E erfolgriiche Kulturgschicht bestoht sit Zeh Johr
Vor Zeh Johr, anne 2014, hät d`Bürgerstiftung Eschingen noch em aalte Bruuch vum „Z`Liicht gau“ en Runde Tisch is Lebe gruefe, a dem mer D`Mundart schwätze, pflege und am am Lebe bhalte will. De Teschtes war de unermüdlich, hoemetverliebt Pfohremer Ernst Zimmermaa. Dass es mit de Mundart nit am Beschte bschtellt isch, des hät ein Auschtralier, de Karl Bodnaruk vu down under, vu Sidney, in ere Studie scho uussigfunde. Er sait mir Baaremer Mundartler mond jetzt selli tapfer sii, es dät s Loch ab gau.
E ganz klei weng wemers aber verhebbe mit dere Mundartrundi. Die trifft sich jede Monet am Dunschtig Obet um 19:30 im Mehrgenerationehuus i de Schuelstrooss. A dene Obet schwätzet mer über Stadtgschichte, über Oegeheite vu de Boor und mir leset iis gegesiitig ebe i Mundart selber erlebte, erfundene, erlebte Erinnerunge und Erlebnis vor. Mir hond iis vorgnomme des au manchmol doppelsproochig uff z`schriebe und vorz`läse. Scho anne 2016 hät mer e Buech selli erfolgriich uussibroch mit dem Titel: „Eschinger Gschichte“ wa in grosse Ufflag schnell vergriffe war. Au des isch zweisprochig i Buechsproch und i Baaremer Mundart. Und es liit e CD debei wo mer sich während em Lese die Gschichte aalose khaa.
E ganz grossi Kummedi isch nämli, dass im Gegsatzt z.B. vu de Schwiitzer , kaum no ebber Mundart lese kha, mit höre gohts ebbe besser. So sind über 200 Mundartgschichte entstande. Au e doppelsproochig Büechle über d Eschinger Bürschtekultur und e Bilderbüechle für Jung und Alt über d Kirnberger Wasserkraft. Oe Gschicht hät sogar en Literaturpreis vum Landkreis griegt. Sit e paar Johr wered vill Gschichte au im Hieronymus, em Hifinger Internetufftrit über Politik, Kultur, Molerei, Gschicht und ebe Kurzgschichte aabote. Die meischte wered au vu de guete Mundartvorleseri, de Maria Simon us Aamedshofe, lebendig vortrait. Z`Liicht findet also zwischeziitlich au im Netzt statt. Mit eme kleine Feschtle am Dunnschtig Obet, 12.12.2024 , um 19:00 , i de Schuelstrooss word über die Erfolgsgschicht vu de Bürgerstiftung bestimmt wieder lebhaft zogatet.
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de50- er / 60- er Johr.
von Hubert Mauz am 27. Dezember 2021
Mi Familie kaa mit villne Oageheite aagähe. E Schifamilie isch sie aber konni gsi. Des hät zwei Hauptgründ. Eimol häts konni gschiede Bickel um Eschinge rum und s‘ Andermol hät de Vatter nit emol Fahrradfahre, erscht reacht nicht Skifahre kinne. Und es hät fascht konn Schnee im Winter im Laßberg, am Buechberg und z Uufe. Trotzdem waret mir us de Ziiting, de Nochberschaft zum Wälderwaald aber au vu dene Heldegschechte vum Skiclub Feldberg, vum Akademische Skiclub Friiborg und dene legendäre Schwarzwälder Skizünft doch eweng aagfresse. Mi oageni Skigschecht fangt mit eme gruusige Erlebnis aa. Hit dät mer sage mit eme Trauma. Unterm Gräch über de Garage hani vum Grossi e Paar Ski gfunde. Wiis aagmolt, mit eme olivgräne Mittelstriech. D´ Bindung hät vorne e Querrähmli ghet und hinne au e Lederrähmli mit eme Spanner, mit ere Schnalle. E paar Haselnussstäcke mit vermauchete Lederschlaufe und eme suppetellergrosse Schneereife us Mehrröhrli und Ledergflecht und eme Iise- Spitzli sind au dobe gstande. Uusnahmswies häts wieder mol ziemli Schnee kaa. Als kleine Hoseforzer mit so 120 cm Grössi und Schugrössi 35 isch om des Schneeboard i de Laßbergstroos wie e alpine Schneewäechte us dene heroische Trenkerfilm vorkumme. Also hanni die Latte und die Stäcke vu de Garagebihni abigholt. S’einzig Schuhewerch im Huus wo uf die Bindung passt hät, des waret d` Gummistifel vu de Motter, so greessi 39. Uf dere Bindung isch „ Kandahar“ gschtande. Also hond die Wehrmachtgebirgsjäger au mit dere Bindung und dene wiise Latte mit dem gräne Mittelstrich Skifahre miesse. Im Hindukusch sind nämlich i de Naziziit so Berg- und Schihelde Epe gschriebe und propagandamässig, heroisch verzapft wore.
Zerscht also die Gummistiefel a die Bindung gschnallt und no mit 2 paar Socke i die Stiefel inni. Später hät mer des grad andersch rum gmacht. D`Haselnusstäcke mit de Lederschlaufe hond wiit über mech drübert ussi guckt. Die 2,10 m lange Schi hond usgsänne a dem kleine Maali wie Dielebretter a me lottrige Baugrischt vum Finke-Hermann.
So bin i denno mit minere gressere Schweschter Dorle, diesell hät e Schlitteli debei khaa, de Laßberg hinderi und in Hindeborg iiboge. Mir hond a dielegendär Eschinger Kandahar-Abfahrt welle, a diesell Thedys- Wies. Womer uf de Höh vum erschte grosse Kaserne Garnisonsblock gsi sind, hät oe Franzesli zum Fenschter usiguckt. Konni 10 Sekunde später sind 10 a de Fenschter ghanget und noch 20 Sekunde waret alli Fenschter belegt mit korzgschorene Frantösli Köpf und alli hond luut glachet, Schräe abglau, gfeixt und gjohlet wie Aabrennti. 30 Sekunde später war alli Fenschter und die ganz Huusfront vu dem Riesehuus voll vu dutzende vu dene Franzake. Jetzt hät en Schpetakel, e Gjohl, e Feixe, e Gläächter aagfange. Zerscht hommer gmond die hetet e sau Kummedi und en Feetz mit ebbis anderem. Wo sie aber nu no uf mech, des herzig „ Petit Enfant „mit denne trollige riese- Latte, denne Gummistifel- Skischuhe, denne Bohnestäkelange-Schistäcke und dem Zipfelkäppli und mit dene z’grosse Fuschthändsche dietet hond, denno hanni gmerkt, dass der Hohn und der Spott mir ganz aloanig gilt. De erscht Applaus als Skiheld hani mir werklich ganz andersch vorgschtellt. Do sind Welte ufenand prallt. Savoir- vivre und Ost- Schwarzwälder Schihochkultur. Ech glaub ech ha au baald mol aagfange z’bläre und mich denno gschämt wie en Roßbolle. So hanni mer die erscht gloreich Skiexpedition nit vorgschtellt khaa. Mi Skiheroevorstellung isch zämet kheit wie e Kartehuus. Zerstäubt wie in ere Pulverschneelawin.
S’geduldig Dorle war au gherig vergelschteret und hät mi güetig a de Hand gnomme und so schnell wie mi die riese Wehrmachtslatte drait hond zruck in Schutz vum Laßbergsträssli gfiehrt. Und dert häts sie mir die Tränebächli abgwischt und trocknet. Erscht dert waremer vor dere erschte herbe Skiniederlag secher. So mond sich die Skispringer um de Dieter Thoma Aafang 2000 gfühlt haa wo sie mol als Suppehiener i de Presse verhöhnt wore sind. Jetzt im hoemdappe hanni schwer bereut dass ech nit de gross Brueder, de Heinz, debei khet han. Desell war i de ganze Stadt als min scharfe, bissige Wachund bekannt. Der het bigott die Wackis aagjoolt und denne ganze Franzesli de Ranze verschlage, dass dene die Versecklerei und Uuslacherei vergange wär. Mon dieu.
Obwohl d’Motter nint vu dem Skidebakel mit dene Wehrmachtski mitkriegt hät, s’Dorle war die verschwiegescht Schweschter, hanni so lang dribuliert bis ich anere Wihnächte Ski vum Schi-Wanger, vum Gaisser Karle i de Milligass, mit Stahlkante,eme rote Sohlelack und eme glänzend rote Oberdekor kriegt han. D’Bindung war au e „ Kandahar „aber scho mit eme Vorderstrammer. Und d’Skischuhe waret vus Volze us de Eile. De Skigott hät e IIsähne mit mer kaa, aber zu mim große Verduß nu ganz korz. Am erschte Wihnächtsdag häts den so heissersehnte Schnee kaa. Also nint wie ab mit denne niegelnagelneie Schi as Uufemer Kriitz. Dert waret die paar Skiverruckte und die guete, zümpftige Skifahrer us de Stadt und vu Uufe versammlet. A de Thedyswies waret nu die oafältige Schlittefahrer und die dappige Skiaafänger, die nit emol en Stemmboge zämetbroocht hond. Nuu pfluuge hond die kinne. Die Reachte, die Oarchene, sind a de Riviera unterm Buechberg, am Uufemer Bahhöfli vorbei, dorchs Ort as Eschinger Skimekka, as „Uufemer Kriitz“ gange. Dert hät mer ebbis sehne und lehre kinne. Über drei gherigi Haselnusshecke-Absätz häsch e Schuss-Abfahr vu sage und schreibe guet 100 m und so 25 Höhemeter mache kinne. Die längscht und die schwerscht Abfahrt z’Eschinge.
Die grosse hond au e Schanz baut mit eme Spicker vorne am Tisch, dass es di reacht i d’Luft gjagt hät, und abi kumme bisch wie en Stoa uff des zemetbräglet, veriiset Schneeli. Beschtimmt 10 bis 20 mol isches guet gange. Aber denno: D’Katastroph : De reacht Ski hinter de Spitz abbroche. Nocheme wiite Gumpp hanni mit em Spitz iibohret, wie mer i de Fachsproch sait. Aus der Traum vum Skispringe wie de Sepp Bolkart us Oberstdorf. Mit om Ski hoam fahre häsch nit kinne. Also Ski uf de Buckel und den Hohn und Spott vu de Spaziergänger a de Riviera heldemüetig aber au stolz ertrage. „Biebli häsch d’Schi broche, hä do wort aber d’Motter e Freid haa und gosche“ so giffizigi Sprech vu dene Oafalte häsch demüetig trage miesse. Zum Glick waret konni nähere Bekannte debei, die dech verschwätze hond kinne. Dehoam denno, hählinge die Ski in hinterschte Winkel vu de Garage verschoppet. Und a dem gute Wihnächst-Obetesse häsch des grenzelos Schiglück am Uufemr Kriiz verzelle messe mit dene neie Ski, die „rennet wie de Deifel und d’Stahlkante biisset wie e Zange“. Des moss ech ziemlich überziegend und strahlend ghiechlet haa. Natierlich wars saubleed dass am 2. Wihnächtsfiirtig de Gaisser Karle si Wanger – Werkstatt nit ufghet hät. No nie hanni e saumässigs Tauwetter so innbrünstig herbeigsehnt, nu dass d’Eltere nint merket. Uf die Frog am zweite Wihnächsttag : „Wit hit nit gi Schii Fahre?“ hanni über e granate Widergente, en Muskelkater räsoniert und wehliedig dräesset. Am andere Morge bin i mit dem brochene Ski und dem Spitz hählinge zum Karle i d’Werkstatt gschleche: „Lek mi am Arsch, des häsch aber kinne, fascht nint wie Spriesseli. Ob i des nomol änni krieg, des kaa der no nit verspreche“. Mi Seelenot hät de Skiverruckt Karle aber genau gspiert. Wonni ihm no kleiluut verklikkeret han, dass d’Motter natierli nint merke dierft und ech de erscht Bestechungsversuech i mim Lebe mit mim korz vorher verdähnete Minschtrantegeld gmacht han, hät er willig und verständnisvoll gsait, dass er sofort draa gähng und natierli schwiege dät wie e Grab. Aber Silveschter däts scho were, aloanig scho wegem Liim der trechne miesst und au wegem Lack. No nie hanni en sauwarme Föhn oder en Rege, der den ganze Schnee rubis und stubbis putz, herbetet und ersehnt.
Aber die Skigötter sind halt nit katholisch, des sind nordische, heidnischi, hinterhältige Wikingerheiligi, die uf mich überhaupt koa weng gloset hond. S‘ war abzumsenne dass die Uusred mit dem Muskelkater nimme lang verhebt. Jede Morge bin i beim Karle i de Werkstatt gstande und ha treuherzig wie en gschlagene Hund im Karle i d Auge guckt. „Biebli, schneller gohts oafch nit, solli mol mit de Motter schwätze?“ Am dritte Dag hät si de Broote mit em utrügliche, mütterliche Instinkt gschmeckt; „Gel du häsch die neie Ski verkaibet? Sunsch wärsch nit die ganz Ziit nu zum Schlittefahre uf Thedyswies?“ Jetzt wars dusse und liege hät konn Zopf kaa. Uff die Güeti vu de Motter hanni setzte kinne, erscht reacht wenn i nit lieg: „ Jo, bim greeschte Satz vum Dag, mit de Beschtwiiti, hani iigschpitz und en Spitz am Ski broche“ hann i kleilut zuegähe und halt doch au eweng gflunkeret. „ Morge kann ech se bim Gaisser Karle wieder hole und zahle duen is vum Minschtrantegeld“. Ech glaub nu so knapp über 10 DM hät mer de Karle gnädig und ganz im Sinn vu de Jugend- Skiförderung verlangt. S‘ wär nit mii güetigi und verständigi Motter gsi, wenn sie nit doch au no 5 Mark dezueglait het. De Karle hanni no vu sim Biichtgeheimnis, vum Verschwiegeheitsgebot entbinde kinne. Noch de Neujohrsmess trifft de Karle d Motter: „ Guete Nobet Frau Mauz, eiern Kleine war zwische de Johr jede Dag i de Werkstatt, entweder der word mol Skiwanger oder doch de erscht Skispringer vu Eschinge „ Us Beidem isch, wie mer jetzt woess, nint woore.
Womer no als Studente i de 70-er Johr vu Konstanz manchmol an Säntis gi Schi Fahre gange sind, hät de hartnäckig Skiverweigerer, de Metzger- Josef us Ippinge, bim Abfahre zuegucket, wie mer grad die neimodische Metall- Ski, die neischte Plaschtik- Schnalleschischuhe vum Henke us Tuttlinge und Alu- Stäcke uf de VW- Käfer-Heckträger gschnallt hond. De aaltmodisch Ippinger Ostbaaremer Josef hät dappig und oafältig mit eme uugläubige, verwunderte Kopfschittle gfroget :
„Jo saget bloss, fahrt mer hit zu Tag nimme mit Gummi- Stiefel?“
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr
Jedes Land, jedi Stadt und jedes Oert hät sinni uroegenschte Bsunderheite und Merkmäler. Pfohre hät glii mehreri: D `Enteborg, de Karl de Dick, de Schnuufer, de Pfohremer Emil, fehlende Wald und die aalt Boschestich- Kultur. Die kaa uf de Boor nu no Sumpfohre, Hifinge, und Baldinge vorwiese. Erscht im Oberschwäbische giehts des nomol. Und natierli ganz im Norde im Böllsche Torfklassikerland Irland.
Au so en erschte, uvergässliche Kindheits- Iidruck verbandlet mich mit Pfohre. Wenn de Onkel Fränzle us Villinge, en mittelständische Muurermoaschter, am Sunntig zum Kaffeebsuch kumme isch, war vielmol e Überraschung im Programm. Wenn de Kaffe und de Kakko trunke war, de Kurche verdruckt und d`Manne wohlgfällig Zigarre azunde hond und Wiiber no e Praline gschneiget hond hät de Onkel Fränzle sage kinne: „ Älli Kinder iistiege , me machet e Spritztour “ Die ganz Bagage isch in Opel- Kapitän innigschlupft und ab ischs gange a sie Spezialstrecki. Es hät nu zwei Strosse gäe wo er des zoage hät kinne wa iis und ihn selber pfupferet hät. Die pfielgrad Diiremer- oder i dem Fall d` Pfohremerstrooß. Am Fischerhof hät er Vollgas gähe, on nochem andere Gang uffigschaalte und gjohlet : „ Gucket uf de Tacho “ Ganz figgerig hond mir gschächt wie die analog VDO- Noodle sich gege Hundert ufizitteret hät. 6 Zylinder, 90 PS, 2,6 Liter hond des schwer Blechschiff aatriebe. Kurz vor dem Sauboge am Rote Roae war sie knapp dribbert und alli hond glasige Auge ghet und giigset und ghjohlet. Die magisch Schallmuur vu 100 Sache war dorchbroche. S ́erscht mol 1000 Sache, uvergesslich.
Z `friede und strahlend und mit gliehige Backe simmer und de Onkel Fränzli i de Ledersitz versoffe . De Sunntig war meh wie glunge und am Schuel- oder Kindergarte- Mäntig giits hofährtig ebis zum aagähe. No im Abbremse vor dem gähe, giftige Boge isch de hämisch Sproch kumme vum armselige Mangel vu de Pfohremer a Wald. Zaghaft hond Pfohremer am Rote Roa probiert endlich au mol vu Tännliwieber en Wald z` setze z`lau . Denne iibildte Eschinger hät mer endlich emeol s Muul stopfe welle mit ihrene oaföltige Sprich vu wege konn Waald. Mit dem hät mer die Schnuufer immer gfuxt und versecklet. Und grad gege Eschinge sott der zuekünftig Prachtswaald Wald au selewäeg zoage. Denne weremers scho no zoage !
Gmächlich isch es dorch Pfohre gange und d`Gschecht vum Dicke Karl, de Enteborg mit em Schnuufer und em Pfohremer Emil isch wiedermol ufgwermt wore. Womer aber vu de Giisinger Strooß geg Baldinge und de Unterhölzer abboge isch, hät e anders Gschechtli aagfange: „ Gucket do, do gond d `Pfohremer gi Boschestäche. Des sind Torfschibbel die trocknet weret, hoam gfiehrt weret mit em Fuhrwerk mit broate Räder dammer i de Sumpfwiese nit versuuft und im Boscheschopf scheen iibieget weret. Mir z`Villinge hond en Rieswelle- und en Holzschopf und d`Pfohremer halt en Boscheschopf. Die Bosche nimmt mer zum Fiehre vu de Kochi, de Stubbe und zum Bosche- Speck räuche. De Onkel Fränzli hät Verwandschaft z`Pfohre kha, i de „ Bloome“. Selewäg hät er sich i dem Oort uskännt. Die Lektion wär also au glehrt.
Boschepräzision vus Vetters
Johre später, i de Storm und Drang Jugendjohr han ich die näscht Bosche Lektion griegt. Im Büro Greiner hät d `Wolfe Marlies und Raible Irma vu Pfohre gschafft. De Ur- Hifinger, de Frischi- Jacob hät die Büro- Maidli am Mäntig- Morge immer verseckle welle mit dem Sproch: „ Weller Suuländli – Latschi hät ei wieder im Boscheschopf ummenannt druckt ? „ Well die zwei gifizige Pfohremer Maidli koeweng ufs Muul ghait sind, hond sie ihm denno immer ummigäe und knitz pfitteret, „ dass es imme Boscheschopft gmietlicher, wärmer und woacher sei wie i dene stupflige Hifinger Rieswelleschöpf und ihne nie en Hifinger is Huuswese käm „ Wenn sie manchmol no den Sproch: „ Lieber kon Finger als en Hifinger „ no hät de Jacob für e paar Woche wieder s `Muul khaalte. Nomol e Lektion, desmol eweng oachener und feinsinnig ufklärerisch. Die näscht Bosche Lektion hanni noch Fäschter bald au no intus khaa. Wenn d `Wirtschafte und Feschtzelter gege Morge zuegmacht hond, sogar im Caffee Hemdhoch oder im Bahnhof im Münzer Bolozeistund bote wore isch und es fascht scho daget hät häts ghoasse:
„ Kummet , me gond zu mir gi Speckesse“ hät d`Marlies sage kinne. Also mit e paar Promill Vorsprung ab zu de Wolfe- Marlies. I de Kochischublad d`Messer und Brettli uusi, en Loab Brot uf de Tisch, Moscht usem Stoakrueg und us de Rauchkammer en gherige Mogge Schpeck, manchmol häsch au de Oortmogge verwischt. Meischtens hond denno die Weschtbooremer und Vorderwälder bim erschte Bisse s`Gsiecht verzoge. Der Speck hät ganz andersch gschmeckt wie iisern Holder- Fichterieswelle- und Wellebängel- Speck. Er war ebbe mit Bosche , mit Torf gräucht und hät ganz andersch groche und gschmekt, halt Pfohremerisch. E weng abgstande, bodig, erdig, torfig, moorig, eweng au sumpfig, rauchbissig, halt oafach boschig. Der bosche- Rauch isch ebbe en viel ältere, us Hochmoor- Torf der uralt isch und nit us frischen Riis und Holz wie bei iis. S `lieget e paar Johrhunderti zische denne zwei Rauch- Sorte, zwische denne zwei Speck- Guu.
Aber au e hohe Brauchtumskultur und Räuchertradition bei beide und zwei ganz bsunderi Gschmaker. Schad dass es en nimme giit, sunscht kennte er no so berühmt were wie de Irisch Whiskey der au en weltberühmte Gschmak noch Torf hä und enorme Zuwachsrate hät. Wie wärs ihr Pfohremer mit eme Märtstand am Friitig mit Boschespeck, Boschebrotwürscht, Boscheschwarzworscht und boschegräuchte Forelle ? Ebis wunderet mi hit no. Wieso d`Pfohremer ufem neie Dorfplatz so en oafältige Storch ufgstellt hond und nit de Boschestecherkult darstellet ? S`gäng au sogar beides. I dene Boschestichgräbe sind die Störch dene sicher überzellige Frösch an Kragge gange.
s Vetter`s im Boscheclaim Vetter
Aber jetzt wet ech im kundige, am oagene Liib gschundene Boschestecher, em Pfohremer Zimmermanne – Ernscht, alias Alfons Hueber, de Griffel übergähe. Der verzellt eich wa hinter dem Boschesteche für e Kultur, für en Kult, für e Gschier, für e Handwerk, für e Wisse, für en Wetteiffer, für e Leischtung, für e Fuhrwerk , au für en Handel, füer e Iikumme, für e Borgerreacht und wa für e Hischtorie dehintersteckt.
Jo , so dierfts gsi sii, dämols .
Und jetzt loset emol im Zimmermaa zue.
Wenn en Eschinger – sell ist des Hubert Mauz – über de Pfohremer Boschestech schriibt, no ist sell für d’Pfohremer ungfähr so, wie wenn d’UNO ‘s Mittelmess, d’Röhling und auch die Unter und die Ober Berche zum Weltnaturerbe erklärt het. De Pfohremer pfuffereds aber auch eweng, wenn si bei dere wechtige Sach nicht selber z’Wort kummet. Sell ist der Grund worum ech zu de Gschecht vum Hubert Mauz auch no min oagene Sempf dezu gä mo. Fer mech sind nämli mit em Bosche steche scheeni Erinnerunge verbunde. Erinnerunge, die mir toalwiis hit no weh dont, wenn i dra denk. Wo ech no e Kind gsi bi, hät mech d’Motter ufem Fahrrad Gepäckträger mit in Boschestech gnomme, wenn si mim Vatter und mim Biäder nochem Zwelfi-Liite ‘s Mittagesse broocht het – ä gueti Suppe im Essekäntli, a paar gsottni Ajer, Broot- und Leberworst us de Bigs, en halbe Loab Brot, Kueche, Boschekiächli und Kaffe zum Nachtisch. S’Gschier, wo d’Suppe und der Kaffe drin gsi sind, ware i nasse Handtiächer iigwicklet, dass alls warm blibe ist. D’Ajer hond au warm bliibe messe. Us dem Grund hät sie d’Motter oafach i d’Kaffekante inigleit. Im Boschestech han ech mitesse derfe. So guet wiä dert, häts Esse dehoam niä gschmeckt. Au ech bi nit ewig e Kind blibe. Bald ha au ech bi de Arbet im Boschestech mithelfe messe. Zum Bosche schalte hät der Vatter mech iitoalt. Ear selber hät d‘Bosche g‘stoche und min Briäder hät ihm oder auch mir gholfe. ’S ist e herti Arbet gsi, aber auch e Sach di mer ‘s ganz Lebe lang nimme vergisst. Boschesaison ist offiziell Ende Mai losgange und ganz Oart hät sich zum Boschesteche im Boschestech troffe. ’S wared aber nit nu on, sondern drei Boschestech – on im Mittelmess, on i de Untere Berche und on i de Obere Berche. Wo die onzelne Familie ehri Bosche g’stoche hond, ist paar Woche vorher uf em Roothuus usgloset worre. Am beste hät mer d’Bosche i de Berche steche kenne, wenn mer der rechtig Platz verwischt hät. Im Mittelmess ist mer obe gege de Hasegarte zu nämlech auf Lett g’stoße, der gar nit brennt hät. Friä am Morge so zwische Segsi und Sibini isches im Boschestech los gange. De Ufsehner im Stech, mir hond Boschekenig zu ihm gsait, dämols isches noch der Ruädli Milli, also de Wolfe Emil, gsi, hät di onzelne Stech scho usgmesse ka – ziä Meter broat, wemmer 10.000 Bosche hät steche derfe. Sovil Bosche hät nämlech jeder Birger steche derfe. Wenn zwei Birger i dä Familie gsi sind – de Vatter und de Grossvater – hät mer 20.000 Bosche steche derfe. Am erste Tag, ist Boschewand no so gstande, wemer fearn ufghert hät, so en meterseachzg oder den meterachzg hoh. Unne im Stech wars meistens matschig. Me hät also am Fueß vu de Wand erst en Grabe unssteche messe, dass ‘s Wasser abgloffe ist. De Nochber hät sell messe abneah. Jetzt hät mer i de Ebini obedra zerst abdecke messe, des hoaßt mer hät de gwase Bode vu etwa zwonzg Zentimeter mitem Spate abstoche, abtrait und in Stech abi gworfe. Joo, und jetzt häts Boschesteche los gau kenne. Im Stech une ist meistens on Maa gstande, der mitem Boschespate horizontal Bosche fer Bosche us de Boschewand usigstoche hät.
Des hät zwar ganz liicht usgsene, me hät defir aber scho ordili Kraft brucht, wemmer de Spate ungfähr driißg Zentimeter i d‘Boschwand – sell ist die gwase Torfschecht – inidruckt hät. Miteme kleine Ruck ausem Ellebogeglenk hät mer hinne de uusstoche Bosche abbroche und sälle denno mit Schwung uf d’Ebini obedra, abgleit. Do obe hät de Boscheschalter gschaffet. Er hät die vom Boschestecher ufigleite Bosche, me ka au Torfschibbel dezue sage, uf de Boschekarre g’lade. Wa sell ist, moss ech glaubi auch erkläre. Im Prinzip ist de Boschekarre ein spezielle Schubkarre fers Boschesteche. Vorne ist e broat Holzrad miteme Iisereife, dann kunnt e etwa fufzg Zentimeter broati und seachzg Zentimeter langei Ladeflächi und hinter dere no e uugfähr fufzg Zentimeter hohe Hinterwand. Uf der Karre hät mer so uugfähr vierzg nassi Bosche ulfade kenne. Aber nu, wemmers verschalte hät. Des Ziig war nämli saumäßig schwer, und wenn de Stech nu ziä Meter broat gsi ist, hät mer den Karre wiit hinteri schalte messe.
Also, ech sags wiä ‘s ist – meh we driißg Bosche, han ech niä uf der Boscherkarre glade, well mir Kraft fer e greßeri Biig g’fehlt hät. Wenn d’Bosche uf der Karre glade gsi sind, hät mer diä uugfähr ziäh Meter hinterem Stech i Zille ufschechte messe und zwar allewiil inere dopptlete Raje, zwei parallel zuenand, zwei – wider parallel – obedruf und dann nomol ganz obe on Bosche schräg. Des wared dann ziäh Bosche, ziäh fu dene Heckli wared dann hundert Bosche. I de oberst Bosche vu dere Zehnerraje hät mer en kleine Grasbischel inidruckt. So hät mer d’Bosche guet zelle kenne und Zille fer Zille, jeweils taused Bosche ufgstellt. ‘S war aber nit so, dass mer die Bosche wo mer selber g’stoche hät im Herbst dann auch hät hoamfahre kenne. Wer welli Bosche kriät hät, ist nämli wider ufem Roothus usglost worre. So hät jeder bim Boschesteche druf g‘achtet, dass die vu ihm gstochene Bosche dem vum Boschufsehner voargebene Normmaß entsproche hond.
Boschestecher Gottfried Vetter
Tricknet hät mer Bosche scho dämols ganz modern, nämli mit Sunneenergie. Wenn d’Sunn aber nit g’schunne hät, oder viel Rege abikumme ist, hond Bosche nicht tricknet. Ime normale Johr, hät mer Bosche nooch uugfähr vier Woche umgschlage. Do dezu kamer auch umsetze sage. Jetzt hät mer Bosche vu zwei Zille zu oore Zille ufgschechete – also wieder inere Zweieraje, aber jetzt miteme zweite Stock obedruf. Jetzt hät im om Heckli scho zwonzg Bosche gha. Bosche wared jetzt scho vill liichter und au scho vill kleiner. Wieder hät mer d’Sunneenergie wirke lau. Wieder paar Woche später hät mer d’Bosch zu kleine, etwa on halbe Meter hohe runde Termli aufbaue und d’Bosche debei immer übers Eck g’lait. So hät prima de Luft durchpfiife kenne. Fer jedes Termli hät mer vierzg Bosche bruucht. Noch wiitere vier Woche wared d’Bosche meistens trucke. Jetzt hät mer Boschehiife mache kenne – und zwar e kreisrunde Boschemuur, en metersechzg hoh, diä obe konisch zuegloffe ist und mit eme Spitz gendet hät. Die Boschemuur ist nooch und nooch mit Bosche ufgfillt worre. Jede Hufe hät taused Bosche zellt. Diä Boschehiife sind dann bis im Herst im Boschestech gstande. Erst wenn d’Earn drin war, hät mer Bosche hoamgfiert, ganz friäer noch mit de War und später dann auch mit de Traktore. Im Boschestech mit dem toalwiis sumpfige Bode giits jo ko Strooß. Es war also e Problem, mit de Fuhrwearcher bis zu de Boschhiife z’fahre. Also hät mer bis dert äni e Strooß baue. Allerdings nit mit eme Stoasatz, oder mit ere Teerdecki, sondern mit langem Gras usem Boschestech. Streii hät mer dezu gsait. Wenns also as Bosche hoamfahre gange ist, hond d’Männer, wieder inere Gmeinschaftsleistung Streii maje messe. Diä Streii hät mer dann uf de holose Stelle vertoalt, so dass der d’War, d’Boschwäge und später Traktore nit versunke sind. Wenn alls guet gange ist, Hät mer d’Bosche dehoam abglade und im Boscheschopf g’lageret. Truckni Bosche staubed und ‘s brechet vu de Bosche au kleine Stickli ab. Des giit de Boschedreck. Au seller hät mer als Brennmaterial iigsetzt, villmool aber auch zum Speck raiche.
Mittelmess etwa 1960
Nomol zu zum Schaffe und zu de Atmosphäre im Pfohremer Boschestech: Me said, dass mer sech nochere lange Ziit nu no a die scheene Sache erinnere kaa. Stimme duet sell nit ganz. Ech jedefalls woaß hit no, dass ech no dene Tag im Boschestech allewiil mords d’Widergente gha ha. Au dass om d’Breame fast g’gfresse hond und die ganz Arbet im Boschestech e wahnsinnige Schinderei gsi ist. Und wa ist scheen gsi? Dass alli Pfohremer im Boschestech beienand gsi sind,dass mer zum Ziini- zum Mittagesse und zum Vesper gmiätlech äni gsesse ist und mitenand g’schwätz hät und auch dass ‘s Esse guet gsi ist. Debei denk ech a d’Suppe usem Essekänntli, a diä im Kaffee warmghaltene Ajer, a de Kuche und Boschekiächli, an Speck und a d’Broot- Leber- und Schwarzworst us de Bigs und natiirlech auch a de Most, vu dem mer aber nit z’vill hät trinke derfe.
Wiä sait de Mauze Hubert amel: Joo, so isches gsi. Wear nomeh wisse will, soll oafach de Beitrag vom Huber Alfons i de Pfohremer Chronik noolese, oder im Hochdiitsche Text d’Informatione zum historische Hintergrund aagugge.
(Ein Spruch aus dem Narrativen Gedächtnis der Nation)
Heimweh soll für Kinder, aber auch Hochbetagte, eine schwer ertragbare Sehnsucht sein, ein Seelenleiden. Bekanntermassen können sich aber historische Artefakte leider nicht mitteilen und ihren Schmerz nach außen tragen. Dazu braucht es dann doch sehr einfühlsame Menschen, die diese Gefühlslage der sprachlosen Relikte ahnen und aufspüren.
In einem Depot vom Eisenbahnvirus angesteckten Bähnlern liegen zwei derartig schwer Heimwehgeplagte Raritäten. Auf dem legendären „Bregtäler„, der aufgegebenen Eisenbahnlinie von Hüfingen nach Furtwangen durchs liebliche Bregtal, fuhren ab 1900 zwei Waggons, ein Personenwagen Typ Holzklasse, also 3. Klasse, und ein Post- und Güterwagen. Zahllose Fahrgäste, Werktätige, Schüler, Beerliwieber und Kinder mussten sich auf den harten Tannenholzbänken durchrütteln lassen bis sie ihr jeweiliges Ziel erreichten. Den Paketen, Kisten, Milchkannen und Postsäcken ging es ebenso. Nachdem diese Waggons durch moderneres Rollmaterial, so der Fachjargon, ersetzt wurden, rollten diese stählernen, einheimischen, eingesessenen Bregtäler Waggons nach Ottenhöfen und sollten dort als Zuroller, also Zuwanderer heimische Ortenauer werden. Wie war das mit dem verpflanzen von verwurzelten Bäumen?
Als nun in diesem rührigen Eisenbahnverein wieder mal eine Inventur anstand und der Staub der Jahrzehnte abgesaugt wurde, stiess man auf ein Torso, ein Puzzle, wie sie es nennen. Zwei Gerippe wie in der Archäologie. Aber halt in der Bahnwaggon- Archäologie. Und siehe da: Das sind ja „Bregtäler, „Ur- Bregtäler“, Ureinwohner des Bregtales.
Als sie dort keinen Ertrag mehr brachten, drohte ihnen das Verglühen in den zischenden Schweissbrenner-Flammen der Bahnbetriebs- Abwrackhallen. Im letzten Augenblick erbarmten sich warmherzige, gütige Eisenbahnfreunde dieser altgedienten Raritäten. Sie wurden im Fundus und dem witterungssicheren Depot dieser rührigen Traditionalisten eingelagert. Wer kennt sie nicht, die Scheunen, Speicher, Schöpfe, Hallen, wo Historisches zwar nicht dem totalen Verfall, aber dem Staub und den Spinnweben anheim fallen. Und vor allem meist schnell aus dem historischen Gedächtnis und Vermächtnis fallen.
Eisenbahnwagen haben aber fast unvergängliche Typenschilder, Prägestempel und Aufschriften. Also eindeutige genetische Fingerabdrücke. Und sie sind in einem akribisch geführten, sicherem Bahn- Technik Archiv gelistet. Darin können dann diese begeisterten Bähnler die Herkunft dieser Relikte mit Kennerblick und Spürsinn auslesen und ablauschen.
Die Kunde kam auch ins Bregtal und verblüffte deren Bewohner. In deren Gedächtnis jedoch ist der Erinnerungsschwund an dieses Bähnle und diese Zeit derzeit galoppierend. Nur noch wenige realen Relikte, einige Literatur, verschieden Artikel, Reliefs und bezeichnende Hinweise wie „Bregtäler Loipe“ oder “ Zindelsteiner Bahhöfle“ und „Bahnhof Hammereisenbach“ erinnern ideell an die „Bregtäler“ Zeit.
Darum gibt es jetzt Überlegungen, ob es durch diesen Fund jetzt nicht an der Zeit wäre, auch real mit einer Heimholung den Erinnerungsschwund, die Demenz zu behandeln, abzuschwächen und sogar zu stoppen. Mal sehen ob die beiden schrulligen Alten Bregtäler den Mythos des „Jägermeister Express“, so nannte man den Bregtäler zu Diesel-Triebwagenzeiten wegen dieser Aufschrift, die Erinnerung erneuert und wiederbelebt.
Mundartversion :
Ich bi en Bregtäler
Hoemweh soll für Kinder und alti Liit en schwere Breschte sii. Historische Überrescht kennet aber derlei Kummer nit verzelle und iis mitteile, weil sie nit schwetze kinnet und ihren Kummer nit uussiblose kinnet. Do dezue bruuchts halt doch gfühlvolle Liit, di wo die gspürte Gfühlslage erlausche kinnet.
I me Depot vu verruckte Iisebähnler lieget derziit zwei so Hoemwehplogti, so Raritäte. Uff em Bregtäler, sellere legendäre, uffgäbene Nebebahlinie vu Eschinge gi Furtwange dorchs lieblich , still Bregtal sind sit 1900 zwei Bahwägge grottlet. Typ Holzklasse , also 3. Klasse, mit herte Tanneholzbänk. De ander war en Post- und Güeterwage. Ganzi Generatione vu Arbeiter, Schaffer, Schueler, Berliwieber und Kind sind uff dere Bah dorchgschittlet wore. Dene Paket, Kischte, Milchkante und Postsäck isches genau so gange. Nochdem die Wäge dorch neus, moderns „Rollmaterial“ uustauscht wore sind, sind die beide Wäge, die Bregtäler Uriiwohner, gi Ottehofe grollt und hetet dert genauso bodeständige Ortenauer Zuewanderer oder Zueroller were solle, wie sie sellmol im Bregtal einheimisch waret. Den Spruch mit dem versetzte , alte Bomm, den kennet ihr jo. Wo sie denno dä im Unnerland kon Ertrag me broocht hond, hete sie i me Demolier- Iisebahdepot vu de Bahn mit zischende Schneidbrenner verschnepflet were solle. Im letzschte Augeblick hond aber so aagfressene, warmherzige Iisbahfreund sich dene Raritäte verbarmet. Die hond sie in ihren Sammlerschopf gholt und troche und sicher iiglageret.
Wer kennt sie nit die Schiere, Schöpf, Halle und Gräch mit so iigstaubte Gschierer. Dä sind sie also verstaubt und i Spinnehuddle iigwobe glege. Bis erscht jetzt wieder mol bei ere Inventur die beide Knochegrüster hinneverri kumme sind und abgstaubt wore sind. Es muesstet nit DB- Wäge sii, wenn sie nit Typeschilder, Iiprägunge und Uffschrifte, halt Fingerabdrück, hättet, wo mer i Iisbaharchiv genau nochsueche khaa, wo die her sind und wo sie grollt sind und dient hond. Die begeisterte Bähnler hond schnell uussigfunde , dass des „Bregtäler“ sind , also Uriwohner vum Bregtal, „Ur- Bregtäler“ also.
Die Bähnler- Archäologe hond die Kunde und die Erkenntnis au is Bregtal treit und dene verblüffte Bregtalbewohner den Storiax mit wunderscheene Bilder und Skizze unterleit, uusführlich verzellt. Villiecht grad no rechtziitig. Denn dä isch die Erinnerung a des herzig Entekoepfer Bähnle grad am Versickere und am Verlösche. Wieslosigkeit sait mer dä zu so holose Zueständ. Usser paar wenige Bahnzuebehorsache, Bücher, Artikel, Relief und wenige Bezeichnungen wie „Bregtal Loipe“, „Zindelstoener Bahhöfle“, „Hammricher Bahhof“ , „Schliefisteg“ erinnert kaum no ebbis a die Ziit und die herzig Bahlinie.
Drum gihts Überlegunge, ob mit dem Fund nit doch des Erinnere aagregt und aagscherret were khaa und die Demenz e weng uffgahlte, uussigschobe oder sogar aaghalte were khaa. Mol gucke ob die beide schrullige „Alte Bregtäler“ de Geist vum „Jägermeister Express“, so de Übername wege dere Triebwage- Uffschrift , die Erinnerung erneueret und wiederbelebt.
Wenn in de Sechzger Johr i de Boormulde und a de Ränder geg de Fürsteberg und em Suuländle die erschte Herdepfelfiehr senkrecht gege de Himmel gstiege sind, wars Ziit für e bsundere Bettlerei. Wenn die Rauchsiehle gege Eschinge gwaihet hond , isch es wegem Heiberger Vorwind bald kaalt wore. Sind sie gege de Hasegarte gloehnet, isch es mild blibbe wegem warme Höllentäler Wind us de Burgundische Pforte.
Jetz isch uff de Kanzle und i me Rundrodel vum Dekanat en Uffruuf kumme. Die volksfromme Buure und Heardepfelbiehrli uff de Boor sollet doch e paar Säck vu ihre Gottesgab saperalisiere und fürs Eschinger Konvikt spende. Dä muesstet 50 gschiede Bube, die amend mol de Weinberg des Herrn bestellet, s ganz Johr dorchgfuetteret were, dass us dene Kerle au ebbis word. S Konvikt war dämols, langewig vor dere neue Essens- Modi i de 2000- er Johr scho en „hot spott“, wie mer hit sait, vu vegetarische Lebenswies. Herdepfel, Gealriebe, Kruut und Riebe, Kolrabi, Salot, Bohne, Gurke und Rettig waret jede Tag i oe Fiddle inni uff em Speiseplan. Die paar Saue, die de Sebaldus so nebet her us de Kochiabfällt und de Garteabfäll, au vu de Märtel vum Rote Hans, dorrigfuetteret hät, die sind meischt im Refektorium uff de Tisch kumme.
Uff dem Rundschriebe isch genau iidoelt gsii, wo und wenn die zemet bettlete Herdepfelsäck und Gmüesskischtle ännigstellt were sottet. De Pater Sebaldus dät kumme und abgfochtene Erntegabe abhole.
Denno isch a de schuelfrei Samschtigmittag im Herbst de Bruder Sebaldus uff de kalt Iisesitz, der mit 2 Heradepfelsäck e wenig uuspolsteret war, vu sim Einachsbulldöggli Marke „Aicher Landmann“ ghuckt und hät zwei- drei starke, landwirtschaftlich vorprägte Konvikt- Studentli uff die gross Einachs- Ladepritsch glade. De stinkig Diesel war volltankt und jetzt isch gege s Suuländli gange. Dorchs Ried gi Pfohre, an Hasegarte, Hoedhofe, Baldinge, Öfinge bis is fearn Ippinge. Dä hond die fromme Buure ihre Realspende a de historische Kirchemuur aagloehnet. Jetzt isch uffglade wore. De Sebaldus hät im Pfarr no e herzlich Vergelts Gott gsait und scho isches wieder i d Baarmulde aabigange.
Öfinge hät mer uusglau, die waret evangelisch und Biesinge, Oberbaldinge, Doeninge au. Aber z Hoedehofe hond die Konvikts Jungmann schinde messe. Dä, im uubeachtete Baardorf Hoedehofe, gihts nämli die gröschte Herdepfel uff de Boor. Wegem Bode, em Klima und de gute Pfleg mit schöchle, hiefle, jäte, und Käfer zemetläse. Des hät au mol en Borgermoeschter vu dä bei me grosse Empfang zum grosse Hallo vu de Feschtgäscht als des Markezoeche vu dem Dörfle stolz verkündet. Der Storiax verhebbt sither hartnäckig und word au bestimmt no langewig uff de Boor zum Beste gähe were.
Noch Hoedhofe war in Sebaldus sii Pritsch fascht scho am zemetkrache, aber de Hasegarte und Pfohre hät jo au no druff messe. Aase, Hochemminge und Diehre hönd sie am näschte Samschtig gmacht. Gege d Betziit sind sie triumphal am Konvikt iitroffe. De Prior hät sie globt und natierli i Aaweseheit vu de Schüeler e Dank- und Segensgebet bruddlet und mit em Teeei no Weihwasser über den Herdepfelberg verlätteret. Die Konvikt- Biebele hond eher mit flauem Mage uff den Herdepfelhuufe gucket: De Magefahrplan war dietlich sichtbar wieder für viele Woche klar abzierklet.
De Bruder Sebaldus, e legendäre Gstalt z Eschinge und uff de Baar mit sim Einachser und sim penibel pflegte Konviktsgarte, dä, wo jetzt d Tennisplätz sind, war de guet Geist vum Konvikt und hät defür gsorgt, dass die gross Schüelerschaar mit über 50 Pennäler jede Tag satt wore isch. Wie Zeitzeuge noch dem Konviktsvortrag no erwähnt hond, isch der baarbekannt , stattlich Bruder Sebaldus au i d Südbaar, gi Hifinge, Belle, Sumpfohre, Fürsteberg, Hondingen , Beringe, Huuse und Mullefinge zum Naturalgabe fechte gange. Dä sind au eher Kruut- und Gealriebe und Epfel gstiftet wore.
Des Alles zum Wohl vu de christliche aber au weltliche Bildung, die im Konvikt in Eschinge 50 Johr wirkungsvoll pflegt wore isch. Mindschtens 1500 Konviktler hond zum Glinge vum Wirtschaftswunder im Badische mit ihrer solide Herzens- und humanistische Grunduusbildung en grosse Beitrag gleistet.
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr
S` giit nu on Ort uf dere Welt Wo mir jeder winzigscht Winkel Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft Wo jedes Plätzli i jedere Gass Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte, riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait Daß ich als Bue do glebt han
Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse
Moschte
Die Äpfelschittlerei mit dem handgschmiedete Enterhoocke wo de allfort en Epfel uf de Epfel keit, des isch scho e saubleedi und widergenteverdächtige (muskelkater …….) Arbet. Die sell Zämetleserei aber und die Bucklerei no vill meh. Do kinnet aaschliessend Kratte, Kischte und Säck no so voll sieh vu goldige, rote, geale und gräne Äpfel, s isch halt e oafältigi Kumedi. Und jedes Johr goht mer desell neimodisch Karre dorch de Kopf wo mer en aalte, no immer begeischterete Müller vu Egerkinge mol zoaget hät. Der hät ver sin Millikanal ufs Millrad en neie Zuelauf bruucht. I sim Aalter war er immer no so ufgschlosse, dass er e neis Zuelaufrohr ver sie Kraftwerkli us hochmoderne Rohr baue hät welle. Wo mer iser Gschäft erlediget kha hond, hät er mir sie neischti Errungeschaft voller Stolz zoaget. Uf de Südwestmess heber vor 2 Johr e neie Maschie kauft. No hät er mir e Gschier zoaget mit ere Walze a dere hunderte vu Nägel, vu Dorne rundum aagordnet waret. A de Siite 2 Fahrradreife und vorne en Diesel. Hinter dere Nageltrommel war e Pritsch ver Epfelkischte i die die so ufgstupflete Epfel abgstreift wore sind und i d` Kischte innikait sind. . „ Wa sot au des sie ?, donder do demit dene esoterische Wieber wo in Millilade kummet gi guets, biologischs Meahl kaufe glii no de Buckel griesele und massiere ?„ han i spöttisch gfrooget. Er hät glachet und gsait „ Naai, dodemit duni Äpfel uffspiesse und zemetläse. Sit i des Gschier ha bruuch i nu Bämm schittle, mit dem Dornewalze- Kärrili um d ` Bämm ummifahre und ruck- zuck han die Äpfel i dene Kistli hinter de Nagelwalz „. Jetzt war ich desell wo bleed us de Wäsch gucket hät. Sit her troom ich i de Moscht Ziit vu somme Gfährt. Aber imme traditions- Huushalt wered konni Äpfel aagstupft dass sie Moose hond , do word zemetglese so wie vor hundert Johr.
Also fahremer noch dene Uflesdäg mit dem „Extra- Auslese“ – Moschtobst gi Huvertshove zus Tritschlers i d` Moschti. Dä wered iiseri oagene, ugspritzte, biologische Äpfel gwäscht, presst und i iiseri Kibel, Fässer und Kante abgfillt. „ Do honder aber desjohr wieder schees Obst kha, nit so wie bei so villne wo nu halbverfuulete und kripplige, moosig (angeschlagenes) Lumpeziig broocht word „ lobt de Emil und de quirlig Bue, de Georg, der knappet villsagend dezue.
Scho unterweags und dehoam wered die guete Freund, Verwandte und Nochbere mit der guete und verflüssigte Herbschtgab versorgt. Denno gohts as Siessmoscht iimache damer ver s`ganz Johr mit Epfelsaft versorget sind und de Herbscht i de Flasche s ganz Johr bunt und goldig glieht.
Kilbigkiechle
Natierli bruuchts zum neie Siessmoscht au die guete, tradidionelle Kilbigkiechli. Wenn de Moscht iigmacht isch gohts as Kilbigkiechli bache. De Moscht i de Kante wommer grad i de Moschti z` Huverzofe bis Tritschlers presst hond vu de oagene, aalte und gute Äpfelsorte, stoht vor der Käer- Derre. Der wunderschee Summer hät zwar wege de Trechni nit ganz so guet uusgäe. Defier hät er aber ziemli Öchsli broocht, also Siessi. Und so schmeckt er au. Die erscht Koschtprob isch scho guet vers Gmiet und au ver d Gorgle.
Jetzt gohts loos i de Kochi. D` Fraue doaget, plooget und drucket de Hefedoag und stellet s` Schmalz scho uf de Herd. Uf oemol schuusets und dampfts und schprutzlets. S` erscht usgwalket und zure runde , uufermige Baskekappe zuezupfts Kiechli word is hoass Fett innidunkt. Dä schwimmt`s und schwitzt`s grad so wie i dene Hölle- Brootpfanne, voll gfillt mit näckige Menschli, wo mer uf aalte Kerchebilder ammel sieht. Des Doagschiebli word bruuner und reescher und i de Mitti bliibt de Doag wiess und heal. So mond si sie, die Kilbigkiechli vu de Boor. On ums ander kunnt uusi us dem Schmalzbad uf en grosse Tablett. S` Enkeli hät s näscht scho wieder zuegrichtet. Des hät sie schomol bim Dschinkeli- Pizzabeck gsähne. Au des Kinder – Kiechli zischt ab und hät Angscht vorem Verbriehe i so hoassem Fett. Bald sind e ganzi Ladung vu Kilbigkiechli fertig uf em Tablett. Jetzt giihts koa Halte und koa Faschte meh. Die ganz Familiebandi huckt uf de Terasse am runde Tisch, de frisch Moscht stoht im Kriegli parat, d` Puderzuckermilli denebet und, ruck- zuck, isch der gross Teller, des ganz Tablett rubis und stubbis leer putzt. Die Moschtbembbel leer, de Ranze spannt und des Kilbig- Glick vers Erscht wohlig hergstellt.
So guet , so schee und so oafach khaa Baaremer Genuss sii. Ganz noch aaltem Booremer Bruuchtum. Wenn denno alli i de Rundi au no booremerisch schwätzet, denno isches nit nu wie gmoolet, guet aagriecht, nai, au wie ganz guet gstimmt.
Heardepfelfier
Vum Buechberg Bühl, glii ob em Lazarett, hommer iisri Glotzbeppel über d` Boor vagabundiere lau. Geg de Ferschteberg, geg d` Längi, de Warteberg, em Amtehuusemer Buckel, über Öfinge bis zum Aasemer Kapf und em Ankebuck hommer ufmerksam alli Felder und Äcker uusgspannieflet. Wa mer gsuucht und erhofft hond, hommer nit gsichtet. Nocheme Heardepfelfier, dene bi Winstilli kerzegrade wiiesse Rauchsiele, hommer gschächt. Koa onzigi, koa gotzigi isch i dem grosse Rund vu dere Kernbaarmulde ufgstigge. Also giihts au kumm meh Herdepfel i dem Gai. Und die paar Herdepfelhanddiecher wered groderet, d´ Herdepfel ufe de Maschie glie verläse und abgsackt oder i Kischte verdoalt. S` Herdepfelkruut word glii unterzaggeret. Nint meh mit Verbrenne. Oder hät mer amend vor de bissige Umweltbehörde Schiß und so d` Hose voll dass mer aazoaget word wegem kleine Bio- Fierle ? Me kennt mone dass die hittige Rescht- Heardepfel-buure au koe Fiddle meh i de Hose hond.
Des war friehner bigott no ganz andersch. Wenn die erschte Buure mit de kleine Gummiwägeli hinterm Kramer Allesschaffer mit schee ufbiegete Heardepfel dorch d` Stadt gfahre sind, denno häsch gwisst, dass hit Obet de Ranze spannt. Die Wäge waret wieder so akkurat gladde dass die Bilder vum e Katafalk, de Tumba us de Trauermesse oder im Obgfelle- Franz sind glattbiglete Mischtwage im Kopfkino ufgstigge sind. A dene Herbschtobet bisch noch de Huusufgabe und em Kicke gege s` Lindebämmli gwetzt. Dä wartet gege de Obet die grosse Buurefamilie mit Kind und Kegel, de Oma , em Opa , de Dante und de Gotte am Herdepfel hacke , am verläse, am absacke und verladde. Gege Obet isch no Kruut zemetgrächet wore und die reesche Kruut- Schechli sind aazunde wore. Nochdem s` Gschierr zämetgrummt war und ufglade war isch die ganz Großfamilie, die Kuttruff, Rothweiler, Schreiber, Hall oder Weibel Buureliit um des Fier gstande. De Buur hät jedem usem Moschtkrueg s` Glas usem Vesperkorb gfillt und jedem zueproschtet und Dankschee gsait. De Buur hät den vergloschterete, schwarze Huufe mit em Karscht usenand gscharret und jetzt sind die reschtliche Herdepfel, wo no am Kruut ghanget sind oder sich no im Bode verstecklet hond, zum Vorschie kumme. Wie Eierkohle hond die uusgsähne, rappeschwarz und d` Schelfere schrumplig wie e Bommrinde. Jeder hät jetz i de Äasche gscharret und möglischt de greescht Bolle uusigluubet. Die kohlrappeschwarz Schelfere häsch mit de Fingernägel eweg zupflet bis en scheene, i de Glueht wunderbar bachene Herdepfel i de Äschedoope ghet häsch. Daß de gschellt Heardepfel fascht scho wieder so schwarz war wie vorher hät di nit gstört. Usem Hosesack, usem Hannawacker Bichsli vum Grossvatter wa jetzt nit mit Schick, sondern mit Salz gfillt war, oder usem Saalzbichsli vu de Bierin oder em Buur, häsch die wunderbar Fruuecht usem Hoametbodde gsalze und mit em hohe Gnuss langsam und bedächtig verdruckt. „ Hai Biebli, nimm der nu solangs hät, wemmer den Huufe uusboanbet hond gommer an Näschte. Wem khersch ? Ah im Gnosseschaftsreviser ! Gang nu dra, daß ebs worsch, nint sii khaasch no lang gnueg „ Nochem 4. – 5. wunderbare Heardepfel hät de Ranze aagfange zum spanne. No on, und de no gosch hoam, bevor kugelrund s` Tafelkriitz abiwalle khaasch. „ Dankschee, vergeltnes Gott, Herr Waibel ! Derf i i paar Dag nomol kumme ? S` war sauguet , Adee, Betziit lietet scho und drum moss i Hoam“
Wenn denno am Vespertisch, am Obetesse, mit im Oferehrli bäähte Äpfel mit Zimtzucker, Butterbrot und Striebli ummegmuuset und satt ummegstupft häsch, well der de Ranze all no gspannt hät, weil die Herdäpfel usem Herdepfelfier so paradiesisch guet waret, hät d`Motter sage kinne: „ Lass emeol dinni Händ und Fingernägel sehne, gel de warsch wieder bi de Buure ufem Feld a de Heradepfelfier. Oh je, oh Jeggesgott, gang zerscht nomol gi Händ wäsche, bevor an Tisch hucksch und nuu Muulaffe foal haltsch. Bisch wieder bim aalte Waibel gsii ? So, So, denno moss i de güetmitige Frau Waibel Morge i de Aadacht nomol exschtra e Vergelt `s Gott sage. De worsch hoffetli au aaständig und reacht Dankschee gsait haa ? Und jetzt ab is Bett und die verkohlete Zai und Fingernägel vorher no guet putzet !“
Mexete
En aalte Sproch hoasst, dass e Mexete , e Schlachtfescht, ver alli en grosse Spaß wär, nu nit ver d` Suu. Der Sproch triffts uf de Zwölfer.
So z` Mitts im November war ammel ame Samschtig Mexete aagsait i de Laßbergstrooß. Wo no alli Kind de Hoam waret homer manchmol sogar 2 Saue gmexet. Uf den Dag hät de Spechte- Max us de Rosestrooß extra ver de Verbandsprüefer e gueti Sau ännigfueteret. S` Fuetter war hauptsächlich us em Casino vu de Franzose wa ganz i de Nähi vum Buur Specht war, nämli i de Zeppelinstrooß. Dä hät de jung Max d` Kochiabfäll, häuptsächlich Baquett, Gmies, Pommfritt und Saloot gholet und de Saue verfueteret. Beschtimmt isch au ab und zue e Auster, e Muschel oder en Hummerrescht debie gsii. Und nebem Huusmexer Pius Keller war des bestimmt de Grund wieso iiseri Brootwerscht und Dauerwerscht so guet gschmekt hond und vu de ganze Verwandschaft und Bekannschaft so globt wore isch. Wenn vorne ninnt gschieds inni duesch kunnt au später nint gschieds uussi. Wa fer e Suu i de Boor word sunscht no so gourmemässig gfueteret wie iseri, wie die vum Spechte Max?
Also hät de Specht a dene meischtens triebe , neblige Novemberdäg s` Suugatter an Fahr- Bulldogg a d `Ackerschiene aaghängt, die resereviert Suu innipfercht und ab i d` Laßbergstrooß. Dä hond die Spezel vum Frieder scho bluetrünschtig uf die arm Sau gwartet. De Max hät dem Siehli en Strick um d` Hinterläuf bunde und des Opfer im stärkschte vu dene Schlacht- Helde übergähe. De Wiegschii mit em uusgrechnete Priis mit em Vatter verkahrtet und mit em Geld und ere Flasche guete Kaiserstühler Wii im Hosesack ab id Rosestroß. D` Wieber und d` Kinder hond sich hinter de Vorhäng, i de Kochi und i de Wäschkochi verschobbet und luut gschnatteret dass se des Angschtquiecke , und de bald uusglöst dumpf Schuss nit heret. Desell Kerli mit em Strickli hät die giigsig Suu meh gschloapft wie gfiehrt in Schopf zoge und dä isch de Pius scho mit em gladene Schussapparat im Aaschlag gstande und rums, zack, isch sie no weng zapplig ufem Bode gläge. Usem Mexermesser- Holzköcher hät de Pius e Messer gschnappt und de Sau d Hauptschlagoder abgsebblet. Die robuscht Nochberi, d` Mamm Dilger, isch scho mit ere ganz flache aber grosse Emailschissle parat gsi zum Bluet rihre.
Denno hond alli Manne draa lange messe zum die Sau uf de Schragge z` schinde. Dä isch sie abbbrieht wore, mit Harz iigriebbe und d` Wiiber hond vill briehoass Wasser us em Wäschkochikessel aaschloapfe messe. Mit de Borschteglocke und de scherfschte Messer isch sie rasiert wore und denno in Briehzubber gschunde wore. De Pius hät d` Klaue abzoge und koa Ruhe gäe bis alli Borschte und Häärli akkurat abrasiert waret. Wo de Brueder und ech scho weng greeser waret hommer mol en Gasflammewerfer parat gleit zum die Schwäbisch Methode vum „ Senge und Aabrenne „ z` probiere und aazwende. Dä isch friehner die gstoche Sau i Strau wie imme Schiiterhuufe iighieflet wore zum d` Borschte versenge. Später hät mers halt praktischerwies mit Flammewerfer gmacht. Drum hoasst`s au: „ Er rast devuu wie „ E gsengte Sau „. D` Schwobbe saget, well d` Sau ebe au scho e weng vorgreeschtet und aabreselet sei, dät alles, s` Fleisch, d` Werscht und d` Schunke besser und aromatischer schmecke. Do heteter aber de Pius here solle, wo mir mit de Brenner und de Gasflasche aakumme sind: „ Solang ich eich i dem Huus und z` Eschinge mex, word nit noch dem Schwobbe Forz brieht oder gsengt. Hauet ab mit dem Glumpp und brängets jo nimme hinneverri„. So hom mir der ruhig und glasse Pius no nie gsähnne und erlebt. Des Thema war also ver alli Ziite erlediget.
Noch em Briehe und putze isch der Sau- Bolle wieder uf de Schragge gwallet wore. Jetzt isch`s as vertrangiere gange. Därm sind uusiquolle, die ganze Innereie mit Lebere, Herz, Nierli und Lunge und natierli: de Suuploddere. Die hät de Pius glii ufbloose und ame Nagel ufghängt . Am Obet isch sie in Rauch kumme. S` war jedes mol e medizienischi, aaschauliche Lehrstund am lebende, pardon, nei am tote Objekt. E Art Physikum oder e Sektion. D` Lebere, d` Nierli und e paar Speckschwarte und spezielli , ganz gueti Fleischstickli sind in Worschtkessel kumme. Noch 20 Minute isch de erscht Tageshöhepunkt kumme: S` erscht Kesselfleisch und en Toal vu de Lebere sind uf de Transchierdisch kumme , d` Salzmuddle und Pfefferbichsli denebet und jetzt sind alli Manne, userm Pius, imme Art Blut- oder Fleischrauusch über des erscht Kesselfleisch hergfalle, Korz bevors allne Kotzübel war, isch d` Schnappsflasch und d` Wieflasche scho s` erschtmool im Ring rum.
I de Kochi isch fliessig gschaffet wore. D` Oma hät hiefewies Zwieble gschnäflet, d` Kind hond Speckwerfeli gsebblet und d` Wieber Pellkartoffle ver de Herdäpfelstock gschellt. S` Suurkruut, Hausmarke Klärle Mauz, hät vor sech änni kechelet und himmlischi Düft und de archaiisch Guu vum Mexe isch im und ums Huus glege. D` Manne hond mit em Pius gworschtet, Kottlet g`hacket und gschnitte, d` Schunke uusboanet und Knechli nochputzt. Bluet und Leberwerscht waret im Kessel und de Vatter isch um de Kessel gmuuset und hät ghofft, dass es mindschtens zwei Würscht nimmt und verplatzet, dass i de Worschtsuppe au eweng ebbis drinn isch. Am liebschte het er glii zwei ufgstupft. Aber do hät de Pius ufpasst wie en Gendarm well sin Berufsethos hät e glasklare Worschtsuppe als Pius- Markezoache verlangt. Erscht nochdem alls grecht war und vertranchiert und i de Därm, de Gläser und de Bichse war, isch de Pius Keller als letschte au an grosse Tisch ghucket und hät vu sinne Mexerkünscht versucht. Alli andere waret scho vu sinne Fähigkeite überzeugt, z`friede und sogar begeischteret. Jetzt hät sich de Wii, de Schnapps, s`Bier, de Siessmoscht vu de Kinder, mit de Leberworscht, de Bluetworscht, em Kesselfleisch, em Suurkruut, em Herdepfelstock und em frische Buurebrot vu de Gotte, im volle Mage verbündet oder bim oane oder andere au verfeindet. Mit „Prost „ und „ En Gute „ Sprichklopfe, Verzelle und nomol eme Deller voll Worschtsuppe mit Nuddle isch des Fescht no bis wiit in Obet schee und luschtig uusklunge. D`Kinder sind mit de Kannte fortschickt wore zum die Verwandet, d` Nochbere und die Bekannte mit Worschtsuppe zum Versorge und vor allem: Daß sie nit gsähne und so ganz direkt mitkriegt hond, dass die Manne en ziemliche Ruusch ghet hond.
Mexete
Hai, Spechte Max, jetzt kaasch sie bringe 200 Kilo ? , je Gott, wär word dees zwinge E Fescht giit des, wie all Johr wieder Am meischte freit`s, de Vater Frieder
Und gar koa Freid , des hät die Sau Paß uff, jetzt word sie usem Gatter glau De Spechte Max pfufferet z` friede ab Mit herte Märkli , de Käferbuckel nab
Stähle Karl, du hebsch am Linke No kaa sie nu no glei weng hinke Und Frieder, fier sie i de Schopf Dä griegts sie onni uf de Kopf
D` Kind , d` Wieber i de Kochi dinne Die donnt sich fascht scho hintersinne Die schnattret luut und uhni en Verdruss Daß jo kon hert, de dumpfi Schuss
Mam Dilger kumm, rier`s Saue- Bluet Daß d` Bluetworscht glingt und schmeckt no guet Des Wiib, des hät bigott Courage Jo heidenai, leck mech am Arsch
Jo heidenai, oh jemminee Wie isch des Schlachtfescht wieder schee
De Keller Pius, der kha mexe Me mont halt grad der kinnt au hexe Hai Frieder , jetzt word briet die Sau Koa Borschte därf meh annre stau
Un Klaue ab und putzet, gschabbt Daß s` Wasser iber de Zubber schwabbt Hau Ruck , konn Maa därf jetzt versagge Der sauschwer Bolle uf de Schragge !
Jo heidenai, oh jemminee Wie isch des Schlachtfescht wieder schee
Oh jeggesnai, jetzt kummet Derm De Mage, s`Herz, guck do ischs Hern Do Nierli, d` Lebere die isch rot- weiss Und schnell in Kessel, der isch sauheiss Ufs Kesselfleisch freit sich de Fridder Und alli schneiket, komm isch`s z` Widder E klei weng Pfeffer, Salz und Majoran Do gond halt alli glischtig ran
Jo heidenai, oh jemminee Wie isch des Schlachtfescht wieder schee
D` Wieber putzet Därm und Knechli D` Kinder schnäflet de Speck zu Schechli Die Zwieble rühret d` Oma nie zu Tränli Drum kkaa sie schniede ganzi Zähnli
Und Wie und Bier und gueti Schnäps Do gucket bald scho alli schäps Nu on, der waartet bis Gworschtet isch De Pius sitzt erscht no an Tisch
Jo heidenai, oh jemminee Wie isch des Schlachtfescht wieder schee
De Fridder um de Kessel muuseet Ob`s nit bald usre Worscht nuusschuuset Er mag`s wenn d`Worschtsupp hät weng Fetze Do bisch bim Keller-Pius grad am Letzte
Mir Kinder mond jetzt zu Verwandte Mit volle Metzelsuppe – Kante Die Nochbere die wartet au Koa Muhl lot d` Motter leer ufstau
Jo heidenai, oh jemminee Wie war des Schlachtfescht wieder schee
„ Oh Mundidie“, so sait de Opa Felix amel wa soviel hoasst „ Homm mir en Bammel ! “ Guet Badisch hoasst`s au: „ Mon Dieu, Des Schlachtfescht war so richtig schee „
Jo heidenai, oh jemminee Wie war des Schlachtfescht wieder schee Jo heidenai, oh jemminee Die Mexete , die war halt schee
Wo mer i de Kindheit no mit em qualmende Dampfzug in Schwarzwald und in Breisgau gfahre isch, do hät mer die Brucke und Löcher no kennt. Jetzt pforret mer dra vorbei, drübert dorri und au i de Tunnel schmeckt mer de Guu vu de Kohle nimme.
Die Lokomotive „Romulus“ der Bregtalbahn im Bahnhof Hammereisenbach.Lokzug auf dem Reichenbachviadukt.
Sunntig morge um nieni: De Vater kauft am Bahschalter im Eschinger Bahhof e Famileifahrkart gi Löffinge. De Bahofsschaltermaa und de Vater kennet sich guet. Fascht jede Tag löst er e Billet für sini Gschäftsfahrte is Bregtal, is Brigachtal, is Dunnetal oder au is Aitrachtal zum Revisione mache. Bevor mer gi Wandere a die urplötzlich ganz frisch iibroche Doline z Göschwieler goht, däe isch e granate, fascht e biblisch Loch z mitts im Feld am Rosshaag uffgange, hät d Motter no die ganz Bande i d Frühmess id Mariekerch gscheicht. Jeder hät e Rucksäckle uff em Buckel mit eme Brotriebel, eme Schübling oder Landjäger und ere Bügelsprudelflasch Marke “ Silberperle“. Noch dem a de Barrier die Hin- und Ruckfahrtskart abknippst isch, stoermet die ganz Bagage in en freie Holzklasse Abteil a linke und reachte Fenschterplätz. Bevor de Schaffner und de Lokführer piift, sind Fenschter mit dene speckige Lederrähme abiglau. De Zug schhnuufet a de Labrante vorbei, unterm Iisebah- Fuessgängersteg und de Iisene Strossebruck geg Hifinge. Denoch zoeget om de Vatter z Aamedshofe d Junipperusquell.
Sit em Volksdichter Viktor von Scheffel hoesst die sprudlig aamedshofer Brunnequell jetzt ebe so literarisch, poesievoll, halt scheffelmaessig Juniperusquell. Naemli noch sim Büchle über de Wanderbursch, de sageumwobe Kreuzritter, ebe de Juniperus. Wieso er dem de Botanisch Name vum Wacholder, vum Reckholder, gähe hät, isch bis hit no im Scheffel sii Gheimnis.
Abschied am Bahnhof in Hüfingen in den 1930er Jahren. Film von Ernst Kramer.
A Hifinge vorbei tischet d Motter die oe oder ander Familie Gschicht uff. Und scho kunnt die uugeduldig Frog: „Wenn kunnt s Dögginger Loch ?“. Zerscht zoeget d Motter no uffs Bahwartshiesli, wo sie uff d Welt kumme isch und im Dögginger Bahhof uffgwaase isch. Bim Abfahrtspfiff z Dögginge kunt s Kommando: Alli Fenschter mit em speckige Zugrähme ganz uffi ziehe und verrammle. Bevor d Dampflock im Tunnelloch verschwindet, loot de Heizer no drei ganz lange, schrille Pfiff los, dass jo alli im Zug d Fenschter zuemachet.
Dögginger Tunnel
Und wehe, wenn nu oe Fenschter no uff isch, kummet ganzi Ruesswolke is Abteil bei de Volldampfahrt dorchs 850 m lang aastiegend Dögginger Tunnelloch. Desell Kuehseckel, wo s Fenschter nit uffizoge hät, word verscholte und aagoschet. Ghöhrig schnuufe muess des Löckle im aastiegende Loch. Jetzt words rappeduschter. Erscht noch em grelle Liecht noch de Uusfahrt gohts liicht abwärts geg Unedinge rab. Glii dirigiert d Motter alli a s reacht Fenschter. Uumerklich fahremer ueber die gwaltig Iise und Granitbogebruck ueber de Gauche.
In der GauchachschluchtBahnlinie bei der EulenmühleMauchachbrücke mit S-Bahn.
Blick nach UnadingenBrücke über die GauchachBrücke über die Mauchach.
Fuer 10 Sekunde sieht mer die legendär Iihlemilli. Jetzt no rechts die zwische zwei mächtige Linde iiklemmt Iihlemiller Kaepelle.
EulenmühleKapelleKapelle
Und scho fahrt mer au fascht uumerkli über die zweit längscht Bruck vu de Hölletalbah: Die mit zahlriiche Sandsteiböge steimetzmässig akkurat und solid baut Mauchachbruck. Des Kleiod lehrt mer erscht richtig kenne, bewundernd und schätze, wenn mer des idyllisch Mauchachtal ab em Kupferbrunne geg de Tabor abspatziert. Wer denno unter dene Sansteiböge, unter de gwaltige Mauchachbruckearkade e Liedle pfiift oder singt, der glaubt er wär i me romanische Chorgwölbe. E Akkustik wie s i de best gstimmte Oper nit besser sii kinnt. Drei gwaltige Bauwerk homer jetzt scho uff grad nu 4 km i dem Gai, i dere Region, kenneglehrt. Im sogenannte Baarschwarzwald. Dere Baar Ecke zwische Dögginge und Unedinge, dem Gauche- Mauche Gai, kennt mer au treffend s „Brucke – und Tunnelland“ sage. Notwendig gmacht hät den gwaltige Bauwerkskraftackt die ganz bsunder Geologie und die Landschaftsgeographie vu de Gauche und de Mauche.
Mauchachbrücke
S kunnt aber no besser. Wem mer jetzt no en Zeitsprung vum Hölletalbahnbau um 1890 is Automobilzeitalter vu 1950, 1995 und 2022 machet kunnts no dicker, höhner, no protziger, no uffwaendiger.
Bauarbeiten zur Höllentalbahn bei der Luttlinger Bruck 1899
Während sich die beide wunderscheene Bahbrucke Gauche- und Mauchebruck zwischeziitlich ziemli im Bewuchs vu de über 100 jährige Naturrückeroberung verstecklet und verschoppet, nuu s Dögginger Loch nimmt mer beim bahfahre in Schwarzwald ussi wohr, strecket und recket sich protzig und hoffaehrtig sit de 1990 Johr neui Stahlbetonbruckepfeiler in Himmel. No kühner lieget uff dene Pfiehler Stahlhohlkammerträger. Die traget die Fahrbahnplatte fuer de Tag und Nacht rollend und donnernde Autoverkehr vu de Baar ueber de Hochschwarzwald in Breisgau. Wer anne 1900 glaubt hät, mit de uffwändige Hölletalbahn wär des Verkehrsproblem vu Ost nach West gloest, der isch schwer verkumme.
Hauptsächlich die plogete Dögginger, aber au s Doegginger Postloch a de Gipsmilli vum Reimnitz, hond en gwaltige Strossebau Kraftackt erzwunge. Nit nuu dass des Menetekel vu dem fürchterliche Busuuglück vu 1954 i de Postlochkurv a de Gipswänd ghanget isch. Dä sind 35 Radolfzeller Skifahrer, die an Feldberg hond welle, tragisch ums Lebe kumme. S gröscht Uuglick im Landkreis i Friedensziite. Aber au z Doegginge war de verkehr dorchs Ort nimme zum uushalte. Also sind vor em Ortsiigang im Oste zwei Tunnellöcher mit zwei Fahrbahnröhre bohret wore bis noch em Ortsend im Weste. Für die zwei löcher hät s Geld grad so glanget. Uugfähr paralell zum Bahtunnel vu 1885 , aber mit über 1200 m no ziemli länger wie s 850 m lang Hoelletalbahtunnelloch, sind die zwei Strosseröhre baut wore. Noch em Uusfahrtsportal im Weste zielt zwar die oe rohre genau uff die besagt elegant und harmonisch ueber d gauche und mauche gschwunge Stahlplattebruck. Die ander Rohrii- und Ussfahrt muess sich aber schwer verkrimme. De Verkehr vu de einspurige Bruckefahrbahn is suedlich stroossetunnelloch word verschwenkt. S Geld hät halt dämols oefach nimme glanget für e zweite Bruck.
Blick nach Unadingen
Aber jetzt anne 2025 isch es so wieht. E „Nochwuselli“, wie mer uff de Boor zu so ere verspätete Zeugung sait, word jetzt uff langi, hohni Betonstelze gstellt. Noch lange, intensive Planunge und de Natur gschuldete Ausgleichsmassnahme kriegt des Gai jetzt nomol e Bruck. Vier gwaltige, technisch und bauhistorisch bedeutende Brucke us wiit ueber 100 johr Baugeschichte sind dä versammlet: D Iisebah Gauchebruck, D Iisebah Mauchebruck, Stroossebruck 1995 und jetzt 2025. Usserdem drei grosse, lange Tunnel: Bahtunnel Dögginger Loch, B 31 Röhre Nord und Süd. Die sind am Östliche Landkreisrand, im Baarschwarzwald, i de „Brucke- und Tunnelregio“ uff engstem Raum, i me Art Brucke und Tunnelpark, versammlet. E Rarität, e Unikat im Badische. So viel künstliche Brucke und Tunnel uff engstem Raum sind nuu dä so massiv versammlet. Und wenn mer s 120 m lang, duschter, uuheimlich Mauchach Bachgwölbe, Bachtunnel, kurz oberhalb vum Gauchach- Mauchach Zämetfluss, wo nit nu s Wasser dorchgoht, sondern au de Wanderweag, dezuenimmt, sinds sogar au 4 grossi Tunnellöcher. Wa dähtet au die Liit us em abgangene Dorf „Muuche“, genau i de mitti vu dene gwaltige Bauwerk, sage, wenn sie die uubache Veränderunge vu ihrere hoemet verlebe dätet ? Hond sie amend ghahnt wa do emol kunnt und sind drum selli rechtziitig mit Sack und Pack vertloffe?
Jo so ischs, im Brucke und Tunnel Park
Die Lokomotive „Romulus“ der Bregtalbahn im Bahnhof Hammereisenbach.Schneeschleuder Lokomotive 1975Führerstand der E-Lok 1975Dampflock 18 505Beschreibung der Dampflok 18 505Triberger Bahnhof am 30.08.1975
Wo d Mehlbuebe no mit de Draisine zum Müller gfahre sind, Und au mit de Draisine zum Hergottsdag:
„Ihr Heilandsakramenter, ihr kennet doch de Fahrplan!“
So moss de Grossvater Felix de gross Bue, de Wilhelm, und de ander Dögginger Stromer , de Starke- Willi, aagjoolet haa. De Grossi Felix war Bahhofsvorstand z Dögginge und hät natierli au s Stellwerk z Dögginge unterhalb vum Dögginger Tunnel vu de Hölletalbah dirigiert. Grad isch en Zug vu Löffinge mit eme uugwöhnlich lange Pfiife in Bahhof iigfahre. De Opa Felix hät no friendli mit de Hand am Bähnlerkappe grüesst, wo scho de verruesst Lokführer, kum hät er d Miggi aadriblet, us em Lokstand abighoppet isch mit ere Sauwut im Ranze de Felix aagjoolet hät.: „ Lek mi doch am Arsch, kinneter nit besser uffbasse, grad sind vor mir zwei so Soecher am End vum Tunnel vure Draisine abihgoppet, hond Mehlsäck abgworfe und d Draisine grad no vum Gleis abgekippt griegt. Wo ni die gsähne han im heale Gegeliicht am Tunneluusgang, hann i gmigget und Pfiffe, dass Fahrgäscht vu de Holzsitz abibolderet sind, bestimmt s Hirn aagschlagge hond und s Frachtguet im ganze Güterwaggon ummenand boggelet und krachet isch. Wa waret des für zwei oefältige Dackel, die Mehlbuebe ?
Hää ? „ Uusahmswies schtot de bärestark Wälderkaib, sunscht nit grad uff s Muul kait, verdatteret uffem Peron. „ Wa isch do gsiee, wo isch des gsie ? „ Nomol loot de gähwüetig Dampflockvirtuos sin Dampf ab und scheisst de Lix, so hät mer im Opa gsait, nomol zähmet bevor er wieder freie Fahrt gegg Eschinge kriegt. Trotz allem moss de Fahrplan iighaalte were und uff d` Minut dä z Eschinge, am badische Iisebahknotepunkt, so ebbis wie de Arc de Triumph z Paris, iifahre. „ Mundidie „ sait de Felix no paarmol, dene Quatratsladschi gib is aber !“ Mundidie isch im gottesfürchtige Felix sind gwähnliche Fluech, im Gesesatz zu de Booremer Buure die ganz anderi gottsläschterliche und uukeusche Flüech druff hond. Des Mundidie hät er us em 1. Weltkrieg, us Lothringe mitbroocht und hoesst eigentlich dä selli charmant und gottesfürchtig „ Mon Dieux „. „De Mundidie“ hät mer im Lix denno au später z Gräninge gsait, woner aaschliessend au dä Bahhofsvorstand war.
Paar Minute später fahrt e zweits Gfährt im Bahhof ii. E Draisine, mit zwei grosse Buebe und paar wiisse, handgwobene Meahlsäck druff. Vor em Wohnteil vum Bahhof migget sie und stieget ab. Und denno gohts los: De Vater Felix pforret us em Stellwerk und loot Schräe ab wie en Aabrennte. Jetzet kunnt sii bsunder Strofgricht: De Lederrähme us em Hosebund und de Wilhelm, sin Bue über s Knie und e paar knallherte Peitscheschläg uff s Fidle. S Bläre khaa de heldhaft 14- Jährig grad no verhebbe. Des sich gsesse. De Starke Willi loht er in Ruhe, des soll seller Vater erledige. Jetzt wered unter de strenge Uffsicht vum Vater die schwere Mehlsäck, zum guete Glick isch konn verplatzt, uff d Bühni trait und i de muusdichte Mehlkischte versorget. D Säck stammet vum Onkel vu de Frau Sophie us Hifinge, vum Kramer – Beppi. Kramer stoht au uff dene guet gwobene Mehlsäck. De Beppi war en guete, dipflischiessige und aagsähnene Leineweber im Süesse Winkle. Der Mehl- Tagesbfehl war zwar erlediget, aber für wa fer en Priis ?
Frühner, also no so bis id 30-erJohr, war e Bahgleis wie d Hölletalbah au e hilfreiche Magistrale für de klei Persone- und Wahreverkehr. Woni hit bei ere Besichtigung vum neue Gleis vu Löffinge bis Dögginge mit eme hochmoderen, vollautomatisierte 400 m lange Gleisausbau.- und Verlegezug z Dögginge westlich vum Tunnle gstande sind, han ich im Joachim Binkert kurz die tragig komisch Familiehistorie aadietet. De Studiefreunmd Joachim isch immer no bi de Bahn aktiv und de Projektleiter vu dere Sanierung. Er und no on, de Andy Glatz und de Schwitzer Rene Müller, sind vu den 25 Semesterkollege Bähnler wore. De Joachim hät de Baaremer und de Hegaufraktion vu iiserem Semester FH Konstanz 1974 die technisch uuglaublich Baustelle zu iiserm grosse Respekt zoeget.
Draisine
Die Draisinegschicht , die ich für en einmalige Fall z Dögginge ghalte han, hät de Joachim voll bestätigt und ergänzt. Sin Grossvater war Stellwerkbähnler z` Radolfzell Richtung Stahringe. Er isch vu Radolfzell zum so 1 km usserhalb liegende Stellwerk jede Tag hin- und zruck mit de Draisine gfahre. Des war au z` Dögginge die üblich Fahr– Transport u. Reiseart. Im Grossi sie Frau, d Sophie Kramer, war us Hüfinge. Und wenn sie gi Iikaufe, zu de Verwandschaft, zum Zahnarzt Vetter Ernst Kramer oder au a Kirchefeschter z Hüfinge gange sind, sind die mit de ganze Familie Bagage mit ere Draisine gfahre. De Fahrplan hät en Bähnler genau kennt und so isch mer amend uff e Abstellgleis z Huuse oder z Hüfinge gfahre wenn en Zug kumme isch oder me hät die Draisine kurz vum Gleis abi gschunde und denno wieder druff gmorkst. So hond die Manne, Wieber, Kind d Muckibuddi spare kenne. Dä sind au so silbrige, verchromte Pump- und Giegmaschine uffgstellt und me moss sogar no zahle ohne dass mer on Meter vorwärts kunnt. Bei de Draisine war des alls ummesunscht.
Dögginger Mehlbuebe: Bahhof, Dögginger Loch, Iihlemülle hin und zruck. (Eulenmühle in der Gauchach)
Wa isch a dem Werktig i de 20- Johr aber passiert ? De ältscht Bue vu s Hilperts, de bommstark Wilhelm, hät noch de Schuel vu de Motter Sophie und em Vater Felix de Ufftrag griegt, d Fruecht vu dem kleine Woezeäckerli am Bahdamm mahle z lau, dass mer wieder guet Buurebrot ver s ganz Johr bache khaa. Dass es i om goht, hät au de Starke Willi, au er war, Nomen est Omen, scho bäre- Stark, d Fruecht vus Starke, des waret Buure im Ort, mahle lau solle. Dögginger , Unedinger, Dittishuusemer hond i de Ihlemilli i de Obere Gauche bim legendäre Ihlemillier mahle lau. So hond allso die beide grosse Kerli d Fruechsäck vu beide Familie uff d Draisine vum Bahhofsvorstand glade und sind i de Zugpause geg Weste mit de Handschwengel- Draisine gfahre. Gli noch em Bahhof kunnt s 550 m lang Dögginger Tunnel, s uubeleuchtet Dögginger Loch, s längscht Tunnel vu de Hölletalbah. Des isch ziemelich guet und schnell gange weil dä d Bah Abwärtsgfäll hät bis zu de Gauchachbruck vu uugfähr 2/oo. Dorch s Loch hond sie vu de aazundene Carbitfunzle eweng heal khaa und es isch noch em Scheitelpunkt am Tunneliigang gattig wie gschmiert grennt. Uff de Gauchachbruck hond sie ziemli migge messe, dass sie nit geg Unedinge pforret sind. Dä noch de Bruck hond sie d Fruechsäck vorsichtig, dass sie nit platzt sind , a s Bankett gleit. Denno hond sie die schwere Bolle die gähe Halde mit 40 Meter Höhe a d Gauche, an Weag zu de Ihlemilli, uff em Buckel abi schloepfe messe. D Draisine hät natierli vum Gleis kippt were messe, dass Zueg frei Fahrt ghet hond. Zerscht sind sie zum Ihlemiller gloffe zum en schwere Handloeterewage hole. Mit dem hond sie die Säck a d Ihlemilli uffi gfahre. Im Miller hond sie beim Verwäge genau uff Doope guckt, so wies de Vatter Felix gsait hät, und hond de Wiegrodel in Hosesack gschoppet. D Milleri hät ene no e Glas Milch gähe und en guete Hoemweag gwiescht. Uffizue geg s Dögginger Loch isch es i de Zugpaus, die sie genau kennt hond, jetzt au uhni volle Säck schwerer gange, aber doch schnell gnueg bevor de näscht Zug kumme isch.
Oe Woch später hond sie die gmahle War wieder hole kinne. Wieder sind sie noch de Schuel mit de leere Draisine dorch s Loch bis noch de Gauchebruck. Dä wieder Draisine vum Gleis kippt und ab zum Ihlemiller. Bei de Gegewägerei vum Mehl hond sie wieder genau zueguckt. Miller waret nämlich als Trickser, manchmol au als Bschiesser eweng verruefe und nit so aagsehne, obwohl sie meischtens, im Gegesatz zu de Kleibuure oder gar de Bähnler, ziemlich riich waret. Mit em Handwage isches jetzt wieder a d Gauchebruck und mit de zentnerschwere Säck uff em Buckel die gähe Halde uffi as Gleis und a die Draisine. Gwisst hond sie genau, dass de Friiborger Zug bald kumme word. Aber es isch jo so guet grennt beim herfahre und au vor ere Woch. Do hond sie aber d Rechnung nit mit de schwere Säck und de Steigung gege s Dögginger Loch und durchs Loch gmacht. Desmohl hond sie ghörig giige und gampe messe, dass sie gschwitz hond wie Brauereirösser, halt wie Draisinepumper. Vor em Loch no Carbitfunzel aazunde und mit jugendlicher Risikobereitschaft nint wie inni is fischter Tunnel. Wo sie so 200 Meter vor em End vum Loch und fascht am Scheitelpunkt, am Hochpunkt, verzwieflet gege d Schwerkraft kämpfet, höret sies scho fauche, des giegsig Dampross. Es kunnt immer näher und mit letzter Kraft, grad so 50 Meter vor de Lok, werfet sie grad no am Tunneluusgang im Freie d Säck vu de Draisine, hoppet abi , kippet des schwer Draisine Iisegstellarsch vum Gleis und höhret des Gjojl und Gschroe vum Lokführer und vum riesige Heitzer. Des hät sogar die de Höllegrach vu de Lok übertönt. „Leck mi am Arsch, des isch grad no guet gange“, sait de Starke Willi. Und de Wilhelm murmlet kleiluut „ Du häsch guet spotte, de Ranze voll grieg ich und die Strieme vum Ledergurt vum Vatter lond mi die näschte Tag uuruhig uff em herte Schuelbank hucke “
Die Uffstellerei vu de Draisine, des Ufflade und denno die liicht Abfahrt vum Tunnelloch bis an Bahhof war konn Triumpfzug vu heldehafte Athlete, es waret gschlagene, gnickte, brochene Kämpfer gege die Gsetz vu de Schwerkraft und de Gleisneigung. Die Lektion wär mit hängende Köpf und demutsvoll glehrt. De oe isch en erfolgriiche Baustoffhändler wore und de ander zerscht Mechaniker und denno en „Spätberufene Pallottiner Missionar im Palmölgarte des Herrn“ im ferne Brasilie.
Jo, so war des Mehlbuebedebakel i de 20- er Johr z Dögginge
„Guete Morge“, du ich dorri brummle de Morgemuffel hangt mer i de Zai „Guede“, duet er herwärts mummle Soo gohts sit Woche mit iis zwei
En Wälder also, seller Kleiser Maa, denkt han ich’s glii, jetzt isch es klar. Kumsch Obend’s z’ruck, stoht er no doo Uf sim Podest, doo, uff de Boor
„Guete n’Obet“, ruef ich zu ihm riber „Guede“ huucht er zu mir niber Er guckt nit nab und au nit nuff Sii Handwerk hät der wirkli druff
So giit’s nuu on wo bloost und drillt Des flüssig Glas noch sinem Bild. d‘ Betziit Glock nimmt er kum wohr am „Bläsi – Brunne,“ uff dem Brunnestoe
Dem isch’s au glich wenn d‘ Rentner froge: „Wie lang widd duu dich denn no bloge?“ Erst reacht bloost er noo uff die Backe Und loot de glüejig Buddel knacke
Denn Arbet isch e Kunscht nie gsii Drum zooeget er lis wie es sott sii Daß z‘ fridde mir ad Arbet gond Und froh sind, dass mir oni hond
„Häsch nit baald gnueg?“ lot er nit gelte do kennet alli morre, schelte „Wie lang häsch noo?“, isch ihm en Gruus Drum schaffft er zue, johrii, johruus
Den Kerle mueß mer oefach mege und kon isch au nuu weng degege Sitt der im Oort isch, des sei gseit Macht iis der „Bläsi“ werkli Freid.
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr.
De Nonno vu Pineto
Am Adria Strand i de Appruze: En friendliche Nonno mit Strohut radelt gmietlich und guetgluunt d` Promenade ab mit sim Dreirädrige- Fahrrädle. Mit Kennerblick taxiert er d Gäs`cht. Natürli sieht er uf de erscht Blick, woher die Touris kummet und er woass genau wen er abohre will. Nämlich die giitzfreie, lebensfrohe Tedesci, dieselle wo e Gnusswelt bewahrt hond oder im Begriff sind, sie wieder zu erobere. Des sind sini uusgsuchte, handverlesene Aasprechpartner. „Buon Giorno Singnora“ de galant ergraut Papagalli vum aalte Schlag woass genau dass mer zerscht d` Wiiber aabohre muen: „ Wie geht ?, wo habbe Haus in Allemania ? Ahh, si, si , da habe io au gudde Collega, habe au Ristorante, ganze gute italienische Mama- Cucina….., und ……will jetzt au Eisdiele, Gelateria, mache. Habbe sie scho Eis esse in bella Gelateria „Appruzzo“, andere Seit von Promenade ? Serr gut Eis, bene, tutto bene ! benissimo Gelato aahhhh „ Und so nebebii: „Macht meine Sohn, Maurizio, ganz gutte Sohn “. „Heute Abend, i bin au da, auf Terrassa, mache wir bissele kleine Parliamento in Gelateria, si ? Va bene , Buon Giorno, bis heut Abend , Molto Grazie e arrevederci“. Obwohl sini Absichte nit ganz so uudorchsichtig sind wie er animmt, mag mer den nette, friendliche Nono sofort und nimmt die Iiladung zum Obed- Eis gern aa.. Nochem „ Bona serra, cara Singniora, serra Signiore „ und nach eme kleine Schwätzle erschliesst sich die erstuunlich, amüsant und herzig Poesie vu sim Lebe meh und meh.
I de 60-er Jahr häts für den Taglöhner usre kleine Frazione, eme Dörfle a de Ostabhängen vu de Abruzze, kaum e Uskumme, scho gar nit e Iikumme und erscht recht nit e Fortkumme gäe. “Habe meine junge Donna an Hand genommen und habe, wie viele Collega, mit due Pappedeckel – Koffer Reise nach Alemannia gemacht, nach Wolfburgo, bei VauWä. Habe gute Geld verdient aber viele Heimweh und au viele Zeit an Wochenende. An Freitag war bei VauWä, ab Mittag, basta, fertig mit Sweisse und lavorare. Meine Frau habe auch arbeite. No , dann habe wir, subito Käfer mit Schibbdach gekauft , wie bei bello Topolino cingue- cento. Un dann habbe eine Collega verkauft eine picolo Bambini – Carussello. „ Mama ich kaufe diese Macina, basta „. Dann Macina auf kleine – Anhänger an Käfer- VauWä jede Freitag auf Piazza vor Karstad, Mercato, du wisse , manchmal bis Sonntag – Abend. Mamas von Bambini konnte ruhig in Karstad kaufe schöne Kleider, Schuh e rosso Intimissimi , Papas lasse ihre Bimbis fahre bis Mamas mit schöne Sache und so, zurück. Ohne mio Carussello Bimbi habe immer viel weine und Patrone von Karstad habe auch Spass un Profitto, weil viel Klamotte verkaufe un habe mir sogar Strom geschenkt. Eine Plattespieler singt ganze Tag „O sole mio“ und „Azzurro“ un „Gelazo a Limon“ wegen Bella Italia – Gefihl. War serr gute Geschäft, serr gut, viele 50 Pfennigmoneta jede Abend, un alle haben viele Spass mit meine Carusello. So ich habbe subito viele gute Mark für meine nächste, grosse Traum: Ein Gelateria in Wolfburgo. Un, subito, ich war Patrone von picolo Eisdiele „ Da Abruzzi“. Carrusello habe dann wieder an andere Abruzzo- Collega verkauft, Viele Arbeit aber immer grosse Auge von cari Bambini in fredo Wolfburgo wege meine gute tschinkeli Eis. Meine Sohn und meine Tochter sprechen perfetto Wolfburgo deutsch. War auch wieder gutte, serr gutte Geschäft. In meine bella Terra Abruttesi habe dann au viele, oh molto bene, Tourismo angefange. So wir sind bald zurück in meine Paese Amiata mit viele duro, (h)arte Deusch Mark, ehhh, war viele Millione Lire. Unsere finalissimo Visione, ganze gross Traum, war Gelateria am Lido Abruttese. So wir sind in viele, viele lange Trasporti, immer noch mit gutte Cabrio- Käfer und Carusello – Anhänger mit ganze Wolfburgo- Eisdiele e Eis- Macina und Bambini über Nurnbergo, Munico, Brennero, Ancona viele mal und molto Kilometri zurück in Abruzzi gefahre.“
„Habe meine Sohn Maurizio nicht schöne, bella Gelateria mit ganz gutte Eis, Gelato ? Alles nur wege bello Carusello und Bambini di Wolfburgo. Grazie bene, Grazie bimbi e Grazie Wolfburgo, e Grazie mi bello , mi moltobello Carusello“
Friendlich, respektvoll aber doch liicht distanziert, fascht ängstlich, begrießt er e italienischs , schwer gstyltes, ufgmotztes , goldkettle- verhängts Ehepaar. Sie guet zeh Johr jinger als er und sie chiki Nonna. Dere obe üppige Matrone und dem makelos gfärbte, so im Stil vum Grande Cavalliere Silvio Berlusconi, bietet er en separate Tisch aa. Artig wered se begriesst mit Kissle vom herflitzende Filio Mauro und de rassige Schwiegertochter. Später kunnt au no Nonna schaffig, verschwitzt us de Eiskuchi.
„ Sin Schwiegereltere von meine Sohn, habe gross Villa und viele schnelle Lancia und Alfa. Habe an meine letzte Tage auf Erde noch viele contatto mit diese Patron“. Schelmisch lauert er uf mine ratlose Auge und iiser Gsiecht. Wie zigfach giibt hebt er resignierend d` Schultere, loot sin knizze Schalk aus de kleine Äugle blitze , beugt sich liicht vor, legt beruhigend si Hand uf min Unterarm und er, und ich, schmunzle lang und gnussvoll bespasst i iis inni: Über den uralte, eigetlich abdroschene, uusglutschte Witz :
„ Is meine Totegraber, hat gudde, serr gudde Beerdigung- Funeraio Geschäft, si, si ………….eine ganz tott- sichere Geschäft “.
„Habbe viel grosse Mersedes Totewage. Italiener wolle nur mit Mersedes fahre an letzte Tag, nix Fiat oder Lanca. Will jetzt in Wolfburgo baue lasse grosse, schöne, schwarze VauWä- Bus. Muss aussehe wie Capella mit Clima, eletrische Kerze, mit Verkleidung von Apruttesi Pinie un Olivi- Holz, nix Blech un perfetto Music Box , besser wie bei meine Carusello- Plattespieler, extra für Adagio von Galuppi e Verdi“.
Während dene ganze Täg isch mir natierli unsern Feroldi, unsern erschte Italiener mit sim guete Tschinkele- Eis i de Waffel vum Bahofskiosk nit us em Kopf gange. 10 Pfennig hät on Bolle überall im Städtedreieck kostet. Die stabil Währung isch in de natural- Währung, nämlich noch de Bollegrösse reguliert wore. Z` Hifinge, bei me booremer Beck nebe de Kirch, war de Bolle Alu- Suppeschapfe gross, z` Briilinge Email- Sosseschapfe mässig und bim Feroldi i Original italienische Eiszange Grösse. Zange Chromstahl us Vincenca . I de Grösse ebe ganz de Statur von dene kleinere Italienerli, dene Tschinkeli aapasst. S` Markezoache aber vum Feroldi i sim herzige Kiosk gegenüber vum Bahhof, dert wo jetzt de Sternebeck isch und früher d` Post war, des war sin einmalige „ Ableger „ . En normale Eisverkäufer kaa nu vier Eiswaffle zwische sine 5 Finger iiklemme und mit de Eiszange die Waffle lade und fille. De Feroldi aber hät wundersamerwiis sage und schreibe fünf mit enand lade kinne. Er hät nämlich en Ast, wie mir gsait hond, ebe sellen Ableger am Dumme aagwaase ghet. Daß es bi iis Kröpf am Hals gäe hät, des hommer gwisst und bei Liit usem Wälderwald am Martini Märt au gsänne. Dass mir nit au so Kröpf grieget, gege des hond mir Jod- Tablette in de Schuel vertoalt griegt. De Ferroldi muess konni kriegt haa i sim abglegene Appeninne Dörfle, suncht wär ihm nit so en Ableger gwaasse. Aloanig aber die Kuriosität vum Feroldi, der Doppeldumme, hät dech de Geiz und die Gsparrigkeit vergesse lau, dass sine Bolle ziemlich kleiner waret aber viel sahniger als die Wassereis- Bolle vu de Konkurrenz in dene Eschinger Konditoreie oder z` Hüfinge oder gar z` Brielinge beim Klotze- Beck. Die Verhoassung dass dert vill meh Eis für 10 Pfennig griegt häsch, hat om ab und zu verleitet, ebe doch gi Hifinge oder gar über de Berg gi Briilinge z` rädle. Au do schafft halt Lust Leidenschaft und manchi Anstrengung vergisst mer vor luuter Giiz. Wege dem Giiz häsch in Kauf gnomme, dass uf so Iisgries, wo vum Iishuus gstammt hät, ummekaue häsch messe dass es im Muul knackt hät. Und denno häsch wieder vum Eis vum Ferry troomt und häsch der fescht vorgnomme, dass s` näschtmol die herte Pfennig wieder ver de puure Genuss iisetzisch: Nämlich ver echts, sahnigs, fruchtigs Tschinkeli – Iis vum Feroldi.
Sit dem Nono us de Apruzze guck ich die verschnörkelte, barocke Kinderkarussell, grad au am Kloosemärt z Hifinge, mit ganz andere Auge aa, sieh den Glanz i dene Kinderauge im neue Liecht und denk manchmol drüber noch, ob de hittig Karusellbremser und Betrieber au sii Glick macht mit sinere Traummaschie, genauso wie de trollig Nonno us de Abruzzen ?
Zwar hät de Feroldi, z` Eschinge am Bahhof, koe Carrusello und au kon Schwiegervater als Totegräber ghet. Aber halt s` bescht Eis im Städtledreieck. Sogar die Bregtäler, wo mit de Bregtalbah aakumme sind, hond manchmol, wenn sie 10 Pfennig übrig ghet hond, scho während de Aafahrt geg Eschinge uff de herte Holzklassebank, vum Ferri sim Schleckiis troomt und sind standepee vum Perron eweg zu sim Kiosk dorri grennt. Gmeinsam mit siinere pummelige Frau und de willige, schaffige Techter hät er als erschter die Tschinkeli- Genusskultur gi Eschinge brocht. Obst und Südfrücht, wie Tomate, Zitrone, Pfersich, Truube, Orange und Feige. Spagetti, Pasta, Gnoggi, Gorgonzola, Salami und Parmesan hät er dene wunderfizige Hausfraue aabote und sie honds , e weng verschämmt, au gern kauft. De Vater hät ab und zue au e Brisago oder en Bündel Krummi Hund, die schruubeartige Zigarillo, beim Ferri kauft. De Magnet aber war im Sommer im Feroldi sii Schleckeis: Citronegschmack, Pfirsich, Melone, Pistazie und Mocca waret Eissorte, die häsch sunsch nähnets griegt. Obwohl die Bolle ziemli kleiner waret wie des Wassereis mit meh Eisscherbe vum Eisweiher und Eishuus drin wie Milch, Rohm, Zucker , Kakoo, Erdbeer- oder Himbeermues bei de booremer Beck. Dieselle booremer Landbolle vum Gleichauf, vum Reiterbock oder vum Hengschtler. De Gluschte und de Genuss beim Feroldi war uuübertroffe, halt pico bello. Bollegrösse hin oder her. Ganz abgsehe vu sim unvergessene, stadtbekannte und legendäre „ Ableger „. Sie Tochter, d Maria, isch zwar noch dem de Kiosk im Weag war und abbroche wore isch, zruck gi Venetie , i die Julische Alpe, is Friaul, is Piavetal. Sie hät aber bis hit no Kontakt zu Eschinge und schwätz immer no e trolligs Booremerisch. Nochfolger Eismacher i de Region waret denno d` Spinazzis mit em Venezia, die Zampollis, Pampanins und Da Angelos.
Jo so wars , und s `nächstmol verzell ich eich die Gschecht vum Riedeburger Feroldi, em Angelo.