Stellungnahme Fraktionssprecher Bürgerforum/DIE GRÜNEN FRAKTION

6. Januar 2024 Peter Albert

Zum bevorstehenden Fraktionswechsel von Michael Steinemann möchte ich mich folgendermaßen äußern:

In der Tagespresse wurde ausführlich darüber berichtet. Bedauerlicherweise wurde ich als Fraktionssprecher von der Zeitung um keine Stellungnahme gebeten, obwohl unsere Gruppierung dadurch den Fraktionsstatus verliert.

Hannah Miriam Jaag und ich wurden am Nachmittag des 2. Januar, kurz vor der Veröffentlichung
im Südkurier, von Michael Steinemann über sein Vorhaben, unsere Fraktion vorzeitig verlassen zu wollen, per Zoom informiert.

Die Fraktionsarbeit von uns Dreien war im Hüfinger Gemeinderat die ganzen Jahre über vertrauensvoll, sachorientiert und daher auch erfolgreich.
Unsere kleine Fraktion hat in 4 ½ Jahren einiges erreicht, was viele Außenstehende anfangs nicht für möglich gehalten hatten. Auch persönlich sind wir uns in der Fraktion dabei näher gekommen. Noch Ende Dezember hatten wir uns zu einer kleinen Weihnachtsfeier mit Partner*innen getroffen.

Leider wurden Hannah Miriam Jaag und ich zu keinem Zeitpunkt in diesen Entscheidungsprozess miteinbezogen. Wir wurden von einem Tag auf den anderen vor vollendete Tatsachen gestellt und hatten keine Chance, mit Michael Steinemann über seinen Fraktionswechsel zu sprechen.

Wir sind menschlich sehr enttäuscht.

Abschlussrede von Gemeinderätin Hannah M Jaag 2024

Die Rede wurde vor der Sitzung aufgenommen, da es während der Sitzung verboten ist.

Eigentlich wollte ich ja nichts mehr sagen, aber da Sie sonst meinen, Sie hätten mich mit ihren Unverschämtheiten zum Schweigen gebracht, möchte ich zumindest die letzte Haushaltsrede halten, bei der ich eigentlich als Fraktionssprecherin hätte reden sollen.

Als ich 2019 zum ersten Mal in diesem Gemeinderat saß, war ich zu allererst schockiert über das großkotzige, arrogante Verhalten vieler Männer.
Lange habe ich darüber nachgedacht, ob dies eine Eigenheit nur von Hüfingen oder vielleicht in ganz Deutschland ein Problem ist.
Ich bin promovierte Naturwissenschaftlerin und auch Ingenieurin und von daher gewohnt mit vielen Männern zu arbeiten. Nach vielen Jahren in den USA und auch der Schweiz war ich allerdings an eine kollegiale Zusammenarbeit und ein vollkommen anderes Demokratieverständnis gewohnt. 

Es ist so, dass sich Frauen heute zwar wählen lassen dürfen, aber wenn sie gewählt sind, keinerlei Schutz ausserhalb einer Partei bekommen. Es kommt weder die Kommunalaufsicht, noch das Regierungspräsidium zur Hilfe. Ohne starken Mann in einer der Parteien im Hintergrund, ist eine Frau zum Abschuss frei gegeben. Genau dies wird vom Bm und seinem Fraktionssprecher hemmungslos ausgenutzt und genüsslich betrieben. Frei nach dem Motto: “Politische Teilhabe könnt ihr haben, aber dann werdet ihr eben fertig gemacht.” Qualifikation oder demokratische Grundprinzipien sind vollkommen egal.

Der Rechtsstaat wird für eine bestimmte Gesellschaftsschicht ausgesetzt und dies kann öffentlich betrieben werden, da es keine Presse mehr, sondern nur noch unreflektierte Hofberichterstattung gibt. 
Die ständigen kompetenzfreien Machtdemonstrationen, das zusammenhangslose, dümmliche Sinnieren und auch das sinnlose, zerstörerische Verschwenden von Steuergeldern nervt mich einfach nur noch. 

Ich wurde gewählt, damit auch die Natur und der Artenschutz in Hüfingen wieder eine Rolle spielen. Dies ist nicht möglich und wird verwehrt. Kompromisse gibt es keine. Bei der CDU sind Kompromisse: Ich mach was ich will und Du hältst den Mund. Wenn man diesen nicht hält, ist man halt nicht kompromissfähig.

Zum Haushalt

Dieser gesamte Haushalt ist ein Schlag ins Gesicht vom Naturschutz, von jungen Familien, die ihre Kinder nicht katholisch erziehen möchten, von Jugendlichen und auch aller Menschen, die irgendwie im 21. Jahrhundert angekommen sind, oder dies vielleicht möchten.

Was haben wir in Hüfingen:
5 katholische und 1 evangelischer Kindergarten. Ausser einer zuerst stark bekämpften Elterninitiative keine laizistische oder sonstige Einrichtung. Kein pädagogisches Personal das nicht den Wertvorstellungen des hiesigen Klerus entspricht.
Aber gut, es wurde mir bereits öfters gesagt, dass ich über keinerlei Kompetenzen verfüge über Kindergärten zu sprechen. Leider ist die hierfür ausgebildete Stadträtin komplett verstummt und überlässt es brav alten Männern.

Kommen wir zu meiner Expertise, dem Naturschutz.
Baugebiete Fläche Behla 0,85 ha (Nettobaufläche 6.924 m2), Fürstenberg 3 ha (Nettobaufläche 16.520 m2), Ziegeleschle 4,3 ha (Nettobaufläche 13.700 m2), Loretto 6,9 ha, Hausen vor Wald 2,17 ha (Nettobaufläche 11.303 m2), Mundelfingen 2,06 ha, Sumpfohren 0,9 ha (Nettobaufläche 4.329 m2).
Das sind mindestens 20 ha Neuversiegelung – ohne die 16 ha vom Lidl. Diese Neuversiegelung wird die Stadt die nächsten Jahre mindestens 10 Mio Euro kosten. Alleine 2024 stehen im Haushalt “immense Investitionen von 8.8 Mio Euro”. Es ist fraglich, ob sich diese Investitionen in den nächsten 20-30 Jahren amortisieren; insbesondere vor dem Hintergrund stark rückläufiger Bauanträge und steigender Zinsen.

Stellen wir uns den Aufschrei einiger Landwirte vor, wenn der Naturschutz 20 ha aus der intensiven Nutzung nehmen wollte. Aber gut, deshalb investiert die Stadt Hüfingen gleich besser rein gar nichts in den Naturschutz. Ganz im Gegenteil:

  • Für das illegale 13b Baugebiet Hondinger Straße wurde ebenfalls illegal (nachträglich durch das LRA genehmigt) eine Streuobstwiese vernichtet.
  • In das Biotop Behlaer Weiher wurde über Jahre hinweg Mischwasser eingeleitet. Um nichts wiederherstellen zu müssen, wird gelogen, betrogen und es werden alle verfügbaren Beziehungen ausgespielt.
  • Auf Wunsch eines bestimmten Landwirtes seine Neupachtung ohne Hecke zu bekommen, wird auf der Längewiese illegal ein geschütztes Heckenbiotop gerodet.
  • Für das Gewerbegebiet Ziegeleschle und einen CDU Wahlkampfhelfer wird ebenso vorsorglich wieder illegal eine Streuobswiese ausgerissen. Auch hier werden wieder alle verfügbaren Kontakte und Beziehungen ausgespielt.

Naturschutz ist in Hüfingen, wenn Ökopunkte generiert werden, um den gesetzlichen Vorgaben zu genügen.

Neben dem Naturschutz spielen auch die Jugendlichen in Hüfingen keine Rolle mehr. So wird gerade mal getan, was vom Staat gegenfinanziert wird. Der Stadtjugendpfleger wurde in die Nachbarstadt weggemobbt. Offene Jugendarbeit und seine Beliebtheit war den herrschenden Männern ein Dorn im Auge. Gerade nach der schlimmen “Coronazeit” wird diese fehlende Sozialisation vieler Jugendlichen der gesamten Stadt noch ordentlich auf die Füsse fallen.
Wie kann eine Stadt von der Größe Hüfingens auf ein funktionierendes Jugendhaus verzichten? Und nein, Vereine und Ehrenamtliche können und werden dieses Defizit nicht auffangen können.

Wofür aber Geld da ist, neben der Versiegelung und Zerstörung unserer Natur, ist ein sogenannter Bürgerdialog, Consulter, Anwälte, Berater, Architekten und natürlich Dienstwägen. Zum Ausverkauf des Hüfinger Stromnetzes sage ich gar nichts.
Aber zum vermeintlichen Luxusgut Sauna: Die einzigen Luxusgüter die Hüfingen sich leistet, sind Consulter, Anwälte und Architekten, deren Kosten und Beauftragungen sich dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit entziehen. Hierzu wurden nie Zahlen genannt.

Dies war vermutlich das Letzte, was ich als Stadträtin sagen werde und ich hoffe, die Hüfinger Bürgerinnen und Bürger nutzen das Wahljahr 2024, um der unguten Entwicklung nachhaltig entgegen zu wirken.

Vielen Dank an meine Fraktionskollegen für die spannenden Diskussionen und die Unterstützung der letzten Jahre!

Wohngebiet Loretto – Städtebaulicher Entwurf

Rede von Peter Albert, Fraktionssprecher Bürgerforum/DIE GRÜNEN-FRAKTION zu TOP 5 der Gemeinderatssitzung am 28. September 2023

Es ist gekommen wie befürchtet! Ein viel zu großer Flächenfraß.
Viel zu viele kleine Wohneinheiten. Hüfingen macht nach wie vor weiter wie bisher.

Der Volksantrag zum Flächenschutz – Ländle leben lassen scheint hier auf wenig Resonanz zu stoßen. Es wird weiterhin mehr in die Breite, als in die Höhe gebaut!

Die wenigen höheren Gebäude gehören übrigens an den Rand des Wohngebietes zum Beispiel in den östlichen Bereich und nicht auf den Scheitelpunkt. Dort sind immer die höchsten Lärmwerte, siehe auch Hohen. Übrigens, auf Hohen haben wir unter Linden vier Vollgeschosse.

Die fußläufige Erschließung, gerade in Richtung Schulzentrum auf Hohen ist völlig absurd. Nur weil ein einziger Unternehmer völlig eigennützig den Mund aufgemacht hat, ist die Stadtverwaltung sofort eingeknickt. Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass Schüler*innen zuerst einmal eine andere Himmelsrichtung einschlagen, um an das angepeilte Ziel zu kommen. Diese mangelhafte und gefährliche Lösung können wir auch den Steuerzahler*innen nicht zumuten!

Übrigens vermissen wir einen freigelassenen Bereich für z.B. die Energieversorgung und ein Mehrgenerationenhaus.

Gleichzeitig möchte ich auch darauf hinweisen, dass der geplante drei Meter hohe Lärmschutzwall im Süden und Osten in Sachen B 31 nicht viel bringt, da die vielbefahrene Bundesstraße dort zu hoch liegt. Wir haben dann das gleiche Problem wie bei Hohen II an der B 27.

Gesundheitsversorgung hat Vorfahrt

Michael Steinemann

In einer Kernstadt-Tour hat die Hüfinger Gemeinderatsfraktion „Bürgerforum Hüfingen/DIE GRÜNEN“ ihren Fokus auf die Gesundheitsversorgung der 8.000- Einwohner-Stadt gelegt. „Während unsere Einwohnerzahl in den letzten Jahren immer mehr gewachsen ist und laut Prognosen des Statistischen Landesamtes auch noch die nächsten zwei Jahrzehnte weiter steigen wird, ist die örtliche Gesundheitsversorgung geschrumpft. So gibt es beispielsweise weniger Hausärzte als früher und mittlerweile auch nur noch eine Apotheke. Fachärzte gibt es hier so gut wie keine. Die Stadt muss hier künftig zum Wohle aller Bürger einen Kraftakt leisten. Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung muss Vorrang haben!“, bringt Fraktionssprecher Michael Steinemann die Problematik auf den Punkt. Er ist sich sicher: „Nur mit Medizinern vor Ort sind Gemeinden zukunftsfähig“. Viele Einwohner scheinen dies ähnlich zu sehen. Bei der städtischen Bürgerbefragung schätzen gerade mal 4 Prozent der Teilnehmer die gesundheitliche Versorgung in Hüfingen als besonders hoch für ihre persönliche Lebensqualität ein.

In der Vorstellung der dreiköpfigen Fraktion könnte dabei die einzige städtische Freifläche innerhalb der Innenstadt eine Rolle zur Verbesserung der Situation spielen. „In der Friedenstraße gehört der Stadt ein Grundstück gegenüber dem Kindergarten mit über 2.500 qm. Der Standort wäre ideal für die Gesundheitsversorgung wie z. B. ein Ärztehaus. Die Ausgangssituation ist vergleichbar mit Gemeinden wie Lauchringen, welche die Machbarkeit vorgemacht haben.“, sagt Stadtrat Peter Albert. „Dieses Filetstück sollte einen langfristigen Nutzen für das Allgemeinwohl haben und wäre viel zu schade für eine gewöhnliche Wohn- oder Gewerbenutzung. Die haben ja genügend Platz insbesondere im Ziegeleschle II“, führt er fort.

Der „Bürgerforum Hüfingen/DIE GRÜNEN“-Fraktion ist es bewusst, dass die Gesundheitsversorgung insgesamt komplex sei und verweist darauf, als Kommune auf externe Expertise zugreifen zu müssen. „Gesundheit muss städtische Aufgabe sein, daher fordern wir eine Gesundheitskonzeption.“, meint Fraktionsmitglied Hannah Miriam Jaag. Hier fehlt der Stadt aus Sicht der Fraktion bisher der Mut den ersten Schritt zu machen. Man könne sich zum Beispiel unkonventionelle Wege vorstellen wie beispielsweise eine Art städtisches Stipendium für ein oder zwei Medizin- oder Pflegestudenten, die sich verpflichten sich später selbstständig in Hüfingen niederzulassen.

Haushaltsrede 2023  –  Bürgerforum/DIE GRÜNEN-FRAKTION

Michael Steinemann

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

vermutlich dachten viele Mitmenschen, dass die Jahre 2020 und 2021 durch das Corona-Virus, – mit den vielen Toten und finanziellen Kraftanstrengungen- in die Geschichte eingehen wird. Das werden sie vermutlich auch. Dass aber ein Schreckgespenst durch ein anderes nahezu eins zu eins ersetzt wird, hätten im Januar diesen Jahres die meisten als Hirngespinst abgetan. Doch es kam bekanntlich anders: Seit Februar wurde auch unser Leben im sicheren Deutschland radikal verändert. Der Krieg in der Ukraine bringt nun – wie bereits in den Vorjahren durch das Corona-Virus -Leid über uns. Während wir hier in Deutschland über die wirtschaftlichen und finanziellen Konsequenzen stöhnen, sterben anderswo täglich hunderte Zivilisten und Soldaten in einem Krieg in Europa, den fast niemand im 21. Jahrhundert für möglich gehalten hatte. Ich denke heute auch an die fast tausend Kinder, die dabei viel zu früh sterben mussten.

Leider können wir hier in der Kommunalpolitik wenig beitragen. Was wir tun können, ist, den Flüchtlingen aus der Ukraine hier bei uns in Hüfingen unsere Unterstützung zuzusichern. Für uns als Stadt ist dies finanziell und logistisch gar nicht so einfach. Daher danke ich an dieser Stelle auch allen privaten und Vereinsinitiativen, die sich in der Flüchtlingshilfe an der ein oder anderer Stelle ehrenamtlich einbringen.

Der Krieg in der Ukraine ist auch hier in Hüfingen angekommen. Damit meine ich nicht nur die im Stadtbild immer häufiger zu sichtenden Autos mit ukrainischem Kennzeichen, sondern auch die direkten Belastungen für unsere Bürger und die Stadt. Die enormen Mehrbelastungen bei alltäglichen Produkten wie Brot oder Milchprodukten merkt der Durchschnittsverdiener sehr stark. Dazu kommen enorme Preissteigerungen bei Baurohstoffen und Energie. Dies merken wir als Kommune besonders stark. Nahezu jede Bautätigkeit hat sich zu Vergleichen aus den Vorjahren sprunghaft nach unten entwickelt. Vermutlich muss man so eine Entwicklung zynisch sehen und konstatiert, dass bei der Entwicklung der Bauanträge der letzten vier Monate unser Bauamt bald beschäftigungslos sein wird.

Damit aber die Gefahr von Langeweile im Bauamt schon gar nicht aufkommt, haben wir als Stadt einige Projekte initiiert. Da wäre z. B. die neugeplante Kindertagesstätte im Ziegeleschle. Im Haushalt planen wir hier mit einer 4-Millionen-Investition. Ich freue mich zwar über jeden Euro, der für unsere Kinder ausgegeben wird, allerdings befürchtet unsere Fraktion eine Kostenexplosion Richtung 6 Mio. EUR. Wir hatten von Anfang an, andere Varianten ins Spiel gebracht. Entweder die flexible Lösung mit einem Container oder einer kleinen Baumaßnahme auf der freien städtischen Fläche in der Friedenstraße für die Krippenkinder, die U3-Kinder. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wären dann komplett die Ü3-Kinder beheimatet gewesen. Oder eben einen Waldkindergarten. Die von uns vorgeschlagenen Varianten hätten den kurzfristigen Mehrbedarf abdecken können und wären wesentlich günstiger gewesen. Leider haben wir aus dem Rat keinerlei Unterstützung erhalten, sondern wurden mehrheitlich dafür belächelt. Es wird Zeit, dass auch Teile des Gemeinderates und der Stadtverwaltung akzeptieren, dass es Eltern gibt, die eine Trägervielfalt haben möchten. Diese Eltern sind weltoffener und tendieren zu einem unkonventionellen Angebot. Auch die Naturverbundenheit und die Größe einer Einrichtung sind für viele Eltern ein Entscheidungskriterium. Nicht alle Eltern wollen ihre Kinder in einem 100-Kinder-Kindergarten unterbringen. Spannend wird die Situation in zwei bis drei Jahren. Das statistische Landesamt sagt für Hüfingen mittel- und langfristig sinkende Kinderzahlen voraus. Dann haben wir jedoch einen neuen großen Kindergarten im Ziegeleschle, womöglich einen freien Waldkindergarten und einen älteren Bestandskindergarten in Fürstenberg, der es nicht zuletzt aufgrund sinkender Einwohnerzahlen in Fürstenberg, gerade schwer hatte. Meine Glaskugel sagt mir, dass diese geschaffene Konkurrenzsituation in nicht so weiter Zukunft für viel Redebedarf sorgen wird.

Wir haben uns gefreut, dass der Gemeinderat – wenn auch zögernd und über Umwege – unseren Antrag zur Tempobegrenzung auf der Hauptstraße und der Donaueschinger Straße mit großer Mehrheit zugestimmt hat. Dies dient der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und dem Lärmschutz der Anwohner und sollte als Teil einer umfassenden Verkehrslösung verstanden werden.

Wir vermissen nach wie vor ein umfassendes Verkehrskonzept. Allein die Abarbeitung des Lärmaktionsplanes ist uns zu wenig.
Auch die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstadt muss seitens der Kommune
nachhaltig gestärkt werden. Andere Städte und Gemeinden sind uns weit voraus.

Ökologie ist Teil des städtischen Slogans und betrifft uns alle. Daher werden wir auch weiterhin das ökologische Gewissen sein, das immer wieder auf die Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz hinweist.

Dass der Gemeinderat auch eine soziale Verantwortung hat, hat er in mehreren Beschlüssen bewiesen. Positiv hervorheben möchte ich hier die leichten Verbesserungen beim Sozialpass und die vorübergehende Nicht-Erhöhung der Wassergebühr. Beides hilft gerade den Einkommensschwächeren.

Die Förderung von Wohnraumschaffung kommt mir in Hüfingen entschieden zu kurz: Leider wurde die städtische Förderung in der Rubrik „Innen vor Außen“ nie erhöht. Das gleiche gilt auch beim Kinderzuschuss beim Bauplatzerwerb. Ständig wird geschaut, dass die Bauplatzpreise nach oben gedrückt werden. Aber auf der anderen Seite vergisst man, die Entlastungen ebenfalls zu erhöhen. Hier könnte die Stadt eine bescheidene Lenkungspolitik betreiben. Menschen brauchen Anreize und keine Verbote. Dies gilt auch bei PV-Anlagen. Bürger mit kleinem Geldbeutel und keinen eigenen Dachflächen wollen auch ihren Beitrag für die Energiewende beisteuern. Hier hätte die Stadt einen Anreiz schaffen und kleine Balkonkraftwerke bezuschussen können. Leider hat dies der Ausschuss für Umwelt und Technik nicht mitgetragen. Hier gilt mein Dank der Verwaltung, die ursprünglich im Haushalt 2023 10.000 EUR für diesen Posten vorgesehen hat.

Die Möglichkeit der politischen Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger ist wichtig und das Fundament einer Demokratie. Bürgerbeteiligung sollte aber nicht falsch verstanden werden. Einen Bürgerdialog ein halbes Jahr vor Gemeinderats- bzw. Bürgermeisterwahlen anzusetzen, hat für viele – mich eingeschlossen – ein Gschmäckle und viele könnten der Versuchung erliegen es als Wahlwerbeveranstaltung aufzufassen. Außer der Werbewirksamkeit ist der Mehrwert dieser Veranstaltung überschaubar und die Kosten – immerhin ein mittlerer fünfstelliger Betrag – in diesen ungewissen Zeiten an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt. Es gibt günstigere Möglichkeiten die Bürger mit ins Boot zu nehmen. Ein respektvoller transparenter Umgang auf Augenhöhe im ganzen Jahr ist zum Beispiel einer.

Zu Greensill wollte ich heute gar nicht viel sagen. Ich würde es aber als hilfreich und transparent einschätzen, eine Auflistung im Haushaltsplan zu finden, welche die Aufwendungen wie Dienstreisen, Beratungskosten oder verlorene Zinseinnahmen über die Jahre aufzeigt.

Gutes, aber auch zufriedenes, städtisches Personal ist uns wichtig. Es hat allerdings viele Wechsel in der Verwaltung gegeben. Darunter waren einige Leitungsstellen. Das Ganze wirkte von außen als unruhige Einheit. Wir hoffen, dass wir ab dem kommenden Jahr wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten und wir als Arbeitgeber noch attraktiver und moderner in Erscheinung treten können.

In der Zeitung durfte man ja in den letzten Jahren und Monate lesen, dass es im Gemeinderat eine schlechte Stimmung gebe, es sei nicht mehr so harmonisch und einige seien Hauptsache dagegen. Dazu will ich heute nur mal zwei Punkte dazu anmerken: Wenn man immer nur einer Meinung wäre und immer nur allem der Harmonie wegen blind zustimmen würde, wäre man überflüssig in so einem Gremium und hätte schlichtweg die Aufgabe eines Gemeinderates nicht richtig verstanden. Der zweite Punkt ist, und da hole ich wieder meine Glaskugel raus, dass wir in den neuen Zwanzigern leben. Die Zeiten von nur zwei oder maximal drei Fraktionen, egal ob im Bundestag oder eben hier im Gemeinderat, sind vorbei. Die Gesellschaft ist vielfältiger und Neuem gegenüber offener geworden. Die politischen Ansichten in Gremien werden dadurch auch immer breiter. Und diese Entwicklung wird weitergehen.

Ich möchte auch ein paar Sätze zum politischen Ehrenamt verlieren. Wir Gemeinderäte üben unser Amt – abgesehen von einer überschaubaren Aufwandsentschädigung – ehrenamtlich aus. Die Ortsvorsteher erhalten zwar eine nochmal andere Entschädigung, haben aber auch eine ganz andere Aufgabenfülle. Wir alle investieren hierbei eine Menge Herzblut und vor allem auch eigene Freizeit. An mancher Stelle fehlt mir da schon etwas das Hineindenken, Verständnis und Anerkennung von Seiten der Verwaltung respektive der Verwaltungsleitung. Gerade beim Sitzungsmanagement hoffe ich immer noch auf Verbesserung. Oft kommen Einladungen recht kurzfristig. So passiert es, dass erst drei Stunden vor einer Fraktionssprechersitzung zur selbigen eingeladen wird oder dass Einladungen zum Weihnachtsessen erst nach der Rückmeldefrist bei Ratsmitgliedern ankommen. Das ist kein respektvoller Umgang. Auch die Menge an Unterlagen zu i.d.R. wichtigen Themen, die wir innerhalb von wenigen Tagen -im Ehrenamt- gewissenhaft studieren sollen, ist grenzwertig und nur schwer mit der Gemeindeordnung vereinbar wie mir auch von der Hochschule Kehl bestätigt wurde. Leider sehe ich hier keine Besserung, auch wenn ich schon in Fraktionssprechersitzungen darauf hingewiesen habe. Auch die Dauer unserer Sitzungen sind oft eine Zumutung. Heute stand in der Presse etwas von einer Mammutsitzung im Gemeinderat Bräunlingen mit einer Sitzungsdauer von gerade mal 4,5 Stunden. Bei uns in Hüfingen ist das leider Standard. Das alles spricht sich in der Bevölkerung auch rum und macht die Kandidatensuche für die nächste Gemeinderatswahl mit Sicherheit nicht leichter.

Unsere Fraktion macht für Hüfingen und all seine Einwohner Politik. Wir wehren uns entschlossen dagegen, dass unsere Stadt als Melkkuh der Südbaar angesehen wird. Egal ob Gemeinschaftsschule, Hallenbad oder Sauna. Unsere Infrastruktur wird überproportional von den Bürgern umliegender Gemeinden in Anspruch genommen. Hier werden wir künftig mehr auf einen fairen Lastenausgleich zwischen den Kommunen pochen. Die interkommunale Zusammenarbeit muss ausgebaut werden.

In einem zähen Prozess befinden wir uns gerade bei der städtischen Sauna. Die Besucherzahlen sind erschreckend. Die gesellschaftliche Debatte um Energiesparsamkeit wird zudem zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Saunen, macht unsere städtische Sauna jährlich Defizite. Spätestens für die Zeit nach der aktuellen Wintersaison müssen mutige Entscheidungen her. Hier war die Stadtverwaltung zu zögerlich und hat zu wenig das Interesse der übergroßen Bevölkerungsmehrheit berücksichtigt, die in ihrem Leben noch nie einen Fuß in die Sauna gesetzt hat und es auch nie tun wird. Hier erwarten wir in den nächsten Monaten die dringend notwendigen mutigen Schritte von Seiten der Stadtverwaltung, die ich bei diesem Thema bis vor kurzem vermisst habe.

2020 haben wir immerhin noch 100.000 EUR Gewinn mit unseren Stadtwerken erzielen können. Für 2023 rechnen wir mit über 900.000 EUR Verlust. Lange kann so etwas nicht gut gehen. Hauptursache sind Hallenbad und Sauna mit insgesamt fast 1,1 Mio. EUR Verlust. Zur Sauna habe ich mich vorhin schon geäußert und zum Hallenbad habe ich mich ja schon oft genug geäußert und sage ich im Hinblick des Weihnachtsfriedens heute nichts dazu. Die SPD-Fraktion darf es als verfrühtes Weihnachtsgeschenk von mir betrachten.

Ich habe vorhin von unserer sozialen Ader im Bezug der Wassergebühren gesprochen. Es ist richtig, dass wir die Wassergebühren für 2023 nicht erhöht haben. Allerdings sollten wir alle wissen, was für 2024 zu entscheiden ist, wenn wir den Gewinneinbruch in der Wasserversorgung im nächsten Jahr betrachten. Hier haben wir es immerhin in der eigenen Hand. Ganz anders bei der ESB, bei der wir nur Gesellschafter sind. Der stetige Gewinnrückgang bzw. die entsprechend sinkende Dividende an uns aus Richtung ESB stammt aus der Vor-Krisen-Zeit. Die Energiekrise zeigt aber, dass wir nur ein kleiner Fisch sind und die turbulenten Zeiten am Markt können die ESB und uns als Gesellschafter in die Knie zwingen. Hier müssen wir uns als Stadt Hüfingen bald fragen, wie es überhaupt weitergehen soll.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen und die dadurch zusätzlich entstandenen Aufgaben danke ich der Verwaltung, insbesondere dem Rechnungsamt mit Herrn Binninger an der Spitze, für die Erstellung des soliden Haushaltsplans 2023 und des Wirtschaftsplans der Stadtwerke. Die allermeisten Zahlen sind im Stille des kaufmännischen Vorsichtsprinzips angegeben. Die zwei wichtigsten Botschaften für die Hüfinger dürften sein, dass wir sogar mit einem kleinen Überschuss rechnen und die kommunalen Steuersätze stabil bleiben. Gute Nachrichten in Krisenzeiten!

Ich bedanke mich bei der gesamten Stadtverwaltung und allen Ratskollegen für die geleistete Arbeit im Jahr 2022 und die gute Zusammenarbeit.

Wer Partizipation und Parität mit Füssen tritt, ist kein Demokrat

Was folgt ist meine freie Meinung nach §5 GG. Wem es nicht passt, der möge weiter surfen.

Als ich 2019 zum ersten Mal in diesem Gemeinderat saß, war ich zu allererst schockiert über das großkotzige, arrogante Verhalten der vielen Männer.

Lange habe ich darüber nachgedacht, ob dies eine Eigenheit nur von Hüfingen ist oder vielleicht in ganz Deutschland ein Problem.

Ich bin ja Naturwissenschaftlerin und auch Ingenieurin und von daher gewohnt mit vielen Männern zu arbeiten.

Nach vielen Jahren in den USA und auch der Schweiz war ich allerdings durchaus an eine Zusammenarbeit gewohnt. 

Es ist so, dass sich Frauen heute zwar wählen lassen dürfen, aber wenn sie gewählt sind, keinerlei Schutz ausserhalb einer Partei bekommen. Es kommt weder die Kommunalaufsicht, noch das Regierungspräsidium zur Hilfe. Ohne starken Mann in einer der Parteien im Hintergrund, ist eine Frau zum Abschuss frei gegeben. Genau dies wird vom Bm hemmungslos ausgenutzt und genüsslich betrieben. Frei nach dem Motto: “Politische Teilhabe könnt ihr haben, aber dann werdet ihr eben fertig gemacht.” Außer natürlich man kann gewisse Damen an wichtigen Schaltstellen positionieren. Qualifikation oder demokratische Grundprinzipien sind vollkommen egal.

Der Rechtsstaat wird für eine bestimmte Kaste ausgesetzt und dies kann öffentlich betrieben werden, da es keine Presse mehr, sondern nur noch unreflektierte Hofberichterstattung gibt. 

Die ständigen kompetenzfreien Machtdemonstrationen, das zusammenhanglose, dümmliche Sinnieren und auch das sinnlose, zerstörerische Verschwenden von Steuergeldern nervt mich einfach nur noch an. 

Ich wurde gewählt, damit auch die Natur und der Artenschutz in Hüfingen wieder eine Rolle spielen. Dies ist nicht möglich und wird verwehrt. Ich wurde massiv gemobbt, beschimpft, beleidigt und bedroht, damit ich den Mund nicht mehr auf mache.

Ich lese viel, mache mir gerne viele Gedanken und explodiere förmlich an Ideen. Eigentlich bin ich gewohnt, über diese Ideen zu reden und auch einige davon umzusetzen. In diesem Gemeinderat knallt man auch mit den kleinsten Vorschlägen an eine engstirnige Betonwand. Da ist jedes Wort Schall und Rauch in einem unendlichen Universum, in einem Vakuum, das den Schall und Rauch einfach schluckt, wie ein Schwarzes Loch.

Wir hatten rotierende Fraktionssprecher in der Fraktion verabredet. 
Ich werde nicht Fraktionssprecherin werden!
Man könnte auch sagen: Ich darf nicht Fraktionssprecherin werden, da der Rechtsstaat vollkommen versagt hat.

Für diesen Beitrag werde ich nur Kommentare mit echter E-Mail Adresse veröffentlichen (E-Mail Adresse wird nicht öffentlich angezeigt), Klarname ist wie immer nicht nötig. Anonyme Hassbotschaften werden wie immer mit IP gespeichert.

Unsere Halbzeitbilanz

Stellungnahme Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION

Die Hälfte der Wahlperiode des Gemeinderats liegt nun hinter uns. Zwischen Ernüchterung und Euphorie haben wir in den vergangenen 2,5 Jahren als Fraktion vieles erlebt. Im Juni 2019 haben wir – die beiden Listen Bündnis 90/Die Grünen und das BFSO – uns zu einer neuen Fraktion zusammengeschlossen. Nicht die wenigen Gegensätze, sondern die vielen Gemeinsamkeiten stachen hervor.

In dieser Zeit haben wir unseren Beitrag für ein besseres Hüfingen geleistet:

Kontrollfunktion: Als vielleicht wichtigste Aufgabe haben wir das Kontrollrecht durch den Gemeinderat und die Beseitigung von etwaigen Missständen auf unsere Fahnen geschrieben. Unzweckmäßiges Verhalten oder ein Verstoß gegen die kommunalpolitischen Richtlinien werden von uns nicht wortlos hingenommen.

Transparenz und Bürgernähe: Unseres Erachtens werden zu viele Themen unnötigerweise in nicht-öffentlichen Sitzungen behandelt. Die Bürger werden dadurch zu oft außen vor gelassen. Dies haben wir gebetsmühlenartig immer wieder kommuniziert. Als kleinen Teilerfolg verbuchen wir, dass die Stadtverwaltung beim Thema „bürgerfreundliche Sitzungsprotokolle“ kleine Verbesserungsfortschritte erkennen lässt. Wir bleiben an diesem Thema dran und sind überzeugt, dass unsere Stadt noch transparenter und bürgernäher auftreten könnte. Mögliche Stichworte sind „Online-Übertrag von Sitzungen und Versammlungen“ und „Digitaler Bürgerservice“.

Gesamtstädtisch: Uns liegt viel an einem fairen Miteinander zwischen Kernstadt und den fünf Ortsteilen. Nur ein ehrlicher Umgang auf Augenhöhe aller Teile der Gesamtstadt bringt uns voran. Wir begrüßen es, dass auch mal wieder eine Gemeinderatssitzung in einem Ortsteil stattfindet. Das sind kleine Gesten weg von einer zentralistischen Denkweise in zu vielen Lebenslagen. Unser größter Erfolg ist der gewonnene Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl.

Umwelt: Mit Anträgen und Wortbeiträgen zu mehr Umweltbewusstsein sind wir das ökologische Gewissen im Gemeinderat. Im Bereich Natur- und Umweltschutz ist noch großer Nachholbedarf.

Anträge: Als kleinste Fraktion ist das Mittel der Antragsstellung mitunter unser wichtigstes Instrument für die Gemeinderatsarbeit. Mit einem knappen halben Dutzend Anträgen in 30 Monaten haben wir wichtige Auffassungen aus der Bevölkerung in das Hauptorgan unserer Stadt transportiert. Viele Ideen hatten bisher leider keine Lobby gefunden. Anträge sollten von den Verantwortlichen nicht als Last, sondern als Chance angesehen und behandelt werden.

Aktive Fraktion: Wir sind gewählt, um unsere Meinungen im Gemeinderat zu äußern und unsere Ideen umzusetzen. Wir werden unsere Wahlperiode nicht lautlos und passiv absitzen. Unsere Gemeinderatsarbeit ist uns wichtig. Ein Indiz dafür ist, dass unsere Fraktion die prozentual höchste Anwesenheit bei GR-Sitzungen vorweisen kann. Wir erwarten vom gesamten Gemeinderat und der Verwaltung einen Gestaltungswillen und eine Zukunftsstrategie. Wir sind bereit unseren Beitrag zu leisten. Die Zeit bis zum Doppelwahljahr 2024 wird eine spannende bleiben.

Die Entscheidung ist gefallen

Stellungnahme Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Entscheidung ist gefallen: Hüfingen wird ab der nächsten Gemeinderatswahl wieder mit dem Wahlsystem der Unechten Teilortswahl (UTW) seine Sitze verteilen und das ist auch gut so. Wir haben in den letzten Monaten zusammen mit vielen UTW-Befürwortern einen leidenschaftlichen „Wahlkampf“ geführt. Künftig wird nun eine faire Mitsprache aller Teile unserer Stadt wieder gewährleistet – und das mit der demokratischen und gerechten UTW.

Wir danken allen Wählerinnen und Wählern für die Teilnahme des von unserer Fraktion beantragten Bürgerentscheids. Standen wir bei derselben Fragestellung in der Abstimmung im September 2020 im Gemeinderat als Fraktion alleine da, wissen wir nun über 2.200 einzelne Befürworter hinter unserem Wunsch der Mitsprache auf Augenhöhe. Für das Vertrauen bedanken wir – die Stadträte Michael Steinemann, Hannah Miriam Jaag und Peter Albert – uns herzlich. Es ist ein vernünftiges und zukunftsorientiertes Votum der Hüfinger. Die Wahlbeteiligung von über 70 (!) % ist enorm und knapp doppelt so hoch wie 2007. Dies zeigt den leidenschaftlichen Wahlkampf unserer vielen Mitstreiter, der auf verschiedensten Wegen die Bevölkerung erreicht hat. Das ist gelebte Demokratie!

Unsere Fraktion bedankt sich bei den Unterstützern der JA-Initiative, aber auch bei allen anderen die die demokratische Diskussion zu dieser wichtigen Sachentscheidung zugelassen haben. Wir bedanken uns auch bei der Stadtverwaltung und den Wahlhelfern für die Durchführung des Bürgerentscheids. Zur Entlastung der Verwaltung aufgrund der parallel stattfindenden Bundestagswahl und zur Verkürzung des „Wahlkampfes“ appellierte unsere Fraktion (leider vergeblich) auf einen frühzeitigen Wahltermin zwischen April und Juni. Es bleibt die Hoffnung, dass in Zukunft unsere Worte im Gemeinderat mehr Gehör finden werden.

Nun gilt es respektvoll aufeinander zuzugehen – immer mit dem Grundgedanken, dass „jeder Mensch/Teilort/Partei unterschiedlich tickt“, aber die grundlegende Zielrichtung schlussendlich dieselbe ist: Das Wohl der Stadt Hüfingen und das seiner Bürgerinnen und Bürger. An unsere Mitbewerber und ihre Sorgen richten wir uns versöhnend mit den Worten „Manchmal muss man mutmaßlich einen Schritt zurück machen um wieder zwei Schritte nach vorne gehen zu können“.

Nun kann die Stadt auf die jahrzehntelange Erfolgsspur zurückkehren. Alle Teilorte werden künftig im Gemeinderat wieder gehört werden, der Gemeinderat wird endlich wieder gemischter, die politische Teilhabe aller ist wieder gewährleistet. In hunderten Bürgergesprächen wurde dieser Wunsch überdeutlich.

Machen wir uns nichts vor: Die Aufgaben für bzw. die Erwartungen an unsere Stadt sind trotzdem noch riesig. Neben den kommunalen Herausforderungen des Baubooms, der Kinderbetreuung, des verantwortlichen Umgangs mit unserer Umwelt u.v.m. steht auch die Zukunftsfrage des Hüfinger Hallenbades und der Sauna an. Wir sind bei allen Themen ergebnisoffen, gesprächsbereit und lassen uns von fundierten Argumenten überzeugen. Die Leitfrage unseres Handelns im Gemeinderat ist: „Was bringt das Hüfingen?“ Mit Hüfingen sind wir ALLE gemeint. Unsere Stadt, unsere Einwohner, unsere Unternehmen, unsere Umwelt, unsere Vereine.

Die Bürgerschaft ist der höchste Souverän in unserer Stadt und betrachtet bzw. bewertet für sich genau, was in der Kommunalpolitik passiert. Die Rahmenbedingungen für ein gutes Miteinander wurden nun durch den Bürgerentscheid geschaffen. Die Wählerinnen und Wähler erwarten nun nach der abschließenden Entscheidung vom vergangenen Sonntag, dass alle wieder am selben Strang ziehen.

Wir werden unseren Beitrag konstruktiv beisteuern!

Rede zum Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl 2024

Rede Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION zum Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl 2024 am 19. November 2020.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich kann mir vorstellen, dass sich viele von Ihnen bei diesem Antrag schwer tun, soll man zustimmen oder ablehnen. Stimmt man gegen die Durchführung eines Bürgerentscheids, könnte es als fehlende Bürgernähe interpretiert werden, stimmt man dafür könnte es bei einigen als inhaltliches Umkippen gedeutet werden. Zugegeben, keine einfache Situation. Wozu überhaupt einen Bürgerentscheid durchführen, wenn man doch einen souveränen Gemeinderat hat, fragen sich vielleicht auch einzelne. Diese Frage ist wiederum leicht zu beantworten. Vor zwei Monaten hat hier in der Stadthalle der Gemeinderat mit 14 zu drei Stimmen recht deutlich gegen die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl gestimmt. Kein überraschendes Ergebnis, wenn man sich überlegt, dass die Hälfte der Abstimmenden bereits bei deren Abschaffung 2007 dagegen gestimmt hat. Außerdem gebe ich zu bedenken, dass es natürlich schwierig ist, den Gemeinderat über die Änderung des eigenen Wahlsystems abstimmen zu lassen. Die einzelnen Gemeinderäte können verständlicherweise nicht objektiv neutral darüber entscheiden, da sie ja vermeintlich selbst betroffen sind. Bekanntermaßen tun sich auch die Kolleginnen und Kollegen im Bundestag aus ähnlichen Gründen schwer mit der Änderung des dortigen Wahlrechts. Aber zurück nach Hüfingen.

Ich kann heute nur appellieren, die Bürgerinnen und Bürger sollten die Entscheidung selbst treffen, ob künftig jeder Teilort einen garantierten Sitz im Gemeinderat haben soll oder eben nicht. In der Zwischenzeit kennen unsere Einwohner alle relevanten Fakten. Sie wissen, wie ihre Ortsvorsteher und Ortschaftsräte darüber denken, sie wissen, was die Gemeinderäte präferieren. Sie wissen auch, dass es unserer Gesamtstadt finanziell relativ gut geht, sie wissen aber auch, dass Mitsprache und politische Teilhabe in einer funktionierenden Gemeinschaft unverzichtbar sind.

Zum Schluss noch ein paar Sätze zu einem möglichen Termin. Es sollte wohl in unser aller Interesse sein, einen möglichst baldigen Termin für den Bürgerentscheid zu finden. Ein Termin im September 2021 ist einfach nicht akzeptabel und bedeutet im schlimmsten Fall zehn Monate Wahlkampf respektive zehn Monate Ungewissheit und Unruhe. Der Termin sollte bis spätestens kommendes Frühjahr durchgeführt werden. Ich gehöre zu denen, die unseren Bürgerinnen und Bürgern zutraut, in einem Kalenderjahr ganze dreimal wählen zu gehen. So lange die Wahlgänge nicht im Wochentakt stattfinden und alles den Wählerinnen und Wählern plausibel kommuniziert wird, sehe ich absolut keine Probleme. Bei einer Terminfestlegung auf die erste Jahreshälfte 2021 sähe ich auch keinen Anlass für die Bürgerschaft ein eigenes Bürgerbegehren zu starten.

Ich würde mich freuen, wenn man unseren Ausführungen mehrheitlich folgen kann und bitte um Zustimmung.

Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl 2024

Antrag Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION vom 23.10.2020

Der Gemeinderat hat laut § 21 der baden-württembergischen Gemeindeordnung die Möglichkeit durch ein Ratsreferendum einen Bürgerentscheid anzusetzen. Der Beschluss des Gemeinderates vom 24. September 2020 gegen die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl zur Kommunalwahl 2024 und die zuvor von großen Teilen des Gemeinderates geführte einseitige Diskussion zeigt, dass zahlreiche Aspekte nicht berücksichtigt wurden.

Die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl ist eine stark umstrittene Entscheidung mit weitreichenden Folgen, daher ist ein Bürgerentscheid ein sinnvolles Instrument. Die Bürgerschaft hat das Recht sich selbst eine Meinung über die Vor- und Nachteile zu verschaffen und anschließend gehört zu werden. Ein Bürgerentscheid beendet den öffentlichen Diskurs durch einen demokratischen Abstimmungsakt und legt die tatsächlichen Präferenzen der Abstimmenden offen. In einem Bürgerentscheid könnte die Frage der Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl abschließend geklärt werden. Ein Bürgerentscheid entspricht dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürgern über wichtige Gemeindeangelegenheiten direkt mitentscheiden zu können. Mit Zustimmung des Antrags wird die Entscheidung basisdemokratisch dem Souverän, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hüfingen, übertragen.

Die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION stellt diesen Antrag, weil die derzeitige spürbare Anspannung und Unzufriedenheit wieder einem konstruktiven und verlässlichen Miteinander weichen muss.

Antrag der Fraktion:

Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen beschließt einen Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl zur Kommunalwahl 2024 anzusetzen.