mein Referendarskollege Dr. Jürgen Looser aus Karlsruhe schickte mir diese beiden Bilder vom 24. Dezember 2024 und vom 1. Januar 2025, acht Tage später. Er vermutete einen Goldgelben Zitterling und er lag damit voll richtig. Ich hatte auf die Schnelle die Riesengallertträne ins Spiel gebracht, aber das war falsch. Ist das nicht eine richtig schöne Augenweide? Und das auch noch zur Winterszeit? Jürgen fand ihn auf einem Spaziergang in einer Hecke. Wegen der Größe sagte er fünf bis zehn Zentimeter, eher zehn.
Aus Wikipedia will ich die interessantesten Punkte aufgreifen. Es heißt dort, der Goldgelbe Zitterling ist eine häufige Pilzart aus der Familie der Zitterlingsverwandten. Anmerkung: Hinter häufig mach ich ein Fragezeichen, außer ich bekomme von Ihnen eine Vielzahl von Rückmeldungen. Er wächst überwiegend an toten, noch ansitzenden, aber auch an bereits herabgefallenen Ästen und Zweigen, was hier der Fall ist. Der Pilz parasitiert holzzersetzende Pilze aus der Gattung der Zystidenrindenpilze. Das ist doch ein Hammer, finden Sie nicht auch? Der gallertartige, blass gelbliche bis orange-gelbe Fruchtkörper des Zitterlings besitzt eine gewundene, gelappte Form und bei feuchter Witterung eine schmierige oder schleimige Oberfläche. Er wächst aus Rindenspalten und erscheint bei Regenwetter. Bei Trockenheit schrumpft er innerhalb weniger Tage zu einem dünnen Film oder einer kleinen Masse zusammen. Bei anschließender feuchter Witterung lebt der Fruchtkörper wieder auf. Was sagt man dazu? Die Spezies kommt in Laub- und Mischwäldern vor und ist in den gemäßigten und tropischen Regionen von Afrika, Asien, Australien, Europa sowie Nord- und Südamerika verbreitet. Der Goldgelbe Zitterling durchläuft in seinem Lebenszyklus ein hefeartiges Stadium, das durch knospende Basidiosporen gekennzeichnet ist. Der Wechsel zwischen asexueller und sexueller Fortpflanzung wird durch die Vereinigung hefeartiger Zellen zweier kompatibler Paarungstypen erreicht.
Wenn man das so liest, kommt man doch aus dem Staunen nicht heraus. Obwohl der Pilz als fad und geschmacklos erachtet wird, ist er genießbar. Die gallertartige bis gummiartige Konsistenz verleiht Suppen Textur. In China wird der Pilz von Vegetariern verwendet, um eine immunstimulierende kühle Suppe mit Lotuskernen, Lilienknollen und Chinesischen Datteln zuzubereiten. Einige Zitterlinge produzieren Polysaccharide, die aufgrund ihrer biologischen Aktivität für den medizinischen Bereich von Interesse sind; in China wurden mehrere Patente im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Verbindungen zur Krebsprävention oder Stärkung des Immunsystems angemeldet.
Jürgen, vielen Dank für die Überlassung der Bilder und dass ich darüber schreiben darf. Uns wäre einiges Interessantes entgangen.
Ich möchte hier erwähnen, dass ich das alte Buch mit der sehr eigenwilligen Schreibweise in Frakturschrift vorgelesen habe, um den gesprochenen Text von einem Programm namens f4transkript in Buchstaben umzuwandeln. Den umgewandelten Text habe ich danach bearbeitet, da viele der Wörter dem Programm nicht bekannt waren.Aus diesen Gründen ist der Text ein Gemisch aus alter und neuer Schreibweise.
Was es in den verschiedenen Kapiteln des Buches gibt, ist diese vorgelesene Tonspur mit dem Transkript.
Siebentes Kapitel
Schwerlich gab es jemand auf dem ganzen Schwarzwalde, der sich mehr auf den heiligen Dreikönigstag gefreut hätte als die Kinder des Köhlers Christoph.
Sie wußten, dass an diesem Tage Bruder Martins Zelle wieder der Schauplatz eines neues Bildchen aus dem Leben Jesu sein werde. Als sie jedoch am heiligen Dreikönigstage frühmorgens erwachten und zum Fenster hinausschauten, – o, welch‘ eine unangenehme Überraschung, – es hatte die Nacht über so geweht und geschneit, dass weit und breit weder Steg noch Weg zu sehen waren. So sehr die Kleinen zu jeder anderen Zeit sich über das endlose Flockenmeer gefreut haben würden, so groß war im jetzigen Augenblicke ihre Betrübniß.
Nun können wir nicht zu Bruder Martin! jammerte Wolfgang und Klärchen, und auch Christine zweifelte an der Möglichkeit eines Ausmarsches. Gotthard aber lachte und sprach ihnen Mut ein. Er und der Vater holten sogleich den Bahnschlitten aus dem Holzhause, spannten ein Paar Kühe davor, und die Kleinen mußten als Ballast sich oben auf das Fuhrwerk setzen, und so ging es langsam, aber mit großem Jubel vorwärts, durch das Tal bis zu der Halde, wo der Bruder wohnte.
Hier lag der Schnee etwas dünner, weil ihn der Sturm mehr weggefegt, und die Kleinen konnten bequem ihre Reise zu Fuß fortsetzen.
Der erfreute Alte, welcher ihnen eine Strecke Weges entgegengekommen war, führte sie in die Zelle, wo Wolfgang beim ersten Blick auf das Kripplein überrascht ausrief: Da sind sie ja schon! nämlich die Heiligen Drei Könige, meinte er, welche man im Stalle angekommen und das Christkindlein begrüßen sah. – Die Vorstellung war aber auch wirklich gar zu schön: Maria, die himmlische Mutter, hatte das Kindlein vor sich auf dem Schoße; ihr zu Füßen kniete einer der Weisen im Begriff, dem Kinde das zarte, segensreiche Händlein zu küssen, während die beiden anderen mit Geschenken nahten. Der heilige Josef, welcher neben Maria der jungfräulichen Mutter stand, schien mit abgezogener Mütze die vornehmen Gäste ehrfurchtsvoll begrüßen zu wollen. Im Hintergrunde sah man Gefolge und Dienerschaft der fremden Könige.
Bruder Martin mußte den kleinen Wolfgang auf eine Bank lüpfen, damit er alles Recht in der Nähe sehen und bewundern konnte. Am meisten entzückte den Kleinen der funkelnde Stern, der senkrecht über dem Stalle stand. Ebenso hatte auch Balthasar, der Mohrenkönig, mit seinem reich verzierten türkischen Säbel und Dolch, seinen unbedingten Beifall.
Während die Kinder das Bildlein betrachteten, erzählte ihnen Bruder Martin die Geschichte dazu:
Da Jesu geboren war, begann er, kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und fragten am Hofe des König Herodes: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
Als Herodes dies hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. – Der stolze König befürchtete nämlich, seinen Thron zu verlieren, wenn ein neuer Herrscher ins Land kommen würde.
Eiligst ließ er daher alle Hohepriester und Wahrsager zu sich kommen und fragte sie: Wo denn Christus sollte geboren werden? Sie sagten ihm: zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn es steht geschrieben durch den Propheten: Du Bethlehem im Lande Juda bist keineswegs die Geringste unter den Städten Judas, aus Dir wird der Herrscher kommen, der mein Volk regieren wird.
Herodes lief daraufhin heimlicher Weise die Könige aus dem Morgenlande wieder vor sich kommen und erkundigte sich genau, wann der Stern erschienen wäre, und riet ihnen, nach Bethlehem zu gehen: Ziehet dahin, sprach er und forschte fleißig nach dem Kinde, und wenn ihr es gefunden habt, so sagt ihr mir’s wieder, dass ich auch hinkomme und es anbete.
Nachdem Herodes ihnen dies gesagt hatte, zogen sie hin, und der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatte, zog wieder vor ihnen her, bis an den Ort, wo die heilige Familie sich befand, da stand er still.
Hocherfreut gegen die Könige in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria und Josef. Sie fielen auf ihre Knie und beteten es an, dann öffnete sie ihre Schatzkästlein und reichten ihm Geschenke, die in Gold, Weihrauch und Myrrhen bestanden.
In der Wahl dieser Geschenke aber lag eine hohe Deutung: – Gold brachten sie, um Ihn als König zu ehren, Weihrauch opferten sie dem wahren Gott, und die Myrrhe ist das Bild der Schwachheit und des Todes, welch‘ Beidem der Heiland sich unterwerfen wollte, zur Erlösung des Menschengeschlechtes.
Die morgenländischen Weisen hatten sich zur Ruhe begeben und wollten des anderen Tages beizeiten ihre Reise zu Herodes antreten; da erschien ihnen Nachts im Traume der Engel des Herrn und befahl ihnen, nicht mehr zu Herodes zurückzukehren; denn der böse König hatte den finsteren Anschlag ausgebrütet, das Kindlein ermorden zu lassen.
Die Weisen gehorchten der göttlichen Eingebung und kehrten auf anderen Wegen wieder in ihr Land zurück.
„Was sollen wir für Gaben Dir Herr zum Opfer weih’n? Ist, was wir sind und haben, Nicht Alles, Alles Dein? – Ein Herz, Dir ganze geben, Von allen Sünden rein, Ein liebevolles Leben Soll unser Opfer sein.„
Wie wird es werden dieses Jahr beginnt es nun mit Januar?
Blick ich zurück aufs Jahr 2024 seh ich wenig Positives. Jetzt, in der Zeit der guten Vorsätze, die bekanntermaßen ja nur sehr kurz ist, wäre es Zeit für einen kurzen Rückblick.
Kriege, Flüchtlinge und Hungersnot in der Welt
Wie viel Kriege toben derzeit auf unserer Erde? 6 Kriege mit mindestens 10.000 Toten im Jahr 19 Konflikte mit mehr als 1000 Toten pro Kriegsjahr Die Zahl der Vertriebenen steigt im Jahr 2024 auf 122 Millionen Menschen und damit 5% mehr als im Jahr davor. Diese Zahl entsprich der Bevölkerung von Deutschland ,Österreich, Schweiz und den Niederlanden zusammen. 733 Millionen Menschen hungern aktuell weltweit. Das ist jeder 11. Mensch.
Naturkatastrophen
Wie viel Umweltkatastrophen gab es im Jahr 2024? 28 Umweltkatastrophen, die insgesamt einen volkswirtschaftlichen Schaden von 120 Milliarden verursacht haben. Im langjährigen Mittel steigen die Naturkatastrophenschäden weiter.
Tierwelt
Um wie viel Tier- und Pflanzenarten wird unser Planet ärmer werden, wenn wir so weiter machen? Im Jahr 2024 befanden sich 17.800 gefährdete Tierarten auf der Roten Liste. 11.400 fallen in die Gruppe der Wirbeltiere. Der ökologische Fußabdruck Deutschlands ist so hoch, dass bereits nach einem Drittel des Jahres die Ressourcen verbraucht sind. Wenn jeder so lebt, wie bisher, würden wir also drei Erden benötigen. Nur Amerika benötigt mehr (5 Erden) Was das auf Dauer für unseren Planeten bedeutet, ist glaube ich jedem klar.
Gesundheit
Im Jahr 2024 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweine-Fleisch allein in Deutschland 27,5 Kilogramm von anderen Fleischsorten mal abgesehen. 10,6 Liter reiner Alkohol wurde in Deutschland pro Kopf im letzten Jahr konsumiert. Die durch Alkoholkonsum entstandenen volkswirtschaftlichen Kosten betrugen 57 Milliarden. 64 Milliarden Glimmstängel wurden im Jahr 2024 konsumiert, Tabakersatzprodukte außen vor gelassen.
Warum diese Zahlen? Vielleicht reicht es nicht alleine mit Kawumm und Trallala das neue Jahr zu begrüßen. Es ist mehr erforderlich.
Ein Beleuchten der eigenen Lebens- und Denkweise. Der Umgang mit der Natur. Wie sieht mein Garten aus – können dort Tiere überhaupt leben? Was kann ich dazu beitragen die Artenvielfalt zu erhalten? Was trage ich durch meine Lebensweise zur Erderwärmung bei? Was tue ich für meine Gesundheit?
Sicherlich kann ich persönlich an den Kriegen auf der Erde nichts ändern. Doch wie gehe ich mit meinem Nächsten um? Lege ich alles auf die Goldwaage oder erkenne ich, dass auch ich Fehler mache und froh bin, wenn mein Nächster gütig darüber hinweg schaut? Bewerte ich Menschen nach ihrer Herkunft und Rasse, Religion oder ihrem Geschlecht? Glaube ich jedem Rattenfänger, der einfach Lösungen für schwerwiegende Probleme in der Welt bietet? Glaube ich an ein „Weiter so“ selbst wenn ich Kinder habe?
Der Januar ist kein einfacher Monat. Nach Lichterglanz des Dezembers schleicht sich das Gefühl von Leere ein. Aber wir sind im Januar auch häufiger voller Motivation und Tatgendrang. Ein Ziel im Auge zu behalten, das das Leben ein Stückchen besser macht bietet für jeden Vorteile. Nehmen wir uns daher in diesem Jahr vor, die Welt ein bisschen besser zu machen durch unser Handeln und unsere Denkweise und der Erkenntnis , dass es viel zu verbessern gibt hier und jetzt. Und das kann sogar Spass machen!
Ich möchte hier erwähnen, dass ich das alte Buch mit der sehr eigenwilligen Schreibweise in Frakturschrift vorgelesen habe, um den gesprochenen Text von einem Programm namens f4transkript in Buchstaben umzuwandeln. Den umgewandelten Text habe ich danach bearbeitet, da viele der Wörter dem Programm nicht bekannt waren.Aus diesen Gründen ist der Text ein Gemisch aus alter und neuer Schreibweise.
Was es in den verschiedenen Kapiteln des Buches gibt, ist diese vorgelesene Tonspur mit dem Transkript.
6. Kapitel
Am anderen Tage hatten die Kinder nach Beendigung des allgemeinen Morgengebets, welches Bruder Martin in einem kleinen Bethäuslein in Thale abgehalten, sich sogleich wieder in Martins Zelle begeben, um den guten Altvater mit dem Weihnachtsliedlein, welches er ihnen gestern mitgeteilt hatte, zu überraschen.
Gotthard hatte die Verse zu Hause seinen Geschwistern so lange vorgesagt, bis die Kinder sie auswendig wußten, um die Freude noch vollständiger zu machen, hatte ihnen die Mutter eine alte Kirchenmelodie gelernt, die recht gut auf die Worte paßte und den Kindern leicht ins Gehör fiel. Das war denn ein großer Jubel, als sie morgens ihren Freund Martin mit dem Gesange überraschen konnten. Der gute Mann versprach ihnen hierauf als Belohnung ihres Fleißes und Geschicklichkeit auf kommenden Neujahrstag eine weitere Vorstellung auf dem Krippelein, nebst einer lehrreichen Geschichte dazu.
Die Kinder waren äußerst begierig, was wohl wieder kommen werde, und nachdem der bezeichnete Tag herangekommen, stellten sie sich erwartungsvoll bei ihrem Freunde ein. Und siehe da, beim lieblichen Schimmer der Morgensonne, die ihre Strahlen durch das Fenster der Zelle warf, erblickten die Kinder ein neues Bildchen. An der Stelle, wo früher der Stall und die Krippe gestanden, sah man jetzt ein prächtiges Münster mit herrlichen Säulen und Schmuckwerk im Inneren die ehrwürdigen Gestalten Marias und Josefs, wie sie das Christkindlein dem Herrn im Tempel darbrachten; neben ihnen standen andächtig der weise Greis Simeon und die fromme Anna. – Auf den Bergen und Felsweglein erblickte man die Einwohner von Jerusalem und Bethlehem, wie sie in allerlei Geschäften sich herumtrieben: Da war zum Beispiel zu sehen ein Mädchen mit einem Korbe, in dem es Eier und Butter in die Stadt trug; dort ein anderes beschäftigt am Brunnen Wasser zu holen – hier stand eine Bettlerin mit ihrem Kinde, Vorübergehende, um einen Almosen anzusprechen, und auf dem selbigen Gebirge, wo Hirsch und Reh liefen, hatte ein Jäger mit der Armbrust Posto gefaßt, eben im Begriff, den tödlichen Pfeil auf eines der Tiere loszuschnellen. – Die Kinder konnten sich nicht satt sehen, nicht genug sich verwundern über die Mannigfaltigkeit der Schönheit. Zuletzt entdeckte Klärchen noch gar die heiligen Drei Könige im Hintergrunde, wie sie von fernen Meeresstrand herankamen, und mit vielen Dienern und Lasttieren über das Gebirge daherzogen um das Christkindlein aufzusuchen.
Nach genügsamer Betrachtung all dieser Einzelheiten lenkte Bruder Martin die Aufmerksamkeit der Beschauer wiederum auf die Hauptvorstellung: die Darstellung im Tempel, und schickte sich an, ihnen die Geschichte ausführlich zu erzählen.
Sehet, liebe Kinder, sprach er, nach dem Gesetze Moses mußten alle Eltern ihre erstgeborenen Knäblein Gott im Tempel darbringen, auf dass sie geheiligt würden. Dabei war es gebräuchlich, dass die Reichen ein Lamm, die Ärmeren ein paar junge Tauben opferten. Diesem Gebote folgten auch Josef und Maria. Sie trugen das kleine Jesuskind nach Jerusalem auf den Tempel und brachten das übliche Opfer. Zu jener Zeit aber lebte ein Mann in dieser Stadt mit Namen Simeon. Derselbe war fromm und gottesfürchtig und wartete voll des heiligen Geistes mit Sehnsucht auf die Ankunft des göttlichen Erlösers. Es war ihm geoffenbart, dass er den Tod nicht sehen solle, bevor er Christum den Herrn mit Augen gesehen hätte.
Während Maria und Josef mit dem Kinde im Tempel verweilten, kam Simeon aus göttlichem Antriebe auch in den Tempel. Als der fromme Greis das Kind Jesu erblickte, nahm er es sogleich voll Freude auf die Arme, blickte gen Himmel und rief: Nun lasse mich Herr in Frieden scheiden, denn meine Augen haben den Heiland gesehen; – das Licht der Völker und die Zierde Israels.
Josef und Maria verwunderten sich, dass ein fremder Mann das göttliche Kind erkenne und solche Worte rede. Simeon aber segnete sie und sprach zu Maria: Dieses Kindlein wird Vielen in Israel zum Falle, und Vielen zur Auferstehung gereichen. Es wird ein Zeichen sein zum Widerspruche und Schwert wird durch deine Seele dringen.
Kaum hatte der Greis Simeon seine Weissagung ausgesprochen, so kam Anna herbei, eine 84-jährige Witwe – auch sie pries den Herrn und verkündete wie Simeon laut die Ankunft des Erlösers.
Alles dieses, Schloss Bruder Martin, trug sich mit dem neugeborenen Kindlein zu, dreißig Tage nach seiner Geburt, und Alles, was jene erleuchteten Menschen prophetisch von ihm vorausgesagt hatten, sollte buchstäblich in Erfüllung gehen.
„Lass dich, Jesus, von mir preisen, Der zu unserem Heil erschien; Dank und Ehrfurcht zu erweisen, Bet‘ ich an dich auf den Knie’n! Heiland, dich als Kind ich grüß‘! Jesus! Name hold und süß.„
um die Jahreswende etwas Astronomisches. Wer erinnert sich noch an die Collage mit den Bildern vom 20. und 30. Dezember 2004? Das ist immerhin 20 Jahre her. Wissen Sie auch noch, was zum Ausdruck gebracht werden sollte? Ich muss dazu sagen, dass die Voraussetzung war, dass beide Aufnahmen vom gleichen Platz und mit demselben Teleobjektiv erstellt wurden. Wenn Sie die Pfeile in Ruhe anschauen, erkennen Sie bestimmt, dass die Sonne in 10 Tagen nur einen Sonnendurchmesser nach Norden gewandert ist. Den Tag 21. Dezember als Winteranfang, 2024 war das um 10.21 Uhr, vernachlässigen wir, vermutlich war damals die Sonne wegen schlechtem Wetter nicht zu fotografieren.
Jetzt schaut Euch auf unten die Situation kurz vor Frühlingsanfang an. Es sind die Sonnenuntergänge drei Tage hintereinander von unserem Westbalkon am gleichen Punkt – übrigens über dem Feldbergmassiv – festgehalten. Und was ist zu sehen? Einen Sonnendurchmesser je Tag ist die Veränderung, die gleiche Strecke wie nach Winteranfang in zehn Tagen. Ist das nicht seltsam? Wie kommt es dazu? Es hat einen ganz normalen physikalischen Hintergrund: Der Verlauf der schräg geneigten Erde um die Sonne entspricht einer Sinuskurve. Eine Sinuskurve hat einen Hoch- und einen Tiefpunkt und zwei Wendepunkte. Ein Grundgesetz der Sinuskurve ist, dass die Veränderungsraten über die Zeit um den Hoch- und Tiefpunkt sehr gering sind aber an den Wendepunkten recht groß. Der Hochpunkt ist der Sommeranfang und der Tiefpunkt der Winteranfang, das heißt langsame Veränderung der Tageslänge. Die Wendepunkte sind der Frühlings- und der Herbstanfang, da ist die Tageslängenänderung sehr schnell.
Oben ist die Sonne bei Sonnenferne als schwarze Scheibe auf die Sonne bei Sonnennähe aufgelegt worden. Man sieht, dass die Sonne bei Sonnennähe die schwarze Scheibe bei Sonnenferne etwas überragt. Der Grund ist, dass die Umlaufbahn der Erde um die Sonne keine Kreis-, sondern eine Elipsenbahn beschreibt. Wie beim Mond um die Erde auch. Und bei Elipsenbahnen gibt es einen Fernpunkt und einen Nahpunkt. Bei der Erdbahn um die Sonnen ist es der 4. Januar und der 6. Juli. Bei Sonnennähe ist die Sonne etwa 147.000.000 Kilometer von uns weg und bei Sonnenferne etwa 152.000.000 Kilometer also etwa 5.000.000 Kilometer Differenz. Nun eine Preisfrage, wann ist Sonnenferne? Wenn Sie sagen am 4. Januar, weil es da Winter ist, dann liegen Sie nicht richtig. Es ist am 6. Juli. Da die Verbindungslinie der Erde zur Sonne in der gleichen Zeit gleiche Flächen durchläuft – Johannes Kepler hat das festgestellt -, läuft die Erde um den 4. Januar schneller um die Sonne und um den 6. Juli langsamer. Das heißt, wir auf der Nordhalbkugel kommen etwas schneller durch den Winter als die Bewohner der Südhalbkugel.
Im vergangene Herbscht han i zmol en Aaruef und e mail vum Linguistsiche Institut vu de Uni Sidney, z Auschtralie dä dunne griegt. En Carl Bodnaruk sait, er heb Vorfahre z Konschtanz und z Friborg, wär au scho dä gsi und dät passabel Diitsch schwätze und au eweng Alemannisch. Des mit em passabel han i glii i sauguet ummodle miesse. Er wet also e Studiearbet, e Bachelorarbet, über die Alemannisch Mundart schriebe, ob ich ihm do eweng helfe kinnt. De ganz Herbscht und Winter hät sich en aagregte mail- ping-pong ergähe. Denno han i lang nint me ghert. Uffs mol kunnt Aafang Juni en lange Studierodel über fascht 60 Siite mit Graphike, Karte und wisseschaftliche Erläuterungen.
(Wunderfitzigi könnet die Arbet i Englisch hier haan). Selli uffschlussriich und au erstuunlich sind die umfangriiche ziemli uubekannte Quelleaagabe, wo er aagieht. De Carl Bodnaruk sait, dass s Alemannisch grad i de grössere Städt dorch Überlagerung vu de schriftsprochliche Zuwanderer, em Mangel a technischem, wirtschaftlichem, buchsproochlichem Wortschatz und de Überalterung vu de Mundartsproochler schwer am himbelle sei. Uff de Dörfer und de kleiner Gmonde seis no eweng besser durch stärker glebts Brauchtum und Gselligkeit. Des alls hät er mit Frogeboge a 100 Mundartler uusgwertet und i Tabelle und Fieberkurve uusgschafft. En kleine Mangel dürft es haa, weil er glaub hauptsächlich Alemanne und Liit über 60 Johr befrogt hät. Uffschlussriicher wärs no, wenn er au Buechsprochler i de verschiedene Altersgruppe und au die Jüngere i allene Lebensalter gforgt het. Au wär en Bezug zu de Berufliche und de Gsellschaftliche Beziehunge wichtig, also die Demographie vu de Befrogte. Es stimmt zwar scho alles, aber ich sag, es liiht haupsächlich a iiserem mangelnde und vernochlässigte Selbsbewustsii. Scho wo die Flüchtlingswelle us Pommern, Ostpreussen, Schlesie und em Sudeteland uff ganz Westdiitschland notwendigerwies aagschwappt isch, hond d Alemanne eweng s Knick iizogge und hond sich eher dene Neubürger schriftsproochlich aapasst. Dezue kumme isch, dass s Handwerk, de Handel und d Landwirtschaft sich radikal veränderet, mechanisiert, technisiert und nationalisiert hät. Me hät nimme nu uff de Boor oder z. Bade iikauft, bstellt und gschäftet, sondern mit ganz Diitschland, bald au mit ganz Europa und hitzutags au uff de ganze Welt. Natierli bruucht mer für Werkziig, Zubehöhr, Maschine, Computer und i de Wisseschaft ganz andere Wörter und Begriff wie i de alte Mundart. Und so sterbet alte, altbachene, klassische Mundarwörter ganz „natürlich“ uus. Des war aber scho immer so mit iisere eigentlich kelto- romanische Sprooch. Sie war und isch ständig im Wandel. Wandel hoesst aber au Umbau, Verändere, aber au Uffbau uff de alte Wert und Begriff. Weil des so ransant im digitale, globale Ziitalter goht, glaube mir, dass d Mundart uusstirbt. Sie veränderet sich schnell und so stark wie no nie. Wenn mir Alemanne, und dodezue ghöret aber au die Zuegroosste, die diitsche- und internationale Seconos- und Tricondos, uff dere lokal lebendige Mundart uffbauet, bliibt die modernisiert Mundart erhalte und für uuswärtige erkennbar und für iis selber e Markezoeche, e Eigeart uff die mer stolz sii khaa. Und sie bliibt denno au e Markezeiche für e Region, e Landschaft, e kennzeichnende Gschäftswelt. Gern erinnere ich mich a den Lehrbue us de Appruzze, der die bescht Villinger Mundart gschwätzt hät, oder den anatolische Gastronom us Briilinge, der broeter Baaremrisch schwätz, wie die meischte Briilinger. Oder de Christian Streich, der es ferig bringt, i Alemannisch sogar wieder am Fernseh, im Rundfunk und de Presse wieder „Hof z halte“. Es liit also a iis. Wenn mir oegsinnig und selbsbewusst unsere Zweisproochigkeit lebet, uns nit zu Uugebildete wege dere „putzigen“ Sprooch degradieret lond, denno verhebts no lang. D Schwiezer hond des gschafft, weils sies uuverboge lebet und nint aabrenne liond. „So wie mer s halt triebt, so hät mers“, en uralte Mundartspruch.
De Kummer: D ́ Lesbarkeit
Oe Schwierigkeit hommer allerdings, die hond aber au alle Mundarte: D Lesbarkeit. Mir waret, mit ganz wenige Uusnahme bei de Mundartdichter, no nie uff lese vu Mundart „konditioniert“, also iigstellt, iiguebt. Des Mundarschriftbild isch nit i iiserm Bildspeicher. Usserdem schriebt jeder Mundartschrieber anderscht, im Satzbau, im Sproochbild und i de Uussprooch. Wichtig isch, dass mer Mundart möglichscht vum Klangbild her schriebt, vum gsprochen, vum ghörte Wort. Also rein vum Klangbild i de Ohre und im Wort- „Laut“. I schwierig uusprechbare Sprooche wie französisch und Englisch gihts e klar iigführte phonetsiche Schrift. Des wär e Möglichkeit, aber weder nötig no bruuchbar. Weil für jede Mundartgegend , wie Hegau, Breisgau, Baar, Elsass e oeges Darstellungssystem nötig wär. Drum isch die Idee nit bsunders guet. Es bliibt nint anders übrig wie Klanggerecht z` Schriebe. Im Hieronymus, oder i de Eschinger Mundartrunde vu de Bürgerstiftung, setzt mer uff Vorläse. So khaa jeder beim Lese des gsproche Gschichtle au mitlese und kunnt so besser i die Mundartleserei inni. Villi bestätiget, dass mer denno dorchuus inni kunnt. Leider sterbet au die Stammtisch, die Fasnetfestle und die Vereinsuusflieg, dä wo meischtens Mundart gschwätzt word, immer meh uus. Des waret die beschte Bewahrer vu de lokale Mundart. Usserdem erhöht de Sproochklang die sowieso netter Poesie vu de Mundarte gegenüber em Buechsprochliche. Der folgend Spruch sait dodezue alles:
I de Mundart sehnet d` Ohre besser
Martin Graff
Alemannisch word nit untergau und wenn doch, erfahret ihr`s im Hieronymus z` erscht
Jede Dunschtig Obet isch uff Bayern 1 de Kultspruch vum Ringelstetter z Höre. Nu dass er statt Alemannisch „Bayern“ sait und statt Hieronymus „Bayern1“. Die Überschrift stimmt trotzdem uff de Pfennig. Zwar hät de Carl Bodnaruk vu de Uni Sidney, des isch z Down Under, in ere Studie ussi gfunde, dass es mit dere Alemannische Mundart nit so toll uusähne dät. De Karle us dem Land, dä wo mer de Uriiwohner Aboriginies sait, so wie iiserne Uriiwohner Alemanne, däts i de grössere Städt wege de villne Schriftsproch- Iiwanderer selli mau uusähne. Uff em Land vermacht er dere Sproch no e weng meh. Und die Ü 60- er i de Dörfer hetets no eweng meh druff wie die Junge. Dieselle dätet scho lang und uuaufhaltsam die rasant aawaasend die neu digital- Mundart mit sellene Bit- Bytes, Giga- Terra, USB- BBC, WLAN, PIN und TAN, Äpps, Potkascht, Hoembanking, sörfe, clauds und päds schwätze. Wörter wie Karscht, Zabbis, Heuliecher, Betziet, Bexler und Gilleschapfe könne mer allmählich ruhig im Archiv vu de Muetersproochgsellschaft verschobbe. Die bruuchemer halt oefach nimme. Wege Motorhacke, Vollernter, Fahrsilo, Meditation bim Waldbadde, Hydraulischem Spalter, und Kläralage.
De Kängeru Karle, seller alemannischfreundlich Aussi, hät aber vergesse, dass solang de Streiche Chrischtian iis uff Alemannisch no erklärt, wie des mit de Wochetag eigentlich goht und de Keller Franz no uff Alemannisch sakramentiert, de Joogi uff Wiesetälerisch die Taktik gege die Wikinger Schoofbuere vu de Faroer verklickeret, im Joostal no Mundart- Freilichtspiel aabote wered, de Burger Steff sie baarschwarzwälder Mundart bim Predige im Münschter nit verhebbe khaa, solang stirbt s Alemannisch no lang nit uus. Wenn die Schwarzwälder Skiadler Legende de Nation erkläret, dass es „die wo„ hoesst und nit „diejenigen, welche„, merket ihrs: 5 Buechstabe gege 16 Buechstabe, s Komma gar nit mirgrechnet, denno verhebbt s no lang. Au wenn de Streiche Chrischtian dereinst am Hockestäcke des Lehrangebot, den Lehrufftrag vu de Buechebacher Bolzer aanimmt, und dene anatolische, lybische, akkademische Secondo- Stroosekicker und dene Ibe- und Attedäeler Buurebuebe de Deckungsschatte uff Dreisam- Alemannisch verklickeret, denno gohts sowieso nuu no, wie bei me geniale Steilpass, ghörig uffwärts. Allerdings sottet die iibilte alemannische Borgermäeschter nit am Grensilli Roulet Tisch hucke, Millione Chips vor sich uffbieget, sondern halt wieder am Stammtisch nuu um Pfennig spiele beim alemannische Benokel oder Zego dresche. Schriftsprooch, Buechsproch, manche saget au „Hochdeutsch“ zu dere gstelzte Mundart, heb sich nuu zuefällig ergähe, weil de Thüringer Luther halt sie Sproochart vu dä als Bibelsprooch drucke lau hät. Sunscht miesstet nämlich die zuegreiste Bildungsbürger i de Städt wie Friborg, Konschtanz und Lörrach die domols vorherrschend fränkisch- alemannisch, poesievoll Mundart schwätze.
Mir Ducklimuuser, mir Hennefiddle sottet halt mit Stolz iisere Mundart– Fahne selbsbewusst schwenke. So wies d Schwiezer im Fernseh, im Radio, im Parlament, i de Konzern, i de Wisseschaft, i de Kunscht und i de Banke hemmungslos machet, denno hät de Alemanne- Karle us Sydney/ Down Under amend doch nit ganz reacht.
Vielen Dank an Peter Unfried für die freundliche Genehmigung seinen Artikel aus der Wochentaz vom 21. Dezember 2024 hier veröffentlichen zu dürfen.
Ich saß in Santa Cruz, Kalifornien, auf einer Bierbank inmitten einer gemeinnützigen Biofarm, und der große amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen sagte mir lächelnd, dass das 2-Grad-Ziel verloren sei. So begann im Sommer 2023 die Stunde, in der ich Hoffnung bekam.
Der Mensch wird das Problem der steigenden Erderwärmung nicht lösen können – das ist Franzens Erkenntnis, nachdem er sich intensiv mit der Lage beschäftigt hat. Und dies nicht nur aus ökonomischen Gründen oder als Folge des „Kapitalismus“, sondern auch aus kognitiven Gründen: Die Komplexität und Globalität des Problems mit all seinen Auswirkungen auf andere Bereiche und die Überwindung der Gegenwartsfixierung überfordern uns.
Das sehe ich nicht so absolut, aber gebe zu, dass es derzeit nur eine geringe Perspektive für Global Governance, also eine gemeinsame, multilaterale Klimapolitik gibt. Die Interessen sind zu verschieden und das Fressen kommt verständlicherweise vor der Moral.
Wo ist denn nun die Hoffnung, wird man berechtigterweise fragen? Sie gründet sich in einem neuen Ansatz. Ich habe verstanden, dass Franzen ein abstraktes Ziel aufgegeben hat. Aber eben nicht, um zu sagen, jetzt ist eh alles scheißegal, jetzt mache ich erst mal eine Kreuzfahrt. Sondern um handlungsfähig zu werden. Er sagt, wir sollten nicht rumheulen, sondern uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können. Für ihn ist das eine Nahbereichs-Community, die aktiv wird, um „die Vision eines besseren Ortes zu leben“. Das kann eine Stadt sein, ein Stadtteil, eine Straße, eine Hausgemeinschaft, ein Unternehmen, eine Schule, eine Kita, ein Medienhaus – jedenfalls ein Ort, an dem man engagiert und respektvoll streitend daran arbeitet, dass morgen etwas besser ist als heute. So denke ich inzwischen auch.
Jetzt wird sicher gleich jemand rufen, das sei doch „alles viel zu wenig“. Richtig: Um die Erderwärmung und ihre Folgen sowie das Artensterben zu begrenzen und später zu reduzieren, um den Übergang zu einer postfossilen Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen, braucht es Politik. Es braucht Mehrheiten. Aber eben auch eine weiterentwickelte Kultur.
Die fossile Kultur ist aus physikalischen Gründen am Ende, aber die linke Ökokultur mit ihren großen Gesten, ihrer Apokalyptik, ihrer religiös grundierten Sünden- und Schuldrhetorik und dem logischen Unfug, dass „weniger mehr sei“ und „wir keine Zeit“ mehr hätten, eben auch. Sie hat sich als untauglich erwiesen. Wer sich radikal menschenignorant auf der Straße festklebt und rumplärrt wie ein Kleinkind, wird doch nicht ernsthaft erwarten, dass andere seine Probleme lösen. Die ganze Demo- und Anschreifolklore ist komplett untauglich für die Notwendigkeit des Konstruktiven.
Die fossile Kultur ist aus physikalischen Gründen am Ende, aber die linke Ökokultur eben auch
Das Dagegensein- und Weltuntergangs-Business haben andere übernommen, illiberale, fossile Antidemokraten. Wer dagegen etwas erreichen will, ist dem Konstruktiven verpflichtet, dem Can-do-Spirit. Er muss seine Hoffnung mit dieser neuen Methode begründen: Handeln statt hadern.
Das beginnt mit dem Balkonkraftwerk und einem Gemeinschaftsgarten, wo früher Parkplätze waren. Und dann kommt eins zum anderen. Hoffentlich.
Die Sitzung hat pünktlich um 17:30 angefangen und es sind erstaunlich wenig Zuschauer dabei gewesen. Womöglich wollen alle auf dem Hieronymus nachlesen.
Die Rede von unserem Bürgermeister Patrick Haas
17:49 Uhr startete der CDU Fraktionssprecher, Markus Leichenauer, mit seiner Rede.
17:58 dann die SPD Fraktionssprecherin, Kerstin Skodell, mit ihrer Rede zum Haushalt und um 18:06 Reinhard Isak mit der Rede zu den Stadtwerken.
Hier die Rede der SPD Fraktionssprecherin
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Haas, sehr geehrte Herren Amtsleiter, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats!
„Gemeinsam sind wir stark“
„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ – Dieses Zitat von Mahatma Gandhi erinnert uns eindringlich daran, dass die politischen Entscheidungen, die wir heute treffen, die Lebensqualität und das Miteinander in unserer Stadt Hüfingen von morgen entscheidend beeinflussen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Der vergangene Sommer hat mit der Kommunal- und Bürgermeisterwahl 2024 für Hüfingen einen echten Neustart signalisiert. Wir haben nun die Chance, gemeinsam die Entwicklung unserer Stadt so zu gestalten, dass sich weitestgehend alle alle Bürgerinnen und Bürger mitgenommen fühlen und hier gerne leben. Doch damit verbunden ist viel Arbeit – Arbeit für unseren neuen Bürgermeister, für die Verwaltung und für uns alle im Gemeinderat. Ein Zusammenfinden auf Augenhöhe, klare Zielsetzungen, Transparenz und das Schaffen von gegenseitigem Vertrauen: Das sind für uns die zentralen Voraussetzungen, um kommunale Politik nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.
Als SPD-Fraktion sehen wir uns auf einem guten Weg, um Hüfingen in diesen schwierigen innenpolitischen wie weltpolitischen Zeiten bestmöglich aufzustellen. Natürlich können wir auf globale Entwicklungen nur begrenzt einwirken. Aber wir können und müssen auf lokaler Ebene verantwortungsvolle und zukunftsweisende Entwicklungs- und Finanzpolitik betreiben.
Zum Ergebnishaushalt: Wir können ein Gesamtergebnis mit einem Gewinn von nahezu 70.000 Euro verzeichnen. Unsere Rücklagen belaufen sich auf erfreuliche 13,4 Millionen Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen bleiben bis jetzt noch stabil, der Anteil der Einkommenssteuer steigt leicht an. Als finanzschwache Gemeinde im Sinne des Finanzausgleichsgesetzes profitieren wir zudem von entsprechenden Schlüsselzuweisungen, was zu Gesamteinnahmen von rund 11,4 Millionen Euro führt – ein erneuter Anstieg gegenüber 2024.
Die Zinserträge in Höhe von rund 313.000 Euro bleiben zwar ernüchternd, aber auf diesem Niveau wohl stabil. Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen bestätigt die Stadt Hüfingen ihre gute finanzielle Grundausstattung. Die Personalkosten steigen überwiegend aufgrund tariflicher Anpassungen. Hier ist hervorzuheben, dass wir wieder junge Menschen für eine Ausbildung in der Stadtverwaltung gewinnen konnten. Unsere langjährigen, erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein hohes Gut; sie tragen wesentlich dazu bei, Wissen weiterzugeben und junge Fachkräfte zu integrieren.
Bildung und Kinderbetreuung sind für uns als SPD-Fraktion seit Jahren ein zentrales Anliegen. Die aktuelle Bedarfsplanung zeigt, dass in der Kernstadt Handlungsbedarf bei der Kinderbetreuung besteht. Unsere Schulen sind grundsätzlich gut aufgestellt, aber wir dürfen nicht nachlassen, an Qualitätsverbesserungen zu arbeiten und die Bildungsinfrastruktur an die Anforderungen der Zukunft anzupassen.
Der Gemeinderat hat sich bei der letzten Klausurtagung unter anderem ein Ziel deutlich gemacht: Eine bürgernahe Stadtentwicklung. Was bedeutet das konkret? Es geht um ein neues Bürgerhaus, in dem soziale Angebote durch eine Stabstelle koordiniert werden. Ehrenamtliches Engagement soll hier eingebunden und gefördert werden. Bürgerinnen und Bürger möchten wir in diesen Prozess einbinden, um gemeinsam ein Leuchtturmprojekt zu entwickeln, das unser Miteinander stärkt. Wir stehen am Anfang dieser Entwicklung, und dieser Anfang wird auch mit finanziellen Aufwendungen verbunden sein, die wir alle gemeinsam tragen müssen.
Die SPD-Fraktion wird diesen Weg unterstützend begleiten, denn wir setzen uns bereits seit Jahren für folgende Punkte ein:
Ein Mehrgenerationenhaus zu schaffen: Ein Ort des Austauschs, der Begegnung und der gegenseitigen Unterstützung.
Die offene Jugendarbeit weiter auszubauen: Unsere Jugend ist die Zukunft unserer Stadt. Gerade in unsicheren Zeiten dürfen wir sie nicht allein lassen. Unsere Vereine leisten hier wertvolle Arbeit. Doch wir wissen, dass es auch Jugendliche gibt, die anderweitige Unterstützung benötigen. Hier muss die Stadt handeln.
Wohnraum für junge Familien fördern: Wir sollten städtische Anreize schaffen, um jungen Familien den Verbleib in Hüfingen zu ermöglichen. Dies ist von zentraler Bedeutung, um die Attraktivität unserer Stadt zu erhalten und zu steigern.
Neben diesen zentralen Themen halten wir das Investitionsvolumen von knapp 7,9 Millionen Euro für sinnvoll. Damit können wir wichtige Projekte und Sanierungsmaßnahmen voranbringen. An erster Stelle steht der Anbau des Feuerwehrgebäudes mit rund 1,5 Millionen Euro. Auch der gezielte Erwerb von Grundstücken ist für eine vorausschauende kommunale Entwicklung entscheidend.
Die geplante Einlage ins Eigenkapital der Stadtwerke für das Familienbad Aquari halten wir hingegen für überflüssig und nicht zielführend. Wir weisen in den Stadtwerken eine Eigenkapitalquote aus, nach der sich viele Firmen die Finger lecken würden. Es fragt sich deshalb wieso die zum derzeitigen Zeitpunkt um über 1 Mio. aus dem Haushalt erhöht werden soll. Es macht doch finanzwirtschaftlich Sinn, weiter benötigtes Investitionskapital den Stadtwerken aus dem Hoheitshaushalts als Darlehen zur Verfügung zu stellen und damit selbst Zinsen zu erwirtschaften, anstatt eine Einlage ins Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Hier wünschen wir uns eine kritische Prüfung der Notwendigkeit und der langfristigen Effekte auf die städtischen Finanzen.
Insgesamt können wir von einem soliden Haushalt ausgehen, der weiterhin Spielräume für zukunftsweisende Investitionen bietet – und das ohne die Aufnahme neuer Kredite. Hüfingen ist seit 2013 schuldenfrei, und wir freuen uns, dass dies auch so bleibt. Das gibt uns die Freiheit, gestaltend tätig zu werden und optimistisch in die Zukunft von Hüfingen zu blicken.
Wir wissen, sehr geehrter Herr Bürgermeister Haas, dass Sie mit Ihrem Tatendrang, Ihrer Kompetenz und im engen Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung einen wesentlichen Beitrag leisten werden, um diese Entwicklung moderat, aber entschlossen voranzubringen. Das ist eine Mammutaufgabe, für die wir Ihnen schon jetzt danken – ebenso wie für die vergangenen Monate des Aufbruchs und der bereits spürbaren Veränderungen.
Unser Dank gilt der gesamten Mitarbeiterschaft mit den verantwortlichen im Hauptamt, Rechnungsamt und Bauamt. Meine Herren Amtsleiter, bitte geben Sie unseren Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt weiter – denn nur gemeinsam sind wir stark.
Wir freuen uns auf 2025 mit ihnen liebe Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat. Die letzten Monate haben gezeigt, dass es auch miteinander geht. Das bereitet Freude und macht neugierig auf das, was kommen wird. Bleiben sie gesund und voller Tatendrang, damit wir weiterhin in lebendiger und fairer Gemeinderatsarbeit unsere Stadt für die Bürgerinnen und Bürger gestalten können.
Kerstin Skodell, Fraktionsvorsitzende
18:12 startete der Fraktionssprecher vom Freien Forum und um 18:22 die LBU mit Peter Albert.
Hier die Rede der LBU Hüfingen
Haushaltsrede zur Verabschiedung des Haushalts 2025
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, werte Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher, liebe Bürgerinnen und Bürger
Haushaltsberatungen haben mit ihren Entscheidungen nicht nur Einfluss auf ein umfangreiches Zahlenwerk, sondern spiegeln in ihren Ergebnissen vor allem den politischen Willen der Mitglieder des Gemeinderates und der Verwaltung. Wir von der LBU wollen die nun folgenden Vorhaben als für unsere Bürger:innen so wichtig und weiterführend ansehen, dass sie jetzt und in den künftigen Beratungen der folgenden Jahre Berücksichtigung im Zahlenwerk der Haushaltspläne finden müssen, soweit sie nicht schon jetzt dort verankert sind.
Wir setzen folgende Schwerpunkte:
Das Trinkwasser ist unser höchstes Gut. Seine Verfügbarkeit und Qualität ist von überragendem Wert. Ich hatte in der Vergangenheit im Gremium diesbezüglich mehrfach auf das Sondergebiet Palmhof in Bräunlingen im Zusammenhang mit der Nitratbelastung hingewiesen. Der Brandfall auf dem Palmhof hat eindrücklich gezeigt, wie fragil unsere Versorgung ist.
Die erhöhten Nitratwerte und die daraus resultierende neuerliche Einstufung als Problemgebiet ist kein gutes Zeichen. Wir müssen hier gemeinsam nach nachhaltigen Lösungen suchen.
Nach wie vor gibt es im Städtedreieck keine ausreichende Vernetzung des Rohrleitungssystems. Gerade in einem Havariefall stünden wir vor großen Problemen!
Die Verwaltung unter Bürgermeister Kollmeier wurde vom Gemeinderat deshalb angehalten, mit Donaueschingen im Zusammenhang mit einer dortigen neuen Bohrung in Kontakt zu treten, um die Lücke auch nach Donaueschingen endlich zu schließen. Von Bräunlingen aus können wir in Sachen Wasserlieferungen jedenfalls keine große Hilfe erwarten.
Verkehr ist kein Zufall, er muss politisch gesteuert und reguliert werden, wenn er die Bürger:innen durch Abgase oder Lärm, zu sehr belastet, sodass ein angenehmer Einkaufsbummel oder das Flanieren im Zentrum nicht mehr möglich ist. Wie überall ist auch hier der Klimawandel eine besondere Herausforderung. Es führt kein Weg daran vorbei, auch einst bewährte Konzepte zu überdenken und Routinen zu verändern.
Damit dieser Wandel nicht von den Bürger:innen als Freiheitsverlust empfunden wird, müssen Alternativen geschaffen werden. Das beginnt beim Fahrradweg an den Straßen, bei den E-Ladestationen in der Stadt oder besseren Bahnanbindungen im ländlichen Raum und endet möglicherweise bei der Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone, die die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und damit den Kaufanreiz erhöht. Wenn alle bei Amazon oder an der Peripherie einkaufen, verliert das Zentrum immer mehr an Qualität. Falls deshalb die Urbanität verloren geht, schwindet auch der touristische Reiz. Hier sollten aus unserer Sicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.
Das Beispiel Schaffhauser Straße hat uns verdeutlicht, dass die Kfz-Fahrbahn viel zu breit und der gemeinsame Fuß- und Radweg zu schmal und nicht gesetzeskonform sind. Der Fuß- und Radweg entsprach bereits bei der Fertigstellung nicht der Norm und endet abrupt an der Ochsengasse. Um die Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu erhöhen, benötigen wird dort eine sichere Radwegeinfädelung vom Fahrradweg auf die Fahrbahn der Hauptstraße. Das ist eine dringende Maßnahme, die keinen Aufschub duldet.
Damit die Fuß- und Radwege nicht nur in der Schaffhauser Straße fast täglich von Pkw`s zugeparkt werden, ist eine Kontrolle unbedingt erforderlich.
Der Ausbau des Radwegenetzes im Rahmen des schon lange angedachten Verkehrskonzeptes Hüfingen – im Einklang mit dem Städtedreieck – muss endlich angegangen werden. Als Beispiel möchte ich hier die völlig unzureichende und gefährliche Verkehrssituation des Schulwegs bei der Feldwegbrücke an der Hohenstraße anführen. Wir sollten dort einen zweiten Brückenschlag für den Rad- und Fußverkehr, so wie über die Breg bei der Leonhards Kapelle ins Auge fassen. Mehrere Fördertöpfe stehen für Maßnahmen wie die Erarbeitung eines Konzeptes oder den Bau von Radwegen und Brücken zur Verfügung. Herr Bürgermeister Haas, wie schon mehrfach erwähnt, steht Herr Wahl vom Büro Trans- Rapp hier gerne zur Verfügung.
Ein wichtiger positiver Schritt war die Umsetzung der 4. Stufe des Lärmaktionsplanes und die Einführung von Tempo 30. Jetzt heißt es, die im Gremium beschlossenen flankierenden Maßnahmen 2025 auch zügig umzusetzen, da sich viele motorisierte Verkehrsteilnehmer nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit halten.
Gesundheitsversorgung und Wohnen im Alter
In Donaueschingen gibt es einen Hausarzt, der über 4000 Patienten betreut, darunter viele auch aus Hüfingen. Wenn dieser Arzt ausfällt, was voraussichtlich bald geschehen könnte, wird die Gesundheitsversorgung von heute auf morgen äußerst schwierig werden. Kein Hausarzt mehr vor Ort: Das ist in einigen Gegenden Deutschlands schon Realität.
Wer krank wird, will möglichst schnell und in der Nähe ärztliche Hilfe – ohne lange Wege oder endlose Wartezeiten. Ein Hausarzt im selben Wohnviertel oder eine Kinderärztin in der Nähe von Schule oder Kita wünschen sich viele. Die Realität sieht aber oft ganz anders aus: Gerade in ländlichen Regionen oder in strukturschwachen Gebieten fehlen viele Haus- und Kinderärzte. Wer einen Facharzttermin braucht, wartet schon mal wochenlang. Wir sollten daher gemeinsam ein Ärztehaus aufbauen und Wohnraum für junge Ärzt:innen bereit stellen. Eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden wäre zwar wünschenswert, ist aber keine Bedingung.
Die LBU könnte sich auch eine Angliederung eines Generationenhauses in unmittelbarer Nähe zu solch einer zukunftsweisenden Einrichtung durchaus vorstellen. Die Friedensstraße wäre für einen solchen Standort geradezu prädestiniert.
Förderung der Jugendarbeit
Viele Familien und Alleinerziehende würden sich über eine umfangreichere städtisch geförderte Ferienbetreuung sehr freuen. Wir sollten hier alles in unserer Macht stehende versuchen, um die momentane zeitliche Lücke zu schließen. Die fünf Ferienwochen sind aus unserer Sicht nicht ausreichend, da die Eltern in der Regel berufstätig sind. Im Rahmen der Jugendarbeit wäre die Schaffung eines Jugendgemeinderats
sehr wünschenswert. Bei der Gastronomie für Jugendliche hat sich glücklicherweise im Löwen eine erste Möglichkeit ergeben.
Mindestens ein sogenanntes Leuchtturmprojekt in der Hauptstraße (Innenstadt)
Die vielen Leerstände in der Haupt- und Donaueschinger Straße sind besorgniserregend und erfordern seitens der Stadt eine ähnliche Kraftanstrengung wie seinerzeit die Sanierung der Hinterstadt unter Bürgermeister Gilly. Daher möchten wir zu einem gemeinsamen Leuchtturmprojekt anstoßen. Dies könnte zum Beispiel eine Bücherei für Erwachsene mit einem angeschlossenen Inklusions – Bistro sein. Das ist aber nur „eine“ Anregung. Es freut uns, dass die Verwaltung unseren Hinweis in Sachen der Raumnot des Stadtmuseums aufgegriffen hat.
Um Abhilfe in Sachen Platzmangel im Rathaus zu schaffen, sollte die ehemalige Gutmann`sche Scheune im Süßen Winkel und das Nachbargebäude ausgebaut werden, die sich bereits im Eigentum der Stadt befinden.
Ab einer Einwohnerzahl von 8000 besteht für eine Kommune die Möglichkeit die untere Baurechtsbehörde einzurichten. So könnten zukünftig die Bauanträge im eigenen Rathaus selbst bearbeitet werden.
In Hüfingen fehlt es an Übernachtungsmöglichkeiten, nicht nur für den Tourismus. Das Hotel Frank an der Donaueschinger Straße hat vor Jahren geschlossen. Ein früheres Hotelneubauprojekt an der Donaueschinger Straße auf dem heutigen Aldi Areal scheiterte vor geraumer Zeit. Wir sollten versuchen, das Hotel Frank unter neuer Regie wieder zum Leben zu erwecken. Der Standort beim Bahnhof wäre dafür ideal.
Sorge für die betagten Bürger:innen
In der Kernstadt hat Hüfingen ein architektonisches Schmuckstück. Es ist das katholische Pfarrhaus – übrigens ein Haus von Franz Joseph Salzmann, dem Fürstenbergischen Baumeister des Archivs und der Hofbibliothek.
Dies wäre ein idealer Ort für altersgerechte Wohneinheiten in der Innenstadt in Kooperation mit der katholischen Kirche und möglicherweise mit der Stiftung.
Solche Projekte wurden anderorts schon mit großem Erfolg umgesetzt. Damit könnte im Rahmen der Umwandlung auch ein Modell mit einer CO 2-armen Energieversorgung geschaffen werden, das Nachahmer findet.
Klimaziele und erneuerbare Energie
Ein sehr guter Ansatz ist und bleibt das Naturschutz-Großprojekt Baar.
Wir wurden in der letzten Gemeinderatssitzung über die Fortschreibung genauestens informiert. Es muss dringend im Interesse der nachkommenden Generationen fortgeführt werden.
Ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Erreichung der Klimaziele ist die Kommunale Wärmeplanung. Unsere Nachbarstädte sind uns bei diesem Thema bereits vorausgegangen. Wir sollten hier baldmöglichst nachziehen und ein geeignetes Büro mit den Planungen beauftragen. Professor Burger vom Fraunhofer Institut in Freiburg wird uns sicher auf diesem Weg begleiten. Die nötigen Gelder sind im Haushalt dankenswerterweise eingestellt worden.
Die Errichtung von PV-Freiflächenanlagen finden wir zukunftsweisend. Um bei der Bevölkerung auf breite Unterstützung zu stoßen, wäre eine Beteiligung der Bürgerschaft von Vorteil. Warum nicht in Form einer Energiegenossenschaft?
Hüfingen sollte mittelfristig auch versuchen, Abwärme aus Abwasser auf unserer Gemarkung zu nutzen. Der Bereich bei der Schächerkapelle wäre hierzu ideal, da dort auch die Abwärme anderer Ortschaften mit nutzbar gemacht werden könnte.
Zum Haushaltsplan
Die LBU stimmt dem Haushaltsentwurf und dem Wirtschaftsplan gerne zu.
Herzlichen Dank für die Aufstellung des Haushalts- und Wirtschaftsplanes 2025 an Herrn Binninger und sein Team.
Wir bedanken uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauptamtes, der Kämmerei und des Bauamtes für die geleistete Arbeit in diesem Jahr.
Zum Schluss sagen wir herzlichen Dank an unsere Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat für die Zusammenarbeit.
Dank auch an die gesamte Verwaltung und Herrn Bürgermeister Patrick Haas.
Wir wünschen allen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Übergang ins neue Jahr.
Peter Albert (LBU Hüfingen)
Am Schluß gab es noch ein großes Danke an unseren Bürgermeister von allen Gemeinderäten.
Schon einmal hatte ich von einer Baaremer Zeitenwende gesprochen. Patrick Haas hat diese in einem halben Jahr vollführt. Dieser Gemeinderat hat mit dem Gemeinderat von vor einem Jahr überhaupt nichts mehr gemeinsam. Dies liegt aber sicher auch an der neuen CDU mit ihrem Fraktionsvorsitzenden.
Anstatt andere Meinungen brutalst möglichst platt zu machen und den dazugehörigen Menschen klein zu stauchen, gibt es nun einen wertschätzenden Umgang miteinander. Man spricht offen und mit Respekt!
An dieser Stelle auch mein Dankeschön an unseren Bürgermeister Patrick Haas und die gesamte CDU Fraktion mit Markus Leichenauer und natürlich die schon immer von mir sehr geschätzte SPD mit der Fraktionsvorsitzenden Kerstin Skodell.
Von mir gibts keinen Blumenstrauß sondern ein paar Schlossrollen
Mein Kommentar zum Haushalt 2025
Ich habe auch bisschen gelesen aber hatte nicht so viel Zeit, wie ich wollte. Das bisschen dazu von mir gibt es deshalb hier am Schluss.
Meine erste Suche war nach der Hundesteuer da unsere Nachbarstädte wieder erhöht haben. Aber zum Glück ist dies nicht in Hüfingen passiert.
Hier mal unsere wesentlichen Gebührensätze:
Das mit der Grundsteuer hatte ich ja schon bei der Gemeinderatssitzung dazu erklärt und für alle die es nicht lesen wollen den banalen Satz hier aufgestellt: Kramt den Bescheid vom Finanzamt raus und multipliziert den Steuermessbetrag bei einem Grundstück mit Haus mal 4,42 und beim Flurstück vom Garten/Acker mit 3,61.
Dann habe ich nach dem schrecklichen Bürgerdialog geschaut für den der letzte Bürgermeister jedes Jahr viel Geld ausgeben hatte – im Herbst 2023 allein 38.046,10 € . Unter „Bürgerdialog“ (der auf 0 gesetzt wurde) gibt es jetzt eine neue Kostenstelle für 2025 und da steht „Gesamtstädtisches Entwicklungskonzept“ für 35.000 €. Da bin ich mal gespannt, Konzept kann ja nie schaden.
aktualisierte Version, Original vom 07. Februar 2020
Ein Angehöriger des Hüfinger Künstlerkreises war „Muckle“, der Lithograph Johann Nepomuk Heinemann (30.05.1817 – 22.02.1902).
Selbstportrait
Verheiratet war er mit Elisabeth Reich (15.12.1819- 24.06.1871) der Tochter von Luzian Reich der Ältere (07.01.1787 – 18.12.1866) und somit der Schwester von Lucian Reich dem Jüngeren (26.02.1817 – 02.07.1900 ).
Hier will ich die Lithographien von Johann Nepomuk Heinemann aus dem Hieronymus, die er „mit Feder auf Stein gezeichnet“ hat, vorstellen. Die erste Litographie von der Ruine Zindelstein ist nur in der Erstausgabe von 1853 vorhanden. In späteren Nachdrucken wurde dieses vergessen.
s‘ chunt alles jung und neu und alles schlicht im Alter zu, und alles nimmt en End, und nüt stoht still. Hörsch nit, wie ’s Wasser ruuscht, und siehsch am Himmel obe Stern an Stern? Me meint, vo alle rühr si kein, und doch ruckt alles witers, alles chunnt und goht. >Johann Peter Hebel
„geb dir Gott e glücklich Jahr und freudige Sinne!“ >Johann Peter Hebel
„Es isch en Engel usem Paradies u Mutterliebi heißt si schöne Amme.“ >Johann Peter Hebel
„Sie ziehn di uf, und lehre di laufe, gen der n freudige Sinn u zeige der nüzlige Sache“ >Johann Peter Hebel
„und jez göhnt in d’Schul – fall mer keis, gent achtig u lehret was menich ufgit!“ >Johann Peter Hebel
„Kennst du auch die goldene Zeit Mit den frommen Kinderträumen Ach sie darf nicht lange träumen Ihre Heimath liegt gar weit“ >A. Schreiber
„Sie lüte weger s‘ Zeiche scho der Pfarrer, schint’s, well zitli cho.“ >Johann Peter Hebel
So hüt di vorem böse Ding s’bringt nume Weh und Ach‘ Wenn’s Sunntig isch se bet und sing Am Werchtig schaff di Sach. >Johann Peter Hebel
„So sprechen die Kinder und drücken sich schnell, Da zeigt sich vor ihnen ein alter Gesell: Nur stille Kind! Kinderlein, stille!“ >Goethe
„E freie frohe Muth e gsund und frölich Blut goht über Geld und Guth.“ >Johann Peter Hebel
Es chunnt e chuele Abedluft, und an de Halme hangt der Duft denckmol, mer göhn jez an alsgmach im stille Frieden unter Dach! >Johann Peter Hebel
Ruhig Gewissen, eigner Herd Ist Gott und aller Ehren werth. >Johann Peter Hebel
„Siehsch des ordelig Städtli mit sine Fenstern und Gieble,“ >Johann Peter Hebel
„De freudig Stündli isch’s nit e Fündli?“ >Johann Peter Hebel
„E freude Stund e guti Stund, s‘ erhaltet Lib und Lebe gsund, doch muß es in der Ordnig goh, sust het me Schand und Leid dervo. >Johann Peter Hebel
„s‘ lauft so Waar jez gnueg im Land, wo bettlen und stehle, Schere-Schlifer, Hafe-Binder, alti Soldate, Säge-Feiler, Zeinemacher, anderi Strolche.“ >Johann Peter Hebel
Willchumm Herr Storch! bisch au scho do, und schmecksch im Weiher d’Frösche scho? und meinsch der Winter heig si Sach, und’s besser Wetter chöm alsgmach? >Johann Peter Hebel
Vetter Hans Zerg, s’dunneret, s’dunneret ehnen am Rhi-Strom, und es git e Wetter! I wott, es zög si vorüber. >Johann Peter Hebel
Aber so wende nach innen, so wende nach außen die Kräfte Jeder: da wär’s ein Fest, Deutscher mit Deutschen zu sein. > Goethe
„Drunter ischs und drüber gange was me cha sage. Menge brave Ma hets nime chönne prästiere, het si Sach verlohren und Hunger glitten und bettlet. >Johann Peter Hebel
„O wie chlopft der di Herz, wie lüpft si di flatterig Halstuch, und wie stigt der d’Röthi jez in die lieblige Backe, wie am Himmel s’Morgeroth am duftige Maitag“ >Johann Peter Hebel
„Zum frohe Sinn, zum freie Muth, und Heimet zu schmeckt alles gut.“ >Johann Peter Hebel
Schlof wohl, schlof wohl im chüele Bett! De ligsch zwor hert uf Sand und Chies; doch spürts din müede Rucke nit. Schlof sanft und wohl! >Johann Peter Hebel ist aus den Wanderblühten 2020 mit rein gerutscht aber ich lasse es hier jetzt stehen
Und chunt zur Zit e Biderma, ans Füür, und zündet ’s Pfifli a, und setzt si nänmen ane mit, se schmeks em wohl, un – brenn di nit! >Johann Peter Hebel
„Erhalt mer Gott mi Friedli!! >Johann Peter Hebel
Hüfingen, 24. Febr. Heute wird der älteste Mann von hier zu Grabe getragen, der 85jährige Litograph und Photograph Johannes Nepemuck Heinemann. Er war nicht nur der älteste, sondern auch wohl einer der brävsten und tüchtigsten hießigen Bürger, bei einer gewissen Wohlhabenheit doch immer ein Muster edelster Einfachheit und altbürgerlicher Bescheidenheit. Wie rührend konnte er oft erzählen von der guten alten Zeit, und bitter klagen über die Maßlosen Ansprüche der heutigen Zeit, besonders der Jugend. Mit Heinemann ist ein Künstler von Gottes Gnaden gestorben, bekannt und geschätzt weit über die Baar hinaus. Der alte Fürst war sein liebevoller Gönner. Um nur einen Beweis seines künstlerischen Könnens anzuführen, sei hier erinnert an die Prächtigen Illustrationen in Luzian Reich’s „Hieronymus“. Sie sind eine der schönsten Arbeiten Heinemanns, leider nur zuwenig bekannt. Heinemann ist gestorben, ohne eigentlich krank gewesen zu sein, infolge von Altersschwäche im Vollbesitz der Geistesfrische bis zur letzten Stunde. Versehen mit den hl. Sterbesakramenten ist er in die Ewigkeit gegangen, um beim lieben Gott nun auszuruhen von einem langen, frommen, arbeitsreichen Leben.
„Sankt Nepomuk, du guete Maa“ gelesen von Maria Simon
Altmühlbrücke Bischofsstadt Eichstätt
Immendingen
Hüfingen
Eichenbrücke über den Rhein bei Rheinau
Überlingen
Eichstätt
Sankt Nepomuk, du guete Maa…….
Z` Pfohre uf de Dunnebruck Do stoht en Heilge Nepomuk Und Dunne abwärts, me kahs kum zelle Stond no en Huufe vu dene Gselle De Pfohremer aber , säll isch de Erscht Worum du ihn halt fescht verehrscht Zwoa Eschinger Wiiber us de Eile Verhebets s` Rädle ver e Weile „ Hai , so bressant worschs doch nit haa Mir betet weng zum Heilge Maa“
S`erscht Gsetzli: „ Oh Nepomuk do z` Pfohre uf de Bruck Halts Hohwasser alljohr selli zruck Laß i de Eile d` Gärte nit versinke Laß d` Hiener, d`Hase, nit verdrinke Falls d` Fluet halt nit verbremset krieegsch Verschon die Brigach, wenns Wetter kumme siesch Schieb d` Wolke schnell is noh Bregtahl Ich bitt dich drum, mach doch nit en Verzahl Und fang halt aa mit Überschwemme Dä z` Briilinge, z` Hifinge , halt dert dänne D` Schnuufer sind s`Wasser scho langeewig gwähnt Des word scho im Rodel iber de Dick Karl erwähnt“
S` zweit Gsetzli „ Oh Heilige Sank Nepomuk : Bewahr iis doch vor grossem Schadde Bim Saie, Jäte und bim Grabbe Gib aacht uf d` Brigach und guck jo druff Daß nit die Eile, und nit au en Schopf versuuft Daß d` Brigach jo nit überlauft Die Fluet nit uff de Allee rummlauft Dass s` Wasser nit d` Vorstadt und no Hieser nimmt Und au kon Moscht und Bier im Käer rumschwimmt“
S` dritt Gsetzli „ O güetige Sankt Nepomuk Uf dere broate Dunnebruck – Und loht sich halt die Wassergwaalt Die machmol kunnt, vum Wälderwaald Halt ums Verricke nit verklemme No fang halt aa, mit Überschwemme, Ech bitt dech drum , du guete Maa, – Z` Brielinge dänne oder erscht z` Hifinge aa Die Schenkelisäger und selli Greichte Au d` Schnuufer dierftet au mol beischte So all paar Johr e mool e Baad Des wär ver die koe weng en Schaad „
Jo so wars, Kulturbrucke uff de Baar
01. Februar 2021
En Bruckeheilige verzehlt
Wo mer d` Schliefibruck vu Wolterdinge im Elsespitz versetzt kha hond, han ich mit beim Pfarr Werner Arnold erwähnt, dass do fascht no en Nepomuk fehle dät. De Pfarr hät kuntenend gsait: „ Ja das ist ja eine wunderbare Idee, da red ich gleich mit Herrn Wolfgang Kleiser vom Hammer wegen einer derartigen Skulptur. Das Geld für so etwas bekomme ich zusammen „. De Pfarr hät de Kleiser aagrufe, ein Preis uusgmacht und e Nepomuksculpur mit Sockel und 80 cm Höhe bschtellt. De Pfarr hät noch guet 25 Johr i sim doch lieb gwunnene Wolterdinge zum aastehende Abschied no mol e spirituelles, langlebigs, fascht uuvergänglichs Zoache setzte will.
Wo mer den Prager, den schweygsche Schelm denno uff em Schliefiwiederlager ännigstellt hond, waret alle ganz platt. Daß kon bläret hät, war grad alls. Am seeligschte war natierli de Pfarr. De knitz Kleiser, des knorrig Wäldermaali, hät denno gsait: „ Wissener, ich haan`s mir reiflich überlait, der Nepomuk den ich eich mach , den stell ich unters Motto : „Haltet ein !“. Un so isch au sii uugwöhnlichi Mimik, sie Gestik mit dere abwehrende Handstellung entstande. De Wolfgang Kleiser hät uusdrücklich dargleit, dass die Hand nit nuu segnend, sondern au mahnend zum Verstau sei. Zerscht hät des im Pfarr nit ganz so passt, aber noch paar Augeblick hät er selli zfriede zuegstimmt. Me kaa sich koo bessers Motto oder kon bessere Name für die neumodisch Broncestatue vorstelle. Es passt halt uffs I- Düpfli. !
De Oberminschtrant Thorsten Frei
De Kleiser isch draa gange und natierli bruuchts für so e Einweihung e Feschtle. S`ganz Ort hommer aaboret, dass sie die Wolterdinger Dorfgschicht mit historische und aktuelle Figure und Tätigkeite aussagekräftig bei me Gang über die uffgmöblet Schliefibruck darstellet. De Pfarr hät de Nepomuk gweiht und dem Steg mit spirituelle Wort und eme feierliche Akt wiitere 100 Johr erfolgriiche, segensriiche Lebensweg gwünscht. De Minschtrant, on mit ere fundierte Grunduusbildung, hät übrigens de Oberborgermoeschter Thorsten Frei gmacht. Und so stoht desell „Haltet Ein – Nepomuk“ uff de Schliefibruck und wacht über s `ganz Unter Bregtal, s ́ lieblich Dorf, de uurig Halleberg, die beschauliche Bregaue und erinneret und ermahnt uns, dass mer`s nit übertriebet sottet. Er isch de Erscht Nepomuk a de Breg, de zweit isch de Hifinger Nepomuk, de Dritt stoht als erschte a de Donau z Pfohre und e Vierte z Giisinge. Bis d Dunne im Schwarze Meer versorret dürfts no mehrere Hunderti vu so Nepomuk Bildstöckli gähe.
Schliefibruck Nepomuk vum Wolfgang Kleiser
Wa aber isch des für en Maa, desell Johannes Nepomuk ?
Natierli han ich i sellem Buech, wo ich mol a Wihnächte als Minschtrantegschenkt griegt han „ Helden und Heilige“ nochglese. Au Bibliotheke han ich durchstöberet. De Kerli hät mi doch selli verwunderet und aagregt. Wenn i denno im Südweschte umenand gfahre bin, han ich zmols nit nu uffmerksam noch Brucke uuschau ghalte, sondern zmols au noch Nepomuk- Statue. Aber nit nu uff oder an Brucke bin ich fündig wore, sondern au i Gebäudenische, an Wänd, uff Feldflure und Gartemuure isch er zum finde. Sogar Hotel und alti Gasthieser hond den Name. Uffs mol han i gmerk und khaa des au belege, dass des de meischt uffgstellt Freiluft- Heilig im deutschsprochige Raum isch. Sogar z Norditalie han ihn scho entdeckt. Do kunnt konn Johannes, koe Maria oder sunscht on vu de populäre Heilige mit. Wa aber macht den Maa so uussergwöhnlich, worum isch der immer no so modern ? so zeitgemäss ?
De Johannes Welflin von Pomuk isch um 1350 uff d` Welt kumme. Er war ab 1380 Priester und war Notar und Sekretär vum Bischof vu Prag. Studiert hät er die Jurisprudenz a de Uni Prag und Padua und hät anne 1387 de Doktor griegt. Während dere Ziit isches zu me Striit zwischem König Wenzel dem IV und em Erzbischof Johannes Jenstein vu Prag kumme. De Generalvikar Johannes von Pomuk hät en Wahlrodel vum Erzbischof innerhalb vu 3 Tag gattig umgsetzt, ohne dass er die Einspruchsfrist vum König abgwaartet oder verlängeret hät. Desell war au grad no uff Reise und war stinksauer, dass die Frist abgloffe gsii isch und die gnitze Kleriker ihn vor vollendete Tatsache gstellt hond.
De König Wenzel hät denno gähwietig die ranghöchschte Kleriker verhafte und foltere lau. De Erzbischoff hät grad no schnell vertlaufe kinne. De Kleinscht, de Nepomukli, hät sich de beleidigt, jähzornig Unhold uusgsuecht und ihn mit eme aalte, verkaibete Mühlstoa am Hals vu de Karlsbruck z` Prag i d` Moldau werfe lau. Versäufe war dämols die üblich Hinrichtungsmodi für Geistliche und Kleriker. Aageblich seiet beim Versuufe fünf Flamme us de Moldau zünglet und später het mer immer wieder mol 5 Sternli usem Moldaukies unneuffi blinzle gsähne. Und drum word er als onzige Heilige nebet de Maria mit eme Sterne- Heiligeschii dargstellt. Für mich aber isch des au e spirituelles, aussagekräftigs Symbol und en Vorläufer für de Europa Sternekranz. Do drüber sottet emol de panonisch Orban, die Pole- Nationalischte und die Brexit- Zündler mol nochdenke. Bis do isch des alles historisch belegt. Aber wie mer a de Flämmle us em Wasser sieht, fanget dert scho d` Legendebildunge aa. Und beim Nepomuk sind die selli zahlriich.
Nochdem ihn de König Wenzel abgmorkst hät, isch er zum Märtyrer wore. Um christliche Märtyrer ranket sich meistens schnell Legende und überlieferte, mündliche Gschichte. Natierli villmol i Mundart und die verbreitete sich unter de gwähnliche Liit. Drum gohn d die Rachegelüschte vu sonige Despote gschichtlich überhaupt nit uff. So au i dem Fall. De Nepomuk isch wege sinere Wunderwirkung bald mol selig gsproche wore und bald au anne 1732 zum Heilige erklärt wore. Sit sinere Ertränkung war er de bedeutendste Heilige im Habsburgerreich und im deutschsprachige Süde. Er hät dä sogar als Art „Staatsheilige“ golte, saget d` Historiker. Wundere duet mich nuu, wieso selleweäeg d` Habsburger Briilinger kon Nepomuk an ere Bruck oder eme Sägi- Bach hond. D` Villinger Habsburger hond on, aber nit an ere Bruck, sondern e mächtigs, kultigs Bildstöckli am Mühligrabe, also ame Wasserkraftbach, a de Schillerstrooß.
Wie mer ghört hond isch er wege Uffmüpfigkeit versäuft wore. Anne 2009 han ich z` Jestette z` dond ghet. Und wie meischtens, wenn i dä abi kumm, fahr ich über die uuglaublich schee Rheinauschleife mit em Kloster und über die uralt Eichebruck zwische Rheinau und Jestette. Wo mi de Zöllner vor de Bruck mit e me „Grüezzi“, isch guet“ grad dorchwinkt, huckt doch tatsächli so en Gartebuzzli mit eme Strohhuet, kurze Hose und eme gelbe Hemdli uf de Bruckebalustrade. Aadächtig und versunke guckt er uff die überdacht Eichebruck und uff de modern Nepomuk, der dä uff de Bruckebalustrade stoht. De erscht Gelbweste- Vordenker lang bevor die Bewegung entsande isch, han i denke messe, wo ni wiedermol im Bildfundus noch Nepomuk Bilder gsucht han.
Legende um de Nepomuk
Bei villne Heiligegschichte gohts villmol um „Sex an Crime and Rockn- Roll“. Koe weng andersch wie hitzutag bei Promis, Politiker, Kleriker und Schereschliefer. De Nepomuk war tatsächlich au de „Beichtiger“, de Bichtvatter vu de Königin Sophie, de zweite Frau vum König Wenzel. Dere Frau hät de Maa, de König Wenzel, aadichtet, sie sei imme andere Noble a d` Wesch gange. Drum heb er vum Nepomuk verlangt, er soll ihm sage, wa d` Königin Sopie bei ihm do drüber biichtet heb. Do isch er aber beim Nepomuk an Falsche groote. Der hät koe Sterbenswörtle wegem Biichtgeheimnis verrote und au do drum hät de gruusig König Wenzel ihn ebe i de Moldau versäufe lau. Und wege dem isch de Nepomuk wege sinere Verschwiegeheit i sinere Hauptheiligefunktion de Patron vum Beichtgeheimnis und vu de ` Verschwiegeheit. Verschwiegeheit isch au en wichtige Grundsatz vu de Jesuite. Und drum hond die ihn au zum Vize- Patron neben Franz- Xaver gmacht. Die fünf Stern i sim Heiligeschii sollet au die fünf Buechstabe vu dem lateinische Wort „ t a c u i “ uusdrucke, wa so vill hoasst; “Ich habe geschwiegen“.
Wie konn zweite Heilige isch er also so en Art Universalheiliege, also e Geheimwaffe oder en Alleskönner. Wie scho gsait also fürs Biichtgeheimnis, die Verschwiegenheit und au de Patron für d` Pfärrer. Weil sin Tod au mit Wasser, mit de Moldau- Karlsbruck und de oft uuberechenbar Wasserkraft zämethängt, isch er au de Patron für d` Müller, für d` Brucke , für d` Flösser und für die zahlriiche Flusschiffer (Waidling, Ulmer Schachtle, Segmer. Lädine usw.). Und vor allem für allgemeine Wassergfahre wege Überschwemunge, Schneeschmelze, Dunderwetter, Wolkebrüch, Eisstau und Verklausunge.
Daß mer ihn hitzutag immer no bruuche khaa, sellewäeg han ich des Gschichtle und des Nepomuk Gedichte gschribe. Die Gschicht häts mer oefach zuegschwemmt wie Treibguet bii Hohwasser. Und wege dem hoasst min 60- jährige Unimog scho sit de Schliefibruck i mim Kopf: „Nepomog“ und erinneret mich a de Motivname und de Skulpuregestus vum Wolfgang Kleiser: „Haltet ein“
Nepomuk nach Sebastian Blau
Sankt Nepomuk, du guete Maa…….
Z` Wolterdinge uf de Schliefibruck Do stoht en Heilge Nepomuk „ Kumm, so bressant häschs doch jetzt nitte Me wend ihn, um ebbs wechtigs bitte „ :
„ Oh Heilige Sank Nepomuk : Bewahr iis doch vor grossem Schadde Bim ..Schwimme, und bim Badde Gib acht uf d` Breg und guck jo druff Daß nit e Goass oder gar e` Kueh versuuft Und dass die Breg nit überlauft Die Fluet jo nit i d` Au nuuslauft Dass s` Wasser nit des Dorf und Hieser nimmt Und au kon Moscht im Käer rumschwimmt
Und loht sich halt, die Wassergwaalt Die manchmol kunnt vum Wälderwaald Halt ums Verricke nit verklemme No fang erscht aa mit Überschwemme, – Ech bitt dich drum , du Guete Maa, Erscht z` Briilinge oder z Hifinge aa
Die Schenkelisäger und selli Greichte Die kennet au mol schnuufe und kherig beischte So all paar Johr halt mool e Baad Des wär ver die koa gwiss Gott konn Schaad „
En Raoteburg stoht uf dr Bruck e‘ Heiliger Sankt Nepomuk. Komm, so pressant hosch-s ete‘, mr wend gschwend zua-n-em bette‘:
»O Heiliger Sankt Nepomuk, bewahr me ao vor Schade‘ beim Schwemme-n-ond beim Bade‘; gib uf de‘ Necker acht ond guck, daß dren koa‘ Ga’s ond Geit versauft, ond daß r jo et überlauft, et daß r mit seim Wasser de‘ Weag en d Stadt ond d Häuser nemmt, ond aos de‘ Wei‘ im Kear rom schwemmt. O Heiliger Sankt Nepomuk, do tätest aos en baöse‘ Duck!
Ond loht se halt mit aller Gwalt s Hochwasser et verklemme‘, noh hao‘ en Ei’seah‘, guater Ma‘ ond fang mit überschwemme‘ e bißle weiter donne‘ a‘: dia Goge‘ nemmets et so gnau, en deane ihren saure‘ Wei‘ därf wohl e‘ bißle Wasser nei‘ – ond evangelisch send se ao…«
Quelle: Das große Josef Eberle Sebastian Blau Lesebuch, DVA München