Da unglaublich viele Leute hier über die goolge Suche aufschlagen, wollte ich die Öffnungszeiten kommunizieren. Es gibt auch einen Internet Auftritt vom Gasthaus_Krokodil auf Instagram.
Das Krokodil ist Mittwoch bis Sonntag ab 17:00 Uhr geöffnet. Montag und Dienstag sind Ruhetag. Das Krokodil ist in der Hinterstadt 8 Telefonnummer: O77I 92O36369
Im Rahmen des Projektes Hüfingen kippenfrei gibt es im Krokodil Taschenaschenbecher zu verschenken!
Krokodilwirt Karl Sulzmann im Jahr 1955 Foto aus der Hüfinger Chronik
Ferienbummlers Rundgang in der Baar Hüfingen. von Franz Josef Schelble 1899 Jetzt ging es gemütlich, heiter Durch die Felder heimwärts weiter, Nach der lieben Vaterstadt, Die den grünen Kirchturm hat, Wo die Rinder in den Gassen Die Visitenkarten lassen, Wo in einer Gasse still Traulich lockt das Krokodil,
Hochzeitsgesellschaft vor dem Krokodil vielleicht in den 1930er Jahren. Film von Ernst Kramer
im Urlaub in Binnenseenähe in Schweden hat man Gott sei Dank etwas Zeit zum Schauen. Und, was sehe ich an einer mittelalten Eiche? Etwas im ersten Moment scheinbar Unglaubliches, sie wirft kleine Äste ab. Seht Ihr sie auf dem Boden liegend? Viele sind noch richtig grün gefärbt, manche braun.
Wenn man die Eiche anschaut, weiß man, die sieht richtig gesund und vital aus. Auf dem Bild unten habe ich einen am Boden liegenden Trieb in die Hand genommen und habe die Bruchstelle abgebildet. Kann man feststellen, dass das vollkommen planmäßig aussieht? Auf jeden Fall würde ich sagen. das Bild daneben zeigt eine weitere Bruchstelle und so sehen alle Triebe am Abwurfende aus. Wenn mans ganz genau nimmt, sieht man einen Ring. Er stellt den Übergang des Frühjahrswachstums zum Spätsommerwachstum dar. Wenn das kein Hammer ist.
Also die Rätselfrage war, warum wirft diese Eiche Triebe ab? Und ob das vielleicht alle Eichen machen. Es gab ein längeres Hin und Her mit meinem Fachberater in Sachen Forst, Reinhold Mayer, das Endergebnis lautet – aus ChatGPT entnommen – wie folgt:
„Der Triebabwurf bei Eichen ist ein spezielles physiologisches Phänomen, das im Spätsommer oder Herbst auftritt. Dabei wirft die Eiche junge, noch nicht ausreichend ausgereifte Kurz- oder Langtriebe ab. Das ist kein Krankheitszeichen, sondern eine Anpassungsreaktion.
Wenn im Sommer Trockenheit, Nährstoffmangel oder Schädlingsdruck auftreten, können die zahlreich entstandenen jungen Triebe nicht ausreichend mit Kohlenhydraten und Wasser versorgt werden. Auch bei sehr starkem Triebwachstum kann ein Ungleichgewicht entstehen, die Krone „überproduziert“ Triebe, die Pflanze kann aber nicht alle mit Kohlenhydraten und Wasser versorgen. Dass das die Eiche merkt?
Und jetzt kommt die Besonderheit der Eichen zum Tragen, sie aktiviert Sollbruchstellen. Die Eiche besitzt an der Basis junger Triebe spezielle anatomische Schwachstellen, Zonen mit dünnwandigen, wenig verholzten Zellen. Unter Versorgungsstress werden dort enzymatische Prozesse, Abbau von Zellwänden und Korkbildung eingeleitet. Es entsteht eine Art Abszissionsschicht, ähnlich wie beim natürlichen Laubfall. Der Trieb trocknet an der Basis ein und bricht leicht ab. Zurück bleibt eine kleine, geschützte Narbe. Das Holz des Vorjahres oder älteres Gewebe wird nicht geschädigt. Dafür gibt es einen Oberhammer.
Der Abwurf führt zu einer Energie- und Wassersparmaßnahme: Die Eiche entlastet sich von zu viel „Ballast“, den sie in Trockenzeiten oder bei Ressourcenknappheit nicht versorgen könnte. Statt dass alle Triebe kümmerlich überleben und eventuell das ganze Baumwachstum beeinträchtigt wird, konzentriert der Baum seine Ressourcen auf die kräftigeren, besser versorgten Triebe. Besonders nach wärmeren, trockeneren Sommern tritt Triebabwurf häufiger auf.
Kurz gesagt: Der physiologische Mechanismus des Triebabwurfs bei Eichen entspricht einem aktiven Abszissionsprozess an vorgebildeten Sollbruchstellen, der durch Versorgungsungleichgewichte (Wasser/Kohlenhydrate) ausgelöst wird und dem Baum hilft, seine Ressourcen effizient zu nutzen“.
Aus dem Urlaub zurück, bin ich bei nächster Gelegenheit zu den Eichen im Schoßpark und was habe ich zum ersten Mal hier entdeckt? Abgeworfene Triebe. Ein weiteres Naturwunder.
Hermann Sumsers (1944–2024) Todestag jährt sich in diesen Tagen zum ersten Mal. Obwohl Sumser dem Verfasser persönlich unbekannt war, beeindrucken die Schriften des Hüfinger Architekten durch das sich in ihnen spiegelnde Engagement für die Baudenkmale der Baar. Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich als kleine Ergänzung zu den anregenden Ausführungen Sumsers über das Donaueschinger „Belvedere“, jenem Gartenhaus oberhalb des Getränkemarkts Biedermann, um dessen Erhalt Sumser vor 20 Jahren mit Erfolg gekämpft hatte.*1 Sie seien seinem Andenken gewidmet.
„Belvedere“ Donaueschingen, Nordseite mit Treppenaufgang und fensterlose Westseite, Oktober 2025. Foto: FFA Donaueschingen.
Zwischen Donaueschingen und Hüfingen schiebt sich ein Ausläufer des Schellenbergs bis in die Niederung von Brigach und Breg vor, an seinem Fuß entspringt die Juniperusquelle mit dem Allmendshofener Brunnenbach. Von der Höhe genoss man ehedem, bevor Baumbewuchs und Neubauten den Blick verstellten, einen schönen Blick auf Donaueschingen und die Donauniederung. Dort steht auf einem Aussichtspunkt ein kleines Gartenhaus, das Anfang der 2000er Jahre überraschend aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf wiedererweckt wurde. Als die Stadt Donaueschingen das Gelände im Zuge der Erschließung des Baugebiets „Bühlstraße“ als ökologische Ausgleichsfläche erworben hatte, erkannte man die geschichtliche Bedeutung des anfänglich zum Abriss vorgesehenen Gebäudes. Den Bemühungen der Stadtverwaltung, des Landesdenkmalamts (Monika Loddenkemper) und des beigezogenen Architekten Hermann Sumser ist es zu verdanken, dass das von Loddenkemper und Sumser wegen des schönen Ausblicks treffend als „Belvedere“ benannte Häuschen*2 nicht nur 2003 in das Denkmalbuch eingetragen wurde,*3 sondern überdies in den Jahren 2007 und 2008 fachgerecht restauriert wurde.*4
In der Tat handelt es sich keineswegs um einen einfachen Schuppen für die Lagerung von Gartengeräten, wie schon der rund 1 Meter hohe, aus sorgfältig behauenen Sandsteinen gemauerte Sockel zeigt.*5 Mit rund 5,5 Metern auf 6 Meter ist die Grundfläche fast quadratisch. Eine Tür auf der Ostseite führt in einen kleinen Kellerraum. Über dem Sockel erhebt sich ein über drei Meter hoher Fachwerkbau mit einem Walmdach; die Außenwände sind verschindelt, das Dach mit Ziegeln gedeckt. Die Höhe der Fenster und des Raums sowie das Walmdach mögen entfernt an Goethes Gartenhaus in Weimar erinnern, das bei der Planung vielleicht Pate stand. Über eine an der Nordseite wiederum aus Sandstein gemauerte Treppe gelangt man in das Erdgeschoss des Gebäudes, wo man von einem einzigen, hohen Raum empfangen wird. Lichte, hohe Sprossenfenster, ein hellgrüner Lambris und ein weißer Keramikkamin verweisen in die Zeit des Klassizismus; eine etwas jüngere Tapete mit neogotischer Architektur dank einer von Sumser gefundenen Unterlage aus dem Jahr 1837 in den Biedermeier. Kamin und Tapete sind zugleich die einzigen Anhaltspunkte für das hohe Alter des Bauwerks, während sich der Bauherr an keiner Stelle zu erkennen gibt.
Blick vom Schützenberg auf Donaueschingen, Aquarell von Wilhelm Thierry, 1819. Vorne die heutige Friedrich-Ebert-Straße mit dem Gasthaus „Schwanen“ (links, Friedrich-Ebert-Straße 18) und den Häusern Friedrich-Ebert-Straße 25 und 22, an der Stelle des großen Hauses rechts befindet sich heute ungefähr der Straßenkreisel. Im
Hintergrund die Josefstraße und das Residenzviertel. Fürstl. Fürstenbergische Sammlungen (FFS) Donaueschingen, Zeichnung 754. Eine sehr ähnliche Ansicht wurde 1819/20 von Franz Epple (1791–1856) in Öl gemalt (FFS Donaueschingen, Gemälde 835) und als Lithographie in den Druck gegeben (FFS Donaueschingen, Grafik 551).
Loddenkempers und Sumsers Annahme, den ersten Eigentümer des Anwesens in der Fürstenfamilie zu Fürstenberg suchen zu müssen,*6 dürfte allerdings unzutreffend sein, wie eine Recherche in den einschlägigen Archivalien ergab. Vielmehr war es der fürstenbergische Regierungspräsident Joseph Kleiser von Kleisheim (1760–1830), der sich hier ein Refugium geschaffen hatte. Mit dem von den Fürsten zu Fürstenberg betriebenen Ausbau Donaueschingens zur Residenz und der immer weiter in Richtung Allmendshofen ausgedehnten Anlage des Schlossparks strebten auch die fürstenbergischen Beamten in das Donaueschinger Umland. Das augenfälligste Zeugnis für den Willen der Beamtenschaft, zusammen mit den Fürstenbergern das Residenzumfeld zu gestalten, dürfte das von Leopold von Lassolaye errichtete Schlösschen auf dem Wartenberg gewesen sein. Weniger exponiert war das Anwesen des Majors von Koller an der Josefstraße (der spätere „Karlshof“, Josefstr. 12). Unmittelbar unterhalb Kleisers Gartenhaus entstand mit der Villa des Hofkammerrats Joseph Ignaz Fischer ein Landgut, dessen freie Lage in der Flusslandschaft nach wie vor bezaubert (heute Getränke Biedermann, Friedrich-Ebert-Str. 31). Diesen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandenen Bauten ist das Gartenhaus Joseph Kleisers beizustellen.
Als Baujahr des Kleiser’schen Gartenhauses gibt ein undatiertes Verzeichnis der Häuser in der Donaueschinger Josefstraße das Jahr 1809 an.*7 Nach außen hatte der 49-jährige Kleiser – aus einfachsten Verhältnissen in Urach (Stadt Vöhrenbach) stammend – damals den Höhepunkt seiner Karriere als fürstenbergischer Beamter erreicht.*8 Seit 1801 zum Präsidenten der fürstlichen Regierung und Kammer berufen, oblag ihm nicht nur die Leitung der fürstenbergischen Verwaltung und Gerichtsbarkeit, sondern er nahm auch die außenpolitische Vertretung Fürstenbergs wahr, die in der napoleonischen Umbruchszeit mit der Mediatisierung des Fürstentums zugunsten vor allem des neu entstandenen Großherzogtums Baden mehr als schwierig war. 1804, nach dem Tod des Fürsten Karl Joachim zu Fürstenberg, der Kleiser 1796 in den Adelsstand erhoben hatte, rückte dessen Großneffe Karl Egon zu Fürstenberg aus der böhmischen Linie der Familie in der Herrschaft nach. Der erst 5-jährige Knabe wurde der Vormundschaft eines entfernten Onkels, des Landgrafen Joachim zu Fürstenberg unterstellt, der seinerseits Kleiser zu seinem Untervormund ernannte mit umfassender Vollmacht für alle Amtsgeschäfte. Bei der häufigen Abwesenheit des Landgrafen war Kleiser damit in den Jahren 1804 und 1805 der fast unbeschränkte Herrscher über das fürstenbergische Staatswesen. Beim Übergang des Fürstentums an das neu gebildete Großherzogtum Baden wurde Kleiser in der Vormundschaft 1806 ausdrücklich bestätigt. Als mit der Einführung des Code Napoleon 1809 die Stellung der Mutter des Fürsten, Elisabeth zu Fürstenberg, geb. Prinzessin von Thurn und Taxis, rechtlich gestärkt wurde, erhielt Kleiser das Amt eines „Gegenvormunds“. Glücklich war er darüber nicht, denn Fürstin Elisabeth gedachte keineswegs, ihn in irgendeiner Weise einzubinden. Kleisers Versuche, sich an der Erziehung des jungen Fürsten zu beteiligen, wies sie vielmehr schroff zurück.*9 Freilich war das Verhältnis zwischen der Fürstin und Kleiser schon zuvor gestört, weil Elisabeth die Ergebnisse von Kleisers außenpolitischen Missionen als ungenügend empfand – wie sie später selbst auf dem Wiener Kongress erfahren musste, wohl zu Unrecht, denn von den Gewinnern des napoleonischen Umbruchs irgendwelche Zugeständnisse für das fürstenbergische Staatswesen zu erreichen, stellte sich weitgehend als Unmöglichkeit heraus. Als sich Kleiser nach der Übernahme der fürstenbergischen Gerichtsbarkeit durch Baden im Jahr 1813 die Möglichkeit eines Wechsels in den badischen Beamtendienst eröffnete, ergriff er diese Gelegenheit, und die Fürstin ließ ihn ziehen. Den Wegzug von Donaueschingen begriff Kleiser, der auch im badischen Staatsdienst als Richter in Meersburg und als Kreisdirektor in Konstanz hohe Positionen erlangte, als endgültigen Abschied von der heimatlichen Baar.
Das Wappen des 1796 geadelten Kleisers über dem Wiesenplan, Zeichnung ohne Jahr. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/2/138 c.
So kam es 1814 zum Verkauf des Gartenhauses an den Schützenwirt Franz Joseph Ganter.*10 Ebenso verkaufte Kleiser an Ganter eine große Wiese unterhalb des „Belvedere“, die er einige Jahre zuvor hatte kartieren lassen (heute Teil des Schlossparks, Flst.-Nr. 4779, Allmendshofen).*11 Kleisers herausragender Stellung war es wohl geschuldet, dass der Vermesser das einfache Kärtchen ungewöhnlich prächtig ausschmückte. Der Lageplan der Wiese erhielt eine mehr als den doppelten Platz einnehmende, üppige Scheinarchitektur als Rahmen, die von Putten und Kleisers Adelswappen bekrönt wurde. Zu einem späteren Zeitpunkt (nach dem Bau 1809?) wurde auf den Plan noch ein Blatt aufgeklebt, das das Gartenhaus zeigt und damit Kleiser zuordnet.*12 Danach lag unterhalb des Häuschens ein über zwei Zufahrtswege von Norden und Süden zu erreichender Vorplatz; Fußgänger kamen über zwei im Dreieck angelegte Spazierwege auf die Höhe. Die Wege über die damals völlig freie Wiese waren mit Alleebäumen gesäumt. In Richtung Westen auf den Hang zu, wo das Gebäude keine Fenster besaß, war offensichtlich als Wetterschutz eine dichte Hecke angelegt. Unterhalb des Vorplatzes befand sich ein vielleicht von Findlingen eingefasstes Halbrondell, möglicherweise, wie Loddenkemper und Sumser vermuten,*13 eine Grotte.
Schützenwirt Ganter muss das Gelände – man denke an die Tapete von 1837 – für eigene Gesellschaften genutzt haben. Der offensichtlich rege Betrieb machte so viel Aufsehen, dass die Flur im Volksmund nunmehr die Bezeichnung „Schützenberg“ erhielt, während zu Kleisers Zeiten die Bezeichnung noch „Linsenhalde“ gelautet hatte.*14 Aus dem neuen Flurnamen „Schützenberg“ folgte die Bezeichnung „Schützenhäusle“ für das Gartenhaus. Dagegen kann ein Zusammenhang des neuen Flurnamens mit einer Betätigung von Schützengesellschaften nicht belegt werden.*15
Grundriss des „Belvedere“ mit Parkanlage, aufgeklebt auf dem Lageplan der Kleiser’schen Wiese, ohne Jahr.
Rechts unten das Gasthaus „Schwanen“ (Friedrich-Ebert-Str. 18) und das Haus Friedrich-Ebert-Str. 22. FFA Donaueschingen, Karten, Kasten I/2/138 c.
In jener Zeit, in den 1830er Jahren, entstand auch die einzige erhaltene Ansicht des Häuschens.*16 Die Aquatinta bietet eine Südansicht der Residenzstadt Donaueschingen, deren Kennzeichen das Schloss und die Stadtkirche sind (dargestellt ohne das 1829 abgerissene alte Pfarrhaus). Hinter den fürstenbergischen Verwaltungsgebäuden an der Haldenstraße in der Bildmitte (Neuer Bau, Kammer/ Hofbibliothek und Archiv) ist der Turm der 1837 abgerissenen St.-Lorenz-Kapelle zu erkennen (heute Rathaus). Im Vordergrund links sieht man das „Belvedere“ mit dem Zufahrtsweg und dem zu erahnenden Fußpfad. Am Hang verläuft die Landstraße von Allmendshofen nach Donaueschingen. Der Künstler – Egid Federle aus Stühlingen (1810–1876) – stand offenbar im heute durch die Bahnlinie nach Neustadt gekappten Allmendshofener Quellenweg, der damals noch eine Querverbindung zur Landstraße mit Brücke über den Brunnenbach besaß. Im weiteren Verlauf des Brunnenbachs ist die lange, quer zum Tal stehende Mauer zu erkennen, mit der Hofrat Fischer sein Anwesen umgeben hatte und die bis heute erhalten ist (Friedrich-Ebert-Str. 31). Pferde, Menschengruppen und eine Kutsche vermitteln Maßstab und Perspektive der Ansicht.
Aus Ganters Erbe – der erfolgreiche Schützenwirt erreichte das beachtliche Alter von 86 Jahren *17– gelangte das Grundstück über dessen Tochter 1888 an den Allmendshofener Landwirt Joseph Faller.*18 Dieser begann, als Donaueschingen sich immer mehr in Richtung Allmendshofen ausdehnte, in den 1890er Jahren mit der Abtrennung von Baugrundstücken entlang der Straße, die auch seine Besitznachfolger fortsetzten.*19 Aber auch nun stand das Gelände noch für die Sommerfeste des Männergesangvereins Allmendshofen zur Verfügung, bis diese in den 1980er Jahren auf den bequemer gelegenen Festplatz verlegt wurden.*20 Die ehemals freie Lage des „Belvedere“ ist heute nicht mehr zu erkennen, zumal die schon 2005 von Monika Loddenkemper geforderte Auslichtung nicht erfolgte, sondern das Grundstück nach wie vor mit hohen Bäumen und Buschwerk bestanden ist, die einen freien Blick in die Landschaft kaum zulassen.
Stadtansicht von Donaueschingen, links das Belvedere, Aquatinta von Egid Federle, 1830er Jahre. Im Vordergrund der Brunnenbach, in der Mitte die langgezogene Mauer des Landguts Fischer (heute Getränke Biedermann), rechts das Residenzviertel. FFA Donaueschingen, Grafik 368, zum Druck vgl. http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1877763.
Die 2009 mit namhafter Unterstützung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg abgeschlossene Sanierung durch den Überlinger Architekten Bruno Siegelin gab dem Raum zwar seinen Charakter wieder, brachte jedoch im Gegensatz zu den von der Stadtverwaltung und dem Landesdenkmalamt aus Kostengründen abgelehnten Entwürfen Sumsers *21 keine neue Nutzungsperspektive für das Gebäude. In den ersten Jahren nach der Restaurierung fanden in dem Gebäude Trauungen statt; auch gab Martina Wiemer Bildvorträge zur Donaueschinger Stadtgeschichte. Obwohl die umgebende Grünanlage sehr gepflegt wirkt, scheint das „Belvedere“ jedoch mittlerweile in seinen tiefen Dornröschenschlaf zurückgesunken zu sein.
*1 Sumser, Belvedere. *2 Loddenkemper, Vergessenes Gartenhäuschen, S. 25; Sumser, Belvedere, S. 10. *3 Loddenkemper, Vergessenes Gartenhäuschen, S. 26; Sumser, Belvedere, S. 10. *4 Bea, Fast vergessenes Gartenhäuschen. *5 Detaillierte Beschreibung des Gebäudes bei Sumser, Belvedere, S. 12–19. *6 Loddenkemper, Vergessenes Gartenhäuschen, S. 26; Sumser, Belvedere, S. 7. *7 Fürstlich Fürstenbergisches Archiv (künftig: FFA) Donaueschingen, OB 21, Vol. II, Hüfingen, Untermappe Donaueschingen. *8 Das Folgende nach den autobiographischen Angaben im Nachlass Kleisers im GLA Karlsruhe, Nachlässe, Kleiser. Ergänzend: FFA Donaueschingen, Personalakte 2434; Bader/Platen, Das große Palatinat des Hauses Fürstenberg, Allensbach 1954, S. 132–134. *9 So in GLA Karlsruhe, Nachlässe, Kleiser 14, Brief Elisabeths von 1812. *10 Grundbuchzentralarchiv (im Folgenden: GBZA) Kornwestheim, Güterbuch Allmendshofen, Bd. V, Nr. 101, Nachtrag des Kaufvertrags von 1814 im Güterbuch von 1857. *11 FFA Donaueschingen, Karten I/II/138 c. Die Datierung der Karte auf das Jahr 1803 durch Loddenkemper und Sumser beruht auf einer wohl vom FFA Donaueschingen verursachten Fehlinterpretation einer beiliegenden Karte. *12 Ebd. *13 Loddenkemper, Gartenhäuschen, S. 25; Sumser, Belvedere, S. 11. *14 So im genannten Kaufvertrag von 1814. *15 Sumser, Belvedere, S. 7–8. *16 FFA Donaueschingen, Grafik 368. Woher Loddenkemper und Sumser die Datierung der Aquatinta auf das Jahr 1827 bezogen (Loddenkemper, Gartenhäuschen, S. 25; Sumser, Belvedere, S. 8), ist nicht klar. Der Druck stammt aus dem Werk „Malerische Reise von Freiburg im Breisgau durch das Höllenthal und Donaueschingen nach Schaffhausen“, das ohne Jahr bei Bleuler in Schaffhausen erschien (online: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1877753). Die Datierung kann daher nach bisheriger Kenntnis nur mit Hilfe der dargestellten Gebäude festgestellt werden. Die signierte, jedoch nicht datierte Vorzeichnung Federles hat sich ebenfalls erhalten: FFA Donaueschingen, Zeichnung 760. Das Exemplar des Drucks im FFA Donaueschingen ist merkwürdigerweise nicht wie beim Karlsruher Exemplar deutsch und französisch, sondern englisch beschriftet. *17 Gestorben am 26. April 1865: Sterbebuch der kath. Pfarrgemeinde Donaueschingen. *18 GBZA Kornwestheim, Güterbuch Allmendshofen, Bd. XI, Nr. 112. *19 GBZA Kornwestheim, Lagerbuch Allmendshofen, Flst.-Nr. 188 (4188 neu). Die Reihenfolge der Abtrennungen lässt sich den heutigen Teilnummern der Flur 4188 entnehmen. *20 Sumser, Belvedere, S. 7. *21 Sumser, Belvedere, S. 20–24. Unnötig polemisch der Text im Mitteilungsblatt der Denkmalstiftung Baden- Württemberg, Belvedere in Donaueschingen.
„Belvedere“ Donaueschingen, Südseite mit einem und Ostseite mit zwei Fenstern, darunter der Kellereingang,
Oktober 2025. Foto: FFA Donaueschingen.
Literatur:
Bea, Josef: Ein fast vergessenes Gartenhäuschen auf dem Schützenberg bei Donaueschingen, in: Die Gemeinde (BWGZ) 2009, Heft 2, S. 79–80
Denkmalstiftung Baden-Württemberg (Hrsg.): Belvedere in Donaueschingen: Rettung eines „Kleinods“, in: Denkmalstiftung Baden-Württemberg 2009 Heft 2, S. 1–2 (Beilage zu Denkmalpflege in Baden-Württemberg 38, 2009, Heft 2)
Loddenkemper, Monika: Ein vergessenes Gartenhäuschen auf dem Schützenberg bei Donaueschingen, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 34, 2005, S. 25–28 (https://doi.org/10.11588/nbdpfbw.2005.1.12211)
Sumser, Hermann: Das „Belvedere auf dem Schützenberg“ in Donaueschingen, in: Schriften des Vereins für Ge- schichte und Naturgeschichte der Baar 50, 2007, S. 5–28 (https://doi.org/10.57962/regionalia-17404)
Federles Vorzeichnung gibt das „Belvedere“ noch etwas exakter wieder als der Druck. FFS Donaueschingen,
Zeichnung 760.
Lageplan des „Guth des Schützenwirth Ganter“ und des „Guth des Hofrath Fischer“ am Brunnenbach, 1819. FFA Donaueschingen, Karten,
Kasten I/1/64c.
Schon seit langer Zeit schreibt man viel und fortwährend über das allmählich immer mehr und mehr sichtbar werdende Verschwinden der Weißtanne von unseren Bergen. Auch gibt sich zu ihr eine gewisse weitverbreitete Sympathie kund, welche an die Wehmut beim Scheiden eines geliebten Freunds erinnert. (K. Gebhardt, Freiburg 1842)
An Sympathien für die Weißtanne hat es – o Tannenbaum! – nie gefehlt, schon gar nicht in der Forstpartie. Allerdings hält sich bis heute das Narrativ, sie sei überempfindlich wie eine Mimose. Allein schon die Tatsache, dass sie in Deutschland nur mehr auf ca. zehn Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets vorkommt, spricht wahrlich nicht für Vitalität und Widerstandskraft. Spätestens das „Tannensterben“ hat ihrem Ruf den Rest gegeben. „Ist die Weißtanne eine sterbende Baumart?“, so fragten sich 1979 Baden-Württembergs Forstleute anlässlich einer Fachtagung. Der Wiener Waldbauprofessor Hannes Mayer, einer der besten Tannenkenner, wies in seinem Beitrag darauf hin, dass das „Tannensterben“ schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt sei. Es handle sich dabei alles in allem um eine „Komplexwirkung verschiedenster vitalitätsmindernder Faktoren“. Freilich würden diese nicht zum Totalausfall der Tanne führen, „wenn nicht anthropogene Schadfaktoren wie überhöhte Immissionen dazukommen.“ In den Medien schlug die Geburtsstunde des neuen Schockbegriffs „Waldsterben“. Für die Politik sollte es bald höchste Zeit werden, im Kampf gegen den sauren Regen der Automobilindustrie den Katalysator vorzuschreiben, die TA-Luft zu verschärfen und per Großfeuerungsanlagen-Verordnung die Entschwefelung der den Fabrikschloten entweichenden Emissionen voranzutreiben.
„Der Schwarzwald stirbt“, so lautete 1984 die Weihnachtsbotschaft des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL, als Titelbild dient ein halbseits entnadelter Tannenbaum vor winterlicher Schwarzwaldidylle. Gegen Ende des Jahrtausends war in den Medien dann freilich bald nur noch vom „sogenannten Waldsterben“ die Rede, ehe auch dieses – ausgerechnet im „Jahrhundertsommer 2003“ – von der grünen Umweltministerin Renate Künast offiziell für beendet erklärt worden war. Doch nach einer Serie sich steigernder Hitze- und Trockenjahre tauchte das Phänomen als „Waldsterben 2.0“ plötzlich wieder aus der Versenkung auf: Dürre- und Borkenkäferschäden, die Häufung der Waldbrände sowie eine verheerende Flutkatastrophe sorgten dafür, dass der Verursacher, der Klimawandel, fortan nicht mehr aus den Schlagzeilen verschwinden sollte.
Als Fotograf mit einem Faible für Baum und Wald lechzt man bei all den Hiobsbotschaften förmlich nach Motiven abseits der Katastrophenszenarien, und so entstand im Jahr 2011 beiläufig auch das Foto einer ungemein langschäftigen, allem Anschein nach kerngesunden Weißtanne. Angetroffen hatte ich sie auf einem Streifzug durch Wutachschlucht unweit der überdachten Stallegger Brücke, über die einst der Fernhandelsweg vom Neckar zum Hochrhein führte. Eigentlich war ich nur im Begriff, mich unter den dortigen Tannenriesen nach einer Ersatzkandidatin umzusehen für die zwar prominente, doch leider seit Jahren kränkelnde Stallegger Tanne, auf welche am Wanderweg eine Hinweistafel aufmerksam machte mit ihren famosen Daten: Höhe 52 m, Volumen 34 Erntefestmeter, Umfang in Brusthöhe 4,52 m, Alter ca. 280 Jahre. Ob für ihren angeschlagenen Gesundheitszustand wohl der Klimawandel verantwortlich war – oder war ihr Siechtum eher dem Greisenalter geschuldet?
Was Alter, Umfang und Stammvolumen anbetraf, so würde mein Ersatzbaum natürlich noch längst nicht mithalten können, doch die Baumhöhe, immerhin, dürfte bereits an die 50 m heranreichen, so schien es mir vom Gegenhang beim Betrachten seines langen vollholzigen (walzenförmigen) Schaftes mit der dicht benadelten runden Kuppelkrone oben drauf; in ihr entdeckte ich mit dem Fernglas einen aufwärts gebogenen Kandelaberast, Indiz für einen früh verheilten Wipfelbruch. Ansonsten aber schien mir mein Baum, fern aller „anthropogenen Schadfaktoren“ und deren Komplexwirkung (H. Mayer), der Inbegriff einer makellosen und vor Gesundheit strotzenden Weißtanne zu sein.
Tanne 2011
Tanne 2015
Doch was war das für eine Enttäuschung, als ich mich vier Jahre später, im März 2015, wieder der Stallegger Brücke näherte, um nach der Tanne Ausschau zu halten! Denn ein Sturm (oder war es gar die Windhose eines Tornados?) hatte sie inzwischen brutal geköpft, sodass von der stolzen Krone am Stamm nur wenige grüne Wasserreißer (Klebäste) verblieben waren! War das nun das Aus für meine Tanne? Zwar war mir das phänomenale Ausheilungsvermögen der Weißtannen von zahlreichen frappierenden Beispielen durchaus vertraut, doch hier schien Hopfen und Malz verloren.
Im Sommer 2019, nach abermals vier Jahren, zog es mich erneut in die Schlucht: Was mochte aus meinem Motiv geworden sein? Sieh einer an, es gab sie noch, die Tanne – und sie war eben im Begriff, sich eine neue Krone zuzulegen. Zuoberst an der Bruchstelle schob sich tatsächlich ein neuer Leittrieb in die Höhe und die spärlichen Wasserreißer hatten sich auf wundersame Weise buschig vermehrt. Der staunenswerte Vorgang verdiente es, weiter verfolgt zu werden.
Tanne 2019
Tanne 2020
Zum Winterauftakt, am 8. Dezember 2020, war ein weiterer Besuch angesagt. Lag es am Neuschnee, dass sich der Wipfel erneut verändert zu haben schien: Knapp unterhalb der Bruchstelle, die sich wieder deutlicher abzeichnete, schoben sich nun sogar drei Leittriebe in die Höhe als gelte es neuerdings, da oben Christbäume zu züchten – an Saft und Kraft fehlte es der neuen Krone ganz offensichtlich nicht.
Mein vorerst letztes Foto stammt vom 5. November 2022, dem Vorabend der jüngsten Weltklimakonferenz. Und wieder hatte sich das Kronenbild der Tanne verändert: Nun sieht es ganz so aus, als hätten die Leittriebe sich im Wettbewerb um die Führungsrolle gegenseitig hoch getrieben, derweil ein paar flechtengraue Seitenäste vorzeitig ausgeschieden sind. Doch alles in allem bietet sich das Bild eines wohlgeratenen jugendlichen Tannenbaums, der sich da jetzt, seitlich leicht versetzt, auf dem weit über hundertjährigen Stamm breit gemacht hat. Dem Fotografen erwuchs so im Verlauf nur eines knappen Jahrzehnts ein neues Sinnbild für Vitalität, auch ein Hilfsmittel gegen das Verzagen angesichts all der Krisen, ein für sich selbst sprechendes Musterbeispiel für das Zauberwort im Zeichen des Klimawandels: für Resilienz.
Klar, dass nun auch noch ein Krankenbesuch bei der Stallegger Tanne anstand: Sie ist inzwischen vollends abgestorben, reckt ihre morschen kahlen Äste in die Luft, derweil die Rinde am Stamm bereits abzublättern beginnt und zwei prächtige Fruchtkörper des seltenen Stachelbartpilzes aus ihm hervorwachsen. Tannen pflegen lotrecht zu sterben und ihr Totholz ist voller Leben – das Hinweisschild mit ihren stolzen Daten wurde vorsorglich entfernt, damit andächtige, gar trauernde Tannenfreunde nicht unnötig lang im Gefahrenbereich verharren. Von „Wehmut beim Scheiden eines geliebten Freunds“ (K. Gebhardt), vom „Tannensterben“, jener „Komplexwirkung verschiedenster vitalitätsmindernder Faktoren“ (H. Mayer) ist in der Wutachschlucht derzeit wenig zu spüren.
Weißtannen-Vitalität 2022
Anmerkungen zur Vitalität der Weißtanne Nachtrag:
Im zu Ende gehenden Oktober 2025, nach einer regenreichen Woche, zog es mich wieder mal hinab zur Stallegger Brücke, unter der die Wutach diesmal prächtig schäumend hindurchrauschte. Dass die bei meinem Besuch vor drei Jahren bereits sterbenskranke Stallegger Tanne hart oberhalb des vielbegangenen Wanderwegs inzwischen aus Verkehrssicherungsgründen hat gefällt werden müssen, das hatte man vor Jahresfrist schon der Presse entnehmen können. An der Schnittfläche des gewaltigen Strunks gedeiht noch immer die Tannenglucke, während darunter eine blitzblanke Informationstafel der Naturschutzverwaltung nun an den Baum und seinen Riesenwuchs erinnert, dazu an den heutigen Nutzungsverzicht in Naturschutzgebieten wie an den einstigen Raubbau inklusive der Flößerei. Bis zum Bau der Eisenbahnen und der forstwirtschaftlichen Wegeerschließung war es auf der Wutach (anders als es die Abbildung auf der Tafel suggeriert) bei der blockweisen Holztrift geblieben, nachdem die Wolfacher Schiffergesellschaft, die den wilden Fluss für die stammweise Flößerei herzurichten versucht hatte, damit 1847 kläglich gescheitert ist bei einem Gesamtschaden von 200.000 Gulden.
Überrest der Stallegger Tanne (mit Gluckepilz)
Infotafel zum Angedenken
Gänzlich unbeeinflusst von der Nutzungsgeschichte der Schlucht hat sich indessen der neue Wipfel meiner im Jahr 2015 vom Sturm geköpften (und zuletzt vor drei Jahren fotografisch dokumentierten) „Ersatztanne“ weiterentwickelt. Und wenn ihre Ersatzkrone ungestört so weiterwächst, wird man der Tanne den Stammbruch wohl bald nicht mehr anmerken können, so perfekt ist sie schon jetzt wieder geformt – nach gerade mal einem Jahrzehnt. Und selbst wenn es erneut zu einem Missgeschick kommen sollte, so hat sie bereits vorgesorgt: In ca. fünf Metern Höhe hat sich am Stamm aus einem Klebast ein grün benadeltes Bajonett gebildet, sodass sie auch einen weiteren Stammbruch überleben könnte. Nein, auch Weißtannen wachsen nicht in den Himmel, ihre Vitalität ist dennoch wahrhaft staunenswert!
Nur das von Rehen heillos verbissene Tännchen am Standort des Fotografen (knapp oberhalb der Wegböschung der einstigen hier die Wutach querenden Postverbindung zwischen Neckar und Hochrhein) hat es mit seinem Gipfeltrieb noch immer nicht über die Äserhöhe hinausgeschafft. Ob im Klimawandel zur Erhaltung des „Schwarzwälder Charakterbaums“ nicht vielleicht doch nebst den Jägern auch die großen Beutegreifer Luchs und Wolf wieder ihren Beitrag leisten sollten?
Die Kette mit den 6 Hufeisen an der Leonhardskapelle befindet sich trotz aller Sagen wohl dort, weil an so gut wie allen Leonhardskapellen Ketten sind. St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert (starb wohl 559) und gehört zu den 14 Nothelfern – er ist der Patron der Fuhrleute. Die Kette gilt als „aneinandergereihte Danksagung“ an den Patron aller Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere.
Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard sitzend mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.
Ebenfalls vorne an der Leonhardskapelle (erbaut 1479 und gestiftet von Konrad und Burckhart von Schellenberg) kann man die verschiedenen Wasserpegel von Hüfingen bestaunen:
Der Friedhof wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht und wurde 1806 und 1861 erweitert. Problem war nicht nur, dass wegen des Dreißigjährigen Krieges der Friedhof bei der Stadtkirche zu klein wurde, sondern auch die ermordeten der sogenannten „Hexenverfolgung“ verscharrt werden mussten. Archivrat Franck meint 1872: “Wen mahnt es aber nicht an höhere Strafe und Gerechtigkeit, wenn er sich erinnert, daß über die Hüfinger Blutmenschen selbst schon am 15. Oktober 1632 das fürchterliche Blutbad durch die Würtemberger hereinbrach?”
Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa„, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen, die allerdings ungenau gezeichnet ist. Dagegen sind die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der große Weiher (Behlaer Weiher) richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar. Verzeichnet sind das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.
Karte aus dem Jahr 1662 von Hüfingen von Martin Menradt
Landtafel der Baar von 1620 von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo die Stadtapotheke war. Deutlich lassen sich die an die Stadtmauer gebauten Häuser erkennen. Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der » Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.
Als Sinnbild der Vergänglichkeit kennt jeder die Rose, dabei ist der Efeu schon seit vorchristlicher Zeit das Sinnbild der Erlösung und des ewigen Lebens.
Epitaphien sind Grabinschriften für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand oder in der Friedhofsmauer. Hier will ich einige zeigen und beginne aber erst mit der Mauer von German Hasenfratz in den 1970er
Friedhofsmauer von German Hasenfratz etwa 1970
Lucian Reich Schriftsteller und Kunstmaler 26. Februar 1817 – 2. Juli 1900
Xaver Reich Bildhauer 1. August 1815 – 8. Oktober 1881 Josepha Reich geb. Elsässer 23. Aprlil 1823 – 19. November 1900
Karl Bromberger, Litograph Ehernbürger der Stadt Hüfingen 1873-1965 Clara Bromberger, geb. Bölke 1871-1958
Durchbohrt von eines Mörders Hiebe. Blieb CURTA noch ein Muster von Geduld. Noch sterbend sprach er voll der Liebe. Vergebet meinem Mörder seine Schuld.
Dieses Denkmal der Liebe weihet ihrem Gatten Vallentin Curta Handelsmann seine betrübte Witwe mit VIII. verzogenen Kindern. Geboren zu der H. Dreyfaltigkeit in Gressoney. Starb den IV. Oktober MDCCCV. im LIII. Jahr seines Alters. R.I.P.
Dieses Denkmahl der Einzigen Liebe und des oantbiex? andenkens seihen dir Sehrvermißten Curtaischen Kinder ihrer ? für ? und alle jene, die sehr herzlichen unvergeßlichen Mutter Rosina Burkhard verehelichten Curta deren Geist aus der zerbrechlichen irdischen Hülle zu der ewigen Stütze und zur fehgälich gewünschten wiedervereinigung zu ihrem vorangegangenen Gatten eille. der 22. März 1808. eben als die das 40 e Lebensjahr angefangen hatte. Gottes friede weh in Blumen düften Vater Mutter über Euer Gräber her.
Johann Franz Valentin Curta (Kurta im Stammbuch), Kaufmann aus Italien, * in „Dreifaltigkeit ind der Cresonai“ (=Gressoney am Monte Rosa). Gestorben in Hüfingen am 19.10.1805 . Er wurde von österreichischen Soldaten beim Plündern vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder niedergeschossen und drei Stunden später gestorben. Er war verheiratet mit Rosina Burkhard und sie hatten 12 Kinder. Ein Sohn Johann Franz Valentin Curta wurde Hirschenwirt und Johann Jakob Handelsmann.
Maria Franziska von Ehren geb. D. IX. September gestorben D. 22 ANG. 1863 ?
Denkmal Ihrer Hochedelgebohrenen Frau Katharina Kletser gebohrene Bosch. Sie starb den 5. November 1815 im 40 Lebensjahr.
Lasset die Kinder zu mir kommen Dem hoffnungsvollen Knaben Ferdinand Fischerkeller Geb. den 8. August 1818 Gest. 25 April 1828 Weihen dieses Denkmal seine trauernden Eltern
Hier ruht Johann Babtist Fischerkeller geboren zu Donaueschingen den 21ten August 1749. gundler Kaplan zu Jungnau druch 13 – zu Kaseifingen G_ und endlich dazu ad 6. Blasium durch 26 Jahre ? seine irdische Laufbahn den 21 ten Juny 1852. Gott gebe Ihm und allen ? dir Ewige ? Amen
Francisco Neser Josepf Anton Heizman Raul Stoerk
Ruhestätte des Hochwürdigen Herrn LOS. Benedict Rebsteix (Pfarrer?)
2. von links: Maria Magdalena Nober geb. Moog 24. Juni 1765 – 14. Juli 1840
Dem Andenken Des Hochwürdigen Herrn Benedici Merck Des villino, Rur:Kap;Exdecans Bischöf. Konk, geist. Raths, und durh 35 Jahrepfarrer dahier Legte ab die Körperliche Hülle nach 7 Jahren Leiden den 21 May 1798 im 64 Alterjahre: Geweiht v. seinen Geschwistern.
In der Mitte das Epitaph eines Bäckers. Die Brezel bindet die gesenkte Fackel des Todes ein.
Das von Franz Xaver Reich 1864 erschaffene Steinkreuz verbindet die Hauptachse des alten Friedhofsteiles mit dem neuen Teil. Der obere Teil scheint neuer zu sein. Vielleicht weiß ja jemand wo sich das ursprüngliche obere Kreuz befindet?
Die Einsegnungshalle wurde 2007 vom damaligen Bürgermeister Anton Knapp zusammen mit dem Architekten Rolf Schafbuch mit einer großen „Lichterscheinung“ vom Hüfinger Künstler Emil Kiess neu gestaltet.
Das Glasfenster von Emil Kiess mit 6000 kleinen Glasplatten spiegelt den Friedhof wie ein Mosaik.
Ebenfalls bei der Einsegungshalle befinden sich die Grabplatten von Adolf Heer und Rudolf Gleichauf.
Adolf Heer Bildhauer geboren 13. September 1819 gestorben 29. März 1898
Grabstein Adolf Heer und Rudolf Gleichauf
Rudolf Gleichauf Historienmaler geboren 29. Juli 1826 gestorben 15. Oktober 1896
Die Grabstätte (Grabstein) von Adolf Heer und seinem Freund Rudolf Gleichauf ehemals auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe.
Nach dem Tode Adolf Heers veranlasste der Landschaftsmaler Wilhelm Klose, ein ehr vermögender Karlsruher Mäzen (Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe), eine würdige Grabstätte für seine Freunde zu errichten. Die Ausführung lag in den Händen von Bildhauer Johannes Hirt, der ein langjähriger Mitarbeiter von Heer bei der Gestaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmal war. Auch die zwei Bronzereliefs von Heer und Gleichauf am Grabstein sind mit J. Hirt signiert. J. Hirt wurde vom Verlassenschaft -Gericht als Abwickler der noch nicht vollendeten Arbeiten von Heer bestimmt. Er wurde ein bekannter Bildhauer in Karlsruhe. Das Grabmal fand seinen Platz auf dem sogenannten „Hügel“, eine bevorzugte Lage mit Bäumen, Farnen und Stechpalmen – wahrscheinlich unter Denkmalschutz stehend.
Wenig verständlich erscheint ein Bericht im Südkurier im Jahre 1976, „Silberdisteln schmücken das gemeinsame Grab von A. Heer und R. Gleichauf, wo den Besuchern von der Friedhofsverwaltung erklärt wird: „Wir halten es für eine Selbstverständlichkeit und Pflicht, den Gräbern Heers und Gleichaufs unsere Aufmerksamkeit zu schenken“. Mit wenigen einprägsamen Worten wird die Bedeutung der Künstler skizziert: .. Heer und Gleichauf haben im vergangenen Jahrhundert mitgeholfen, die Züge des Kunstschaffens in Karlsruhe zu prägen“. Monate später wird dann in einem Schreiben an die Stadtverwaltung Hüfingen und wahrscheinlich auch Vöhrenbach angefragt, ob Interesse am Grabstein der beiden Künstler bestehe: „Das Grab wird aufgelöst.“ Die Stadtverwaltung Hüfingen holte den Grabstein, der jetzt bei der Aussegnunghalle und den Urnenstelen steht. Leider ist der Stein nur ein Torso, denn die kunstvolle Einfassung fehlt. Auch sollte die Inschrift erneuert werden.
Bildhauer Prof. Adolf Heer, Sein Leben und seine Werke auf der Baar und dem Umland von Erich Willmann Schriften der Baar 53, (2010)
Dr. Erwin Sumser 8. Oktober 1891 in Merzhausen bei Freiburg im Breisgau als Erwin Josef Sumser – 22. Januar 1961 in Hüfingen. Pionier des Naturschutzes.
Harm von Lintig geboren 20.Oktober 1965 gestorben 5. April 2026
Eva von Lintig geboren 11. Juli 1931 gestorben 10. September 2023
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr
S` giit nu on Ort uf dere Welt Wo mir jeder winzigscht Winkel Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft Wo jedes Plätzli i jedere Gass Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte, riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait Daß ich als Bue do glebt han
Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse
Riebeköpf und Drachelättli, gelesen am 27. Oktober 2020
Riebegäeschter:
Die letschte Däg bin i de halbe Boor umegmuuset. Ech han e Riebefeld gsucht dann i minere Enkelin, de Nora, en Riebekopf mache kaa. Gfunde hani koe onzig Feld und natierli au koa onzigi Rieb. Verdriessli bin i hoam und han iber iisri Riebeköpf- Buebeziit nosinniert. Zu allem Uglick bin i au no in en Baumärt innidappet wo`s hiefewies so uuweags und billigs Hälowiin Lumpezieg gäe hät. No war i natierli erscht reacht glade und aagscherret zum die folgend Herbschgschecht us re glickselige Kinderziit z` Verzelle.
Wemmers s` Kruut und d` Rahne im Garte geehrnet hät, mit de Gilleschapfe s` Gilleloch glehrt und im umbrochene Garte verlätteret hät und d` Buure, de Waibel , de Bächler und de Glunk, scho Loaterwäge mit de Brettersiteläde und de 13 PS Fahr- oder Kramer- Bulldöggli voll mit große, rote Riebe hoam gfiehrt hond, mit Runkelriebe, denno wars Ziit zum uf d` Riebefelder z` gau und de scheenscht, de grescht vu dene rote Runkelriebe z` saperalisiere. Me hät sech zwar e weng verduckt, aber wenns de Buur gsähne hät, hät er nint gsait. Oder sogar omm de schenscht mit om zemet uusgsuecht. Die Buure hond de uuralt Volks- Bruuch kennt, äschtimiert und sogar gferderet.
Zwei scheeni häsch der uusgsuecht, eweng putzet, s` Kruut abgseblet und unter de Ärm hoamgschloapft. Us de Kochi häsch jetzt s` scherfscht und spitzigscht Speckmesser gschmugglet. De Riebekopf uf de Spaltklotz und zerscht d` Schädeldecki vu dem Riebel eröfffnet. Uubluutig aber eweng saftig mit Zuckergschmack. Jetzt häsch ihm s` Hirn uusgschabbet mit kriezwiese Messerschnitt und eme alte Löffel. Je dinner de Schädel war umso besser, umso dorchsichtiger und gspenschtischer war er. . Ufpasse häsch trotzdem messe dass en nit verseblet häsch und d` Wand dorchbroche häsch, also en uuheilbare Schädelbroch aazettlet häsch. Vu de ibrige Riebeschnitz häsch ab und zue eweng gschlecket, aber die meischte hät de Nochbersbue ver sini d` Hase griegt; Deutsche Langohr- Riesen. Jetzt isches as Uussäge und zueschnitze vu de Auge, de Nase, em Muel und de Ohre gange. I de kretaive Iifäll waret konni Grenze gsetzt. Ob es Zacke, Rundunge, Halbmönd, Sternlifermig oder nu gradi Skalpellschniitt waret. Hauptsach eweng gruusig, gspenstisch und uuheimlich hät des Gsicht und s` Ussähne vu some Riebekopf sie messe.
Scho Woche vorher häsch bim Messmer, bi sellem guetmietige Klebo, die Kerzereschtli und Kerzestumpe vu de Altarliichtli abbetlet. Jetzt sind die Stumpe ver en heidnische Kult umgmodlet und umgoorglet wore. Nämlich ver`s Liechte und Strahle vu dene Riebeköpf. Wenn de Klebo gwisst het dass die gweihte Kerze i heidnische Riebegäeschter kumme sind, no heter mer bestimmt konni griegt. Denno d` Schädeldecke, s`Käppli, de Glatzkopf wieder druff, mit zwei roschtige Nägel gsecheret und fertig war de gruusig Riebegoascht. De Brueder und die andere Soacher vu de Strossebandi waret am Obet noch em Iinachte au fertig und parat und denno isches ab uf d` Gass zum Goaschtere gange. Zindhelzli im Sack zum
d` Kerzestumpe aazinde und denno zerscht zu de Dilgeri. Vor de Derre hommer e Goeschtergjomer und Dräese i allne Tonlage aagstimmt und gschellet. Natierli isch Dilgeri verschrocke, vergelschteret zruckgweche wenn mir mit de Riebeköpf vor ehrem Gsicht ummegfuchtlet hond. Ängschtlich hät die Fasnetnärrin gjommeret und dräeset. Aber die Alteschingeri hät des Uralt Ritual im Herbscht kennt und gern mitgspillt. Noch e Paar Minute vu dem Gschpenschtere hät sie jedem vu dene Gäeschter zwonzg- oder fufzg Pfennig gähe zum die Herbstgäeschter, die de Winter akindigt hond, zum besänftige. Jetzt hät de Winter kumme kinne, dene Wintergäschter war flatiert und sie waret güetig gstimmt. Noch vier fünf Huusderre bi de Ureschinger häsch guet e Mark zämet ghet, d` Kerzli waret au abbrennt und Stimmbänder verstimmt.
Z` fride häsch de Angscht- und Goaschter Zies usem Hosesack zelt und abgmacht, zu wem er am näschte Obet gond. Die zuegroasste Lehrer im Linseösch, die hoffährtige Beamte und die Evangelische im Hindeborgring häsch uuslau kinne. Und ver „ Giizig, giizig, giizig isch de Lehrer Lempel ….“ wars ver d` Johresziit no z` frieh. Die Spielregle hommer scho kennt und au iighalte. Und au i Brauchtumssache waremer Basis- uusbildet und honds respektiert.
Noch dene paardägige Riebegäeschter- Umgäng isch de Riebekopf is Fenschter gstellt wore und jede Obet aazunde wore. So Aafang November warer verdrochnet, lummelig, rappeschwarz vum Kerzeruess und die vergnieglich Riebekopfziit war wiedermol ver e Johr umme.
Drachelättli
Noch dem Bombe Summer isch all no kon onzige Herbsstorm iber d` Boor gruuscht. Und ech han au no kon onzige Papiervogel, nei, hit sind die jo us Plaschtik, am Himmle gsänne. Drum muen i mi zum schwätze und verzelle über de ander groß Buebe- Herbschtbruuch fascht scho eweng zwinge. Wenn ebe de erscht Storiax vum Spanneberg und Brielinge her i d` Stadt inni pfiffe isch, denno häsch gwisst: Jetzt mosch drag au, jetzt mosch ebbis bäschtle. Denno bisch noch de Huusufgabe glii zum brummlige aber güetige Nochber, zum Zimmermaa Wilhelm Rudolf gange. „Herr Rudolf, kennt emer e paar Drachelättli haa, so 2-3 Meter ver mech und de Brueder“
„Hergottsack, jetzt war de Heitzmanne- Christof und de Lohre Ginter scho do und hond gholt. Moss zertscht gucke wanni no do han. Nei, bigott, die hond alls wa no do war scho abgschwartet. Aber wells ihr sind werf i d` Sägi schnell no aa und säg e paar. Bruuchet aber gar nit monne, dass er nomol kumme kinnet und monne, dass er nomol grieget. Wenner`s wie s` letzt Johr vermorkset oder de Drache devu fliegt i d` Bämm am Buechberg, no giihts konni meh.
Noch paar Minute waremer freidig- stolze Besitzer vu de beschte und liichteschte Drachelättli i de Stadt. Und umesunscht waret se au weil au de Rudolfe- Wilhelm den Drachfliegerkult vu de Eschinger Buebe kennt hät und er ihn friehner beschtimmt selber au zelebriert hät. Gond emol i d` Baumärt und kaufet 3 Meter feinschte Lättli. Erschmol sind sie zum heale Fidle uus nint und zweitens sind er ruck- zuck 20 Euro los. De näscht Gang war zu de Kuttrufe – Wieber i de Krankehuusstroß zum Drachepapier kaufe. Die beide Schriebwaregschäfts – Wieber, Josefine und Agathli, hond uf de Herbscht e Kontingent Drachepapier poschtet. Dinn, liiecht, meglichscht riisfescht, dorchsichtig und i verschiedene Farbe. Me hät nu Drachepapier sage messe, wieviel Böge und wa fer e Farb. Die gädrige, aalte Wieber hond Bscheid gwisst. Uhu- Kleaber und den no nit gängige Tesafilm hond sie glii gar nit aabote, well sie gwisst hond, daß do e koschtegünstigi Spezial- Mischung zum Iisatz kunnt. Also Lättli und Papier häsch.
Fehlt no d` Dracheschnur. Die Letschtjährig hät der Motter zum Gschenkli iipacke verschaffet. Also wieder zum e wiitere Nochber. Nebet iis isch de bescht polnisch Schuemacher i d` Garage vum Metzger Willi iizoge. De Stanislaus Biskupski. Dem homer wieder, wie scho im letschte Johr, erklärt dass mer de bescht, de dinscht, de sterkscht aber au de liichtscht Spaget bruuchet. Und nit nuu so paar cm wie ver en Schuhe – flicke, sondern ver jeden vu iis gli so 50 !! in Worten Fufzig Meter. E ganze Rolle. „ Jey, Schwarze Madonna von Zenschstochau, Madam Mauz, die beide Bubbe brauche soviele Zwirn, wie, oh- jegges , so i bekomme Miete nite zemme, kann i rabota wie i welle, ver diese Geier-Metzger , diese Raubvogel Willi, also, do habbe zwei Relleli, aber nächste Jahr i habe kein Schnurr meh, Jesu un Maria un Josip“
As s ` näscht Johr hom mir no nit denkt. Haupsach me hond ver des Johr s` bescht Matrial zemet. D` Motter hät de Kochidisch rumme messe und jetzt sind zwei Kriezer us de Lättli vum Rudolf exakt zemetverschniert wore. Wechtig war dass sie i de „ Woog „ waret. Uf des Holz- Grischt isch jetzt s` Papier gleit wore, exakt zuegschnitte und: Mit dem aagriehrte, ufem Ofe eweng aagwermete Meahlpapp am Lattegstell und de rundum Abschpannung aabäppet wore. De Wadel vu dem Drache war e au e Stuck Spaget vum Biskupski a dem so 6-10 Krepp- Papierreesli, so wie a de Hozigbämli wo Kränlzimaidli bindet, aabunde waret. Des war vers Kurs halte wechtig. Jetzt isch `s as „ Tuning „ gange , as usmebiliere , as uustariere vum Drache. I de Queri und i de Längi hät er so millimetergenau usgwoge sie messe wies hitzudag nit emol die ufs Hundertstell baute Airbus sind. Wertarbet halt.
Jetzt hät d` Kunscht aber erscht aagfange. De Wind hät stimme messe und de Startplatz und natierli s` Wetter. Wenns grenglet hät war`s nint. Suscht wär de Mealbapp glii vertloffe und z` Schwer vu de Nässi wär er au gsi. Die Eschinger Drachmeteorologe hon genau gwißt wo`s am beschte war, und bei wa fer Wind. De Spanneberg war fascht immer guet well de Süd- Wester dä guet bloose hät. Und ganz frei glege war der Wiese- Buckel au no. Nit so iberbaut wie hit. Aber de Transport dorch die halb Stadt und dorch die Revier vu dene neidische, feindliche andere Bande- Revier, d` Käfersträssler, d` Eilemer, d` Vorstädtler und d` Spannebergler war lang und hoakel. Wenn a de Vorstädler- Haudege kampflos vorbei waersch. häsch` s fascht scho gschafft. Iiser Hauptrevier vu de Oberstädtler aber war am hechste Punkt vum Buechberg, hinterm Lazarett. Bim legendäre Bunker. Dä, a dem luftige, freie Buckel, hät de Wind vu allne Siite kumme kinne und pfiffe, egal woher, windtmässig wars dä immer „ brutal guet „ wie mer dämols statt „ geil „ gsait hät. Dä häts all Ufwindkha. Aber alls kamer halt nie haa. Dä dobbbe waret nu Fruecht- Herdepfel- und Riebeäcker. Und zum Drachestiegelau, zum Starte, hät mer dämols no Renne messe wie en Haas. Und jetzt renn emol als kleine Hoseforzer dorch und über die Forrene und Fruechtäcker. Nit emeol d` Stoppelkenigin vum Markgrönninger Schäferlauf wär do iber die Forrene kumme uhni dass es sie uf d` Schnorre ghaue het. Wa hät do de Bruder gflucht und sakramentiert und Schimpfwerter ussigjohlet wenn de Klei wieder inere Forri glege isch und de Drache im Storzflug wie e Stucka abidrudlet isch. So sanft wie hit war min greesere Brueder dämols nit. Nit ummesunscht war er als Iisefueß bekannt. Wie vielmol isch die Übig mit eme Totalschade oder eme Totalverluscht uusgange.
Denno war e Gjohl und e Gschroa am Buechberg und ufem Hoamweag a de Riviera endlang, dass ech mir gschwore han: „ S` näscht Johr kann er mi am Arsch lecke und gucke dass er en andere Dubbel als Starthaas findet, aber nimme mit mir ! Ech gang mit mim oagene Drächli an Neberweag, dert bloost de Wind zwar nit so guet und immer nu vu hinne und villmol Fallwind oder vu de falsche Siite, aber s` hät dä nu guet gstrigleti Wiese womer wetze khaa wie en Satan und de Drache selber uffibringt und de Gnuss denno ganz aloenig hät“.
Wenn aber de Vogel immer höher und höher in Himmel gstige isch und dä e halbe oder gar oa Stund hin und her am hupfeliichte Spaget vum Biskupsky gschauklet und federliicht gschwebt isch, bespannt mit em gute Drachepapier vu de Kuttruffe – Wieber , zemetbbeppet mit de oagene Meahlbappmischung und mit de Rudolfsche Präzisionsdrachelättli; denno war die Buebe- Seeligkeit uuibertroffe und alli Flüech, Verwünschunge und Jähzornschräe waret vergesse. Und de Entschluss isch feschtgstande: S` näscht Johr word de Drache no greeser, de Spaget no länger und die Flugziite ewiglang, usizoge bis zum Betzzitliite.
Jo so wars , des Buebeglick z` Eschinge und s `nächstmol verzell ich eich die Gschecht vum ….?
Drachelättli
Jetzt guck mol dert, dä lupft`s en Scherm Khoa Wunder ischs bei some Gsterm Hit Mittag Schuel, des wär e Päch Mir holed Drächli rab, vum Gräch
Im letzte Johr hom mir paar baut Mit allerbeschter Drachehaut Mit Spaget nu us feinstem Gspinn So fein wie fascht nu Siide sinn
Wenn Lättli häsch so liicht wie Zunder Und nit wie seller Bauhaus- Plunder Die giihts halt nu, vu dem khaschs haa Vum Rudolf- Wilhelm , em Laßberg- Zimmermaa
Die Drachehuut vum Kuttruff Läddli Vum Rudolf beschte Dracheläddli De Stanislaus spendiert de Spaget De Meahlbapp griehrt, nuu nit verzaget
Do stieget Drächli hoh und hecher I allerhegschti Himmelsgmecher Am Regeboge kräslet die no nuf So liicht wie wenn er bricht konn Schnuf
Me sots nit glaube, jo saprament Jetzt isch er scho : am Firmament ! Es bruucht nit vill, nu Meahlbapp und Papier Zwoe Lättli und, halt sauguets Gschnier
No glihjet d` Buebebacke rot und schee Au uhni Facebook, T ablet und PeCee
Zum Jahresbeginn 2026 übernimmt Wiltrud Siegfried aus Hüfingen die Leitung des GVV-Umweltbüros.
Die Bauingenieurin hat an der TU Kaiserslautern studiert, wohnt seit 5 Jahren in Hüfingen und möchte künftig stärker Brücken schlagen – zwischen Verwaltung, Ehrenamt und Landwirtschaft.
Von der neuen Leiterin erhoffen sich die Mitgliedsgemeinden neue Impulse für den Umwelt- und Naturschutz, eine offenere Kommunikation und eine bessere Vernetzung der Projekte in der gesamten Region.
Wir haben mit ihr über ihre Pläne, Ziele und den Blick auf die kommenden Aufgaben gesprochen.
Wiltrud Siegfried ab Januar 2026 Leiterin des GVV Umweltbüros
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Fragen an die neue Leiterin des GVV-Umweltbüros
1. In den vergangenen Jahren war die Zusammenarbeit zwischen dem Umweltbüro und den ehrenamtlich Engagierten nicht immer ganz einfach. Was möchten Sie anders machen, um künftig ein besseres Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt zu erreichen?
Wiltrud Siegfried: Zunächst freue ich mich für das Interesse, danke für die Fragen. Meine Tätigkeit im Umweltbüro werde ich im Dezember beginnen. Zur Zusammenarbeit der vergangenen Jahre kann und will ich daher nichts sagen. Ich möchte betonen, dass ich die ehrenamtliche Arbeit für wertvoll halte. Bürgerschaftliches Engagement kann zu Natur- und Umweltschutz wesentliches beitragen. Grundsätzlich sind mir Information und Austausch wichtig, nur so ist ein Miteinander möglich.
Meine Auftraggeber sind die Gemeinden Donaueschingen, Bräunlingen, Hüfingen und Bad Dürrheim. Die Aufgaben des Umweltbüros sind dabei genau festgelegt. Darauf werde ich mich immer beziehen.
2. Nach außen war vom Umweltbüro bisher eher wenig zu hören. Wie wichtig ist Ihnen eine aktive Öffentlichkeitsarbeit – und planen Sie, den Austausch auch mit dem ehrenamtlichen Naturschutz und dem BLHV stärker zu suchen?
Wiltrud Siegfried: Ich war tatsächlich erstaunt zu hören, dass Menschen im Städtedreieck das Umweltbüro nicht kennen, trotz Veranstaltungen und Veröffentlichungen, die es ja gibt, z.B. die Naturerlebnisgruppen, die für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren konzipiert sind. Im aktuellen Winterprogramm sind die Kinder an neun Terminen draußen unterwegs, um Facetten von Natur und Umwelt kennen zu lernen.
Die Arbeit des Umweltbüros bekannt zu machen, bringt sicherlich positive Effekte mit sich. Deshalb schaue ich mir gerne an, was wir in der Öffentlichkeitsarbeit weiter tun können. Kommunikation und Austausch halte ich für elementar und damit auch den Kontakt zu Verbänden und Vereinen.
3. Der Schwerpunkt der bisherigen Arbeit lag deutlich in Donaueschingen. Werden künftig auch die anderen Mitgliedsgemeinden mehr Beachtung finden – etwa durch die Vorstellung von Projekten in Gemeinde- oder Ortschaftsratssitzungen?
Wiltrud Siegfried: Das Umweltbüro ist für die vier Gemeinden Bräunlingen, Hüfingen, Bad Dürrheim und Donaueschingen tätig. Wie viel die Mitarbeitenden für eine Gemeinde tun, hängt von der Beauftragung durch die Gemeinde ab. Beachtung finden alle Gemeinden gleichermaßen. Soweit ich weiß, findet ein regelmäßiger Austausch zu umweltrelevanten Themen mit allen Gemeinden statt. Ich bin gerne bereit, in den örtlichen Gremien über die Arbeit des Umweltbüros zu informieren.
4. Sie sind die wahrscheinlich die Erste im Umweltbüro, die nicht in Donaueschingen wohnt. Wie empfinden Sie das – eher als Nachteil oder vielleicht sogar als Chance, mit einem neuen, unabhängigen Blick auf die Region zu schauen?
Wiltrud Siegfried: Aus meiner Sicht ist der Wohnort der Mitarbeitenden für die Arbeit im Umweltbüro nicht relevant.
vor kurzem schickte mir Brigitte Köstel aus Bruchsal das eindrucksvolle Bild mit dem Hinweis, „das habe ich heute im Wald beim Wandern auf dem Boden entdeckt, ein Eichenblatt mit vier festgeklebten Kugeln oder Beeren. Wie kommt es dazu? Ich habe das noch nie gesehen“. So geht es vermutlich den meisten von uns.
Mein Schwager Hardy Eggert aus Zimmern unter der Burg schickte mir vor wenigen Wochen das Bild unten. Es handelt sich um den gleichen Sachverhalt.
Google Lens fand schnell die Antwort: „Es sind Galläpfel. Galläpfel sind kugelförmige Wucherungen, die an Eichenblättern entstehen. Sie werden durch die Eiablage der Eichengallwespe verursacht. Die Galle bildet sich als Abwehrreaktion der Eiche auf den Stich der Wespe und dient als Schutzhülle für die sich entwickelnde Larve. Galläpfel wurden früher aufgrund ihres hohen Tanningehalts zum Gerben von Leder und zur Herstellung von Tinte verwendet“.
Übrigens, die Eichenblattwespe ist nur zwei bis drei Millimeter klein. Sie schlüpft nach einigen Wochen oder nach dem Winter aus einem kleinen Loch. Löcher sieht man bei den Kugeln keine, demnach erfolgte vermutlich noch kein Schlupf. Die Gallen sind für die Eiche harmlos, auch wenn der Befall relativ stark ist.
Brigitte Köstel und Hardy Eggert vielen Dank für die Überlassung der Bilder.
In Brandenburg bauen sie das größte Windrad der Welt. Es könnte die Energiewende im wahrsten Sinne des Wortes auf eine neue Stufe heben – wenn denn alles gut geht. (Süddeutsche Zeitung v. 22. 10. 2025)
In der Lausitz, inmitten eines Waldgebiets, entsteht derzeit ein Riesenwindrad. Mit seiner maximalen Rotorhöhe von 365 Metern soll es das zweithöchste Bauwerk Deutschlands werden, rangierend gleich hinter dem Berliner Fernsehturm. In solcher Höhe lasse sich mehr und gleichmäßiger Wind ernten, so das Kalkül, ähnlich wie auf See. Derlei Höhenwindräder ließen sich, so sieht es der SZ-Journalist nach seinem Baustellenbesuch, in bestehende Windparks integrieren und „im windschwächeren Bayern oder Baden-Württemberg“ einsetzen. „Für die Energiewende“, so der Chef der Baugesellschaft, „kann das der totale Gamechanger werden“: Tausende Riesenwindanlagen erträumt er sich für Deutschland, wenn es denn klappen sollte mit dem Lausitzer Prototypen auf seiner gewaltigen Fundamentplatte mitsamt zwölf Meter langen Pfählen darunter.
Windradzwerg der Nullerjahre auf der Längewiese
Was für eine Perspektive für die ohnehin schon von Nah- und Fernwirkung vorhandener und geplanter Windparks bereits bedrohten Kultur- wie Erholungslandschaften! Wie hat man sich da bloß den Schwarzwald in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts vorzustellen? Oder die Schwäbische Alb? Oder die Länge? Was, wenn einer der Riesen, trotz aller Ingenieurskunst, unter einer Orkanböe zu wanken beginnt und umstürzt? Wenn aus der beschädigten Gondel SF6, das gefährliche Schwefelhexafluorid, austritt, ein vieltausendmal schädlicher wirkendes Treibhausgas als CO2? Wie hat man sich überhaupt den ökologischen Fußabdruck solcher Betonriesen vorzustellen – und das in einem Industrieland mit Vorbildfunktion, das – weltweit einzigartig – Tempolimits auf Autobahnen seinen Bürgern noch immer nicht zumuten mag, selbst wenn durch die Begrenzung auf 120 Kilometer pro Stunde (nach einer Studie des Umweltbundesamtes) jährlich 6,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden könnten? Und wo doch die Zementindustrie zu den allergrößten CO2-Schleudern zählt, klimaschädlicher als der gesamte Luftverkehr?
Demnächst doppelt so hoch!
Wie es ausschaut, lässt sich mit Riesenwindrädern der Teufel mit dem Beelzebub austreiben – mit ihrem Nutzen fürs Weltklima wie mit ihrer Wirkung aufs Landschaftsbild. Fast will da Freude aufkommen, dass man die heimatliche Welt noch unversehrter hat erleben dürfen.
Demnächst zehnmal so hoch wie das Windrad auf dem Auenberg !
„Lange Trockenperioden, Starkregen und Hochwasser – die Folgen des Klimawandels machen sich auch bei uns immer deutlicher bemerkbar. Deshalb investieren wir jetzt gezielt, damit auch künftig ausreichend Wasser in guter Qualität zur Verfügung steht. Gleichzeitig unterstützen wir Projekte zum Hochwasserschutz, um im Ernstfall gut gerüstet zu sein“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Wolf MdL. „Ich freue mich daher sehr, dass für Fridingen, Gosheim und Hüfingen insgesamt 958.800 Euro für die Wasserwirtschaft vor Ort bewilligt werden“, so Wolf weiter. (…) In Hüfingen wird eine Maßnahme aus dem Bereich „Altlasten“ gefördert, die Altablagerung „Lagerplatz beim Sägewerk“ soll voraussichtlich 12.500 Euro für eine Detailuntersuchung erhalten.
Wie ich eben erfahren habe, ist das Geld für die Untersuchungen bei der Bleichewiese. Das mit dem Sägewerk war irreführend. Wobei am Steinersbächle stand ja mal eins – siehe unten:
Da ich die Antwort nicht kapiert hatte, habe ich nochmal auf dem Bauamt nachgefragt und hier die Erklärung vom Bauamtsleiter Thilo Mayer erhalten:
Die Untersuchung Boden Mensch läuft schon eine ganze Zeit und ist im LRA unter Altlasten hinterlegt: https://lrasbk.maps.arcgis.com/apps/Viewer/ Das heißt wir, die Kommunen, müssen immer wieder nachweisen dass keine Altlasten im Boden und Grundwasser vorhanden sind. Bei der Untersuchung Boden Grundwasser geht man mit Rammsondierung 2m in den Boden und dann wird das Material auf Schadstoffe hin untersucht. Hier ist nichts auffälliges dabei gewesen und dieses Thema hat sich erledigt. Allerdings sind bei der Untersuchung Boden Mensch, bei der die oberen 30cm analysiert werden, Auffälligkeiten gefunden worden.
Da man damals eine Mischprobe genommen hatte, muss man jetzt noch einmal genauer untersuchen. Dies gehört zu Altlastenuntersuchungen die vom Land mit bis zu 50% der Kosten gefördert werden. Deswegen liegt dies nun beim RP in Freiburg. Sobald das Angebot geprüft wurde und freigegeben wird, fängt der Geologe mit seinen Untersuchungen an. Und dann müssen wir schauen was dabei raus kommt. Wie lange das geht, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Vielen Dank an den Bauamtsleiter Thilo Mayer für die ausführliche Erklärung!
Als ich dort war, Fotos vom Spielplatz zu machen, ist mir das 1. Mal diese Geologische Säule aufgefallen.
Genau dort stand die Steinersäge bis sie abgebrannt ist. Vermutlich wurde da auch Holz imprägniert. Das könnten teure Altlasten werden.
Die Steinersäge ist bei Karl Schweizer aus dem Fotoalbum. Sie ist irgendwann vielleicht in den 1960ern abgebrannt.