E Lebensbild Post Mortem über de Beppi Kramer vum Süesse Winkel

gelesen von Maria Simon

Quelle: Historisches Filmmaterial aus dem Nachlass von Ernst Kramer. Die Veröffentlichung dient ausschließlich der Dokumentation der Hüfinger Ortsgeschichte. Sollten Rechteinhaber Einwände haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung.

Vu Loeterewäge, Heinze stelle, vum Wiisbom, Karresalbi und Micki tribble. 
E Lebensbild Post Mortem über de Beppi Kramer vum Süesse Winkel. 

So „Gäbeli Zettle“, 
Do kinnt i wette
Im Kramer Beppi wärs en Graus
Für iis isch es en Augeschmaus

Die Heiberei am Galgeberg
Wa war des für e hert Tagwerk
E Ochsefuhrwerk, alls vu Hand
Die Kramerbloos schafft mitenand. 
„Ab i d‘ Schier, vum Schose kunnt e Gwitterwand“ 

Des Ochsegschier, de Hans und Franz
Des waret konni Hoppedanz
lahmarschig all im glieche Schritt
Nu so kunnt do de Beppi mit

Koe Wunder, de letschte aaltbache Städlibuur
Konn hät no so e Kugelfuhr
Alls vu Hand und Koe Maschie
En andre wär do scho lang hii

De Ernst, de Gettibue, hät des alls gfilmet
Dass so Erinnrunge nit bald mol himmlet
So bliibt d‘ Gedankewelt halt wach
Wie s Hei vu Hand kunnt unters Dach

Alls vu Hand: Maije, worbe und verzettle
Zatte mache und zemetreche
Hainze stelle, Hei druff winde
Vor em Dunderwetter, moss mer schinde

Wage lade, guet verdoele
Underm Wiisbom guet versoele
Karresalbi, Achse schmiere
Micki duet, kaasch nit verriehre

So gohts jetzt d‘ Lorete ab
De Nepomuk sait nit mol bapp
S‘ Stadtbächli dismet, jetzt s‘ Spitteltoor
Im Süesse Winkel winkt scho s‘ Schieretoor

Alls vu Hand, des isch famos
Im Beppi keit au nint in Schoss
Und d‘ Emme hilft dagus, dagii
Drum verdäehnet die en Heilgeschii

Des Tagwerk isch ver die koe Lascht
Alls vu Hand, alls uhni Hascht
Im Filmli sieht mer frohgemuet
Wie de Beppi wirft i d Luft de Huet

Bescheide, gottesfürchtig und volksfromm
De Beppi, konn Kerli wie en Bomm
Sin Glaube und sie Zueversicht
Hebt stand au vor em Jüngschte Gricht

Kraftakt, e Brändbach-Ballade

Z‘ Waldhuuse bei de Siebe Hiesli Liit
Dä isch ebbs, wa`s sunscht nähnets giit Im Siebte Hiesli wohnt kon Mensch
Wa word dää sii, wa denksch ?

Dä sorrets, summts und fauchts und stampfts Des isch bigott kon Allefanz
wo des alls wartet, schmiert und fettet
Wenn die den guete Maa nit hettet

De Willi Brugger (III) drei
Wa der alls khaa, jo heidenai
Us milliardefache Brändbachtröpfle
Macht der vill Strom, druckt nuu paar Knöpfle

Die Wassertröpfle wered g`sammlet
Im Kirnbergsee sind sie versammlet Bevor’s i grosse Rohr rabdunndret Und Strom druus Word, wa villi wundret

Turbine triebet Dynamo aa
Wa Brändbachwasser doch soo alls khaa? Demit khaa mer im Stausee badde
Für d‘ Freizeit isch des au kon Schadde

So kinnet d‘ Brielinger Wäsche, Bache Maschine Triebe für vill Sache
De Straub khaa Bappedeckel falte, drucke Wo die i Hochregal nuu korz verhucke Millionen Schachtle, bisch ganz backe? Me weltwiit bruucht zum Sach verpacke

Verdanke duet mer des de Manne
die baue hond e grossi Wanne
E Bogemuur und Rohr us Iise
Lond’s Brändbachwasser aabischiesse

Im Kraftwerk vu Waaldhuuse
Duets hundert Johr scho kräftig schuuse Us Wasser macht mer dä de Strom Energie für Brielinge isch de Lohn

Drum lobet, jublet dene zue
Die niemols gänd e Rueh
Dass Brändbachwasser schaffe khaa Gnueg Strom do isch für jedermaa

(Drum isch es manchmal au e Freid Wenn vum Himmel Wasser obe abi kheit En Segen ischs für Flur und Feld
bringt Gräene Strom und Geld)

Die drei Brändbacher Wassertröpfle gelesen von Maria Simon

Die Brändbacher Wassertröpfle gibt es bei der Stadtverwaltung Bräunlingen zu kaufen.

Angelo, de Feroldi vu Riedeburg

Beitrag vom 24. Juni 2021

Z` Riedeburg a de Altmühl im Bayrische häts au so wie bei iis en Feroldi gäe. Er hät zwar „Da Angelo„ khoasse aber, er hät im wörtlichste Sinn, wie vu Angeli, de Engel gschickt, die Kinderherzer gfange und verzückt. Au er isch mit eme Gaschtarbeiter- Zug und dem uverzichtbare Pappedeckelkoffer z` Riedeburg a de liebliche Altmühl aakumme. Zum Schaffe i de Sohlnhofer – Platte Steibrüch und nebedher i de uffkummendi Fremdeverkehrs- Gastronomie. I de Ecke vu de Pappedeckelschachtel aber hät er au, wie villi Siziliener, en uustillbare, en nit verzollpflichtige, en heimliche Troom verschoppet ghaa. Nämlich de Vorsatz e herzige, möglichscht heissblüetige Italienere z` hierote und e Eisdiele bei de Tedesci ufzmache. De erscht Troom, der mit Bella Ragazza, den hät er umbäschtle messe. Do war halt hormonell gsenne, nit zum dra z` Schruube. Statt dem feurige Italienerle hät ihm halt e schwarze, rassige und freche Riedeburgere, d` Erika , de Kopf verdrillet. A jedem Starkbierfescht un jedem Dorffescht hät er demit rechne messe, dass er wege dere heisse Busasch de Ranze voll griegt: „ Sait wonn gibt’s denn a sowos, dass an Itaker oise Madeln vom Donzboden obbi hoilt “. Daß sie ihm nie ganz an Kragge sind, war dem Grücht zum verdanke, dass jeder Siziliener wie halt die Mafiosi, e Klappmesser im Hosesack het. Des herzig und uverschrocke Riedeburger Madl hät Dehoam, in de Lehrzeit, bei de Nochbere un im ganze Städtle vill uushalte messe, well sie stolz, verliebt, bocksboanig und oagesinnig dem kleine Angelo nochgrennt isch. Sie war de erschte Gaschtarbeiter – Socke im Städtle. Un zähknirschend hond d` Eltere, d` Familie und des ganz Städle zuegucke messe wie d` Amore halt doch d`Oberhand gwunne hät. A me Samschtig im Mai isch de ganz Italienerclan vum Angelo us Sizilie mit de Fiat- Topolino und mit em Nachtzug Bari — Nürnberg im beschauliche Riedeburg iigfalle. Die halb Barockkerch war voll mit olivhäutige Süditaliener- und Sizilienerinne. Und d` Mammas, d` Papas und Nonnos und Nonnas, d` Schwestere und d` Brüeder hond während dere bayrisch- barocke Trauung ganzi Liitiecher nass gschraue und innbrünschtig betet dass die beide ewig zemethebet.

Im „ Brauhaus Schwan „ i de Schwemme wared die bieruugwähnte Tschinkeli noch „ zwoa Hoibi „ und „ oanem Hoxn mit Knödeln „ so bsoffe wie no nie und die kleine Siziliener sind bald dene oachene bayrische Neu- Verwandte Madln seelig i de stramme, schneewiesse Ärm und unter de woache Dirndl- Vorbaute glegge. Die glutäugige, rassige Italiener Maidli hond i de Pranke vu dene derbe, lederhose – Bayrelakel fascht koa Luft meh griegt und selli gern hetet sie gwisst, wie des mit dene Hirschleder Hoseträger und dene Lederhoseklappe goht.

Foto: Monika Sigwart

De Mythos dass jeder von dene Tschinkele e Stilett unterm Gürtel trait, hät sich schnell i Dunschtwolke vu Burger- Stumppe, Pfiifeduback, Zigärli, Bierdunscht, Humpatäterä un Gstanzl- Sprüch total i Schall und Rauch ufglöst. De Sepp isch dem Giuseppe um de Hals gheit, de Schorsch hät gmerkt dass er genauso hoasst wie de Giorgo und d` Nonna Margeritha genauso wie d` Grossmueta Magreth. D` Welt war hoal und de Angelo isch bi dene hagebiechene Riedeburger un i sinere neie Hoamet immer meh aakumme. Über vierzg Johr hat des Iiwanderer- Märle aghebt. Bis us dem Himmel voller Giige und Mandoline, us dere Verdi – Musik, dem Schlager vum Adriano Celentano „ Azzurro „ und us dem Ohrworm, dem Eisdielelied „ Gelato a Limon „ vum Paolo Conte doch en ganz tragische Misston kumme isch.

De Angelo hät des hert verdient Stoabrochgeld und sie Kellnergeld nach e paar Jährle i sie Vision, i sin Troom, den er im Pappedeckelkoffer verschoppet kha hät, inveschtiert und iigwäeslet. Vu Regensburg unne uffi und vu Beilngries und Berching obe abi, sind im nei baute Main Donau- Kanal, au en Troom vu me knallherte bayrische Elleboge- Maa, em Franz-Josef Strauss, Uusflugsschiff is aalt, beschaulich Riedeburg kumme. Und de erschte Gang a heisse Sommertäg war zum „ Da Angelo „. De Angelo und sie schwarzhoorigi, fliessigi und schaffigi Erika hon a de Schiffsländi e moderne Eisdiele, e Gelateria, baut und uufgmacht. Die frisch gmolke bayrische Milch und die Eier us de Nochberschaft, de fette Rohm und dezue die guete Zutate vu de Verwandschaft us Sizilie, hon des Gelato vum Angelo im ganze Altmühltal zu me Kult gmacht und ihn und sie Bella Mama Erika zu wohlhabende, aagsehnene Liit im Ort ufstiege lau. Die uusichtbare, die spirituelle Engelsflügel vum Angelo hon jetzt no besser trait. Zemmet mit em Stammhalter, dem picolo Angelo- Secondo, war des Iinwandererglick „ perfetto „.

Eiscafe „ Da Angelo „ am Schiffsanleger Riedenburg/ Altmühl


Gegenüber vu sinere Terrasa uf de andere Siite vum Altmühlkanal war e freii Baulucke. Mit dere hät d` Stadtverwaltung nint reachts aafange kinne. Jede Morge und jede Obed hät de Angelo und sie Cara Erika händlehebend dort dori guckt bis sie sich endlich entschlosse hond: „ Si, Si , pico bello, jo mei , dös greif mer oo.“ Sie hond so vill vu dene glickliche Kinderauge provitiert, dass sie dene allene ebbis zruck gäe hond welle. En grosse, schöne, modische, eweng au en mediterane Spielplatz sot dert entstau. Paar Pinie Bämm, Olivebäm und Zitronebäm i Pllanzkübel und e Spalier us Rebe. Z` erscht waret die Rootsherre zruckhaltend. „Olles ummsonst ? , a no von am Zuegroassten, am Italiener ?, Wos nix kost, kon a nix san“. Aber 2005 isch es losgange mit Plane, Baue, Uffstelle und Iirichte. Einweihung sot am 4. August 2007, am 65. Geburtstag vum Angelo sii. Natierli mit Blossmusik, mit eme Bergsteigerchor us Südtirol wo italienisch „La Montanara“ singt, mit Bier, Weisswürstl mit Brezen, und fasswiis rote- und wiisse Wii us Sizilie und eme Opernsänger aus Minge wo „O Sole MIo“ schmetteret. Und natierli mit ganze Eisberg, mit riese Eisgebirge vu Frei- Eis vu de beschte, und kindgerechteschte Sorte vum Angelo. Vom Pfarr mit dem Wiihwasser- Tee- Ei und graue Wolke vu Weihrauchschwade gsegnet. Mit Aasprooche vom Burgermoaster, vum Landrat der die vorbildlich Integration lobt und au vom putzig bayrisch schwätzende Patron, Gönner und Stifter, em Angelo di Lorenzo. Jetzt war de Angelo nit nu on vu dene aagsehnene Riedeburger Bayre, jetzt war er der Riedeburger „Kinder- Engel „ und sii Madel, die Erika, endgültig nimme des Papagalli – Mensch, sondern „ Die Donna Erica da` Angelo di Lorenzo „. So hets no lang bliibe kenne.

Aneme Morge woner mit siinere Donna Erica im Arm stolz und z` friede zum fascht fertige Spielplatz dori guckt hät, sait er i sim trollige Bayrisch- Sizilienisch zu sinere Erika: „ Porco Dio, ioo, eehh, muss su unsere Leib- Dottore, habe bissele Schmerze in die Ranze“ De Dottore, dem er immer de Wiikäer mit gutem Sizilianischem Wii vu sine Verwandte usem Süde prall und benissimo gfillt hät, guckt ihn s` erschtmol noch ere lange halbe Stund Untersuechung streng aa und sait, noch ere bedenklich lange Paus, abghackt, verdatteret, noch dere uusfierliche Nochschau: „ Anschelo, ……….. red mer net drumrum, geh zerscht in d` Kirchen auffi und donn, donn gehst hoam zu deiere Erika und regelst dei Soch. Und heit auf d` Nocht kimmst mit deim Madel zu mir und mir dringe poor Flaschel vom Besten, von deim Wein, essen von deine Olivi, em Schoofskaas und dere guedden Solomi, göll, kimmst gonz gwiess ! , versprichst mers !“

Nit nu e gottesfürchtig Italienerli wär do mit verschrauene Auge, uugwehnlich abwesend, dorchs Städtle, über de Friedhof und in die hocherhabe Barockkerch gschliche. Noch lange, inbrünschtige, fundamental- katholische, sizilianische Gebet und Litaneie isch er gfasst us em Portal trette und über de Friedhof däppelet. A de Kirchewand war no e Grablucke. Vu dert sieht mer genau über sii Gelateria, über d` Altmühl und , – diretto, – uf sin fascht fertige „ Bambini- Spielplatz“. De onzig Platz ufem Kirchhof mit Bella Vista uf den, nei, uf siin Spielplatz: „ Stella di Angelo „ sott er mol hoasse. Mit dem Grab- Platz hät er scho lang gliebäuglet. Dass es aber so bald scho de Fall sii kennt, des hät er natierli nie im Lebe denkt. Ufs mol war er dusse us siim, us sim lebensfrohe, quirlige, irdische Paradies. Dass er dene „ Stelli „ , dene Stearn, so schnell, so noh kummt, des war nit Toal vu siim Troom den er im Pappedeckel- Kefferli us Sizilie mitbroocht hät. Und doch isch au i om Eck vum Köfferli vu de Vorsehung e Plätzli für den uuvermeidliche Fall vorbelegt gsi.

No bevor er zu sienere Riedeburger „ Bella Donna, zu siinere „Cara Mamma Erika „ und zum Filio Angelo gange isch, goht er, mit gsenktem, starre Blick uf des Aaltstadtpflaster, zum „ Birgermeister“ zu siim Spezie , zum „Sindaco“ Giorgio uffs Rothuus. D` Kinder, d` Fraue und die gmütliche Rentner, die ihm wie immer freundlich und fidel „An Guedden, Anschelo !„ zuerufet, die denket alli: „ Jo mei, wos wert wui de kloane Angelo heit hom?“

D` Resi, des prall Vorzimmer – Wiib vom Sindaco, losst en, den edle Spender, ohne lang klopfe glii zum Padrone, zum Sindaco Giorgo vor.
„ Giorgi………, du Schoorsche, i will habbe eine Grab. An die Mauer von Chiesa, du wisse, freie Platz nebe Seiteporta. Ich kaufe Platz für diecicinque Jahre, subito “. „ Jo mei, do kimmst obba scho friehe, dös muess i mit meine Rotskollegen beredn, schau mer moi. ….. …Anschelo, Anschelo Ansche……. host wos, geht’s der vei net gued, Anschelo ?“ „No, No, va bene , ich wolle nur habe diese Grab. Reservato, du wisse“

Noch dem todtruurige, todtluschtige und trotzdem korzwielige bayrisch- sizilienische Obed bim Dottore und dere lange Naacht nebe de Bella Mama isch es steil bergab gange mit dem Angelo. Des bayrisch Sizilienerle ist gschrumpflet wie e Barolo- Truub, wenn se zure Rosin word. Wehliidig jommere, morre und dräese hät mern kum ghört. Seelig und au weng entruckt hät er stundelang vu sienere Terrasa, iipackt in feine sizilianische Schoofwollteppig, uf sin gschpendete Spielplatz gucket. Für d` Sizilianer sei de Tod ebbis Greifbares, sait de Süditalienisch Dichter Cuevas. Drum hät de Angelo au vu sim Sarg träumt. Es gäb Siszilianer die dätet den sogar unterm Bett verschoppe. De Angelo hät all no mit sich grunge ob er us Mahagoni, Olivebaumfurnier oder doch eher us Pini- Vollholz sie sot. Vum Oliveholz isch er denno doch abkumme. Us dem Holz wo sit Jahrtausende sine Landsliet lebet und die au ihn mit Frücht, mit Schatte und fascht ewige Erinnerunge, mit Wehmut und mit Heimetsehnsucht versorgt hät, uff die Maserung wet er doch us tiefem Respekt vor dem Natur- und em Kulturwunder Olivebaum verzichte, Nit dass no so en profitliche, mafiöse Immobiliehai ganze Pinihain umselblet, dass er nit nuu a des wertvoll Sargholz kunnt, sondern au no de Hain und den Hang mit Buldozzer umgrabt und mit doppeltem Profit mit Bungalo für die Neuriiche verbaut. „No, No, diese Olivenbaumfrevler, diese Kulturbarbari, no Olivi- Masakera in Mediterano, diese ich nicht unterstüze mit mein Tod, basta. Ich nehme picobello Lengna a Pinie, Santa Maria e tutti Santi“.

Angelo senj. Angelo junj. und Erika di Lorenzo

Siini zahlriiche Spezl, sini Amici, hon ihm bei „ oans, zwoa Deci Roten „ gsteckt, dass demnäscht sii Aanliege inre Gmoandssitzung verkartet word. Paar Täg später isch vum Riedeburger Officio Communale e Schriebe kumme:

„Sehr geehrter Herr Angelo di Lorenzo ……..
Wir müssen ihnen leider mitteilen dass der freie Grabplatz an der Kirchenwand nur politischen- und/ oder klerikalen Persönlichkeiten vergeben wird“

Vu dem Moment aa isch de Blick vu dem warmherzige „ Schleckeis- Engel „ uf den Spielplatz, sim Platz, sim Parco no hohler, no leerer worre bis er ganz schnell und, für immer, verlescht isch. Nämli am Morge vum 16.Juli 2007. Drei Woche vor sim 65- er und de plante Iiweihung vu sim „ Stella di Angelo „ vum „Stearn vum Angelo „..

Nit nuu sii hochgachtete Familie, nei ganz Riedeburg, die ganz Region, fascht ganz Franken und Niederbayern hät des dene so weise „ Rootsherre “ ghehrig verüblet. Die herzlos, seelelos, politisch Absag wird a de Altmühl wohl nie vergesse were.
Gnad Gott dem, wo irgend wenn emol huldvoll diesell denkwürdig Grablücke uusfülle darf, nei : muess.

D` Iiweihung hät d` Donna Erika und de jung Angelo verschobe und e Johr später gmacht. Im August 2008. Im Volksmund hoasst de Platz jetzt „ Angelos Spielplatz „ und officiell : „ Stella di Angelo „ so wies de Schleckeis- Engel hät welle. De Angelo Senjor isch hit immer no im Team uf de Eiskart vu de „ Gelateria Angelo „ uffgfiehrt. Wenn des konn Bewies vu Respekt, Wertschätzung und Zueneigung isch !.

So Gschechte verzellt s `Lebe und wenn sie ganz aarührend sind, weret sie au immer wieder mol, imme fremden, au imme „ Schwob“, wie en Schwarzwälder im bayrische Frankeland hoasst, bluemig, rührselig und wehmutsvoll am Wirtstisch wiiterverzellt, uf Mundart, so kunnts halt am Beschte.

Schleckeis beim „ Feroldi „ 1955 in Donaueschingen

De Cavalliere, e kurze Begegnung mit de Halb- und Unterwelt

Manchmal kommen die Geschichten einfach so zu einem, oft aber auch einfach wieder zurueck„.      Ilija Trojanovich. 

gesprochen von Maria Simon

Dass mer Träum lebe muess und sie nit nu träume soll, des isch e aalti Muck. On vu dene Träum hommer vor so 10 Johr au mol glebt. Mit em Aahänger wo iisern Waidling druff war, simmer dorchs Gotthardloch an grosse Lago gfahre. A de Feriewohnung hommer de selberbaut Waidling is mollig warm Ticino Wasser, in Lago Magiore glau. Tagelang simmer uff dem Wundermärli See ummegondlet. Isola Pescatore, Isola Bella, Isola Madre, Isola Brisago,…… wa ver e barocks Bella Italia.

Und zmols kunnt doch no e moderns Märli ums Eck. Noch eme Staatsakt vor paar Woche ebe au wieder zruck. Natierli giehts bei dere Gundelerei jede Mittag au e stilvolle Capuccino Paus im idyllische Ristorante „Grotto Santa Maria“. Sell trohnt hoffärtig und erhaabe uff eme Felshogge überm Lago mit eme herzige, gmuetliche Gartecaffe. Am felsige Aaleger räcklet sich im milde warme Wasser e schöni, kultigi Mahagoni Diva, e „Riva“ Motorjacht. Frech und selbsbewusst vertäuet  mir iisern sibirische Lärche Waidling mit em schneewiiesse Boge Sunnesegel nebet der Nobel Gundel. Iiseri ganz im stil vum Giovanni Segantini Stimmungsbild „Abenstille überm Brianza See“. E steili, schmali Stoetreppe, kunstvoll in Kalkfels innighaue, goht uffi is Gartecaffe mit Bella Vista über de Lago. Vor de letschte Stapfle will en galante, untersetzte Signore mit breitem und bis id Kopfmitte reichendem Gsiecht und mit trollige Auegli, wo en rappeschwarze, gfärbe Hoorkranz aasetzt, au s steil Stegli aabi. Hinter ihm 3-4 sportliche, saloppe, maritim uusstaffierte, uustrainierte Prachts- Papagalli. Die rechte Hosesaeck dietlich uusbeulet vu me kantige, spitzige Gegestand.


Generös loot de Capo, de Senjore, dere uffitrepplende Senjora mit em chicke Florentiner Strauhietli de Vortritt. Natierli nit uhni dere vu obe aabi tief in summerliche Uusschnitt z spickle. Au mich loot er no ganz uffi krattle. Noch em brave „Grazie“ und „Buon Giorno, Senjore“, frogt er, wo mir herkumme dajet und wo die „Bella Barca“ dehoem wär und wie die  do uff sin Lago kumme wär? Mit paar Brocke tschinkisch und eweng Englisch, wa er und ich nit guet kinnet, erkläret mir ihm, dass iiser Hoemetgwässer de „Lago di Constanza, e de Fiume lungo Rhenus“ sei. „Oh la la, benissimo, pico bello“, auf dem Lago wolle er schon lange mal rumschippern, aber,…. scusa, molto lavorare in roma e milano e tuto euro „, radebrecht er über seinen Traum vom Lago Constanza. Sin Troom war aber Schaum, iisern isch glebt wore. „Arrevederchi, chiao bella, buon vacance con belissima barca“. So trepplet er aabi zu de stolze Mahagoni Gondola „Riva“. Die galante Bimbos mit de uusbeulte Hosesäck lichtet d Leine und die ville Pferdestärke unterm Mahagonideck ziehnet e riese Forri dorch de friedlich See. 

Dobbe aber im Grotto Caffe isch grosse Uffregung und wilds Palaver. Ganz grosses Italo Kino. ´De Patron goht stolz wie en Pfau vu Tisch zu Tisch und verzehlt aageberisch de Gäscht, ganz uffbloose, dass des sin Stammgascht wär und der villmol käm zum Uusspanne vu dene herte, Politische- und Mediegschäfter, und…., natürli: vu dene erschöpfende bunga-bunga Fiestas. Wenn er e Problem heb, speziell mit de Guarda Finanza, sait de Cavallieri immer zu ihm, soll ers ihm, im Grande Patrone, im Cavalliere Silvio sage…., er dais denno regle. Des Parliamento höre mer us denne affige, grossspurige Pfaue Gspräch guet ussi. Die Geschtik erklärt de Rescht.  

Silvio Berlusconi als Mitglied des Europäischen Parlaments in Brüssel (2019) (Foto: Wikipedia)

Und jetzt kunnts iis : Des war doch der mit de gliftete Larve und dem mit Botox inni operierte Dauergrinse. Ha jooo bigott, des war de trollig Schemme- Silvio. 
„Sic transit Gloria Mundi“, kennt mer jetzt noch de Abdankung z Milano sage. E kurzi, jähe Begegnung mit de reale Weltgschicht. 

Lago Maggiore Settembre 2013 

A de Beerdigung ware mer aber trotzdem nit. De Grossvatter Felix hät all gsait, a dem sii Beerdigung gang i nit, der goht au nit a mini. Ob er, wie die Wikingerkoenig, au i sim Mahagoni Schiff  bestattet wore isch ? 
De Patrone vum Grotto aber, sin ganz guete Amico, vum Grotto „Santa Maria“ , der war bestimmt erschütterte Ehregascht am grandiose Staatsbegräbnis vu sim fürsorgliche Patrone, vum Grande Cavalliere e Capitano di Barca Mahagoni „Riva“, beim sim Caro Amico Silvio.

Sic transit gloria mundi
caro amico

Milano – Il Presidente della Repubblica Sergio Mattarella ai funerali di Stato di Silvio Berlusconi, oggi 14 giugno 2023. (Foto di Paolo Giandotti – Ufficio Stampa per la Stampa e la Comunicazione della Presidenza della Repubblica)

Meh wie en Aprillescherz, en Stei i Geiselhaft 

Zum bessere verstau, weil sogar belesene Heimetkundler Gedaechnislucke zeigt hond. E eigetli ueber 200- jaehrige Dauer-Gschicht us em alemannische Sproochraum. D Amis saget treffend „running gag“:

De Unspunnestei isch en Art Kultgegestand i de Schwietz und word i uuregelmaessige Abstaend sit 1805 z Interlake vor bis zu 90 000 Feschtgaescht gstosse.

Schwinge isch en Eidgenoessische Nationalsport, en art Ringkampf, me sait au Hoselupf dezue. Au i de Bretangne kah mer im Summer so me gallische Hoselupf-Fescht begegne.
I de Schwietz wered Gschenkli uff eme „Gabetempeli“ – Schemeli uusgstellt.

Die Shawne Fielding, e amerikanischs C-Model und Schauspieleri us de 90-er Johr, isch als Marylin Monroe Busewunder kurz Mol als Frau vum schrille schwietzer Botschafter z Berlin, em Thomas Bohrer, i die dietsch B-Klasse Prominenz uffgstiege.
Im Botschafter Thomas Bohrer us Basel haet die Botox-, und sit neuschtem au Dschungelqueen, d Djamilla Rowe, a Bettaffaire aadichtet. Fuer die verloge Gschicht haet die Million Franke aber, die Djamilla eigentlich gern haet welle, de Tommy Bohrer abkassiert.

Die franzoesisch schwaetzende Jura Bewohner hond scho lang us em ueberwiegend dietsch schwaezende Kanton Bern in Welsche Kanton Jura welle. Drum haet sich e separatischte Gruppe vu Jurassier bildet, die sich d „Beliers“ (Widder, Schoofbock, Rammbock) gnennt hond. Bei dene haets Gmaessigte aber au Radikale und Gwalttaetige gaehe. D Unspunne Beliers waret vu de witzige, charmante Sorte.
Weil der mit Euro Sternli und ewr Johreszahl veruustaltet Ur-Unspunnestei immer no als Geisel bi de Beliers liet, isch die nett heimatkundliche Boulevard Gschicht no nit ganz fertig. Aber d Unspunne Manne hond a dem verkaibete Bolle kon begehr meh. Drum word die verunstaltet Djamilla doch nimme ihr Schemme-Gsiecht de Beliers als Uebergabebotschafteri verkaufe kinne.

En Stei als Geisel, de Storiax vum Unspunnenstei

Vorgelesen von Maria Simon

Pfiffige, gnitze iifaell zu Veraenderunge waret scho immer wirkungsvoller wie Strommaste sprenge, sich a Autobahne und Stroosse aabeppe oder gar Maensche-Aasammlunge nieder z’walze. Wer khaa sich dem Zauber vu domols entziehe, wo Berliner mit de Vorschlaghaemmer und Hebiise die verhasst Grenzmuur zemet benglet und g’spechtet hond und sich de schoenscht Abbruchbolle dehoem in e Glasvitrin gleit hond und den wie e Religvie uff langewig uffhebet. 
„Phoebe, Weste, da war icke mitte of de Mauer zu aller oberst druff, wie ne schon lange lauernde, tanzende Mauerwanze“. 

Auf der Mauer, auf der Lauer (Wikipedia)

1805 hond d Appezeller zu me eidgenoessische Aelpler Sing- und Schwingfest z Interlake im Berner Oberland uff de Festwiese unter de Unspunne Burg ihren heimische Steistoss Stei mit 82 kg mit aagschleift. Mit dem wird de staerkscht Appizeller uusguckt und verlaese, der wo beim alljaehrliche Innerrhoder Hoselupf- und Schwingfaescht den Saubolle am wiehteschte „fortruehre“ khaa. So isch also die Staistooss- modi vum Appizell is Berner Oberland kumme. De Gallier Obelix haet au scho mit so Hinkelstai, so dolme, ummenand gworfe. 

Unspunnen, Alphirtenfest vom 17. August 1805 (1. Unspunnenfest); Unspunnen; Umrissradierung, koloriert von Franz Niklaus König (Wikimedia)
Unspunnenfest 1808.
Colorierte Lithographie von M. Mongin aus dem Buch: „La mémoire des Suisses – Histoire des fêtes nationales du XIIIe au XXe siècle“ Catherine Santschi, p.41 (1991) (Wikimedia)

Die johreszahl 1805 isch also i den mords Bolle us Saentiskalk innigmaislet wore und me haet sich vorgnomme, mit dem Stai alli 12 johr e Unspunnefescht z’mache, wo der Unspunnestai vu de staerkschte Aelpler us em Oberland gstosse word. De Sieger macht sich uusterblich. D Schuelbuebe kennet die Unspunnesieger besser wie bei uns en Fritz Walter, Franz Beckebauer oder de Chrischtian Streich. Und der baerestark Ries, wo den Stai am wiiteschte stoosst, der gwinnt en gstrigglete, schee graenzlete, guet gwaassne Muni vu allerbeschter Zucht und Abstammung. Aber scho 1808 hond Oberlaender natierli en oegene Stoe brucht, und, natierli bodestaendig und heimetverbunde, us dem fascht uuvergaengliche Aaregranit. Aber gliich schwer wie de Appizeller Bolle muess er scho sii. Noch em 1808-er Unspunne stoosse isch der „verruumet“ wore bis en Adolf Pfahrer 1905 den im veraastaltende Turnverein, schriftlich beleit, vermacht haet zum uffhebe und zum stoosse am Unspunne Fescht. Zum 100 jaehrige Jubilaeum isch denno zum „1805“ au no „1905“ innigmaisslet wore. Noch dem Fescht isch er wieder achtlos bei me Buur als Dangelstockstai glege. 1946 haet mern noch langem sueche vor em Fescht wieder gfunde und ihn im Schwingerverein vermacht. De Rodel vu 1905 zwischem Adolf Pfahrer und em Turnverein haet aber klar beleit, dass er halt doch de Turner ghoehrt.

Die Appenzeller brachten 1805 das Steinstossen ans Unspunnenfest. «Steinstossen im Appenzellerland», Aquarell von Gabriel Lory fils.

Unspunnenfest 1955
(ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_L04-0357-0012 / CC BY-SA 4.0 Wikimedia)

Anne 1980 isch z Untersee e herzigs Tourischtikmuseum in eme historische Oberlaender Huus iigrichtet wore. Dert isch der Stai uff eme waehrschafte , stabile Gabetempel-Schemeli als Leihgabe vum Turnverein uffghebt und als Blickfang uusgstellt wore. Ganz anderi als Tourischte hond aber en begehrliche Blick uff den Granitbolle gworfe: 
D‘ Béliers, die jurassische Separatischte. Aber nit die strietige Bombeleger, sondern die witzige, gnitze, phantasievolle Jurassier. 
Der Kultstai, also isch bis anne 1980 Hauptsaechlich bim Turnverein Interlake uffghebt wore. Ab und zu isch er aber au i dene Zwischejohr verscholle, als Dangelstock missbruucht wore oder au bei me Brieftraeger im Garte glege. Der boxbainig Poschtle haet en fascht nimme uussirucke welle. Und trotz allne odyseeische Irrfahrte isch er doch immer wieder ufftaucht, wenns as kultig Unspunnefescht gange isch. Trotzdem war er zmols doch eweg. Wie gsait haet mer 1808 den Appizeller Urstei us Saentiskalk us lokalopatriotische, geologische Gruend ersetzt mit eme Aaregranitbolle. So hets bliebe koenne, wenn do nit die jurassische Separatischte gsii waeret. Die franzoesisch sprechende Jurassier hond scho lang us em ueberwiegend dietsch sprechend Jura-Bernische Kanton uussi welle und in welsche Kanton Jura inni welle. Au die hond ab und zue Strommaschte, so wie die gwalttaetige Andreas Hofer Suedtiroler, i d Luft gjagt. Die uusaegliche Gwaltaktione vu de exterme Sorte Bélier waret aber uusinnig und hond stimmungsmaessig grad s Gegeteil bewirkt. So wie bei dene Fahrbahnbaepper vu de letschte Generation.

Bélier 1974.
Foto: groupebelier
Bélier 2015
Foto: groupebelier

So isch also dene gmaessigte, witzige Jurassier ebbiss g’waltfreis, charmantes, populaers und gspassigs iigfalle. Gfalle haet der witzig Protescht fascht allne Eidgenosse und natierli au iis, de benochberte Alemanne. Dene glii zweimol verdummbeitlete Unspunne Oberfeschtlatschi aber eher nit. 
1984 also hond den Unspunnestai, e art bernischs Nationalheiligtum, die Jura- separatischte us dem kleine Museumle z Untersee saparalisiert. Und sie hond selbstbewusst uussibloset , dass sie die uralt Naturgeisel erscht wieder ussirucket , wenn au de letscht Zipfel vum Berner Jura um Moutier ummi in Welschschwiezer Kanton Jura uebergaehe isch. Zaehneknirschend haet de Turnverein uffs Eidgenoessisch Sing-Schwing- und Aelplerfest anne 1986 in Sion in Ermangelung vum Original en gliich schwere Stai als Ersatz zuehaue lau messe. Noch dem Fescht isch der nochgmacht Findling aber denno wohlweislich bei de UBS in Panzerschrank verrummt wore. 

1993 tauchet zmols paar Foeteli us Bruessel uff. De echt Unspunneststai daet dae i me Wiikeller zur freundliche, friedliche Rueckgab riife. De Turnverein war vu de Originalitaet ueberzeugt und haet sich bei de Separatischte wege me Uuslieferungs begehr unterwuerfig zeigt. Anne 2000 isch sogar e Kommitee gruendet wore um de Originalstoe wieder ueberzkumme. 

Im Augst 2001 isch de Stai tatsaechlich, in e Pralinee-Papierli verpackt , vum yellow Press Knallbonbon, de Shawne Fielding, de ex vum Party- Dinner- und Boulevardkoenig vu Berlin, em schwiezer Botschafter Thomas Borer, tatsaechlich uusglieferet wore. De Thomas Borer isch desell, wo vum „Sunntigs Blick“ Rusgeber, em Ringier Verlag, emol 1 Mio. Franke zuegsproche griegt haet. Die Botox C-prominent, diesell Dzamilla Rowe, haet behauptet, de Fraueversteher Borer heb mit ihre, wies im schwiezerdytsch heisst, e „Fuedlitaesch“ Affaire khaa. Vor Gricht haet de Tomy aber doch bewiese koenne, dass es doch Dame giht, vor dene sogar er sich gruuset.

Noch dem erste Schreck, dere vu de giffizige Jurassier iigfaedlete und wenig waehrschafte Shawne Fielding Uebergabe-Zuemutung, isch de erzkonservative Unspunne manne de Stai grad nomol uff de Zehe ghait: 
Oh Graus, nit nuu, dass die Béliers 12 Europastern druff gmaislet hond, nai… Huresaich- gottverdelli aber au…., sogar d Johreszahl 6.12.1992 war verewigt. De gschichtshistorisch Abstimmungstag vu de Ablehnung zum Helvetische EWR beitritt. 

Sit em Unspunne 1993 isch ebbe in Ermangelung vum Urstai mit em nochgmachte 1986-er (Sion) Stai gstosse wore. Mit em us de geiselhaft entlossene „Bruessler“ Urstai kah mer nit nuu us politische Gruend nimme stosse. Die jurassische Stoehauer hond naemli wege dene 12 Steaernli des Heiligtum veruustaltet und glatt u d sauber ganzi 2 kg eweg gmaisslet. Usserdem koennt mern a dene tiefe Euro Sternli mulde den stai besser grieffe. Die ganze historische Rodel und Palmares-Lischte daetet drum us em Eidgenoessische Gleichheitsprinzip alli nimme „verhebbe“. 

Im Augst 2005 aber isch der Ur-Unspunnestoe nomol saparalisiert, gmopst , klaut wore. Bei de 200-Johr Geburtstags – Sonderschau im ehrwuerdige Nobelhotel Viktoria-Jungfrau hond 4 jungi Jurassier am heaele Mittag den mit ere aageblich starke Kette, oder wars amend doch nuu e goldigs Uhrekettli? Rotzfrech den Uusgstellte Kultstai nomol klaut. Seeleruhig hebet sie ihn in e Sporttasche packt und seiet gmietlich us em Hotelallerheiligschte uussigschluerft. E Serviertochter hebs beobachtet. Aber bevor sie ihre High Heels uszoge haet und ihre livriehrte, fuellige Page alarmiert haet, waret die drohtige Béliers im Feschtgwusel verduftet. Sie hond aber e herzigs Gastgschenkli hinterlau. Zwar war des Paeckli nit wie bei de vollbusige Shawne Felding uebergab in e Pralinee Papierli iipackt , sondern, gottverdelli au des noo, i me jurassische Trachte Sacktuech iigwicklet. Es war en oefache Granit Pflaschterstai mit em Jura Wappe druffgmolet.

Am 20. August 2005 wurde der Unspunnenstein gestohlen. Die Béliers hinterliessen diesen Pflasterstein.

Wieder haet d Weltpresse ebbis zum lache, pfittere, schriebe und d Kolummne fuelle ghet. Vill hond sich vergnuegt uff d Schenkel klopft. D Dackel, die begossene Puddeli, waret aber zerscht mol die ehrwuerdige, heimetseelige Festkommitee Unspunnemanne. Dene wars zerscht meh zum blaere, wie zum lache z muet. Aber weil sie waehrschafte, wohre, selbstironische Witz hond, stellet sie zum bespasse und werbewirksam des Jura-Pflaschterstaehli im Touristikmuseum sit her uus. De Urstai isch vermutlich immer no bei de Jurassier und de Nochgmeislet vu 1986 word sither im Panzerschrank verwahrt. Weil d Region Mouthiers jetzt aber doch im kleine Kantoenli Jura debii isch, haet mer die Hoffnung, dass de Urstai noch dere endgueltige Befriedung doch wieder ufftaucht. Wa fuer e Skandsnuddel denno die Uebergab macht, wisset nuu die iigmeisslete Euro Sternli. Die witzige Béliers wered bestimmt scho d Botox Dzamilla Rowe, die us em Dschungelcamp, im Visier haa. Denno daetet d Unspunne Manne au e gschichtsstarre Ueberkumme. Mit face lifting, mit Konture Ummaisle, kennet die Jurassier sich uus. 

Wie waers wenn die Strossebaepper vu de ueberletschte Menschekinder den Stroossepflasterstai mit Jurawappe emol besichtige daetet und de pfiffig Hintersinn uusloschore daetet? 
Schwejkiade, Babischtle gifitz a la Hiefinge oder ebbe Staibolle ummodle und wegrolle: Mit Witz und Pfiff gohts halt aifach besser. 

Die beschte Straech sind immer no die, wo en Richter nit emol en gschiede Tatbestand i sine Buecher und Gsetz findet. Uebrigens haet die Auge verbunde Justitia wege Verjaehrung d Akte mit dem trollige Steiklau zuegmacht. 

„D Seegfrörne anne 1963″ Eisgschichte und Eiszziite

Prozession von Hans Sauerbruch
Seegförene gesprochen von Maria Simon

Eisziite

Wer noch 1950 uff d Welt kumme isch könnt sich grad no so dra erinnere oder hät amend sogar bei me Uusflug mit de Familie des Jahrtausend-Ereignis erlebt.
Ganz gwiss kah sich nährmerd meh a die letscht Eiszziit vor so 12 000 Johr erinnere. Dä isch de Feldberggletscher no bis gi Füetze gange, oder d Wiese aabi bis gi Schopfe und de Brendgletscher bis knapp vor Wolterdinge. Wenn au e paar Liit monet er sei bis i die Guetmedinge- Wartebergpforte gange, sait on vu de beschte Gletscher- Schmecker, dass mer nit emol am mächtige Tierstoe im untere Bregtal Gletscherschliff Runse und Schliffspure sieht. Ganz abgsähne vu Strudeltöpf oder Gletschermühlene.

Au über die Klei Eiszziht vu anne 1784 ka mer nuu no us Chronike und Uffschrieb vu Klosterschrieber ebbis erfahre. Dämols häts im Wälderwaald meterhohni Schneeverwajete und sau Fröscht gähe. Schuld war de gwaltig Vulkanuusbruch vu de Lakhi im Feuer und Eis Wikingerland Island. Dä sind tausende vu Liit, Schoof und wuselige Islandrösser gstorbe. Au uff de nächstliegende Insel, im keltische Irland, sind hunderttausende vu Liit verhungeret und vill drum gi Amerika uusgwanderet. Es isch z ganz Europa duschter, staubig und kaalt wore, weil d Sunn kumm no dorch den Vulkäschedunscht dorch kumme isch. D Ährne (Ernte) sind uusgfalle und Hungersnöt sind au dä uusbroche. Im Glashitteloch im Ferndobel häts meterhoh Schnee gähe und d Glaser hond sich nimme us de Hieser traut weg de Lawine und sie sind wochelang iigschneit gsii. Anne 1963 war aber kon Vulkan an dem uubachene Eiswinter schuldig. Es war oefach ab em November scho saukaalt mit Dauerfrost bis minus zeh grad. Weiher, Seeli und Bäch sind iigfrore. Au de gross Bodesee, s Schwäbisch Meer.

Temperaturverlauf Grafik von Hans Sauerbruch

Am 27. Dezember häts minus 14 Grad ghet, sodass mer scho vu Markelfinge am Gnadesee entlang bis gi Allendsbach uff em Eis hät laufe kinne. 8 cm hät s Eis scho Dicki ghet. Bei 6 cm kinnet scho 2 Persone uff om Quadratmeter sicher stau uhni iizkrache. Bei 8 cm traits sogar scho mindschtens 4 Liit und ab 10 cm kam er mit eme Kleiwage, zum Beispiel mit eme Fiat Topolino, druff umme kessle. Wenn mer die Johreszahle vu totale Seegfrörene sit 871 aaguckt, häts i dene 1200 Johr 35 Seegfrörene gähe. Am Meischte zwische 1200 und 1600. Die letscht ganz gross war anne 1830. Dä isch die Büschte vum Heilige Johannes vu Münschterlinge im Thurgau is badisch Hagnau, i d Hansjakob Wiigmond, trait wore mit über 1000 volksfromme, innbrünstig Rosekranz- brudlende Prozessionsteilnehmer.

Wie es de Bruuch will, word die Johannes Büschte bei jedere totale Seegfrörne zwische dene zwei Gmonde uustauscht. Sie bliibt bis zum näschte tragfähige Iis am letzte Aakunfs- und Übergabeort i de Kirche uffbewahrt. 133 Johr isch sie bis anne 1963 z Hagnau gstande und jetzt deno wiedermol z Münschterlinge. Es spricht vill defür, dass die rustikal gschnitz Holzbüschte no selli, selli lang, wenn nit sogar fascht ewig dä stau word. Für spirituelle Poesie hät mer dämols no Sinn khaa. Het mer nit au so en Bruuch iiführe kinne, wo die St. Johann Büschte us Granit nint ganz widerspruchlos vu St. Bläsi gi Eschinge uff de Stadtkircheplatz brocht wore isch ? Zum Beispiel jedesmol, wenns entweder z Eschinge oder au St. Bläsi 35 Grad Hitz hät. Mit so Glübbte isch es halt aber nimme wiit her. Scho gar nit i de hitige Ziit mit neue Idee. Mit so me Staffete Bruuch, de Übergabe zwische Eschinge und St. Bläsi vu dem St. Jonhannes- Haupt, könnt d Kirch au mol ganz iidrücklich und wirksam uff s Weltklima änniwiese uhni vill Sprüch und fromme Bredigte. Und die Kritiker hetet nint me zum Gosche wegem köpfte Haupt uff em Kircheplatz, wa selli oefältig Tabeltänzeri Salome verbotzget hät.

No e paar vu de wichtigschte Chronischte Date

Am 27.12.1962 hät mer vu Allensbach gi Markelfinge uff 8 cm Iis Laufe, Schlittschuhe , Radfahre oder Schlittefahre kinne.

Am 15.1.1963 isch en Weag vu Radolfzell gi Iznagn über de Gnadesse mit Dännli uusgmarkt wore. Am 17.1.1963 hät mer vu Steckborn über de Untersee gi Hemehofe uff eme Eisweag schliefere kinne.

Ab em 20.1.1963 hät es uff em Untersee vum Seerhein bis gi Wange 20 cm Eis im Mittel gähe, wa Tausende vu Schwitzer und Diitsche uffs des Seeiis glockt hät. Es hät meh Liit khaa wie im Summer bim bade.

Tenge im suscht milde Hegau isch ab em 21.1.1963 tagelang vu de Ussewelt abgschnitte gsii wege Schneewajete. Genauso wars z Höcheschwand gi Waldshuet aabi. Koe Dorchkumme fer d Bahschlitte.

Au de Zürisee isch vu Rapperswil bis gi Herliberg total zuegfrore.

Und so wars au ab em 25.1.1963 mit em Überlingerseewinkel vor Bodman und Ludwigshafe. Dä hond sich am 2./3.2.19963 über 7 000 Liit zu me riese Eisfescht mi Wurscht und Weck uff 15 cm Iis troffe. Hond gfesse und gsoffe und gsunge und danzet.

Eisfest von Hans Sauerbruch

D Konschtanzer Bucht isch am 3.2.1963 zuegfrore gsi. D Imperia, die verfrore Katz, hät des no nit erlebt. Sunsch het sie ihre blutte Schenkeli unterme Kardinals Hermelin- Pelzmänteli us em Second Hand Kurie Lade verschobbe messe.

Am 4.2.1963 hät mer vor Konschtanz mit eme Sportflieger Fuetter für die notliedende Wasservögel uusgsaiet.

Ab em 7.2.1963 därf mer vu Überlinge gi Dingelsdorf oder Wallhuuse schliefere a de eng gsteckte Markierungs- Dännli entlang. So khaa konn bei dickem Nebel de Weag verfehle und sich verirre.

Jetzt gohts loos mit em Obersee

Ab em 10.2.1963 därf mer vum Hörnle gi Bottighofe, vu Immestaaad gi Romanshorn und vu Hagnau gi Münschterlinge.
Schnell mond Münschterlinger s Köpfle vum Sankt Johannes abstaube und uffmöble. Den hond sie anne 1830 vu de Hagnauer i treue und fromme Verwahrung griegt. Am 12.2.1963, noch lange 133 Johr, sotet sie den zruckgähe is Badisch, gi Hagnau. So isches uusgmacht und versproche noch eme uugrschriebene Bruuch. Wenn sie`s au nit gern machet, aber versproche isch versproche. Also setzt sich a dem denkwürdige Tag die Tausedfüessler Johrhundertprozession vum Thurgauische Münschterlinge gmächlich und würdig is badisch Hagnau i Bewegung. Die Sänfteträger mit de Büschte oberdruff mond all paar hundert Meter gwaeslet were weil Finger horniglet. Innbrünstig, hochspirituell und ergreifend nehmet über 1000 Prozessionsteilnehmer an dem Gang über s Eis vum Obersee teil. E Zeitzeugin sait, dass des ihr ergreifendschtes und eindrücklichstes Erlebnis vu ihrem lange Lebe gsii wär. Me kaahs guet nochempfinde e und me beduurets, dass mer des riese, des Gänsehuut – Erlebnis nit au miterlebe hät kinne.

Nuu fünf Tag noch dem einmalige, hochspirituelle Tag rumorts uf em Iis. Es fangt tatsächlich a eweng zum taue und s Eis word uusicherer. Und promt verirret sich 2 Friedrichshafener Schüeler uff ere abtriebende Iisscholle. Suchflieger findet sie nit und sie wered uff em Iis festgfrore im Schwiizerische Güttinge gfunde.

Aber am 1.3.1963 macht de Winter nomols ernscht. 500 Schüeler vum Rorschacherberg wanderet gi Kressbronn uff komfortable 20 – 60 cm dickem Eis.

Am 2./3.3. 1963 erlebet nomol Tausende bei strahlendem Märzewetter im Aagsicht vum Säntis und em Pfänder des Eiswunder vum Bodesee. Uff allne abgsteckte Eisweg kriiz und quer über die 4 Seeabschnitt, em Untersee, em Gnadesee, em Überlinger See und uff em grosse Obersee wuselet sie ummenand.

Erscht ab em 10.3.1963, noch lange 10 Woche Bodesseeis- Wunderwelt, bauet d Behörde die Wegmarkierunge ab und warnet vor dem kommende gfährliche Eisgang, de broete Riss und de hinterlistige Waakebildunge.

Erscht noch em 17.3.1963 könnet die Fähre und d Schiff zaghaft de Betrieb wieder am Tag uffnehme. Riese Eisschibbel schwimmet de Seerhein , de Untersee geg de Hochrhii zue und verrammlet a manche Stelle die Stromzunge. De Eisverhau isch fascht so gwaltig wie wenn d Arktis im spote Frühejoor us em Eisschloof verwachet.

Au noch sechzig Johr isch mer vu dem uuglaubliche Johrhundertereignis Bodesee- Seegfrörne 1963 beeeindruck, wenn nit sogar ergriffe. Denn es isch selli uuwahrscheinlich, dass mir und die Menscheit vum 21.und 22. Johrhundert so ebbis nomol erlebe wered. Wenns au i Aasätz vor 8 Johr im Markelfinger Winkel paar Tag doch au nomol so war wie dämols.

E Spezies Seegfrörne gihts zwar nit, so wie i de Tier- und Pflanzewelt. Aber au so Naturschauspiel und Naturwundereignis sind vum Uussterbe bedroht und villmols uuwiederbringlich uusgrottet. So wies au mit de Bodesseegfrörni sie word. Und eweng mond mir iis au a die oege, immer seltener werend, kalte Nase lange.

Jo, so wars,
und villiecht verzehl ich eich mol vum gfrorene Markelfinger Winkel vor paar Johr und em Kultgerät, em Spark.

Spannungsrisse
Methangas Eisblasen im Markelfinger Winkel Eis

Wie man aus Wasser Kraft macht

Anlässlich des kommenden Öffnungssonntags der Sonderausstellung „100 Jahre Brändbachtalsperre“ im Kelnhof-Museum wurde nun zur Veranschaulichung eine Flussmühle im Brändbach bei der Stadthalle vom Stapel gelassen. 

Fast jedes Kind kennt die Bilder aus Mesopotamien oder vom Nil mit den riesigen Wasserschöpfrädern. Oder von den klappernden Mühlen in Schwarzwaldtälern. Sie alle nutzen ein Naturgesetz. Wasser will immer von der höher gelegenen Quelle zum Meer fließen. Es verändert, bedingt durch die Schwerkraft, seine Lage von oben nach unten. Daher kommt der Begriff der Lageenergie. Das Wassergewicht im Fließgewässer verändert ständig seine Lage. 

Der Brändbach mit seinem Wassergewicht verändert seine Lage schwerkraftbedingt vom Höchst auf 1000 m Meereshöhe bis nach Bräunlingen um 300 m Höhenunterschied. Dabei nimmt sein Fallgewicht durch ständige Zuläufe ständig zu. Genutzt wird dieses fallende Wassergewicht im Brändbach Wasserkraftwerk in Waldhausen. So nutzten die Bräunlinger seit 1923 aus dem Kirnberg Speichersee diese Wasserkraft mit einer hochtechnisierten Anlage. 

Mit einer einfachen, uralten Methode wird nun an den Brändbach-Terrassen bei der Stadthalle in Bräunlingen das Prinzip der Lageenergie verblüffend anschaulich und fast selbsterklärend gezeigt. Nämlich mit der ältesten Wasserkraftanwendung, der legendären Flussmühle, einem schwimmenden, unterschlächtigen Wasserrad. Unabhängig von Stauhaltung, Stauwehr, Gewässerveränderung, Aufstiegshilfen und Wasserspiegeländerungen kann damit Energie gewonnen werden. Das ist der pfiffige Vorläufer aller Wasserkrafttechniken. 

Anschaulich zu besichtigen ist dieses Modell, das mit Hilfe einer Materialspende der Firma Bedrunka+Hirth anlässlich des 100jährigen Bestehens der Brändbachtalsperre gebaut wurde, an den Brändbach-Terrassen gegenüber der Stadthalle. 

Ist die Welt doch nur ein Dorf ? 

Schon zweimal war Lake Placid Austragungsort der Olympischen Winterspiele. 1932 und zuletzt 1980 haben Thomas Wassberg, Juha Mieto (das berühmte 100. stel Sekunden Rennen) , Hanni Wenzel und Toni Innauer um Goldmedaillen gekämpft. 

Fotos: Wikipedia

Die diesjährige Winter Universiade, die Studenten Olympiade,  findet derzeit ebenfalls dort im Nord-Osten der USA statt. Wie es bei derartigen Grossveranstaltungen üblich ist, werden die Delegationen von den Botschaftern des Heimatlandes empfangen. Im grossen Hotel, dem „Golden Arrow“ von Lake Placid, traut ein Funktionär aus dem Unteren Bregtal seinen Augen kaum:  Beim Festakt im riesen Kaminzimmer fühlt er sich wie Zuhause. In die rustikale geschichtete Kaminmauer ist eine Reliefsteinplatte eingelassen.


Eindeutig von einem Grossonkel gefertigt. „Bräunlingen Black Forest, Mühlentor„, ist in die Runde Solnhofer Kalkplatte eingeschnitten und im unverkennbaren Stil von Hermann Bertsch gestaltet.  Die Andacht bei der getragenen, bedeutungsschwangeren  Ansprache des wortgewandten Botschafters ist schnell verflogen als er auch noch ein Gemälde, ebenfalls mit Bildunterschrift „Mühlentor , Black Forest, Bräunlingen“ sichtet. Wie war eigentlich der Filmtitel?
Winteruniversiade Salt Lake? oder bin ich überhaupt im richtigen Film und wirklich in Gods own Country?, können die Brielinger tatsächlich auch Olympia und Universiade? Ja, Nachfahren aus dem Breg- Städtle können auch das. 
Die taffe Receptionsdame hat auf Nachfrage schon gehört, dass die Besitzerfamilie aus “ Old Germany, from nice Black Forest “ seien.  


Blitzanfrage im Unteren Bregtal beim dortigen Universal- Historien Orakel Joachim Schweitzer erhellt die Filmscene: Ja, 1960/70 sind zwei Schenkelisäger in die Nord- Appalachen ausgewandert, dort wo es ähnlich aussieht wie im Baarschwarzwald am Kirnberg, nur mit Laubwald statt Fichten und viel, viel  grösser. Der Hotelpatron war im Olympiabewerbungsausschuss und hat wirkungsvoll mitgeholfen, die Olympiade 1980 an Land, bzw. an den Salt Lake zu ziehen. Und jetzt kommt noch was raus:  „De Kächeli“ wie der Brielinger Ofensetzermeister Karl Brugger genannt wurde, hat nicht nur die Kacheln für den original Schwarzwälder Kachelofen in den „Güldenen Bogen“ geliefert, sondern den währschaften, opulenten Kachelofen mit Kuuscht in mehreren Wochen eigenhändig aufgesetzt. 
So spannen sich feingesponnene Spannungsboegen rund um die Welt. 

Ob dem Speck-, Schwarzwurst-, Bratwurstkonditionierten „Kaecheli“ allerdings die burgerlastige Kost, wie sie in den Menue- und Foodprints des Golden Arrow in zahlreichen Internetseiten angepriesen und anschaulich und hoffentlich gut verdaulich angepriesen werden, gut bekommen ist, war bisher noch nicht aus dem Kächeli- Clan zu erfahren. 

Immerhin erfährt man aber im seriösen  Wikipedia, dass die amerikanische Kost anno 1980 in den internationalen Olympiakreisen bemängelt wurde. Die Österreicher sollen sogar zur Selbstversorgung und Eigenbekochung mit Schmarrn, Hendl, Salzbuerger Nockerln und Gugelhupf gegriffen haben. Erst dann konnte  vermutlich der Bregenzer- Wälder Toni Innauer zu seinen legendären Gold- Flügen  abheben.

Ob wohl „de Kaecheli“, schon wieder so ein legendärer Brugger nach den drei knorrigen Kraftwerks- Brugern, wegen den bedrohlichen Big- Burgern vorsichtshalber  Speck, geräuchte Bratwürste und Schwarzwürste in seinem Werkzeugkoffer und Schamottsäcken verstaut hatte ?

Gruesse aus dem Globalen Dorf 

rendez-vous mit Wolfgang Kleiser

Hubert Mauz über rendez-yous mit Wolfgang Kleiser

In der Ausstellung, die am Freitag, dem 07.10.2022 eröffnet wurde, räumt das Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen fünf Künstlerinnen und Künstlern einen besonderen Platz ein.

JOSEF BÜCHELER/WOLFGANG KLEISER/ANJA KNIEBÜHLER/DENISE MORIZ/JÖRG MANDERNACH
rendez-vous
07.10.2022 –08.01.2023

„Wie lang häsch no, Bläsi?“ gelesen von Maria Simon

Wie lang häsch no?, Bläsi

„Guete Morge“, du ich dorri brummle
de Morgemuffel hangt mer i de Zai
„Guede“, duet er herwärts mummle
Soo gohts sit Woche mit iis zwei.

En Wälder also, seller Kleiser Maa,
denkt han ich’s glii, jetzt isch es klar.
Kumsch Obends z’ruck, stoht er no doo
Uf sim Podest, doo uff de Boor.

„Guete n’Obet“, ruef ich zu ihm riber
„Guede“ huucht er zue mir n` iber.
Er guckt nit nab und au nit nuff,
sii Handwerk hät der wirkli druff.

So giit’s nuu on wo bloost und drillt
des flissig Glas noch sinem Bild.
D’Betziit Glock nimmt er kum wohr
am „Bläsi – Brunne„ , uff em Brunnestoe.

Dem isch’s au gliich wenn d’Rentner froge:
„Wie lang widd duu dichdenn no,bloge?“
Erst reacht bloost er noo uff die Backe
Und loot de glüejig Buddel knacke.

Denn Arbet isch e Kunscht nie gsii.
Drum zooeget er wie es sott sii,
daß z’fridde mir ad Arbet gond
und froh sind, dass mir oni hond.

„Häsch nit baald gnueg?“ lot er nit gelte
do kennet alli morre, schelte
„Wie lang häsch noo?“, isch ihm en Gruus,
drum schaffft er zue, johrii, johruus.

Den Kerle mueß mer oefach mege
und kon isch au nuu weng degege.
Sitt der im Oortisch, des sei gseit,
macht iis der „Bläsi“ werkli Freid.

Pariser Stadtgärtner 

S gmajet Wiesli vum Pariser Stadtgärtner Jean- Baptist

Gschnieglet und bueglet isch s abglegescht Wiesli und Pärkli in ere  Domaine vu de Weltstadt Paris i de Bourgogne. Ueber 500 km miesst de Pariser Stadtgärtner, de Jean Baptist, uff elsaessisch de „Jambadis“ und uff hiefingertisch “ s Babischtle“, jede Woch emol aafahre, aarucke zum Maije und Uffrumme vu dem Pärkli uff de Hohebni vu Langres. D Pariser hond aber den Hain a die ehemalig Bsitzer Gmond, a s aalt, verlotteret Städle Saint-Seine- l’Abbaye, zruckgähe. Dä, 40 km nördlich vu Dijon i de Bourgogne, majet ebe jetzt de Bourgogner Jambadis mit sim Handlanger Jean Jacues us Abbaye. Koschte vum Gärtnere und Pflege gond halt zwischeziitlich vor historische Hoffart. So denkt mer hitzutag koschtebewusst im Hotel de Ville z Paris und gwähnli au i de Booremer Rothieser. 
Mir schwätzet vu de „Seine“ -Quell. Die zweitschönst, künschlich aagleit Quellfassung vu allne grosse europäische Flüss. Im Umkreis vu guet 100 km entspringet dä in Mittelfrankreich alli grosse Flüss vu Fronkreisch, die wo gmächlich in Atlantik entwässeret. D Loir, d Maas, d Mosel und ebe d Seine. De ander gwaltig schwiezer- französisch Strom, d Rhone mit de Durance, de Ardeche und em Tarn, schuuset aabi is Mittelmeer. 

Uff de Sueche noch de kunschvollschte Quellfassunge, mindschdens ahnähernd wie iseri Dunnequell sot sie scho sii, gihts z ganz Europa nu no die Seinequellfassung. Sie khaa e klei weng mit de Dunnequell im Schlosspark z Eschingen mithalte. Sie isch aber ehnder e Gips- und Mörtelnymphe , als e hoffaertigi Quellgöttin.  Vu  Poesie und Symbolik spürt mer wenig. Im Gegesatz zu de Mutter Baar mit ihrne herzige Kindle.

Zum Aagucke und zum Uusgrueje isches i dem Hain ganz nett. Aber andersch wie a de Dunnequell isch mer dert stundelang  ganz aloe. Störe duet om nuu kurz de Gartebuzzli Jambadis und de Jean Jacues mit Ihrne giegsigge, kreischende, johlende Stihl Hölle- Motorsägis. Scho wege de fehlende Bsuecher khaa des Quellwässerle oefach nit mithaalte. Die baarbusig Nymphe, die sich i dere moosige, muffige Gips – und Mörtelgrotte lasziv uff eme Kanepee, uff me Divan, räcklet, isch onni vu nuu zwei europäische Flussquellfassunge mit ere aagmessene, künstlerische Gstaltung. Aagleit ab anne 1864, zu dere ziit also wo de Hausmann ganz Paris umgmodlet hät. 


Natierlich isch die schönscht iiseri „Dunnequell“ -Fassung. No kunnt aber au glii nebedraa d „Junipperusquell“-Fassung vu de Brunnequell z Aamedshofe. Beides sind Karst – Uffstossquelle, die unter liichtem Druck stond, so dass sie überhaupt ergiebig unne uffidrucke kinnet. Nit wie die meischte andere, wo es eweng us ere Uudurchlässige Schicht uussi suutterlet. So wie ebe a dere dürftige Seinequelle. Vielmol word bei andere Quellfassunge sogar no gmooglet, bschisse, mit eme ännikäsperlete Zuelaufwasserröhrle. So wie a de Seine, de Loire, de Mosel, de Marne und natierli dem oefaeltige, sehensunwürdige  Bregquelle-Gumpe. 


Des klei Muckeseckele vum Seinequellwässerle bruucht so 500 km bis es z Paris, i de Kernstadt, aakunnt; und 800 km bis is Meer, in Atlantik. Maschie vu Marly pumpet mühselig no Wasser us de Seine gi Versailles uffi, wo des alls verdunschtet und nit am Bestimmungort Atlantik aakumme. S onzig wa mer vu dem Seine Quellhain uubedingt bei iis mol abgucke sot und kinnt, isch der durschtloeschend Original Pariser Guss- Trinkwasserstock mit dem praktische Messingdrucker.

Es isch vermuetlich de onzig fu dene hunderte, erquickende Pariser Trinkbruennspender, der wo herzig i dem ferne Hain usserhalb vu de Seine Stadt stoht, wiit eweg vu de spritzige Stadt Paris. Erscht noch villne Johr meckere und morre, haet mer jetzet am neue Zämetfluss endlich mol a den holose Trinkbrunne Mangel im Markezeiche „Quelleland“ draadenkt und so enTrinkwasserspender zum Fülle vu de Fahrrad Buddel vu de Donauradwegradler und de dorschtige Tourischte und de booremer Bsuecher ännigstellt. 


Weil mer dämols halt au eweng mit ere Quelle aagähe hät welle, hät d Stadt Paris 1864 den Qellehain kauft und ebe die halbnäckig Nymphe noch eme Moddel vu me Mulin Rouge Tanzbärli id dli Grotte ännigippset. „Gips mir“, isch en werbewirksame Spruch vu me booremer Junggipser. Ob die Pariser Baumäschter den Spruch dämols au scho kennt hond ? 

Wa hät iis doo degege iisern Adolf Heer anne 1896 ver e wunderscheeni, kunstvolle, sehenswürdige „Mutter Baar“ ännigmeisslet, noch em Bildniss vu de legendär scheene Booremeri, de cara Bissula. Denebet des klei „Dunneli“ Maidli, und des mollig Biebli. Alls us Marmor. Poesievoll und uussagestark dä a dem idyllische Ort, opulent ännimodeliert. Und wa ver e iidrücklichs, harmonischs Quellfassungsrondell haet mer baut, dae im Schlosspark unter de mächtige Halleberger Sandstoemuur, wo obe die bömisch Barock Stadtkirch St. Johann uff eme mächtige Muschelkalkriff trohnt. Des ergiebig uffstömend Quellwasser hät über 2850 km vor sich bis is Meer. Dem Wasser wieset d Mutter Baar friendli, uffreacht und zuegneigt de Weag.   

Glaubet er jetzt, dass mir die wunderschönscht, symbolträchtigscht Quellfassung vu allne europaeische Flüss hond: 

 Naemlich:       „Die Königin vu allne Quellfassungen „,     d Dunnequell z Eschinge. 

Uebrigens no ebbis: während dem zweistündige Bsuech isch konn gotzige andere Wunderfitz ufftaucht. Und des a me Samschtig Mittag, wo sicher a de vielbeachtete Dunnequell dutzendi beiidruckti Bsuecher us ganz Europa gsii sind. Au des e klars und starks „Alleinstellungsmerkmal“. 

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