ich kann mir vorstellen, dass sich viele von Ihnen bei diesem Antrag schwer tun, soll man zustimmen oder ablehnen. Stimmt man gegen die Durchführung eines Bürgerentscheids, könnte es als fehlende Bürgernähe interpretiert werden, stimmt man dafür könnte es bei einigen als inhaltliches Umkippen gedeutet werden. Zugegeben, keine einfache Situation. Wozu überhaupt einen Bürgerentscheid durchführen, wenn man doch einen souveränen Gemeinderat hat, fragen sich vielleicht auch einzelne. Diese Frage ist wiederum leicht zu beantworten. Vor zwei Monaten hat hier in der Stadthalle der Gemeinderat mit 14 zu drei Stimmen recht deutlich gegen die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl gestimmt. Kein überraschendes Ergebnis, wenn man sich überlegt, dass die Hälfte der Abstimmenden bereits bei deren Abschaffung 2007 dagegen gestimmt hat. Außerdem gebe ich zu bedenken, dass es natürlich schwierig ist, den Gemeinderat über die Änderung des eigenen Wahlsystems abstimmen zu lassen. Die einzelnen Gemeinderäte können verständlicherweise nicht objektiv neutral darüber entscheiden, da sie ja vermeintlich selbst betroffen sind. Bekanntermaßen tun sich auch die Kolleginnen und Kollegen im Bundestag aus ähnlichen Gründen schwer mit der Änderung des dortigen Wahlrechts. Aber zurück nach Hüfingen.
Ich kann heute nur appellieren, die Bürgerinnen und Bürger sollten die Entscheidung selbst treffen, ob künftig jeder Teilort einen garantierten Sitz im Gemeinderat haben soll oder eben nicht. In der Zwischenzeit kennen unsere Einwohner alle relevanten Fakten. Sie wissen, wie ihre Ortsvorsteher und Ortschaftsräte darüber denken, sie wissen, was die Gemeinderäte präferieren. Sie wissen auch, dass es unserer Gesamtstadt finanziell relativ gut geht, sie wissen aber auch, dass Mitsprache und politische Teilhabe in einer funktionierenden Gemeinschaft unverzichtbar sind.
Zum Schluss noch ein paar Sätze zu einem möglichen Termin. Es sollte wohl in unser aller Interesse sein, einen möglichst baldigen Termin für den Bürgerentscheid zu finden. Ein Termin im September 2021 ist einfach nicht akzeptabel und bedeutet im schlimmsten Fall zehn Monate Wahlkampf respektive zehn Monate Ungewissheit und Unruhe. Der Termin sollte bis spätestens kommendes Frühjahr durchgeführt werden. Ich gehöre zu denen, die unseren Bürgerinnen und Bürgern zutraut, in einem Kalenderjahr ganze dreimal wählen zu gehen. So lange die Wahlgänge nicht im Wochentakt stattfinden und alles den Wählerinnen und Wählern plausibel kommuniziert wird, sehe ich absolut keine Probleme. Bei einer Terminfestlegung auf die erste Jahreshälfte 2021 sähe ich auch keinen Anlass für die Bürgerschaft ein eigenes Bürgerbegehren zu starten.
Ich würde mich freuen, wenn man unseren Ausführungen mehrheitlich folgen kann und bitte um Zustimmung.
Im Corona Summer 2020 hät de Wälderkabaretist Marti Wangler, alias Fidelius Waldvogel, dem Virus en gifizige Straich gspilet. Er hät e Bulldogg- Kabaret an de Südhalde vum Haberjockelshof im Schwärzebach aagsait und uffgführt. Mit sim Eicher Bullodogg und sim Forstwage- Ahänger, Kummedibühni, Vesperstüble und Scharchkannapee i eim, isch er unnne uff de Matte gstande und an de Halde i me Art Amphitheater isch sie Zueschauerbandi entweder uff Strauballe oder uf itne Bulldogg im Abstand vu über 5 m stimmungsvoll versammlet gsii. Es war en warme und en richtig fidele Wälderobet. De Fidelius hät wiedermol s Kälble so richtig renne lau. Wo er aber dene Tönnjes Fleischmafiosi d Zündung mit herte Fakte iihgstellt hät, isch es au mol nochdenklich und bestimmungsvoll wore. Wo ni des glese han, dass mer möglichst mit Bulldogg kumme soll, han i min Unimog, de „Nepomog“ wieder mol badet und und eweng bürschtelet. Wa de Fidelius kahn, des mit sim uusbaute Forstmobil- Wohnwage, des kann ich au. Also han den alte Sau- Ahänger no schnell zu me Henne- Wohnmobil um- und uusbaut. Des gschmiedet Aug a de Frontwand, a dem die Schlachtsaue zum Metzger gfiehrt wore sind, wo die quickende Sühli mit em Kälberstrick aabunde waret, des han i draa lau. Wiedermol bestätigt sich der Satz vum Christopher Clark, dass mer derlei „Artefakt“ uuglaublich vill ablausche khan. I dem Fall Saueschicksal und Instinkt- Drame. Wer weiss ob i den Karre nomol bruuch, wenn mer amend wieder mol Huusschlachte därf ?
Paar Woche später han ich wiedermol bim Lese vu de Badische, ohne dass i Fliegepilz gfresse han, so e richtige nordische Berserkerwuet kriegt. Nit dass ich au scho paar mol so e Kischte, e kleis Wohnmobil aagmietet het, zum d Olympiade z Lillehammer, Nordische Ski- Weltmeisterschafte, e Schottland- Irland- Island und Portugalreis gmacht het und für so Reise des au ganz aagmesse find. Aber wan i do über de Windgfällweiher lese han miesse hät mer Zündung ghörig verstellt. Es isch mer jedesmol en Graus, wenn i im Vorbeifahre z Hifinge am Wohnmobilstellplatz sieh, wie dä uff em Pflasterplatz die Wieber und Manne i ihrne Faltsessel mit dene Bierdose- Flasche- Chips- und Nissli- Mulde hucke sieh und d Zieht totschlah sieh. Konn Schritt is Städtli, kon Spaziergang as Römerbad, kon Bsuech im Caffe Süesse Winkel oder gar e Esse im Frank. Wenns hoch kunnt word de Smart usem Ahhänger- Trailer, die beide Harley vum Motorradhänger oder 2 Motorinis us de Unterflurgarage vum Wohnmobilbolle uussiglau. No gohts zum gscharrig poschte im Aldi, Lidl oder Netto. Nit emol des Honda – Aggregätli stellt mer ab, dass de Fernsehgrossbildschirm s oefältig Mittagsprogramm vu Pro7, RTL, Vox oder Servus TV uffnähme khaa. Me könnt jo ebbis verpasse.
Für den Hype, wie mer dere überzogene Modi sait, 500 000 Diesel- Wohnmobilkischte sind alloenig im Dietsche zueglau. Do schwätz konn vu Feinstaub, die fahret jo i de Natur ummenand. S Bescht isch aber; die stond fascht s ganz Johr leer. Wohnunge wered verkauft, Lebensversicherunge verdummbeiltlet. Dass en Kauf betriebswirstchaftlich grechnet wochenlang e Ferienwohnung, e Gasthuus oder e Hotel ermögliche dät, word de Grosse Freiheit gopferet. Die stond leer, s Aagebot schrumpft und Gastronomie verarmt.
Dem Hype will mer jetzt helfe. Wie de Hype mit Traumschiff und de Ferieflieger landet, dess woess mer zwischezeitlich. Uff em Schrott. Aber Borgemäeschter und Gmondrät kamer so Lokvogel- Aagebot immer guet verkaufe. Frog isch nuu, wer zahlt der Preis und wer hät ebbis devu.
De Preis zahlt die wietere Verrummelung am Windgfällweiher, d Natur, Flora , d Fauna, s Verkehrsuffkumme, D Lanschaftsvesrchandelung und Versiegelung. De Müll, de Abfall und au d `Kläralag wege dem bleede Chemoklo- Abwasser.
Es isch en Trugschluss zum glaube, dass de Skizirkus, d Gastronomie, d Caffee, die Freizeitaalage, die Höfkäserei, de Hof- Buurelade, oder de sanfte Tourismus vu dere Ü 70 Klientel ebbis hät.
Profitiere duet zerscht mol die FF- Forstverwaltung die jetzt de Wald zu Waldfriedhöf, Waldhundefriedhöf, Truppeübungsplätz jetzt au no Motorhome- Stellplätz umbaut.
Usserdem die exclusiv- hochpreisige Wohnmobilhersteller, d` KFZ Versicherungsgsellschafte und KFZ Steuerstelle, d` Zubehörlieferante und den Lieferante vu dene mitgschloepfte Poser Fahrzeug und die Discounter In Schwarzwald kunnt und bliebt so guet wie koe Geld. Wertschöpfung kehrt sich um i Wertvernichtung uff Koschte vu unsere Schwarzwaldhoemet. Portugiese honds des Johr klar gsait: „ Mir wend euch nit und scho gar nit euer Corona“. Und hond sie verjagt.
Vorschlag zur Güte: Die Discounter sollet doch ihre grosse, nachts sowieso leer stehende Parkplätz vermiete und au s Wasser, de Strom und d` Chemo- Entsorgung billig verramsche, denn des sind die Onzige, die vu dem noch anhaltende Hype, vu dere überzogene Tourismusmodi ebbis hond.
Altbuur s Troom, de Lebenslohn
Und Bierein sait: „Mit Nepomok und Henne- Mobil, no wärs für mich au weng e Fraid“
Waa ?? , e Wohnmobil, bisch noo ganz bache Dennoo mit fufzg, sechzg, sibetzg Sache Dorch Wälderwaald, Vogese, Schwobbe Häsch nuu no Fürtz, im Hirni dobbe
Glaubscht du ich huck in sone Karre Des sagt der glii, des isch en Schmarre Und wer pass uf die Hiener uff Dass Gickel kraijet, hucket druff
Des dät der baigott scho noo passe, Des schee verspaaret Geld verprasse Do muensch no warte bis i gang Denno, vu mir uus, kaansch e zweitsmol ran
Eifältgi Wohnmobil- Gaisse gihts überall Do bruucht Altbuur au kai Moral Sobald die merke s`goht ans Pflege Sind die schnell fort, no häsch de Sege
Mir ischs im Hintertal all no viel lieber „Die grosse Freiheit“, des isch e Fieber A jedem Ecke, Waldrand daigets rum Vor Langwiel wered die ganz dumm
De Smart, de Quad und d`Rollerli Im Trailer, wie bei uns halt s` Vieh Im Motorhoem de Fernseh aa, De ALDI Wii, bis mer nimmi kaa
Kumm blos no mit me Allrad Gschier, Mit Wüeschtereife, Sandblech, Windegschnier Die spinne doch, die bleede Lakel Zu dene wit du ghöre, du alte Dackel ?
De alti Sauwage baut mer um Zu me Mobil Henne – Unikum So kenne mer dorch Gegend reise Im Wirtshuus noo de Hof verscheisse
So bruucht mer d`Henne nit verstelle Wie S` Waldvogels Fidel, des han ich scho all mol welle S` eige Spiegelei und au en Bregel Manchmol im verkarrete Huhn sin Schlegel
Altbuur Hienerwadel, des macht Freid Mit Unimog , Hiener , nuu zu zweit E langi Naase de Wohnmobiliste Mit ihrne affige, bleede Kischte
Frei nach Droste Hülshoff:
Mundart
D` Mundart isch en traute Gascht Wo mit mir fühlt, wo mit mir lacht Isch, wenn sie nett verzelle duet Mir au e wohri Zauberfluet Gschichtli us mim Kopf uffstieget Wo lang a mir no hange bliibet Vu Kind und Kegel, Ziig und Sach Do bliebt d` Erinnerung halt wach Gstaalte us mim Lebe gräsle Me mont des sei scho alls verläese ? Gschätzti Fründ und gueti Liit Usre z`friedne, frohe , guete Ziit
Leserbrief von Familie Eichinger / 26. Oktober 2020
„Anlieger frei.“ Dieses Schild steht seit Baubeginn am Anfang und Ende der Baustelle in der Schaffhauserstraße.
Dieses Schild ist bekannt!
Um eine Anliegerstraße nutzen zu dürfen, genügt es nicht, ein beliebiges „Anliegen“ zu haben.
Im direkten Baustellenbereich ist der Verkehr für den Durchgangsverkehr daher voll gesperrt.
„Für Personen, die dort wohnen oder etwas erledigen müssen, ist aber der Weg frei“.
Diese Straßensperrungen müssen aufgrund von Baumaßnahmen hingenommen werden.
Da wegen Urlaub auch die Bauarbeiten ruhen ist es für die direkten Anlieger ein ganz tolles Gefühl:
Endlich einmal eine gesunde Lebensweise haben, wie die vielen Bewohner in den ruhigen Wohngebieten mit 30er Zone. Kein Motorenlärm von LKW, Traktoren und Motorrädern, man kann die Straße überqueren ohne Wartezeit, die Fenster öffnen ohne Krach und Abgase, die Ruhe im Garten genießen, kein Stress!
Sonderrecht? Sattelzug der Firma Mayer Spedition aus Bräunlingen bei der illegalen Durchfahrt durch die gesperrte Schaffhauser Straße am 2. Oktober 2020 um 13:20 Uhr
Oft spielt für Autofahrer keine Rolle, viele Kilometer zurückzulegen, um an die Ausflugziele zu gelangen. Geht es aber darum eine Umleitung zu fahren, sucht er sich ordnungswidrig die Abkürzung durch die gesperrte Straße und ignoriert das Durchfahrtverbot. Doch wer im Falle einer Kontrolle kein tatsächliches Anliegen nachweisen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen.
Seit Beginn der Bauarbeiten in der Schaffhauserstraße ist ständig zu beobachten, dass viele Verkehrsteilnehmer dieses Durchfahrtverbot missachten. Selbst Autos und Motorräder aus benachbarten Städten und Landkreisen, sowie aus der Schweiz ignorieren diese Sperrung.
Verwundert müssen wir feststellen, dass sich plötzlich so viele Autolenker als „Anlieger“ dieses Streckenabschnittes sehen.
Vor der Sperrung galt es, in schnellem Tempo durch dieses Teilstück zu brausen. Die betroffenen Anwohner, die schon lange Tempo 30 fordern, werden ob ihrer Klagen wegen zu hohem Verkehrslärm nicht ernst genommen.
Derzeit stört sie es die Verkehrsteilnehmer nicht einmal, ihre Fahrzeuge mit nur 20 km/h durch die abgefräste, unebene und wellige Fahrbahn zu manövrieren.
Teilweise fahren Pkws trotz Verbot während der Arbeitszeit durch die Baustelle und gefährden somit die Bauarbeiter und behindern den Baubetrieb.
Da die Einfahrt momentan von beiden Seiten gewährleistet ist, nimmt die Durchfahrt von „Fremdfahrzeugen“ ständig zu. Selbst Traktoren mit Hänger, kleine LKws und viele Personenwagen umgehen die vorgeschriebene Umleitung. Inzwischen wurden auch schon Warnschilder umgefahren!
Es wäre daher sinnvoll, dass Behörden die Lage prüfen und Kontrollen veranlassen.
Antrag Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION vom 23.10.2020
Der Gemeinderat hat laut § 21 der baden-württembergischen Gemeindeordnung die Möglichkeit durch ein Ratsreferendum einen Bürgerentscheid anzusetzen. Der Beschluss des Gemeinderates vom 24. September 2020 gegen die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl zur Kommunalwahl 2024 und die zuvor von großen Teilen des Gemeinderates geführte einseitige Diskussion zeigt, dass zahlreiche Aspekte nicht berücksichtigt wurden.
Die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl ist eine stark umstrittene Entscheidung mit weitreichenden Folgen, daher ist ein Bürgerentscheid ein sinnvolles Instrument. Die Bürgerschaft hat das Recht sich selbst eine Meinung über die Vor- und Nachteile zu verschaffen und anschließend gehört zu werden. Ein Bürgerentscheid beendet den öffentlichen Diskurs durch einen demokratischen Abstimmungsakt und legt die tatsächlichen Präferenzen der Abstimmenden offen. In einem Bürgerentscheid könnte die Frage der Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl abschließend geklärt werden. Ein Bürgerentscheid entspricht dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürgern über wichtige Gemeindeangelegenheiten direkt mitentscheiden zu können. Mit Zustimmung des Antrags wird die Entscheidung basisdemokratisch dem Souverän, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hüfingen, übertragen.
Die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION stellt diesen Antrag, weil die derzeitige spürbare Anspannung und Unzufriedenheit wieder einem konstruktiven und verlässlichen Miteinander weichen muss.
Antrag der Fraktion:
Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen beschließt einen Bürgerentscheid zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl zur Kommunalwahl 2024 anzusetzen.
14. Oktober 2020 von Katharina Baudis Geschäftsführerin
Stellungnahme vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg
Die Einrichtung eines neuen Standortübungsplatzes können wir nicht nachvollziehen: In den vergangenen Jahren wurden Truppen- und Standortübungsplätze aufgegeben. So wurde lt. vorgelegter Beschreibung des Vorhabens 2014 der StOÜPl Immendingen aufgegeben, bereits 2015 wurde aber der Bedarf durch das Jägerbataillon angemeldet. Eine vorausschauende Bedarfsplanung sieht anders aus.
Wir sollen als Natur- und Umweltschutzverband nun Stellung nehmen zu einer Planung, deren Werdegang bisher völlig undurchsichtig war. Bisher kennen wir lediglich die Grundzüge der Planung. Es liegen uns weder eine umfassende Alternativenprüfung noch die erforderlichen Gutachten für anfallende Emissionen (Schall, Licht, Geruch), Eingriffe in den Naturhaushalt und den Artenschutz etc. vor. Und trotzdem soll bereits ein Landbeschaffungsverfahren eingeleitet werden. Es wird der Eindruck erweckt, dass der geplante Standort am nächsten und praktischsten und aufgrund der Besitzverhältnisse am einfachsten zu erschließen ist und dass diesem Umstand die Aspekte des Natur- und Umweltschutzes untergeordnet werden sollen. Dies halten wir für eine unzulässige Vorentscheidung und Festlegung auf den geplanten Standort, was wir ablehnen.
Bei der überplanten Fläche handelt es sich um ein in mehrfacher Weise geschütztes Gebiet:
EU-Vogelschutzgebiet: Das gesamte Planungsgebiet liegt im Vogelschutzgebiet „Baar“. Es gilt das Verschlechterungsverbot. Alle Veränderungen oder Störungen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gebietes in seinen für seine Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteilen führen können, sind unzulässig. Zweifellos ist die angestrebte Planung allein durch ihre Größe und die geplante Nutzung als eine solche unzulässige Veränderung und Störung anzusehen. Wir möchten in diesem Zusammenhang insbesondere auf die unregelmäßigen Störungen durch den Schießbetrieb und die Befahrung mit schweren Maschinen hinweisen, die einen Gewöhnungseffekt für die Tierwelt ausschließen. Hinzu kommen noch die geplanten nächtlichen Aktivitäten, die bei Tieren zu Panik und Flucht und letztlich zur Vergrämung führen können.
Das geplante Übungsgebiet liegt zu großen Teilen im Fördergebiet „Weißwald“ des Naturschutzgroßprojekts Baar. Die Ausweisung dieses Projektgebietes durch das Bundesamt für Naturschutz spiegelt die nationalstaatliche Bedeutung der Baar als Bindeglied zwischen dem Neckar- und der Donau wider. Mit erheblichen Mitteln sollen auch im Weißwald in den nächsten Jahren Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen zugunsten des Biotopverbundes und zur Stärkung der Resilienz der Arten gegen den Klimawandel getätigt werden. Diese Ziele sehen wir durch die Planung als massiv gefährdet an. Die gesteckten Entwicklungsziele für den Artenschutz und den Biotopverbund könnten so nicht erreicht werden.
Der Weißwald ist regional ein wichtiger Trittstein zwischen den südlichen Wäldern der Baar (bsp. NSG Deggenreuschen-Rauschachen) und den Wäldern um Villingen und in Richtung Schwarzwald. Die Waldränder sind z.T. Bestandteil des landesweiten Biotopverbundes und damit ebenfalls geschützt. Die extensiven Wegränder im Weißwald sind wichtige Verbundelemente für den lokalen Artenaustausch (unter anderem Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus) und Kleiner Eisvogel (Limenitis camilla)) – sie würden unserer Einschätzung nach dem Ausbau des Wegenetzes zum Opfer fallen.
Von der Planung sind 3 Wasserschutzgebiete betroffen, wovon 2 zu Brigachtal gehören und eines zu Wolterdingen. Für diese gibt es geltende Rechtsverordnungen, die unter anderem die Errichtung baulicher Anlagen, den Wegebau und jegliche Handlungen, die das Eindringen von wassergefährdenden Stoffen in Grund- und Oberflächengewässer ermöglichen, untersagen. Die Planung verstößt gegen alle diese geltenden Rechtsverordnungen und gefährdet das Grundwasser. Angesichts der klimawandelbedingten zunehmenden Trockenheit in unserer Region mit sinkenden Grundwasserständen und zurückgehenden Quellschüttungen wird Brigachtal auf diese Quellen nicht verzichten können. Die wenigen Details, die uns aus der Planung bekannt sind, lassen aber auf eben solche untersagte Handlungen schließen.
Aufgrund seiner vielfältigen Strukturen ist der Weißwald/Ochsenberg Lebensraum einer Reihe seltener Arten. Exemplarisch sei hier der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (RL Baden-Württemberg: 2 stark gefährdet), Esparsetten-Widderchen (RL BaWü 3), Trauermantel (RL BaWü 3) und der Himmelblaue Bläuling (RL BaWü 3) aus der Gruppe der Schmetterlinge genannt. Wertgebende Arten sind außerdem bei den Fledermäusen, Ameisen, Reptilien, Amphibien, Kleinsäuger, aber auch der Flora gegeben. Den Fortbestand dieser Arten im Gebiet stellen wir unter den bekannten Voraussetzungen in Frage. Dies wäre ein Verstoß gegen geltendes Naturschutz- und Artenschutzrecht.
Laut der Planungen würden bisher wenig vorbelastete Waldböden plötzlich sehr häufig und mit schweren Fahrzeugen befahren, möglicherweise auch außerhalb der Wege. Dies wird zu Bodenverdichtungen und Erosionsprozessen führen. Hinzu kommen noch unabschätzbare Bodenbelastungen durch Schadstoffeinträge (z.B. ÖL- und Schmierstoffe, Treibstoffe, Schießpulver, Reinigungsmittel etc.) und Mülleinträge (z.B. durch Munitionsreste, Verpackungen etc.), die den Zustand der Böden unzulässig verschlechtern und auch die Grund- und Oberflächengewässer belasten können.
Die oben genannten Punkte unterstreichen die hohe Schutzwürdigkeit und verdeutlichen die Empfindlichkeit der geplanten StÜPl-Fläche gegenüber Störungen. Wir fordern daher eine transparente Alternativenprüfung, auch aller denkbaren Konversionsflächen.
Durch die geplante Nutzung wird es Lärm-, Abgas- und Lichtemissionen geben, die das Gebiet bisher nicht kannte. Es ist zu erwarten, dass Tier- und Pflanzenwelt unter dem Betrieb leiden werden. Negative Effekte auf die Schutzgüter Boden, Wasser und Luft sind zu erwarten. Flora und Fauna müssen durch die Beanspruchung der Natur mit großen Nachteilen bis hin zu Vertreibung und Ausrottung rechnen. Aus unserer Perspektive muss der zukünftige Standort derjenige mit den geringsten Auswirkungen auf Natur- und Umwelt sein.
Sollte der vorgelegte Standort weiterverfolgt werden, können wir eine fundierte Stellungnahme erst nach Vorlage aller erforderlichen Gutachten abgeben. Wir fordern die obengenannten Punkte bei der Erstellung der Gutachten umfassend zu prüfen.
Hallo, ich bin es wieder! Na, habt ihr euch schon ein wenig an mich gewöhnt? So richtig klar kommt ihr mit mir ja nicht wirklich. Die einen von euch meinen ich wäre nicht schlimmer als ein üblicher Virus und außerdem sterben auf der Erde täglich Hunderttausende an den Folgen der Klimakatastrophe, Hunter und anderen Krankheiten. Die anderen sagen, ich bedrohe den gesamten Erdenball. Beides stimmt und alle diese furchtbaren Geschehnisse sind von euch selbst gemacht. Jeder dieser tödlichen Auswirkungen eures Handelns sollte euch die Schamesröte auf eure Wangen treiben! Aber was macht ihr? Ihr mault über Masken und die Tatsache, dass ein wenig Abstand allen gut tun würde.
Ich habe euch ja schon versucht zu sagen, dass der Lebensstil, den ihr an den Tag legt und die Art und Weise, wie ihr meine Wohnungen und im übrigen auch eure Wohnung die Erde umgeht nicht gerade förderlich ist, was eure Gesundheit betrifft. Mein Versuch euch einen Schuss vor den Bug zu geben hat wohl nicht funktioniert, denn ihr sucht eher danach mit aller Gewalt eure vermeintlichen Freiheiten zu retten, ohne dabei zu bedenken, dass ihr damit die Freiheit der anderen Erdenbewohner immer weiter einschränkt. Klar, was ist ein kleines Insekt im Verhältnis zu euch, der Krone der Schöpfung! Natürlich, ein Baum ist wesentlich unflexibler als ihr. Nur bedenkt, das Insekt dient einem anderen als Nahrung, der wiederum einem anderen als Nahrung dient, der euch erfreut oder eben auch als Nahrung dient. Wenn ihr also dem Insekt nicht den nötigen Respekt gebt, so werdet ihr irgendwann nichts mehr zu essen haben. Der Baum, den ihr so verachtet liefert euch Sauerstoff und dient anderen als Wohnung. Wenn ihr also meint, Beton würde auf Dauer ein besserer Ersatz sein, werdet ihr eines Tages nach Luft schnappen.
Ihr seid nur ein winziger Teil im Universum auch, wenn ihr meint, ihr seid die Größten und euch aufführt, als ob nach eurer Generation niemand mehr leben bräuchte. Macht nur so weiter, denn es gibt noch eine Menge von uns, die ihr nicht kennt und die darauf warten euch entsprechende Lehren zu erteilen. Es wäre daher schön, wenn ihr endlich lernen würdet.
Manche scheinen zu meinen, durch Anlage eines Schotterfeldes vor der eigenen Haustür spült es vielleicht Schotter (Geld) in ihre Haushaltskasse. Zunächst einmal spart man sich natürlich einen pflegeintensiven Garten und die damit einher gehende Zeit, die man in der Natur verbringen könnte kann man vor dem Fernseher abhängen. Ein verwilderter Garten ist in unseren Breiten offensichtlicher so sträflich, dass man lieber eine graue, öde und langweilige Schotteranhäufung ästhetischer empfindet, als ein bisschen Unkraut, das die Tierwelt erfreut. Dennoch hat ein solches Schotterfeld seinen Preis. Den größten Preis zahlen allerdings vorrangig die nachkommenden Generationen, die Insekten und Vögel und das Auge manchen Betrachters.
Wie entsteht ein solches Schotterfeld und warum sollte man auf eine solche Anlage verzichten? Zunächst einmal wird ein durchlässiges Vlies verlegt, das Pflanzenwuchs verhindert, in einigen Fällen werden sogar Folien oder gar Beton verwendet. Bis zu einem halben Meter wird der Boden ausgegraben, um ihn anschließend mit bunten oder weniger bunten Steinen zuzuschütten.
Wenn der Eigentümer nun meint, Schotterfelder machen keine Arbeit, irrt er sich gewaltig. Es bildet sich Staub, es fällt Laub oder sonstiges Material auf die Steine. Dann kommt der Laubbläser zum Einsatz, ein Gerät, das lauter als jeder normale Rasenmäher ist, oder es werden verbotene Herbizide verwendet, oder aber dem aufkeimenden Leben auf dem Schotterhaufen wird durch Abflammen der Garaus gemacht. Mitunter muss auch ein Hochdruckreiniger zum Einsatz kommen, um die störende Patina auf dem Schotterfeld zu entfernen. Ein solcher Eigentümer liebt es offensichtlich mit brachialer Gewalt und teuren Gerätschaften zu hantieren, um das Wüstenklima vor seinem Haus zu erhalten. Wieviel schöner und weniger den Geldbeutel belastend wäre hingegen die Pflege eines Gartens mit Blumen und Büschen für Insekten und Vögel.
Auch müssen Pflanzen, die dem Wüstenklima auf einem solchen Schotterhaufen nicht gewachsen sind ersetzt werden, wenn man auf dem öden Feld nicht noch eine vertrocknete Pflanze stehen haben möchte. Gerade die gerne verwendeten Buchsbäume müssen regelmäßig beschnitten werden oder aufgrund der eingeschleppten Schädlinge ersetzt werden. Manche meinen jedoch durch das Aufstellen von verrosteten Figuren sich auch das zu ersparen. Doch auch die kosten eine Menge Geld! Gartenratgeber empfehlen zudem teilweise die Schotterflächen nach mehreren Jahren zu ersetzen. Schotterfelder vor der Haustür kosten also viel Schotter und sparen ihn nicht.
Deshalb entsteint Euch! Gebt Insekten, Vögeln und Nachbarn einen Grund euren Garten zu bewundern und sich nicht angewidert abzuwenden! Nutzt die Chance im Sinne der Erde und unseres Klimas einen Garten zu gestalten, der nicht aus Schotter oder einer öden kurzgeschnittenen Grasfläche besteht.
Und zum Schluss die Frage: Was macht Hüfingen, um Schotterfelder zu eliminieren? Hier einmal ein paar Ideen. Ein Kilo Steine gegen Gießkannen, Rechen, Wasserschläuche, ein Buch mit Gartentipps, Blumensamen uvm. Das stände einer ökologischen Gemeinde sicherlich gut zu Gesicht.
Antrag der BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION vom 25.09.2020
Der Gesetzgeber hat den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, Bebauungspläne im beschleunigten Verfahren aufzustellen. Der dafür geschaffene § 13b BauGB hat u.a. folgende Merkmale:
Er verzichtet auf die frühzeitige und die förmliche Beteiligung der Öffentlichkeit.
Für Eingriffe im Sinne der Eingriffsregelung (§ 1a Abs. 3 BauGB) ist kein Ausgleich erforderlich.
Die Pflicht zur Durchführung einer Umweltprüfung und Erstellung eines Umweltberichts entfällt.
Das Bebauungsplanverfahren „Hondinger Straße“ in Fürstenberg wird nach §13a und §13b BauGB durchgeführt. Das heißt, es kann von der Aufstellung eines Umweltberichtes abgesehen werden.
Der geplante Eingriff führt zu einer Störung und auch Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population an Insekten, Fledermäusen und auch Vögel. Deshalb schlagen wir einen freiwilligen Ausgleich der Stadt Hüfingen für das Baugebiet vor.
Freiwilliger Ausgleich
Im Norden des Friedhofs von Fürstenberg auf Flurstück 101 (Gemarkung Fürstenberg) befindet sich Grünland.
Als freiwilligen Ausgleich schlagen wir vor, dass auf dieser Fläche eine neue Streuobstwiese angelegt wird. Gepflanzt werden sollten hochstämmige und an die Region angepasste Obstsorten.
Beschlussvorlage
Der Gemeinderat von Hüfingen möge beschließen:
Als freiwilliger Ausgleich für das Bebauungsgebiet „Hondinger Straße“ in Fürstenberg wird auf dem Flurstück 101 (Gemarkung Fürstenberg) eine neue Streuobstwiese mit hochstämmigen und an die Region angepassten Bäumen angelegt.
Liebe zwei Kollegen aus den Ortsteilen, liebe Kolleginnen und Kollegen aus der Kernstadt,
als erstes bedanke ich mich bei der Verwaltung, dass unser Antrag recht schnell hier im Gemeinderat zur Diskussion gebracht wird und am heutigen Abend auch nicht wieder ans Ende gedrückt wurde. Das haben wir ja leider auch schon anders erlebt. Die vorgelegten Sitzungsunterlagen, sprich die Darstellung des Bürgermeisters, halte ich auf den ersten Blick zwar für neutral, es fehlen aber etliche wichtige Sachverhalte. Außerdem finde ich es ein wenig unausgewogen, wenn hier nur ein Argument für die Unechte Teilortswahl aufgelistet ist und auf der anderen Seite acht Argumente dagegen.
Am 1. April, und das ist kein Aprilscherz, hat sich die Eingemeindung des ersten Hüfinger Ortsteils Sumpfohren bereits zum fünfzigsten Mal gejährt und kaum einer hat es bemerkt, geschweige denn entsprechend gewürdigt. Es zeigt wieder einmal: Wir sind keine zusammengewachsene Gemeinschaft. Jeder Stadtteil hat seine eigene Geschichte, eigene Vereine, eine eigene Identifikation.
Jeder einzelne Gemeinderat hier am Tisch soll sich mal selbstkritisch hinterfragen, wie oft er oder sie mit den Ortsvorstehern, Ortschaftsräten oder mit den Ortsteilbürgern ins Gespräch kommt oder in den Ortsteilen unterwegs ist und weiß, was in den Ortsteilen so abgeht. So wird in den Sitzungsunterlagen ein Loblied auf die Ortschaftsverfassung gesungen und wie wichtig uns allen angeblich die Meinung der Ortschaftsräte ist. Ich suche aber in den Unterlagen vergeblich nach dem Stimmungsbild der fünf Ortschaftsräte zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl. Wie hinlänglich bekannt ist, treffen die meisten Stadträte ihre Abstimmungsentscheidung schon Tage vor der Gemeinderatssitzung, im behüteten Kreise ihrer Fraktion. Hierbei fehlten ihnen aber offenkundig wichtige Sachverhalte, wie eben die Entscheidung von den insgesamt 32 Mitgliedern in den Ortschaftsräten. Ich würde mich freuen, wenn die Ortsvorsteher nachher auch noch ein paar Worte über ihre Meinung zur Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl verlieren könnten. Entgegen mancher bisheriger Gepflogenheiten sollte sich der Gemeinderat das Votum der Ortschaftsräte immer sehr zu Herzen nehmen. Zwischenzeitlich haben die Ortschaftsräte von Fürstenberg, Hausen vor Wald, Mundelfingen und Sumpfohren nämlich einstimmig für die Wiedereinführung der Unechten Teilortswahl gestimmt, und Behla mit lediglich einer Gegenstimme. 31 von 32 Ortschaftsräten sagen somit „Wir wollen die Unechte Teilortswahl zurück“. Die letzten zehn Jahre entwickelte sich erlebbar eine steigende Unzufriedenheit der Bürgerschaft in den Ortsteilen in Bezug auf Mitsprache, Bürgernähe, Informationsfluss und Anerkennung, sowie auf die Respektierung der vereinbarten Verträge.
Im Jahr 2007 hat der damalige Gemeinderat, zwar demokratisch, aber dennoch hoch umstritten und wenig weitsichtig, die Unechte Teilortswahl abgeschafft. Es gibt Stärken dieses Wahlsystems, es gibt Schwächen. Da sind wir uns wohl alle einig. Viele damalige Argumente basierten auf vagen Vermutungen. Erst jetzt haben wir wirklich Fakten auf dem Tisch. Die Befürworter der Abschaffung der Unechten Teilortswahl haben damals mit vermeintlich hellseherischen Künsten behauptet, dass die Ortsteile ohne Unechte Teilortswahl zahlenmäßig womöglich sogar besser im Gemeinderat vertreten seien als mit Unechter Teilortswahl. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten: Die Ortsteile haben immer weniger Vertreter im Gemeinderat. Waren es in der letzten Periode noch fünf, sind wir nun mit zwei Kollegen nur noch zu dritt. Ganze drei Ortsteile mit insgesamt 1.300 Einwohnern stehen nun ohne stimmberechtigen Stadtrat da. An dieser Stelle ein ausdrückliches Lob an den Südkurier, der die Situation grafisch hervorragend dargestellt hat. Bei dieser Entwicklung wird klar, wo die Reise bis zur nächsten Kommunalwahl hingeht. Es beseht die Gefahr, dass wir dann gar keinen Ortsteil-Vertreter mehr haben.
Es geht uns nicht, ich wiederhole, nicht um fehlende Investitionen in den Ortsteilen! ABER: Finanzielle Investitionen in Vereinshäuser, Gemeindehallen und Neubaugebiete ersetzen keine Mitbestimmung! Die Gesamtstadt Hüfingen endet nun mal nicht an der Breg, sondern am Fürstenberg bzw. an der Wutach!
Heute fordert die anwesende Bürgerschaft Bürgernähe nicht nur in Worten, sondern in Taten. Wir haben jetzt die Chance die Unechte Teilortswahl bereits zur Kommunalwahl 2024 wieder einzuführen und anschließend die Goldene Hochzeit zusammen mit den ehemaligen selbstständigen Gemeinden gebührend nachzufeiern. Nutzen wir diese gemeinsame Chance!
Seit den 1970er Jahren gab es in Hüfingen ein sogenanntes Lidl-Lager im Gewann Stetten. Diese Firma expandierte in der darauffolgenden Zeit enorm, so dass die durch die Stadt ausgewiesene Fläche in Richtung Bräunlingen nicht mehr ausreichte. Im Jahr 2003 wurde vom Gemeinderat beschlossen, dieses Unternehmen ins Benediktsholz – besser als Weiher bekannt – an der Hausener Straße außerhalb der B 31 umzusiedeln. Die Ausweisung des neuen Gewerbegebietes wurde von Protesten aus der Bevölkerung begleitet, da durch den geplanten Neubau sehr viel landwirtschaftliche Fläche mit altem Heckenbestand verloren ging. Ein weiterer wichtiger Streitpunkt war die verkehrs-technische Erschließung. Von den betroffenen Anwohnern wurde zurecht bemängelt, dass es zu Mehrverkehr in und um Hüfingen kommen würde. Zum einen wurde eine Umnutzung des alten Lidl Lagers mit weiterer Lkw Belastung befürchtet. Dies hat sich im Übrigen durch die Neuansiedlung eines Möbelauslieferungslagers auch bestätigt. Zum anderen kam es immer wieder zu Falschfahrern der Lidl-Zulieferfirmen, die den Weg durch das Stadtgebiet nutzten anstatt, wie von der Stadtverwaltung den Betroffenen zugesichert, von hinten über die Bundesstraße B 31 zu fahren. Auch die viel propagierte „spitze Kehre“ an der Hausener Straße erwies sich als Flop. Der Bürgermeister hatte stets versichert, dass es schier unmöglich wäre, von der Innenstadt her auf das Lidl Gelände einzubiegen. Auch wurde auf eine „notarielle Vereinbarung“ hingewiesen, die eindeutig regeln würde, dass die Lkws „hinten herum“ über die B 31 also vom Süden her ein und abfahren.
Im Frühsommer 2018 habe ich im Rahmen der Möglichkeiten, welche das Landesinformationsfreiheitsgesetz bietet, die Stadt Hüfingen um Informationen in Sachen Verkehrserschließung des riesigen Lidl Logistikzentrums gebeten. Bereits im Jahr davor – am 6. Februar 2017 – hatte ich unseren Bürgermeister, welcher Jurist ist, hierüber vor Zeugen (Besprechung im Trauzimmer) um Aufklärung gebeten. Nach mehrmaliger schriftlicher Erinnerung erhielt ich am 23. August 2018 Nachricht, dass ich Einsicht gegen eine nicht unerhebliche Gebühr erhalten könne. Unter Protest bezüglich der stattlichen Gebühr von mindestens 319.- Euro beauftragte ich die Verwaltung mir über die einfachen Fragen Antwort zu geben bzw. Einsicht zu gestatten. Meine beiden Fragen waren: Gibt es eine vertragliche Vereinbarung bezüglich der Verkehrserschließung und wenn ja, was steht dort geschrieben?
Danach erhielt ich zusammen mit meiner Frau Einsicht in die vertragliche Regelung, die besagt, dass die Lidl Fahrzeuge tatsächlich nicht durch Hüfingen fahren dürfen! Allerdings wurde mir verheimlicht, mit wem (Firma, Eigentümer) die Stadt die Vereinbarung geschlossen hatte.
Hierzu muss ich erwähnen, dass ich zusammen mit weiteren Mitstreiter*innen bereits 2015 ein Gespräch mit der Geschäftsleitung Lidl geführt hatte und uns dort mitgeteilt wurde, dass der Geschäftsleitung kein Vertrag bezüglich der Verkehrserschließung bekannt wäre.
Da immer mehr Zulieferer von Lidl den Weg über die Innenstadt und nicht außen herum nehmen, habe ich nicht lockergelassen und die Geschäftsleitung von Lidl mehrfach angeschrieben, so z. B. am 24. Mai 2020. Zwischenzeitlich hatte ich am Freitag, den 10. Juli um 17 Uhr ein Gespräch mit der Geschäftsleitung. Der Geschäftsführer sagte, dass sehr selten Falschfahrer gesichtet werden und schlug vor, dass zuerst einmal „gezählt“ werden sollte. Nachdem während unseres Gesprächs plötzlich ein Sattelzug von der Schaffhauser Straße kommend forsch auf das Lidl Gelände einbog, änderte sich das Verhalten der Vertreter von Lidl schlagartig. Nun sicherte der Geschäftsführer zu, sich umgehend um die Angelegenheit zu kümmern. Ein weiteres Gespräch steht noch aus. Ich werde nun die horrende Gebühr zuerst einmal unter Vorbehalt bezahlen und auf die weiteren Reaktionen warten. Anzumerken wäre noch die Frage, warum die schweren Lkws überhaupt durch die Wohnstraßen fahren? Die Fahrzeuge, welche von Blumberg aus südlicher Richtung und von Donaueschingen aus nördlicher Richtung von der B 27 kommen, erhoffen sich eine verkürzte Fahrzeit, da der Weg minimal kürzer ist.