80 Jahre nach der Befreiung

Sogar der Tag ist zu Tränen gerührt

Originalbeitrag vom 7. Juni 2021

Grab von Willi Storch

Treffpunkt ist unter dem Friedhofsbaldachim mit den Glasfensteroberlichter vom BaaremerKünstler Kiss. Schon jetzt verbreitete sich eine spirituelle Atmosphäre unter den Besuchern. Martina Wiemer erntet wie immer, wenn sie von den Donaueschinger Jüdischen Mitbürgern erzählt, bei der Einleitung schon Betroffenheit. Am Grab von Willi Storch, dem einzigen Jüdischen Grabstein auf der Baar, zum Gedenken an einen polnischen, 17 jährigen Jungen, wird es dann ganz still. Als Arbeitssklave in die Ortenau verschleppt, gelingt ihm die Flucht im Hochschwarzwald zusammen mit seinem älteren Bruder bei einem der berüchtigten Todesmärsche von Offenburg mit Ziel Bodensee. Viele Vernichtungsarten und Tötungsarten waren den Teilnehmern schon zu Ohren gekommen. Aber dass diese ausgemergelten, geschundenen Männer und Jungen dort ertränkt werden sollten, das senkt sich bleischwer sehr tief ins menschliche Fühlen. Wochenlange Irrungen bei Nacht, Kälte und Hunger enden erst, als diese Fluchtgruppe von den Französischen Befreiern gefunden werden. Das erste Mal seit ihrer Kindheit erfahren sie wieder Menschlichkeit, berichtet später der überlebende Bruder. Willi überlebt die Torturen nicht. Er stirbt an Fleckfieber im Lazarett Donaueschingen und wird auf dem Stadtfriedhof beerdigt.

Ganz nach altem jüdischem Brauch werden noch einige Steine auf seinem Grabstein abgelegt und dann geht es an den Hochrhein, nach Gailingen.

Martina Wiemer am Grab von Willi Storch (28. Januar 1928 – 21. Mai 1945) in Donaueschingen.

Nachdem das Nerven- und Gefühlsköstüm wieder einigermaßen zusammengerafft und gefaltet ist, betreten wir den Jüdischen Friedhof in Gailingen. Dort empfängt uns H. Krooss, ein Hamburger der in Schaffhausen gearbeitet hat und nun in Gailingen lebt. Er betreut kenntnisreich und einfühlsam den Jüdischen Friedhof in Gailingen. Dort empfängt uns H. Krooss, ein Hamburger der in Schaffhausen gearbeitet hat und nun in Gailingen lebt. Er betreut kenntnisreich und einfühlsam den Jüdischen Friedhof und das Gedenkmuseum an die Jüdische Gemeinde des Ortes und die Schicksale der großen Jüdischen Gemeinde Gailingen, Randegg, Worblingen und dem Hegau, zu der auch die jüdischen Bürger von Donaueschingen gehörten. Abraham Guggenheim aus der Wasserstrasse / Zeppelinstrasse wurde dort auf dem mystischen Friedhof, auf dem alle Gräber gegen Osten , gegen Jerusalem, zeigen, in Würde bestattet. Noch nach Jüdischem Brauch und Ritus und vor dem folgenden, grossen Grauen.


Ungefähr 250 anderen Juden aus diesem Jüdischen Sprengel widerfuhren dagegen unsägliche Torturen, Demütigungen und bestialische Grausamkeiten auf ihrem Leidensweg meist über Gurs nach Auschwitz oder Treblinka. Fabrikatorischer Massenmord und Vernichtung haben Unmenschen an Menschen, beispiellos in der Geschichte, an Frauen, Kindern, Männern und Gebrechlichen mit einer unfassbaren Gefühlskälte und Unmenschlichkeit verübt.


Die Gräber auf dem pietätvollen Friedhof erzählen noch die Geschichte der friedvollen, kultivierten jüdischen Gemeinde vom Hochrhein und dem Hegau. Einzig der Gedenkstein aus Basalt aus dem Jahr 1948 weist auf die beispiellose Menschheitsschande hin. Dort treffen sich jährlich die Juden, die das Erinnern und die Vernichtung ihrer Kultusgemeinde am Hochrhein mühsam aushalten, aus der ganzen Welt und die Nachkommen der weit verstreuten Nachfahren der Gailinger jüdischen aber auch christlichen Gemeinde zum Gedenken.

Da wird es schwer die wunderbare Landschaft dort am Rhein bei Gailingen, Dissenhofen und Büsingen zu bestaunen.
Der bedächtigte Herr Kroos empfängt uns dann noch im Museum für die Jüdische Geschichte von Gailingen und überlässt uns dem Besinnen bei der Betrachtung der gelungenen Dokumentation. Die einfühlsame Darstellung und Beschreibung mit Bild und Text bringt einem die Lebenswelt dieser lebendigen Gemeinschaft subtil näher. Nur ganz wenige bedrückende Hinweise regen zur Erschütterung an.

Da ist die Familie, die in gutem Glauben, dass ihre beiden Kinder, 5 und 10 Jahre, ein paar Tage später wie die Eltern auch über die Dissenhofer, überdachte Eichenbrücke in die Schweiz dürfen, um dann gemeinsam die genau vorbereitete Flucht nach Palästina antreten zu können. Tage später wird den Kindern der Durchgang verwehrt. Der jüngere stirbt in einem Heim. Die Eltern tragen ein lebenslanges, gewaltiges Trauma in ihrer Zuflucht Israel durchs Leben. Oder der christliche Feuerwehrkommandant, der verhindert, dass eine Familie dem Pogrom zum Opfer fällt. Oder der Nachbar, der unter Todesverachtung religiöse Kultgegenstände und die Thorarolle im Garten vergräbt. Beschwerden wegen des im Hegau legendären fasnachtsähnlichen Festreiben der Jüdischen Gemeinde werden vom christlichen Kirchengemeinderat als harmlos und brauchtumsgerecht abgeschmettert. Nur eine einzige Konzentrationsbaracke ist zu sehen, keine Gräuelbilder und lebende Leichname. Gutes Museum dieser Art kommt ohne Ermahnungen, ohne den Zeigefinger aus. Allerdings muss man sich auch darauf einlassen, mental und emotional.

19.9.1948 aufgestelltes Denkmal für die 1940 nach 
Gurs deportierten Gailinger Juden.“לברוך עולם
„Zum ewigen Gedenken an die Gailinger Juden
welche am
22. Oktober 1940
deportiert und in den
Konzentrationslagern
ums Leben gebracht wurden“

Wenn man beim Ausgang glaubt, man sei dieser Geschichte zunächst entronnen, erfordert die Stehle am gegenüberliegenden Synagogenplatz mit den fast 300 israelitischen Namen der Vernichteten aus dem Jüdischen Sprengel, noch mal eine Herausforderung und große innere Stärke.



Den Gailinger Jüdinnen und Juden, die am 22.10.1940 ins Lager Gurs und später in die deutschen Vernichtungslager des Ostens deportiert wurden, zum ewigen Gedenken und den Lebenden zur Mahnung.
In der langen Nacht der Schoa von Menschen am Menschen getan.

Au des no

1. Version vom 8. Juni 2022

Fulgurit oder Blitzröhre


Des klei Muckeseckele vu me Virus frisst sich dorch die halb Welt, e Wasserwalz walzt a de Ahre alls platt, de Boris verzockt de Queen s Tafelsilber, de Kathole vertlauft s Personal und d Kundschaft, Schanzepfuscher verkaibet de guet ruf vum Waelderwald, scho wieder morkst en Holose Menscheschinder, Fraue, Kinder und Babuschkas ab, über Hungersnöt wie beim Stalin kaa der nuu schaebig grinse und d Aesche vum Pazifismus word grad im Schwarze Meer grosszügig uusgsaiet.


Und jetz au no des:
Grad wo mer sich im Wälderwald über die Urgmütliche, unterhaltliche Mühlefestli am Pfingschtmäntig freit, hauts am Obet vorher no bittlos inni. A de Öhlermilli i de Schildwendi hond s Fürderers, die guete Seele Maria und August mit de treue Helfer, alls wie immer nett und fürsorglich für de Mühletag am Pfingschtmentig grichtet.

Am Pfingssunntig zieht z mols e sau Dunderwetter über de Fürsatz is lieblich Schildwende Tal. Nochdem mer mont, es sei alls rum, krachets nomol gwaltig. Des gihts villmol bei “ positive“ Blitz. De Bode isch immer no spannungsglade und zieht vu dem abzogene Gwitter wie en Magnet, wie en Klammhoocke, doch no en Blitz aa. Und derlei Iischlaeg sind denno bis zu viermol so ghörig wie die normale, die sogenannte „negative“ Blitz.

On vu dere holose Sorte isch am Obet vor em Fescht in freie Waidberg vu s Fürderers oberhalb vu de Öhlermilli i d Matte iigschlage.


Sechs Kühe und fünf Kälbli sind absiits unter me Bomm gstande. Die mehrere hunderttausend Volt hond dene Vierbeiner wege de Schrittspannung blitzartig s Lebensliecht verloesche lau. Naehrmert im Wald kha sich erinnere, dass uffs mol so viel gütige, segensreiche Tierli umkumme sind. Und des ohne dass de Blitz direkt in mächtige Unterstands- Bomm ghaue hät, sondern i die frei Matte. Und uff s mol taucht wieder de Mythos vum Fulgurit, diesell ganz rar Blitz- Glasröhre uff.

Fulgurit

Noch sellem Muschter soll im Altertum s Glasmache aagfange haa. Zur Erinnerung a die uuschuldige Tierli isch amend en Fulgurit am Iischlagloch vum Blitz i de matte entstande?


Und no ebbis troomt eim:
Het des granate Gwitter nit paar tausend Kilometer gege Oeste uff dem platz mit dene farbige Zwiebeltuermle aabi gau kinne?

Allmaehlich daets mol lange mit so gruusige Storiax.

„Bläsi“ Glasbläser auf dem Dorfplatz Wolterdingen von Wolfgang Kleiser


Fulgurit oder Blitzröhre

Vielleicht ist dieses ganz neue Objekt in den FF Sammlungen Wolterdingen in 50 Sachen 1000 Jahre alt, vielleicht 20 000 Jahre oder noch viel älter. Denn es ist aus dem fast unvergänglichem Glas. Es ist nämlich Naturglas. Die zweite Form von natürlichem Glas neben Obsidian. Se ipse sculpcit. Schon das von Menschenhand gefertigte Glas ist fast unvergänglich. Nur vom natürlichen Glas übertroffen.


Wie also entsteht Fulgurit täglich, jährlich immer noch , oder wie ist unsere wertvolle  Blitzröhre entstanden? Die meisten der seltenen Fulgurite findet man mit viel Glück  in den grossen Sandwüsten. Aber auch in sandigen Quarzböden. Unsere Blitzröhre stammt von den Capverden, einer berüchtigten Gewitter Ecke im Atlantik. Aber die Weltinspiration, der big bang der Glasherstellung fand im Vorderen Orient statt. Die Orientalen wunderten sich über immer wieder im Dünensand anzuteffende, astartigen, knorrigen Gebilde, Skulpturen die in der Mitte Rohrkanäle aufwiesen. Bis eines Tages neben oder vielleicht in eine Karawane ein Blitz bei einem gar nicht so seltenen Wüstengewitter einschlug.

Da Kamele auf vier Beinen zu stehen pflegen, war die Wirkung wegen der Schrittspannung üblicherweise  verheerend. Direkt an der Einschlagstelle aber entstand im Sand ein Krater aus dem ein Art Aststrunk herausspickte. Der hatte diese skurrile Röhre im Zentrum. Heureka, hätten Griechen gesagt, wenn sie dabei gewesen wären und überlebt hätten. Die Orientalen aber sagten: „Jetzt haben wirs endlich kapiert“ . Wenn wir jetzt den Quarzsand erhitzen, dann können wir Glas machen. Steinkohle für hohe Schmelztemperaturen gibt es im Orient durchaus im offenen Tagebau. Mit Holzkohle wirds schon schwieriger. Das klassische Kohlenmeiler Land ist der Wüstenorient eher nicht. Aber bald haben sie es gecheckt, dass Beigaben von Naturnatron aus Gruben bei Alexandria den Schmelzpunkt von dem Quarzsand deutlich senkte. So bekamen sie früher eine Fritte, eine Glassuppe, eine Glasschmelze, eine Glasmasse erschmolzen.  Daraus machten sie zuerst Glasperlen und Ringe in Tonformen gegossen. Bald folgten in Tonformen, in Modeln gegossene Schalen, Becher und Teller. Jetzt fehlten nur noch amphohrenartige Hohlgefässe. Entweder sie mussten noch die Bronze- und Eisenzeit abwarten um Glaspfeifen zum Glasblasen zu verwenden. Es ist den pfiffigen Orientalen aber auch zuzutrauen, dass sie feuerfeste Blaspfeiffen aus Ton benutzten.

Inspiriert wurden sie auf jeden Fall von den Hohlblitzröhren. Was der Blitz kann, das kriegen wir auch erschmolzen und geblasen.

Weltwirtschaft gab es Zoll frei und  erfolgreich lange vor Trump. Luxus hatte seinen Preis, insbesonders bei den feilschenden Basaris, die den Luxushändlern vom Mittelmeer die begehrten, exquisiten, Guccimässigen Glaswaren verkauften. Hochpreissegment lockt aber auch Nachahmer und Werksspione an. Bald hatten die Römer, Griechen, Marseiller und Venezianer den Trick auch raus. Und es war nur eine Frage von kurzer Zeit bis die Wahlen, Kobolde und Veneter die Glasmacher Kunst auch in den Silva Nera brachten. Denn dort waren die Voraussetzungen, die Rohstoffe und Märkte bestens geeignet. Lediglich das Natron aus Alexandria fehlte. Aber das ersetzte man durch Potaschegewinnung aus Farn und Laubholzasche. Auch aus unserem Laubenhausen?

Vielleicht verstehen wir jetzt die fundamentale Bedeutung für das Wunder des Glases von diesem unscheinbaren neu ausgestellten Objekt, diesem Fulgurit. Nicht nur der Name hat Poesie, erst recht das zierliche, verquarzte Ding Nr. 51. Wie sagt Neil McGregor: Anhand derartiger Artefakte kann man ihre Poesie und Seele geradezu  ablauschen.

Amalgam, Gottfrieds Lade, Uhremacher Riehle und Getti Beppi Kramer

überarbeiteter Beitrag vom 16.02.2021

„Hai,Hai,los, mirgond„

Uugeduldig ruefts dorchs Huus im Lassberg. „ Heinz, jetz sind er frisch aazoge und scho wieder dappsch i die onzig Drecklache, s Hubertle häsch au verlättertet, zienet frische Kniestrümpf aa ! dass mer eich z Hifinge zoege khaa. Hond er Zai fescht bürschtlet und d Fingernägel putzt ? Dorle , du nimmsch d Mechtild a d Hand, ab gohts. Mir gond, jetzt laufet zue bigott“. Die Fünf Mauze hoppet gattig am Rothuus vorbei gege de Bahhof. Dä gohts über de Iisesteg a de Labrante, geg de Schützeberg mit em Pavillion, em Bellvedere. A Aamedshofe vorbei verzellt d Motter no die Gschicht vum Viktor v. Scheffel über de Jüngling, Kreuzfahrer und Maidlischmecker Juniperus, der mit dem Sevelpalme. Und scho sim mit dene kortzwiehlige Gschichte vu de Motter, vum Klärle, am Schächerkäppele. Wie sichs für e streng liberal- katholische Famile ghöhrt, word dä no e Vater Unser und e Gegrüsset seist du Marial betet. Au dä verzellt d Motter, e halbe Hifingerei, die Heiligegschicht vu de Schächerkapelle und die Sage vu de Schächerkatz dezue. D Mechtild isch noch dem lange Weag scho ganz schee muuggig und drum muess sie de wuselig Heinz, dem goht de Moscht nie uus, uff de Buckel nähe und bis zum Onkel Ernscht i de Eschingerstroos trage. Dä word gschellet und es giht e gross Halloo. De Onkel Ernscht kunnt uussi, de Sohn, de Siegfried, d Tochter , d Tante Anny und de hinter, e weng hännefiddlig, d Tante Else, d Frau vum Ernscht. Sie isch e Sächsin bei Dräsden und liidet drum als derartige Fremdsprochlerin ziemlich im Huuswese und im Boor- Städtle. De Onkel Ernscht isch en erfolgriiche Zahnarzt, en Dentischt, und de Sohn Siegfried hät au scho e Behandlungszimmer im Huus und unterstützt scho anerkannt und globt de Vater Ernscht. Hifinge und halb Eschinge goht wegem guete Ruef und de nit ganz unumstrittene vergangene Beziehunge zum Kamerad Ernst Kramer gi Zai mache lau. Gi s Klavier richte lau, wie mer au salopp sait. Die jung Tante Anny, d Tochter vum Ernscht, isch au mit eme Zahschlosser verhierotet, mit em Preise Karl us Aamedshofe. Die beide triebet au scho erfolgriich e Dentischtebuddi z Blumberg um. Dä, im Schmelztiegel der Nationen uff de Boor, gihts i de Mühler, me kennt au sage i de Muhlsteibrüch vu dene Bergwerks- Haudege, fascht soviel zum Bohre, wie zu de Doggererz Bergwerksziit z Blombe i de Doggererz- Stolle. E guets Gschäft für Zahschlosser isch au de legendär und berüchtigt Boxclub Blumberg. Vu dene Max Schmeling Nocheiferer hät kaum no on die vordere Zai. Also vill Arbet für de Karl mit Gebiss mache. Im Geld aber muess er bei dene Schlawacke aber immer schwer hinnedriirenne.


Else, Amalgam aariehre ! aber zack, zack !

„So Klärle, wen nemmer mer z erscht draa ? Guet, die klei Mechtild. Die andere sollet in Garte, d Anny isch au grad uff Bsuech, no kennet sie mit em Ingridli spiele„ Dä, im pflegte und schee möbilierte, herrschaftliche Garte stond Schaukle, Sandkäschte und Spielsache die iis immer e grosse Freud und Spass machet.
Iiseri Kleini nimmt im grosse Patientestuehl platz, d Motter hebt ere eweng s Händli und hät e frisch, wiis Sackduech parat. De Onkel Ernscht nimmt uff me Art Baarhocker, der mit feinem Leder beschlage isch, platz. So Baarhocker wered später mol, wie mer no sehne wered, au e grosse, uusägliche Liedeschaft vum Onkel Ernscht. Drei, vier Zängli. silbrigi Hääckli und e winzigs Spiegeli leit er z reacht, de riesig Lampebolle word aaknips und de schattelos Strahl uffs Muul uusgrichtet und des Bohrergstellaasch word uusmöbiliert. Der Bohrergalge mit 2-3 Glenk, mit silbrige spiral- Triebrähmli und eme handliche Bohrfuetterhalter isch s angschiiflössend Gschierr i dem Raum und macht en sorrige, giigsige Contertenor- Ton. „ So , mach mol s Muul uff, Kleini, ganz guet, do hät s Klärli als Zahputzgendarm guet gschaffet. Aha, koe onzig Loch, dir momer nuu eweng Zahstoe abschliefe.“ Jetzt kunnt des Bohrergstell i Iisatz, es fangt a i hohne, gruusige Tön zum Sorre aa. En Polierbohrer word iigsetzt und eweng a de Zähnli ummegschrupperet. „Guet isch, Maidli, Klärle, kaasch se abilupfe, bisch Tapfer gsii. Gang ussi in Garte zum Spiele. Bring mer de näscht, Klärle“ Jetzt kumm ich draa und e weng goht mer s Klämmerli scho. Wieder die gliich Prozedur, aber desmol endeckt er e Loch. „ A4, obe, Else riehr Amalgam aa ! Uffpasse Biebli, jetzet bohremer e klei weng, Mosch ganz tapfer sii. So des hetemer, no verputze mit Amalgam und denno kaasch wieder Eis und Malzer schlecke uhni dass es die im Muul elektrisiert. Klärle , s Näscht “ Au beim Dorle find er nuu oe Loch und sie isch sowieso die Geduldigtscht, Liedensfähigscht und Tapferscht vu de ganz Famile. Au hit no. „Heinz du Strolch, kumm inni, häsch wieder d Maidli zwickt und pfätz und ploget, du bisch doch en Oberbandit“ De Heinz gilt als hertgsottene Eisefuess i de Stadt, dem nähmert z Noh kumme derf. Er wacht über iiseri Maidli und au über mich wie en scharfe Hofhund. Aber uff em Zahnarztschragge isch er en Hoseschiesser. De onzig wo drääset und joomeret und kum stillhebt. Natierli hät er, halt au eweng disziplinloser bim Zaiputze wie mir andere Kinder, gar zwei Löcher wo bohret, gstopf und verschliffe were mond. Sogar de zäh und hertgsotte Onkel Ernscht isch froh, wo ner den scharrige Satansbroote ab em Stuhl hät. Bei de Cousine Klärle muess au nuu Zahstoe grasplet were. Dass de Vetter Ernst gearn eweng noh a de Wiiber aalohnet und sogar vor de nette, mit keltischem Uusähne uusgstatte Cousine, die warm Nähe suucht, des büglet s Klärle couraschiert ab. D Sächsin „Äelse“ moss des all im Hintergrund vielmol aagucke und liide. „Jetztet goht s no in Garte, Else, mach dene Kinder no en Kakkoo, bring en siesse Silberperle Sprudel und Breetli. Siegfried, lass emel noo und kumm au uussi, wenn s Klärle scho mol do isch“ Silberperle Sprudel gihts nit all Tag und so gueti Breetli vum andere Bue vum Onkle Ernscht, vum Konditor Karl- Heinz, des isch erscht reacht en seltene Gnuss. So isch de erscht Bsuch z Hifinge scho e Freid und e unterhaltsams Erlebnis.

Beim Vetter Gottfried im Lade:

Die ganz Bandi rennt jetzet frsich gstärkt die paar hundert Meter geg s Städli. Dä am Peterstörle, wie mer dere Engstell zwische de Kirch St. Verena und em Schoofbuechelade sait, stürmemer de Kauflade vum Onkel Gottfreid. „Ja wa kunnt denn do, Gute Tag Bäsli- Klärle, bisch wieder mol mit de ganze Bagage do z Hiefinge. Hai kumm inni und verzell mer s Neischt vu ei und us Eschinge. Verena, bring dene Kind en Sprudel und e paar Malzer. Im Klärle e Likörle und mir en dopplete Rossler. Soso. Bim Ernscht warteter scho. Du, guck emol, do hanni no e neis Biechle; „Mi Boor mi Hoemet“. Des schenkt i der, no hät de Frieder au ebbis zum Lese am Obet, wenn die ganz Kinderbandi im Nescht isch. Ah soo, jetzt gond er zerscht no zum Riehle Wilhelm ums Eck ?, Schee dass er do waret und de Vetter Gottfried nit vergesset. Also Adee, bis denno wieder im Herbscht“.


Uhrmacherluupe, Holzfuess, Ohreringli bim Wilhelm Riehle i de Weitegass:

Die ganz Bloos rennt jetzt ums Eck ummi i d Weitegass zum kleine Lädeli vum Uhremacher Wilhelm Riehle. Des isch de Haus- und Hofuhremacher und Lieferant für Kettli, Kriezli, Uhre und Schmuck für die ganz Familie. I dere grosse Familie gihts ständig Geburtstäg, Kommunione, Taufe , Feschter, Firmunge womer ebbis netts und uuvergänglichs zum Schencke hät. D Maidli grieget Ohreringli, wo mer Löchli steche muess, zu de Kommunion en Roskranz oder au vu de Oma e goldene Uhr und zu de Firmung e Kriezli mit eme goldige Kettle. Hit sticht de Riehle, desell hät immer so e Uhrmachluppe i om Aug innizwickt und en Holzfuess,e uuseligs Kriegsaadenke, de kleine Mechthild Löchle i d Ohrläppli, weil des Äffli zu Oschtere die erschte Ohrringli grieget. Er huckt uff me runde, oefiessige Drehstuehl am Fenschter zum Liicht und käsperlet präzis und feinfühlig a ere Sackuhr ummenand und isch umgähe vu winzige Werkziig, Schruubezierli, Pinzettli, Zängli, Zahrädli, Lupe und Pinseli, die alli uff me Samett- Teppichle akkurat parat nebeenand lieget. D Mechtild word e weng abglenkt vu de Motter und scho hät de Riehle s erscht Ohrläppli gstoche, es rennet zwei Tröpfle Bluet uss und denno kunnt au s ander Orläppli draa. Tapfer hät des Maidli stillghebt und nuu paar Tränli rennet am Bäckli abi. Hoffahrt muess halt au liide. So, au des vum Hifinger Bsuech isch erlediget und me verabredet sich uff de Ostersamschtig zum Uussueche vu dene Ohrringli. D Ladeschelle macht Ding – Dong und mir wetzet gattig devuu.

Tante Emme und de Getti Wilhelm „Beppi“ Kramer, de letscht Städlibuur.

Zum näschte Bsuech sinds nuu paar Schritt ums Eck ummi, i de Süess Winkel, zum Getti vu de Motter Klare, zum Wilhelm Kramer oder, wie er im Städtli hoesst: Zum Kramer Beppi. Desell isch on vu de letschte Städlibuure, der all no kon Kramer 13 PS Alleschaffer hät und all no mit de Stier und Kuhefuhrwearch uffs Feld, gi Heibe und Öhmde, Herdepfelhacke und Mische uusfahrt. Bis er uff de Äcker mit sim klepprige Iisereife- Loeterwage a de Lorete oder am Siirebrinnili isch, sind die andere Buure mit ehrne neie, naglende Diesel- Bulldogg, mit Gummiwäge draa, scho bi de zweite Fuhri. De knitz und boemager, en Hämpfling isch er, de Getti Beppi. Er wohnt im zweite Stock im Kramer- Eckhuus und gegenüber vum Gässli isch sin Stall, wo er die klepprige Wäderkiehli, de Stier, e paar Goesse und Hiener iiquartiert hät. Es isch e hohlose Buureschafferei, bei dere er vu de walküreartige, on Kopf grössere wie de Beppi, de Tante Emme, e gebürtige, Döggingerei, fliessig und schaffig unterstützt word. Statt „suscht“ sait sie „suss“, wa ere i de Familiechronik de Übername „De Suss“ iidrait. D Tante Emme und de Beppi hät gwisst, dass die ganz Eschinger Bagage kunnt und uff Punkt Zwölfi hät d Tante Emme en grosse Hafe selbergmachti, dampfende Nuddlesuppe uff em Tisch. Dezue gihts alls us em oegene Huus- und Buurewese: En grosse Krueg kühle, frischgmolkeni Milch, wahrschienlich vum beschte Kühli, de Alma. Dezue en Riebbel Buurebrot mit eme wunderbare Guh und mit frischem Anke, wo no Wassertropfli bim Striiche uussispritzet. Die Beide sind kinderlos und hond für die ein- zwei Stunde, wo die ganz Bandi im Huus ummistricht, e grossi Freid. Sind aber au froh, wo wieder bald die gwohnt Ruhe is Huus iikehrt. Oe Attraktion isch im muffige Untergschoss: en alte Webstuhl vu de Vorfahre, die alli Weber waret und dene ihr Webgstellarsch de Beppi no i Ehre haltet, bis es bald emmol no ganz vermauchet isch und verkheit. Zum Abschied griegt jedes Kind no e greichte, duftende Brotwurscht als Wegzehrung und wieter gohts mit Karacho gege s Spitaltor.


Friedhofsbsuech

A de Bregbruck, korz vor em Friedhof, word natierli, wie sichs für e fromme Familie ghört, no schnell e „Gruesst seist du Marie“ vor em Heilige Sank Nepomuk bruddlet. Desell soll helfe, dass s Städtli nit bei dene Breghohwasser absuuft. Helfe duets aber doch nit all. Uff em Friedhof wered no alli Gräber vu de Hifinger Vorfahre bsuecht. D Motter woes gnau wo die alli lieget und a jedem Grab word no mit em alte Rasierbemsel oder eme Sevelpalme , wo im Weihwasswerkesseli a jedem Grab liet, e „Ruhe in Frieden“ gmurmlet und drei mol Weihwasser bemslet.


Bim Onkel Karl i de Autowerkstatt und de Tante Idde und de knorrige Tante Marie, de Kramer- Engländere.
De buebegrechtescht Bsuech stoht jetzt no aa. Bim Onkel Karl, im Opel Autohaus und Tankstell Schmid i de Schaffhuuserstross dürfet d Buebe mit em güetige und geduldige Onkel Karl eweng dorch die verölt Werkstatt muuse. Dä schmeckts noch Altöl, Gummi, Benzin, Schweissapparat und Kompresser Luft. En Opel Kapitän, en Opel Record und en Gogo hät er grad uff de Hebebühni i de Kur und giht de Gselle und Lehrbuebe Aawiesung, wa sie schruube mond, nochfille und iistelle sollet. D Maildi sind scho bei de Tante Idde und de Grosstante Marie i de guete Stubbe gie en Kakoo trinke. D Töchter vum Karl und de Idde, d Helene und d Elisabeth, hond Tankstelledienst und kennet nu ganz korz emol i d Stubbe innischaeche und eweng wunderfitze, wa die Eschinger Bandi so triebt. Und i jedem Kind schenket sie e Relleli rappeschwarze Bäredreck us em Tankstellekiosk. Natierli zogatet mer wieder über de ussergwöhnlich Uffenthalt vu de Tante Marie in London, wo sie als Junge Frau i „Stellung“ bei riiche, brittische Gschäftsliit war und ganz guet Oxford Englisch glehrt hät. D Motter kaa au no eweng Englisch und giht genauso mit e paar englische Sätz aa , wie d Tante Marie. Des hond beidi scho manchmol hoffährtig uussighängt. Und natierli hät d Tante Marie und Tante Idde verzellt, wa de Bue Ritschert und d Selma, die Uswanderer gi Amerika , gi Tomaston/ USA, so alls triebet und wa de Enkel- Bue, de Ritscherd- Wendelin II so macht und ob und wenn sie wiedermol i d Hoemet kummet zum de Uhrehandel mit Old Germany am Lebe z haalte.

Hoem gohts mit em Bregtäler i de Holzklass

Mensch war des wieder en Tag do z Hiefinge bei de Verwandschaft. Wieder vill erfahre, vill vu de Verwandschaft mitgriegt, d Werkstatt mit dem Riesbolle vu Auto, em Opel Kapitän, erlebt und vor allem die Stroriax vum Onkel us Amerika stolz genosse und und im Kopfkino uusgmolt. „Wa du häsch en Onkel z Amerika“ wäret sie Morge i de Schuel wieder frooge und erhabe und aageberisch saisch denno: „ Yes, his name is Ritscherd Kreimer“.

Weil alli ziemlich kaputt sind gomer as Hifinger Bahhöfle und passet der Bregtäler Arbeiterzug um Fievi ab, wo scho Arbeiter us Briilinge hucket und no e ganze Horde vu Sägwerksarbeiter vu de FF – Holzwerk uff de Fierobetzug wartet. D Motter moss no e Familiekärtli für so uugfähr Oe Mark am Schalter löse, bevor mir iis mit de Sägwerker zemet i de Bregtäler innizwänget. De Motter machet die noch Holz, Sägmeahl, Schweiss und Carbolineum stinkende Holzwürm uff eme Holzbank platz und mir Kinder stond im Gang, hebet iis a de bäppige, schweissige Lederrähme , die vu de Decke abi hanget und sehnet nomol d Schächerkapelle vu hinne, z Amedshofe d Juniperusquell, am DJK Platz de Lokfriedhof, denno s Drehkriez am Lokschuppe, de Steg a de Labrante vu unne und s Stellwerk am Eschinger Bahhof und scho simer wieder dehoem.

Jo so, wars, des mit em Almalgam, em Sprudel, de Nudlesuppe, de Brotworscht, em Ohrläpplisteche, em Holzfuess vum Riehle, em Benzinguh und em Bäredreck vum Tankstellekiosk und em Onkel us Amerika.

Heuernte in den 1930ern

Quelle: Historisches Filmmaterial aus dem Nachlass von Ernst Kramer. Die Veröffentlichung dient ausschließlich der Dokumentation der Hüfinger Ortsgeschichte. Sollten Rechteinhaber Einwände haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung.


Solex statt Rolex versus Rupaner Luscht

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

Beitrag vom 2. September 2020

Studenteziit
S` giit nu on Ort uf dere Welt
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Student do z`Konschtanz glebt han

Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse

Ruppaner Gluschte, oder: lieber Solex statt Rolex

„Willste nischt mein Solex, kannste für n Fünfzger ham“
S isch uugfährt anne 1972 und de Studiekolleg Peter Korb, en Nordhesse , trinkt halt sooo gern Ruppaner Bier. De Peter isch dietlich älter wie mir und de onzig verhierotet i iisere Booremer Landsmannschaftrundi z Konschtanz. Er hät scho zwei Kinder, d Pia und de Thilo, und sie leidplogeti Frau isch d Isolde us Trossinge. S Wocheend stoht aa und es isch Friitig Mittag. Mir Booremer Jungmanne gont meistens noch de Vorlesung am Friitig Mittag hoem. Dehoem wartet s Kicke, s Schifahre, d Skatrundi bim Zinke Franz im Büergerstübli und die Eschinger Kumpel zum uff Feschter gau oder au gi Bade, Wandere, Klettere oder Bergstiege.


De Peter hät e rots Velo Solex, die Solex Farb isch ziemli selten und des Mofa, des Motor- Fahrrad wies uff Behördediitsch hoesst, isch z Allemannie au dämols scho e Rarität. De Peter häts vum Saarland, eme Diitsche Velo Solex „Hot Spot“ , dät mer hitzutag sage, gi Konschtanz herbroocht und isch demit vu Wollmatinge all Tag ad Ingenieurschul am Rheinsteig gfahre.
Iiser Allemannie isch halt ziemli bucklig, nu z Friiborg, Lörach, Offeborg, Konschtanz kummt mer mit nuu 0,7 PS grad so uus. So wenig PS isch ver des krumm und bucklig Land zum mit so me Mofa ummenand z Kessle oefach z mickrig. I iiserm Gai, bsunders im no buckligere Schwarzwald , bruucht mer scho 3 – 5 Ps oder gar no meh, dass mer die Bickel und Halde uhni mittrette uffikunt. Do sind ebe NSU- Quickli, Zündapp, Hercules oder gar, für die ganz Schnelle, Kreidler Florett gfrogt. Die Kärre derf mer ab 16 Johr mit em 4-er Füherschii scho legal fahre. Vorher natierli scho schwarz uff de Wald und Feldweag. Oder au z Nacht i de Stadt, wenn d Plenker, wie d Polizei im Jugend- Jargon hoesst, im Adler hucket und Skat spilet und on Halbe noch em andere suufet bis sie um 1:00 mit em Opel Kadett oder NSU TT hoemfahret. Oder sie lond sich vu de Kollege uff Streifefahrt hoemfahre. Wenn am andere Morge de Streifewage verkotzet war, wars natierli der verkumme Landstriicher, den mer, kanonevoll vu billigem Fusel, i d Uusnüchterungszelle, penibel uff me Rodel protokolliert, broocht hät. Dass mer de Kolleg, de Kumpel au voll hoembroocht hät, des stoht dä uff dem Protokoll natierli nit.

Noire Traditionel

Vu de Studentestadt Friiborg, wa jo au ziemli noh a Fronkreisch liit, hät mer nebe Baquett, Gauloises, Gitanes und Absinth die Solex- Mopedle au scho kennt. Uff de Boor dierft dämols fascht koe onzigs ummenandpufferte sii. * So wie hit eigentlich immer no.


„La mi mol fahre „ sag i zum Peter und fahr grad mol de Rheinsteig uffi und aabi. „Du musst nur an dem Hebel über dem Kolben den Motor aufs Vorderrad legen, und paar Mal treten, dann schnurr das Ding gleich los, wenn de Halten willst, musste nur einfach bremsen“. “ Wo isch do denn de Gangschalter und d Kupplung ?“ frog i de Peter. „Das Teil hat keene Schaltung und nischt mit Getriebe“. „Und wa bruuchts Spritt ? , nur 1,2 Liter Mischung uff Hundert Kilometer ? und es rennt tatsächli 35 Sache uff de Ebene ? also guet, ich nimms. Do häsch den Fuffzger„.

Den han i grad als Vermessungsghilf am Wocheend mit em Bodo Hüttemann zämet beim Luftbildkartiere verdähnt. Ab jetzt fahr ich 2 Johr lang nimme mit em Rote Arnold, dem Konschtanzer Stadtbus, vum Bismarkturm z Wollmatinge an Rheinsteig, sondern mit em rote Ur- Solex. Am Dunschtig Nacht, wenn mir Booremer zum Wocheuusklang dorch d Niederburg , is Wiiglöckle, de Franz- Fritz, de Baarbaraossa, de Stefanskeller und s Grenzstübli ziehnet, fahri meischtens au mit paar Promillili und e paar Schlangelinie wieder hoemezue mit em Velo Solex. Beide ziemli volltankt. Wenns ganz hoess isch am Mittag und konni Klausure uumittelbar aastond, au as Hörnle oder s Kuhhorn gi badde und de Linzgazer Maildi zuegucke. E Solex isch e prima Gschier, des merk ich schnell und gniess sell während dere einmalige Konschtanzer Ziit ganz dietlich. Der Fuffzer war guet aagleit und de Dreschflegel kalberte immer no uff de Bühni: Denn zwischeziitlich dät ich wiit über en Tausender in €, wohlgmerkt, für des Solex griege. * (Z Eschinge soll oes gschnurr sii, bim Schneider Jürgen.) De Peter, der leider vor paar Woche, erstuunlicherwiis nit a Leberzirose, gstorbe isch, hät den Fuffzger zum Leidwese vu de Isolde bestimmt am gliiche Wochenend dorebroocht, versoffe und amend au verwieberet. Wenn d Isolde Glick ghet hät, isch er ihre am Sunntig Obed nit an Geldbeitel gange und hät ere de letscht Fünfer au no versoffe. Uff jede Fall war der Fuffzer für ihn uuwiederbringlich fort. Uneintreibbare Aussenstand im Gegesatz zum mim guet aagleite Fufzger Iisatz.


50 Mark, 50 Kubick, 50 Johr

Woni no wieder dehoem uff de Boor war, han i Fortbewegungsmittel mit 4 Räder bruucht und dietlich meh PS und höhere Gschwindigkeite. Baustelle und Projekt hinter Villinge, im Ostschwarzwald, später im Breisgau , im ganze Südweschte und no später z ganz Diitschland, kaasch mit em Solex hal oefach nimmi abzuckle. S Rot Velo Solex isch in Schopf kumme und d Spinnehuddle hond e Freud ghet und e wunderbaar Grundgrüscht für ihre wunderbare und mystische Netzwerk und Traumbilder.


Wonni denno nimme so vill und so schnell i de Gegend rum pforre han miesse, isch mer des total iigwobbe, abgschosse , verbleicht Solex wieder mol i d Pfote groote. Erinnerunge sind uffgstige, de Fuffzger, de Peter, die Baizetoure dorch d Konschtanzer Altstad und die nächtliche, kurvige Hoemfahrte mit dem gattige Schnurrerle. Mit em Handfeger kurz d Spinnehuddle abpinsled, guckt ob no Mischung drin isch, e wenig nochgfüllt, d`Michelin Reife nuu e klie weng nochpumpt, 10 -20 Meter aagschobe und: aatrete und : tuck, tuck , tuck, brumm, brumm, brumm, brrrrrrrr, es rennt. D Mickene dont au grad no. 35 Johr isch es gstande, so 60 Johr alt und immer no, oder au wieder Kult. Über 6 Mio. mol hond d Franzakke des Kärreli baut vu 1947 – 1982. Ganz oefach, genial, ohni Gang, Getriebe, wartungsarm, guet reparierbar sogar für uuerfahreni Schruuber, halt so wie au die Ente, de 2 C V au. Denno war es zmol altmodisch, untermotirisiert und nimme gfrogt, nimme verkaufbar. De VW Käfer isch übrigens nuu 3 mol soviel baut wore, nämli so 20 Mio. mol weltweit.


Sonnen König

Wa aber mol Kult war, kunnt zruck, word wieder Kult, fascht wie vu Geisterhand und über Naacht.
De Rote Renner han i nit nuu abgstaubt, sondern au eweng uffgmöblet, gschmiert, gwartet, iigstellt, putzt. Es rennt wieder wie e Örgeli und hilft mer beim Milch hole bis Schrenke- Michbuure am Weiherbach, bim Pilzsueche am Halleberg, bim im Wald und Feld ummistruehle und zum is Kino an Riepleplatz gau, wenn s Guckloch unter dene umtriebige Manne unterm Henry Probst au Kult zoeget, nämlich Kultige Film wie jetzet am Friitig Obet: „25 km/ H“ en wunderbare, poesivolle, amüsante, unterhaltsame, ehrlich gspielte Film über zwei schreege Kerle, zwei Brüder, die i de Jugendziit devu troomt hond mit ihrne Moped emol vu Villinge a d Ostsee z Fahre. 30 Johr später als Mitlive- Latschi machet sie den überzwerrissne, gattige Fortz, nochdem sie de Vater beerdiget hond und alli Vernunft und Aapasstheite für paar Tag über de Huufe werfet, oefach spinnig überbockle lond.


Irgendwie bin i jetzt am überlege, ob i des denne nochmache sot. Immerhin han ich zwischeziitlich e Uuswahl vu vier fahrbereite, guete, original- verschiedefarbige Velo Solex. S Rot, s verbleicht, abgschosse, des bliibt wie es isch. S word nit hochglanzpoliert, gstrieglet und bieglet und uffgmotz zum Poose und Aagähe. De Guu vu de sparige Benzin- Zweitacktölmischung muess mer i de Nase schmecke kinne, d Auge mond vu de matte Patina die gattig Ziit vu de 69- er, 70 – er Johr, vu unsere unbeschwerte, pralle Jungmanneziit ablese kinne und Ohre mond us em Schnurre, brummle, de Fehlzündunge die Wunderwelt us em allemannische Wirtschaftswunder ablausche kenne.

Jo so wars, i de 70-er. Loset genau änni, bald vergiss ichs nämli.


Allez le Bleu

Lieber Solex statt Rolex

Mi Solex rennt sit fascht sechz`g Johr,
Zerscht z` Konschtanz, jetzet uff de Boor
Mit grad me Liter kunsch gi Zuffehuuse
Dä bauet`s Kärre, es isch zum Gruuse

Die Bruuchet für den gliiche Weag 30 Liter
Ich mon des sei doch ganz schee bitter?
6 Gäng, -4 Liter- Triebwerk, riese Bolle
Die gänz bigott granate gschwolle

Mi Solex bruucht so Fürz gar nit
Koe Schaltung, Kupplung, e kleini Schnorre Sprit
Des Kölble, grad mol fuffzg Kubik
Triebt`s Reibrad aa, und des ganz quick

Sell Reibrad kippt uffs Vorderrädli
Des draiet schnell und ganz schee keckli
Dieselle Akku- Strom und Fuulenz- Geppl
All zweits Johr en Akku, sait min Spezi Seppl

Mi Solex rennt mit wenig Sprit
Und des isch jetzt de grosse Hit
I dere Ziit, siit des mich zieht
Briechts Seppli fascht 30 Akku- Kit

Öko- Ökonomisch goht des uff
Die Solex Manne, die hond`s druff
Sechs Millione so Verbrenner
0,7 PS, des waret wirkli konni Penner

Energetisch bringt de Sprit am meischte
Do könnet d` Ökologe, gosche, beischte
Untermotorisiert, so hoesst de Trick
Drum hät mi Solex den bsundre, den fronzössche Kick

Ducati, Harley, BeEm Weh
Do dont der jo scho d` Ohre weh
Ich bruuch koe Junghans und koe Rolex
D` Hauptsach isch, ich han mii Solex


Hiefinger Wasserleitunge

Beitrag vom 21.02.2022

vu Galg- Gamp- und Schwengelpumpe und vu Elektropumpe

Verzeller :
Gschechteverzeller sottet konni Bewies hinverribringe Sie sottet Träum hinterlau
Dene mir aagregt nohsinniere kennet

Busage, Heiratstreffpunkte beim Tränken a de Sierbrinnili
Tränke mit Turteltauben

Uhni Wasser isch Alles nint

Bis zu drei- vier Stunde vu de ganze, lange Tagesarbetsziit hät mer im Buurewese uff de Boor fürs Versorge vum Huuswese mit Wasser bruucht. Au z Hifinge, z Belle, z Huuse, Sumpfohre und z Mullefinge. D Hifinger Buure waret do sogar no gut draa. Die hond nämli s Wasser mit Schwengel- oder Kolbepumpe us em kiesige Bode vum Bregschwämmfächer unne uffi pumpe kinne. Im Uffsatz vu de Hannah über d Wasserversorgung sieht mer e wunderschee Bild vu ere iisene Schwengelpumpi.

Brunnen bei der Lägel mit Elisabeth Heinemann (Grießhaber)
und ihrer Cousine Marie Heinemann (Nober).
Marie Heinemann war die Tochter von J. Nepomuk Heinemann und Elisabeth Reich.


Und d s Wäschwiib am Berkanal macht diitlich wievil Uffwand und Ziit d Wiiber, Mägd und Kinder alloenig nuu vers Wäsche uffbringe hond messe. Do isch s Viehtränke no gar nit iigschlosse.

Waschfrau am Mühlebach

Die schlaeue Römer honds eweng gschieder gmacht mit ihrem Römerbad. Des stoht a me Ort, wo e Muckeseckili Wasser us eme Gräbli oder ere winzige Karstquelle hinneverri gsuuterlet isch und ihrni Badbecke im freie Gfäll über Tonröhrle gfüllt hät. S Städli selber liit aber i de Tupfebeni i de Bregaue und d Breg liet tiefer wie d Hiesli, d Ställ und d Handwerkerhieser. Au us em herzige Stadtbächli lauf om s Wasser hat doch nit berguff i d Hieser zum Koche, Waesche, Tränke und Putze. Also hond Buureliit am Morge frühe scho s Vieh abkettet und a d Breg, as Stadtbächli und as Siirebrinniligräbli gfüehrt. Und d Mägd, Kinder und Frau hond Huushalswasser au dä hole messe. Drum verehred d Hiffinger au immer no ihr herzig Stadtbächli. Eweng besser isch es wore, wo die erschte Gussschwengelpumpe im ganze Städtli verdoelt, s Wasser us em Kiesbodde unne uffi pumpt hond. I de Eschinger Chronike word vu nuu 6 „ Gamp“ und „ Galg“ – Brunne gschwätzt anne 1880. Des dürfts au z Hifinge vor de Schwengelpumpe Modi so gähe haa. Gampbrunne sind langi Holzstämm zwische ere starke Astgabl glageret, wo en Eimer am ohne End aabunde isch und e Zugseil am kürzere End. Mit dere Gamperei, d Schwiizer saget nit ummesuscht, zum Balkeschaukle „Gigampe“ , hät mer also Wasser us de gmuurete Brunne Gschöpft. Uuwillkürlich stieget om do die Gampbrunnebilder us de Pannonische, de Puschta Ebeni bei de Magyare uff. De Brunne därf aber do debie nit allzu tief sii wegem gringe Hub vu dene Gampbrunne. En Galgbrunne isch e Portalgrüscht, wie en Galge ebbe, mit ere Kurbel zum ab- und ufftribble vu eme Eimer. So wie beim Grächuffzug oder i de historische Burghöf. Uff em Warteberg isch dä des Seil 45 m lang bis emol e Muggeseckili Wasser kunnt. Und uff em Fürsteberg wars no vill tiefer. On Grund worum mer des Städli uffem Jurazeugeberg noch em Brand uffgähe hät.

Galgbrunne Unterkirnach

Des Glück mit dem Grundwasser us em Kiesbode hond aber die Teilortsdörfer nit kaa.

Mullefinge hät bis zum Bau vu me Turbinehuus und eme Pumpehiesli i de Gauche bei de Burgmühli kum Wasser ghet. Erscht wo vu dem Pumpehiesli e Quellwasser a de südliche Halde vu de Gauche elektrisch gi Mullefinge in Hochbehälter hät pumpet were kinne, war die Wassernot ver vill Johr kleiner. (siehe Baarvereinsjahrbuch 2020, Aufsatz Harald Ketterer).

Burgmühle und altes E-Werk in der Gauchachschlucht

Erscht i de 70-er Johr isch es dorch de gherig Aastieg vum Verbruuch wieder eng wore. Me muess sich mol vorstelle: Mitte 1800 war de Wasserverbruuch so um die 10 Liter/ Tag und Person. Bei zusätzliche Viehaltung nomol 5 – 10 Liter meh pro Stückli War. Hitzutag liet er bei fascht 140 Liter/ Tag und Bundesbürger. Und s meischt nuu zum Abtranspotiere vum Lokuswasser. Obwohl mir im Quelleland wohnet, war Wasser, wa im freie Spiegel, also im Gfälle und e klei weng Druck in en Hochbehälter gluttere hät kinne, Mangelwar. Erscht wo de Fürst s Kraftwerk Stalleg baut hät, hät mer uff de Boor des Grundwasser us em Breg- Brigach Kiesschwemmfächer mit elektrische Energie uffi fördere, also i Hochbehälter uffipumpe könne. So hond denno die Baargmonde gliichmässige Druck uff die Leitunge bis i ihri Awese griegt. Und trotzdem häts i dene südliche Dörfer vu Hifinge all klemmt. Wasserversorgung und Strom sind also engschte Verwandte.

Alter Hochbehälter auf dem Galgenberg

Endlich meh Wasser

Ende vu de 70- er treffet sich de Gilli Max, de Schoofbueche Egon, de Schoofbueche Arnold, de Buechholz Auguscht und de jung Bauleiter vu nere Villinger Baufirme a de Wegkreuzung Eichhöf/ Sumpfohre. Es lieget scho bergwies rappeschwarzi Duktili Gussrohr wie Holzbolder a de Weg gi Sumpfohre und Belle. Spatestich hosst so ebbis, wenn e grösseri Baustell aafangt. Hifinge hät sich schwer i Kosten gstürzt beim Bau vum wichtige Hochbehälter a de Lehre, de Hifinger „Wasser- Handgranat“. E neus, markants, rundum sichbars profans Wahrzeiche vu dem ehemalige Römerstädtle. Hit zu Tag noch über 50 Johr ziemli iigwaase und sogar überwase und drum nimme so allsiitig sichtbar.

Hüfinger „Wasserhandgranate“

„Aber jetzt sind mir au mol draa, löset endlich euer Iigmondungsverspreche wege iisere Wasserknappheit ii“ joomeret die Borgermäschterle vu de Teilort Sumpfohre, Belle, (au Fürsteberg), Huuse und Mullefinge unüberhöhrbar im Tenor. Des verspreche word also a dem Tag au operativ endlich mol iiglöst. De Gilli Max hät e Fläschle billige Sekt vum Baum im Mantelsack und fünf Plastiksektgläsli. „Zum Wohl und e Guets Glinge“ hoesst desmol de „Trocke-Sekt“ Richtspruch uhni die obligate Zimmermanne. Desmol halt uhni en Zimmermaa, weils um Humus, Dreck, Wasser, Schlamm, Torf, Sand und Rohr goht. Für Zimmermanne fangt unterm Humus de Bergbau aa. Planierraupe, e Caterpillar D4 mit Moorfahrwerk schiebet uff 12 m i de Braeti de Humus weg, Bagger buddlet en Grabe bis uff Froschtiefe vu me Meter 1,8, de Hifinger Bauhof verdoehlt die Gussrohr vum Bolder eweg am Grabe entlang mit em Unimog 411 und eme selberbaute Rohrnachläufer, d Baufirma macht mit ere CAT Laderaup und Jäckle Sand e Sandbett und die fliessige, starke Bauhofwassermanne verleget die vu de Stadt selber kaufte Rohr vu de Halberger Hütte im Saarland uff des Sandbett. Die exakt und gwissehaft vereleite Rohr wered mit Jäggle Sand und de Laderaup iigsandet, de Grabe wieder mit de Laderaupe CAT 955 zuegschobe und de Humus mit de Moorraup CAT D4, besser wie vorher, wieder tupfebbe iiplaniert. D Buure kinnet gar nit so schnell gucke wie mer am Sumpfohremer Hochbehälter isch und sie glaubets kaum, wie schnell mer scho wieder iisaie khaa mit em Saatguet vu Süddeutsche Saatzucht a de Briilinger Stroos.

Hochbehälter Sumpfohren

„Saperlott, des Zämetschaffe vum Bauhof und dere Firma klappt jo so guet wie no nie“, lobet die Buure und die Bürger. Vum Sumpfohremer Hochbehälter gohts dorch d Stroos und am Grabe entlang gi Belle. Südlich vu Belle mit ere Rohdurchpressung dorch d Bundesstroos und am Hang entlang gege Huuse. Zmols word mer doch kurz uffghaalte. De Schofbueche Egon isch grad uff de Baustell, wo de Bagger dorch e moorigs Holzbengelgwirr baggeret. „Halt, Stopp, des moss im Denkmalamt gmedlet were. Des miesst die alt, 2000 jährig Römerstroos sii“ , sait de Egon und goht, i de Vor- Handyziit, is Büro gi telefoniere. Die Bauigel sind närsch, dass sie i ihrem Tatdrang und Fleiss bremst wered und suufet zum Verdruss im Bauwage e Kischte Bier. Dä hucket die Maschinischte Willi Player, Willi Hüttl, Erwin Stockmayer, Hermann Vikoler und Alfred Grailer am speckige Veschpertisch zämet, machet Sprich und schwätzet Bayerwalderisch. Zu dere Ziit hoesset die Baubbaraber no nit Giovanni, Anselmo, Svonko, Hassan, Bujahr oder wie hit: Nikita und Slavomir. Genau i dere Reihefolg vu de letschte 50 Johr, sondern so, wie mer im Armehuus Bayrische Wald ebe goesse hät und i de 50-er in Schwarzwald gi Fremdarbeite gange isch und au blibbe sich.

Zwei Tag später derf mer wietergrabe. S Denkmalamt verkündet grosskozig, dass sie die Trasse scho lang kenne dätet und scho zig so Knüppeldämm als Römerstroosse gfunde hettet und so Unterbaute villmol dokumentiert hebet. De Egon war e wenig knickt und fascht beleidigt, dass mer ihn so abbüglet hät. Er häts s jo so guet gmond und Wunder waa gmond, wa er jetzet a archäologische Sensation sinere Hoemtstadt hät vermelde kinne. Wundere tuet om aber hit no, wieso die römische Itaker a dem forztrockene Hang so e Bengelgflecht als Stroosse- Matratz baut hond. Au dä hät mer also nit Immer so genau uff Sinn und Zweck und Koschte guckt und im Centurio uffs Wort gfolget. Über den Buck gege Huuse isches denno au mol ziemli nass, schlammig, schmierig wore. De Unimog vu de Staedtler hät paarmol usem Morascht mit de Moorraupe zoge were messe. Südlich vu Huuse a de Waldstross und südlich vu de Kreissstroos isch es wieter gege Mullefinge gange. Über 12 km Rohr sind bis gi Mullefinge i d Nähe vum Dreschschuppe verleit wore. D Mullefinger hond ihre Gaucheleitung uffgähe kinne und alli 4 Gmonde hond für die verbrauchsintensiver Ziit Wasser zueverlässig vu Hifinge, us de Tiefbrunne und em Bregkiesschwemmfächer kaa.
Im Autor isch leider des sicher bierseelig Wasserfescht vorläufig us em episodische Gedächtnis kheit, oder es isch „verrauscht“. Es muess aber stattgfunde haa, weil die Hauptprotagonischte fest- und trinkfreudige Gemeinwohl- Mensche waren. Froge kaa mer konn meh. Amend kennt mer no en Spesenzettel im Stadtarchiv finde?

Wa eigentlich nit so ganz gschied isch, isch de Umstand, dass s meischt vu dem uffi pumpte Wasser mit Fäkalie verdreckt word und als Transportmittel wieder gi Hifinge lauft, oder au sogar pumpt word. Und denno i de Verbandskläralag aakundt und wieder mit viel Stromverbruuch „greinigt“ were muess. Wie hät emol en ETH Professor us Züri drastisch gsait: „ Nu de Mensch isch so bleed und versaut ( sch……… i s ) s eige Trinkwasser“

Ja so wars, und später mol verzellemer die ganz Gschicht vu de gsamte Baaremer Wasserversorgung.

Alter Hochbehälter auf dem Galgenberg

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Hüfinger Trinkwasser-Reise

Beerliwieber und Sepples Geheimnis

Beerliwieber vorgelesen von Maria Simon in Mundart

Beerliwieber vorgelesen von Maria Simon auf Hochdeutsch

Bis in die 60-er Jahre waren die Halden, Döbel und Hochflächen des Unteren Bregtales wichtig für den Lebensunterhalt der Bevölkerung. Sobald die Heidelbeeren, Preiselbeeren und Himbeeren reif waren durchstreifen  ganze Familienverbände den Hallenberg, das Oberholz, den Pfarrwald und den Ross- Schmelz- und Wilddobel. Zum z‘ Nieni gab’s bis Drei König Beermues aus dem Wald. Für den Rehbraten und das  Siedfleisch an den Feiertagen, Kirchen – und den Familienfesten haben die „gluubete“, aromatischen Preiselbeer bis nach Pfingsten gereicht. Ausgestattet also mit z’Nieni Vesper  im Rucksäckle, Eimern, Milchkannen, Riffeln und Weidenkörben, schwärmte die grossen Familien aus, um an ihren Familien Claims  die Früchte des Waldes zu ernten.

Oma, Gotte, d Maidle, d Mamme sammelten Schwarzbeer, Staibeer und Himbele in ihre Milchkännle und leerten die vollen Känntle bei der Mutter in die grossen Zinkeimer. De Sepple lieferte uuliedig immer nur ein halbes Känntle voll ab und wurde von Mutter gescholten mit der Ermahnung, dass er deshalb beim Vespern halt auch nur einen halben Landjäger bekäme. Der pfiffige Sepple hatte natürlich eine Idee. Er stopfte das Milchkännle zu 3/4 mit Moos aus und schüttete ab jetzt ein „gschochet“ volles Känntle in Mutters Eimer. Wegen des liebevollen Lobes der Mutter strahlte er vergnügt wie ein Putzeimer.
Der Lohn für diese gnitze Bescheisserei waren sogar zum Landjäger noch ein Wienerle. Von der lässlichen Sünde erfuhr bei der Probebeichte vor Sepples Erstkommunion nur der Pfarrer. Und der erzählte es ganz bestimmt nicht seinen auch sammelfaulen Kamerädle. Dafür sorgte auch Nepomuk, der Patron des Beichtgeheimnisses.
Sepples gut gehütetes Geheimnis „verhebte“ so noch viele, viele erfolgreichen Beerensammeljahre.

Beerliwieber und Sepples Geheimnis

Bis i d ‚ 60-er Johr waret d Halde, Döbel und Hochflächen vum Untere Bregtal wichtig für de Lebensunterhalt vu de Bevölkerung. Sobald d Heidelbeere, Preiselbeere und Himbeere riif waret hond  ganze Familienverbänd de Halleberg, s Oberholz, de Pfarrwald und de Ross- Schmelz- und Wilddobel uusboenet. Zum z‘ Nieni häts am Kochitisch bis Drei König Beermues us em Wald gähe. So lang hond die siesse Gottesgabe us em Wald ghebt.  Für de Rehbrote und s  Siedfleisch a de Fiiertig, de Kirche – und de Familienfescht hond die gluubete, aromatische Preiselbeere mit dem wunderbare Guuh bis noch Pfingsten uusglanget.
Uusgstattet also mit z’Nieni Vesper  im olivgräene Rucksäckle, mit Eimer, Milchkanne, Riffle und Wiedekratte, sind die grosse Familene uusgschwärmt, zu  ihrene Familien Claims, ihrene meischt vererbte, überlieferte Plätz. Dä hond sie gsellig, luschtig und fidel die Frücht vum freigiebige  Wald gsammlet.
D Oma, s‘ Gottle, d Maidle, d Mamme hond Schwarzbeer, Staibeer und Himbele i ihri Milchkänntle gsammlet und hond die volle Känntle bei de wachsame Motter i die grosse Zinkeimer gleert.
De uuliidig Sepple hät  immer nuu e halbes Känntle voll abgähe. D Motter hät all goschet und gescholte und ihm aakündt, dass er  beim Vespern halt au nuu en halbe Landjäger überkumme dai.  De pfiffig Sepple hät natierli e gnitzi Idee ghet. Er hät denno hählinge sii  Milchkänntle zu 3/4 mit Moos uusgstopft. Jetzt hät er e „gschochet“ volls Känntle in grosse Zinkeimer bei  de Motter leere kinne. Wegem  liebevolle Lob vu de Motter hät er gstrahlt wie en Putzeimer und sich uff d Schenkel klopft.
De Lohn für die gattig Bschiesserei war sogar zum Landjäger no e Wienerle beim Vesper dezue.
Vu dere lässliche Sünd hät bei de Probebiicht vum Sepple vor de Erstkommunion natierli nuu de Pfarr ebis erfahre. Und desell verzellt den Trick ganz bestimmt nit  sinne au  stinkfuule, lahmarschige Sammelkamerädle. Dodefür sorgt au de Nepomuk, de Patron vum Biichtgheimnis.
Im Sepple sii guet ghüetets Gheimnis hät so no vill  erfolgriichi Beeresammeljohr verhebt.
Erscht i de Post – Wildfrüchtesammeljohr hät sich der Trickser verschämt am Schwarze Buebe Stammtisch zum Feetz vu de  ganze Runde  doch emol uusgmärtet, „geoutet“, wie mer Hit zu Tag halt leider  sait.

©Hubert Mauz, Feb. 2025

De storje Aujust, Standuhr und Rennrad

Dieser Beitrag hat 2023 den Kulturpreis gewonnen.

Veröffentlicht am 22. November 2022

Loset mol, bevor ichs vergiss.

Sprecherin Maria Simon

Zum Iirolle, zum warm up, fahrt de Auguscht aafang sechzger Johr vum Lachehiesli mit sim 10 Gang Rennrädli, Marke Peugeot, vu de Kalte Herberg d Uure nab, s Bregtal ussi und ueber de Weiherhof, Dieremer Saline, gi Schwenninge, „ins Schobbe nuus“. Im Rucksäckli paar greichti Brotwürscht, en Riebel Buurebrot, e Bügelflasch Feierling Bier und e Cola. S Rennrädli isch putzt, d Kette g’oelt und d Kläebreife mit 6 bar uffbumpet. On Ersatzreife isch im khaki-graene Holzmacherrucksäckli  mit dene verschwitzte, miechtelige Lederrähme. Z Schwenninge sind die Badewürtebergische Strosseradmeischterschafte über giftige 120 km. Deuteberg, Wiehlersbach, Kappel, Niederesche, Dauchinge und zruck an Deuteberg. 5 mol mond die Helde der Landstrasse im Ring rum, bis de umtriebig Rennrad verruckt Helmut Hils, de Testes vum Schwenninger Rennradclub, begeischtered d Zielglocke scheppere loot. 

Backhaus in Kappel 1973

Peugeot Rennrad von 1980

Des Iirolle vum Lachehiesli gi Schwenninge hät de Auguscht grad so reacht warm were lau. Noch de Übersetzungskontroll, des nimmt en andere Rennradverruckt, de Technisch Delegiert Sauser Heinz  ganz gnau, no die zwei Brotwürscht und des Cola wegputzt und en Schluck Bier gsoffe. De Rescht in Trinkbuddel am Rahmehalter. De Präsi Helmut Hils schickt des gross Feld mit em Schuss us em Platzpatronebischtol uff d Strecke. Die erscht Rundi sind sie alli no ziemli beienand. Aber im Aastieg vu Niederesche gi Dauchinge riisst es des gross Feld scho ghörig usenand. I de dritte Runde kurblet nu no fuenf gaedrigi Rennraedler ganz vorne mit. Natierli isch de starch Auguscht us de Uure debei. Hinter sim Windschatte kinnet die vier andere verschlupfe und so vill Kraft und Körner spare. I de letschte Runde, z Kappel am Zwischeposchte, sinds nuu no drei. No zwei Banane im vorbeisurre vum Rennleiter Heinz Sauser uffgnomme und verdruckt und de Rescht vum Bier us de Trinkflasche gsucklet.

Und denno kunnt aber de gwaltig Aatritt vum Guscht gi Dauchinge uffi. Kurz vor Dauchinge sehnet die andere zwei, natierli Schwobe vu de Alb raa,  nu no de mächtig Buckel mit em SC Urach Trikot vum Auguscht im bärige Wiegetritt devukurble. Den homer gsehne, denket die beide Verfolger und gänd resigniert uff. S goht nu no um d Silbermedaille fuer die zwei abghängte. De bärestark Wälder, de Kimmig August, der nimmt desjohr bestimmt wieder de erscht Preis und d Goldmedaille mit de Urkunde „Bawü-Moeschter“ mit hoem in Hochschwarzwald, a d` B500, is einsam, idyllisch Lachehiesli. Nu en Plattfuess oder en bissige, vergelschterete Hund, gottverdelli des dät no fehle, kinnt des no verhindere. 
Z Dauchinge dobe guckt er mol hinderschi. Die han i baigott ghörig abghänkt. Und wie wenns nint gsii wär, rollt er mit  mit uusgstreckte Ärm und sine Bärepranke freihändig is Ziel. Dä bämberlet de Helmut Hils mit de Titanic Schiffsglocke und verkind im Lautsprecher als Sieger de neu Bawü-Moeschter:

Blick vom Lachenehiesle über Ferndobel, Glashütte, Knobelwald, Platte zum Kandel.

„Sieger Auguscht Kimmig, SC Urach, Badischer Radsportverband“.

Dass es z Schwennige im Uhr-Eldorado e Uhr als Preis gähe word, des hond die Radrennfahrer us em ganze Ländle g‘ ahnt, oder au scho gwisst. Und jeder Starter het so e Praezisionsuhr mit so eme „Big Ben“ Schlag gern mit hoem gnomme. Dass es aber e Standuhr, e Vitrieneuhr isch mit eme lange Berebemdickel, des war natierli scho nomol on druff, en Brecher. Zu zweit hond Uhremachermäschter vu de spendable Sponsorefirma des uukommod Möbel as Siegerträppli schloepfe messe, dass de Vorstand Hilse Helmut  des schwer Gschier im gifitzig griensende Kimmig Guscht uff em oberschte Trepple uebergähe hät kinne. 

De Radkenner Helmut Hils hät gwisst, dass de Auguscht mit em Rennrädle kumme isch und hät ihm glii bei de Siegerehrung aabote und versproche, dass de Schwenninger Radverein ihm die schwer Standuhr i de näschte Woch mit eme Lieferwägeli us sim Volvo-Autohaus is Lachehiesli bringt. 


„Big Ben“ vu d’Standuhr


„He nai, waa glaubener au, selt goot baigott gar idde. Die Uhr schleet hit obbe de Big Ben Gong um zehni in de Stubbe bin mir , im Lachehiesli doobe“. D Schwenninger hond scho bleed us de Wesch guckt, wo der Wälder, desell rasend Rennradsatan Kimmig, scho wieder gwunne hät. Wa denno kunnt, haut sie no ganz us de Latsche.

„Ihr bringe mir guedi, braiti Läderrieme und binde mir des Gschirr uff de Buckel, no grait ich mit em Rennrädli ibber Eschinge, de Hammer, d Uure nuff bis an Ferndobel. Derter, im Lachehiesli Stibbli, gongt um zehni noch de Sabaradio Ziitaasag s erschtmol die gattig Schwobbe Uhr im Hoch- Badische, selt khaan ich eich saage“.

Und noch dere Rähme Verzurraktion unterm Technische Delegierte Heinz Sauser, der hät gwisst wo so e Kischte drucke kinnt, isch de Buckel no e weng uuspolsteret wore mit Kabogg us de Uhrepackerei, isch de Kimmig Auguscht, de nei Bawü Stroosserad-Moeschter, de knorrig, gifitzig Rennradkaib vu de Fernhöhi, vor de verdutzte Schwenninger eweg, quitsch fidel mit de Standuhr uff em Buckel uffs Lachehiesli nuff graitet. Wa glaubeter wie do die Sunntigsfahrer im Bregtal und im Wald glotz hond ?  

Auguscht Kimmigs Lachehiesli

Johre später hät e Uuremer Rennradler Gruppe emol an ere Hollandrundfahrt mitgmacht. Am Obet isch mer bei dunklem belgischem Bier, Krabbe mit Remoulade, Gouda Käs und Jenever Schnäpsle mit de „Kan nit Verstan“ Sportsfreund us dem tupfebene Tulpeland zemet ghuckt. Weil jeder Holländer au guet Dietsch khaa, hond sie gfrogt, wo sie her saiet. „Wissener, mir sin Waelder vum Schwarzwald“. 
„Oh jeh, sagt bloos, da kennen wir auch einen Rennradfreund, von dem wir oft, besonders bei Bergrundrennen, nur das Hinterrad gesehen haben, „Minheer Aujust, de Storje Aujust“, haben wir ihn geheissen“. „He naii, jo so ebbis, des gits gar idd, selt isch ainer vun uns, de Kimmig Auguscht us de Uure, vum Lachehiesli überm Ferndobbel. Derte, wo mer mit eme wunderscheene Uusblick ins Glashitteloch, in d Wildguede, über de ganz Herrgottswinkel zum Kandel und zu de Vogese nibber sehne khaan. Do kaahnsch widder mol sehne, wo die Wälder überal rumkumme und angsehne sind“. 
Und natierli hond die Uuremer Wälder mit de Kanitverstaan vu Holland no en mords Verzahl und en Feetz ghet beim bluemige verzehle und Sprich klopfe über de Schwenninger Standuhr Storiax vum „Storje Aujust“, vum gattige Kimmig Guscht us em legendaere, idyllische Lachehiesle. 

Jo, so wars

Bild: Heinrich Graf

Rollender Briefkasten

In diesen Briefkastenschlitz, allerdings stand vor 100 Jahren Wolterdingen drüber, wurden Liebesbriefe, Rechnungen, Traueranzeigen, Mahnungen, Stellungsbefehle, Familienpost, Feldpostbriefe, Steuerbescheide, Milchgeldabrechnungen, Holzbestellung, Viehverkäufe und Nachrichten an Auswanderer gesteckt.

„De Poschtle“ sass im kanonenofen beheizten Büro vor dem Sortietregal. Der zweite Teil des Galeriewagen war der Güterwagenteil für Kisten, Pakete, Waren, Milchkannen und in Stroh gepolsterte Glaswaren.

Dieser Original Bregtäler Galeriepostwagen fährt wieder originalgetreu, liebevoll restauriert auf der Kandertalbahn. Wie wärs mit einem Ausflug  dorthin mit einer Extrafahrt auf den Bregtäler Holzklassebänken mit einer begeisterten  Eisenbähnler Sonderführung mit Christian Wolf von den engagierten  Kandertalbahn (und Bregtalbahn) Freunden?
Das ist verblüffende Bregtäler Nostalgie vom Feinsten.

Der Schwarze Buben Kachelofen

Der Schwarzebub

Was könnte der Kachelofen im Schwarzen Buben, im Zinken Zindelstein, so alles erzählen. Von Vesper- und Trinkgelagen der rauflustige Köhlersippen im Unteren Bregtal. Von diesen „Schwarzen Buben“ bekam die Köhlerschenke ihren kultigen Namen. Aber auch die sangesfreudigen Stammtischrunden, hitzigen Vereinssitzungen, Weihnachtfeiern, Loipenputzenden, Familienfeste, und ausartenden Leichenumtrunken gaben dem Gasthaus seinen ganz besonderen Spirit. Und immer gastfreundlich bewirtet von der Familie Stefan und Hilda Kromer und später von Tochter Sieglinde und Kurt Preisinger. Wer genoss sie nicht und schwärmt heute noch davon, die legendären „Schwarzen Buben“ Schlachtplatten?


Wenn nun eine derartige Traditionsgastätte nach weit über 200 jähriger Gastfreundschaft die Schanktüre
schließt, ist das ein enormer gesellschaftlicher Verlust für das Untere Bregtal und auch das benachbarte Tannheim. Denn hier wurde Geselligkeit, Gemeinsinn, Unterhaltung bei legendärem Vesper und belebendem Umtrunk traditionsreich und lebensfroh gelebt. Der Dank gilt der gelassenen Gastwirtsfamilie Kromer – Preisinger. Was zählt sind halt die schönen Stunden.

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De Bregtäler
S‘ maischt hemmer

S’maischt hemer, gelesen von Maria Simon

Um 1900 sind vill Liit uusgwanderet. Die ganz Arme hond vu de Heimetgmeinde sogar e Sackgeld griegt. So au de muusarm Holzhauer Bartli Hättich us em hinterschte Schnabelstal.
Mit sim guetige, sanfte Wiib, de Appolonia vu de Leimgrueb und de Kind, em scharrige Romulus und em hennefiddlige Kätherle hond sie zwei Überseeköffer mit de wenige Habseligkeiten gstopft. Die Köffer hond sie vum noble Getti für die lang Reis und als Aadenke an d Heimet überkumme. In eim Eck vu de Köffer isch en Mocke Speck verschoppet gsi, im andere Eck, uusichtbar, s Heimweh.

Mit eme klepprige, vermauchete Leiterwägeli sind sie de lang Weg an Furtwanger Bahhof nab graitet. S Bilet hät s Heimettal vu de Appolonia Dorer, d‘ Talschaft Line, g‘ spendet.
De Romulus isch mords verschrocke woner bei de Abfahrt den giigsige, giftige Pfiff und des aaschwellend Fauche vum Bregtäler Lokomotivle gehört hät. De Vater hät jetzt erklärt, dass sie jetzt an Schenebach, denno am Rohrbe vorbeizucklet und bald Verrebach ufftauche dai. Dert dai de Onkel in ere Orchestrionfabrik schriinere.

An de Kohlbruck hät s Sägwerk gratteret, klopftund bolderet und bald dai de Hammer mit de Burg und em Hammerwerk ufftauche.

„Sind dert die gattige Hammricher Bergmanne-Kaibe her?“, frogt de Romulus. Pass uff, noch dem
grosse Wirtshuus, em Fischerhof, kunt de gröscht Felsbolle im Bregtal, de gwaltig Tierstai.
„Lueg e mol Kätherle, hesch scho mol so en grosse Stai g‘ sehne?„
„Und jetzt kunnt de Schwarz Bue, dert hend ellemol die rappeschwarze Köhler g‘ veschperet und g‘ soffe. S‘ Zindelsteiner Bahhöfle isch de herzigscht am Bregtäler. Und dert, uff em Bergfried vun de Ruine
Zindelstai, glitz und blinkt im Obeliicht en Karfunkelstai
„

Wo sie uff Wulterdinger zue schnuufet, erklärt de Vater no, dass am Berg, hinter de Schliefibruck und de Glasschliefi die gröscht Glasi im Schwarzwald sei und des Ort drei grossi Sägene und Mahlmühlene heb. Noch dene viele neue Iidrück wird de Romulus allmählich ganz daigig und uulidig.

Gähnend frogt de Romulus z‘ Brucke :
„Vadder, wie lang hemer noo bis uff Ämerika?„
De Bartli us em Schnabelstal sait: „S maischt hemmer, Romulus„

sit her heisst s Bregtäler Löckle im Volksmund „Romulus“



Beitrag vom 14. Januar 2021

Wer mag sie nit, die herzig und hilfriich Bahlinie im Bregtal ?

De Bregtäler gelesen von Hubert Mauz am 14. Januar 2021

Dampfbähnle Ziitalter

Erscht d` Dampfmaschi hät die Industrialisierung überhaupt ermöglichet. Stationäre Lokomobil hond gholfe Webstühl, Drehbänkli, Mühlene und Schmiedene aaztribe. Womer no gmerkt hät, dass mer so e Lokomobil au uff Iiseräder und uff e Gleis stelle khaa, hät mit dem legendäre Lokomotivle, em berühmte „Adler“, der s` erschtmol vu Fürth gi Nürnberg anne 1835 gfaucht isch, die glooriich Iisebahziit aagfange. Nu eweng später, anne 1840, isch so e Bähnli au vu Heidelberg gi Monem dampft. No isches im Badische au kuntenent und rasant losgange. Kummedi hät mer aber z`erscht mit de Schiene kha. Me hät gmond mit dem billigere und oafachere Gußiise kinnt mer die Schiene mache. Me hät aber zehrscht meh Schiene- und Gußschrott fabriziert, als de Verkehr vorwärts broocht. Giitz isch halt doch nit bsunders gschied. Erscht wo mer kappiert hät , dass die Gleis us zähem, gschmiedetem Stahl sii mond, hät de Gschindigkeitsrausch und s` Transportwese so richtig aagfange.

Dass de Schnell de Langsam frisst, des hät de Biolog und Universalgelehrt Humbold im 1800. Johrhundert scho all behauptet und de ganze Welt verkündet. Des hond ihm die Fabrikante, d` Politiker und Banker au denno bald emol glaubt und au abkupferet. Sie hond überall aagfange, Bahlinie zum Bau. So hond sie ihre Ware und Rohstoff schneller und billiger zum Nutzer broocht, wie mit de lahmarschige Ross- und Ochsefuhrwerk und sogar no besser und direkter uhni Flusssystem, wie mit de eigentlich praktische und johrhundertealte, selli tragfähige Waidling uff em Wasser. Zmols waret au die Städt abseits fu de grosse Wasserstrosse nit abghängt.

Au im Badische häts grumoret und es hät die Booremer und Hegauer schwer pfufferet, dass sie so schnell wie möglich a die segesriiche Rheintal-Bahlinie aaschliesse kennet. Also sot mer dä dunne im Unnerland e Weich baue, dass mer mit ere Siitebahlinie vu Offeborg oder au vu Friiborg über de haldig und bucklig Schwarzwald durch Löcher und Döbel i d` Boor und bis gi Konschtanz kummt.

Zindelsteiner Bahhöfle
Foto: Fam. Album Kromer/ Preisinger

Baden und s` Bregtal kunnt unter Dampf

E Badische Iisebahgesellschaft isch gründet wore und s` Grossherzogtum hät den zukunftsträchtige Bahnbau gförderet und aagschobe. Jetzet hät aber e lange Schrieberei und Zagaterei mit zahllose Iigabe und Begehrlichkeite aagfange. Jeder vu dene Schwarzwaldstädle wie Neustadt, Fortwange, Iisenbach, Triberg, Schramberg , Villinge, hät a dere neu Bahlinie vum Rhital bis gi Eschinge und in Bodeseekreis liege welle und devu au provitiere welle.

Drei Haupt- Variante hät mer uusdenkt: Onni vu Hausach unterm Rohrhrdsberg dorch gi Furtwange, denno dorchs Bregtal gi Eschinge. Die Ander über Triberg, Scheewald, Furtwange, wieder s` Bregtal abi bis Eschinge und die Näscht vu Triberg über d` Sommerau, Villinge gi Eschinge. Die isch denno au baut wore zum ganz grosse Verdruss vu de bedeutende und schaffige Uhremacherstadt Furtwange. Wa glaubeter wa wär us Fortwange, Verrebach, Wulterdinge Briilinge und Hifinge wore, wenn des klappt het ? Daß die Bregtäler aber doch a des wichtig Bahnetz kumme sind, hät mer no bald die Bregtalbahn vu Eschinge bis is hinter Bregtal genehmigt, plant und au baut. Scho Anne 1876 isch d` Konzession erteilt wore, Anne 1888 de Bau genehmigt und Anne 1891 hät mer z` Allmedshofe aagfange mit em Bau. Und Anne 1893 isch s` erscht Dampflöckle z` Furtwange aakumme. Des alles khaa mer i dem wunderbare Büechle vum ehemalige Borgermoeschter vu Furtwange, em Hans Frank, „Der Bregtäler“ nochläse und nomol miterlebe.

Wa aber dä nit drin stoht, sind die kleine Gschichtle und Episode, die de Geist und die Poesie vu dem herzige Enteköpferbähnli ufflebe und am Lebe erhalte könnt.

Bregtäler Dieselross schnurrt dorch de Elsspitz.
Foto: Barbara Mauz

Handwerk, Milchwirtschaft und Waldbau

So war des Bähnle für drei Hauptgewerb selli wichtig. Zunächst emol hond die Uhremacher, Orchestrionbauer und Feinmechaniker Betrieb im ganze Bregtal ihre Ware, aber au Rohstoff und Betriebsstoff vu de Zueliferer, schnell, günstig und zueverlässig verfrachte kinne. Die nächst wichtig Zweck vu dem Bähnli war scho eweng schwergwichtiger. S` ganz Bregtal mit ihrem Buure- Milch- und Viehwirtschaftwese hät jetzt pünktlich am Morge um 6:00 ihre frische Milch a de Verladepritsche z` Fortwange, Schönebach, im Rohrbe, Verrebach, de Line, im Hammer, am Zindelstoe, z.` Wulterdinge, Brugge , Brielinge und Hifinge i Kannte im Milchgueterwage vum Bregtäler übergähe kenne. Z` Eschinge i de Milchzentrale isch die denno verschaffet und frisch verarbeitet wore. Mit 14 Johr hät de Autor selber i de 60- er Johr dä s` erschtmol Ferieschaffe derfe und pünktlich um 7:00 die bolleschwere Milchkante us em Bregtäler Güeterwage am Rampe uusladde messe. Uuvergesse isch ihm des, weil die Schinderei mit wahrscheinlich so 200- 300 Stuck 40- Liter Milchkannte a d` Knoche gange isch und weil er bim Vesper um 9:00 mit Graus erlebe hät messe, wie de legendär Häbi e Hampfele Haselnüss gnabberet hät und en ganz Liter pure Rohm dezue gsoffe hät und am Obet im Adler no e paar Halbi abi glehrt hät. Vu dene 3 vegetarische Lebensmittel hät er sin gädrige Liib ernährt und war vu dere uugwähnliche Art Nahrungsuffnahme voll überzeugt. Dass de erscht iigschwore Vegetarier, den i dämols erlebt han, doch nit lang überläbt hät, isch ehnder am Malz, Hefe und Hopfe gläge, als am fettige Rohm und de Nüss. Nochem erholsame Vesper um halbe Zehni sind denno no die Brigitäler Kannte us em Brigitäler Milchwage, der jetzt an Rampe vu de Milchzentrale rangiert war, draakumme. De Dritt Grund isch: Vu dem erschte mühselig selber verdiente Geld hät er sich 2 kultige Nieresessel bei de Quelle bstellt, wa d ` Motter für en totale Fortz ghalte hät und für puure Geldverschwendung vu dem hert verdiente Geld vu dem Bieble.

E ganz schwergwichtige Uffgab hät des Bähnle aber au no ghet: Nämlich de Waldreichtum vum ganze Bregtal z` Buckle und des Stammeholz a die vu de güetige Breg mit Wasserkraft aatriebene Sägwerk beim Borchert, a de Kohlbruck, z` Wulterdinge, z` Briilinge und z` Hüfinge uff Langholzgüeterwäge z` liefere. Jeder vu dene Bahhöf hät e grossi Verladerampe ghet a me Siitegleis. Sogar Zindelstoe hät so e Uffladsitegleis mit ere no immer sichtbare und erhaltene fascht 100 m lange Rampe ghet. Diesell, au wieder die leztscht und onzig im Tal un em Wald, wem er au freistelle und wieder aaschaulich mache. Wenn de Ferscht mitmacht?

Zeitzeuge, Legende und Storiax verzehlet no paar gnitzi Stammtischssprüch über die gattig Kultbahn. So word verzehlt, dass sogar die Grossbuure vu de Spittelhöf ihre Milch und Ware über de Schmelzobel und de Vorbetobel an Bregtäler broocht hebet, weils gschickter war, wie des alls gi Villinge oder is` Brigital mit em Bennewägeli z` kutschiere. Ebbis ähnlichs hond d` Mischtelbrunner gmacht, i dem sie über Laubehause und de gäh Rossdobel abi an Zindelstoener Bahhof gange sind. Daß sie, bevor sie wieder den sausteile Rossdobel uffigraitet sind, bestimmt no im Schwarze Bue bim Kromer Stefan no e Bier und en Rossler abighaue hond, dierft klar sii. Sogar d` Buebacher, des verzehlt en hochbetagte Maa, seiet villmol direkt über s` Falzmoos, de Glattacker und de Krumpedobel an Krumpehof gwacklet und hebet dä de Dampfzug mit Winke aaghalte zum Uus und Iistige. Des gliich hond no korz d` Glaser z` Wolterdinge, später au d` Reiner- Fabrikler und de Nudelfabrikant Riegger mit ihr`ne Ware gmacht. Die sind mit de Handwäge über d` Schliefibruck, hond im Elsespitz au im Lokführer gwunke, der hät au willig und uukompliziert aaghalte, und die Ware uffgnomme oder au abglade.

Bregtalbähnle mit Lökle, Güter und Personennwägen
vor Bahnhof Wolterdingen um 1920
Aus Postkartensammlung Willi Hönle, Donaueschingen

Aue e Bildungbähnle

E wiiteri Gruppe vu Bregtäler– Nutzer war bildungsmässig bediitend: D` Schüeler. Die gschiede Buebe und Maidli usem Hintere Bregtal sind ihr ganz Schuellebe mit em Bregtäler gi Eschingen i d` Gwerbschuel, Handelsschuel und uffs Gymnasium gfahre. Im Winter vielmol mit

Verspätung weil en Bomm überm Gleis glege isch, e Rindli oder e Goess verkarrte wore isch oder des Dampflöckli doch nit gege die frisch gheite, hohe Schneewaiete aa kumme isch. Daß die Holzklasse- Personewäge nit bsunders guet gheizt waret und zoge hond wie Bießzange, des war vielmol Aalass für Spott. Und drum hond d` Schueler tatsächlich, wenns sau kalt war, jeder e paar klaute Schietlich Holz im Schuelranze mitgnomme zum Scherre vu dem beigstellte Kanoneöfeli dass es nit nu gloschteret hät, sondern zum Hitzge und zum Glüehe z` bringe.

Schliefibruck von 1920 als Wareweag

Beerliwieber, Pilzjäger, Familiespass

Usserm normale Persone- und Reiseverkehr hond no 2 Gruppe zu de Legendebildung beitrage. I de 50-erJohr isch halb Eschinge am Sunntigmorge mit Körb, Eimer, Milchkäntli und Rucksäck in Bregtäler iigstige. Ganze Familie, Beerliwieber und Pilzjäger sind vu Wolterdinge an Halleberg, em Zindelstoe in Rossdobel, Schmelzdobel, is Oberholz , vum Hammer is Felsetal, an Glattacker, is Vorbetal und in Grumpe, vu de Kohlbruck id Liine und uff d` Hohwart uusgschwärmt. Ebbe i die grosse Bregtälerwälder zum Pilzsuche, Heidelbeer- Himbeer- und Preiselbeer gluube und hoemetzue isch sogar no de leergfresse Vepserrucksack prallvoll mit Tannezapfe gfüllt wore. Do fallt mer grad no en überlieferte Spruch us de Hamsterziit ii. En Bahschaffner soll emol uusgruefe haa: „Männer mit de dicke Säck hinneiistiege“.

En wiitere Beerlisammel- plogete Zeitzeug, de Häbi Baier, verzellt, dass sie sehnsüchtig erwartete Kinderferieziit jedesjohr i me Trauma geendet isch. Nint mit Kicke, i de Stadt rumstruehle und Sträech spiele. Wenns Wetter guet war, isch um siebeni scho s` Kommando vu de Motter uusgjohlet wore: „ Abmarsch an Bregtäler i d Beer im Schmelzdobel, hai. hai “. De klei Häbi hät en Spagett um de Ranze bunde griegt a dem e Milchkännli ghanget isch. Und wehe er hät des Känntli nu halbvoll de Motter in grosse Eimer a de gähe Halde uusglehrt. No war d` Serbele am Mittagsvespere a me siedene Fädeli. Aber gwitzt wie de Häbi hit no isch, und dämols als kleine Hoseforzer scho war, isch er druff kumme, dass mer jo des halb Känntli mit Moos uusstopfe kinnt, so dass es d` Motter bim uusleere nit merkt. Den Trick hät er verdruckt e Lebe lang für sich bhaalte und erscht jetzt, mit über 90 endlich mol verrote, der Scheereschliefer. So hät de Bregtäler i de Nochkriegsjohr au wirkunsvoll zum Sattesse vu de Booremer beitrage.

Nahrungsergänzungsmittel dät mer Hit sage. Übrigens sind bsunders die geheime, mafiamässig guet ghüehete Familie Pilzplätz nu innerhalb vu de Nochkumme wiitergähe wore. So erinneret die 4-5 gschochet volle Pfifferlingpfanne, die de Autor alljohr a de vererbte, immer no ertragriiche Geheimplätz im Bregtal vum Vatter Frieder sammlet, jährlich an den Bregtäler Sammelkult vu dene wunderbare, landestypische Naturgabe. Erscht reacht wenn denno d` Pfanne duftend uff em Tisch stoht. Wa sind die affige, muffige Trüffel us em Tschinkeliland gege iiseri Pfifferling mit dem uuwiederstehliche Guuh?

In Ermangelung vu de no nit voll iisetzende Automotorisierung war de Bregtäler au e sehr beliebte und stark aagnommene Möglichkeit zum Wandere, Freizeitgestalte und Erhole. Sogar zum Bade im Linacher Stausee und zum aaschliesende Sprudeltrinke i de „Talsperre“ war de Bregtäler gfrogt und uuverzichtbar. Weller Mariekerch-Minschtrant khaa die uuvergliichliche Zeltlager unterhalb vu de Linemer Staumauer, de erschte „Aufgelösten Betonstaumauer der Welt“, vergesse. Die ganz Minschtrantebandi isch mit uffgwölbte, olivgräene Rucksäck mit Lederrähme abenteuerlustig z` Eschinge in Bregtäler iigstige, a de Kohlbruck ussgstige und a s Staumauerlager uffigrennt , weil jeder de erscht sii hät well, wo sich i de alte, mufflige Armeezelt is frisch Stroh iibuddle hät welle.

No en Stammtisch- Storiax hät de Häbi gestert i de Mundartrundi foelbote: Um d` Johr- hundertwendi sei e Familie us em Katzestaig uusgwanderet gi Amerika. Wo sie mit Sack und Pack mit em Bregtäler s` Bregtal abuzucklet seiet, heb s` Biebli, de klei Rommulus, z` Brugge gfroget: „ Vadder, wenn sim mier z` Ämerika ?“ no heb de Vadder us em Katzestaig besänftigend gsait : „ S ́ maischt hend mir, Rommulusle“

Bahöfle Relief

Abwärts gohts schnell

Trotz allem isch es ganz allmählich, hauptsächlich ebe durch die Motorisierung, mit em Bregtäler im wohrschte Sinn abwärts gange. D` Zahle und Rentabilität war anne 1973 so im fettige, verölte, versaichte Schotterbett verlächeret, dass mer beschlosse hät, die wunderschee Nebestrecke noch fascht 80 Johr still z` lege. Anne 1972 isch de letscht Diesel- Triebwage gfahre. Wieso d` Bahn zu dene Art Dieselbus uff Schiene Triebwäge gsait hät, dürft dene ihr Geheimnis sii. Koe Geheimnis isch aber, dass genau der Name a de Bregtäler Stammtisch für manchen derbe Witz und Fetz und unkeusche Sprich herhalte hät messe.

D` Gleis sind abbaut wore, de Schotter verscherblet und d` Bahhöfle verkauft wore. Au de Zindelsteiner Bahhof hät en Huverzovener, de Mayer Schorsch, kauft und en Bienestand drus baut. Leider isch au der zwischeziitlich vermauchet, verkaibet und verkait, khaa also zum Erinnere und Sinniere leider nimme besichtigt were.

Anton Durler Loipe auf dem Bregtäler beim Schwarzen Buben

E neui Spur us Schneekristal

Aber so 5 Johr später hät de Durler Anton e neue Spur uff de uffglossene Bregtäler Bahlinietrasse vum Wolterdinger Elsespitz bis in Zindelstoe gleit, nämlich e Langlaufspur für d` Wintersportler. Sit her word jetzt sit über 40 Johr die Trasse vum Bewuchs, vu de Stiidli und vum Uukrut freighaalte, alljohr e Loiperodung gmacht, en Loipeputz wie es im Volksmund hoesst. So khaa e moderns Langlaufspurgerät a dene Schneewoche, zwischeziitlich sind meistens nu no Schneetag, e guet gmachte Langlaufspur in frische Pulverschnee innidrucke. On vu dene Väter vu dem Langlaufwese, de ehemalig OB Bernhard Evereke, schwört Stoe und Boe , dass es on vu de gsündeschte Sportarte wär. Mindschtens i dem Punkt muess mer ihm absolut reacht gähe.


Ringzug adee

Schad isch eigentlich wirklich, und me beduuret es zwischeziitlich selli, dass d` Schiene au vu Briilinge gi Wolterdinge abbaut wore sind. Eigentlich nuu wege de Iisebogebruck zwische Briilinge und Brugge über d Bregt. Die het mer wenig uffmöble messe. Wenn die Gleis no beim Uffgleise anne 2004 vu dem lobenswerte Ringzug glege wäret, dät der Ringzug zum Sege und zum Wohl vu Wulterdinge nit nu bis gi Vorderöstereich, gi Briilinge fahre, sonder au is Badisch, bis gi Wulterdinge.

Wenn jetzt no de nei Bsitzer vum Wolterdinger Bahhöfle , s` Sägewerk Schmiederer, no e gschmackvolls, stilgerechts Büro dä innibaut, wo mer no erkenne kennt, wa des emol war, nämlich au e Art Speditions, Ware- und Dienstleisungsbahhöfle mit Stellwerk und Wasserturm, bliibt d` Erinnerung und de Charme vum Bregtäler no für alli sichtbar und spürbar erhalte.

Jo so wars , mit em Bregtäler









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