Optimismus

Gestern habe ich eine Karte geschenkt bekommen auf der stand der Spruch:

Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, dass alles gut gehen wird, aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schief gehen kann.

Ich habe mir überlegt, ob wir in diesen Zeiten einen solchen Optimismus an den Tag legen können. Corona hat uns im letzten Jahr bewusst gemacht, dass der Mensch  sich nicht alles erlauben kann , ohne dafür eine Rechnung bezahlen zu müssen. Viele Unschuldige haben diese Rechnung bezahlen müssen. Jetzt hat die Wissenschaft ein Heilmittel gegen dieses Virus im unglaublich kurzer Zeit gefunden. Gemeinsam haben Menschen daran gearbeitet das zu erreichen und hoffentlich nicht nur aus Gewinn- und Geltungssucht.  Auch  die Ungerechtigkeiten und dass Leid der Armen könnte in gemeinsamer Kraftanstrengung besiegt werden. Auch die Vernichtung von Lebensraum für Tiere und die Natur könnte gemeinsam gestoppt werden.

Bin ich ein Optimist, wenn ich glaube, dass nicht alles davon schief gehen kann?  Im letzten Jahr haben wir gesehen, dass auch ohne Kaufwahn an Weihnachten, ohne Aneinanderreihung von Partys und Events und ohne Urlaubsreisen in ferne Länder das Leben lebenswert ist. Wir haben aber auch gelernt, dass die Nähe zu unseren Lieben, ein Lachen  auch hinter einer Maske oder eine Umarmung  unser Leben lebenswert machen.  Wir haben gelernt, dass Kultur und Bildung wichtiger sind, als das ständige Leben auf der Überholspur.

Bin ich ein Optimist, wenn ich glaube, dass dieses Wissen  und Erkennen auch nach der Pandemie weiter bestehen bleibt?

Gehen wir mit diesem Optimismus in das Jahr 2021 und glauben wir daran, dass die Menschheit  gelernt hat und nicht wieder zur Tagesordnung übergeht, wenn das Virus besiegt ist. Sind wir uns gerade in diesen Tagen bewusst, dass es nur besser werden kann, wenn wir Optimisten bleiben, auch wenn nicht alles gut werden wird, aber auch nicht alle schief gehen kann. Daher:

  • Weniger Schottergärten , mehr Naturgärten
  • Mehr Hundehaufen in Tüten, weniger in Gärten und auf Wegen
  • Weniger Straßenausbau, mehr Schienenausbau
  • Weniger Pestizide auf Feldern, mehr Vielfalt
  • Weniger Ich mehr Wir
  • Mehr Dankbarkeit, weniger Egoismus
  • Mehr Gerechtigkeit, weniger Armut
  • Mehr Wollen und weniger Reden

Protokolle und Transparenz

Königsfeld 2020

Da in Hüfingen mit dem Segen der Kommunalaufsicht bekanntlich Protokolle selbst vor den Stadträten “geheim”* gehalten werden und auch offensichtliche Fehler nicht verbessert werden, haben wir mal gefragt, wie es in anderen Gemeinden im Schwarzwald-Baar-Kreis plus Geisingen so gehandhabt wird.

Bei dieser Recherche wurde mir vor allem mal wieder deutlich wie rückschrittlich, verstaubt und herrschaftlich Hüfingen geführt wird. Unser Landkreis ist sehr transparent und bürgernah. Die Bürgermeister sind keine zusätzlichen Fraktionssprecher ihrer Partei, sondern sind für ihre Verwaltung und Bürger da. Was sie tun wird nicht im stillen Kämmerlein mit den größten industriellen Landwirten oder Kolping besprochen, sondern sie agieren transparent.

(Davon abgesehen sind viele auch noch sehr nett und antworten mir sogar auf E-Mails, was mir in Hüfingen noch nie passiert ist.)

Aber genug des Neides.

Als leuchtende Vorbilder möchte ich Königsfeld, Mönchweiler und auch St. Georgen und Donaueschingen erwähnen. Da Königsfeld mit der Transparenz und dem Livestream der aktuellen Sitzungen für Hüfingen ein unerreichbares Ideal bleibt, will ich realistisch bleiben und zumindest die Professionalität und Transparenz von Donaueschingen und St. Georgen einfordern.

Hier die Antworten über den Umgang mit Sitzungsprotokollen:

Bad Dürrheim:

Während der nächsten Sitzung auf Papier. Nach Anfrage elektronisch.

Über Einwendungen, die gegen die Niederschrift vorgebracht werden, entscheidet gem. § 38 Abs. 2 GemO BW der Gemeinderat. Die Einwendungen werden dann in der nächsten möglichen Sitzung behandelt.

Blumberg:

Die Protokolle werden vor der Sitzung ausgelegt, bzw. vorgelegt. Die Protokolle werden weder in Papierform noch digital ausgehändigt.

Meistens nur kleine redaktionelle Änderungswünsche der Gemeinderäte werden nach Absprache durchgeführt.

Bräunlingen:

Keine Antwort.

Brigachtal:

Die Protokolle werden vor der Sitzung ausgelegt. Die Protokolle werden weder in Papierform noch digital ausgehändigt.

Einsprüche über inhaltliche Fehler sind bisher nicht vorgekommen.

Dauchingen:

Einsichtnahmen in öffentliche Niederschriften sind in elektronischer Form grundsätzlich für jedermann über das Rats- und Bürgerinformationssystem möglich. Einsichtnahmen in nichtöffentliche Niederschriften sind für Gemeinderatsmitglieder im Rathaus möglich.

Donaueschingen:

Nach der Unterzeichnung von zwei Stadträten wird das Protokoll im Ratsinformationssystem der Stadt Donaueschingen in elektronischer Form veröffentlicht. Die Stadträte können zudem über das Gremieninfoportal (Mandatos App) jederzeit in die Niederschrift Einsicht nehmen (§ 35 GO).

Glaubt ein Gemeinderat, dass die Niederschrift fehlerhaft ist, kann er Einwendungen erheben, über die der Gemeinderat entscheidet. Diese sind protokollarisch festzuhalten. Eine Berichtigung wird durch eine Randbemerkung vorgenommen (vgl. §38 Abs. 2 GemO, Rdn 6 Kommentar). Schreibfehler ohne sachliche Bedeutung werden vom Schriftführer formlos korrigiert.

Furtwangen:

Hier haben alle Gemeinderäte digital Einsicht in das öffentliche Protokoll, sobald es erstellt wurde.

Änderungswünsche werden im Rathaus angenommen und diskutiert. Etwaige Änderungen werden in der nächsten Sitzung bekanntgegeben.

Geisingen:

Es gibt vier Urkundspersonen, für jede Fraktion eine. Meist unterschreiben diese Personen auf dem Rathaus. Falls aber gewünscht, darf das Ratsmitglied das Protokoll mit nach hause nehmen.

Über Einwände oder Fehler zum Protokoll gibt es Rücksprache. Falls es keine Einigung gibt, wird dies im Protokoll festgehalten wird.

Gütenbach:

In Papierform als Umlauf während der Sitzung.

Änderungen nach Absprache.

Königsfeld:

Alles digital und Livestream zu aktuellen Sitzungen.

Wer sehen will wie eine moderne Stadt regiert werden kann, soll mal hier schauen: https://www.koenigsfeld.de/

Mönchweiler:

Protokolle werden allen Gemeinderäten und Amtsleitern als PDF zur Einsicht als E-Mail zugesandt. Dem Gemeinderat wird zur nächsten oder übernächsten Sitzung das Protokoll am Ratstisch nochmals zur Einsicht vorgelegt. Zwei Gemeinderäte unterzeichnen das Protokoll, das dann für den öffentlichen Bereich auf die Homepage gestellt wird.

Über Einwände oder Fehler zum Protokoll gibt es eine Abstimmung mit dem Hauptamtsleiter. Bei Bedarf Rücksprache mit betroffenen Gemeinderäten. Bis jetzt konnten alle Unstimmigkeiten zu allgemeinen Zufriedenheit beseitigt werden.

Niedereschach:

Keine Antwort. Aber anscheinend digital.

Schonach:

Die Protokolle werden vor der Sitzung ausgelegt. Die Protokolle werden weder in Papierform noch digital ausgehändigt.

Einsprüche über inhaltliche Fehler sind bisher nicht vorgekommen.

Schönwald:

Nach den Sitzungen erhalten immer die Urkundspersonen die Protokolle auf Papier nach hause.

Es gab die letzten 4 Jahre keine Unstimmigkeiten.

St. Georgen:

Über Mandatos ist das öffentliche Protokoll abrufbar. Beide Protokolle (öffentlich und nicht öffentlich) werden im Original an zwei Gemeinderäte zur Unterschrift geschickt. Danach wird das öffentliche Protokoll auf der Homepage und in Mandatos veröffentlicht. Das nicht öffentliche Protokoll wird abgelegt und darf nicht kopiert werden, geht somit auch an keinen Gemeinderat raus.

Einsprüche gibt es fast keine. Wenn doch, wird es mit Rücksprache geändert und die Gemeinderäte informiert.

Triberg:

Keine Antwort.

Tuningen:

Grundsätzlich haben die Gemeinderäte Einsicht der öffentlichen Protokolle in elektronischer Form.

Über Einwendungen entscheidet nach §38 Abs. 2 der Gemeinderat. Praktisch hat es bei der Gemeinde Tuningen in den vergangen vier Jahren keine Einwendung gegeben.

Unterkirnach:

Keine Antwort, aber online Verfügbar.

Villingen-Schwenningen:

Keine Antwort, aber online Verfügbar.

Vöhrenbach:

Das nichtöffentliche und das öffentliche Protokoll wird in der Sitzung in einem Ordner an die beiden Urkundspersonen zum Unterzeichnen gegeben. Sofern Gemeinderäte einen Auszug vom öffentlichen Protokoll wünschen, wird dies in der Regel auf Papier zur Verfügung gestellt.

Einsprüche über inhaltliche Fehler gab es in den letzten Jahren nicht.

*Der Bürgermeister hat mir angeboten, mit mir nachts im Rathaus zu bleiben und ich dann die Protokolle lesen darf. Da ich das Angebot nicht wahrnehme, bin ich wohl selber Schuld und es ist nicht wirklich „geheim“.

Ein Weihnachtswunsch für die politische Vielfalt

21. Dezember 2020 von Philipp Polster

Baden-Württemberg steht für mich an sehr vielen Stellen für Vielfalt, insbesondere im Kleinen. Jede Stadt, jedes Dorf, ja jeder Teilort steht hier für genug Geschichte, Tradition und Brauchtum um eine Heerschar von Historikern und anderen Wissenschaftlern über Jahre zu beschäftigen. Und zwar rund um das Jahr, sei es zu Weihnachten oder Fasnet, und ja, auch zu Hanukkah oder dem Ramadan.

In einem tut sich das Land aber schwer: Der politischen Vielfalt und Buntheit in der Landespolitik.

Viele von uns tun sich schwer mit den kleinen Parteien und die kleinen Parteien tun sich deshalb schwer im Land. In der öffentlichen Wahrnehmung sind sie, grade auf dem Land, kaum vertreten.

Meine eigene Partei, Die Linke, hat es von allen kleineren Parteien hier noch am einfachsten:

Wir sind für viele anerkanntes Feindbild und man kennt wenigstens einige prominente Gesichter aus der Bundespolitik, sei es unsere Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel, Sahra Wagenknecht oder Gregor Gysi. Doch wie viele politisch aktive Menschen von Piraten, Die PARTEI, Volt, Humanisten oder ÖDP können Sie aus dem Kopf aufzählen? Hand aufs Herz, bei wie vielen dieser Parteien wissen Sie ungefähr wofür diese stehen?

Sind wir ehrlich, die wenigsten können diese Fragen beantworten. Das ist nicht schlimm, aber schade.

Denn viele dieser Parteien sind weit mehr als ein-Themen-Parteien. Die Piraten sind weit mehr als eine „Internet-Partei“ geworden, die ÖDP hat weit mehr als nur „Umweltschutz“ im Programm, wir als Linke stehen für viel mehr als „Mietendeckel und Pflegepolitik“.

Auch viele der kleineren Parteien haben, oft in mühevoller Kleinarbeit, entsprechende Wahlprogramme ausgearbeitet, die vor allem viele derjenigen die sich in im Programm keiner der großen Parteien wieder finden und daher nun gar nicht wählen gehen, auffangen könnten.

Hinter diesen Parteien stehen keine Berufspolitiker, keine Großspender. Sondern normale Menschen die etwas ändern wollen in diesem Land.

Doch die meisten dieser Parteien werden Sie im März 2021 nicht auf Ihrem Wahlzettel finden.

Denn Baden-Württemberg hat sich selbst ein Wahlrecht verordnet, das es den kleinen Parteien mit am schwersten macht.

Für die Teilnahme in jedem Wahlkreis benötigen Sie 150 Unterstützerunterschriften. Nicht online, sondern auf speziellen, vom jeweiligen Kreiswahlleiter bereit gestellten Formularen welches nach Unterschrift noch manuell von den Gemeinden beglaubigt werden muss.

Besonders schön ist auch das Kleingedruckte: Jede(r) Wahlberechtigte darf hierbei natürlich nur eine Partei unterstützen. Wo kämen wir denn da hin, wenn jemand mehr Vielfalt möchte und sich vielleicht nicht nur von einer Partei vertreten sieht?

Zum Vergleich: Diese Hürde liegt fast fünf Mal höher als im benachbarten Rheinland-Pfalz und (je nach Region) mind. doppelt so hoch wie in Bayern.

Zwar hat der Landtag aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichts (1 GR 101/20) die Zahl der Unterstützerunterschriften für diese Wahl halbiert. Doch selbst damit bleibt man weit über den Anforderungen, die in anderen Bundesländern gelten.

Doch die Zeiten sind besonders: Veranstaltungen sind nicht möglich, Infostände nur eingeschränkt machbar, persönliche Gespräche mit Unterstützern unmöglich. Doch nur damit sind Menschen zu überzeugen, zu informieren, zu begeistern. Für Parteien deren Inhalte man nur selten in den Medien findet.

Täglich stellt sich für die KandidatInnen und ihr Team die Frage: Unterschriften sammeln oder Kontakte reduzieren? An den Infostand oder doch lieber die Kontaktreduktion?

Erst Recht, da in vielen Parteien Menschen, die man den Risikogruppen zurechnet zu den aktivsten Helfern gehören.

Will man hier etwas riskieren?

Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Die Angst war und ist enorm. Keine Kandidatur ist es wert, dass dafür Menschen zu Tode kommen oder eine Corona-Erkrankung mit ihren potenziell schweren Verläufen und unbekannten Folgen durchmachen.

Schließlich darf man eines nicht vergessen:

Selbst wenn man es zur Wahl schafft: Unser System der reinen Erststimmen (ein echtes Unikat in den Landtagswahlgesetzen) sorgt dafür, dass die großen Parteien auch bei der eigentlichen Wahl bevorzugt werden. Es gibt zahllose Untersuchungen dazu, dass kleinere Parteien v.a. von Zweitstimmen profitieren, eine Möglichkeit, die in Baden-Württemberg eben nicht gegeben ist.

Die Regierung Kretschmann, die ihre Wurzeln ja auch in zwei aufstrebenden Kleinparteien hatte, hat eine mögliche Modernisierung des Wahlrechts zu Gunsten der Chancengleichheit und Vielfalt leider mit ihrem Regierungsantritt vergessen. Konkurrenz belebt das Geschäft leider nicht immer.

Damit bleibt die politische Vielfalt, die in diesem Land eigentlich herrscht weiterhin im Schatten, taucht weder auf den Wahlzetteln noch auf in den Wahlergebnissen auf, bleibt das ehrenamtliche Engagement tausender Helfer unbemerkt und noch mehr Menschen fühlen sich vom Programm der großen Parteien nicht abgeholt und gehen gar nicht wählen.

Lassen Sie mich daher einen kleinen Weihnachtswunsch an Sie richten:

Viele von uns spenden zu Weihnachten etwas an Hilfsorganisationen, Vereine und Kulturträger. Verzeihen Sie es mir bitte, wenn ich Sie an dieser Stelle auch um eine kleine Spende bitten möchte:

Spenden Sie dieses Weihnachten doch einmal eine Unterschrift. Eine Unterstützerunterschrift für eine kleine Partei honoriert all diejenigen politisch aktiven Menschen die in diesen schwierigen Zeiten das Risiko nicht gescheut haben und trotzdem zahllose Stunden in Aufstellungsversammlungen, Wahlprogrammdebatten, Parteitagen und vor allem an Infoständen verbracht haben. Selbst wenn Sie diese Partei vielleicht im März nicht wählen wollen hilft ihre Unterschrift enorm. Sie kostet Sie nur etwas Zeit.

Denn sie sorgt dafür, dass andere zu mindestens die Wahl haben.
Sie sorgt dafür, dass wir mehr politische Vielfalt und Buntheit in unserer Landespolitik erhalten. Denn für diese Vielfalt steht unser Baden-Württemberg.

Antworten von Guido Wolf

Wir haben den Landtagskandidaten eine Liste mit vier Fragen zugesandt und um Beantwortung gebeten.

Ein Politiker hatte Hüfingen mal als Wurmfortsatz von Tuttlingen bezeichnet. Das stimmt ja auch, da Hüfingen bis jetzt irgendwie von den Kandidaten vom Schwarzwald-Baar-Kreis mitbetreut wird. Gerne hätten wir aber auch einen Ansprechpartner in Stuttgart, den wir auch wählen dürfen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Guido Wolf:
Von wem auch immer dieses Wurmfortsatz-Zitat stammen mag: Es muss entweder als (schlechter) Witz gemeint gewesen sein oder zeugt von maximaler Ahnungslosigkeit. Hüfingen ist als Gemeinde fester und bedeutender Teil dieses Wahlkreises. Hüfingens Bedeutung steht der anderer Gemeinden in diesem Wahlkreis in nichts nach, warum sollte sie das auch?! Für meinen Teil – und das galt auch für meine Vorgänger – kann ich sagen, dass mir Hüfingen in den vergangenen Jahren in keiner Weise weniger wichtig war als andere Städte und Gemeinden in diesem Wahlkreis. Das lässt sich auch anhand meiner Präsenz in Hüfingen in den vergangenen Jahren belegen. Hüfingen wird auch künftig in Stuttgart vertreten und nicht, wie es in der Frage formuliert ist, lediglich mitbetreut.

Ein großes Thema hier in Hüfingen ist die Transparenz. Wie stehen Sie zur Veröffentlichung von Protokollen und zur Kommunikation von Ergebnissen von Sitzungen?

Guido Wolf:
Transparenz halte ich für wichtig. In den vergangenen Jahren wurden auf Landes- und auf Bundesebene zahlreiche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, die staatliche Stellen zu mehr Transparenz verpflichten. Ich halte das für richtig. Wo es keine zwingenden gesetzlichen Vorschriften gibt, zum Beispiel zum Schutz der Privatsphäre, die dem entgegenstehen, spricht aus meiner Sicht nichts gegen Offenheit und Öffentlichkeit.

Manche Kommunen schaffen die Unechte Teilortswahl ab, wenige führen sie wieder ein. Ein Argument für die Abschaffung führen manche an, dass diese Wahl undemokratisch sei, da Kandidaten/Innen aus kleinen Stadtteilen mit weniger Stimmen gewählt werden könnten, andere wiederum sind der Meinung, dass eben Parität auch zur Demokratie gehört. Wie sehen Sie das?

Guido Wolf:
Die Unechte Teilortswahl ist eine Sonderregelung des Kommunalwahlrechts in Baden-Württemberg und seit der Gebietsreform in den 70er Jahren ein Dauerthema für die Kommunen. Gleichzeitig ist sie der wohl komplizierteste und umstrittenste Teil der baden-württembergischen Kommunalwahlrechts. Viele Kommunen haben die Unechte Teilortswahl inzwischen wieder abgeschafft, weil sie auch einige Nachteile mit sich bringt. Über ihren Sinn und Unsinn streiten sich auch Wissenschaftler. Das schöne ist aber, über ihre Anwendung kann jede Kommune selbst entscheiden. Das ist eine originäre kommunale Angelegenheit, da steht es einem Landespolitiker nicht zu, sich einzumischen.

Die Biotopvernetzung ist auf dem Land ein großes Thema und es gibt große Spannungen zwischen Landwirtschaft, den vielen Neubaugebieten der Kommunen und dem Naturschutz. So braucht jede Ortschaft ein möglichst großes Neubaugebiet das auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen entsteht und die Landwirte werden wiederum immer mehr in die Natur gedrängt und müssen immer weniger Boden intensiver nutzen. Wie wollen Sie diesen Konflikt angehen?

Guido Wolf:
Die Nachfrage nach und der Bedarf an Flächen wächst stetig. Die Flächenknappheit wird in der Tat zunehmend zum Problem. Die Lösung kann nur ein fairer Ausgleich zwischen allen Beteiligten sein, unter besonderer Berücksichtigung der Gewissheit, dass unsere Ressourcen endlich sind.

Unsere regionale Landwirtschaft muss erhalten werden, um qualitativ hochwertige Lebensmittel in Deutschland zu produzieren. Unsere Landwirtschaft ist Garant für nachhaltiges Wirtschaften, für die räumliche Nähe von Produzenten, Verarbeitern und Verbrauchern sowie für den Erhalt unserer regionalen Kreisläufe. Aber der Naturschutz muss dahinter nicht zurückstehen.
Wir als CDU sehen außerdem großes Potential in der sogenannten Produktionsintegrierten Kompensation (PIK). Ziel ist es hierbei, auf ein- und derselben Fläche Bewirtschaftung und Ökologie gleichermaßen zu ermöglichen. Landwirtschaftliche Nutzung kann erfolgen und die Flächen können gleichzeitig dem bauplanungsrechtlichen Ausgleich oder der naturschutzrechtlichen Kompensation dienen. Zudem gilt es zu prüfen, inwiefern eine ökologische Aufwertung von Freiflächen im Innenbereich von Städten und Gemeinden gefördert werden kann, um die landwirtschaftliche Flächen, insbesondere vor dem Hintergrund der regionalen Versorgung, zu schützen.

Antworten von Philipp Polster

Wir haben den Landtagskandidaten eine Liste mit vier Fragen zugesandt und um Beantwortung gebeten.

Ein Politiker hatte Hüfingen mal als Wurmfortsatz von Tuttlingen bezeichnet. Das stimmt ja auch, da Hüfingen bis jetzt irgendwie von den Kandidaten vom Schwarzwald-Baar-Kreis mitbetreut wird. Gerne hätten wir aber auch einen Ansprechpartner in Stuttgart, den wir auch wählen dürfen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Philipp Polster:
Ich muss gestehen, dass ich ob dieses Zitats zuerst ein wenig sprachlos war. Eine Gemeinde von der Größe Hüfingens als Wurmfortsatz Tuttlingens zu bezeichnen grenzt für mich an Arroganz. Fakt ist: Auch wenn der Wahlkreis Tuttlingen um einige Gemeinden des Altlandkreises Donaueschingen ergänzt wurde, muss die Vertretung für alle Wählerinnen und Wähler gleich ausgeprägt sein, egal ob sie aus Bärenthal, Tuttlingen oder Hüfingen kommen. In unserer Demokratie hat jede Stimme den gleichen Wert und damit genauso viel Vertretung verdient.

Leider ist der Plan meiner Partei in Hüfingen und Donaueschingen Aktionen vor Ort durchzuführen von der Pandemie bzw. deren zweiter Welle verhindert worden, wir arbeiten aber aktuell mit Hochdruck an einer Möglichkeit damit auch Hüfinger Wähler die Möglichkeit haben in einem virtuellen Format mit uns zu sprechen.

Ein großes Thema hier in Hüfingen ist die Transparenz. Wie stehen Sie zur Veröffentlichung von Protokollen und zur Kommunikation von Ergebnissen von Sitzungen?

Philipp Polster:
Sowohl für meine Partei als auch für mich persönlich ist das Thema essentiell und muss dringend ausgebaut werden. Die automatische Veröffentlichung von Protokollen und Sitzungsergebnissen müssten meiner Meinung nach Pflicht werden – und zwar nicht nur für die demokratischen Institutionen, sondern auch für die in Baden Württemberg ja sehr breit vorhandenen Organe der Selbstverwaltung wie den Jugendhilfeausschuss, den Bereichsausschuss Rettungsdienst, etc..

Ebenso benötigen wir dringend mehr Transparenz in Parteien. Lobbyisten-Kontakte, Nebeneinkünfte und Spenden müssen vollständig transparent publiziert werden, Zuwendungen von Firmen, insb. aus dem Ausland müssen dringend untersagt werden. Verstöße müssen empfindliche Folgen haben.

Diese Daten müssen aus meiner Sicht verpflichtend zentral publiziert werden, Seiten wie Abgeordnetenwatch.de, fragdenstaat.de oder Topf Secret zeigen wie gut so etwas funktionieren könnte.

Manche Kommunen schaffen die Unechte Teilortswahl ab, wenige führen sie wieder ein. Ein Argument für die Abschaffung führen manche an, dass diese Wahl undemokratisch sei, da Kandidaten/Innen aus kleinen Stadtteilen mit weniger Stimmen gewählt werden könnten, andere wiederum sind der Meinung, dass eben Parität auch zur Demokratie gehört. Wie sehen Sie das?

Philipp Polster:
Ein schwieriges Thema da beide Seiten gute Argumente zu Felde ziehen können. Der Wunsch nach Repräsentation ist genauso gut zu verstehen wie die Sorge nach dem demokratischen Gleichgewicht. Am Ende sehe ich es aber eher als Problem an, wenn das demokratische Gleichgewicht verändert wird. Aus meiner Sicht benötigen wir hier ein neues Modell, dass sowohl den demokratischen Gegebenheiten als auch dem Wunsch nach Repräsentation besser gerecht wird als die beiden derzeitigen, sich sehr widersprechenden, Modelle. 

Die Biotopvernetzung ist auf dem Land ein großes Thema und es gibt große Spannungen zwischen Landwirtschaft, den vielen Neubaugebieten der Kommunen und dem Naturschutz. So braucht jede Ortschaft ein möglichst großes Neubaugebiet das auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen entsteht und die Landwirte werden wiederum immer mehr in die Natur gedrängt und müssen immer weniger Boden intensiver nutzen. Wie wollen Sie diesen Konflikt angehen?

Philipp Polster:
Aus meiner Sicht ist die Neubaugebiet-Problematik v.a. ein Symptom unserer verfehlten Wohnungspolitik der letzten Jahrzehnte. Für viele junge Familien ist das Neubaugebiet im Grünen der notwendige Kompromiss, um endlich aus verfahrenen Mietsituationen raus zu kommen und in den eigenen vier Wänden nicht länger der Willkür einer Immobilienfirma ausgeliefert zu sein bzw. überhaupt etwas „Eigenes“ zu besitzen. Dieser Effekt, der zuerst v.a. den „Speckgürtel“ um die großen Ballungszentren betraf, hat mittlerweile auch die vermeintlich ruhigeren ländlicheren Regionen im Südwesten erreicht.

Hierbei wird dann oft, gerne auch unter dem Eindruck des großen Profits einiger weniger, der Charakter von ganzen Ortschaften umgekrempelt und die Ökologie bei Seite geschoben.

Auch unabhängig von der wohnungspolitischen Komponente muss das Land hier dringend für Regeln sorgen, die einen fairen Ausgleich zwischen den Interessenslagen sorgen.

Antworten von Niko Reith

Wir haben den Landtagskandidaten eine Liste mit vier Fragen zugesandt und um Beantwortung gebeten.

Ein Politiker hatte Hüfingen mal als Wurmfortsatz von Tuttlingen bezeichnet. Das stimmt ja auch, da Hüfingen bis jetzt irgendwie von den Kandidaten vom Schwarzwald-Baar-Kreis mitbetreut wird. Gerne hätten wir aber auch einen Ansprechpartner in Stuttgart, den wir auch wählen dürfen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Niko Reith:
Explizit hatte der besagte Abgeordnete Donaueschingen als Appendix im Hinblick auf die Gewichtung der Gemeinden des Wahlkreises 55 Tuttlingen-Donaueschingen bezeichnet. Gemeint hat er vermutlich aber die gesamte Südbaar, also die Städte Hüfingen, Blumberg und Donaueschingen, die etwa ein Fünftel des gesamten Wahlkreises ausmachen. Ich bin in Hüfingen aufgewachsen und habe schon deshalb eine besondere Beziehung zu Hüfingen. So ist es sicherlich nachvollziehbar, dass mir die Anliegen der Hüfinger*innen sehr wichtig sind. Im Gegensatz zu dem zitierten Kandidaten möchte ich mich darüber hinaus aber selbstverständlich ausdrücklich um den ganzen Wahlkreis kümmern. Da ich der einzige Kandidat der zur Zeit im Landtag vertretenen Parteien bin, der auf der Südbaar wohnt, freue ich mich sehr über Ihre Frage und hoffe, dass viele „Sübaaremer“ und damit auch Hüfinger das ebenso sehen wie Sie, Frau Jaag, und sprechen dem „Einheimischen“ das Vertrauen aus in dem sie mir bei der Wahl ihre Stimme geben, wenngleich sie sonst vielleicht eine andere Partei wählen. Sehr gerne möchte ich unsere Region, unsere Heimat in Stuttgart mit einer Starken Stimme vertreten.

Ein großes Thema hier in Hüfingen ist die Transparenz. Wie stehen Sie zur Veröffentlichung von Protokollen und zur Kommunikation von Ergebnissen von Sitzungen?

Niko Reith:
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie und der Parlamentsarbeit ist die Beteiligung der Öffentlichkeit. Inbegriffen dabei ist die Veröffentlichung von Sitzungsvorlagen und den dazugehörigen Protokollen. Auch die Ergebnisse von nicht öffentlichen Sitzungen müssen nach der obligatorischen Bekanntgabe in der nächsten Sitzung veröffentlicht werden. Dazu gehört aber auch die Teilnahme an den öffentlich angebotenen Sitzungen selbst, für die ich bei den Bürger*innen immer wieder werbe.
Es gibt also nicht nur eine „Bringschuld“ der Politik/Verwaltung, wir müssen es auch schaffen, dass die Bürger*innen sich mehr mit einbringen. Es lohnt sich in Sachen Bürger-Beteiligung an beiden Seiten zu arbeiten – also sowohl das Angebot und die Möglichkeiten verbessern, aber gleichzeitig auch die Bereitschaft dazu zu fördern.
In diesem Zusammenhang ist für mich die Jugendbeteiligung ein besonders wichtiges Anliegen um das ich mich bereits intensiv kümmere.

Manche Kommunen schaffen die Unechte Teilortswahl ab, wenige führen sie wieder ein. Ein Argument für die Abschaffung führen manche an, dass diese Wahl undemokratisch sei, da Kandidaten/Innen aus kleinen Stadtteilen mit weniger Stimmen gewählt werden könnten, andere wiederum sind der Meinung, dass eben Parität auch zur Demokratie gehört. Wie sehen Sie das?

Niko Reith:
Obwohl das kein originäres Landesthema und hier die kommunale Selbstverwaltung oberstes Gebot ist, nehme ich gerne als Kommunalpolitiker Stellung zu der Frage der unechten Teilortswahl.
Als 2007 in Hüfingen dieses Thema diskutiert wurde, war ich ehrlich gesagt sehr überrascht, dass sich die Mehrheit im Gemeinderat für eine Abschaffung entschieden hat. Dass der Gemeinderat diese Entscheidung von damals nun aktuell bestätigt hat, kann ich nachvollziehen, weil sich ein Gremium immer etwas schwer tut, einen einmal getroffenen Beschluss zu revidieren. Deshalb finde ich es sehr gut, dass das Gremium die Entscheidung nun den Bürger*innen selbst überlässt. Dabei müssen sich alle Hüfinger*innen dann die Frage beantworten, welches System für sie das Beste, weil Demokratischere ist.
Ich persönlich glaube, dass es im Laufe der Zeit immer schwieriger für Bewerber*innen aus den Ortsteilen wird, sich bei Wahlen durchzusetzen. Schon jetzt kann man in Hüfingen feststellen: immer weniger Ortsteile sind mit eigenen Räten im Gemeinderat vertreten. Und wenn die „alten“ und erfahrenen Gemeinderäte aus den Ortsteilen aufhören, wird sich das fortsetzen. Denn Gemeinderäte wie Adolf Baumann aus Mundelfingen oder Egon Bäurer aus Behla sind wegen ihres ehrenamtlichen, beruflichen und kommunalpolitischen Engagements auch in der Kernstadt bekannt und bekommen von dort viele Stimmen. Bei ihren Nachfolgern ist das nicht zwangsläufig so, weil sich unsere Gesellschaft verändert hat und nicht zuletzt der berufliche Mittelpunkt sich oft weiter weg befindet.
Natürlich hat jeder Gemeinderat bei seinen Entscheidungen die Gesamtstadt im Blick und ich bin überzeugt, dass das auch in Hüfingen zutrifft. Aber es ist trotzdem ein Unterschied, wenn ein Ortsteil-Bewohner zu „seinem“ Gemeinderat im Ort gehen kann, wenn ihn irgendwo der Schuh drückt.
In der Abwägung halte ich es deshalb für gerechter und demokratischer, den Ortsteilen einen Sitz im Gremium zu garantieren, mit dem Risiko, dass die Ortsteile manchmal etwas zu stark gewichtet sind. Die Gefahr, dass gar kein Ortsteil mehr vertreten sein könnte ist in Hüfingen zu groß.
Nicht zuletzt habe ich als Gemeinderat in Donaueschingen sehr gute Erfahrungen mit der Unechten Teilortswahl gemacht und würde deshalb nie für deren Abschaffung stimmen.

Die Biotopvernetzung ist auf dem Land ein großes Thema und es gibt große Spannungen zwischen Landwirtschaft, den vielen Neubaugebieten der Kommunen und dem Naturschutz. So braucht jede Ortschaft ein möglichst großes Neubaugebiet das auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen entsteht und die Landwirte werden wiederum immer mehr in die Natur gedrängt und müssen immer weniger Boden intensiver nutzen. Wie wollen Sie diesen Konflikt angehen?

Niko Reith:
Der Flächenverbrauch ist eines der zentralen Themen, die uns bei Wohnungsbau, Gewerbeansiedlung, Energiegewinnung und anderen Nutzungen, wie ganz aktuell bei der Suche der Bundeswehr nach einem geeigneten Standortnahen Truppenübungsplatz beschäftigen.
Selbstverständlich folge ich dabei dem Primat „Innen- vor Außenentwicklung“. Allerdings sind uns hier Grenzen gesetzt, weil es sehr häufig an den Eigentumsverhandlungen scheitert. Als hilfreich hat sich zum Beispiel der sogenannte Flächenmanager, dem es nicht zuletzt in Hüfingen gelungen ist, durch Beratung und mit guten Argumenten Eigentümer oder Erbengemeinschaften zu überzeugen, leer stehende Gebäude oder unbebaute Grundstücke zum Verkauf frei zu geben, oder selbst zu bebauen bzw. zu sanieren.
Doch auch das hat Grenzen und um das deutlich zu sagen: Enteignung von Eigentum, wie es OB Palmer in Tübingen praktiziert, kommt für mich nicht in Frage. Deshalb ist auch die Ausweisung von neuen Flächen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Gemeinden der Südbaar unumgänglich.
Aber ich habe das Gefühl, dass die Gemeinden bereits sehr verantwortungsvoll bei dem Thema vorgehen und alle Aspekte der unterschiedlichen Bedarfe, der Nutzungs-Interessen und des Naturschutzes bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Sehr bewährt hat sich dabei das Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes der Städte Hüfingen, Bräunlingen, Donaueschingen und Bad Dürrheim mit Dr. Bronner an der Spitze, das bei der Erstellung von Flächennutzungsplänen immer hinzugezogen und deren Expertise berücksichtigt wird.
Landespolitisch werde ich mich für die Stärkung der Hoheit und Freiheit kommunaler Flächenplanung einsetzen, denn das Beispiel zeigt: Vor Ort weiß man am besten Bescheid, wo die Bedarfe und Potentiale liegen.

Petition Windgefällweiher

04. Dezember 2020 von Hubert Böll

Liebe Leser der Hieronymus-online Seite,

mit großer Freude haben wir die Möglichkeit bekommen auf dieser Plattform unser Anliegen vorzutragen.

Wir sind eine Gruppe von Menschen die es als wichtig erachtet den Tieren und Pflanzen eine Sprache zu geben und die Natur ( also unseren Lebensraum ) im Allgemeinen zu schützen und zu pflegen.

Das Land Baden Württemberg investiert über 30 Mio € für einen besseren Lebensraum der heimischen Arten!

Bei der Sanierung der B500 wurden für sehr viel Geld Durchgänge für allerlei Lebewesen geschaffen, 

im Volkmund die Krötentunnel!

Und genau in diesem Gebiet, am Windgefällweiher möchte das Fürstliche Haus aus Donaueschingen einen Wohnmobil- Park nach kanadischem Vorbild erbauen und betreiben. Angeblich sei dies kein Problem, weil die Fläche für den komerziellen Waldbetrieb völlig unwirtschaftlich und nutzlos sei.

Aber!

Genau das ist die Heimat der Tier- und Pflanzenwelt die es zu schützen gilt und für die wir und Sie uns einsetzen.

Liebe Freunde, mit eurer Hilfe werden wir es schaffen dieses Projekt zu verhindern.

Werben Sie für unsere/eure Ziele und senden Sie uns viele Unterschriften zurück.

Danke für eure Unterstützung im Voraus

und bleiben Sie oder werden Sie Wächter der Natur,

schenken wir uns selbst, aber auch unseren Nachkommen ein Stück intakte Natur (wie sagt Dagmar Schäfer: Wo es blüht, brummt und summt).

Gemeinsam gegen rein kommerzielle Interessen auf Kosten unserer Natur.

Das schreibt euch Hubert Böll

Liebe Grüsse aus Feldberg Falkau

Die Initiatoren:
Dagmar Schäfer,
Heidi Bauer, 
Hubert Böll

Zur Online Petition geht es hier:

https://www.openpetition.de/petition/online/kein-campingplatz-am-windgfaellweiher-kleinod-gegen-kommerzielle-interessen

Zur schriftlichen Petition geht es hier:

Die Unterschriften bitte an die auf dem Formular angegebenen.
Adressen Vielen Dank!

Behlaer Weiher

Eine kleine bakteriologische Untersuchung

vom 28. November 2020

Im Januar 2020 habe ich ja angedroht mich etwas mehr um den Behlaer Weiher zu kümmern.

1873 führte der Gemeinderat anläßlich der Ortsbereisung Klage über den Weiher und die daraus aufsteigenden Dünste. Eine gründliche Reinigung des Weihers von Zeit zu Zeit sei erforderlich. Diesem Verlangen wurde dann auch von der fürstlichen Verwaltung entsprochen.

Behla : Stadtteil von Hüfingen; Geschichte eines Baardorfes im Rahmen der Landschaft / von Alfred Hall; Egon Bäurer; Friedolin Kaiser (1989)

Ich hatte dann das Wasser grob untersucht und einen ziemlich hohen Nitratgehalt (30 mg/l) festgestellt. Mit meiner Aussage: „Leider kann ich die anderen Chemikalien, die die Landwirte in die Umwelt kippen nicht nachweisen“, habe ich den Unmut einiger Landwirte provoziert. Dass diese ja so einiges in die Landschaft kippen (oder vergraben), werden sie kaum bestreiten können. Allerdings an der Kloake im Behlaer Weiher tragen sie keine Schuld.

Schuld trägt die Stadt Hüfingen die es versäumt hat, Behla ordentlich an die Kanalisation anzuschließen. Aber der Reihe nach:

Für eine Besichtigung des Weihers stellten wir das Auto an der B27 ab, um über die Wiese an den Weiher zu gelangen. Fast genau an dieser Stelle kommt eine Abwasserleitung unter der Straße raus.

Eigentlich braucht man keine Mikrobiologin zu sein, um zu sehen (und zu riechen) was da raus kommt:

An dieser Stelle vielen Dank an den Ortschaftsrat Benjamin Schnaitter, der sich mutig und ohne zu zögern in die Brühe gestürzt hat, um Fotos zu machen und Wasserproben zu ziehen.

Wir haben also drei Wasserproben, denen ich (wegen anderer Projekte) folgende Nummern gegeben habe:

53 – am Ausfluss des Abwasserkanals in den Weiherwiesen.
54 – oben am Behlaer Weiher nach dem Zufluss des Baches aus den Weiherwiesen.
55 – Abfluss des Behlaer Weihers in das Feuchtgebiet auf der anderen Seite der B27

Da ich zuerst nur herkömmliche Nährmedien für die Untersuchung der Bakterien zuhause hatte, habe ich die Bakterien auf gewöhnlichen LB (Lennox Broth) Platten über Nacht bei 37°C untersucht.

LB Platten mit 100 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht

LB Platten mit 50 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht

Was man auf der Platte 53 deutlich sieht sind „coliforme Bakterien“, „Fäkalcoliforme“ oder „thermotolerante Coliforme“ kurz auch als CFU (coliform units) bezeichnet. Diese Bakterien zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei 37°C in geeignetem Nährmedium sehr schnell wachsen. Was ja auch irgendwie logisch ist, da sie von Warmblütern stammen.

Dies ist also schon der eindeutige Beweis, dass es sich bei dem Abwasser um Fäkalien handelt. Ob von Mensch oder Tier lässt sich nicht bestimmen, aber ist in diesem Fall auch unerheblich.

Oben am Behlaer Weiher (54) konnte ich vereinzelt CFU Keime finden, wenn ich 1 ml der Wasserprobe ausplatiert hatte, unten am Ausfluss (55) war nichts zu finden. Der Behlaer Weiher klärt also noch ganz gut.

Im Abwasser wird die Anzahl der CFU pro 100 ml Wasser gemessen, um einen Standard als Vergleich zu haben. Normalerweise kommt man in einem Klärwerk auf eine Anzahl über 1 Mio. Deshalb habe ich hier die CFU für unsere Wasserproben mal kurz überschlagen:

53 – etwa 5.000.000.000 CFU/100 ml
54 – etwa 15.000 CFU/100 ml
55 – etwa 0 CFU/100 ml

Der Standard laut EPA (Environmental Protection Agency) um coliforme Bakterien zu bestimmen ist ein Nährmedium namens EMB (Eosin Methylenblau Broth). Hiermit kann man Escherichia coli von Enterobacter unterscheiden. Dies habe ich auch versucht, aber leider ist mein Methylenblau und auch das Eosin von meinem Großvater und über 50 Jahre alt.

EMB Platten mit 500 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht. 53=Wasser aus dem Abfluss.

EMB Platten mit 500 µl der Wasserproben bei 37° über Nacht. 53=Wasser aus dem Abfluss.

Auf diesen EMB-Platten ist weniger gewachsen, als auf LB Platten und auch nur von dem Wasser, das direkt aus dem Abwasser von Behla kam.

Eine Möglichkeit langsam wachsende grampositive Bakterien zu bestimmen, sind sogenannte MSA Platten. Damit kann man verschiedene Kokken bestimmen. Also den berühmten Staphylococcus aureus vom mehr oder weniger harmlosen Staphylococcus epidermidis unterscheiden.

800 µl Wasserproben auf MSA Platten

Der pathogene Staphylococcus aureus fermentiert Mannitol und deshalb ändern die Platten die Farbe rot nach gelb. Oben erkennt man wieder, dass auch Staphylokokken nur im Abwasser zu finden sind. Also in 53 sehr viele, in 54 weniger und 55 keine. Dies bestätigt die Ergebnisse oben mit den CFU. Was man hier auch schon sieht ist, dass die rote Farbe bei 53 Richtung gelb umschlägt.

Aus diesem Grunde habe ich jeweils 8 Kolonien von 53 und 54 nochmal einzeln ausplatiert.

Acht Abstriche von Kolonien der Kokken aus dem Abwasser

Bei fünf der acht Abstriche handelt es sich eindeutig um Staphylococcus aureus.

Acht Abstriche von Kolonien der Kokken aus dem Behlaer Weiher.

Bei zwei der acht Abstriche handelt es sich auch hier eindeutig um Staphylococcus aureus.

An dieser Stelle will ich nichts über Staphylokokken erzählen. Wen es genauer interessiert, der mag auf den Seiten des Robert Koch Instituts nachlesen:

RKI Ratgeber Staphylokokken

Auf jeden Fall rate ich allen, der Hüfinger Klärgrube mit dem Namen Behlaer Weiher und dem offenen Abwasserkanal fern zu bleiben!

Haltet auch eure Tiere und vor allem eure Kinder fern. In wie weit diese Erreger antibiotikaresistent sind, werde ich auch noch abklären.

Hier breche ich vorerst ab und werde weitere Untersuchungen später veröffentlichen, wenn ich die passenden Chemikalien und mehr Zeit habe.

Warum die Eile?

Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr ärgere ich mich .

Einer der vielen Stadtbauamtsleiter der von der Stadt Hüfingen „ausgebrannt“ wurde, hatte vor Jahren hier mal interveniert. Leider war dies nur von kurzer Dauer. Es ist den verantwortlichen Männern nicht wichtig und sowieso war es ja schon immer so, dass die Scheisse aus Behla in den Weiher fließt.

Wir schreiben das Jahr 2020, in Hüfingen wird seit Jahrzehnten ein Weiher als Kläranlage missbraucht, weil dies immer so war. Meiner Meinung nach ist das ein Verbrechen nicht nur an der Natur, sondern auch an der nächsten Generation.

Und jetzt höre ich auf, sonst mache ich mich vor Zorn noch strafbar.

Nachtrag
Weitere Infos

Im Januar 2021 habe ich erläutert, wie es am Behlaer Weiher einmal aussah: https://hieronymus-online.de/behlaer-weiher-einst-und-heute/

Dann gibt es auch eine Erläuterung zu Klärschlamm und dessen Entsorgung: https://hieronymus-online.de/unterschied-faekalien-und-silage/

Oberhalb vom Abflussrohr sieht die Welt noch halbwegs gut aus

Dann kommt die Abwasserleitung.

Mit all der Scheisse und was dazu gehört.

Die Exkremente fließen dann weiter in den Weiher.

Die nächsten Teile sind hier zu finden

Das Bollwerk gegen Lärm

Juche, die Lärmschutzwand ist vollendet! Ob sie hält, was sie verspricht? Jedenfalls ist das Bauwerk nicht gerade ein Schönheit, wobei die Sicht von der „Autobahn“ vor den Toren Hüfingens nicht die schlechteste ist und der Autofahrer in diesem Teilstück zumindest von niederprasselnden Regenfällen oder Schneestürmen geschützt ist. Nur vom Wohngebiet aus erinnert das Bauwerk an eine überdimensionale Toilettenrolle ohne Papier das Symbol der Coronazeit.

Soll das so bleiben?, fragt sich da mancher Bewohner, insbesondere die, die direkt an diesem Prachtwerk von Betonkunst wohnen. Kommt da vielleicht doch noch ein Erdwall mit Bepflanzung hin, oder müssen wir uns an den Anblick gewöhnen, wie an so vieles in diesem Neubaugebiet? Es wäre schön, wenn Hüfingens Gemeinderat etwas zur Aufklärung beitragen könnte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Vielleicht werden wir doch irgendwann informiert oder auch überrascht.

Die Frage der Geschwindigkeit auf diesem Teilstück stellt sich mir nun erneut. Wird zumindest über eine 100KmH Zone entschieden, oder werden täglich die tausenden Autos mit 160KmH oder mehr an der Mauer entlang rasen und den Bau dieses Bollwerks gegen Lärm konterkarieren? Das Thema ist bisher noch nicht wirklich geklärt, auch wenn Herr Klinge auf meinen damaligen Leserbrief im Südkurier bemerkte, dass die Straße doch schon sehr nah am Wohngebiet läge.

Da müssen wir uns wohl genauso überraschen lassen, wie von diesem Bauwerk, das Fort Knox dahinter vermuten lässt.

Wenn nun also die Lärmschutzwand steht, kann dann wohl mit dem Kinderspielplatz begonnen werden, der sich hoffentlich nicht mehr in der Planungsphase befindet, oder braucht es dazu nochmals eine Vorbereitungszeit von weiteren 10 Jahren, wenn die dort wohnenden Kindern bereits aus dem Alter herausgewachsen sind und Nachschub auf sich warten lässt? Immerhin wurde darüber vor Monaten schon berichtet.

Ich bin gespannt auf die Antworten.

Die Suche nach dem stillen Örtchen in Covid-Zeiten

Ja, es stimmt, wir sollten zu Haus bleiben und wenn, dann nur geschäftlich ins Ausland reisen. Ja, wenn möglich, sollen wir Menschenmassen meiden. Und ja, es gilt Abstand halten, Lüften, Hände waschen und Maske auf. Manchmal denke ich, man redet mit Kleinkindern, so kommen mir die wohlmeinenden Ratschläge unserer väterlich und mütterlich klingenden Politiker vor. Obwohl man immer wieder sieht, das es einige ungezogene Kinder unter dem Volk gibt, die immer noch denken es handelt sich nur um einen kleinen Schnupfen – was es leider nicht ist.

Doch noch haben wir ja keinen Stubenarrest wegen Ungehorsam, auch, wenn es dem einen oder anderen vielleicht gut täte. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, mal vor die Tür zu gehen und Luft zu schnappen. Doch damit fängt das Elend an. Wer über eine Primaner-Blase verfügt, oder vor dem Verlassen der Wohnung eine Tasse Kaffee zu sich genommen hat, weil Cafés geschlossen haben und nicht jeder auf einem kalten Mäuerchen zusammengekrümmt einen Café to Go zu sich nehmen möchte, der steht vor einem Dilemma.

Wald oder Dickicht? Vielleicht doch eher im Einkaufszentrum Betteln um einen Schlüssel unter dem mürrischen Blick einer Verkäuferin? Verschlossene öffentliche Toiletten wohin man schaut. Man sollte meinen, so manche Kommune nutzt den Lockdown dazu ihre ohnehin dünn gesäten öffentlichen Toiletten gänzlich dicht zu machen. Ab und zu findet man mal was, aber beim Öffnen der Örtlichkeit reißt man erst einmal sein Desinfektionsfläschchen aus der Tasche und versucht unter der Maske flach zu atmen.

So kann man natürlich auch dafür sorgen, dass die Menschen den Fuß nicht vor die Tür stellen wollen und nur noch Online-Einkäufe tätigen. Doch was bitteschön haben verschlossene stille Örtchen mit dem Lockdown zu tun?

Finden dort regelmäßig Partys statt? Versammeln sich in den engen Räumen Menschen ohne Abstand zu einem kleinen Plausch? Sind fehlende Belüftungen und Waschgelegenheiten der Grund? Bestimmt kann es daran nicht liegen. Ein echter Wettbewerbsvorteil sind sie aber – die stillen und sauberen Örtchen wo auch immer sie sich in diesen Tagen befinden- gerne auch gegen einen Obolus, sofern der Automat Geld wechselt. Aber mit ihnen ist es genauso, wie mit den öffentlichen Bänken – weit und breit nichts zu finden. Es wäre jetzt die beste Gelegenheit aufzurüsten, denn wer weiß, wie lange wir noch auf gemütliche Café -Nachmittage und Restaurantbesuche verzichten müssen und wie lange wir noch auf der Suche nach einem stillen Örtchen durch Wald, Wiesen und Ladenzeilen irren mit einem Picknick in unseren Rucksäcken.

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