Wenn die Müllabfuhr den Müll nicht beseitigt

01.02.2022 von Edith Brietzke

Wie so viele andere bin ich derzeit im Homeoffice tätig und habe das liebliche Geräusch der gelegentlichen Müllabfuhr am Morgen in meine Routine eingebaut.
Neulich, das neue Jahr war gerade ein paar Tage alt, rückte die Müllabfuhr frühmorgens an, um ihren Dienst zu verrichten. Der LKW fuhr mit viel Lärm die Straße entlang, was meine Aufmerksamkeit weckte. So früh am Morgen ist das Spektakel zugegebenermaßen spannender als meine Tätigkeit am Laptop, weshalb ich den Müllleuten kurz zusah. An diesem Tag wurde in Donaueschingen die grüne Tonne geleert.


Hierbei konnte ich Folgendes beobachten:
Auf einer der beiden Papiertonnen war ein leerer Kaffeebecher abgestellt. Dies sicherlich in der guten Absicht, Abfall dem Abfall zuzuführen. Scheinbar jedoch wusste der oder die KaffeetrinkerIn, dass to-go-Becher Plastik enthalten und somit nicht dem Papiermüll zuzuführen sind, denn warum sollte sonst jemand den Becher auf die Papiertonne stellen, statt ihn hinein zu schmeißen?
Als der Müllmann nun zur Tat schritt und die Tonne an den LKW hängen wollte, damit sich diese leerte, konnte er den Becher ebenfalls nicht in die grüne Tonne werfen, da er dort schlicht nicht richtig einsortiert ist. Das gebietet neben dem menschlichen Verstand wohl nebenbei auch die Berufsehre. Ein öffentlicher Mülleimer oder andere Mülltonnen, gar gelbe Säcke, waren nicht in der Nähe. Kurzum ließ der Müllmann den Becher auf den Boden fallen, sichtlich nicht zufrieden mit seinem Verhalten.
So ruckelte der schnaufende Lastwagen auch schon auf, der Müllmann sprang auf den Tritt am Ende des Gefährts und sie setzten ihre Tour fort. Der Becher lag nun dort am Boden, stumm bei mir nach Aufmerksamkeit schreiend, ob dieser Kleinigkeit, die viele Menschen in schleierhafter guter Absicht ignorieren. Als ich eine Stunde später hinaus gehen wollte, um den Becher zu entfernen, war dieser bereits vom Wind außer Sicht getragen worden. Szenen wie diese spielen sich vermutlich häufig, wenn nicht täglich ab. Darum ist es sehr wichtig, dass wir alle unseren Müll korrekt entsorgen. Wir lösen damit keine Probleme, Abfall wie einen einmal benutzten Kaffeebecher in scheinbar guter Absicht auf eine fremde Tonne zu stellen. Denn das Problem verlagert sich nur auf den oder die NächsteN. Im schlechtesten Falle landet der Müll, den wir wohlwollend mangels Alternativen anderen aufdrücken, irgendwo in der Natur.


Besser wäre es doch für sein Konsumverhalten einzustehen und wenigstens den Minimalaufwand zu betreiben, gekauften Abfall in den nächsten geeigneten Mülleimer zu werfen – oder besser noch: wie wäre es mit dem guten alten Thermo-Becher von daheim? Schützt Umwelt UND Geldbeutel!

This is why we can’t have nice things

Dies sagt man in den USA, wenn mal wieder was zerstört wurde.

Wie jede anderen Stadt hat auch Hüfingen mit asozialen Menschen zu kämpfen, dies ist leider kein amerikanisches Phänomen.

Abgeknickter Baum beim Hasewäldle

Doch macht es einen immer wieder traurig, wie manche Menschen mit unserer Umwelt umgehen.

Unser Bauhof beseitigt stoisch fast jeden Tag deren Dreck. Sogar schon Sonntag Morgen um sieben in der früh habe ich jemanden „erwischt“ am Bahnhof den rausgerissenen Mülleimer wieder im Boden zu versenken.

Für alle die es nicht wissen: Es gibt in Hüfingen einen Schadensmelder.

Das letzte Jahr habe ich einige Fotos gesammelt. Falls jemand mitmachen will, in den Kommentaren kann man auch Fotos hochladen. Ich werde das Foto dann gerne in die Galerie integrieren.

Verantwortung – Was ist das?

Vor einiger Zeit war ich in Bayern, ganz in der Nähe der Zugspitze, in einem Ort, der von Touristen sehr frequentiert wird. Nach langem Suchen fand ich endlich ein kleines Café mit einer gemütlichen Terrasse davor. Mir fiel sofort ein Schild auf der Wiese vor der Terrasse auf, das vor Schlangen warnte, die dort leben sollten. Um die Wiese mit hohem Gras und Blumen waren Büsche zum Schutz vor der Straße gepflanzt. Bevor wir uns verabschiedeten fragte ich, um welche Art von Schlangen es sich denn hier handele, denn mir war keine Schlangenart bekannt, die in einem solchen Terrain leben könnte. Die Wirtin, übrigens eine Schwarzwälderin, schaute mich verschmitzt an und sagte: “ Das ist das Einzige, was hilft.“ Ich fragte sie, gegen was des denn helfen würde.

Gegen Eltern, die meinten ihr Garten sei ein Spielplatz für die Kinder und das Blumenpflücken dort doch eine nette Ablenkung für diese, damit die Eltern ihren Kaffee in Ruhe genießen könnten und gegen Hundebesitzer, die der Auffassung wären, die Wiese wäre ein idealer Platz für ihre Hunde, um dort ungefährdet herumtollen zu können, lautete die Antwort.

Diese Worte veranlassen mich heute darüber zu schreiben, wie wenig doch Rücksicht auf die Natur und öffentliches Eigentum genommen wird und wie wenig Verantwortung für eigenes Handeln übernommen wird. Jeder kennt sie, diese Schilder mit ähnlich fantasievollen Versuchen Mitmenschen Manieren beizubringen. Komischerweise beschwert sich jeder über das rüpelhafte Benehmen seiner Mitmenschen und den Umgang mit der Natur – nur macht derjenige es besser?

Nicht nur, dass die Straßenbäume in Hüfingen ein elendes Leben leben müssen, manche Zeitgenossen meinen, man könne dafür sorgen, dass es ihnen noch ein bisschen schwerer gemacht werden könnte. Zudem stören sie ja ohnehin für manche überdimensionale Garagenausfahrt.

Müll in und um Hüfingen ist zur Normalität geworden. Achtlos in die Gegend geworfene Masken, weil man zu faul ist sich zu bücken und, weil die Teile einem inzwischen nachgeworfen werden, sind zum Alltag geworden. Auf einer kurzen Runde auf Hohen II habe ich alleine 5 Masken auf dem Boden vorgefunden.

Dem Heer von Reinigungskräften und Ehrenamtlichen es zu überlassen hinter einem aufzuräumen ist nicht nur menschenverachtend, sondern auch asozial. Auch sich zu freuen bei einem Verstoß gegen was auch immer nicht erwischt worden zu sein, ist nichts, worauf man stolz sein kann, denn ein ungeahndeter Verstoß bleibt ein Verstoß und schadet darüber hinaus der Umwelt und dem Mitmenschen.

Ich amüsierte mich, wie die Wirtin aus dem Schwarzwald eine wohl funktionierende Möglichkeit gefunden hatte ihre Wiese zu schützen, die ihr am Herzen lag. Aber ich bin auch betrübt darüber, dass solche Dinge überhaupt notwendig sind, um Menschen davon abzuhalten fremdes oder auch öffentliches Eigentum zu beschädigen. Was tun wir, um die nur noch rudimentär vorhandene Natur in unseren Wohngebieten zu schützen? Was tragen wir dazu bei Hüfingen wirklich zu einer Stadt zu machen, die ein ökologisches Prädikat verdient?

Jeder Baum und jede Grünfläche ist wichtig, denn sie tragen zu einem ökologischen Klima bei. Und das unsere Erde das nötig hat zeigen die vielen Naturkatastrophen in diesem Jahr. Tragen wir also gemeinsam dazu bei und fangen wir vor unserer Haustür damit an.

Heinzelmännchen gibt es nicht mehr

verdorrte Tannenbäume

Vor zwei Monaten noch wurden tote Tannenbäumchen auf Autodächer geschnallt und voll Elan in die Wohnungen geschleift , um sie  mit Lametta zu bewerfen und mit bunten Kugeln zu schmücken. Nun zwei Monate danach liegen verdorrte Reste auf öffentlichen Plätzen in Hüfingen achtlos hingeworfen und gammeln vor sich hin.  In Nacht und Nebelaktionen schnell mal entsorgt, dann unter Schneemassen verborgen tauchen sie nun langsam wieder aus der Versenkung auf.

Man möchte ja nicht sein Heiligsblechle  zukrümmeln, sollen sich doch andere darum kümmern. Glauben diese Zeitgenossen noch an Heinzelmännchen , die ihren Wohlstandsmüll entsorgen?  Da muss  ich diese egoistischen und wenig christlich  veranlagten Menschen leider enttäuschen.  Bevor ihr also im nächsten Jahr wieder ach so jubilierend unter eurem Tannenbaum sitzt, überlegt euch das nächste Mal wie ihr die Leichen entsorgt. Denn schön ist es nicht für eure Nachbarn auf euren Müll zu schauen und dem ohnehin schon sterbenden  Bäumchen auf dem Vorplatz nun endgültig den Garaus gemacht zu haben.

Ich bin gespannt, wer sich dieser Abfallhalden auf dem öffentlichen Vorplatz auf Hohen, Max-Gilly-Strasse annimmt.  Liebe Stadtoberen, vielleicht schaut ihr mal wieder  im Neubaugebiet vorbei. Dann könnt ihr euch gleich noch davon überzeugen, dass manche Zeitgenossen immer noch nicht verstanden haben, das Schottergärten seit Neustem verboten sind.