Baaremer Zeitenwende

Der Gedenkstein für Günther Reichelt wurde eingeweiht

Ein Gedenkstein, wie er passender nicht sein könnte:
 Mit Ecken und Kanten, in seiner Aussage und Klarheit aber eindeutig!
Der Gedenkstein für Prof. Dr. Günther Reichelt wurde am Freitag, 25. Oktober 2024, bei einer feierlichen Gedenkstunde im Reichelt-Biotop offiziell eingeweiht. Im Wuhrholz, beim Pfohrener Riedsee gelegen, begrüßte Dr. Hannah Miriam Jaag, Vorsitzende der Freunde der Natur Hüfingen, die über 30 Anwesenden. Darunter auch die beiden Töchter von Prof. Dr. Reichelt.

Einführung und Danksagung
Dr. Hannah Miriam Jaag

Im Namen des Vereins übergab der Bürgermeister von Hüfingen, Patrick Haas, symbolisch den Stein an die Stadt Donaueschingen. Bürgermeister Severin Graf nahm das Geschenk gerne entgegen und fügte, an den Hüfinger Bürgermeister gerichtet, an:

„Du bist noch nicht einmal ganz die berühmten 100 Tage im Amt und kommst gleich mit solch bedeutenden Geschenken aus der Nachbarschaft zu uns. Das wissen wir besonders zu würdigen; das läßt auf eine gute Zusammenarbeit hoffen! Herzlichen Dank Dir ganz persönlich und vor allem auch den Freunden der Natur Hüfingen!“

Reden Bürgermeister Patrick Haas
und
Bürgermeister Severin Graf

Der ehemalige Oberbürgermeister von Donaueschingen, Thorsten Frei MdB, hat seine Erinnerung mit uns geteilt:

Rede von Thorsten Frei, MdB

Prof. Dr. Helmut Gehring, langjähriger Weggefährten von Prof. Dr. Günther Reichelt hat seine Erinnerungen mit uns geteilt:

Rede von Prof. Dr. Helmut Gehring

Katharina Baudis, Geschäftsführerin BUND Schwarzwald Baar Heuberg

Prof. Dr. Günther Reichelt war die treibende Kraft hinter der Entstehung der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V., des Vorgängervereins des heutigen BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) Regionalverbands.

Durch seine Forschung und Publikationen hat er entscheidende Impulse für den Naturschutz in unserer Region gegeben und das Bewusstsein für ökologische Fragestellungen bei politischen Entscheidungsträger geschärft.
Durch seinen großen Wissensschatz und seine umfassenden Kenntnisse über die Natur der Region war er stets eine anerkannte Autorität und sein Wort hatte Gewicht. Wir möchten an dieser Stelle an seinen Einsatz gegen die „Schwarzwald-Autobahn“, für die Etablierung einer geregelt Müllentsorgung und Wertstofftrennung, sowie für die Ausweisung und Entstehung zahlreicher Biotope und Naturschutzgebiete erinnern.

Sein Engagement für den Schutz bedrohter Arten und Lebensräume war beispielhaft und hat viele dazu motiviert, sich ebenfalls für die Natur einzusetzen. Er gab denen eine Stimme, die nicht selbst für sich sprechen konnten – den Tieren, den Pflanzen, unserer Natur, unserer Umwelt, unserer Heimat.

Sein selbstloser und unermüdlicher Einsatz für eine lebenswerte Zukunft imponieren noch heute und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Wir freuen uns sehr über die Ehrung, die unserem Gründer durch die heutige Gedenksteineinweihung zu Teil wird und bedanken uns bei den Freunden der Natur Hüfingen, die seinen großen Leistungen und seinem bedeutenden Wirken in unserer Region Nachhall verleihen.

Ganz im Sinne von Günther Reichelt ließen die Freunde der Natur neben dem Gedenkstein ein Überwinterungshabitat für Reptilien und Amphibien errichten. Finanzielle Unterstützung für das gesamte Vorhaben erhielten sie dafür von der Sparkasse Schwarzwald-Baar, der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, dem Steinmetz Udo Weisser, dem Bagger- und Forstbetrieb Heinrich Jägle und der Umweltgruppe Südbaar.

Dr. Hans Joachim Blech, Weggefährte und Gründungsmitglied der Freunde der Natur Hüfingen

In Memoriam Professor Günther Reichelt

Im Herbst 1975 zogen meine Frau und ich nach Donaueschingen Aasen und engagierten uns schnell in der evangelischen Kirchengemeinde Donaueschingen wie auch im Themenbereich Umweltschutz.

Die Kirchengemeinde Donaueschingen feierte 1976 Fastnacht im ehemaligen Pfarrhaus. Dort trafen wir unter anderem auf Günther Reichelt, ich im Kostüm der Waldschrats, Günther Reichelt als Mephisto im Sinne von Gustav Gründgens. Wir tanzten Freistiel bis in den Morgen.

Wir trafen uns wieder im Kirchengemeinderat, im Baarverein, bei Diskussionen mit dem Fürstenhaus um die Bibliothek des Baarvereins, bei Exkursionen z.B. mit Otti Willmanns, Freiburg, bei Pflegeeinsätzen, Pflanzungen, dem ersten Lehrpfad Hüfinger Orchideenwald im Deggenreuschen,  bei Vorträgen Z.B. Höhlenmalereien   ….usw. Man lernte sich natürlich auch privat etwas näher kennen. So stellte sich heraus: In seinem Geburtsort Schladen südlich von Braunschweig lebte eine Cousine meiner Frau, Ich selbst lebte nach dem Krieg seit  1950 bis 1967 in Göttingen, Die Universität war die Alma Mater sowohl für Günther Reichelt wie auch 15 Jahre später für mich.

Nun nochmal zu zwei Aktivtäten:

Waldsterben und saurer Regen war Anfang der 80iger Thema, Saurer Regen, radioaktiver Fallout von Tritium durch Fessenheim.  Angeblich zu erkennen u.a. an abnormalen Stengeln vom Löwenzahn.

Gemeinsam haben Günther Reichelt und ich 1982 beim Land Baden Württemberg Widerspruch eingelegt gegen den „sogenannten Sicherheitsausbau“ des Donaueschinger Flughafens. Als alle Personen bei uns im Garten versammelt waren fing es an zu schneien und vom Vollgas des Flugzeuges auf der Startbahn war nichts mehr zu hören. 

 In dem Biotop, wo der Stein jetzt steht  jahrelange Pflegemassnahmen und als Abfall Christbäume für Weihnachten.

Was bleibt ist die Erinnerung an einen Mentor und Vorbild mit immens viel Wissen. Wenn ich thematisch etwas wissen wollte hiess es z.B. Schriften der Baar Jahrgang 19xx, Seite von bis….

Von einer Idee zur Umsetzung

Hannah Miriam Jaag am 15.10.2024

Vor drei Jahren habe ich eine Idee entwickelt und seit dem sehr viele Anträge und E-Mails geschrieben. Die Idee war im Reichelt-Biotop Überwinterungshabitate und einen Gedenkstein an Prof. Dr. Günther Reichelt zu entwickeln.

Die Ersten die meine Idee gut fanden, war die Sparkasse Schwarzwald-Baar. Deswegen unten mein Beitrag vom November 2022 über den Vereinswettbewerb.

Inzwischen konnte die Idee umgesetzt werden. Finanziert und unterstützt von der Sparkasse-Schwarzwald Baar, der Stiftung Naturschutzfonds, der Umweltgruppe Südbaar, dem Bagger- und Forstbetrieb Heinrich Jägle, dem Steinmetz Udo Weisser und dem Naturschutzgroßprojekt Baar.

Am 25. Oktober werden wir Prof. Dr. Günther Reichelt im Reichelt-Biotop feiern:

Begrüßung: Dr. Hannah Miriam Jaag, Vorsitzende Freunde der Natur Hüfingen
Übergabe Gedenkstein
Patrick Haas, Bürgermeister Stadt Hüfingen
Severin Graf, Bürgermeister Stadt Donaueschingen
Erinnerungen
Thorsten Frei, MdB und Oberbürgermeister a.D. Stadt Donaueschingen
Prof. Dr. Helmut Gehring, Weggefährte
Dr. Hans Joachim Blech, Weggefährte und Gründungsmitglied der Freunde der Natur Hüfingen
Schlusswort
Thomas Kring, Projektleiter Naturschutzgroßprojekt Baar

Alle Infos auf der Webseite der Freunde der Natur Hüfingen e.V.: https://www.freunde-der-natur-huefingen.de/ueberwinterungshabitat/

Vereinswettbewerb der Sparkasse Schwarzwald-Baar

Beitrag vom 15.11.2022

Am 14. November fand die Preisverleihung des Vereinswettbewerbes der Sparkasse Schwarzwald-Baar statt. Die Stadt Donaueschingen war die große Gewinnerin! Herzlichen Glückwunsch an unsere Nachbarstadt für die tollen Vereine und auch ihren super Oberbürgermeister!

Nach Hüfingen gingen auch zwei Preise.

So ging Platz 4 des Votingpreises mit 6.000 Euro an die Musikkapelle Fürstenberg e.V.

Herzlichen Glückwunsch nach Fürstenberg!

Ein Jurypreis ging an die Freunde der Natur Hüfingen e.V. mit 2.500 Euro für das Überwinterungshabitat für Reptilien im Gedenken an Prof. Dr. Günther Reichelt .

Vielen Dank an die Sparkasse Schwarzwald-Baar für das wirklich gelungene Event!

Ortsmitte Behla, Kopfacker, Naturkindergarten WuKi, Landschaftsbauarbeiten Bahnhofstraße

Liebe Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

hier entsteht ein neues Format für unsere Gemeinderatssitzungen.
Vorerst will ich für die öffentlichen Sitzungen ein paar Tagesordnungspunkte raus picken und darüber in einem Beitrag schreiben. Falls ein Thema besonders interessiert, darf das gerne kundgetan werden! Ansonsten wähle ich nach meinen persönlichen Vorlieben aus. Auch sind, wie immer, Stellungnahmen von allen Stadträten aber auch von allen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit herzlich willkommen.

Dann gibt es die Unterlagen immer hier: https://huefingensitzungsdienst

Und denkt daran, die Sitzung ist öffentlich und wenn man nicht von den Einschätzungen und subjektiven Berichten anderer abhängig sein will, so darf man auch sehr gerne selbst kommen.

Kommentare sind immer willkommen!

Hier geht es um die Sitzung am 24. Oktober 2024

Der Sitzungsraum ist heute mit etwa 50 Zuschauern fast aus allen Nähten geplatzt. So viele Zuschauer gab es nicht mal beim Greensill-Skandal. Die Bürgerfragestunde wurde auch lebhaft genutzt mit Fragen zum Kopfacker, zur Umgestaltung der Ortsmitte von Behla und auch zur Erweiterung des Baugebietes Einfang von Sumpfohren. Ich schlage vor, darüber nachzudenken, die Gemeinderatssitzung wieder in der Stadthalle zu machen. Der Raum ist zu klein für so viele Menschen und gerade jetzt zur Erkältungszeit auch recht gefährlich für die Gesundheit.

TOP 4 Vorstellung Ortsmitte Behla

Die Ortsmitte von Behla soll neu gestaltet werden. Hierbei wird die Fahrbahn zugunsten Fußgängern und Radfahrern verändert. So vergrößert sich die Platzfläche auch um das Rathaus. Im Bereich des Eingangs der Feuerwehr (Nordseite) ist eine Neupflanzung vorgesehen mit einem Pflanzbeet, sowie einer Sitzbank. Direkt angrenzend sind Fahrradbügel geplant. Auf der rückwärtigen Seite gibt es sechs Stellplätze.

Die Mauer wird in Teilen komplett zurückgebaut bzw. abgebrochen und neu aufgebaut. Zwischen der Mauer und dem neuen Straßenraum entsteht eine Grünfläche, welche eine Bepflanzung erhält. Die vorhandene Bepflanzung, hinter der Mauer zur Kirche, wird ebenfalls optimiert und gemäß dem Pflanzkonzept für die Römerstraße bepflanzt.

St. Georg, Behla. Zwölfuhrläuten.

Karte Behla vom Landesarchiv BW

Entlang der Straße werden die Grünflächen mit Wildblumen und Gräsern eingesät. Diese Bepflanzung hat über den Sommer bis in den Herbst hinein schöne Blühaspekte und bietet für Insekten einen wichtigen Lebensraum. Eine Mahd im Jahr macht das Straßenbegleitgrün zu einer sehr pflegeextensiven Begrünung. Ergänzt wird die Bepflanzung durch einzelne Gehölzneupflanzungen.

Die genauen Pläne sind auf den Seiten der Stadt und sicher auch im Rathaus einzusehen!

Der Gemeinderat hat dies alles erst mal, auch zur weiteren Abstimmung mit dem Ortschaftsrat, einstimmig zur Kenntnis genommen.


TOP 5 Beteiligung der Umlandgemeinden an den Kosten der Erweiterung der Lucian-Reich-Schule

Derzeit ist es nicht absehbar, dass der Landesgesetzgeber angemessen auf das neueste VGH-Urteil
vom 6. Dezember 2022
reagiert. Seitens des Gemeindetags gibt es Bestrebungen hier Lösungen zu
erarbeiten, allerdings ohne einen ungefähren Zeitrahmen hierzu nennen zu können. Aktuell lassen sich
diese aufwändigen Verhandlungen nicht vermeiden.

Deswegen wird die Verwaltung beauftragt, auf Basis der voraussichtlichen Schülerzahlen 2024/2025 gegenüber den Gemeinden Bräunlingen, Blumberg, Donaueschingen, Villingen Schwenningen, Bad Dürrheim, Brigachtal, Friedenweiler-Rötenbach, Geisingen, Löffingen, Wutach, die Bereitschaft der Stadt Hüfingen zur Zusammenarbeit zu erklären, um gemäß § 31 Schulgesetz eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Beteiligung an den Kosten der Erweiterung Neubau Querbau, des Umbaus Aula, die Interimsunterbringung und der Erweiterung der Mensa der Lucian-Reich-Schule Hüfingen abzuschließen.

Der Gemeinderat stimmte einstimmig dafür.

TOP 6 Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“ in Sumpfohren




Die Geschichte der wohl nie endenden Kompromissfindung, gibt es hier:

TOP 7 Bebauungsplan-Verfahren „Kopfacker 1. Änderung“

Der Bebauungsplan „Kopfacker“ mit örtlichen Bauvorschriften ist seit 2016 rechtskräftig. Die Fa. FB Food GmbH hat dort mit dem ersten Bauabschnitt ihren Firmenstandort errichtet. Aufgrund der guten Geschäftslage soll nun die Betriebserweiterung mit dem zweiten Bauabschnitt realisiert werden. Der Produktionsablauf soll künftig zur Einsparung von Energie, Flächenbedarf und Arbeitszeit auf „Senkrechttransport“ ausgerichtet werden. Dazu ist eine wesentlich größere Bauhöhe notwendig, die eine Änderung des geltenden Bebauungsplans „Kopfacker“ für das ausgewiesene Baufenster im Bereich der geplanten zweiten und dritten Bauabschnitte erforderlich macht. Bisher ist dort eine Bauhöhe von ca. 20,5 m zulässig. Die neue Planung erfordert eine Bauhöhe von ca. 33 m.

Zum Glück sind einige der alten Herren, denen ein höherer Bau „in den Augen weh tut“ nicht mehr Stadträte und es muss nicht weiter grundlos in die Fläche gebaut werden. Der Gemeinderat beschließt mit zwei Gegenstimmen die Aufstellung des Bebauungsplans „Kopfacker 1. Änderung“ im vereinfachten Verfahren gem. § 13 BauGB.
Also FB Food GmbH darf nach oben bauen, bzw. es wird erst mal die Öffentlichkeit dazu angehört.

TOP 8 gibts hier.

TOP 9 Förderantrag Naturkindergarten WuKi

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Donaueschingen e.V. hat mit seinem Antrag vom 26.06.2024, eingegangen am 28.06.2024 beim Regierungspräsidium Freiburg einen Antrag auf Gewährung einer Finanzhilfe in Höhe von 132.000 € gestellt.

Der Naturkindergarten wurde hier schon öfters vorgestellt und es folgt auch noch ein ausführlicher Bericht über den laufenden Betrieb.
Heute hat der Gemeinderat dem Entwurf der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung einstimmig zugestimmt.

TOP 10 Vergabe Wassernotversorgung Hüfingen-Bräunlingen

Die Städte Bräunlingen und Hüfingen planen eine Notverbundleitung zwischen ihren beiden Trinkwasserleitungs-Netzen. Die Baumaßnahme befindet sich in den Gewerbegebieten In Stetten (Bräunlingen) und Stettenwinkel (Hüfingen) an der Gemarkungsgrenze nördlich der Bregtalbahnlinie. Die Baustelle ist von beiden Seiten her zugänglich. Die Leitung wird über private Grundstücke verlegt. Die Gesamtlänge der Leitung beträgt etwa 265 m.
Gegenstand der Ausschreibung waren die Erdarbeiten für die Wasserleitung inklusive zweier
Übergabeschächte. Die Maßnahme wurde öffentlich ausgeschrieben.

Hierbei wundert mich etwas, warum Hüfingen Geld bezahlen soll, weil Bräunlingen zu wenig und zu dreckiges Wasser hat. Bräunlingen hat Hüfingen ja schon vor gut 100 Jahren das Wasser abgegraben und es waren zwei neue Tiefbrunnen nötig. Jetzt sollen wir Bräunlingen auch noch eine Leitung für tausende an Euros bauen. Davon abgesehen bedroht der Palmhof das Hüfinger Trinkwasser immer mehr mit seiner Industrieanlage. Es wäre sinnvoller die Notleitung nach Donaueschingen wieder zu ertüchtigen, damit Hüfingen von dort Wasser bekommen kann, falls es zur Havarie im Bräunlinger Industriegebiet kommt.

Der Gemeinderat beauftragt das Unternehmen STRABAG GmbH aus Villingen in Höhe von 53.165,45 € brutto für die Gemarkung Hüfingen.

TOP 11 Landschaftsbauarbeiten Bahnhofstraße 8

Die Landschaftsbauarbeiten an der Bahnhofstraße 8 beinhalten die Abbrucharbeiten der alten Zaunfundamente und die Entsorgung des Maschendrahtzauns auf der Deponie. Die Erdarbeiten beinhalten die Abtragung des alten Oberbodens und ebenfalls die Entsorgung auf der Deponie. Es wird
eine Frostschicht zur Aufnahme einer Betonverbundsteinpflasterschicht eingebaut. Neuer Oberboden wird angeliefert, eingebaut und angesät. Die Pflasterarbeiten beinhalten das Setzen einer Betonverbundsteinpflasterschicht und das Setzen von Rasenpflastersteinen, sowie den Einbau einer Winkelstützmauer. Die Betonarbeiten beinhalten das Setzten von Beton-Blockstufen und Doppelstabmattenzaunelementen. In der Außenanlage wird ein Fußabstreifer aus Polymerbeton gesetzt. Spielgeräte wie Sandkasten und Schaukel, sowie Müllcontainerboxen werden vom Bauhof geliefert und aufgestellt.

Hiermit wird das letzte Fleckchen Boden auf der Deponie entsorgt auf der die Hüfinger Bahnhofsschnecke überlebt hatte.

Ja, ich bin traurig! Auf Nimmerwiedersehen Xerophilia brigobannis!

TOP 12 Vergabe Malerarbeiten Baarblickhalle Behla

Für die Sanierung der Fassade an der Baarblickhalle Behla wurden drei Malerfachbetriebe
zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Der Malerfachbetrieb Hennemann aus Donaueschingen wird für die Malerarbeiten zur Sanierung der Fassade der Baarblickhalle in Höhe von 23.583,18 € brutto beauftragt.

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Radonvorsorgegebiet

Das es momentan wieder Thema ist hier nochmal der Beitrag vom 2.11.2022

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Sammelt es sich in Innenräumen an, kann es gefährlich für die Gesundheit werden. Es ist nicht überall gleichmäßig verteilt, es gibt aber Gebiete, in denen vermehrt Radon entstehen kann. Dazu gehören Gegenden, in denen Granit- und Schiefergesteine vorkommen. In Baden-Württemberg sind das beispielsweise Teile des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wurde im Jahr 2001 eine deutschlandweite Kartierung der Radonkonzentration der Bodenluft durchgeführt. An 325 Messorten in Baden-Württemberg wurde in einem Meter Tiefe gemessen. Die daraus erstellte Radon-Karte dient als Orientierungshilfe dafür, welche Radonkonzentrationen regional im Boden vorkommen können.

lubw.baden-wuerttemberg.de
Radonkonzentration um Hüfingen lauf BfS

Wie man sieht, ist Hüfingen nicht im Radonvorsorgegebiet.

Wer mehr Infos will, die gibts beim Bundesamt für Strahlenschutz.

In Hüfingen sollte eigentlich der Radonwert unter 150 Bq/m3 bleiben. Es kann aber sein, dass sich aus dem Keller doch größere Mengen in die Wohnung schleichen – vor allem in den Wintermonaten.

Ergebnisse der Messungen in einer Wohnung der Hauptstrasse über 4000 Stunden

Da es große Schwankungen gibt, sollte der Wert eigentlich über mehrere Monate beobachtet werden.

Hier kommen wir zum Grund für diesen Artikel:

Falls jemand aus Hüfingen Interesse an ein paar Messungen hat, so kann ich ihm das Gerät mal ausleihen.

Radon eye Radonmessgerät

Bitte habt Verständnis dafür, dass dieses Angebot nur für Hüfingerinnen und Hüfinger gilt und auch kostenfrei ist. Bei Interesse bitte E-Mail an info at hieronymus-online.de

Blick von der Bregbrücke

Die einzelnen Bilder aus 2021 sind wegen eines alten Plugins nicht mehr verfügbar. Dieser Artikel wird bei Gelegenheit aktualisiert.

Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie blöde es war, als wir die Brücke noch nicht hatten, dabei ist sie gerade mal sechs Jahre alt.

6. Oktober 2021

Die Bregbrücke beim Römerbad ist ein Geschenk das mich persönlich sehr bereichert hat und ja, die mich auch sehr glücklich gemacht hat.

Vielen Dank an Anton Knapp!

Die Aufnahmen wurden ab Oktober 2020 gemacht.

Neuer Gutachter, Jugendfeuerwehr, Integrationsmanagement und Besoldungsgruppe vom Bürgermeister

Liebe Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

hier soll ein neues Format für unsere Gemeinderatssitzungen entstehen.
Vorerst will ich für die öffentlichen Sitzungen ein paar Tagesordnungspunkte raus picken und darüber in einem Beitrag schreiben. Falls ein Thema besonders interessiert, darf das gerne kundgetan werden! Ansonsten wähle ich nach meinen persönlichen Vorlieben aus. Auch sind, wie immer, Stellungnahmen von allen Stadträten aber auch von allen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit herzlich willkommen.

Dann gibt es die Unterlagen immer hier: https://huefingensitzungsdienst

Und denkt daran, die Sitzung ist öffentlich und wenn man nicht von den Einschätzungen und subjektiven Berichten anderer abhängig sein will, so darf man auch sehr gerne selbst kommen.

Kommentare sind immer willkommen!

Neubestellung Gutachter für den Gutachterausschuss

Bei der Stadt Donaueschingen ist die Geschäftsstelle des gemeinsamen Gutachterausschusses angesiedelt und übernimmt als zentraler Ansprechpartner die Aufgaben aus den Gemeinden des südwestlichen Schwarzwald-Baar-Kreises. Nach Vorgaben des Baugesetzbuches führt der Gemeinsame Gutachterausschuss die Kaufpreissammlung, wertet sie aus und ermittelt Bodenrichtwerte und sonstige zur Wertermittlung erforderlichen Daten. Darüber hinaus erstellt er Gutachten über den Verkehrswert von Grundstücken.
https://www.donaueschingen.de/de/Stadt-Buerger/Wirtschaft/Gutachterausschuss

Die Stadt Hüfingen hat im Gutachterausschuss 3 Mitglieder. Heute sollte ein neuer ehrenamtlicher Gutachter bestimmt werden. Der Gemeinderat wählte in geheimer Wahl den Stadtrat Gunther Limberger als 3. Mitglied für Hüfingen.

Änderung der Feuerwehrsatzung zur Gründung einer Jugendfeuerwehr

Diesen TOP11 finde ich persönlich besonders spannend. Hatte doch der letzte Fraktionssprecher der CDU noch verlautbart, dass die Hüfinger Feuerwehr keine Frauen brauche, da genug Männer da wären und kein Bedarf sei. Womit er ja Recht hat, Frauen dürfen in Hüfingen nur Kuchen backen und Kinder bespaßen, ausser wenn „Not am Mann“ ist.

Film von Ernst Kramer 1943

Hüfinger Frauen bei einer Feuerwehrübung in Kriegszeiten

Da mutet es nun fast schon revolutionär an, wenn eine neue Jugendfeuerwehr entstehen soll die Mädchen nicht ausschließt.

Die neue Satzung hierzu wurde heute heute vom Gemeinderat verabschiedet.

Übernahme des Integrationsmanagements

Neben einer pauschalen Förderung stehen Gelder für die Förderung von Integrationsmanagerinnen und -managern in den Kommunen gemäß der Verwaltungsvorschrift des Sozialministeriums zur Förderung des Integrationsmanagements in Baden-Württemberg (VwV Integrationsmanagement 2023) zur Verfügung.

Bislang wurden die Aufgaben des Integrationsmanagers für die Stadt Hüfingen durch das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis wahrgenommen. Die entsprechenden Fördermittel hat somit auch das Landratsamt erhalten.

Die Städte Bräunlingen, Brigachtal, Hüfingen, Blumberg und Donaueschingen haben beschlossen, diese Aufgaben zukünftig selbst und gemeinsam durchzuführen. Die Förderung würden dann künftig die 5 Städte erhalten.

Für das Förderjahr 2025 beträgt die insgesamt zur Verfügung stehende Fördersumme voraussichtlich 179.196,96 €.
Davon entfallen 42.816,97 € auf die Stadt Donaueschingen, 42.816,97 € auf die Gemeinde Brigachtal, 41.231,16 € auf die Stadt Bräunlingen, 35.680,81 € auf die Stadt Hüfingen und 16.651,05 € auf die Stadt Blumberg. Die Förderhöhe entspricht 2-2,5 Stellen, die in Entgeltgruppe S 12 eingruppiert werden. Dies entspricht einem Verhältnis von 24% für Donaueschingen, 24% für Brigachtal, 23% für Bräunlingen, 20% für Hüfingen und 9% für Blumberg pro Stelle. Das Verhältnis wird entsprechend der Fördersumme angepasst.

Die eigenen Integrationsmanager werden in den 5 Kommunen vor Ort eingesetzt. Die Einsatzzeiten werden individuell, unter Berücksichtigung der prozentualen Verhältnisse auf die Kommunen verteilt.
Als größte Stadt in diesem Verbund soll die Personalbetreuung in Donaueschingen erfolgen. Sowohl der Kooperationsvertrag mit allen 5 Kommunen als auch die Stellen der Integrationsmanager sind befristet bis zum 31.12.2029.

Dies wurde heute vom Gemeinderat einstimmig angenommen.

Mir fällte dazu ein: Gemeinsam ist besser als einsam. Willkommen baaremer Zeitenwende!

Einweisung des Bürgermeisters in eine Besoldungsgruppe des Landeskommunalbesoldungsgesetzes

Ja, hier geht es um die Besoldung unseres neuen Bürgermeisters. Die rechtlichen Grundlagen sind so, dass er bei einer Gemeinde unter 10.000 Einwohnern (Hüfingen hat heute 8.006) in die Gruppe A16 oder B2 eingeteilt werden kann.

In der Vorlage stehen einige Punkte die unser Bürgermeister zu leisten hat:

1. Hüfingen hat neben der Hüfinger Kernstadt fünf Ortsteile und Ortsverwaltungen, deren Lenkung und Steuerung auf politischer Ebene erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Jeder Ortsteil mit seinen Strukturen stellt Anforderungen an die Verwaltungsspitze.

2. Die Stadtwerke Hüfingen haben durch das Familien- und Freizeitbad aquari eine überregionale Wirkung und Wahrnehmung. Ein weiteres zentrales Thema zur Stadtentwicklung ist die stetige Umsetzung der Energiewende durch die Nutzung regenerativer Energiequellen für die Wärmeversorgung und Stromversorgung. Die Wärmeversorgung stellt für das Gelingen der Energiewende den größten Hebel dar und hat Vorbildcharakter für andere Kommunen, ebenso wie die vorbildliche Wasserversorgung.

3. Der Stadtwald bringt zusätzliche Aufgaben wie den Forstbetrieb und die Ansiedlung von Windkraftanlagen.

4. Das eigene Bauamt innerhalb der Stadtverwaltung bewältigt eine Vielzahl von Baumaßnahmen und verzeichnet ein anhaltend überdurchschnittliches Investitionsniveau.

5. Die langfristige Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung, im Bauhof, den Schulen und in den Außenstellen gilt es durch Personalführung und –management zu sichern und weiterzuentwickeln.

6. Das überdurchschnittliche kulturelles Engagement mit einer Vielzahl von Museen und Hallen, sowie überregionaler Veranstaltungen prägen Hüfingen.

Ich möchte ergänzen:

7. Der letzte Bürgermeister hat einige Millionen „verloren“, von denen man versuchen wird etwas zurück zu holen. So z.B. das Geld für die defekte und gefährliche Lärmschutzwand (die das Regierungspräsidium zu verantworten hat); oder auch das durch die Lappen gegangene ETZ; oder Grundstücke zum vollen Wert zu veräußern; oder die Trinkwassersicherheit herzustellen (bevor die Sanierungskosten bei der Stadt enden); neuen Kindergarten planen et cetera pergite

8. Nicht nur kulturelles Engagement mit einer Vielzahl von Museen, Hallen und Veranstaltungen; sondern auch alle 78 + Vereine prägen Hüfingen, jeder einzelne will jetzt „umsorgt“ werden nach der langen Durststrecke.

9. Die Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung, des Bauhofs und vor allem der Jugendarbeit muss wieder hergestellt werden. Nicht zu vergessen: Die Kindergärten!

10. Besonders anspruchsvoll: Hüfingen hat neben der Hüfinger Kernstadt die fünf Ortsteile!

Was man dazu wissen muss: B2 ist ist brutto € 346,85 im Monat mehr als A16.

Die Fraktionssprecher und einzelnen Parteien sind sich nicht einig und zählen die Aufgaben des Bürgermeisters auf. Nach der Besprechung einzelner Zahlen und Tarifen wurde abgestimmt. Es ginge um das Amt und nicht um die Person.

10 Stimmen für B2 und 9 dagegen, es wurde streng nach Fraktionen abgestimmt und zwei Stadträte fehlten. Der Bürgermeister wird also nach B2 eingruppiert werden.

Vereidigung und Verpflichtung des neugewählten Bürgermeisters Patrick Haas für die erste Amtszeit


Zuerst gab es eine Begrüßung durch den ersten Bürgermeisterstellvertreter und dann die Wahl des „die Verpflichtung des Bürgermeisters vornehmenden Mitglieds des Gemeinderates“. Hier wurde einstimmig Reinhard Isak gewählt.

Es folgte die Vereidigung und Verpflichtung des Bürgermeisters:
„Ich schwöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetzt der Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann üben werde. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Stadt Hüfingen gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern. So wahr mir Gott helfe.“


Dann gab es eine Ansprache von Herrn Landrat Sven Hinterseh und Grußworte von Niko Reith (MdL), Jörg Frey (Bürgermeister von Schonach und Vizepräsident des Gemeindetags Baden-Württemberg), Kerstin Skodell (als Stadträtin für den Gemeinderat)

Als letzter hatte dann unser Bürgermeister Patrick Haas das Wort. Hier seine Rede:

auf den Pfeil drücken beim Handy


.


Die Hüfinger Stadtmusik ist der Wahnsinn! Atemberaubend schön! Vielen Dank, das war unglaublich toll!

Nochmal die Rede vom Wahlabend am 30. Juni 2024

„Xerophila brigobannis“ oder die Geschichte der Heideschnecken am Bahnhof in Hüfingen

Originalartikel vom 23. April 2020
Ein ähnlicher Artikel wurde von mir in den Schriften der Baar Band 66/2023 veröffentlicht.


Neben und um den Bahnhof in Hüfingen herum waren ganz früher Weiden, später dann wilde Brachflächen mit abertausenden Heideschnecken.
Ein Stück nach dem anderen wurde seit 2010 für Eigenheime zugebaut. Die neuen Eigenheimbesitzer haben sich für Schottergärten oder englischen Rasen entschieden. So wurde alles Leben dort mit einer Plastikplane oder Ähnlichem überzogen, um das störende Bodenleben zu beseitigen. Es gibt leider nur ein winziges Ausweichquartier für wilde Tiere vor einem alten Haus.
Auf diese Fläche sind einige wenige der Schnecken ausgewichen, und ich konnte sie vor ihrem vermutlich endgültigen Verschwinden dokumentieren.

Garten am Bahnhof etwa 1940
Foto: Karl Schweizer

Kurz bevor der Schacht für das letzte Haus ausgehoben wurde habe ich versucht einige dieser Schnecken in meinen Garten zu retten. Ob diese dort überleben werden ist ungewiss, da Schnecken doch sehr spezialisiert sind.

Leider habe ich von den Schnecken nur sehr schlechte Aufnahmen, da ich damals noch keine so gute Kamera hatte und heute nur noch tote Häuser zu finden sind.

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Natürlich wollte ich wissen was das für eine Schnecke ist. Deshalb habe ich ihre DNA untersucht. Wen interessiert was ich genau mache, der darf  hier schauen.

Auf jeden falls ist unsere Schnecke zu 90% mit Xerolenta obvia verwandt, das ist eine Heideschnecke. Das heißt aber auch es läßt sich nichts gleiches momentan in der Datenbank finden. Deshalb nenne ich hiermit unsere Weiße Heideschnecke, die wohl jetzt ausgestorben ist: Bahnhofs Heideschnecke oder Xerophila brigobannis

.

Heideschnecken

Die Heideschnecke lebt in Steppen und auf trockenen Grashängen, sie verbringt oft in großer Anzahl den Trockenschlaf in der Vegetation.
Wie auch andere Landschneckenarten ist die Heideschnecke ein wichtiger Zeigerorganismus für die Qualität ihres Lebensraums. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Schnecken immer viel Feuchtigkeit brauchen, legen gerade die Heideschnecken Wert auf Trockenheit und Sonnenschein. Die Heideschnecken leiden daher unter der Zunahme von Busch- und Baumgesellschaften in ihren herkömmlichen Trockenlebensräumen. Im entstehenden kühleren Mikroklima können die Schnecken nicht überleben und sterben aus.

Die Östliche oder Weiße Heideschnecke hieß früher Xerophila obvia. Heute heißt die Weiße Heideschnecke Xerolenta obvia. Die Echte Heideschnecke hieß früher Xerophila ericetorum und heißt jetzt Gemeine Heideschnecke, wissenschaftlich Helicella itala oder Helicella ericetorum. Xerophila ericetorum und Xerophila obvia wurden 1925 von Lais auf dem Randen (Baar) beschrieben.*1

Lais*1 schreibt in den Berichten der Naturforschenden Gesellschaft: „Xerophila bevorzugt grasige Raine und Abhänge und trockene Wiesen auf Kalk- oder Mergelboden. Sie meidet kristallinen Untergrund.” Die hochgradig thermophile Weiße Heideschnecke stammt womöglich ursprünglich aus Südosteuropa und wurde wohl mit der Eisenbahn nach Hüfingen gebracht. *2

Xerolenta obvia steht auf der Roten Liste für Baden-Württemberg als Art auf der Vorwarnliste. Da sie trockene, warme Standorte bevorzugt, ist sie wohl eine Klimagewinnerin, solange man die Standorte nicht versiegelt.

Da die Hüfinger Heideschnecke nur etwa 90% Übereinstimmung mit Xerolenta obvia hatte und inzwischen wohl auch an ihrem letzten viel zu kleinen Standort ausgestorben ist, möchte ich ihr hier einen Nachruf schreiben und sie feierlich “Xerophila brigobannis” nennen.

Zur Erinnerung an Robert Lais, sowie die vergangene Flora und Fauna um den Hüfinger Bahnhof.


*1 Lais, Robert (1925): Dr. Hans Kauff- mann’s hinterlassene Schneckensammlung. Ein Beitrag zur Kenntnis der Schneckenfauna Südbadens und ihrer Beziehungen zum Klima. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Frei- burg im Breisgau (Band 25), Seite 1–74.
Lais, Robert (1928): Beiträge zur Kennt- nis der badischen Molluskenfauna. Beiträge zur naturwissenschaftlichen Erforschung Badens, Seite 135–145.

*2 Schmid, Günter (2002): In Baden-Württemberg eingeschleppte oder ausgesetzte Mollusken. Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg
(Band 158), Seite 253–301.

Kleine Bildnotizen von Günther Reichelt

Die Kleinen Bildnotizen von Professor Dr. Günther Reichelt aus dem Jahr 2006

Kleine Bildnotizen aus sechs Jahren. Preisgegeben für Freunde Weggefährten und Wegelagerer von Günther Reichelt

Für Weggefährten lagen zu viele Jahre zwischen uns; da er mir als Mentor zur Wegelagerei aber gerne zur Verfügung stand, möchte ich diese Seite allen Wegelagerern in Sachen für die Natur widmen.

Zum Andenken will ich ihn hier persönlich sprechen lassen.

Lebenslauf von Günther Reichelt (1959)

Einige Stationen:

1926 in Schladen/Harz geboren. Volksschule und vergebliche Domestikationsversuche durch das Deutsche Jungvolk ebendort. 1939 Aufbauschule in Wolfenbüttel; dort auch ab 1941 Flieger-Hitlerjugend. Lessingschule in Braunschweig von 1941 bis zur Heranziehung als Luftwaffenhelfer im März 1943; eingesetzt rund um Braunschweig. Ab Juli 1944 Soldat bis zur endlichen Befreiung durch die Alliierten, zuletzt auf dem „geordneten Rückzug“ in die Alpen mit kurzer Gefangenschaft. 1945 Landarbeiter in Schladen; dort Gründung und Leitung einer „Kutlurgemeinschaft“ 1946-1948. Nachgeholte Reifeprüfung für Kriegsteilnehmer und erfolgreiches Studium in Göttingen und Freiburg (Biologie, Geografie/Geoligie, Chemie; Philosophie/Psychologie) von 1946-1951. Sodann Wissenschaftlicher Sachbearbeiter am Forschungsinstitut für Höhenlandwirtschaft Donaueschingen bis 1954, danach Lehrer an Gymnasien in Freiburg, Baden-Baden und Villingen. Kreisbeauftragter für Naturschutz 1959-1970.

1964 Berufung ans neue Studienseminar Rottweil als Fachleiter und Fachberater für Biologie; Ernennung zum Professor 1970 und 1980. Lehrauftrag für Ökologische Grundlagen des Umweltschutzes an der Fachhochschule Furtwangen 1978-1983. Seit 1988 im „Ruhesand“ in Donaueschingen.

Rund 150 Publikationen in internationalen und regionalen wissenschaftlichen Zeitschriften. Autor
und Mitautor bei rund 30 Fach- und Sachbüchern zu geowissenschaftlichen, ökologischen und
Umwelt- Themen, darunter die Hochschullehrbücher: „Biologische Geographie“ mit J. ILLIES (1963)
und „Praktische Arbeitsweisen der Vegetationsgeographie“ mit 0. WILLMANNS (1973). Bücher u.a.:
„Luflbildatlas v. Baden-Württemberg“ (1971); „Ökologie exemplarisch: der Bodensee“ (1972), „Wurzeln der Umweltkrise“ (1997); „Arche Noah 2000 (1981) „Ökologie exemplarisch: der Rhein“ (1983, 1986); „Waldschäden durch Radioaktivität?“ (1985), „Ökologie und ihre biologischen Grundlagen“ (1985); „Wach sein für morgen“ (1992); „Die Baar 1945-1995 – Landschaftswandel im ländlichen Raum“ (1995); „Baarwanderungen“ (2004).

Sonstiges: Verschiedene Bürgerinitiativen, u.a. auch Vorsitz im Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg und Mitglied mehrerer Landesbeiräte 1976 bis 1991. Gewähltes Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften. Bundesverdienstkreuz a.B. (1980), Staatsmedaille Baden-Württemberg in Gold (1986), Verdienstmedaille Baden-Württemberg (1989).



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Hüfinger Erpelgang

Gerne möchte ich die Gang und den Beitrag aus 2019 mal wieder hoch holen. Vielleicht erinnert sich ja doch noch jemand oder hat Fotos?

Originalbeitrag vom 30.08.2019

Als ich 2006 aus Kentucky auf Urlaub nach Hüfingen kam, begegneten uns bei einem Spaziergang an der Breg drei Erpel. Ein Weißer, ein Punk und ein „Normalo“. Das Erlebnis mit der Gang war sehr eindrucksvoll und ich habe es nie vergessen.

2011 sind wir aus den USA nach Hüfingen gezogen und seit dem verbringe ich fast täglich an der Breg. Täglich konnte ich die Gang beobachten, die entweder unter der Brücke oder unweit davon bregaufwärts ihrer Arbeit nach ging. Immer gemeinsam, immer ganz dicht beisammen.

Den Winter 2017/18 mit der Vogelgrippe hatten die drei Jungs unbeschadet überstanden. Auch der Winter 2018/19 ging spurlos an ihnen vorüber.

Dann, im Mai 2019, kam mir auf der Höhe der Hühner der Punk hysterisch schreiend entgegen. Ich folgte ihm die Breg herab. Er stieg noch kurz beim Wehr hoch, schrie Richtung Insel Alarm, drehte um, setzte seinen Weg laut schreiend Breg abwärts fort und ward nie mehr gesehen.

Seit diesem Tag gibt es nach mindestens 13 Jahren Freundschaft keine Gang mehr auf der Breg.

Vorkaufsrecht

Da nach wie vor großes Interesse besteht wollte ich die Bestimmungen in Baden-Württemberg zum Vorkaufsrecht mal nach vorne kramen und die Linksammlung aktualisieren.

Originalbeitrag vom 24. Juni 2022

Kürzlich war eine kleine Diskussion mit Landwirten, wann und wie das Vorkaufsrecht der Gemeinde zieht und was die gesetzlichen Vorgaben sind. Da eigentlich keiner so richtig Bescheid weiß oder einen Überblick hat, wollte ich es hier mal kurz grob zusammenfassen.

Das Vorkaufsrecht für die Kommune ist in den §§ 24-28 BauGB geregelt. Schon für das „allgemeine Vorkaufsrecht“ unterscheidet § 24 BauGB acht verschiedene Fälle. Politisch besonders wichtig ist das Vorkaufsrecht im Zusammenhang mit förmlich festgelegten Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen sowie mit Erhaltungssatzungen nach § 172 BauGB, die dem Erhalt des städtebaulichen Charakters eines Gebiets, dem Erhalt der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung („Milieuschutz“) oder einer städtebaulichen Umstrukturierung dienen.

Bei dem link oben kann man es sich genauer durchlesen. Die Zusammenfassung unten gilt für den Schwarzwald-Baar-Kreis im August 2024.

Vorkaufsrecht Landwirtschaft

Für landwirtschaftliche Grundstücke benötigt man im allgemeinen eine Genehmigung der Landwirtschaftsbehörde, die man hier beantragt.

Der Antrag kann auch schriftlich beim Landwirtschaftsamt eingereicht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen hat die Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH als gemeinnütziges Siedlungsunternehmen das Vorkaufsrecht. Übt die Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH das Vorkaufsrecht aus, verlängert sich die Frist um einen weiteren Monat. Die Rechtsgrundlage hierfür ist das Agrarstrukturverbesserungsgesetz (ASVG)

Vorkaufsrecht Gewässerrandstreifen

Die Flächen entlang von Gewässern jenseits ihrer Böschungen werden Gewässerrandstreifen genannt. Sie dienen dem Gewässer als Schutzsaum und halten Stoffeinträge, die dem Gewässer schaden können, zurück. Durch das am 1. Januar 2014 in Kraft getretene neue Wassergesetz für Baden-Württemberg wurde erstmalig im sogenannten Innenbereich ein gesetzlich vorgeschriebener Gewässerrandstreifen von fünf Meter Breite eingeführt. Im Außenbereich besteht nach wie vor ein Gewässerrandstreifen auf einer Breite von 10 Metern. (vgl. § 29 Wassergesetz).

Durch § 29 Abs. 6 Wassergesetz wurde außerdem ein gesetzliches Vorkaufsrecht an Grundstücken geschaffen, auf denen sich Gewässerrandstreifen befinden. Befindet sich der Gewässerrandstreifen nur auf einem Teil des Grundstücks, so erstreckt sich das Vorkaufsrecht auf diese Teilfläche. Das Vorkaufsrecht steht dem jeweiligen Träger der Unterhaltungslast zu. Dies ist bei Gewässern I. Ordnung das Land, für das in den Regierungsbezirken jeweils der Landesbetrieb Gewässer (Referate 53.1 und 53.2) diese Aufgabe wahrnimmt. Bei Gewässern 2. Ordnung steht das Vorkaufsrecht den Gemeinden zu.

Die Gewässer I. Ordnung sind in der Anlage 1 zum Wassergesetz aufgeführt. Alle dort nicht aufgeführten Gewässer oder Gewässerabschnitte sind Gewässer 2. Ordnung.

Vorkaufsrecht Naturschutz

Dem Land Baden-Württemberg steht ein Vorkaufsrecht zu an Grundstücken, zu

  • die in Nationalparken, Nationalen Naturmonumenten, Naturschutzgebieten oder als solchen einstweilig sichergestellten Gebieten liegen,
  • auf denen sich Naturdenkmäler oder als solche einstweilig sichergestellte Gegenstände befinden,
  • auf denen sich oberirdische Gewässer befinden.

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege, Bundesnaturschutzgesetz § 66 Vorkaufsrecht

Vorkaufsrecht Wald

Der Gemeinde und dem Land steht ein Vorkaufsrecht an Waldgrundstücken zu.

Waldgesetz für Baden-Württemberg, (Landeswaldgesetz – LWaldG), in der Fassung vom 31. August 1995.

Vorkaufsrecht Kommune bei Bebauungsplänen und Sanierungsgebieten

Bei Übertragungen von Grundstücken hat die Gemeinde in bestimmten Fällen ein Vorkaufsrecht. Dies besteht beispielsweise bei

  • Grundstücken, für die der Bebauungsplan eine Nutzung für öffentliche Zwecke festlegt und
  • Grundstücken, die in einem förmlich festgelegten Sanierungsgebiet liegen.

Wollen Sie ein Grundstück erwerben, benötigen Sie ein Negativzeugnis, damit das Eigentum im Grundbuch umgeschrieben werden kann. Mit dem Negativzeugnis bestätigt die Gemeinde Ihnen, dass sie kein Vorkaufsrecht für das Grundstück hat oder dieses nicht ausübt.

Hier gibt es einen Onlineantrag.

Baugesetzbuch (BauGB) § 24 Allgemeines Vorkaufsrecht

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