Der Biber – Koexistenz oder abschießen?

Statt sinnloser Abschuss gemeinsames Verständnis entwickeln


Was können wir vom oberbergischen Kreis, der ebenfalls wie der Schwarzwald-Baar-Kreis einen wachsenden Biberzuwachs verzeichnet lernen?
Zunächst würde es Sinn machen einem Runden Tisch vorzuschlagen an dem alle betroffenen Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft, Forst- und Wasserwirtschaft sowie den Verwaltungsbehörden für eine Beratung zusammengebracht werden. „Ziel dieser Veranstaltung sollte es sein, ein gemeinsames Verständnis für den Umgang mit dem Biber zu entwickeln und tragfähige Grundlagen für die zukünftige Zusammenarbeit zu schaffen“. Welche Leitlinien sind bei diesem runden Tisch entstanden?


All das vermisse ich im Umgang mit den Bibern im Schwarzwald-Baar-Kreis. Wir täten gut daran zu erkennen wie wichtig Biber sind für die Artenvielfalt und die Natur. Natürlich sind abgenagte Bäume und unter Wasser stehende Wiesen nach unserem Verständnis nicht der Inbegriff von Ordnung. Wir lieben es eher, dass die Natur einem Park gleicht in dem alles seinen Platz hat und gefälligst auch dort bleibt.


Doch so funktioniert Natur nicht. Dort, wo der Biber gearbeitet hat entsteht neues vielfältiges Leben. Was ist uns dieses Leben wert? Was wollen wir als Bürger, Landwirte und anderer Betroffener dafür zahlen? Welches Verständnis von Natur haben wir? Diese Frage sollte sich jeder von uns stellen und nicht nur eilfertig dem Ruf nach Abschuss zu leicht zustimmen.

Fest steht, dass Abschüsse nicht helfen, denn wie auch das Lehrbeispiel bei Wildschweinen zeigt, es gibt Nachrücker. Wie viele Biber verträgt also unser Land ? Der falsche Weg ist es jedoch politisch Strecke machen zu wollen mit solchen plakativen Forderungen, ohne sich ernsthaft Gedanken zu machen, wie die Koexistenz des scheinbar Unvereinbartem doch möglich sein könnte, ohne dass man gleich zur Schrotwaffe greift. Seien wir froh, dass die Natur im Schwarzwald-Baar-Kreis so vielfältig ist, trotz der vielen Hindernisse für Vielfalt. In anderen Ländern versucht man krampfhaft Tiere wieder anzusiedeln, die durch unvernünftiges Handeln ausgerottet wurden. Nehmen wir uns diese Länder als Vorbild und nicht gerade ein Land wie Bayern das alles zum Problem macht, was nicht in den Kram passt.

Biber in der Breg

23.02.2020 von Heike Boeke

Es gibt bei uns wenig Tiere, die die Gemüter stärker „erregen“, als unsere heimischen Biber. Dabei sind sie Vegetarier und mir daher per se schon sympathisch. Häufig wird jedoch der Anschein erweckt, die Weichhölzer die er frisst unterliegen der forstwirtschaftlichen Nutzung und wären mindestens so wertvoll wie Eichen. Im Sommer ernährt er sich zudem von Gräsern, Stauden, Blättern, Kräutern, Feldfrüchten und Rhizomen von Wasserpflanzen. Rund 300 Arten stehen auf seinem Speiseplan. Hierzu gehören zum Beispiel Seerosen, Schilf, Brennnesseln, Klee, Äpfel, Rüben, Mais oder auch Getreide.

Wer sich gegen den Schutz und Erhalt der Biber stellt, stellt sich auch gegen den Schutz von Störchen, Laubfröschen, Eisvögeln, Libellen ,Molchen, Schmetterlingen und Fischen. Biber schaffen neue, sehr abwechslungsreiche Lebensräume, verändern Strömungsverhältnisse, schaffen Biberteiche, erhöhen den Grundwasserpegel, sorgen für tiefere und flachere Gewässerabschnitte, veränderte Temperaturprofile, sorgen für verbesserte Laich- und Fortpflanzungsbedingungen für Amphibien, Fische, Insekten, Vögel und Säugetiere. Jungfische finden verbesserte Möglichkeiten sich zu verstecken. Biber lichten wieder Uferbestände auf, sorgen für kräftigere Bäume und Gehölze, klären unsere verschmutzten Gewässer, schaffen neue fruchtbare Böden und betreiben auch noch Hochwasserschutz für uns. Und das alles völlig kostenlos!

Gerade in Zeiten unserer immer intensiver werdenden Landwirtschaft auch hier auf der Baar in der jede zweite Tier- und Pflanzenart auf der roten Liste steht und somit vom Aussterben bedroht ist, jeder Zentimeter genutzt wird, normale Graswiesen eiweißreichen Hochleistungsgräsern weichen müssen in denen keine einzige Blume mehr blüht, Wiesen und Gewässer überdüngt sind, nirgendwo in Europa das Grundwasser so belastet ist wie bei uns, Pestizide für Bienen- und Insektensterben sorgen, immer mehr Vogelarten verschwinden oder deren Populationen einbricht, ist Natur- und Artenschutz wichtiger denn je.

Das Internetportal unserer Stadt enthält folgenden Einführungssatz: „Hüfingen fühlt sich in besonderer Weise der Ökologie und dem Umweltschutz verpflichtet. Seit über 20 Jahren bemüht sich die Stadt auf allen Aktionsfeldern zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen beizutragen.

Wenn also dieser Satz nicht nur ein nutzloses Feigenblatt sein soll, sondern gelebte Anwendung, dann sollte über die Arbeit unseres Bibers am Kennerbach nicht so negativ geschrieben werden, sondern mit Stolz über ihn und seine Arbeit berichtet werden. Dass er sich in einem Feuchtgebiet und Vogelschutzgebiet niedergelassen hat sollte uns als Hüfinger Bürger freuen. Leider konnte er nicht ahnen, dass eine ökologisch ausgerichtete Stadt wie Hüfingen ausgerechnet dort ein riesiges Logistikzentrum hinstellen ließ und nun auch noch um 11.000qm erweitern möchte, zumal er zudem des Lesens unkundig ist.

Es wäre daher schön, wenn man seine Arbeit dort mehr schätzen würde und dafür sorgt, dass er noch lange dort seine kostenlose Arbeit für Natur- und Artenschutz fortführen kann.

Wer ist aggressiv? Der Gejagte oder der Jäger?

Die Nilgans – ein afrikanischer Zuwanderer oder auch Gefangenschaftsflüchtling macht sich wohl zunehmend unbeliebt. Die Ankunft von neuen Arten ist sicherlich nicht immer unproblematisch. Der Unmut den gerade mal wieder einen dieser Zuwanderer trifft, ist allerdings unbegründet. Natürlich verteidigt jede brütende Mutter ihr Nest. Das ist aber nicht aggressiv, sondern normal für jede Mutter. Daher ist dieser Grund sicherlich nur vorgeschoben, um die Liegewiesen in Schwimmbädern und Freibädern vom Kot der Tiere, die Grasfresser sind, zu befreien. Nur rechtfertigt dies einen Abschuss?  Ein solcher Abschuss wäre nur dann sinnvoll, wenn die Jagd nachhaltig ist und  die Tiere wie anderes geschossenes Federvieh anschließend zur Gewinnung von Fleisch als Nahrung genutzt würden. Dann jedoch wäre die Jägerschaft verpflichtet, wie auch bei anderen Wildtieren im Sinne der Hege sich um den Erhalt gesunder Bestände zu kümmern. Da dies bisher nicht der Fall ist scheidet die reguläre Jagd als Methode der Reduzierung dieses Bestandes aus.


Dass die Jungtiere teilweise ganzjährig geschossen dürfen führt dazu, dass bis zu 20.000 Tiere jedes Jahr ohne Sinn und Verstand geschossen werden. Dabei sterben wahrscheinlich auch geschützte Gansarten die auf dem Durchzug sind oder sich unter die Nilgänse mischen. Daher sollte, wenn überhaupt, eine Jagd nach Ende der Brutzeit und bevor andere Gänsearten ankommen oder durchziehen beendet werden.

Wer ist hier also aggressiv?

Probleme mit Nilgänsen in Parks, Schwimmbädern, Freibädern, landwirtschaftlichen Flächen rechtfertigen jedenfalls nicht  den Abschuss der Tiere. Es gibt wohl keine nachweisbare Gründe, die es verdienen gewürdigt zu werden. Dagegen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, deren Effektivität zunehmend nachgewiesen werden, um die Tiere zu verscheuchen. Jedenfalls die im Südkurier genannten dienen lediglich dazu  sinnloses und offensichtlich auch lustvolles Töten zu rechtfertigen.

Freuen wir uns lieber an Zuwanderern, denn die heimische Tierwelt ist ohnehin nur noch ein Hauch von dem, wie sie einmal war.

Am Donauzusammenfluss

Mit Halali auf die Scheiße

vom 17. November 2023

Es ist schon erstaunlich, dass ein vom Landratsamt Donaueschingen seit 1960 ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet nun zum Schutzgebiet für Badende umgewandelt wird. In der Regel sind bestimmte Maßnahmen und Handlungen im Landschaftsschutzgebiet verboten oder eingeschränkt. Dies kann beispielsweise das

  • Abholzen von Bäumen oder das
  • Betreten von sensiblen Bereichen betreffen.

In solchen Gebieten kann und soll man die Natur in ihrer Vielfalt genießen, einzigartige Tier- und Pflanzenwelten entdecken und die Vielfalt der Landschaft erleben. Sogar Jäger beobachten mit Besorgnis die anhaltende Beeinträchtigung, Gefährdung und die Inanspruchnahme von Lebensraum und den damit verbundenen Rückgang von Pflanzen- und Tierarten. In den vergangenen Jahren wurde der See immer mehr für Badende geöffnet, was zur Folge hatte, dass die Autos schon fast keine Platz mehr hatten und die Stadt sich dazu gezwungen sah, dies durch Parkgebühren und Zufahrtsregelungen zu steuern.  Diverse Maßnahmen führten dazu, dass der einstige schöne Rundweg begradigt wurde, Bäume verschwanden und Liegewiesen entstanden, von einem Landschaftsschutzgebiet also schon lange nichts mehr zu erahnen war. Was hartnäckig blieb und sich bisher nicht vertreiben ließ, egal was der Mensch mit seinen ständigen Eingriffen tat, waren die Gänse. Nun also die Gänse. 

Was ich durchaus nachvollziehen kann ist, dass der Landwirt, dem die Wiesen gehört, über die Masse an Gänsen nicht erfreut ist. Doch in manchen Fällen können Eigentümer auch Ansprüche auf Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen haben, wenn ihnen durch die Schutzmaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet wirtschaftliche Nachteile entstehen, und diese sind unzweifelhaft gegeben. Was ich aber nicht nachvollziehen kann ist, dass aufgrund von Grillfreunden und Partygängern nun ein Gemetzel stattfindet. Wie viel Schwimmbäder gibt es in der Region und wie viel Seen, an denen es nicht das Problem von Gänsekot gibt?  Im Übrigen, wenn wir von Kot sprechen – was ist mit den Hundehaufen und den Haufen im Wald? Die stören offensichtlich nicht.  Welche Scheiße ist erlaubt und welche nicht? 

Wenn wir uns in der Natur aufhalten gibt es nun mal Natur und dazu zählen auch Gänsekot und Insekten im Bierglas. Wenn wir das nicht wollen, sollten wir uns ein gekacheltes Schwimmbad aussuchen und den Eintrittspreis zahlen. Dass für Menschen die lieber bis auf die Parkgebühr, die ja der eine oder andere inzwischen auch weiß zu umgehen, umsonst in einem See baden, nun die Tierwelt dort dezimiert wird ist mehr als bedauerlich. Übrigens sollte dann auch das Schild entfernt werden, dass das Gebiet als Landschaftsschutzgebiet ausweist und sogar die Gans dort abbildet, denn mit etwas zu werben, was ja nicht gewünscht ist, ist Hohn.

Weidmannsheil

Vogelschutz am Kirnbergsee

Alle Vögel sind schon da!

Sind sie das? Haben Sie heute Morgen schon einen Vogel singen hören? Leider werden es immer weniger, an denen wir uns erfreuen können. Viele Vögel kommen bei ihren Routen aus den Winterquartieren um, weil sie über Ägypten, Malta und in vielen anderen Ländern abgeschossen werden. Viele verhungerten in ihren Winterquartieren, weil nicht genügend Bäume zum übernachten dort vorhanden waren und die Tiere wenig Nahrung fanden. Und hier?

Hier kämpfen sie mit Pestiziden und Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft und damit einhergehend ebenfalls mit immer weniger Nahrungsangebot an Insekten. Auch hierzulande gibt es kaum noch alte Baumbestände für Bruthöhlen oder an Häusern passende Möglichkeit ein Nest zu bauen. Immer mehr Gärten gleichen Steinwüsten in denen weder ein Vogel Nahrung findet, geschweige denn brüten kann. 


Schätzen wir den Gesang der Vögel im Frühling? Bewundern wir ihre kunstvollen Nester und ihre wunderschönen Gefieder? Oder wissen wir nichts über die Vogelwelt auf der Baar?  

Haben Sie schon einmal einen Zaunkönig singen hören? Sein Gesang gehört mit zu den lautesten in der Vogelwelt. Oder erfreuten Sie sich an dem frühmorgentlichen Gesang der Amsel auf den Dächern? Haben Sie die Storchennester auf den Strommasten an der B27 entdeckt oder unser Nest auf dem Kirchendach? Haben Sie das Klappern bei der Begrüßung des Paares gehört und wissen sie, dass die beiden ein Leben lang zusammenbleiben? Haben Sie den Gesang der Goldammer gehört der sich anhört wie der Vers: „Wie, wie hab ich dich so lieb“? Oder sahen Sie schon einmal einen Spatz genüsslich ein Sandbad nehmen?  Leider sind diese Anblicke immer seltener geworden. Wie sehr schätzen Sie unsere Biodiversität? Wir können alle etwas dafür tun, dass die bunten gefiederten Freunde noch weiter singen. 

Über die App Forest könnten Sie zum Beispiel für wenig Geld helfen Bäume in Afrika zu pflanzen.
Sie können Ihre Fenster gegen Vogelschlag sichern.
Sie könnten ihren Garten naturnah gestalten und in ihm Bäume pflanzen.
Sie könnten sich für den Schutz von alten Streuobstwiesen stark machen.
Sie könnten Nisthilfen aufstellen.
Sie könnten ihre Freigänger-Katze während der Ausflüge von Jungvögeln zu Hause lassen.
u.v.m.

In früheren Zeiten nahmen Bergleute einen Kanarienvogel mit in die Bergstollen. Wenn er nicht mehr sang, wussten die Bergleute, dass der Tod nahte. Wenn die Vögel nicht mehr singen, geht uns nicht nur viel verloren. Wir, die wir maßgebend am Klimawandel und an der Vernichtung von Biodiversität unseres Planeten teilhaben, sind ein Teil dieser Erde. Wenn die Vögel sterben, sterben auch wir.

Sorgen wir deshalb dafür, dass unsere Vögel noch lange singen!

Stunde der Gartenvögel 2025
Die 21. Stunde der Gartenvögel findet vom 9. bis 11. Mai 2025 statt.

Hofnarren im Mittelalter

In der aktuellen 5. Jahreszeit der Narretei ist es bestimmt interessant zu erfahren, was Hofnarren im Mittelalter für eine Funktion hatten. Sie sollten das Verhalten des Adels spiegeln und auf diplomatische Weise die Stimmung unter dem Volke vermitteln und durch kritische Fragen die Meinungsbildung erleichtern. Man kann Hofnarren also als eine Institution zulässiger Kritik bezeichnen.

George Bernard Shaw sagte einmal:

„Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.“

Deshalb möchte ich heute in diesem Kommentar mal einen Hofnarren machen.

In dem Fall jedoch lade ich Sie zum Nachdenken, Umdenken und Andersdenken ein.

Es begab sich vor langer Zeit, da herrschte, wie es regelmäßig üblich war, zwischen verschiedenen Adelsgeschlechtern wieder mal Krieg. Und es  ging dabei wie immer um Land, Macht und Geld und weniger um das Volk und seine aktuellen Probleme.  Fürst eins war der Meinung das die Gegenseite zu viel Land besaß . Fürst zwei brauchte aufgrund seiner kostspieligen Hobbys mehr Geld. Fürst drei störte sich an dem Zustrom von Armen aus dem Nachbarland von denen er zudem auch noch zu wenig Steuern einnehmen konnte. Fürst vier wollte einfach nur mehr Macht, weil ihn alles andere langweilte. Jeder der Fürsten versammelte hinter sich also alle wehrfähigen Männer, um in den Krieg zu ziehen mit dem Ziel genau das für sich zu erreichen. Den Männern, die da für den Adel in den Krieg ziehen sollten wurden diverse Märchen erzählt, damit sie auch mit der „richtigen Einstellung“ gegen Ihresgleichen zu Felde ziehen würden. Das waren so Dinge wie: 

  • Eure Häuser werden Euch von der Bevölkerung des anderen Adelsgeschlechtes weggenommen
  • Ihr werdet von Denen als minderwertig zu Frondiensten geknechtet werden
  • Die Zuwanderer fressen Euch die Haare vom Kopf
  • Die Steuern, die das andere Adelsgeschlecht erheben wird, werden Euch ärmer machen
  • Eure Felder werden andere bestellen und die Ernte teuer an Euch verkaufen
  • Es wird im Lande Anarchie herrschen
  • Ihr werdet nicht mehr frei Eure Meinung vertreten können und in den Karzer geworfen, wenn ihr es dennoch tut
  • ….

Blinden Glaubens stürzten sich die Völker in die Schlacht und sahen nicht, dass sie lediglich dafür sorgten, dass ihre Herren reicher und reicher wurden, für sie jedoch sich wenig ändern würde. Entweder würde Fürst eins ihnen ihr Land wegnehmen, Fürst zwei ordentlich Steuern erheben um seinen Lebenswandel finanzieren zu können und Fürst drei würde sie verjagen, Fürst vier würde sie in ihren Rechten einschränken. Was bewog vernünftig denkende Menschen dazu die Schwerter, Mistgabeln und Stöcke zu nehmen, um gegen ihre Mitmenschen in den Krieg zu ziehen?

Angst!

Angst um Verlust an Gütern, Wohlstand und Selbständigkeit.

Ein Märchen? Nein, die Aufforderung zum Nachdenken, Umdenken und Andersdenken wenn es darum geht sich die Frage zu stellen von wem wir regiert werden möchten. Von Rattenfängern oder von Fürsten die nicht nur an sich denken. Von Fürst 1, 2, 3, 4 oder …..? 

Symbiosen

Im Januar habe ich darüber geschrieben, dass zahllose Konflikte und Kriege auf unserer Erde toben.
Um welchen Preis?
Eine unbewohnbare zerstörte Heimat, viel Leid auf allen Seiten. Wozu führt Hass und Unverständnis füreinander? Die vielen Kriege auf unserer Erde sind ein Musterbeispiel für das Beharren auf Standpunkten und letztendlich für den Verlust von Leben. Die Natur gibt uns dagegen viele Lehrbeispiele darüber, wie trotz unterschiedlicher Lebensformen  Zusammenarbeit gelingt. Bodenbakterien z.Bsp. nehmen Stickstoff aus der Luft auf und machen diese pflanzenverfügbar für die Bohne. Im Gegenzug liefert die Bohnenpflanze den Bakterien Zucker als Nahrung. Besonders in Regenwäldern in denen Nährstoffe knapp sind, weil sich durch den ständigen Regen kein Humus bilden kann gibt es viele solcher Symbiosen.  Daher tun sich dort viele Tiere und Pflanzen mit einem Partner zusammen, statt in Konkurrenz zu leben, denn davon profitieren am Ende Beide. Manchmal ist die Symbiose so wichtig, dass der eine Partner ohne den anderen nicht mehr überleben kann. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensweise haben diese Tiere und Pflanzen verstanden, dass sie einander brauchen, und das ohne viel Tamtam. Sie teilen und sind auf diese Weise füreinander da.

Als Menschen, die wir über weit mehr Hirn – so glaubt man – verfügen, als Tiere und Pflanzen sind wir dennoch nicht in der Lage zusammen zu leben. Warum ist das so?

Weil wir im Gegensatz zur Symbiose bei Pflanzen und Tieren den Gegenüber als Feind wahrnehmen, als jemand der etwas wegnimmt, mir schadet oder für mich fremde Lebensmodelle lebt. Doch sollten wir von den Pflanzen und Tieren lernen, denn am Ende können beide, das Fremde und das Gewohnte, voneinander profitieren. Dazu bedarf es jedoch ein aufeinander Zugehen, ein Kennenlernen und nicht ein Säen von Hass und Zwiespalt. Lernen wir daher von der Natur und nicht von denen, die jegliches Miteinander durch Sprache und Intoleranz vergiften. Letztendlich teilen wir uns nur diese eine Erde. Nutzen wir die Vielfalt des menschlichen Lebens für Symbiosen und nicht in dem Betonen von Unterschieden. In vielen Bereichen des Zusammenlebens klappt das sogar. Im Sportverein, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde. Auch im Urlaub suchen wir das Fremde und Erleben, dass Vielfalt etwas Schönes sein kann. 

Und wenn jetzt jemand äußert das in der Natur invasive Arten heimisches Leben ja auch zerstören, so gibt es inzwischen viele Wissenschaftler die Neuankömmlinge im Pflanzen- und Tierreich als etwas Positives sehen, da sie entweder keinen oder sogar einen positiven Einfluss auf die heimische Natur haben.  Die Stärkung des gesamten Lebensraumes und seine Entwicklungsdynamik ist wichtiger als die Wiederherstellung eines früheren „Urzustandes„. Ökosysteme sind nicht statisch. Sie haben sich immer verändert und werden es auch in Zukunft tun. Und zwar immer schneller, als Reaktion auf die galoppierende Erderhitzung und wegen des ebenfalls vom Menschen verursachten weltweiten Artensterbens. Daher suggeriert das Gerede von gefährlichen Einwanderern, das es einen optimalen, idealen oder irgendwie ursprünglichen Zustand von Ökosystemen gebe, der gegen Veränderung von außen geschützt werden muss. Diese konservative Sicht hat ihre Vorläufer in der Blut- und Boden- Ideologie des Nationalsozialismus. 

Fassen wir also zusammen. Die Natur sucht die Symbiose und nicht die gegenseitige Zerstörung. Die Ökosysteme verändern sich durch Zuwanderung auch positiv. Der Mensch sollte sich mehr mit dem Gegenüber beschäftigen und die positiven Aspekte von Vielfalt erkennen. Der Mensch ist in erster Linie Schuld an Wanderbewegungen von Tier und Menschen die Lebensräume suchen, in denen ein Überleben noch möglich ist. Und das wird sich solange nicht ändern, bis wir erkennen, das wir selbst durch unser Streben nach immer höheren Wohlstand genau dazu beitragen.

Mit viel Kawumm und Trallala nun ist es da, das neue Jahr

Wie wird es werden dieses Jahr beginnt es nun mit Januar?

Blick ich zurück aufs Jahr 2024 seh ich wenig Positives. Jetzt, in der Zeit der guten Vorsätze, die bekanntermaßen ja nur sehr kurz ist, wäre es Zeit für einen kurzen Rückblick.

Kriege, Flüchtlinge und Hungersnot in der Welt

Wie viel Kriege toben derzeit auf unserer Erde?
6 Kriege mit mindestens 10.000 Toten im Jahr
19 Konflikte mit mehr als 1000 Toten pro Kriegsjahr
Die Zahl der Vertriebenen steigt im Jahr 2024 auf 122 Millionen Menschen und damit 5% mehr als im Jahr davor. Diese Zahl entsprich der Bevölkerung von Deutschland ,Österreich, Schweiz und den Niederlanden zusammen.
733 Millionen Menschen hungern aktuell weltweit. Das ist jeder 11. Mensch.

Naturkatastrophen

Wie viel Umweltkatastrophen gab es im Jahr 2024?
28 Umweltkatastrophen, die insgesamt einen volkswirtschaftlichen Schaden von 120 Milliarden verursacht haben. Im langjährigen Mittel steigen die Naturkatastrophenschäden weiter.

Tierwelt

Um wie viel Tier- und Pflanzenarten wird unser Planet ärmer werden, wenn wir so weiter machen?
Im Jahr 2024 befanden sich 17.800 gefährdete Tierarten auf der Roten Liste. 11.400 fallen in die Gruppe der Wirbeltiere.
Der ökologische Fußabdruck Deutschlands ist so hoch, dass bereits nach einem Drittel des Jahres die Ressourcen verbraucht sind. Wenn jeder so lebt, wie bisher, würden wir also drei Erden benötigen. Nur Amerika benötigt mehr (5 Erden) Was das auf Dauer für unseren Planeten bedeutet, ist glaube ich jedem klar.

Gesundheit

Im Jahr 2024 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweine-Fleisch allein in Deutschland 27,5 Kilogramm von anderen Fleischsorten mal abgesehen.
10,6 Liter reiner Alkohol wurde in Deutschland pro Kopf im letzten Jahr konsumiert. Die durch Alkoholkonsum entstandenen volkswirtschaftlichen Kosten betrugen 57 Milliarden.
64 Milliarden Glimmstängel wurden im Jahr 2024 konsumiert, Tabakersatzprodukte außen vor gelassen.

Warum diese Zahlen? Vielleicht reicht es nicht alleine mit Kawumm und Trallala das neue Jahr zu begrüßen. Es ist mehr erforderlich.

Ein Beleuchten der eigenen Lebens- und Denkweise. Der Umgang mit der Natur. Wie sieht mein Garten aus – können dort Tiere überhaupt leben? Was kann ich dazu beitragen die Artenvielfalt zu erhalten? Was trage ich durch meine Lebensweise zur Erderwärmung bei? Was tue ich für meine Gesundheit?

Sicherlich kann ich persönlich an den Kriegen auf der Erde nichts ändern. Doch wie gehe ich mit meinem Nächsten um? Lege ich alles auf die Goldwaage oder erkenne ich, dass auch ich Fehler mache und froh bin, wenn mein Nächster gütig darüber hinweg schaut? Bewerte ich Menschen nach ihrer Herkunft und Rasse, Religion oder ihrem Geschlecht?
Glaube ich jedem Rattenfänger, der einfach Lösungen für schwerwiegende Probleme in der Welt bietet? Glaube ich an ein „Weiter so“ selbst wenn ich Kinder habe?

Der Januar ist kein einfacher Monat. Nach Lichterglanz des Dezembers schleicht sich das Gefühl von Leere ein. Aber wir sind im Januar auch häufiger voller Motivation und Tatgendrang. Ein Ziel im Auge zu behalten, das das Leben ein Stückchen besser macht bietet für jeden Vorteile.
Nehmen wir uns daher in diesem Jahr vor, die Welt ein bisschen besser zu machen durch unser Handeln und unsere Denkweise und der Erkenntnis , dass es viel zu verbessern gibt hier und jetzt.
Und das kann sogar Spass machen!

Es war einmal…. die Hoffnung

Hoffnung aus dem mittelniederdeutschen bedeutet hüpfen oder zappeln vor Erwartung. Sie bedeutet eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes eintrifft. So ging es denke ich jedem, der auf die Wahlergebnisse gewartet hat.

Vaclac Havel sagte einmal zur Hoffnung: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Bei diesem Wahlergebnis habe ich versucht den Sinn zu finden. Zu wählen macht Sinn ohne Zweifel und ist das große Vorrecht einer Demokratie, ob das Ergebnis Sinn macht muss jeder für sich entscheiden, der sein Kreuzchen gesetzt hat. Was war der Antrieb? War es Wut, Verzweiflung, Frust, Furcht, Überzeugung? Das alles könnte es gewesen sein. Wenn der Sinn darin liegt durch das Kreuzchen Parteien dazu zu bringen sich nicht gegenseitig zu zerfetzen, sondern konstruktiv zum Wohle der Gemeinschaft zusammenzuarbeiten ohne parteipolitische Dogmen mit Gewalt am Leben zu erhalten,  wäre der Sinn erkennbar. Ich bezweifle allerdings anhand der jetzt schon lauthals verkündeten Drohungen und Forderungen, das dieses Ziel erreicht worden ist. 

Solange das Gegeneinander lukrativer ist als das Miteinander werden wir als Bürger, egal warum wir wo in welcher Wahl ein Kreuz gemacht haben zum Spielball der Parteienlandschaft werden und auch bleiben. 

Und so werden wir sicherlich bald erkennen, wer nur wie man hier so sagt geschwätzt hat und wer tatsächlich umsetzbare Lösungen bietet, die Frieden, Klima, Wohlstand und Zusammenhalt fördern. Denn das ist das, worauf alle hoffen.

Friedrich Nietzsche schreibt zur Hoffnung. „Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die andren Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er den Menschen die Hoffnung; sie ist in Wahrheit das übelste Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.“

Doch andererseits ist sie neben Liebe und Glaube einer der drei christlichen Tugenden. Was bleibt ist daher die Hoffnung, dass sowohl die Erde als auch unsere Mitmenschen auf diesem Planeten nicht am Ende die Verlierer sind. Und da wir nur diese Erde haben und als Christen wissen müssten, dass alle vom gleichen Menschenpaar abstammen, sollten wir überlegen, wem wir unsere Stimme geben.

Mögen wir also selbst entscheiden, ob dieses Ergebnis die Qual nur verlängert oder ein Sinn darin bestand. 

Ausflugtipp für Mai: Die Papageien vom Kaiserstuhl

Beitrag vom 4. Juni 2021

Bienenfresser (Merops apiaster)


Smaragdeidechsen und Orchideen aus dem Lilienthal

Man braucht nicht in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah. Schon einmal den Kaiserstuhl besucht und nicht nur eine Besenwirtschaft aufgesucht? Wenn nein, dann machen sie sich auf Schusters Rappen und besuchen sie die Papageien vom Kaiserstuhl (Bienenfresser) und evtl. sehen sie auch eine der wunderschönen Smaragdeidechsen oder auch die vielen Arten von Orchideen, die es dort gibt. Vielleicht geben ihnen meine Bilder einen Grund dazu eine der so nah liegenden Urlaubsgebiete zu besuchen und auch in Coronazeiten die Schönheiten vor der Haustür kennenzulernen.

Fliegende Juwelen

Jetzt fliegen sie wieder!. Einst waren es viel doch, wenn man Geduld hat, findet man das eine oder andere Juwel der Wiese. Die Schmetterlinge. Ich möchte den Leserinnen und Lesern einige Schönheiten zeigen die ich in den letzten Tagen fotografieren konnte. Es liegt an uns allen, ob sie weiter unsere Wiesen bevölkern können, wenn wir ihnen ihren Lebensraum nicht wegnehmen. Vielleicht kennt jemand auch die anderen Schmetterlinge mit Namen.

Mein Freund der Baum ist tot – zumindest bald!

Ein Abgesang auf die Natur auf Hohen II

In der Gemeinderatssitzung vom 28.10.21 wurde mir mitgeteilt, dass es wünschenswert ist, wenn Hausbesitzer Stellplätze auf ihren Grundstücken anlegen, egal ob notwendig oder nicht. Das jedoch Stellplätze angelegt werden, ohne zuvor eine Baugenehmigung einzuholen ist dann doch etwas dreist. Und dass dafür öffentliche Flächen die teuer erstellt wurden wieder überbaut und damit unser Geld vergraben wird ist ja in Hüfingen eh egal bei den Millionen die da in den Sand gesetzt wurden. Wenn die offensichtlich von unserem Bürgermeister persönlich gezählten Bäume an der Max-Gilly-Strasse  weiter erhalten werden sollen, sollte man sich überlegen wie viele Stellplätze und  Betonflächen noch erforderlich sind  und der Lebensraum diese für unseren Planeten so wichtigen Pflanzen weiter eingeschränkt wird. Schön dass unser aller Baum noch stehen bleiben darf! Die Frage stellt sich mir nur wie lange? Denn er hat schon viel erlebt, dieser Baum.

Als kleines Stämmchen gepflanzt in einer damals noch offenen Landschaft. Dann kam der erste Schock. Der Hausbesitzer grub seine Leitungen  so oft ein und aus, dass die Wurzeln des kleinen, unermüdlichen Gesellen in der Luft hingen. Doch er widerstand, denn er wollte weiter leben und wachsen, den Vögeln Heimat bieten und uns mit frischer Luft versorgen. Stille zog ein, bis die Stadt Hüfingen entschied einen Bürgersteig samt Grünstreifen in Abgrenzung zur „Sammelstraße Max-Gilly“ zu gestalten. Wieder wurde gegraben. Das Bäumchen, das inzwischen zu einem doch recht stattlichen Baum herangewachsen war krallte sich mühsam in den Untergrund dessen er beraubt wurde. Die Wurzeln hingen wieder in ungewohnter Umgebung in der Luft. Doch auch das überlebte er, denn der Grünstreifen, der ihm zur Verfügung gestellt wurde gab Nahrung und war Heimat vieler Millionen Mikroorganismen, die mit ihm in Einklang lebten, auch wenn mancher Hund die Erde mit seinem Urin tränkte.

Dennoch war er glücklich. Das sah man an seinem wunderschönen  runden Laubdach, das sich in diesem Jahr besonders schön färbte. Nun jedoch wird ihm dieser Grünstreifen entzogen werden, weil Stellplätze nun mal wichtiger sind als er, der uns seit Jahren erfreut und Heimat für so viele ist. Ob er diesen erneuten Eingriff überleben wird? Ich jedenfalls würde es mir wünschen, denn er hat schon vieles erlebt, dieser Baum. Und auch, wenn niemand ihn wahrgenommen hat, so wird er mir fehlen, wenn er diesen erneuten Eingriff auf Dauer nicht überlebt. Die Stadt Hüfingen wird sicherlich noch ein paar Ausgleichflächen haben auf denen „Blumenwiesen“ gesät werden, doch dieser Baum ist definitiv mehr wert. Ich werde also weiter beobachten, ob die Zusagen der Stadt Hüfingen wirklich eingehalten werden.