre
Des sagt der glii, des isch en Schmarre
Und wer pass uf die Hiener uff
Dass Gickel kraijet, hucket druff

Des dät der baigott scho noo passe,
Des schee verspaaret Geld verprasse
Do muensch no warte bis i gang
Denno, vu mir uus, kaansch e zweitsmol ran

Eifältgi Wohnmobil- Gaisse gihts überall
Do bruucht Altbuur au kai Moral
Sobald die merke s`goht ans Pflege
Sind die schnell fort, no häsch de Sege

Mir ischs im Hintertal all no viel lieber
„Die grosse Freiheit“, des isch e Fieber
A jedem Ecke, Waldrand daigets rum
Vor Langwiel wered die ganz dumm

De Smart, de Quad und d`Rollerli
Im Trailer, wie bei uns halt s` Vieh
Im Motorhoem de Fernseh aa,
De ALDI Wii, bis mer nimmi kaa

Kumm blos no mit me Allrad Gschier,
Mit Wüeschtereife, Sandblech, Windegschnier
Die spinne doch, die bleede Lakel
Zu dene wit du ghöre, du alte Dackel ?

De alti Sauwage baut mer um
Zu me Mobil Henne – Unikum
So kenne mer dorch Gegend reise
Im Wirtshuus noo de Hof verscheisse

So bruucht mer d`Henne nit verstelle
Wie S` Waldvogels Fidel, des han ich scho all mol welle
S` eige Spiegelei und au en Bregel
Manchmol im verkarrete Huhn sin Schlegel

Altbuur Hienerwadel, des macht Freid
Mit Unimog , Hiener , nuu zu zweit
E langi Naase de Wohnmobiliste
Mit ihrne affige, bleede Kischte

Frei nach Droste Hülshoff:

Mundart

D` Mundart isch en traute Gascht
Wo mit mir fühlt, wo mit mir lacht Isch, wenn sie nett verzelle duet
Mir au e wohri Zauberfluet
Gschichtli us mim Kopf uffstieget
Wo lang a mir no hange bliibet
Vu Kind und Kegel, Ziig und Sach
Do bliebt d` Erinnerung halt wach
Gstaalte us mim Lebe gräsle
Me mont des sei scho alls verläese ?
Gschätzti Fründ und gueti Liit
Usre z`friedne, frohe , guete Ziit

Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl 2024

Antrag Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION vom 23.10.2020

Der Gemeinderat hat laut § 21 der baden-württembergischen Gemeindeordnung die Möglichkeit durch ein Ratsreferendum einen Bürgerentscheid anzusetzen. Der Beschluss des Gemeinderates vom 24. September 2020 gegen die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl zur Kommunalwahl 2024 und die zuvor von großen Teilen des Gemeinderates geführte einseitige Diskussion zeigt, dass zahlreiche Aspekte nicht berücksichtigt wurden.

Die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl ist eine stark umstrittene Entscheidung mit weitreichenden Folgen, daher ist ein Bürgerentscheid ein sinnvolles Instrument. Die Bürgerschaft hat das Recht sich selbst eine Meinung über die Vor- und Nachteile zu verschaffen und anschließend gehört zu werden. Ein Bürgerentscheid beendet den öffentlichen Diskurs durch einen demokratischen Abstimmungsakt und legt die tatsächlichen Präferenzen der Abstimmenden offen. In einem Bürgerentscheid könnte die Frage der Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl abschließend geklärt werden. Ein Bürgerentscheid entspricht dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürgern über wichtige Gemeindeangelegenheiten direkt mitentscheiden zu können. Mit Zustimmung des Antrags wird die Entscheidung basisdemokratisch dem Souverän, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hüfingen, übertragen.

Die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION stellt diesen Antrag, weil die derzeitige spürbare Anspannung und Unzufriedenheit wieder einem konstruktiven und verlässlichen Miteinander weichen muss.

Antrag der Fraktion:

Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen beschließt einen Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl zur Kommunalwahl 2024 anzusetzen.

BUND Stellungnahme zum geplanten Standortübungsplatz im Weißwald

14. Oktober 2020 von Katharina Baudis Geschäftsführerin

Stellungnahme vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

Die Einrichtung eines neuen Standortübungsplatzes können wir nicht nachvollziehen: In den vergangenen Jahren wurden Truppen- und Standortübungsplätze aufgegeben. So wurde lt. vorgelegter Beschreibung des Vorhabens 2014 der StOÜPl Immendingen aufgegeben, bereits 2015 wurde aber der Bedarf durch das Jägerbataillon angemeldet. Eine vorausschauende Bedarfsplanung sieht anders aus.

Wir sollen als Natur- und Umweltschutzverband nun Stellung nehmen zu einer Planung, deren Werdegang bisher völlig undurchsichtig war. Bisher kennen wir lediglich die Grundzüge der Planung. Es liegen uns weder eine umfassende Alternativenprüfung noch die erforderlichen Gutachten für anfallende Emissionen (Schall, Licht, Geruch), Eingriffe in den Naturhaushalt und den Artenschutz etc. vor. Und trotzdem soll bereits ein Landbeschaffungsverfahren eingeleitet werden. Es wird der Eindruck erweckt, dass der geplante Standort am nächsten und praktischsten und aufgrund der Besitzverhältnisse am einfachsten zu erschließen ist und dass diesem Umstand die Aspekte des Natur- und Umweltschutzes untergeordnet werden sollen. Dies halten wir für eine unzulässige Vorentscheidung und Festlegung auf den geplanten Standort, was wir ablehnen.

Bei der überplanten Fläche handelt es sich um ein in mehrfacher Weise geschütztes Gebiet:

  • EU-Vogelschutzgebiet: Das gesamte Planungsgebiet liegt im Vogelschutzgebiet „Baar“. Es gilt das Verschlechterungsverbot. Alle Veränderungen oder Störungen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gebietes in seinen für seine Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteilen führen können, sind unzulässig. Zweifellos ist die angestrebte Planung allein durch ihre Größe und die geplante Nutzung als eine solche unzulässige Veränderung und Störung anzusehen. Wir möchten in diesem Zusammenhang insbesondere auf die unregelmäßigen Störungen durch den Schießbetrieb und die Befahrung mit schweren Maschinen hinweisen, die einen Gewöhnungseffekt für die Tierwelt ausschließen. Hinzu kommen noch die geplanten nächtlichen Aktivitäten, die bei Tieren zu Panik und Flucht und letztlich zur Vergrämung führen können.

  • Das geplante Übungsgebiet liegt zu großen Teilen im Fördergebiet „Weißwald“ des Naturschutzgroßprojekts Baar. Die Ausweisung dieses Projektgebietes durch das Bundesamt für Naturschutz spiegelt die nationalstaatliche Bedeutung der Baar als Bindeglied zwischen dem Neckar- und der Donau wider. Mit erheblichen Mitteln sollen auch im Weißwald in den nächsten Jahren Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen zugunsten des Biotopverbundes und zur Stärkung der Resilienz der Arten gegen den Klimawandel getätigt werden. Diese Ziele sehen wir durch die Planung als massiv gefährdet an. Die gesteckten Entwicklungsziele für den Artenschutz und den Biotopverbund könnten so nicht erreicht werden.
  • Der Weißwald ist regional ein wichtiger Trittstein zwischen den südlichen Wäldern der Baar (bsp. NSG Deggenreuschen-Rauschachen) und den Wäldern um Villingen und in Richtung Schwarzwald. Die Waldränder sind z.T. Bestandteil des landesweiten Biotopverbundes und damit ebenfalls geschützt. Die extensiven Wegränder im Weißwald sind wichtige Verbundelemente für den lokalen Artenaustausch (unter anderem Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus) und Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla)) – sie würden unserer Einschätzung nach dem Ausbau des Wegenetzes zum Opfer fallen.

  • Von der Planung sind 3 Wasserschutzgebiete betroffen, wovon 2 zu Brigachtal gehören und eines zu Wolterdingen. Für diese gibt es geltende Rechtsverordnungen, die unter anderem die Errichtung baulicher Anlagen, den Wegebau und jegliche Handlungen, die das Eindringen von wassergefährdenden Stoffen in Grund- und Oberflächengewässer ermöglichen, untersagen. Die Planung verstößt gegen alle diese geltenden Rechtsverordnungen und gefährdet das Grundwasser. Angesichts der klimawandelbedingten zunehmenden Trockenheit in unserer Region mit sinkenden Grundwasserständen und zurückgehenden Quellschüttungen wird Brigachtal auf diese Quellen nicht verzichten können. Die wenigen Details, die uns aus der Planung bekannt sind, lassen aber auf eben solche untersagte Handlungen schließen.

  • Aufgrund seiner vielfältigen Strukturen ist der Weißwald/Ochsenberg Lebensraum einer Reihe seltener Arten. Exemplarisch sei hier der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (RL Baden-Württemberg: 2 stark gefährdet), Esparsetten-Widderchen (RL BaWü 3), Trauermantel (RL BaWü 3) und der Himmelblaue Bläuling (RL BaWü 3) aus der Gruppe der Schmetterlinge genannt. Wertgebende Arten sind außerdem bei den Fledermäusen, Ameisen, Reptilien, Amphibien, Kleinsäuger, aber auch der Flora gegeben. Den Fortbestand dieser Arten im Gebiet stellen wir unter den bekannten Voraussetzungen in Frage. Dies wäre ein Verstoß gegen geltendes Naturschutz- und Artenschutzrecht.
  • Laut der Planungen würden bisher wenig vorbelastete Waldböden plötzlich sehr häufig und mit schweren Fahrzeugen befahren, möglicherweise auch außerhalb der Wege. Dies wird zu Bodenverdichtungen und Erosionsprozessen führen. Hinzu kommen noch unabschätzbare Bodenbelastungen durch Schadstoffeinträge (z.B. ÖL- und Schmierstoffe, Treibstoffe, Schießpulver, Reinigungsmittel etc.) und Mülleinträge (z.B. durch Munitionsreste, Verpackungen etc.), die den Zustand der Böden unzulässig verschlechtern und auch die Grund- und Oberflächengewässer belasten können.

Die oben genannten Punkte unterstreichen die hohe Schutzwürdigkeit und verdeutlichen die Empfindlichkeit der geplanten StÜPl-Fläche gegenüber Störungen. Wir fordern daher eine transparente Alternativenprüfung, auch aller denkbaren Konversionsflächen.

Durch die geplante Nutzung wird es Lärm-, Abgas- und Lichtemissionen geben, die das Gebiet bisher nicht kannte. Es ist zu erwarten, dass Tier- und Pflanzenwelt unter dem Betrieb leiden werden. Negative Effekte auf die Schutzgüter Boden, Wasser und Luft sind zu erwarten. Flora und Fauna müssen durch die Beanspruchung der Natur mit großen Nachteilen bis hin zu Vertreibung und Ausrottung rechnen. Aus unserer Perspektive muss der zukünftige Standort derjenige mit den geringsten Auswirkungen auf Natur- und Umwelt sein.

Sollte der vorgelegte Standort weiterverfolgt werden, können wir eine fundierte Stellungnahme erst nach Vorlage aller erforderlichen Gutachten abgeben. Wir fordern die obengenannten Punkte bei der Erstellung der Gutachten umfassend zu prüfen.

Wir bitten um weitere Beteiligung am Verfahren.

Covittchens Reise Teil II

Hallo, ich bin es wieder! Na, habt ihr euch schon ein wenig an mich gewöhnt? So richtig klar kommt ihr mit mir ja nicht wirklich. Die einen von euch meinen ich wäre nicht schlimmer als ein üblicher Virus und außerdem sterben auf der Erde täglich Hunderttausende an den Folgen der Klimakatastrophe, Hunter und anderen Krankheiten. Die anderen sagen, ich bedrohe den gesamten Erdenball. Beides stimmt und alle diese furchtbaren Geschehnisse sind von euch selbst gemacht. Jeder dieser tödlichen Auswirkungen eures Handelns sollte euch die Schamesröte auf eure Wangen treiben! Aber was macht ihr? Ihr mault über Masken und die Tatsache, dass ein wenig Abstand allen gut tun würde.

Ich habe euch ja schon versucht zu sagen, dass der Lebensstil, den ihr an den Tag legt und die Art und Weise, wie ihr meine Wohnungen und im übrigen auch eure Wohnung die Erde umgeht nicht gerade förderlich ist, was eure Gesundheit betrifft. Mein Versuch euch einen Schuss vor den Bug zu geben hat wohl nicht funktioniert, denn ihr sucht eher danach mit aller Gewalt eure vermeintlichen Freiheiten zu retten, ohne dabei zu bedenken, dass ihr damit die Freiheit der anderen Erdenbewohner immer weiter einschränkt. Klar, was ist ein kleines Insekt im Verhältnis zu euch, der Krone der Schöpfung! Natürlich, ein Baum ist wesentlich unflexibler als ihr. Nur bedenkt, das Insekt dient einem anderen als Nahrung, der wiederum einem anderen als Nahrung dient, der euch erfreut oder eben auch als Nahrung dient. Wenn ihr also dem Insekt nicht den nötigen Respekt gebt, so werdet ihr irgendwann nichts mehr zu essen haben. Der Baum, den ihr so verachtet liefert euch Sauerstoff und dient anderen als Wohnung. Wenn ihr also meint, Beton würde auf Dauer ein besserer Ersatz sein, werdet ihr eines Tages nach Luft schnappen.

Ihr seid nur ein winziger Teil im Universum auch, wenn ihr meint, ihr seid die Größten und euch aufführt, als ob nach eurer Generation niemand mehr leben bräuchte. Macht nur so weiter, denn es gibt noch eine Menge von uns, die ihr nicht kennt und die darauf warten euch entsprechende Lehren zu erteilen. Es wäre daher schön, wenn ihr endlich lernen würdet.

Es grüßt euch Covittchen, das immer noch da ist.

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