Wo kenntet Gipfeli, de Tee, de Anke, de Rabarberkueche und de Zigorikaffe besser schmecke wie dae. D Imme summet, d Amsle jodlet, d Bluemewiese riecht frisch und d Kätzli und Hundli striichet um d Stuehlbei. De Strauhuet giht Schatte, dass om de Riebel nit gar so verbreeselet. Mir sind i iiserm Arcadie mit nette Liit und beim unterhaltiche Zagate uf booremerisch. Z Morge, ebe nit bei Tiffanys, nei, unterm Epfelbomm. Und no viel uugwaehnlicher: ganz i de naehe vu me Blümle, wos do gar nit gaehe duerft. Ehnder z Spanie, oder i de Abruzze, amend no i de südliche Kalkalpe. Aber do uff de Boor, i 700 m Höhe und denno no uf Bundsandstoe?
En Botaniker seit, des wär fascht e Märli, e Kuriosität, e Selteheit. Er heb no nie vu dere wunderscheene Blüm bei iis ghört. Saperlott, do gugsch. Und hoesse dai die selte, die rar Orchide: Pyramideorchis. Gel, Do bisch baff wan es alls giht im Baarschwarzwald.
Pyramidenorchis, Anacamptis pyramidalisa Gefährdung: Rote Liste Deutschland: gefährdet (3) Rote Liste Baden-Württemberg: gefährdet (3) Rote Liste Schweiz: potenziell gefährdet (NT) Standort und Biotop: Bevorzugt mäßig trockene, nährstoffarme und helle sowie basische Standorte wie Magerwiesen und -weiden.
Friehlingsgfühl mit gruusigem Uusgang En uuglaubliche Storiax usem Wälderwald
Daß es lammfrommi Rösser giht die König, Kaiser, Äbt, Bischöff und Päpst als Zelter dorch ihre grosse Reiche im Abendland geduldig und güetig trait hond , des hommer alle scho glese und in gwaltige Hischtoriefilm gsehne. Und dass beim Weingartner Bluetritt 3000 Roß s` Allerheiligscht und de Wettersege dorch die schee Basilika- Stadt und die Flure rund um des volksfromm Oberschwäbisch Ort traget, des hät mer auch scho mitgriegt. Am Eulogi- Ritt z` Lenzkirch word au im treueschte und hilfreichschte Freund vu iis Menschekinder ghuldigt. Und sogar am Roßfescht z` St. Märge wered all drei Johr a de Schwarzwälder Roß- Olympiade d` strohblonde Schwarzwälder Füchs gsegnet und globt als lammfromme, schaffigi Arbetstier in Feld, Wald und Flur, im Garte des Herrn. Mol ehrlich, hond ihr schomol ebbis vunere Hunde- Goesse oder Schoofprozession ghert ?
Pferdestatue Grosses Ross in St. Märgen. Werk des Bildhauers Franz Gutmann Foto: Frank C. Müller, Baden-Baden
Ufem Helewald im Schwärzebach, im riiche Helewander Buur, isch vor so 200 Johr mol so en blonde Schwarzwälder Fuchs, natierli wars s` Bescht und Schönscht Roß woner je kha hät, uffs mol vertloffe. Ame Sunntig wo d ` Liit und d` Roß Ruhe ghet hond vum Wochetagwerk und verschnuufet hond, sind die müede Gäul uf de Waid gstande und hond gmietlich graset. Und uff oemol isch de Bruu, de Hengscht, uffs mol verschwunde. Wie vum Erdbode verschluckt.
Schwarzwälder Fuchs. Foto: Wikimedia
S’Helewand isch im Hochdaal westlich vu Iisebach wemer im Sunnerank z` Iisebach gege d Hohebbni abbiegt. Es isch en scheene, mächtige Hof uff ere frei, grosse Hofflächi. Fascht scho am Waldrand gege d` Magrutt und Schwärzebach zue und me hät en einmalig scheene Blick übers Wäldermeer vum Oberholz, d` Baarmulde und gege die Schwäbisch Alb. Sogar d` Hohezollerburg kha mer ame klare Tag sehne.
Helewander Hof / Gotthard Hofmaier
Noch eme guete Sunntig- Mittagesse mit Nudlesuppe, Siedfleisch mit Staibeer und guete Salzherdepfel , de Buur hät uf de Kuuscht no e erholsams Schläfli ghalte , hät`s de groß Bue, de Kajethan, uff s` mol gmerkt. Die ganz Familie mit Kind und Kegel isch uusgschwärmt und uusgruckt zum sell prächtig Roß sueche. Sie sind alli Weag abgloffe wo sich des Roß mit sim uusprägte Sinn guet uskennt hät. S` Tal nab gege de Sunnerank, gege de Hohebnibuur, gege Schwärzebach, gege d` Magrutt, gege die Ober – und Unter Schoole. Nähnets hät mer ebbis vu dem Roß gsähne oder au ebbis gschmeckt. Nit emol e Paar frische, dampfendi Roßbolle hät mer gfunde. Wie wenns sech`s i Luft ufglöst het. Bei allne Nochberhöf hät mer nochgfroget und gucket. Des Roß war wie vum Erdbodde verschluckt. Jetzt het mer mol en Indianer zum Fährte sueche guet bruuche kinne. Sogar noch de rossige, hübsche Wälderfüchs- Maidli, die i de nähere Umgebung au uf de Waide graset hond, hät mer guckt, ob der stark Hengst nit uff Brautschau war und vu de Friehlingsgfühl überwältigt wore isch. Nit emol dert war der scharf glade Kaib aaztreffe. S` isch ene nint meh iigfalle. De Buur hät gfluecht. Sakramentiert und gfuuschtet. Immerhin war des Roß so wertvoll wie hit zutag so en Fend- Bulldog- Bolle mit 240 PS.
Vierspänner mit Schwarzwälder Fuchs Foto: Wikimedia
Der Sunntig isch nint meh gsii, der war verkaibet und verdriesslich. D` Knecht , d` Mägt und d` Kinder hond scho gschmeckt und gwisst, dass die näscht Woche nit guet Kirsche Esse sie word mit em Hellewander Buur, mit em stolze Holzkönig vum Schwärzebach. D` Kinder honds no am beschte khaa. Sie sind frieh us de Feddere und noch eme Kriezli us em Wihwasserkesseli vu de guetige Motter sind sie de ganz Tag in de Schwärzebacher Schuel am Ahorn- Wirtshiesli gsii. So hond sie Laune vum Vadder nit so mitkriegt und liede messe. Nu am Obet bim Melke, wo i dere Woche aber au gar nint reacht war, hond sie`s au eweng abgriegt. I de Schuel, i de Wirtshieser, bi de Andachte und bim z` Liicht gau rundum, am Wirtstisch im „Ahorn“, im „Schneckehof“, im „Schwarze Krietz“, im „Bäre“, im „Obere Wirtshuus“ in de Oorne isch die Kummedi natierli meh oder weniger, eher meh wie weniger, schadefroh verkartet und uffbloose wore. Natierli het mers Roß im Helewander zruckgähe wenn mers gfunde het. Am Brandzoache het mer des schee Roß kennt und genau gwisst wem` s ghert. Soviel Aastand, Hilfsbereitschaft und Gmeinsinn isch ufem Wald scho immer ummenand gsi, wenns emol druff aa kumme isch. Wemer au sunscht eweng giffizig und neidisch uf enand gucket hät.
Gasthaus Ahorn etwa 1950
Neid, Habgier und Missgunscht hond aber manchmol au Drama durch Spiele, Suufe, Wiebere und au Bschiesse beim Holz- und Viehhandel aazettlet. De Grossvätterlestriit war allgegewärtig. S` war e uuliedigi, e verdriesslichi Woche ufem Helewand. D ́ Bierin, D` Grosseltere und de Knecht hond alli Händ voll z` dond khet, sie hond alli Zueversicht und Frohmuet uustrahle messe, dass de eigentlich immer grad hängend Huussege nit ganz so krumm und schäps im Huuswese ghanget isch.
Am Samschtigobet noch dere arbetsriiche und uuluschtige, überzwerissne Woche isch d` Grossmotter zum de gheiligt Sunntig iistimme zu de Hofkapelle an Waldroa uffigraitet. Die stoht obe im Weste am Kamm gege de Salehof im Obet- Schatte vu de mächtige Trauf- Tanne. An dem uralte Handelsweg, wo scho d` Kelte vu Tarodunum geg Laubehuuse gwacklet sind, isch noch de Christianisierung vum Wäderwaald des Käppeli baut wore. Später denno wars au de Weag und de Saumpfad uf de Höhe vu fascht immer 1000 m Höhe ver d` Mönch, ver d` Pilger, ver d` Husierer und Handwerksbursche uf de Stöhr. Und später au ver d` Glasträger, d` Uhreträger, d` Strohschuheflechter, d` Bürschtebinder, ver Holz- und Spanschachtlemacher mit ihrne riesige Tragkrätze. Aber au ver d` Hambbis, d` Brigante und zu fascht allne Ziite au leider en Heer- Weag ver die verkummene Soldate mit ehrene liederlichne Maketenderinne. Verbunde hät der schmal Saumweag vor allem d` Talvogtei ( Kirchzarte) über St. Peter, St. Märge, s` Widiwanderegg, de Hohberg, de Brend, Mischtelbrunn mit em Vorderösterreichisch Briilinge, mit de alte Römersiedlung Hifinge und wiiter nuus „ins Schwobe“, wie d Wälder saget.
In dem Käppeli hond die fromme Wandersliit und Saumtierkolonne e kurze Andacht verrichtet und e Stossgebet ghalte fer e guets Glinge, wenn sie draa vorbeigwacklet sind.
S` Grossi hät en frische Feldbluemestruuß abzupft und zämetgwunde, den sie i die Tonvase und Kiebeli am kleine Altärli vu de Kapelle hät innischoppe und schee ännitrapiere hät welle. De aalt Struuß vum letschte Samschtig war bestimmt verbliet und verdooret. Im Schoopesack hät sie de Rosekranz, e Kerzli, Zündhölzli und e kleis Betbuech gschobbet ghet. Zum Heilige Antonius hät sie bete welle. Desell hilft immer wemmer ebbis verlore, verleit oder ebbis verschobbet hät und nimme findet. Die Gebetssprich und Fürbitte zum Wiederfinde vu dem starke und scheene Roß hät sie sich scho die ganz Woch bi de Arbet i de Kuchi und i ihrem liebevoll pflegte Hofgärtli z` reacht gleit und scho eweng uuswendig glehrt.
Bim Uffibaischte an d` Kapelle hät sie sich scho gwunderet dass d` Türe vum Käpelli zu war. Sunscht isch sie immer innizues uffgstande, dass die frisch und trocke Friehlings- Luft inni kunnt und sie nit so vermauchet und vermodderet schmeckt. Schad, do words baigott wieder eweng miechtle und muffle, hät sie denk. Wo sie deno die garrig Türe uffmacht und scho wie gwähnlich mit de Hand as Wihwasserkesseli lange will, waihet ihre en uufromme Guu entgege, der ihre d` Luft fascht abgstellt hät. Vu wege miechtele. S` war uf konn Fall die restlich Weihrauchwolke vu de letzte Andacht und de Nebel vu de Opferkerze, wo ihre entgege gwaihet isch. Nei, Jessesmaraie: En Guu vu Mischt, aalte Fürz und Angstschweiss stinkt ihre vergege. Die überblendete Auge vum helle Sunnelicht gwehnet sich nu langsam a die Duschterniss vu de Kapelle Wa sie denno sieht loht sie wegem Gstank und em Aablick fascht i Ohnmacht kaie. En healle , spitze, verzwieflete Schroa usem sunscht wälderisch eher verschlossen Muul lot sie uffjoddle: „ Heilige Muetter Gottes und alli ihr Heilige, Jesses Gott“ stacklet sie i oe Fiddle inni vergelschteret und verzwieflet.
Helewander Rosskapelle
S` schee Wälderfüchsli, s` bescht, s` sterkscht und s` blondescht Roß vum Helewand und de ganze Gegend liet vor em Altärli. S` Kniebänkli isch zu Kuder und Fetze verdruckt, nu no Spriesseli. De verdtloffe Bruun liet verkrimmt und leblos vor em Altarbild. Nint ischs mit de vorgsehnene fromme Andacht. So schnell die aalte, krumme und wacklige Fiess sie traget, gaitschet sie nab an Helewanderhof und verkündet abghackt, stacklick, im Bläre, mit em Sacktuech vor em Gsiecht, die uubache Uuglücks- Botschaft.
Helewander Rosskapelle Altar
Zertscht monet die Helewander „ Jetzt isch sie übergschnappt “. Schnell sind aber alli uf de Fiess, rennet a d` Kapelle uffi und sehnet mit eigene Auge des gruusig Uuglick: Des verhungeret und verdorschtet Roß liet mit broochen Glotzbeppel vor em Altärli. I sienere Not, noch dem d` Türe innizues hinter ihm für immer am letschte Sunntigmittag zuegschnapt isch, sogar des vu de Oma no vollgfillt Weihwasserkesseli war forztrocke uusgsoffe. Au de Feldstruuss isch rubis und stubis gfresse gsii. S` prächtig Roß isch im Lauf vu de Woche still und liisli, meh oder weniger friedlich, direkt usem Kapelleli in Siebte Rosshimmel uffgfahre.
Daß die Wälderhengstli amel eweng e Lotterlebe führet und nit so ganz bibelfescht sind, des hät mer gwisst und drum hät mer zerscht uf de Nochberwaide bei de Stute gucket. Aber dass des Hengschli am Sunntig sogar Heiligebildli gucket und nit noch de blonde Rössli, des war scho selli neu. So fromm und gottergebe, so keusch, so würdig und seelig, fascht scho heiligmässig isch no nie e Roß im Hochschwarzwald verstorbe. Und sit dem hoasst die Kapelle im Volksmund:
De Onkel Wilhelm, de Onkel Pater wie d Familie ihm gsait haet, isch im grosse Augsburger Westkrankehuus anne 1973 g‘ storbe. Zwar zimli herzkrank , aber doch nit als Patient. Er war de Krankehuus- Seelsorger. Nuu wer im glaube gstaehlt isch und nerve wie en Hotzewaelder haet , haltet so ebbis uus . Naehnet i de Fuggerstadt isch meh gstorbe und meh vesaehne wore , wie im Westkrankehuus. Vater Abraham hond sie ihm dae und au bei iis de hoem gsait. Wege sim iidrueckliche, biblische uussehne, sim Habitus und sinere direkte, robuschte Gueti.
Die Soutane vu dem maechtige Mannsbild het mer au als Pfadi- Zeltcote naeme kinne und unter dem wallende Schutzschirm hond vill sorge und noet platz ghet . So alttestamentarisch wie er usgsaehne haet , so war au sie innelebe. Respektiifloessend, guetig, schlagfertig, witzig und rustikal volksfromm. Bei me casting fuer en biblische Film ueber de moses und de Vater Abraham het er bestimmt gwunne. Der legendaer, leibhaftig Krankehuus Abraham isch ploezlich doch tot im Bett i sim mit Buecher und Fotosache vollgstopfte Pfarrerzimmerle vum Krankehuus glege. Sie onzige Medizin, die er jede Morge und Obet i me grosse Schluck gnomme haet, war irische, erzkatholische Whiskey. Die Pille und Herztropfe, die ihm die bsorgte Herzdoktore vu de Herzstation im Westkrankehuus gaehe hond , haet er im Glaube a goettliche Vorsehung, a zueversichtliche Medizinglauebige schaechteleeies wieterverschenkt.
Noch de Beerdigung uff em Pallottiner Friedhof z Friedberg haets im barocke Klosterspeisesaal no „a deftige, lustige , altbayrische leich“ gaehe. Des het ihm gfalle. Am dag druff homer sie Pfarrbuddi uusgrummt. De Neffe haet sich fuenf sache us sim Nochlass uussueche derfe:
Sie Glasaug, sie Leica IIIf , sin Ueberseekoffer, sie lederne Doktertasche und : sie „Dual“. Wer jetzt glaubt, des waer en Plattespieler, oder e Tonband, der haet sich ghoerig tauescht.
Anne 1938 hond die Pallottiner obere de forsch jung Pater gi Brasilie zum missioniere gschickt. Er sot dae am Aequator paschtoral de „Weinberg des Herrn bestellen“. De eigentlich Grund aber, dass mer de Pater Wilhelm Hilpert ganz wiet fortgschickt haet , war sie freche schnorre gege die gottlose, herz- und seelelose Nazidubbel. Im frisch ins „Heim ins Reich geholte Salzburg“ , wo er i sichtweite zum Obersalzberg grad no am studiere war, isch es fuer ihn und de Palottiner obere z heiss wore. Hotzewaelder hond scho zu ziite vum Einungsmoeschter Johann Albietz s‘ muul geg s Kloster St. Blasie nit haalte kinne.
Also hond sie ihm, dem bocksboenige hotztebluetige, en grosse Ueberseekoffer kauft und e einfach- Fahrkart vu genua gi rio . I den Koffer haet er nebe de warme Wollsocke vu de motter Sofie, em Sackmesser vum Vater Felix, ere Leica vum lebenslange, guete Doegginger Schulfreund Willi Stark und eme silberne Rosekranz vu de schweschtere und ere Sackuhr vum Vetter Ernst, us em Uhrelade vum Wilhelm rRehle, verpackt. Obedruff, immer griefbar, no die “ Dual“. Uff em schiff ab genua gi Rio/ Brasilie an corco vado, kinnt mer den „Dual“ beim rummuse im Maschineraum mol guet bruuche. Als ehemalige Feinmechaniker haet er Oelgschmack und verschmierti Maschiniste moege. Erscht koennt mer mol im duschtere brasilianische Urwald die „Dual“ bruuche. Dae hond die bestimmt kon Strom und scho gar konni Batterie. Die „Dual“ haet er guet ghuetet , no besser, wie on vu sine Augaepfel. Oes devu haet er naemlich verlore durch d folge vu me Schlangebiss. Des Glasaug han ich beim verdoele vum erb, wie scho gsait, saparalisiere duerfe. Wa aber war die „Dual“ wo er sit em uebersee kai z genua bis is Krankehuus Pfarrzimmer z Augsburg sorfaeltig, wiit ueber 35 Johr, sorgsam behuetet haet?
Es war e Feinmechanik, Hand- Generator- Dynamo Taschelampe us St. George. vu de legendaere Plattespieler Buddi , vu de Dual. Solid baut i me Blechgehauese und fascht uuverwueschtlich. Dass die nit nu sauguete Phono- Maschine baut hond , sogar au mol Motorraeder, sondern au die batterielose Taschelamp, mit 3,8 volt und 0,07 Amp. kah mer im wundersame Phonomuseum am Baereplatz z‘ St. George aagucke.
Dass onni vu dene handbetriebene Generator- Dynamo Taschelampe emol dene Missionskinder im brasilianische Urwald Erleuchtung broocht haet, isch au en verstecklete teil vu de Firmegschicht und en Teil vum Inhalt und vum Geheimnis vum Ueberseekoffer. Wer de gifizig Hotz, de Mensche- und Kinderfreund, de sproochmaechtig Verzehler und Prediger Abraham kennt haet, kha sich leibhaftig vorstelle, wie er dene woudou gwaehnte Heidekinder mit em „Dual“ Laemple d Allmacht Gottes uffblitze lau haet, zoeget haet, erklaert haet und so iidruecklich, nochhaltige Erlauechtung broocht haet. „Es werde licht , und es ward dual licht„. Amend verstoht jetzt jeder , wa des Dual Lichtmaschile vu Santa George fuer de Onkel Wilhelm und jetzt fuer mich bedietet.
Was einem einmal durch Mark und Bein gegangen ist, vergisst man nie.
Unvergessen, Alexander Krieger
Donaueschingen 04.03.2022 / Okt. 1962
Jeden Morgen um Halb – Acht zur Schulzeit müht sich ein Mann vom Hindenburgring, durch das Friedensgässle, durch den Lassberg ins neue Gymnasium im Lehen in Donaueschingen. Während man noch das Marmeladenbutterbrot verspeist, sieht man aus dem Esszimmer auf den Gehweg. Ein Mann mit einem Stock humpelt mit von Schmerzen gezeichnetem Gesicht vorbei. Den Stock braucht er, um besser das Gleichgewicht zu halten und die Plagen, die ihm der Beinstumpf bereitet, etwas zu lindern. Die Prothese am Beinstumpf unter dem Bügelfalten Hosenbein muss ihn wohl sehr quälen. Seine Phantomschmerzen sind selbst aus der Distanz zu erahnen. Was Phantomschmerzen sind, weiß ein Quartaner in den 60-er Jahren in der Garnisonstadt aus familiären Gründen. Noch humpeln viele verhärmte Männer mit Krücken unter den Achseln durch die Stadt. Manche fahren auch mit dreirädrigen Gefährten, die sie mit den Armen antreiben und auch lenken, durch die Stadt. Das sind die unglücklichen Vollamputierten ohne Beine. Onkel Albert, dessen Holzfuß meist in der Ecke steht, quälen diese fürchterlichen Phantomschmerzen. Anschaulich und drastisch wurde einem das erklärt. Man weiß von diesen Schmerzen.
Einige Minuten nach dem humpelnden Mann mit dem Stock und der Prothese rennt man auch noch die Paar Meter zur Penne, wo es gerade klingelt. Erste Stunde Latein bei diesem zwar etwas grimmigen, leidenden, aber dennoch gütigen Mann mit der gekrümmten Haltung. Dann andere Fächer und dann in der letzten Stunde auch noch Griechisch bei diesem Mann. Altphilologe, nennt man diesen strengen, respektierten und gerechten Mann. Anders wie viele seiner traumatisierten Kollegen spricht er nie von seinen sicher fürchterlichen Erfahrungen und Erlebnissen, die ihm das Bein gekostet haben. In den letzten zehn Minuten an diesem Vormittag ist das aber plötzlich ganz anders.
Zwar haben wir die Dramatik dieser Tage im Oktober 1962 am Radio und in Erwachsenen- und Elterngesprächen mitbekommen und gespürt. Aber was nun Studienrat Alexander Krieger erklärt und eindrücklich, eindringlich erläutert geht durch Mark und Bein. Noch heute kann ich die knisternde Atmosphäre und die Aura, die dieser Mann in diesen Minuten erzeugte, fühlen und spüren.
Bewegt, aufgewühlt und tief erschüttert berichtet er von den aktuell ablaufenden Vorgängen in der Kubakrise. Namen wie Nikita Chrustschow, J.F. Kennedy und andere Weltlenker fielen. Atomkrieg, Raketen, Embargo und U- Boote. Noch nie hatte der geschundene Weltkriegsinvalide auch nur ein persönliches Wort über Krieg und Militär in seinem Latein- und Griechischunterricht verloren. Die unerwartete Weltpolitik- Unterrichstminuten beeendete er mit den Worten:
„Es ist nicht sicher, ob wir uns jemals wiedersehen“.
Psychologen reden von vier Erinnerungsebenen. Der Kollektiven, der Kulturellen, der Kommunikativen und der Episodischen. Die Episodische taucht immer wieder mal auf und holt die anderen auch an die Oberfläche. Denn 60 Jahre später endet ein erschütternd emotionaler Appel eines Staatsoberhauptes, dessen Land barbarisch und menschenverachtend überfallen wird, in einem Videoausschnitt mit einem luxemburgischen Staatsmann mit den gleichen Worten:
„ Es ist nicht sicher, ob wir uns jemals wieder treffen werden“.
Diesmal hören das nicht humanistische Spracheleven, sondern die ganze Weltöffentlichkeit. Und auch die ist, wie damals die Quartaner, zutiefst erschüttert und betroffen.
Immer wieder ist mir der unvergessliche Satz von Herrn Krieger durch den Kopf gegangen. Ob bei Vietnam , Sarajevo, Mauerfall, bei 9/11, bei Afghanistan, Chile, Irak, Syrien, Libyen und nun Ukraine. Schon deshalb haben sich die fünf wenig erfolgreichen, mühsamen Jahre Griechisch mehr als gelohnt.
Oberstudienrat Alexander Krieger bei Schulausflug auf Lindenhof Immendingen (um 1960)
Gschechteverzeller sottet konni Bewies hinverribringe Sie sottet Träum hinterlau Dene mir aagregt nohsinniere kennet
D Schwiizer Nationalhymne, de schwülschtig „Schwiezer Psalm“, fang aa mit „ Trittst im Morgenrot daher, seh ich dich im Strahlenmeer ……..„. S Zindelststoener Bahhöfle erstrahlt noch knackige Rauhriif- Frostnächt noch über 50 Johr au wieder im glitzige, kristallne Rauhriif Strahlekranz. Obwohl des Bregtalbähnli scho vill Johr still gleit isch, des legendär, hölzern Zindelstoener Bahhöfle abmuntiert wore isch, und die Holzverladerampe vum zwei gleisige Bahhof im me Waldstreife grad wieder vu de Natur zruckeroberet word, strahlt des Relief- Bahhöfle wieder bei me Riife, nit i me Strahlemeer, aber i me Eiskristallkranz. 1972 also isch de Goldig Schwellenagel vu 1895 us de Holzschwelle uussizoge wore und des herzig, segensriich Bregtalbähnli isch in en lange Schlummer gfalle.
Zindelsteiner Bahnhof mit Doornkatwerbung um 1955, im Hintergrund der „Schwarze Bube“
S hölzern Bahhöfle mit de Doornkaat Werbung hät sich en Huverzover für fufzg Mark unter de Nagel grisse und en Bienstand druus baut. Aber au der isch zwischeziitlich leider vermauchet. Wurum die Norddeutsche Kornschnapsbrenner uusgrechnet z` Zindelstoe am Bahof gworbe hond, isch dem Werbeplakat schwer zum ablausche. Amend hond sie gwisst, dass die Beerliwieber i ihrne Heidelbeerkante hählinge so e Fläschli verschoppet hond. So en Kornfusel- Flachmaa hond sie gnitz no vor de Abfahrt is Bregtal an Halleberg beim Feroldi am Eschinger Bahhofskiosk iikromet. Au die Schaffner und Lokführer hond gern so en Schluck gnomme. Hät nit der Lokführer im Erinnerungs- Relief vum Künstler Heiner Graf eweng e roti Nase und d Schildkappe eweng schreeg uff ?
Erinnerungsrelief an Zindelsteiner Bahhöfle, Bregtalbähnle und Anton Durler- Loipe nach Heiner Graf.
Oder hond nit au die hagebiechene Waldarbeiter und Schloepfer immer so en Buddel us de Wolterdinger Glasi im Vesperrucksack zwischem Speck- Ortmogge, de greichte Schwarzwurscht und em Ranke Buurebrot ghet ? Iipackt i druckergschärztem Ziitingspapier oder em letzte Konradsblatt.
Rucksack- Schnappsbuddel von der Wolterdinger Glasfabrik.
D Gleis sind bald mol i Schmelzhochöfe verkochet wore. Amend isch des rostig Iise vu dem jetzt uffgstellte Bahhöfle- Lokomotive- und Langläuferrelief sogar us dem Aaltisse gwalzt wore ? De Hammricher Granit Bahschotter isch zu me andere herte Schotter, zu dene Mark und Pfennig, umgmodlet wore, also verscherblet wore. Und die überzellige Bahhöfle im Hammer, z Verrebach, Schönebach und em Rohrbe a Bürger verkipperet wore. S Rollmatrial, de Schienebus, de Rot Arnold, de sogenannt Jägermeister- Express, mit em legendäre Jägermeister Uffdruck, isch zum Toel verreist zu gütige Iisebahfreund i dene ihrne Museums Hangar. Zwei Wäge lieget im Fundus vu de Kandertäler Museumsbah und wartet mit wehmüetigem Hoemweh, dass sie amend bald emol vu Bregtäler Nostalgiker wachküsst werdet. E Paar mol im Johr erstrahlt aber des Iisig, rostig Kultbahhöfle im strahlende Schneekristallglanz. De Modellbau Faller us em Gietbach, hät des Bahhöfle eweng verhübscht und uffgmotzt, selli erfolgriich zu tausende verscherblet. De Name Zindelstein isch i IIsebähnlerkreis berühmt wore. Obwohl i de vor GOOGLE Ziit so guet wie kon gwisst hät, wo Zindelstein isch.
Der legendäre, verhübschte HO Faller- Modellbau Zindelsteiner Bahnhof.
Faller Modellbau Bahnhof Zindelstein mit Güterhalle und Plumpsklo Hinweis und (gültigem ?) Fahrplan.
Die andere, frostfreie Täg im Johr muess de original Glas – Zindelstei, wo a dem Relief hanget, de Glanz vu de Burg Zindelstoe und em durch de Fallerbahhof berühmt Zinke Zindelstoe zum Blinke, zum „Zindeln“ und Erstrahle bringe.
Werner Engesser spielt den Bregtälerblues bei Einweihung Relief mit blitzendem (Original) Glas- Zindelstein.
Ja so wars, und so isches mit em langewige Bregtalbähnle
Zindelsteiner Relief nach Rauhreif Morgen im Januar 2022
Verzeller, Schrieber sottet konni Gschechte verzelle, wenn sie konni Bilder und Gschichte i sich hond.
Uubekannte Verzeller.
Heilig- Obet Vorleseversion für Kinder aber au Erwachsene uff wälderisch
De Winter het kalt und glii mit viel Schnee aagfange. Es sind die letschte Wihnächte vun de Glasmacher in de Glashitte im Ferndobel. Am Johrgricht, so heisst die alljährlich Versammlung vun de Glasmacher, het d` Glasmachergmeinschaft beschlosse, dass mer gi Buebach in Briilinger Wald umzieht. De Wald isch im Umkreis vum Ferndobel durchs Abholze für d` Pottasche, durchs Köhlere für d` Holzkohle und zum Aafiere und Wärme vum Huuswese so abgholzt, so uusbainet gsii, daß mer nimmi mit guetem Erfolg Glasmache het kinne. Sit her isch d` Stimmung im luschtige Gmeinwese e weng druckter gsien wie in de vergangene Johr.
Wie immer am Martinitag am 11.11. hät mer d` Glasöfe, diesmol leider für immer im abglegene Ferndobel uusgehn losse. Sunscht isch mer immer ans Repariere und Überhole vun de Öfe, de Wasserräder, vum Huuswese und em Handwerksgschier gange. Me hät Fierholz gmacht, Schindle gspalte, Kischtle baut und me het au gmietlich gfeschtet und nette Obet zeme uff em warme Ofebank und de gmietliche Stubbe verbroocht. D` Wieber hend gspunne, gschtickt, gschtrickt, gschtopft, Strauschuhe gmacht und s` ganz Huuswese putzt, gschrubbt und hergriecht.
D` Manne hend Cego oder Benokel gspielt, musiziert und viel Spässle gmacht. De Thies Kappeler, de Gründer und de erscht Glasmaischter vun de Glashitte im Ferndobel, en knorrige Tiroler, der het au e Zither und s` Spiele uff dem Instrument vun dert mitbroocht. Überhaupt waret Ferndöbler Glasmacher e bsunders luschtigs, sangesfreudigs und musikalischs Völkle. Des war au wichtig, weil im Winter d` Sunn nimmi ins Loch, ins tief Tal im Ferndobel nab kumme isch. S` war ellemol fascht so duuschter wie in ere nördliche Polarnacht.
Am Sunntig sind d` Wibbervölker alle zemet mit de Kinder und de Manne in eme tiefe Schneegrabe fröhlich hinterenand, so wie d` Schäfli ellemol, in d`Kapelle uf de Thurner, oder in d` Fernhofkapelle oder an d` Neihieslikapelle in d` Sunntigskirch gange. Wenn sie Glick ghet hend, het d` Sunne gstrahlt. Dennoo sind sie alli für paar Stunde doch für die Mühe im dunkle Loch dunde in de Glashitte mit strahlendem Sunnelicht belohnt wore.
In dem Advent war aber diesjohr alles ganz andersch. Reparature mache, s` Schindle vun de Glashitte- Hiesli, s Holz mache war nimmi notwendig. Nu des was mer uff Buebach, in die neu Heimet, mitnehme het welle, des het mer gflickt und mit Sorg überholt.
Me het scho langsam aagfange zum Verpacke und Herrichte vum Umzugssach. De Studiosus, der Lehrer Pirmin, het s` Schuelsach, Büecher, Karte, Tafle au scho sortiert und Kischtli defür baut. Aber grad in de ruhige Wintererzit war jeden Tag Schuel und d` Buebe und Maidli hend in dere Zit viel glehrt. Überhaupt waret Hinterstrasser Glasikinder gschieder wie die Kinder vun de Höf und de Gietlerhiesli rundum, die nuu im Winter unregelmässig in d` Schulstunde uf de Schwaighöf, St. Märje, z` Waldau oder au in d Neikirch bei strenge, uuluschtige und aifältige Schuelmaischter gange sind.
Am Heilige Obe anno 1726 hets dusse ghörig gwaiet und gstürmt. Es het Schnee rab glosse, dass mer gmaint het, d` Welt dät under gehn. Zu deene Johr um 1700 het mer später au die „Klei Eiszitt“ gsait. D` Manne hend sorgevoll an Himmel gugget. D` Fraue und Mütter hend uuruhig und bsorgt gfrogt, wies dusse ussehne dät, mit dem verblosene und verwaihetete Pulverschneegstürm. Zwei Sorge het mer im Ferndobel im Winter scho immer khaan: S` Sunnelicht het mer vermisst und uff de meterhoh, hohlos Pulverschnee hettet die Erwachsene gern am liebschte ganz verzichtet. Der isch nämlich villmol wie e Drohung an de steile Häng ghanget. Lawine hend scho ellemol ganze Höf, Gietlerhiesli und Familie in ihre Aawese uusglöscht. Vor so Pulverschneelawine het mer en Heiderespekt, en mords Mores khaan.
Wenn`s gschneit het ohni End, denno isch mer eng zemet ghuckt und het in ai Fiddle nii Rosekranz betet. An dene bedrohliche Schneetäg het sich kainer meh in Ferndobel traut. Dert sind die freie Wiese übervoll ghanget mit staubliichtem Pulverschnee. Es het nu no paar Spure vun de zitternde, frierende und hungernde Reh bruucht und die Staublawine wäret mit eme dumpfe Knall gnadelos ins Tal nab grauscht.
Die letscht gmeinsam Wihnächte im Ferndobel waret wege de drohende Schneelawine nit so fröhlich wie früher sunscht. Sogar die lebensfrohe Kind hend e grosse Aaspannung gspürt. Au d` Tierli in de Ställ hend uuruhig an de Kette gschaaret und grisse. Eweng sorgevoll het mer in d` Zuekunft gucket und nit ganz genau gwisst, was eim im Buebach erwartet. Aber ebbis war guet, hend die Erwachsene gsait: Daß es dert kaini bedrohliche Lawine giht und dass mer d` Sunn viel meh und öfter sieht wie im duuschtere Glashitteloch.
De Glasvogt Melchior het in Himmel und in d Wolke uffi gschächt und de Frau Theodora gmeldet, dass die gröscht Gfohr ummi sei. Es heb Vorwind, der kalt und trocke Wind vun de Boor her. Die Angst, dass am letschte Wihnächsobet, am Heilige Obet, s` Glasvölkle durch e Lawine uusglöscht wird, die het de Melchior Gott sei Dank wege dem erhoffte, draihende Wind jetzt verscheuche kinne. Wo sie vun dere grosse Bedrohung verschont wore sind und s` Schneegstöber uffgehrt hät und sogar d` Sternli zaghaft us de Wolke gucket hend, denno sind
alli erliichteret, erlöst und wie befreit gsiin. S` innbrünstig und fromm Bete het halt doch wieder ebbis gnützt und gholfe.
Jetzt sind sie in de grosse Stubbe vum Glasvogt Melchior, eng und gmüetlich zemet gsesse und hend sich uff de „ Heilig Obe „ gfreit. Die Zitherspieler hend „Stille Nacht , Heilige Nacht…..“ * aangstimmt und alli waret jetzt hoffnungsfroh und zueversichtlich gstimmt. D` Kerze am Christbaum sind anzunde wore und hend molerisch d` Stubbe erleuchtet. S` Schuellehrerli, de schlau Pirmin, het s` Weihnachtsevangelium feierlich vorglese. Diesjohr het die Gschicht vun de Flucht vun de heilige Familie e noo tiefere Bedietung khaan. In paar Woche mien au sie umziehe und in e andere Gegend zügle und uuswandere. Ob mer au so herzlos abgwiese wird, wie diesell Heilig Familie ? No weiss mer nit, was eim erwartet uff de Reis und im neue Wohn- und Glasiort, im Briilinger Buebach.
Die ganze Weihnachsliedle usem Gsangbuech sind innbrünstig und feierlich gsunge wore und d` Glasmaischterin Theodora het no e aarührends Gebet vorbetet. Und dennoo het sie allne e kleis Gschenkli, was in Spanschächteli und in Holzwolle inpackt war, mit warme Wort an jeden verteilt. Keiner isch vergesse wore und die Socke, die Hember, die Hendsche, die Zipfelkappe, die Stoffbuppeli, die gschnitze Holzsoldätli und Rössli, die gschnitzte Hirschli und Gaisse, des Weihwasserkesseli für s` Grossi, die Dubackspfiife ver de Grossvater, die Schnitzmesserli für d`Manne, de Schnupfduback, die Schnapsfläschli, de Pfiifeduback und die hellklingende Messing- Glöckli für d` Gaisse, die Strohschuhe für Maidli und d Mägd sind voller Freud und dankbar uuspackt und grührt, freudig entgegegnomme wore.
Jetzt hend d` Mägd und d` Maidli ufftrage. Die ganz Woch sind die zwei Jäger, de Dionys und de Eusebi, uf d` Jagd gange im lawinesichere, dichte Wald und hend vor drei Tag grad no rechtziitig en grosse Hirsch gschosse. Der iiglegt Hirschbrotis mit handgschaabte Spätzle, Preiselbeere, Pfifferling, Steipilz und iigmachte Birne, des war de Heilig Obet Festschmaus. Die gross Fleischplatte war ratzeputz, rubbis und stubbis leergschlecket und d` Kätzli hend no so schnurre kinne und eim um d` Bai striche kinne wie sie ehnd welle. Es isch kai Fetzli Fleisch meh an de Knechli ghanget. Nu die beide Hofhund hend no d` Knöcheli gräuschvoll vergnaage kinne.
Nochher het`s no ebbis seltes, ebbis ganz Guetes, ebbis Siesses gai: Bachemogge mit Staibeermues, frischgschlagenem, steifem Schlagrohm und iigmachte Sauerkirsche mit wunderbarem, duftendem Zimtzucker überrieselet. Me hät sich zueproschtet und sich Glück und Sege gwunsche für des neu aabrechend Johr und für die hoffnungsvoll Zuekunft im Buebacher Tal. E klei weng hend Kinder au am siesse Beerliwii schlecke und schneike dürfe.
Und jetzt het de gnitz Jodok feierlich verkündt, dass er in sinem Alter uff kain Fall meh mit nach Buebach gehn dät, sondern zemet mit de treue, brave, hilfsbereite Johanna, em bsorgte, trollige Töchterle vuns Glasvogts, do im Ferndobel bliibe dät. In siinere eigenschte Urheimet, mit dere er uuzertrennlich verwurzelt sei wie e knorrigi Tanne in dene uuvergängliche Felsbolle. Do dät er warte bis sini Lebensuhr abgrieslet sei. Er wünscht dene Umsiedler in die neu Heimat, in die neu Glasmacherhütte im Buebach „Vun Herze Alles, Alles Guete und Gottes Sege, und e dankbars Vergelts Gott au allne Glasi Liit für die viele guete Johr im Glashittedobel.
Wege dene bescheidene und ergreifende Wort vum Jodok mien alli, au die hertgsottene Manne, hählinge d` Sackdiecher hindefieri ziehe und sich no mol kräftig, s` letschmol an ere Waldweihnachte in de Glashitte im Ferndobel, mit verschrauene Auge herzlich und grührt zueproschte.
S` Einzig was an dem Obet gfehlt het, war de stimmungsvoll, nächtlich Gang mit Laterne ins Thurnerkirchli, in die feierlich Christmette. Die gwaltige Schneemasse, hend des verhindert. S` het diesjohr aifach kai durchkumme durch die Schneewaijete gai. Für des Johr waret sie abgschlosse vun de ussere Welt.
So het mer diesjohr wieder Zit ghet zum Zemetsitze, zum Gschichte verzehle, zum Spiele mit de Kinder, zum Singe, Zither spiele und musiziere und au zum uusgiebig Schlittefahre, Schneballschlachte mache, gegsiitig Iisaife und Schneemanne baue.
Die Wihnächte anne 1726, die Allerletscht Glasiwihnächte im Glashitteloch, die war die schönste, die berührendscht und die feierlichscht vun de fröhliche Glasigsellschaft im stille, einsame Ferndobel.
Dieser eigensinnige Satz wird Galileo Galilei in den Mund gelegt, nachdem er sich in einem Inquisitionsverfahren herausreden konnte. Zwar hat nicht er oder andere Naturwissenschaftler und Entdecker des ausgehenden Mittelalters das Gravitations- Pendel kreiert, sondern Leon Foucault anno 1851.
Er hat dieses Gravitationspendel in der Pariser Sternwarte aufgehängt nach dem Sinnspruch: „Was es zu beweisen gilt“. Die berühmtesten, populärsten Foucaultschen Pendel hängen im Pariser Pantheon und im deutschen Museum in München.
Einige Universitäten und naturwissenschaftliche Einrichtungen schmücken sich ebenfalls mit diesem fast selbsterklärenden Objekt. Es stellt anschaulich und sehr einfach die Erdrotation dar. Ein möglichst schweres Pendel, ein Art Senkel, und ein möglichst langer Draht genügt eigentlich. Einen Physiksaal mit mindestens 20 m Höhe haben aber die wenigsten Gymnasien.
Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass beim Entwurf, bei der Planung und der Ausführung 1954 des neuen, nun 3. Gymnasium im beschaulichen Donaueschingen, des gallischen Physikers Leon Foucault gedacht wurde. War es auch ein Hofknicks gegenüber der benachbart einquartierten Besatzungsmacht?
Kluge Köpfe, ob es wohl der Architekt, der Direktor, der Bürgermeister oder sonst ein einflussreicher Ideengeber war? Das sollte man noch herausfinden, um ihm einen Kranz zu winden. Sie alle setzten das Projekt um einschliesslich einer Messing- Intarsie auf dem Treppenhausboden mit den lokal Koordinaten.
Auf jeden Fall bot sich der anmutige, ovale Treppenaufgang im neuen, humanistischen Gymnasium in der Lehenstrasse als „oval office“ für ein derartiges Pendel an. War vielleicht dieses naturwissenschaftliche Signal bereits Hinweis für eine Neuausrichtung dieser Bildungseinrichtung ?
18 m Höhe gab dieser elegante, oval gewendelte Treppenaufgang für eine Pendelaufhängung her. Eine solide, schwere Messingkugel wurde beschafft und ab Einweihung Ende 1954 konnten die Physik- und Geographie Studienräte den verblüfften, bedingt verständnisvollen Mittelstufenschülern, zeigen und beweisen:
Sie dreht sich halt doch!
Foto: Ramona Vogelbacher
Obwohl sie sich immer noch dreht, pendelte sich die Kugel aus und kam ganz zum Stillstand. Als nämlich der 4. Gymnasiumsumzug 1970 in die Humbolstrasse anstand , verschwand leider physisch sowohl die Messingkugel als auch mental das historische, episodische und kulturelle Gedächnis an dieses Unikat in der eigentlich sehr bildungsbeflissenen Baar.
Wie man aber sieht, verflüchtigte es sich nicht aus dem narrativen, episodischen Gedächtnis der allermeisten F. -G- ler der 50-er bis 60-er Jahre. Auf einmal betrachtet man das Pendel fast als Markenzeichen der damaligen Penne. Und deshalb soll ein neues, aussagestarkes, symbolträchtiges Pendel an der Humboldstrasse wieder neuen Schwung aufnehmen und über der, in die Humbolstrasse zu translocierenden Messing- Intarsie, dort dann anschaulich und neu gestylt wieder schweben.
Die grasgruen Annalena woess amend wa Streuobswiese sind. Aber wa en „Gaebeli Zettler“ isch, weiss sie bestimmt nit. Wenn sie do trueber gflunkeret het und in Lebenslauf innikaesperlet het, waer de bescht Plagiatsfilter versecklet gsii. Ueberhaupt: Politiker sotet ihre Buecher und Dokterarbete i Mundart schriebe lau. Des waer e plagiatssicheri, uuverfaenglichi Sach.
Heibe isch all Johr e mords Kummedi. Bsunders bei sellne Gaisse- und Schoofbierli i dene ihrne Streuobstgaerte. Alli 10 Meter alti Epfelbaem. Clara, Goldpaermaehn, Zwetschge, Zibaertli, Bohnebirre, Mirabelleli u. Haselnuessstude. Mit em Unimog, dem 70 Johr alte Nepomog, Wendekreis 15 Meter ohne Servo, kummsch nit unnedorri un nit drum rum.
En wendige, wusselige Heu- zettler muess jetzt oefach mol her. Aber alli sind mit Zapfwelle oder es sind so klobigi, bolligi Bandheuer mit Motor u. Wendekreis wie alti Laschtkaerre. So uuweag, dass au nit um d Baemm rum kumsch. Haets do nit emol so wendige Zettler mit Iiseraeder und so Zettelgable gaehe ? Zoge vu me Ross, em Bruune, mit eme grosse Strauhuet behuetete Bierli, wo uff eme Herdepfelsack und ere Gabel Heu polsterete Iisesitzli ghuckt isch. I de schwielige Haend lederne Zuegelstraeng u. e Goessle mit pfezzigem Zwick. Die schaffige Wiiber mond nebet her mit de Gable und de Holzreche suuber nochschaffe. Spaeter, wenn mer sich grad so uff Pump bei de Gnosseschafts Spar u. Pumpi, e stinkends, naglends Kramer Schwungrad Pfufferle oder e Fahr Bulldoeggli mit 13 Ps leiste haet kinne, isch mer ebe mit so me neumodische Diesel- Roessli gi zettle gange.
Wa sait de ebay Maert zu so eme Gschier ? E halb Johr zerscht mol gar nint. Denno emol us Sachse so e globigs, verroschtets, verkummes Gschtelasch. Wahrscheinlich us eme Kombinat, ere Kolchose, also us Volkseigentum saparalisiert. Nei, nei: des Klumpp kennet er bhalte. Wieso s Schwiezer ebay uusgrechnet „Ricardo“ hoesst, wunderet mi scho lang. Eweng schmeckts noch Maffia, Patrone, Bandito. Des teuscht aber ganz ghoerig. Traditionsbewusste Buure verkaufet dae ihre johrzehnte lang i Schoepf und Schiere trocke und rostsicher iiglagerete, solide Buuregschier- Schaetz. Voller Respekt gegenueber dem stille Vermaechtnis vum Grossi oder Urgrossi. Und i de Zueversicht, dass moeglichscht nu en Kulturbewahrer steigeret. S word nit grad nu fuer paar schnoedi „Feuflieber“ i d Schrottpress und denno dene koreanische Iisekocher verkipperet.
Und tatsaechlich: Im Luzernische, glii ums Eck, find i so e Gschier. Zwar nit unter dem hochsprachliche, seelelose Suchwort: „Bandheuer, Heuwender, Kreiselheuer. Heuschwader“. „jo natuerli noet“. De waehrschaft Buur us em Reusstal vum Lindebaergli, der sait poesivoll, halt herzig, hureglatt uff Schwiezerduetsch, uff Alemannisch :
„Gaebeli- Zettler“ zu sim 6 gablige, 30 zinkige iiseraedrige, exzenterwelle triebene, sanfte Wildheuschittler. Zuefaellig kumm ich dae au grad no vorbeigfahre zum Aagucke und hoff, dass i des pfiffig, putzig, wendig, haerzig „Gaebeli Zettlerli“ poschte, steigere u. kaufe khaa. Es haet klappt.
Also han ich e Buuregschier Diva, als Stargascht, als Cover-Girl us de 50-er Johr beim Freiluft Mundart Schauspiel: „De Forbe Lepold“ a de Damm Arena z Wolterdinge im naeschte Johr. Aber au zum „Gaebeli zettle“ im naeschte Wildheu- Heibet und Oehmde uff de sit mindschends 80 johr nimme gillete Streuobst Bluemewies.
Amend kunnt denno d Annalena mol gi waehrschaft vu Hand nochreche und nochgaebele ?
De Poschtbot werft der d` Rechnung ii Sell Käschli isch us Brettli gsii Und hit zu Tag, us Edelstahl Im Baumärt häsch nit mol e Wahl
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Wenn Grillet word uf de Terass Mit Schübling, frischem Bier vum Fass De Rooscht us Guss war ganz banal Hit zu Tag , nuu Edelstahl
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Bim Zahnarzt uf dem Marterschragge Do bisch jo immer am Verzagge Alls Edelstahl wo änni bliksch Au d` Bluemevas , des hät nint schicks
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Und muess dii Frau uf de „A- Zehn“ Ganz schnell emol zum Pippi gehn Klooschissle sind us Edelstahl Und schepperet luut bim kleinschte Strahl
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Sogar de Maa muess halt mol rolle Wa het er…anders mache solle Duravit Pissbecke i grosser Zahl Und jetzt, e Wand „Ganz-Edelstahl“
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E helzni Wand zum Nochber dorri Als Sichtschutz zu dem bleede Schnorri Do root de Baumärt Maa i mir „Nimm Edelstahl, s` isch nit mol diir“
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Und Ab- und Zue , Oh- jeemineh En Urne- Gang, sell isch nit schee Frühner war diesell us Ton Jetzt Edelstahl, me schriibs sich doch mit „Von“
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Gartehäger, landuff, landabb Die sind jetzt glitzig, do bisch babb Koe Schmiergle meh, koa Farb versaalbe Edelstahl, kasch ewig b` haalte
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De Handlauf a de Kirche Stuefe Der war emol us warme Bueche Jetzt, iisigkaalt im wärmschte Summer Au dä isch Edelstahl en bleede Kummer
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Seebestattung, „ Letzter Schrei „ Natierli sind mir do debei En Sturm kunnt uf, des Schiffli sinkt Nu d` Edelstahlbichs, die schwimmt und blinkt
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A om Ort isch der Stahl nit übel Bei Kläralage, Bäder, dä isch `s plaisiebel Drum will ich do au gar nit schelte Dä lass ich Edelstahl halt au mol gelte
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Am allermeischte aber muess mer beischte Bei Edelstahl- Lämpli, bei de meischte Ums Huus Solar- LED trapiert So kitschig, dass es om grad friert
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Us Ziitings- Rescht war` s Klopapier Bigott nomol, des war jo gar nit tier ? Uffgstupft a me Drähtlihoocke hert wie Stahl De Rollehalter hiet Zutag, natierli nuu sell Edelstahl
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Oh Heilige St. Leonhart Behüt iis doch vor dere Art Du schmiedescht sunscht so wie en Kaib Verschon iis doch vor sellem Hyp
Überal isch Edelstahl, Edelstahl, Edelstahl Des gruuset om, des isch e Qual Überal isch Edelstahl, Edelstahl, Edelstahl
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