Hüfingen für Demokratie

13.02.2025 von Wiltrud Siegfried

Hüfingen für Demokratie – das sind Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen.
Wir möchten ein Zeichen setzen – für eine gerechte und solidarische Gesellschaft, in der wir jeden einzelnen Menschen achten. Wir sind der Überzeugung, dass nur in einer Demokratie Freiheit möglich ist: Informationsfreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit, Freiheit von Kunst, Wissenschaft, Forschung, Lehre und Glauben.

In den letzten Wochen sind etliche Menschen auf die Straße gegangen für unsere Demokratie. Sie zeigen, dass ihnen die Politik wichtig ist. Denn wir können unsere Demokratie mitgestalten: Wir können uns über verschiedenste Medien informieren. Wir können unsere Meinung äußern. Wir können Fragen an die Politiker stellen. Im Bundestag z.B. hat jede und jeder Abgeordnete eine eigene E-Mail-Adresse, an die man schreiben kann. Zudem gibt es Chaträume, wo man sich mit den Abgeordneten austauschen kann. Wir können Ehrenamtliche und Organisationen unterstützen, die sich für unsere Themen einsetzen. Wir dürfen Bürgerbeteiligung einfordern. Wir können an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen.

Wir würden uns freuen, wenn Menschen, denen das auch wichtig ist, sich als Unterstützerinnen und Unterstützer auf unserer Internetseite – huefingen-fuer-demokratie.de – eintragen. Das ist namentlich oder anonym möglich.

Das wichtigste Instrument unserer Demokratie ist die Wahl. Daher wünschen wir uns, dass möglichst viele Wahlberechtigte diese Möglichkeit nutzen und am 23.02.2025 zur Wahl gehen.

Hüfingen bleibt selbständig

Erfahrungsbericht von Peter Albert vom 7. November 2021. Fotos: Herbert Jaag

Sofort wurden bei mir Erinnerungen geweckt, als ich kürzlich zwei alte Fotos aus der Zeit der Gemeindereform vor fast 50 Jahren in die Hände bekam.

Von 1971 bis 1973 fand in Baden-Württemberg die Gemeinde- und Kreisreform statt. Unter dem bis heute umstrittenen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Hans Filbinger, sollten die Kommunen und Kreise des Landes fit für die zukünftigen Aufgaben gemacht werden. Gleichzeitig war der Plan, die ehemaligen Länder Baden, Hohenzollern und Württemberg besser miteinander zu verschmelzen. Inwieweit diese großen Ziele überall im Ländle gelangen, bleibt fraglich.

Beispielsweise kann man über die Neugestaltung des Landkreises Schwarzwald- Baar geteilter Meinung sein. Der Teufel sitzt leider wie so oft im Detail. So haben beispielsweise die beiden Stadtteile Villingen und Schwenningen bis heute unterschiedliche Telefon-Vorwahlnummern.

Für mich wäre es sinnhafter gewesen, wenn die Baar nicht mit großen Teilen des Schwarzwaldes verschmolzen worden wäre, und als eigenständige Raumschaft mit historischem Hintergrund sowohl im ehemals badischen und württembergischen Landesteil neu entstanden wäre. So hätte beispielsweise die alte Baarstadt Löffingen viel besser in einen Baarkreis gepasst. Sicherlich war auch der alte Landkreis Donaueschingen mit seiner über 50 km Ost-West Ausdehnung ein unnatürliches Gebilde, aber bei der Neugestaltung des Landkreises Schwarzwald-Baar wurde seinerzeit eine historische Chance verpasst.

In den frühen 70er Jahren war von der Landesregierung auch angedacht worden, dass viele Gemeinden und Städte ihre Selbständigkeit verlieren sollten – darunter auch die Stadt Hüfingen. Die hohe Politik in Stuttgart hatte sich in Gutsherrenmanier in den Kopf gesetzt, Donaueschingen für den Verlust des Kreissitzes dadurch zu entschädigen, dass Hüfingen kurzerhand einverleibt werden könne. Doch leider hatten die großkopfenden Landeshauptstädtler die Rechnung ohne den Wirt – die Hüfinger-Bürger*innen – gemacht.

Auch an der Hüfinger Fasnet wurde das Thema „Hüfingen bleibt selbständig“ behandelt.

Lukas Riedlinger im Gasthaus Löwen.

Doch von Anfang an:

Das Vorhaben. Hüfingen der ehemaligen Kreisstadt Donaueschingen zuzuschlagen, stieß in der alten Baarstadt, die 500 Jahre Residenz und Amtsstadt war, auf breiteste Ablehnung. Umgehend wurden Gegenmaßnahmen seitens der Hüfinger Bürgerschaft ergriffen. Man erinnerte sich auch gleich wieder an den verunglückten Versuch der Donaueschinger Nazis in der Zeit des Dritten Reichs Hüfingen wie kurz zuvor Allmendshofen zwangseinzugemeinden. Im Nazi-deutschland war der handstreichlerische Versuch seitens Donaueschingen kläglich gescheitert!

Die Gerüchteküche brodelt!

Auch die Gerüchteküche in Hüfingen brodelte anfangs der 70er-Jahre heftig, da in Donaueschingen Bürgermeisterwahlen anstanden und Robert Schrempp altershalber nicht mehr antreten wollte. Hüfingens Bürgermeister Max Gilly, so dass Gerücht, spielte mit dem Gedanken, sich um die Stelle der neu entstehenden großen Kreisstadt Donaueschingen zu bewerben und deshalb die geplante Eingemeindung nicht genügend zu bekämpfen.

Auch die Bürger*innen von Hüfingen wurden zum drohenden Verlust der Selbständigkeit des Städtles befragt. Das Votum viel mehr als eindeutig aus!

Bei einer Wahlbeteiligung von 92,4% stimmten 97% der Wahlberechtigten für die Selbständigkeit.

Auch eine Kundgebung vor dem Rathaus am 24. März 1973 bildete die Bürgermeinung klar ab.

Auf nach Bad Dürrheim!

Die wohl interessanteste und ausschlaggebendste Aktion war aber die selbstbewusste Demonstration Hüfinger-Bürger*innen in Bad Dürrheim kurz vor der erwähnten Kundgebung in Hüfingen selbst. Was sich da am 17. März 1973 in der kleinen Kurstadt und vorher auf der alten B 27 abspielte war schon bühnenreif. An diesem Tag fand in „der guten Stube“ der Kurstadt, dem Kurhaus, eine Mitgliederversammlung der CDU statt. Das alles beherrschende Thema war die anstehende umstrittene Kreis- und Gemeindereform. Hauptredner war der damalige Staatssekretär im Innenministerium und spätere Ministerpräsident Erwin Teufel, der von seinem Ressortchef Innenminister Karl Schiess beauftragt wurde, den CDU Mitglieder*innen das Projekt schmackhaft zu machen.

Schiess, auch durch seinen Erlass (Schiess-Erlass) bekannt, hatte die Überprüfung aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst auf ihre Verfassungstreue angeordnet.

Eigentlich hätte er es besser wissen müssen, da er den alten Kreis Donaueschingen sehr gut kannte.

Mit „Beckmesserischer Verbissenheit“ versuchte sein Staatssekretär Teufel die CDU Mitglieder*innen von der Sinnhaftigkeit der einschneidenden Reform zu überzeugen. Die Anwesenden wurden von der spontanen Hüfinger-Demonstration völlig überrascht, die sich spontan Einlass in den Kursaal verschaffte.

Der abgebildete Traktor mit Frontlader neben dem Polizeiauto gehörte meinem Vater Adolf Albert.

Im jugendlichen Alter zum ersten Mal an einer Demonstration.

Für mich als 14-jährigen Jugendlichen war das ein einprägsames Erlebnis, das mir bis heute in bester Erinnerung geblieben ist. Leider konnte ich damals die Zusammenhänge und den politischen Hintergrund noch nicht richtig einschätzen.

In einem kürzlich geführten Gespräch mit dem ehemaligen Kreisvorsitzenden der CDU – Klaus Panther -, an welchen mich der bestens bekannte Bad Dürrheimer Hansjörg Häfele verwiesen hatte, wurde mir die Tragweite bewusster.

Mein späterer Lehrherr, Zimmermeister Lukas Riedlinger, bildete die Speerspitze der Aktion im und um das Kurhaus herum. Als Gemeinderat und Kreisrat des alten Landkreises Donaueschingen prallte er am Rednerpult mit Erwin Teufel sprichwörtlich zusammen. Die beiden lieferten sich einen rhetorischen Schlagabtausch, in dessen Verlauf Erwin Teufel immer wütender wurde. Klaus Panther musste Teufel mit dem Satz „Menschenskinder, so geht das doch nicht“ – zur Ordnung rufen.

„Lukas Riedlinger hat Hüfingen gerettet“ und „der Riedlinger hat sich nichts gefallen lassen und hat das mit der Demonstration geschickt ausgenutzt“ – so die Aussage von Panther. Damit hatte niemand mehr so richtig gerechnet.

Von meinem späteren Lehrmeister Lukas Riedlinger habe ich in Sachen Demokratieverständnis noch so einiges gelernt.

Er bleibt nicht nur mir in guter Erinnerung.

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auf diesen Artikel hin noch weitere Zeitzeugen melden.

Lukas Riedlinger am 1. November 1974

Aloys Hirt – Ein Bällämer Römer in Berlin

18. Juni 2022 von Markus Greif

Die meisten, die diese Zeilen lesen, dürften wohl schon einmal die Bällämer Via Appia, die Alois-Hirt-Straße, gen Sumpfohren bereist haben. Doch wer war dieser Alois Hirt, nach dem die Straße benannt ist? Nun gleich vorweg, er selbst schrieb sich Aloys Hirt. Wer ihm das i im Straßennamen verpasste, muss hier vorerst ungeklärt bleiben. Auch der zweite Vornamen Ludwig ist eine spätere Erfindung – es wäre ja auch ein Art Tautologie. Geboren wurde er am 27. Juni 1759 in Behla als Sohn der wohlhabenden Hofbesitzer Franz und Elisabeth Hirt. Sein stattliches Elternhaus (Alois-Hirt-Straße 3) steht noch heute und zeugt vom damaligen Wohlstand der Familie. 

Elternhaus von Aloys Hirt heute (2022).
Foto: Felix Bogenschütz

Dieser Wohlstand dürfte auch dafür verantwortlich gewesen sein, dass der junge Aloys ab 1768 das Gymnasium der Benediktiner in Villingen, heute Karl-Brachat-Realschule, besuchen konnte. Es folgten die Gymnasien in Freiburg i. Br. und Rottweil. 

„Altes Gymnasiums“ in Rottweil.
Bildnachweis: Waithamai, Wikimedia
Waithamai, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Der frühe Verlust seiner Jugendliebe trieb ihn in ein Kloster des „grauenvollsten Schwarzwaldes“, von dem er dann doch wieder loskam, um ab 1778 in Nancy Philosophie zu studieren. Dort hielt es ihn aber ebenso wenig wie in Freiburg i. B., wo er sich 1779 kurzeitig den Rechtswissenschaften widmete. Denn noch im gleichen Jahr zog er weiter nach Wien, um an der dortigen Alma Mater Rudolphina das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften zu betreiben.

„Neue Aula“ der Universität Wien aus der Zeit Hirts, heute Sitz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Bildnachweis: Peter Haas, Wikipedia

Dieses Vorhaben wich seiner Begeisterung für die Kunstgeschichte, der er sich in der Folge mehr und mehr zuwandte. Deshalb ging seine Grand Tour 1782 mit dem Ziel Rom weiter, das er u. a. über Venedig, Bologna und Florenz erreichte. Dort angekommen wandte sich sein Hauptinteresse fortan der antiken Architektur und Kunst zu. Als profunder Kenner dieser verdiente er seinen Lebensunterhalt ab 1785 als Cicerone (Fremdenführer) in Rom und Süditalien. Auch die Beratung zu und die Organisation von Kunst- und Gemäldeeinkäufen gehörte zu seinem Repertoire.

Zu den zahlreichen Italienreisenden, die er so kennen lernte, zählten u. a. der Architekt Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff, auf dessen Empfehlung hin Fürstin Luise Henriette von Anhalt-Dessau, des Weiteren der britisch-hannoverische Prinz August Friedrich Herzog von Sussex, Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar, der ungarische Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha, die Mätresse des preußischen Königs Friedrich Wilhelms II., Wilhelmine Gräfin von Lichtenau, und nicht zu vergessen Johann Wolfang von Goethe sowie viele weitere illustre Namen. In den Sommermonaten, in denen sich keine Touristen in den Süden trauten, widmete er sich wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Seine Dienste ließ er sich gut entlohnen. Eine Zechine (Dukat) nahm er am Tag – wie Goethe zu berichten wusste – für die Touren, die in der Regel auf einen Monat, täglich 9–14 Uhr, angelegt waren. Zum Vergleich: Dafür musste ein Tagelöhner oder ein Handwerker ungefähr ein bis zwei Wochen schuften.

Venezianische Zechine (Dukat) des Dogen Paolo Renier (1779–1789)
Bildnachweis: Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung, Auktion 246, Los 3616, 8.03.2017.

Doch Hirts Führungen schienen nicht nur auf uneingeschränkte Zustimmung gestoßen zu sein. So meinte selbst Goethe, mit dem ihn später eine lebenslange Freundschaft verband, in einem Brief an Johann Gottfried Herder „Wenn Ihr einen Antiquar braucht, wie Ihr denn einen braucht, so nehmt einen Deutschen, der Hirt heißt. Er ist ein Pedante, weiß aber viel und wird jedem Fremden nützlich sein.“ Herder zog es nach einem kurzen Kennenlernen dann offenbar auch vor, Rom eigenständig zu erkunden. Ähnlich verhielt es sich mit dem Kunsttheoretiker Carl Ludwig Fernow, der Hirts veraltete, eigenwillige Sichtweise erkannte und ihn in einem Brief spöttisch als Günstling der „Königshure“ bezeichnete.

Nichtsdestotrotz brachten ihm seine römischen Bekanntschaften auch viele Möglichkeiten ein. So konnte Hirt 1796, als ihn die Napoleonischen Kriege dazu zwangen Italien zu verlassen, nach einigen Zwischenzielen in Berlin an seine Karriere anknüpfen – besser gesagt, seine eigentliche akademische Karriere erst starten. König Friedrich Wilhelm II. war von der Gräfin Lichtenau, seiner Geliebten, schon über Aloys Hirt unterrichtet worden und stellte ihn prompt als Lehrer des Prinzen Heinrich ein. Außerdem wurde er preußischer Hofrat und Mitglied der Akademien der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften sowie der Akademie der Wissenschaften mit der Aufgabe die preußischen Kunstschätze in einem Museum zusammenzufassen – eine Idee, die von Hirt selbst stammte und aus der erst sehr viel später die Berliner Museumsinsel hervorgehen sollte. In Berlin wurde er aufgrund seines langen Italienaufenthalts schlicht der Römer genannt. 

König Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1786–1797)
Gemälde von Johann Christoph Frisch 1797
Bildnachweis: Johann Christoph Frisch, Public domain, via Wikimedia Commons
Wilhelmine Gräfin von Lichtenau (1752–1820)
Bildnachweis: Anton Graff, Public domain, via Wikimedia Commons


Hirt konnte seine enge Bindung zum preußischen Königshaus auch halten, als Friedrich Wilhelm II. bereits 1797 starb und sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm III. die ihm verhasste Gräfin von Lichtenau, Mätresse seines Vaters und Förderin Hirts, aus Berlin verbannen ließ. Er behielt seine Posten, wurde ebenso Berater des neuen Königs und verfolgte weiterhin seine kunstgeschichtlichen / archäologischen Forschungen. 1810 wurde er schließlich ordentlicher Professor für Archäologie der damals neu gegründeten Berliner Universität. Goethe blieb er zeitlebens freundschaftlich verbunden und besuchte ihn mehrmals in Weimar.

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Ölgemälde von Joseph Karl Stieler 1828.
Bildnachweis: Joseph Karl Stieler, Public domain, via Wikimedia Commons

Zu seinem Berliner Freundeskreis gehörte die Runde der illegitimen Söhne und Söhne aus morganatischen Ehen König Friedrich Wilhelms II. um den Grafen Ingenheim. Mit Luise Mila, der Ehefrau eines befreundeten hugenottischen Predigers und preußischen Justizrats, soll der Jungesselle Hirt – wie in der neuesten Forschung angedeutet wird – selbst einen Sohn gezeugt haben, den späteren Portraitmaler Paul Mila. Mit dem Grafen Ingelheim unternahm Hirt 1816/17 abermals eine Italienreise.

Gesellige Runde beim Grafen Ingenheim. Aloys Hirt als zweiter v. l., Gemälde von Johann Erdmann Hummel um 1819.
Bildnachweis: Joseph Karl Stieler, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Umstand, dass Hirt immer ein bisschen zwischen den Stühlen saß, sich sowohl als Kunsthistoriker aber auch als Archäologe verstand und zudem ganz eigene bautechnische Überlegungen in seine kunsthistorischen Theorien mit einbrachte, rief auch viele Kritiker hervor. Zudem war er zu großen Teilen auch Autodidakt in seinen Fächern, was eine mangelnde Kenntnis der Fachsprache und Methodik mit sich brachte. Seine Berliner Karriere beruhte auch auf dem Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Hirts Ansichten galten letztlich bereits zu seinen Lebzeiten als veraltet oder fehlgeleitet. Mit der ab 1815 verstärkt aufkommenden Kritik – selbst unter seinen Schülern – konnte er offenbar schlecht umgehen. Vielleicht war dies mit ein Grund, warum er sich ab den 1820er allmählich aus der aktiven wissenschaftlichen Arbeit und der Wissenschaftspolitik zurückzog. Er veröffentlichte aber weiterhin wissenschaftliche Artikel, zuletzt 1834. 

Historisch-architektonische Beobachtungen über das Pantheon in Rom von 1791. Titelblatt, eine der ersten Veröffentlichungen Hirts. Exemplar der italienischen Nationalbibliothek in Rom.

Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen liefern auch den Schlüssel zur Verwirrung um seinen Vornamen. So wurde zu seinem Aufsatz „Ueber das Pantheon“ von 1807, den er als „A. Hirt“ veröffentlichte, von den Herausgebern ergänzt:

„Der ganze Namen ist Aloys. Wir merken dies an, weil einige den Namen Luigi, den unser Freund in italienischen Schriften führet, und der allerdings auch Ludwig heissen kann (da Aloys und Ludwig ursprünglich nur Ein Namen ist), auf letztere Art übersetzt haben.“

Den Lebensabend verbrachte Aloys Hirt – unterbrochen von einigen Kuraufenthalten im böhmischen Karlsbad – im Kreise der ihm vertrauten Familie Mila. Er verstarb am 29. Juni 1837, im Alter von 78 Jahren in Berlin – das Datum wurde in der Vergangenheit oft falsch angegeben.

Dass er mit seiner Idee zu einem zentralen Museum für die Kunstschätze des preußischen Königshauses der eigentliche Urheber der weltberühmten Museumsinsel in Berlin war, dürfte heute sowohl dort als auch in Behla weitestgehend vergessen sein. Seine Heimat sah Aloys Hirt 1793, während einer kurzen Unterbrechung seines Italienaufenthalt, wieder. Ob er Behla später noch einmal besuchte, ist nicht bekannt.

Literatur:

Alfred Hall, Egon Bäurer, Fridolin Kaiser, Behla. Stadtteil von Hüfingen. Geschichte eines Baardorfes im Rahmen der Landschaft (Hüfingen 1989), S. 82–84.

Wolfgang Freiherr von Löhneysen, „Hirt, Aloys“. In: Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hg.), Neue Deutsche Biographie. Bd. 9 Hess–Huttig (Berlin 1972), S. 234–235. Online-Version: https://www.deutsche-biographie.de/sfz32578.html#ndbcontent

Claudia Sedlarz, Einleitung. In: Claudia Sedlarz (Hg.), Aloys Hirt. Archäologe, Historiker, Kunstkenner. Tagung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin April 2000 (Berliner Klassik. Eine Großstadtkultur um 1800. Studien und Dokumente Bd. 1, Hannover 2004), S. 3–14, hier S. 3 und En. 2 auf S. 13. [zur Vaterschaft des Paul Mila]

Jürgen Zimmer, Nachrichten über Aloys Hirt und Bibliographie seiner gedruckten Schriften. In: Jahrbuch der Berliner Museen. Bd. 41 (1999), S. 133–194.

Quellen:

Johann Wolfgang Goethe, Italienische Reise (Frankfurt a. M. 2009), S. 470f. [zur Begegnung mit Hirt im November 1787]

o. V., Aloys Hirt. In: [Georg Friedrich August Schmidt] (Hg.), Neuer Nekrolog der Deutschen. Jg. 15 Teil 2 1837 (Weimar 1839), S. 672–682.

Aloys Hirt. Bildnis von Friedrich Georg Weitsch oder Paul Mila? nach einer Vorlage von Friedrich Georg Weitsch.
Bildnachweis: Friedrich Georg Weitsch, Public domain, via Wikimedia Commons

Meine Hoffnung ist eine veränderte Kultur

Vielen Dank an Peter Unfried für die freundliche Genehmigung seinen Artikel aus
der Wochentaz vom 21. Dezember 2024 hier veröffentlichen zu dürfen.


Ich saß in Santa Cruz, Kalifornien, auf einer Bierbank inmitten einer gemeinnützigen Biofarm, und der große amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen sagte mir lächelnd, dass das 2-Grad-Ziel verloren sei. So begann im Sommer 2023 die Stunde, in der ich Hoffnung bekam.

Der Mensch wird das Problem der steigenden Erderwärmung nicht lösen können – das ist Franzens Erkenntnis, nachdem er sich intensiv mit der Lage beschäftigt hat. Und dies nicht nur aus ökonomischen Gründen oder als Folge des „Kapitalismus“, sondern auch aus kognitiven Gründen:
Die Komplexität und Globalität des Problems mit all seinen Auswirkungen auf andere Bereiche und die Überwindung der Gegenwartsfixierung überfordern uns.

Das sehe ich nicht so absolut, aber gebe zu, dass es derzeit nur eine geringe Perspektive für Global Governance, also eine gemeinsame, multilaterale Klimapolitik gibt. Die Interessen sind zu verschieden und das Fressen kommt verständlicherweise vor der Moral.

Wo ist denn nun die Hoffnung, wird man berechtigterweise fragen? Sie gründet sich in einem neuen Ansatz. Ich habe verstanden, dass Franzen ein abstraktes Ziel aufgegeben hat. Aber eben nicht, um zu sagen, jetzt ist eh alles scheißegal, jetzt mache ich erst mal eine Kreuzfahrt. Sondern um handlungsfähig zu werden. Er sagt, wir sollten nicht rumheulen, sondern uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können. Für ihn ist das eine Nahbereichs-Community, die aktiv wird, um „die Vision eines besseren Ortes zu leben“. Das kann eine Stadt sein, ein Stadtteil, eine Straße, eine Hausgemeinschaft, ein Unternehmen, eine Schule, eine Kita, ein Medienhaus – jedenfalls ein Ort, an dem man engagiert und respektvoll streitend daran arbeitet, dass morgen etwas besser ist als heute. So denke ich inzwischen auch.

Jetzt wird sicher gleich jemand rufen, das sei doch „alles viel zu wenig“. Richtig: Um die Erderwärmung und ihre Folgen sowie das Artensterben zu begrenzen und später zu reduzieren, um den Übergang zu einer postfossilen Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen, braucht es Politik. Es braucht Mehrheiten. Aber eben auch eine weiterentwickelte Kultur.

Die fossile Kultur ist aus physikalischen Gründen am Ende, aber die linke Ökokultur mit ihren großen Gesten, ihrer Apokalyptik, ihrer religiös grundierten Sünden- und Schuldrhetorik und dem logischen Unfug, dass „weniger mehr sei“ und „wir keine Zeit“ mehr hätten, eben auch. Sie hat sich als untauglich erwiesen. Wer sich radikal menschenignorant auf der Straße festklebt und rumplärrt wie ein Kleinkind, wird doch nicht ernsthaft erwarten, dass andere seine Probleme lösen. Die ganze Demo- und Anschreifolklore ist komplett untauglich für die Notwendigkeit des Konstruktiven.

Das Dagegensein- und Weltuntergangs-Business haben andere übernommen, illiberale, fossile Antidemokraten. Wer dagegen etwas erreichen will, ist dem Konstruktiven verpflichtet, dem Can-do-Spirit. Er muss seine Hoffnung mit dieser neuen Methode begründen: Handeln statt hadern.

Das beginnt mit dem Balkonkraftwerk und einem Gemeinschaftsgarten, wo früher Parkplätze waren. Und dann kommt eins zum anderen. Hoffentlich.

Peter Unfried

Konzert mit Panflöte in St. Verena und Gallus

Wir wünschen allen einen schönen und friedlichen 3. Advent!

Konzert am 20. Juni 2021

Vielen Dank an die Künstlerin Tanja Futter an der Panflöte und den Künstler Thomas Heinsohn an der Gitarre für das Exklusivkonzert in St. Verena und Gallus für den Hieronymus.

„Von guten Mächten“ von Siegfried Fietz und Dietrich Bonhoeffer


Kanon von Johann Pacheibel (1653-1706)


„Der Frühling“ von Antonio Vivaldi (1725)

Kontroverse um die Erweiterung des Baugebietes „Im Einfang“ in Sumpfohren

Dietrich Weller im Namen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband
Baden-Württemberg e.V. am 9.12.2024

Hannah Miriam Jaag am 24.10.2024 in der Gemeinderatssitzung

Zur Einführung ging das Büro Gfrörer 34 Minuten auf die einzelnen Einwendungen in der Abwägungstabelle ein. Der Ortschaftsrat stimmte dem Baugebiet einstimmig zu.

Der Gemeinderat beschließt mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung den Bebauungsplan.

Bebauungsplan „im Einfang -Erweiterung“

Baugebiet Sumpfohren wieder im Gemeinderat

Hannah Miriam Jaag am 23.Oktober 2024

Nächsten Donnerstag, am 24. Oktober 2024 kommt das alles wieder als TOP 6 auf die Tagesordnung. Die Geschichte des seit 10 Jahren schwellenden Konfliktes lässt sich anhand von hunderten Seiten (oder sind es tausende?) hier bei der Stadt Hüfingen runter laden oder anschauen.

Also der Aufstellungsbeschluss war am 27.06.2019 und folgende Unterlagen sind auf der Seite der Stadt hierzu:

  1. Abwägungsprotokoll der frühzeitigen Beteiligung in der Fassung vom 01.10.2024
  2. Abgrenzungsplan mit Geltungsbereich in der Fassung vom 01.10.2024
  3. Zeichnerischer Teil Bebauungsplan (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  4. Planungsrechtliche Festsetzungen (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  5. Örtliche Bauvorschriften (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  6. Begründung zum Bebauungsplan (Entwurf) in der Fassung vom 01.10.2024
  7. Umweltbericht in der Fassung vom 01.10.2024
  8. Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag in der Fassung vom 01.10.2024
  9. Natura 2000-Vorprüfung Vogelschutzgebiet ‚BAAR‘ (8017-441) in der Fassung vom
    01.10.2024
  10. Maßnahmenkonzept für den Rotmilan in der Fassung vom 01.10.2024
  11. Geruchs-Immissionsprognose in der Fassung vom 30.08.2021
  12. Schalltechnische Untersuchungen in der Fassung vom 28.11.2022

Kontroverse um das neue Baugebiet Sumpfohren

Hannah Miriam Jaag am 05. Mai 2023

Ausschnitte aus dem öffentlichen Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“
Aushang über die Ortsbesichtigung

Heute war der Petitionsauschusss vom Landtag aus Stuttgart in Sumpfohren, um das geplante Baugebiet „Im Einfang-Erweiterung“ zu besprechen.

Wie oben ersichtlich war die Aussprache von 13:00 Uhr bis 14:35 Uhr im Rathaus. Anwesend waren die Landtagsabgeordneten Georg Heitlinger (Berichterstatter), Armin Waldbüßer und Niko Reith. Weiter eine Reihe Damen und Herren vom Regierungspräsidium Freiburg und vom Landratsamt Schwarzwald-Baar.

Hier gibt es ein paar Eindrücke:

Niko Reith begrüßt die Vertreter aus Stuttgart und vom LRA Schwarzwald-Baar Kreis
Der Berichterstatter und Landtagsabgeordnete Georg Heitlinger erklärt den Petitionsausschuss.
Niko Reith im Gespräch mit Katharina Bogenschütz.
Der Landwirt Bogenschütz trägt sein Anliegen vor.
Die Anhörung beginnt.
Max Bogenschütz erläutert die Probleme mit dem geplanten Wohngebiet.

Sorry, für die Ausschnitte der Fotos, aber ich saß relativ hinten.

Letztendlich konnte sich der Ausschuss das nun anhören und kann Kompromisse vorschlagen. Allerdings hat er wohl keine Weisungsbefugnis

Es gab eine lange Diskussion mit vielen Stellungnahmen. Ich habe einige angefragt und möchte diese gerne hier unten veröffentlichen. Deshalb will ich jetzt gar nicht viel dazu schreiben und zeige hier nur erst mal die Kuhwiese, um die es geht.

Unter der Kuhwiese kommen dann die Stellungnahmen vom LNV, vom Nabu und alle anderen, die mich hoffentlich bald per E-Mail erreichen.
Also, jeder, der was zu sagen hat: Bitteschön!


Stellungnahme zum Bebauungsplan des Wohngebiets „Im Einfang – Erweiterung“ in Hüfingen – Sumpfohren

Dietrich Weller am 05. Mai 2023, NABU -Schwarzwald-Baar

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bedanken uns für die Beteiligung im o,., Verfahren. Diese Stellungnahme erfolgt auch im Namen des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Die beabsichtigte Erweiterung geht aus unserer Sicht mit vielen Problemen einher, die durch die Planung nicht gelöst, ja zum Teil verschärft werden.

Seit jeher weisen wir darauf hin, dass jede überbaute Fläche eine Fläche ist, die für andere Nutzungen, insbesondere landwirtschaftliche, verloren geht. Dies führt zwangsläufig zu einer Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen. Angesichts des Krieges in der Ukraine halten wir hier eine deutlich stärkere Gewichtung dieses Belanges für angemessen. Viele Landwirte klagen über die steigenden Preise für Düngemittel und Pestizide. Diese werden zumindest bei ökologischer Landwirtschaft nicht erforderlich. Da Düngemittel und Pestizide bei der Herstellung mit dem Verbrauch von Erdgas zu verbinden sind, macht es Sinn auf diese Aspekte verstärkt zu achten.

Wir haben leider feststellen müssen, dass ein echtes prüfen der Unterlagen auf Richtigkeit de facto nicht möglich ist. Dies liegt daran, dass die herangezogenen Rechtsgrundlagen nicht vollständig mit der Nennung der Fassung genannt werden. So haben wir im Internet einen Hinweis gefunden, dass die Geruchsimmissionsrichtlinie Baden-Württemberg (GIRL) mit der Verabschiedung der TA-Luft 2018 außer Kraft getreten ist. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es uns im Rahmen unserer ehrenamtlichen Tätigkeit bisher nicht möglich war herauszufinden war, welche Vorschriften im vorliegenden Fall anzuwenden sind.

Wenn wir die alte GIRL anwenden, so kommen wir zu einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte, denn die Tiere werden ungefähr ein halbes Jahr auf der Weide gehalten, verbunden mit entsprechenden Gerüchen. Dies sind aber deutlich mehr als 10 Prozent der Jahrestage.

Auch beim Lärmgutachten stellen wir uns Fragen: Der vorgegebene Grenzwert wird knapp unterschritten. Da die VDI-Richtlinien nur gegen teure Bezahlung verfügbar sind (was eigentlich in einem Rechtsstaat ein Unding sein sollte, da nach ihnen entschieden wird), sehen wir uns nicht in der Lage die Aussagen des Gutachtens zu prüfen. Uns ist jedoch bekannt, dass Gutachter beim Lärm Zu- und Abschläge von bis zu 3 Dezibel (was einer subjektiven Lärmverdoppelung entspricht) vornehmen dürfen. Zumindest dies sollte klar erkennbar sein.

Ferner fällt beim Lärmgutachten im Vergleich mit dem Geruchsgutachten auf, dass die Auswirkungen einer Erhöhung der Tierzahl nicht berücksichtigt ist.

Wir können uns nicht wirklich vorstellen, wie man im Sommer auf seiner Terrasse sitzt, Kaffe und Kuchen vor sich, und dann von Fliegen der verschiedensten Arten umschwirrt ist. In einem reinen Wohngebiet würden wir jedenfalls etwas anderes erwarten.

Zum Artenschutz gilt das bezüglich der Rechtsgrundlagen. Hier stellt sich uns im Hinblick auf die FFH-Prüfung die Frage, ob die jüngste Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes Eingang gefunden hat. Insbesondere fehlt aus unserer Sicht eine Prüfung der Bedrohung von nicht FFH-Arten.

Das Herausnehmen kleinerer Flächen aus Schutzgebieten ist eine kreisweit übliche Praxis geworden. Diese Verluste und Verluste anderer bei der Ausweisung der Vogelschutzgebiete nicht berücksichtigter Nahrungsflächen für den Rotmilan, Weißstorch und andere sind jedoch in ihrer Summation zu betrachten. Der Hinweis auf landesweit zunehmende Rotmilanbrutpaare zieht hier nicht, denn unsere Zählungen belegen für den Schwarzwald-Baar-Kreis ein Beharren auf einem etwa gleichen Niveau mit Spitzen- und Tiefwerten über die letzten fast 30 Jahre.

Die Berechnung der Ökopunkte ist für uns nicht wirklich nachvollziehbar und erscheint von den Ansätzen her widersprüchlich. Hier sind zumindest ergänzende Erläuterungen erforderlich.

Wir bitten auch zu prüfen, ob es Sinn macht Abwasserhebeanlagen notwendig zumachen, die wartungs- und damit kostenintensiv sind, und dummerweise meist dann ausfallen, wenn man sie am meisten braucht, z.B. bei Gewittern.

Da es sich um die frühzeitige Beteiligung handelt, sind hier, die aus unserer Sicht wichtigsten Klärungspunkte dargestellt. Wir behalten uns das Einbringen weitere Punkte vor und stehen gerne zu erläuternden Gesprächen bereit.

Wir bitten um eine Einbindung im weiteren Verfahren.


Hüfingen-Sumpfohren, BP “Im Einfang-Erweiterung”, frühzeitige Anhörung

Hildegard Körner, LNV Arbeitskreis Schwarzwald-Baar, im Auftrag des Landesverbandes BUND, Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

diese Stellungnahme zum oben genannten Verfahren erfolgt im Auftrag des NABU Landesverbandes von Baden-Württemberg, des BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg und des Landesnaturschutzverbandes von Baden-Württemberg. Vielen Dank für die Überlassung der Unterlagen und der Gelegenheit zur Stellungnahme.

Wie in der Begründung ausgesagt wird, soll durch den Bebauungsplan „eine geordnete städtebauliche Entwicklung des Plangebiets sichergestellt werden“. Dies wird mit dem vorgelegten Plan zwar innerhalb der Vorhabensfläche erreicht, aber keinesfalls im Bezug auf sein Umfeld:

In direkter Nachbarschaft befindet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb mit seiner Hofstelle. Das nächstgelegene Stallgebäude ist gerade mal 70m entfernt. Die Weideflächen grenzen direkt an das Baugebiet. Die Zufahrt zum Hof erfolgt z.T. durch den Hofenweg, an den das Baugebiet angrenzt.

Konflikte wegen Lärm und Gerüchen mit den Bewohnern des geplanten Wohngebietes sind daher vorprogrammiert – z.T. bestehen sie bereits – und würden die Weiterexistenz und –entwicklung des biologisch-dynamisch (Demeter) wirtschaftenden Hofes massiv gefährden. Und das in Zeiten, in denen die Förderung der biologischen Landwirtschaft jüngst gesetzlich beschlossen wurde (Biodiversitätsstärkungsgesetz)!

Wie berechtigt unsere Befürchtungen sind zeigen die in der Begründung errechneten Immissionswerte, die nur wenige Zehntel unter den zulässigen Grenzwerten liegen. Abgesehen davon, dass die Berechnungsmethode und Grundlagen nicht dargestellt sind, liegen die angenommenen Tierzahlen unter den Zahlen, die dem Geruchsgutachten zugrundegelegt wurden. Die Entwicklung des Betriebs mit zunehmenden Tierzahlen – wie im Geruchsgutachten berücksichtigt – fehlt zudem völlig. Auch

die Annahme: Milchkühe „in geringem Umfang auf einer Wiese“ ist schlicht falsch, weil gerade bei einem Demeter-Betrieb der Weidegang die Regel und täglich ist. Im Sommer stehen die Kühe wegen der hohen Temperaturen tagsüber nachts auf der Weide.

Daher müssen wir davon ausgehen, dass die Grenzwerte der TA Lärm sicher nicht eingehalten werden können.

Für eine Weiterverfolgung der Planung wäre ein fundiertes Lärm-Gutachten mit realistischen Annahmen einschließlich Entwicklung des Betriebes erforderlich.

Leider zeigen die Erfahrungen hier und aus anderen Orten, dass auch bei Einhalten der Grenzwerte Tierstimmen und –gerüche, Erntearbeiten und andere landwirtschaftliche Tätigkeiten am Hof gerade in Neubaugebieten zu Konflikten führen, in denen oft Menschen wohnen, die emotional und vom Verständnis weit von der Landwirtschaft entfernt sind. Diese Konflikte für einen etablierten, zukunftsfähigen Biobetrieb in Kauf zu nehmen, zählen wir nicht zu einer „eine geordnete städtebauliche Entwicklung“ und unfair den Betreibern gegenüber.

Daher lehnen wir den Bebauungsplan ab.

Hinzu kommen noch folgende Punkte:

  • Betroffenheit EU-Vogelschutzgebiet (VSG) Zwar liegt nur ein kleiner Teil des Plangebietes im VSG, aber Horstplätze der FFH-Arten Rotmilan und Weißstorch liegen in unmittelbarer Nähe. Dazu eine Korrektur des NATURA-Vorprüfung: Alleine auf der Baar ist der Weißstorchbestand inzwischen auf über 40 Paare angestiegen (und nicht wie dargestellt 4 Paare!), auch in Sumpfohren brüten mehrere Paare. Nahrungshabitate, wozu für beide Arten auch Weiden gehören, in unmittelbare Horstnähe (<1km) sind als essentiel einzustufen, Verluste ab 10 ha erheblich. Angesichts der Baugebietsplanungen in den umliegenden Ortschaften Neudingen, Behla, Fürstenberg (alle < 3km Radius) ist die Summation in der Verträglichkeitsprüfung darzustellen. Die Aussage dort, es seien keine weiteren Vorhaben bekannt, ist ein weiterer Fehler des Gutachtens.
  • Grundstücksgrößen/ Bauweise:
    Mit den dargestellten Grundstücksgrößen und Zahl der Vollgeschosse ist eine Einzelhausbebauung mit max. 2 WE zu erwarten. Damit wird weder die angestrebte Einwohnerdichte von 50EW/ha erreicht, noch der „großen Nachfrage nach Wohnraum“ (Begründung) Rechnung getragen. In dieser Situation erwarten wir die Festsetzung kleinerer Grundstücke und Reihenhäuser, die die o.g. Einwohnerdichte auch erwarten lassen.
  • Grünordnung Baumpflanzung :
    Die Festsetzungen geben 1 Baum/200 m2 Grundstückfläche vor. Soll aus dem Neubaugebiet ein Wald entwickelt werden? Angesichts einer Überbaubarkeit von 60% halten wir das für völlig unrealistisch und ist der Versuch den Ausgleich zu minimieren.
  • Grünordnung Heckenpflanzung:
    Die „geordnete städtebauliche Entwicklung“ sieht eine Heckenpflanzung nach SO zur Eingrünung vor (vgl. Begründung). Warum nicht auf ganzer Länge?
    Zudem ist die Eingrünung dem Gesamtgebiet zuzuordnen und daher eine öffentliche Aufgabe. Die Festsetzung auf Privatgrundstücken halten wir wegen der fraglichen korrekten Umsetzung und Dauerhaftigkeit für nicht angebracht.
  • Retentionsmulde
    Die in der Begründung erwähnte „Naturnahe“ Gestaltung der Retentionsmulde ist weder festgesetzt noch so bilanziert. Bevor zusätzlich Flächen für den Ausgleich benötigt werden, wäre das Potential dieser Fläche auszuschöpfen z.B. mit einem gewissen Dauerstau, naturnaher Gestaltung der Form und Böschungen, naturnaher Vegetation (Hochstaudenflur) u.ä.

Wir bitten um weitere Beteiligung am Verfahren.

Der Schokoladenzwerg

S‘ Schokoladezwergli

E Mährli vum Heiner Graf us Iisebach.
Übersetzung vu de Buechsproch is Booremerisch und is Züritüütsche.

Bilder und Idee: Heinrich Graf.
Texte: Ramona Graf, Roswitha Stemmer-Beer, Martin Graf, Hubert Mauz, Maria Simon, Barbara Rohrer und Hans Peter Rohrer.

Veröffentlicht am 26.02.2023.

Hochdeutsch: Heinrich Graf

Booremerisch: Maria Simon und Hubert Mauz

Zürichdeutsch von Barbara und Hans Peter Rohrer 

Zwuggl ist ein kleiner Zwerg. Er ist nicht sonderlich stark, dafür aber schlau und gewitzt. Zwuggl ist besonders, denn er liebt nicht die Beeren aus dem Wald, wie alle anderen Zwerge, sondern er liebt den Schokoladenpudding. Er ist so süß und schokoladig  und lecker und vergeht so zart auf der Zunge. Um Schokoladenpudding zu bekommen würde Zwuggl so einiges machen. 

De Zwuggel isch en kleine Zwerg. Bärestark sich e nit, aber selli gschied und schlau. Und waa isch er sunscht no? Er isch ganz verruckt uff Schokeladpudding. Siessi Waaldbeeri, die jeder mag, nei die mag er nit. Und sunneriefi Himbele, au die mag er nit. Aaber Schokeladpudding! Hmmm, well der so agnehm uff de Zunge vergoht. Dodefür stell de Zwuggel scho manchi Stroech aa.

De klei Zwerg Zwuggel isst fers Lebe gearn Schokeladpudding. Zwergli sind friendli , wered aber bees, wenn sie Gier und Fuetterneid spüret.

De Zwuggel isch en chline Zwärg. Er isch nöd bsunders starch aber defür schlau und pfiffig. Er isch öpper Bsunders, will er nöd wie alli andere Zwärgli am liebschte Waldbeeri hät, nei er hät am allerliebschte Schoggipudding. Dä isch nämli so süss und schoggig- zart und fein und vergaht grad uf de Zunge. Für Schoggipuddig miech de Zwuggel allerhand.

D’Gschicht vom chline Zwärg wo so gärn Schoggipuddig isst.

De Zwuggel isch en chline Zwärg. Er isch nöd bsunders starch aber defür schlau und pfiffig. Er isch öpper Bsunders, will er nöd wie alli andere Zwärgli am liebschte Waldbeeri hät, nei er hät am allerliebschte Schoggipudding. Dä isch nämli so süss und schoggig- zart und fein und vergaht grad uf de Zunge. Für Schoggipuddig miech de Zwuggel allerhand.

Jeden Tag geht er vom Rappenloch, wo er mit seiner Familie in einer kleinen Hütte aus Holz wohnt in das Bergwerk nach Eisenbach. In Eisenbach gibt es viele Zwerge, die nach Gold suchen, doch für gewöhnlich finden sie nur Eisen, ein Metall das nicht so wertvoll ist. Eines Tages doch hat Zwuggl schon morgens beim Aufstehen das Gefühl, dass etwas Großes passieren würde. Er nimmt seinen Rucksack, packt sein Vesper aus einem Brötchen und zwei Würsten und einen Pickel wie jeden Morgen ein. Er geht über die Felder am kleinen Bächlein vorbei und betritt das dunkle Bergwerk. Sein kleines Lämpchen hat er immer dabei und das hilft ihm in der Dunkelheit zu sehen. Immer tiefer geht er in den Stollen hinein und pickelt mit seinem kleinen Pickel auf den Stein. Da plötzlich leuchtet etwas. Er hat zuvor noch niemals Gold gesehen, doch das musste wohl ein Goldklumpen sein, so golden wie er leuchtet. Er pickelt vorsichtig weiter und es kullert nicht nur ein Goldklumpen aus der Steinwand sogar noch einer und noch einer und noch einer – so viele bis er letztendlich fünf  Goldklumpen in seinen kleinen schmuddeligen Händen hält. Zwuggl kann seinen Augen kaum trauen und beginnt zu träumen. Wie viel Schokoladenpudding er dafür bekommen könnte – so viel, dass er die vielen Gläschen gar nicht tragen könnte und sich Jahre lang den Bauch vollschlagen könnte mit Schokoladenpudding. 

Jede Tag lauft er vum Rappeloch z Iisebach is Bergwerk is Untertal. Im Rappeloch wohnet Zwergli. Vill Zwergli, ganze Zwergesippene. Au de Zwuggel wohnt dä innere kleine Holzhitte. Fascht alli schaffet im Bergwerk und suechet und buddlet dä noch Iiseerz.

Aber eigetli, pass uff, nit wietersage, suechet sie noch Gold. Dem glitzige Wundermetall , dem saghafte Gold. 

A me scheene Morge hoppet de Zwuggel heiter us de Bettstatt. Er isch sich ganz secher, dass hit ebbis Gwaltigs passiere werd. Er packt sie Rucksäckli und packt en Ortmogge , zwoe Würscht ii und oberdruff, natierli de Bergmanne Pickel. Er hoppet über d Felder und Wiese, vorbei am kleine, luschtige Iiisebächli, wo blätscheret is rappeschwarz Bergwerk a de Badmilli. Sii kloeni Karbit-Funzle liichtet enu a glei weng im Fiischtere. Er goht a d Arbet und schleglet, haut und klopfet mit sinere Spitzhaue uff die bockelherte Stoeschichte.
Do, uff s mol, glitzeret und funklet ebbis. Jegesmaraie, wie des funklet und blitzt. Waa isch denn dees? Saacht scharret er wieter. Und zmols kaiht en granate Goldbolle vor ihm uff sinni winzige Zwergefiess aabi. Grad woner sich denoch bucke hät welle, kaiht no on , und no on, und no on vu dere Stoewand obe aabi. Zmols hät er fief prächtige Goldbolle i de kleine Händli. De Zwuggel khaa`s kum glaube. Doch wan er sich vu dem riiche Goldsege kaufe will, des woess er gnau. Er macht d Äugle zue und sieht sich in ere kloene Speis vu kleine, große, nei vu gwaltige Gläser voll mit Schokeladpudding umgebe.

De Zwuggel hät en ständige Kamerad, d Muus Minna. Die goht mit ihm is Bergwerk und pfiefft ihm villmol e Liedli vor, S Zwuggeli versirgt sie defür mit sim Vesper. Siteher ruckt sie nimme vu sinere Siite.

Er wohnt mit sinere Familie in ere  Holzhütte im Rappeloch und gaht jede Tag is Bergwerk uf Eisenbach. Det sueched vill Zwergli nach Gold, aber meischtens findets nur Ise, aber das isch es Metall wo nöd bsunders vill Wert hät. Da, ame schöne Tag, hät de Zwuggel scho bim Ufsto s Gfühl, hüt passieri öppis Grosses. Wie a jedem Morge, packt er es Brötli und zwei Würscht als Znüni i sin Rucksack und zoberscht druf ue sin Pickel. Er lauft über d’Fälder ame chline Bächli verbi und dänn gaht er is dunkel Bergwerk ie. Er hät immer e chlises Lämpli debii, dass er im Tunkle öppis gseht. Er gaht immer tüfer in Stolle ie und picklet mit sim chline Pickel uf d’Felse. Plötzlich lüchtet öppis. Er hät zwar no nie Gold g’seh, aber so wie das lüchtet isch das sicher en Goldchlumpe. Vorsichtig picklet er wiiter und scho chugled nüd nu ein Goldchlumpe us de Felswand, nei no eine und no eine und no eine, im Ganze hät er föif Goldchlümpe i sine chline schmuddelige Händli. De Zwuggel cha fascht nöd glaube was er gseht und er fangt aa träume. Wie vill Schoggipudding gäbti das ächt? – So vill dass er all die Töpfli  gar nöd mögti träge und er chönti jahrelang Schoggipudding ässe bis gnueg.


Er kann sich kaum halten und mit kleinen schnellen Schritten springt er glücklich und vorfreudig  tips taps tips taps zu dem nächsten Ort an dem es Schokoladenpudding gibt. Das ist bei dem Mann der das Brot, die Brötchen und den Schokoladenpudding macht – dem Bäcker Fieser. Dort angekommen streckt er dem Bäcker freudestrahlend einen Goldklumpen entgegen und verlangt so viel Schokoladenpudding wie er tragen kann. Doch der Bäcker sagt: Zwuggl das ist ein Stein, der ist nicht viel Wert. Dafür bekommst du drei Gläser Schokoladenpudding und keines mehr. Da wusste der kleine Zwuggl dass der Bäcker Fieser ihn übers Ohr haut. Es fällt ihm wie Blätter von den Augen – der Bäcker Fieser heißt doch so weil er ein ganz fieser ist. Er gibt die kleinsten Brötchen für das größte Geld und er nutzt jede Gelegenheit um die Bewohner im Dorf zu betrügen und sich zu bereichern.

De Zwuggel isch vor luuter Freid nimme zum Hebbe. Es hoppet und rennt mit sinne kleine Fiessli ganz uffgweckt und verruckt is Nochberort zum Beck Vieser. Voller Freid streckt er im Beck en Goldklumpe vergegge: „Ich het gern so vill Schokeladpudding wie ich trage khaa“ und de Zwuggel zoeget ihm de Stoa, woner im Händle hebt.De Beck Vieser word ganz wunderfitzig; „ Zwuggel, wa häsch du do? Aah, nuu en wertlose Stoe us Iise. Dodefür gib ich dir drei Gläser mit Schokeladpudding, koe onzigs meh“, sait de Beck. Ums ummigucke nimmt er im Zwuggel den Goldklumpe us de Fingerli und lot ihn im Schoopesack verschwinde. De Zwuggel fuxt des, wie de Beck Vieser ihn über`s Ohr haue will. Wo denno de hinterlistig Beck in Kähr schlurpft isch, um im Zwuggel e paar aalti, verstaubeti, abgstandini Gläser mit Pudding z hole, hät sich de Zwuggel, taps, taps, taps, zu dene Gschtelaasch sgschliche, uff dene all de guet Schokeladpudding stoht. „ Nei, Nei, verseckle lan ich mich nit“, dismet s Zwergli vor sich änni. Und klick, klack , klick , klack verschoppet er wuselig alle Gläser i sim Rucksack.

De Beck Vieser verscherblet für vill Penunze die miggrigschte Brötle. Er loot koe Glegeheit uus, d Liit über de Tisch zum ziehe. Sau Riich will er were, und dodezue sind ihm alle holose, miese Schereschliefereie grad reacht.

Er vergitzlet fascht vor Vorfreud und rännt mit chline schnälle Schrittli tips taps, tips taps glücklich bis is nächscht Dorf wo‘s Schoggipudding git. Det hät de Beck Fieser sin Lade und macht  det Brot, Weggli und ebe Schoggipuddig. Voll Freud streckt er am Beck en Goldchlumpe ane und seit er well so vill Schoggipudding wie n‘ er mög träge. Aber de Beck seit: Zwuggel, das isch nu en Schtei und nöd vill wert. Für de gits numme drü Töpfli Schoggipudding und kei einzigs dezue. Do hät de Zwuggel gmerkt, dass de Beck Fieser ihn wott bschisse, natürli, klar, dä heisst doch Fieser will er en Fiesling isch. Bi däm gits munzig chlini Brötli für vill Gält und er probiert all Lüt z’bschisse zum sälber gschnäll riich z‘werde. Aber de Zwuggel hät scho en Plan: wo de Beck in undere Stock abe gaht zum drü uralti Töpfli mit Schoggipudding go hole, schliicht de Zwuggel tips taps, tips taps zum Gschtell ane wo de frisch Schoggipudding staht, de wo de Beck wott verchaufe. Mit eim Schwick laht de Zwuggel klicker klacker alli Töpfli mit Schoggipudding i sim Rucksack verschwinde.  


Doch der kleine Zwuggl hat schon einen Plan. Als der Bäcker nach unten geht, um dort nach drei besonders alten Schokopudding Gläsern für Zwuggl zu gucken schleicht der kleine Zwuggl tips taps tips taps zu den Regalen mit dem ganzen Schokopudding der zum Verkauf ausgestellt ist. Mit einem Schwung seines Arms lässt er klickeri klacker alle Gläschen mit Schokoladenpudding in seinem Rucksack verschwinden. Durch den krach schöpft der Bäcker Fieser Verdacht, dass Zwuggl was im Schildre führt. Was ist da oben los?

S Moritzle lebt im Lade vum Beck Vieser. De Moritz muuset am Brot und em Kueche uff de Uuslage vu de Bäckerei umenand. Überall hät de Vieser Muusfalle gstellt, nuu im Lade nit. Dä lebt sichs wie im Schlaraffeland.
Wo denno de Moritz d Minna, im Zwuggel sie Kamerädle, sieht, isch er sofort i d Minna verliebt, wie en junge, hoffährtige Gickel.

„Klick, klack, klick, klack…….des hert de Beck im Kähr unnä. Wa isch denn do los?, denkt, aber zmols däämeret ’s ihm. So schnell wie ihn die krumme Fiess traget hond kinne, rennt er d Stäge uffi und merkt, dass alli Gschtelasch mit em Schokeladpudding rubis und stubbis leergrummt worre sind. De Beck rennt uussi und johlet und joemmeret um Hilf. „Gandarme, Gandarme, kummet, helfet. S‘ ganz Ort und de Oberpolizei sind deher grennt kumme.

Da g’hört aber de Beck überunne s’Schäppere vo dene Töpfli. Was macht de Zwerg det obe? De Beck rännt d’Stäge uf und gseht, dass s’Gschtell mit de Töpfli scho rübis und stübis läär g’rumt isch und de Zwuggel scho mit em ganze Pudding uf und devo isch. De Beck rännt veruse und rüeft luut: Polizei, Polizei, hebed de Dieb! De Zwuggel hät natürli Angst, dass mer ihn verwütscht und rännt und rännt so schnäll er cha mit sine churze Bei, tips taps tips taps über d’Fälder, de Berg duruf und in Wald.


Der Bäcker stürzt die Treppe hoch und sieht, dass die Schokoladengläser aus den Regalen ratzt putze leer gefegt waren und Zwuggl schon mit den ganzen Gläschen reiß aus genommen hatte. Er rennt raus und ruft laut nach der Polizei: Polizei – Polizei haltet den Dieb! Zwuggl hat solche Angst erwischt zu werden und rennt und rennt und rennt mit seinen kurzen Beinchen so schnell er kann tips taps tips taps über die Felder, den Berg hinauf in den Wald. Der Bäcker Fieser und die Polizisten mit ihren Spürhunden sind ihm dicht auf den Fersen. 

De Oberbolizei Vöhrenrechtle sorgt im Wälderwaald für Reacht und d Ornig. Er goht dene schreege sache uff de Grund und isch selli gwissehaft und dipflischiessig. Jeden Bandit oder Hambis quetscht er so lang uus, bis er woess wa Sache isch und wa gnau passiert isch.

De Zwuggel wetzt und rennt mit sinne korze Fiessli und dem pralle Rucksack wie er e Gschoss über d Wiese und Felder und Buckel uffi und abi. Jegesgott hät der Zwuggel e Hoseschiesser- Angscht.
De krummfiessig Beck und de Oberbolizei mit sim bissige Bolizeihund sind ihm schwer uff de Ferse.

De Beck Fieser und d’Polizischte mit de Spürhünd händ en scho fascht iigholt. De Zwuggel schnuufet und pfnuchset und isch eso erschöpft, dass er e Pause bruucht. Eine vo de Hünd macht en Satz uf en zue und fangt wie verruckt aa bälle zum de Polizischte z’rüefe. Was söll de Zwuggel jetzt mache? Wänn er uf en Baum ue chlätteret dänn g’sehnt en d’Polizischte, wänn er sich versteckt oder devo rännt, dänn bället de Hund bis en d’Polizischte finded. Und wänns en finded, dänn chunnt er is Chefi und er isch dänn Tag und Nacht iigschpeert. S‘einzig Intressanti wär dänn dass er d’Spinne a de Tecki chönti beobachte und gseh wies ihri Netz spinned.


Zwuggl schnaubt so hat er sich angestrengt und ist so erschöpft, dass er eine Pause braucht. Einer der Hunde kommt mit einem Satz auf ihn zugesprungen und beginnt ganz fürchterlich laut zu bellen um die Polizisten zu rufen. Was soll der kleine Zwuggl nun machen? Wenn er auf einen Baum klettert, dann sehen die Polizisten ihn, wenn er sich versteckt oder wegläuft, dann bellt der Hund bis die Polizisten ihn finden. Wenn die Polizisten ihn finden, dann wird er im Gefängnis Tag ein und Tag aus eingesperrt sein und das einzig spannende ist dann die Spinnen an der Decke zu beobachten, die ihre Netze spinnen und mit jedem Lufthauch tanzen. Plötzlich hat er eine gute Idee. Blitzschnell packt er seinen Rucksack vom Rücken nimmt die Wurst aus seinem Vesper und gibt sie dem Hund.

De Zwuggel schnuufet und baischtet u d isch baald so miäd, dass er verschnuufe mue. De schwarz Bolizeihund hoppet uff ihn zue und bellet wie en Närsche. Wa soll do de klei Zwuggli mache? Uff en Bomm gräsle? sich verschopp ?
Z mols hät er en zindende Gedanke. Ratzfatz holt er sin Rucksack vum Buckel obe aabi, kromt noch em e Schübling und streckt die Knackwurscht im Bolizeihund änni.

Als uusbildete Bolizeihund hät de Max e ganz bsunderi Nase und au g spitzi Ohre. Sie zottligs Feal verrotet kumm, dass er boemager isch.

De zottlig, schwarz Spitz mit em wiiße Flecke uff de Bruscht isch immer en Wolfhunger. Blitzartig schnappt er die Worscht. sie schmeckt ihm selli guet. Des sieht de Zwuggel glie, well de Bolizeihund mit dem Wadel wedlet. „En Guedde, ich bi de Max, de Bolizeihund und wie hoesssisch duu ?“ . „Zwuggel hoess ich“, sait und giiht im Max die zweit Worscht. Wo denno de Bolizeihund die zweit rubis und stubbis verschlunge gha hät, stupft er de Zwuggel mit sinnere fiichte Nase saacht aa: „ So frindli war no nährmert zu mir. Derf ich bi dir bliebe, Zwuggel?“. „Nint lieber wie des“, sait s Zwergle und freit sich über den neie Kamerad.

Aber jetzt hät er e Idee: Blitzschnäll zieht er sin Rucksack ab und nimmt sini Znüniwurscht use und git si em Hund. De Hund isch en schöne, chline,  echli zottelige schwarze Spitz mit eme wisse Fläcke uf de Stirne. Er hät immer Hunger und isst die Wurscht grad uf. Dänn wädlet er mit em Schwanz, er hät nämlich so fescht Hunger, will em d’Polizischte nie gnueg z’Ässe gänd. Also bsunders guet behandled die ihre Hund nöd, debii hät er doch eso e gueti Spürnase und sini Ohre ghöred sogar es Blettli vom Baum abe falle. Wo n‘em de Zwuggel au no di zweiti Wurscht fuettered, tänkt de Hund: de chli Zwärg isch so lieb und überhaupt nöd gföhrlich und bös, wie ich gmeint ha und wie das Polizischte gseit händ. Eigentlich chönnt de Zwuggel sogar sin Fründ werde. De Hund seit: ich bi de Max, de Polizeihund und drum säged mir d’Mäntsche Polimax. De Polimax wett jetzt lieber bim Zwuggel bliibe statt für d’Polizei schaffe. De Zwuggel freut sich, dass er jetzt en Fründ übercho hät wo mit em wott witerzie. Eso gönds miteneand tips taps, tips taps vo de Polizischte furt über Fälder und Wiese und Berge bis si is Bäretal chömed. 


Der Hund ist ein schöner zotteliger kleiner schwarzer Spitz mit einem weißen Fleck auf der Stirn. Er hat immer Hunger und isst die Wurst genüsslich auf. Er wedelt mit dem Schwanz, denn er ist so hungrig gewesen, weil die Polizisten ihm nie genug zu essen geben. Sonderlich gut gehen die Polizisten nicht mit ihm um und das obwohl er doch so eine gute Spürnase hat und seine Ohren selbst ein fallendes Blatt hören können. Als Zwuggl ihm auch noch die zweite Wurst fütterte dachte der Hund der kleine Zwerg ist so lieb. Er ist gar nicht gefährlich oder böse so wie er das dachte, weil die Polizisten das so sagten. Zwuggl könnte sogar ein Freund werden.  Der Hund sagt: Ich bin Max- der Polizeihund und die Menschen nennen mich deshalb Polimax. Polimax möchte nun lieber bei Zwuggl bleiben und ihn anstatt die Polizisten begleiten. Zwuggl freut sich einen Freund gefunden zu haben, der mit ihm weitergehen möchte. So gingen sie gemeinsam tips taps tips taps von den Polizisten weg über die Felder, Wiesen und Berge bis sie letztendlich in ein Tal namens Bärental kommen.

Ganz liesli schliechet sie sich, taps, taps, taps, devuu. Sie kummet is Bäretal am Feldberg, wo sie uff e klei Hiesli stosset.

„Zum gschiede Beck“

stoht do uff em Ladeschild. Wa fer en Guu, wie des guet schmeckt. De Zwuggel und de Max strecket ihre Näsli und Kepfle i die aaglihnet Derre inni.
A me große Haffe stoht en kleine, grauhoorige Maa, wo saacht und fliessig en fieni, dicke, bruune Schokoladpudding aariehrt. Im Zwuggel lauft s Wasser im Muul zämet vor Gluschte.

De Schlau Beck gucket i de Welt ummenand. Bei ihm giihts fascht alls zum kaufe.S Bescht wan er uff sine Reise findet, bietet er i sim Kuriositäte Lade aa.

De Zwuggel kromet on vu sine Goldbolle us sim Hosesack. „Grieg ich bittschee vu dem guete Schokeladpudding? Und fer de Max Würscht, soviel ich trage khaa?“
De gschied Beck, so hoesst de Maa a dem grosse Haffe im Volksmund, isch Beck, en ehrliche und en guete Maa. Und als en frindliche, gspassige, gsprächige Maa und als Gifitz im Hohschwarzwald guet bekannt.
Er bedient die zwo mit sim berühmte Schokeladpudding und sinne knackige Würscht. „ Hmmm, Hmmm, des schmeckt jo granateguet“, siefzet die zwo selig.„Des wars allerbescht wa mer jemols gschmaust hond“. Und wa macht de schlau Beck? Er steckt vill Gläser Schokeladpudding in Rucksack vum Zwuggel und obedruff no en Hufä Würscht für de gierig Max.

Det chömed’s zum e chline Hüsli und det drus use schmöckts gluschtig vo Schoggipudding. De Zwuggel und de Polimax gügsled is Hüsli ie und gsehnd wie de Beck Schläuli grad im Schoggipudding ume rüert. Hmm, das schmöckt soo fein, am Zwuggel lauft s’Wasser im Muul zämme. Er grüblet en chline Goldchlumpe us sim Sack use und streckt en am Beck Schläuli mit sine chline schmuddelige Händli ane und seit er wetti Schoggipudding für sich und au no Würschtli für de Polimax eso vill wie er träge chönni. De Beck Schläuli isch en ehrliche und gschide Maa und isch scho überall umeg’reist zum di bescht Schoggi und di allerbeschte Würschtli z’finde. Er weiss was guet und fein isch und füllt s Büchli vom Zwuggel mit feinem Schoggipudding und de Polimax chunnt  knackige Würschtli über. Hmm so schmatz mampf säged die Beide, das isch de aller- allerbeschti Schoggipudding wo ich überhaupt je probiert ha – und di beschte Würschtli, seit de Polimax.


Dort kommen sie an ein kleines Häuschen aus dem es so lecker nach Schokoladenpudding duftet. Zwuggl und Polimax strecken ihre Nase in das Häuschen und sehen dort den Bäcker Schaule wie er gerade im Schokoladenpudding rührt. Hmmm es riecht so lecker, dass Zwuggl das Wasser im Mund zusammenläuft. Er kramt einen kleinen Goldklumpen  aus seiner Tasche, streckt ihn dem Bäcker Schlaule mit seiner kleinen schmuddeligen Hand entgegen und verlangt so viel Schokoladenpudding und so viele Würstchen für Polimax wie er tragen kann.

„Sag emol, Ggchiede Beck, worum schmeckt do bei dir alls so selli guet? frogte de Zwuggel. „ ahh…. , die Würscht han ich vum Megxer Fritz vu Oberbränd. Der isch landuff , landab bekannt fer die allerbeschte Würscht, Fleisch- und Speckware. De Schokelad aber, de sell kunnt uus de Schwiizer Berg. Dert gänd die zfriedene Kühe die bescht Milch wo mer sich denke khaa. Und im große Sprüngli-Huus nemet Schokeladkocher nuu de bescht Kakoo us Brasilie, dä wo die nette, bruune Kaffeebohnemaidli a de Copa Cabana badet. Und us dene zwei Zuetate word beim Sprüngli de fein Sprüngli Schokelad gmacht“, sait de gschied Beck.
„Wo sich denn dees ?“, do änni wendmir zwo, ich und de Max kuntinend änni gau. De gschied Beck verkaartet ihne de Weag. Er zoechnet ihne sogar Wanderkart. De Weag goht über hohni und stoenige Berg, vorbei a saftige Wiese und Felder, über en ganz große Fluss und wieder über hohni Berg. Sie saget dankbar und vergnüegt Adee. „ Wartet emol“, sait de gschied Beck, langet is oberscht Laderegal und nimmt e Fläschli Schokeladliker ussi. Des sich eigetli ninnt für ei zwo, aber wer woess, amend kinnet ihr des Gütterli doch emol guet bruuche“.

De Beck Schläuli füllt jetzt em Zwuggel sin Rucksack mit ganz villne Töpfli Schoggipudding und eme Huufe Würschtli. De Zwuggel fröged wunderfitzig: Beck Schläuli warum sind dänn din Schoggipudding und dini Würschtli so super fein? Ich verrate‘ s dir seit de Beck, die Würschtli sind vom Fritz und de macht di beschte Würschtli vo de ganze Wält. Und d’Schoggi, d’Schoggi  heb er uf ere Reis entdeckt. Si chömi vo de Berge i de Schwiiz. Det gänd di glücklichste Chüe di beschti Milch und im  grosse Hüpfli-Huus macheds di feinschti Schoggi. De Zwuggel wett jetzt unbedingt det ane, wo die feini Schoggi g’macht wird. Dänn erchlärt de Beck Schläuli em Zwuggel de Wäg über de höch Berg ie, über d‘Wiese und Fälder, über de gross Fluss und nomol über d’Berge und zeichnet em sogar no e Charte, dass er de Wäg guet findi. Si säged enand Adie und de Beck Schläuli git dene Zwee  no eine vo sine guete Schoggi-Liköör mit uf de Wäg. De isch zwar nur für di grosse Lüt, aber villicht chönted  mir de emal no guet bruuche, händ‘s tänkt.


Der Bäcker Schlaule ist ehrlich und keck und reiste durch die ganze Gegend um die leckerste Schokolade und die leckersten Würstchen zu finden. Er hat einen Sinn für das Gute und das Leckere und füllt die Bäuche des kleinen Zwuggl und Polimax mit leckerem Schokoladenpudding und knackigen Würstchen. Hmmm soooo lecker, sagten die Beiden, das ist der leckerste Schokoladenpudding den ich je probiert habe und die leckersten Würstchen. Der Bäcker Schlaule füllte nun auch den Rucksack klickeri klacker mit einem, zwei, drei  – vielen Gläsern mit Schokoladenpudding und Würstchen.  Zwuggl ist neugierig geworden und fragte den Bäcker Schlaule: Warum sind dein Schokoladenpudding und deine Würstchen denn so lecker? Bäcker Schlaule verrät ihm, dass die Würstchen vom Fritz kommen und dieser Fritz die weltbesten Würstchen macht. Die Schokolade hat er auf einen seiner Reisen entdeckt. Sie kommt von den Bergen in der Schweiz wo die glücklichsten Kühe die frischeste Milch geben und das große Sprüngli – Haus steht in dem sie die feinste Schokolade machen. Bäcker Schlaule erklärt ihm den Weg über den hohen Berg, über die Wiesen und Felder, über den Fluss und wieder durch die Berge und zeichnet ihm eine Karte, die ihnen helfen soll den Weg zu finden. Sie verabschieden sich herzlich und Bäcker Schlaule gibt den Beiden noch einen seiner Schokoliköre mit auf den Weg. Die sind zwar nur für große Menschen und Tiere aber sie dachten sich vielleicht wird er ihnen irgendwann behilflich sein. 

Allmählich verschlupft d Sunn hinterem Buckl. Sie machet sich e Fiehr und bauet e Lager zum Schloofe. De Zwuggel will nuu no en Schokeladpudding schlecke. Hmm… wie der schmeckt. Grad wo er de Löffel is Gals dunkt, bellet de Max luut: „Do isch ebbis zwische de Bämm!“ Jo, do raschlets zwische de Bämm. De Zwuggel verschobbet sich, taps, taps, taps , so schnell er khaa hinterem Felse. Er siät zmol, dass en große Brummbär mit eme luute Brummbass und mit eme zottlige Fell us em Waald hinneverri kunt, gradweags uff de Schokeladpudding zue. Und schlabber di schlapp, sucklet er de ganz Schokeladpudding us dem Gläsli.

Wos wiiter gönd, verschwindet d’Sunne langsam hinter em höche Berg. Also  mached sie sich es es Füür  und es Lager zum Schlafe.  S‘ Schläckmuul Zwuggel möcht no echli Schoggipudding als Bettmümpfeli ässe bevor er iischlaft. Wo er de Deckel vom Töpfli uufmacht  schmöckt das soo süess und schoggig dru use. Grad wo er de erscht Löffel näh wott, fangt de Polimax ganz luut aa bälle und sait: „da isch öppis zwüsched de Bäum“. S‘ Raschle i de Bäum chunnt nächer und nächer. Jetzt chunnt de Zwuggel aber Schiss über. Er versteckt sich gschwind tips taps tips taps hinder eme grosse Felse. Da tapset mit eme luute Brummle en grosse, starche , brune Bär mit eme zottelige Fäll us em Wald dethär. Er lauft schnuergraad, taps tips taps tips taps, uf de Schoggipuddig zue. Und, mit eme schlips und eme schlaps schläckt de Bär mit sinere Zunge grad de ganz Schoggipuddig uf. Hmmm sait de Bär, dos schmockt so got hosch do no mor vo dom Schoggopoddong?


Als sie weitergehen verschwindet die Sonne langsam hinter dem hohen Berg. Sie machen sich ein Lager und ein Feuer zum Schlafen. Zwuggl möchte nur noch einen der leckeren Schokoladenpuddings essen bevor er einschläft. Der duftet als er ihn öffnet so schokoladig und süß.  Gerade als er seinen ersten Löffel nehmen möchte beginnt Polimax ganz laut zu bellen. Da ist etwas zwischen den Bäumen, sagt er. Es raschelt in den Bäumen und das Rascheln kommt näher und näher. Zwuggl bekommt es mit der Angst zu tun. Mit schnellen Schritten geht er tips taps tips taps hinter einen großen Felsen, wo er sich versteckt. Da kommt mit einem lauten Brummen ein großer, starker Braunbär mit zotteligem braunem Fell aus dem Wald getapst. Er tapst tips taps tips taps schnurgerade auf den Schokoladenpudding zu und mit einem schlips und einem schlaps seiner Zunge hat Brommi den ganzen Schokoladenpudding aus dem Gläschen geschleckt. Hmmm sagt der Bär, dos schmockt so got host do noch mohr Schokolodonpoddong? Zwuggl hat Angst, muss aber auch ein bisschen Lachen, weil der Bär so komisch brummt. Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen, nähert sich dem Bären und gibt ihm noch vier weitere Gläschen. Der Bär schleckt auch diese genüsslich schlips schlaps aus. Dann brummt er wieder dos schmockt so got host do noch mohr Schokolodonpoddong? Zwuggl hat eine Idee, geht leise tips taps tips taps zu seinem Rucksack und zieht den Schokoladenlikör, den sie vom Bäcker Schlaule bekommen haben, aus dem Rucksack.  Der Bär trinkt die ganze Flasche mit einem großen Bärenschluck aus. Schon nach einem Moment ist der Bär davon ganz beschwipst und tänzelt von einem Bein auf das Andere,  beginnt ein Lied zu brummen und lallt gobt mor noch mohr von dom Scho schoo schoololo poooddooong. Zwuggl und Polimax finden den Bär nun ganz lustig und gar nicht mehr furchteinflößend. Sie sagen, wenn du noch mehr Schokoladenpudding möchtest, dann komm mit uns. Wir sind auf dem Weg über den Berg, über die Wiesen und Felder über den Fluss in die Schweiz wo die beste Schokolade gemacht wird. Der Bär freute sich sehr und wollte gerne mitkommen, er legt sich hin, sieht noch ein Paar Sternchen über seinem Kopf tanzen und schläft nach kurzer Zeit schon ein. 

„Hmmh…..“, siefzt de Bär gnüssli: „Wa han ich fer en ghörige Hunger gha. Und dös gluschtet mirsoo guet, dan ich gern no mehh so Pudding wet“. De Zwuggel hinterem Felsbolle mueß lache, well de Bär sich de Buuch riebt und zfriede brabblet und brummlet. Do nimmt de Zwuggel sin ganze Muet zämit, schliecht gmietli uff de Bär zue und streckt ihm no e Gläsli vergegge. „Des isch aber kaibe nett vu dir, derf ich mich vorstelle?“ „Ich bi de Brummi“, schnuufet de Bär und sucklet au des Gläsli rubis und stubbis leer. „ Des het aber ein fiine Guu, hesch au no mehr vu dem Ziig?“ brummlet de Bär glüschtig. De Zwuggel schliecht liesli zum Rucksack und zieht de Schokeladlikör vum gschiede Beck hinneverri.
Des hät de Zwuggel schlau gmacht. De Bär suuft die ganz Flasche uus mit gwaltige Bäreschlück.

De Zwuggel hät echli Schiss, mues aber au es bitzeli lache will de Bär eso komisch brummlet. Er nimmt sin ganze Muet zäme und gaht zum Bär ane und bringt em nomol 4 Töpfli. De Bär schläckt au die no gnüsslich schlips schlaps uuf. Dänn brummlet er wider: das osch so got, hosch do no mo Schoggopoddong? De Zwuggel hät jetzt en Idee: er gaht ganz liislig, tips taps tips taps zu sim Rucksack und nimmt de Schoggi-Liköör vom Beck Schläuli use und git en em Bär. De trinkt di ganz Fläsche mit eim grosse Bäreschluck uus. Scho bald hät de Bär en chline Ruusch devo und tänzlet vo eim Bei ufs ander umenand. Dänn fangt er aa es Liedli z’brummle und laalet: gobt mor no moh vo dom Scho schoo schoololo pooddoong. De Zwuggel und de Polimax findet de Bär jetzt ganz luschtig und händ gar kei Angscht meh vor em. Si säged em, wänn du no meh Schoggipudding wottsch, dänn chomm doch mit eus. Mir sind nämli underwägs über de Bärg, über d’Wiese und Fälder und über de Fluss bis i d’Schwiiz, wos di bescht Schoggi mached. De Bär freut sich und wott gärn mitcho. Dänn liit er ab, gseht nur no es paar Stärndli um sin Chopf ume tanze und schlaft glii ii.


Früh am nächsten Tag gehen die drei Freunde weiter über den Berg, über die Wiesen und Felder. Brommi ist ein sehr lustiger, tapsiger Bär. Den ganzen Weg lang brummte Brommi Lieder, Polimax fing Hasen und Zwuggl war schon ganz aufgeregt. Gemeinsam überlegten sich die drei wie es wohl sein würde mit so viel leckerer Schokolade in den Bergen zu wohnen. Dort musste es auch so viele Rebhühner und Hasen für Polimax geben.

Scho noch wenige Schluck hät de Bär en Ruusch. Er tänzlet und hoppet wie e Danzbärli vu om Fuess uff de ander , drillet sich im Kreis ummenand und brabblet bsoffe: „Gänd mir gottverdelli no meh vu dem kaibe guete Scho- Scho Schokeladpudding“. De Zwuggel und de Max lachet sich krumm und bucklig und hond en mords Spass a dem Danzbär. Sie hond koe weng Angscht meh vor dem Ries. De Zwuggel striechlet de Brummi am Arm und sait: „Du Bär Brummi, wenn du no meh Schokeladpudding witt, deno muesch mit iis dorri id Schwiiz gau. Mir sind uff em Weag über d Berg, Wiese, Felder und Wälder, über den große Fluss, dorri i d Schwietz, wo de allerbescht Schokelad gmacht word“. Do hoppet de Bär vor Freid und brummlet: „ Hah, joo, ich gang gerne mit ei“. Zfriede leit er sich is weich Gras und Moos, sieht no eweng de Sternli zue, die über sim Kopf Ringelreihe tanzet, und schlooft bald seelig ii.

Brommi isch en riesige Braunbär. Er hät immer Kohldampf, duet aber nähmert ebbis z loed. Sii Uussprooch isch eweng uugwähnlich. Er sait nämli meischtens O, wenn er A, U, oder E sage sott. Des schiniert ihn aber koe weng. Er findet des sogar luschtig, wenn anderi do drübert pfittere und kittele mond.

Am nächschte Morge frühe wandered die drei Fründe wiiter über de Berg, über d’Wiese und Fälder. De tapsig Bär Brommi  isch en Luschtige und brummlet di ganz Ziit Lieder; de Polimax fangt Hase und de Zwuggel isch ganz uufgregt. Die drei träumed mitenand vom Läbe i de Berge mit ganz vill feiner Schoggi. Sicher gits det au vill Rebhühner und Hase für de Polimax.

Als sie am Ende des Wiesentals sind kommen sie an einen großen Fluss. Der Fluss ist sehr groß – so groß, dass sie nicht darüber hüpfen können.  Deshalb gehen sie am Ufer entlang und finden ein altes, morsches Boot. Brommi der Bär hiebt mit einem Ruck das Boot auf das Wasser, Polimax und Zwuggel springen rein und dann paddelt der Bär plitsch platsch los. Sie sind schon fast in der Mitte. Da plötzlich drückt sich Brommi beim Paddeln so stark mit seinen Füßen vom Boden des Bootes ab, dass der Boden des Bootes kricks kracks kracht. Zwuggl, Polimax und Brumm fallen mit einem Platsch ins kalte, schäumende Wasser. Der Zwerg fuchtelt voller Angst fürchterlich mit den Armen weil er nicht schwimmen kann. Er schluckt Wasser und wird mit der Strömung flussab getrieben. Doch im letzten Moment hat er Glück, denn Brommi schwimmt an ihm vorbei und er hält sich am zotteligen Fell des Bären fest.

Am andere Tag wacklet die drei Kamerade ganz frieh am Morge devuu. De Brummi isch en fidele, luschtige, dappige Bär. De ganz lang Weag brummlet de Brummi gattigi Bärelieder. De Max jagt mit Begeisterung Hase und de Zwuggel isch scho ganz uffgregt.

Zämet molet sich de Zwuggel und de Brummi uus, wie s wohl sii word mit dene ville siesse Schokeladschleckereie und dene Berg, wo si mitänand lebe und huuse wend. De Max aber droomet vu de Jagd uff jungi Rebhär und fätti Hase.

Am End vum Wiestal unterhalb vum Feldberg kummet sie a den broete Fluss, so wis i de Kart iizoechnet isch. Die drei Spezie watet rotlos am Fluss entlang. „Ich des e Boot?“ rieft de Brummi und verschwindet im hohne Schilf. Brummi, de Bär, ebe bärestark, lupft mit eme Ruck en aalte Waidling is Wasser. De Zwuggel und de Max hoppet volle Freid inni und de Bär hinnedrii. „ Hojoo, isch des wackelig“, freit sich de Brummi und paddlet plitsch-platsch devuu. De Max und de Zwuggel hebet sich verzwatzelt am Bootsrand fescht und de Brummi ruederet mit aller Bärekraft und Gwalt. Und uffs mol, knicki-knacki, brecht de Kahn z mitts abenand. „Zu Hilf, SOS, ich kha nit schwimme, joohlet de Zwerg und fuchtlet gruusig mit de Ärmli, woner is kaalt Wasser platscht isch. Er schluckt vill Wasser und d Strömig nimmt en mit flussabwärts. Aber de Zwuggel hät Glick. De Brummi schwimmt an ihm vorbei und de Zwuggel kha sich am zottlige Fell feschtkralle .

De Max wartet scho am Ufer. Si Fell tropfet. Erschöpft keihjet die drei is Gras. Si zindet e aa`schtändig Fier aa, dass sie s Fell, d Hoor und Klamotte troche grieget. Noch dere Kummedi bruuchet sie zerscht mol en Schokeladpudding und de Max e Worscht.

So chömmeds am Ändi vom Wiesetal an en grosse Fluss. De Fluss isch riesig, so gross und breit, dass sie nöd drüber ie gumpe chönnted. Drum gönds am Ufer naa und findet es alts morsches Boot. De Brommi lupft das Schiffli mit eim Ruck ufs Wasser, de Polimax und de Zwuggel jucked ie und de Brummi paddlet los. Scho fascht i de Mitti vom Fluss passierts, de Bär truckt bim Paddle so fescht uf de  Schifflibode dass er  kricks kracks  zämmechroset. De Zwuggel, de Polimax und de Brommi gheiet mit eim Plumps is chalti, schumigi Wasser. De Zwerg fuchtlet voll Angscht mit sine Ärmli, will er nöd cha schwümme. Er schluckt Wasser und triibt mit de Strömig de Fluss durab. Zum Glück schwümmt de Brommi an ihm verbii und so chann er sich im letzte Moment a sim zottlige Fäll festchralle. De Polimax warted scho am Ufer und all drei gheiet ganz erschöpft is Gras. Zerscht ruebet si sich echli uus und dänn zündets es Füür aa zum s’Fäll und d’Chleider z’tröchne. Uf de ganzi Schreck abe ässeds grad z’erscht emal en Schoggipudding und e paar Würschtli und scho bald isch die gföhrlichi Gschicht wieder vergässe. 


Polimax erwartet sie schon am Ufer und ganz erschöpft fallen die drei ins Gras. Nachdem sie sich ein bisschen ausgeruht haben zünden sie ein Feuer an um das Fell und die Kleider zu trocknen und essen erst einmal auf den Schock einen Schokoladenpudding, der sie direkt wieder alles vergessen lässt. 

Am nächsten Morgen wandern sie weiter über Felder und Wiesen und Bächlein, über kleine Berge und große Berge und die Sonne lächelt ihnen ins Gesicht. Das freut den Bären so sehr, dass er seine Lieder zu brummen beginnt und so gehen sie tips taps tips taps mit großer Vorfreude in die Berge in der Schweiz. Polimax schnüffelt aber er ist ganz verwirrt. Denn die Schokolade duftet von zwei Richtungen in seine Nase. Polimax und Zwuggl sind sich unsicher. Zwuggl hat eine gute Idee wir fragen Brommi. Welchen Weg nehmen wir?

Noch ere gruesame Naacht gohts dene Kamerade wider guet. Sie machet sich uff de Weag, vorbei a gräene Wiese und geale Felder, über kleini und großi Berg und Hügel, id Schwiiz innizue. D Sunne lacht ihne debei mollig warm is Gsiecht. Des freit de Bär so selli, dass er die luuteschte und luschtigschte Bärelieder schmetteret. Uffs mol hebt de Max sii fiini Bolizeihund-Nase i d`Luft und schnüfflet : „Komisch“, murmlet er „s`schmeckt us glii zwei Richtunge noch Schokelad“.
„Wa machemer jetzt?, wo noh sollemer gau?“, fraget er die andere zwo.
I dere Ziit wo de Max und de Zwuggel no überleget, gaitschet de Brummi scho is Tal abi und rieft: „Ich ha gnueg vu dere Bergstiegerei, jetzt gommer is Tal abi, des isch gmitlicher. Kummet.“ Und so hond sies gmacht.

S hät Nochwuchs gähe. D Minna hät glii drei herzigi Miesli überkumme.

Im Tal aakumme loset de Zwuggel gnau. „Wa gluckeret do so komisch?“ froget er. De Max, wo de andere scho e Stuck voruus isch, rieft: „ „Gugget emol, wa isch des fer en wunderlichne Bach?„ De Brummi und de Zwuggel rennet dezue und sehnet deno au des dick, bruu Wasser. De Zwuggel schnupperet, grinset, steckt sin Doope gifizig inni und schleckt in muetig ab. Er juchzet vor Freid und Glick: „Schokelad“ rieft er und hoppet wie en Verruckte über d Wiese. Obe uff em Hogge entdeckt er s Sprüngli-Huus, wo en siesse, kleine Schokeladbach uussischliecht.

Zum Glück schwümmt de Brommi an ihm verbii und so chann er sich im letzte Moment a sim zottlige Fäll festchralle. De Polimax warted scho am Ufer und all drei gheiet ganz erschöpft is Gras. Zerscht ruebet si sich echli uus und dänn zündets es Füür aa zum s’Fäll und d’Chleider z’tröchne. Uf de ganzi Schreck abe ässeds grad z’erscht emal en Schoggipudding und e paar Würschtli und scho bald isch die gföhrlichi Gschicht wieder vergässe.

Am nächschte Morge wanderets wiiter über Fälder und Wiese und Bächli, über chlini Berge und grossi Berge und d’Sunne lächlet ihne is Gsicht. Die warme Sunnestrahle tüend am Bär eso guet, dass er grad wieder aafangt sini Lieder z’brummle, und so laufed‘s tips taps tips taps wiiter und freued sich scho  uf d’Berge i de Schwiiz. De Polimax schnüfflet und isch ganz zunderobsi, will vo zwo Site her schmöcks vo Schoggi. De Polimax und de Zwuggel sind unsicher. Wo dure sölled mir gah? De Zwuggel fröged de Brommi um Rat. De Brommi isch zwar starch aber au e chli fuul und seit: gommer do Borg hoch odor  gommor do Borg obo? Do oborlogon mor doch nocht long, do gohon wor don Borg obo, dos osch gomotloch. Eso mached‘s es eso und gönd durab. 


Brommi ist zwar stark aber sehr gemütlich er sagt mit jeder Selbstverständlichkeit Gohon wor don Borg hoch odor gohon wor don Borg ronter? Do oborlogon wor nocht long do gohon wor don Borg rontor dos ost gomotloch. Plötzlich kommen sie an einen Bach mit sehr braunem Wasser, das ganz langsam fließt und seltsam gluckert. Brommi hält seine Tatze hinein und kostet. Hmmm herrlich Schokolade. Zwuggel war entzückt und außer sich vor Freude. Er sprang hinein und schwamm und öffnete seinen Mund so weit, dass sein ganzer Bauch mit Schokoladenpudding gefüllt war. Dann taucht er wieder ganz braun voller Schokoladenpudding auf und blickt sich um. Da sieht er, dass das Bächlein oben auf dem Berg aus dem Sprüngli Haus entspringt und dass überall Rebhühner und Hasen auf den Wiesen hüpfen. Hier möchten Brommi Polimax und Zwuggl bleiben und bauen sich ein kleines Häuschen in dem sie glücklich du zufrieden leben. 

„Homm, hoho“, brummt de Bär Brummi. „Do bliebet mir,“ bellet de Max, well er scho Rebhär und kleini Hase usgloschoret hät und scho uff de Wiese am Jage isch. Und de Zwuggel, wo mit eme broete Schokeladgrinse und eme Holzleffel im Schokeladbächli huckt, nickt fidel mit glitzige Auge.
Er isch halt en echte, wohre Schokeladchokeladzzwerg.

Uf eimal chömmeds an en Bach mit ganz bruunem Wasser wo ganz langsam flüsst und ganz komisch gluckset. De Brommi tünklet sini Tatze ie und probiert. Hmm schmatzigi Schoggi. De Zwuggel isch ganz us em Hüsli, er gumpet ie, und schwümmt mit offnem Muul bis sin ganze Buuch mit Schoggi gfüllt isch. Wo er wieder uuftaucht, ganz bruun vo Schoggi, gseht er, dass das Bächli obe uf em Berg, us em Hüpflihuus useflüsst. Und dänn gumped  au no überall uf de Wiese Rebhühner und Hase umenand. Em Brommi, em Polimax und em  Zwuggel gfallt das eso guet dass sich entscheided zum da bliibe. Si boued sich e chlises Hüsli und läbed det glücklich und zfriede.


Schwarzwald, de Wälderwaald

De Wälderwaald liet im Süd-Weschte vu de Republik. Er isch uff 150 km e uusdehnts Mittelgebirg. De höchscht Berg isch de 1493 Meter hoh Feldberg. De Wälderwaald isch dünn besiedlet. Typisch sind sine große Buurehöf mit tiefe Walmdächer, Hofmillene große, freie Waidberg und rundum Nodelwaald.

De Hotzewald

De Hotzewald liet im südliche Wälderwaald. De Name Hotzewald kunnt vum Häs, wo d Waldarbeiter friehner trait hond. Des waret so Art Pludedrhose.

De Rhii

De Rhii isch on vu de gröschte Flüss z Europa. Er kunnt us de Schwiitz. De Hochrhii isch vum Bodesee bis gi Basel Grenz zwische de Schwiitz und Dietschland. De Rhiifall vu Schaffhuuse isch de gröscht Wasserfall in Mittel- Europa. Uff e Bräeti vu 150 m dunnderet s Wasser über e Felskante.

D Schwiiz

D Schwiiz isch e Alpeland in Mitteleuropa. Sie gründet sich uff Eidgenosseschafte, wo sich im Mittelalter zu de eigene Verteidigung zämet dau hond. I de Schwiiz schwätzt mer vier Sprooche: Ditsch, Franzesich, Italienisch und Rätisch. Alli sind Amtssprooche.

Sprüngli-Schokelad

Vor uugfähr 175 Johr hät de Schokelad- Fabrikant Sprüngli si Schokoladfabrik an en Bach (im Schliefdobel) i de Nähi vu Horge am Zürisee verleit. Zwischeziitlich isch er gi Züri umzüglet und er hät z ganz Europa Gschäfter. Sin Schokelad isch hit selli bekannt uff de ganze Welt.


Nit nuu de Zwuggel und de Brummi sind gueti Kunde, sondern au de gschied Beck us em Bäretal am Feldberg.

Zum Tod von Hermann Sumser

Unser herzliches Beileid an seine Witwe und allen Angehörigen.

Hier stellte Hermann Sumser im April 2021 das Brigobannis-Projekt im Hieronymus vor:

Brigobannis auf kulturellen Abwegen

06.04.2021 von Hermann Sumser

Statt nach der Realisierung der Fußgängerbrücke über die Breg ein nächstes Element im Rahmen des „Brigobannis-Projektes“ anzugehen,  riskiert man auf Anraten der CDU-Fraktion wie ich annehme lieber den Untergang dieses Projektes und der angesagten 50%-Zuschüsse des Landes, um das verfügbare Kapital für das nächste Großprojekt der Stadt anzusparen: z.B. die Umwandlung von Grünlandschaft in kommunales Bauland in der Kernstadt und in den Ortsteilen entgegen der Umweltpolitik des Landes und riskiert damit auch noch den Verlust der verfügbaren Finanzen  durch riskante Geldanlagen, die keinesfalls dem Fachbeamten allein anzulasten sind, sondern der politischen Vorgabe durch den Bürgermeister und die CDU-Fraktion, wie ich annehme.

Nun nach dem möglichen Verlust von 3 Millionen und dem großzügigen Verlust von Zuschüssen zum von Anfang an verunglimpften Projekt des „Römerparks“ kann man sich wohl die Wunschvorstellungen der Rekonstruktion von Serpentinenpfaden zum ehemaligen Waldhaus im „Roten Rain“ und hoch vom Römerbad zum Galgenberg und die Landschaftsgestaltung zur optischen Wiedergabe des Kastells auf dem Galgenberg bis zum Beispiel  die Umwandlung der leer stehenden Wasserreservoire in Schauräume zur Ausstellung von wichtigen Repliken des „Hüfinger Reiters und anderer spektakulären archäologischen Fundobjekten an den Hut schreiben; wahrscheinlich auch das Vorhaben der Darstellung des „Unteren Tores“ im Städtle als wichtigen Abschluss der Straßengestaltung in den letzten 10 Jahren, die das Städtle attraktiver gestalten  und das Geschichtsbewusstsein der Einwohner stärken soll.

Vermutlich können sich die Hüfinger Bürger auch das begehbare Archiv  im Erdgeschoss des Hüfinger Rathauses und die Ausstellung der Hüfinger Geschichte dort vergessen, weil kein Geld für sowas „Überflüssiges“ nach einem solchen Verlust mehr da ist, zumal auch noch die Großinvestition der Erneuerung des Schwimmbades ansteht. Wie schön, dass man immer die verzichtbaren Kultur-Investitionen im Auge hat. Schon einmal wie vor 200 Jahren, als einige engagierte Personen, wie z.B. Luzian Reich der Ältere die Hüfinger „Anlagen“ und jene noch heute wunderbare Fußgänger-Baumallee als Zugang, zum Teil sogar auf eigene Kosten,  realisiert haben und dafür von den Hüfinger Normalbürgern belächelt wurden. 

Liebe Hüfingerinnen, liebe Hüfinger,

was macht Hüfingen im Vergleich zu den umliegenden Städten zu etwas Besonderem, das es immer wieder zu stärken gilt? Es sind die Zeugnisse aus der Frühgeschichte und das Stadtbild aus der mittelalterlichen Geschichte der Stadt.

Vor mittlerweile  60 Jahren hatte mich eines Tages Altbürgermeister Max Gilly zu meiner Überraschung nach bestandenem Abitur ins Rathaus rufen lassen, um mit mir über die Zukunft von Hüfingen zu sprechen. Auf seine Fragestellung habe ich ihm damals geantwortet, dass das größte Kapital von Hüfingen seine mittelalterliche Altstadt ist. Wenige Jahre später gehörte Hüfingen zu den ersten Antragstellern an die zuständige Behörde der Landesregierung nach Aufnahme in das neue Städtebauförderungsprogramm. Die folgenden Jahre waren in Hüfingen geprägt von den Sanierungsmaßnahmen in der „Hinterstadt“, später in der „Vorderstadt“, schließlich in der Unterstadt, in der Folge auch von den Auseinandersetzungen um den Erhalt von historischen Häusern in der „Hinterstadt“, dem Sanierungsgebiet Nr. 1. Als ein von Bürgermeister Gilly an mich beauftragtes  Gutachten im Ergebnis das Zerschneiden des besonderen Baudenkmals in der Hinterstadt Nr. 7-9 in Frage stellte, dessen Abbruch schon vorgesehen war,  scheiterte bei unserem Antrag zur Bewahrung dieses nach Aussage des zuständigen Denkmalschützers, der sich voll hinter mein Gutachten zur Bewahrung diese bedeutenden Baudenkmals stellte, unser Antrag zum Erhalt in der anschließenden Gemeinderatssitzung an der CDU-Mehrheitsfraktion. Der Abbruch wurde nach Beschluss im Gemeinderat vollzogen.

Vor nunmehr mehr als 30 Jahren hat das Land Baden-Würrtemberg auf einen Hinweis des inzwischen als Nachfolger gewählten Bürgermeisters Anton Knapp auf die heruntergekommene Ruine des „Römerbades“ auf eigene Rechnung des Landes das Ruinenfeld wieder rekonstruiert  und in aufwändiger  Form eine Besichtigungsbühne auf halber Höhe über den Ruinen mittels einer Stahlkonstruktion einbringen lassen und damit dem bedeutenden Baudenkmal wieder zu neuem Glanz verholfen. Wenige Jahre später habe ich das Projekt „Brigobannis“ mit mehr als 20 Einzelelementen konzipiert vom „Pavillon“ über die Tribünen an der Römerwiese, über eine Brücke über die Breg in Fortsetzung der früheren Römerstraße, über die Reaktivierung von historischen Pfaden im Umfeld des Römerbades bis hin zum ehemaligen Waldhaus im „Roten Rain“ mit Aussicht auf die Altstadt, über die Darstellung des ehemaligen Kastells auf dem Galgenberg mit landschaftlich gestalteten Außenanlagen bis hin zum Ausbau von zwei vorhandenen unterirdischen Wasserreservoiren, die aufgegeben wurden, weil sie technisch überholt waren zu unterirdischen Schauräumen, in denen die bedeutenden Funde der Hüfinger Geschichte aus den verschiedenen archäologischen Grabungsfeldern, die in den Archiven des Landes ruhen,  in Hüfingen präsentiert werden sollten über den Einbau eines unterirdischen Verbindungsbauwerks zwischen den unterirdischen Schauräumen und die Herstellung von Repliken dieser Fundgegenstände. Das Projekt wurde von Bürgermeisetr Knapp aufgenommen und mit der Zentrale des Denkmalschutzes in Esslingen kommuniziert. Der damalige Präsident des Landesdenkmalschutzes Professor Dr. Bader erschien persönlich zu einer Besprechung in Hüfingen und hat seine Zustimmung signalisiert. Das Regierungspräsidium in Freiburg hat das Projekt begrüßt und die Bezuschussung in Höhe von 50% der jeweiligen Baukosten in Aussicht gestellt. Im Gemeinderat in Hüfingen habe ich das Projekt vorgestellt. Einige Elemente wurden realisiert und zu 50% bezuschusst, andere scheiterten bislang am Einspruch der CDU-Fraktion und wurden vorerst zurückgestellt. 

Ein anderer Projektvorschlag: das „Untere Tor“, das ich planerisch und im Detail ausgearbeitet hatte, hat Bürgermeister Knapp ebenfalls im Gemeinderat eingebracht. Es ging dabei um die Darstellung dieses ehemaligen wichtigen Gebäudes der Vorderstadt, das ca. 1840 durch Antrag der Fuhrunternehmer abgebrochen wurde. Die Darstellung in Konturen, die durch eine Stahlkonstruktion erfolgen soll,  um wieder die ehemalige räumliche Wirkung in moderner Form zu vermitteln, ist sie eine wichtige städtebauliche Maßnahme, die das „Städtle“ als Veranstaltungsraum stärken soll. Die Realisierung scheiterte vor 20 Jahren wieder einmal am dem Widerspruch der CDU-Fraktion in der betreffenden Gemeinderatssitzung.  Es wäre gleichzeitig eine bewusste Schickane, um den immer noch heftigen Durchfahrtsverkehr etwas zu reduzieren, die Attraktivität im und vor dem „Städtle“ zu steigern und das Brauchtum zu stärken durch die Figuren-Installationen an dieser Stahlkonstruktion und die Einbeziehung in die Hüfinger  Fasnacht. 

Sie sehen, dass in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Ansätze zur Bewahrung und zur Belebung des Hüfinger Stadtbildes und zur Veranschaulichung der bedeutenden Hüfinger Geschichte durch mich und durch die Unterstützung durch den Bügermeister erfolgt sind. Vor nunmehr 2 Jahren habe ich dem jetzigen Bürgermeister in einem Gespräch im Rathaus diese Projekte vorgestellt, die er als ehemals auswärtiger Bewerber um das Bürgermeisteramt natürlich noch nicht kennen konnten. Sie sehen, dass immer wieder auch wichtige Vorschläge von Außen an den Bürgermeister herangetragen wurden, die immer wieder von den aufeinander folgenden Bürgermeistern aufgenommen wurden und  zur Profilierung der Stadt und auch  ihres Bürgermeisters beigetragen haben.

Obgleich der Bürgermeister bei dem Gespräch einen wirklich interessierten Eindruck auf mich gemacht hat, ist bis heute keinerlei Berücksichtigung erkennbar. Statt dessen ist die Stadtverwaltung bestrebt in der Kernstadt und in allen Ortsteilen die landschaftliche  Umgebung zu Bauland umzuwidmen entgegen der allgemeinen politischen Absicht im Land. Statt dessen schockt uns vor wenigen Tagen  die jüngste Nachricht  von einem Verlust von 3 Millionen im Stadtsäckel durch eine verloren gegangene Einlage der Stadtverwaltung in einer privaten Bank. Für diesen Betrag hätten problemlos manche dieser vorgeschlagenen Elemente des Projektes realisiert werden können. Ohne jegliche Schuldzuweisung auszusprechen, schmerzt mich natürlich dieser finanzielle Verlust. Vielleicht wäre eine gewisse Offenheit gegenüber meinen Vorschlägen als gebürtiger und geschichtsbewussten Hüfinger Bürger hilfreich. Statt dessen erklärte der Bürgermeister damals: das Projekt „Brigobannis“ werde nicht weiter verfolgt,  auf Anraten wieder mal der CDU-Fraktion, wie ich annehme, obgleich auch die Realisierung der Wege und Pfade, die Rekonstruktion des Waldhauses, die gärtnerische Gestaltung des Kastells auf dem Galgenberg einmal abgesehen von den unterirdischen Schauräumen genügend Ansätze bieten, auch überschaubare Elemente des Projektes zu realisieren. Also verzichtet man auch großzügig auf die angesagten Zuschüsse des Regierungspräsidiums. 

Sie lagen voll daneben: Legendäre Energie-Zitate mit Faktencheck

Merz im Kernkraftwerk

Eva Stegen am 7. Juli 2023 im Kultur Joker

Es gibt Lügengebäude, die werden nach jedem Einsturz immer wieder neu aufgebaut und man wundert sich, wie häufig der immer gleiche Unfug durch die Medien getrieben wird. Und es gibt immer wieder Journalist:innen, die mit Chuzpe die x-fach widerlegten Lügen neu aufkochen.
Man reibt sich verwundert die Augen. Wie kann es sein, dass ein längst abgehaktes Thema einfach nicht in der Versenkung verschwindet. Ähnlich absurd, als würden die Schreibmaschine oder das Faxgerät die öffentliche Debatte beherrschen, trendet seit Wochen und Monaten das Schlagwort „Atomkraft“ in der Presse, den sozialen Medien und den Talkshows. Blackout-Propheten werden nicht müde, finstere Szenarien von Deindustrialisierung und ausgehenden Lichtern an die Wand zu malen. Das hatten wir alles schon. Unzählige Male. Legendär ist das Zitat des damaligen Ministerpräsidenten, Hans Filbinger, von 1975: „Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen“. Er lag zu 100 Prozent daneben.
Über die „drohende Stromlücke“ breitete sich 2008 der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) im Chor mit den fossil-nuklearen Stromriesen quer durch die gesamte Presselandschaft aus. Deutschland könne bereits „ab 2015 dauerhaft auf Stromimporte angewiesen“ sein. Sie lagen voll daneben. Deutschland ist seit 2002 Netto-Stromexporteur. Immerhin bekannte sich Glos später zu seiner Inkompetenz: „Ich wusste damals nicht mal, wo dieses Wirtschaftsministerium genau stand. […] Ich hatte kaum eine Ahnung davon, was die Aufgaben dieses Ministeriums sind.“
Dieselben Märchen überall auf der Welt.
Auch international wird mit denselben Blackout-Ängsten Stimmung gemacht: 2007 versprach der Chef der EdF-Filiale im Vereinigten Königreich, die Briten würden schon 2017 ihren Weihnachtstruthahn mit Atomstrom aus Hinkley Point C bruzzeln. Andernfalls und ohne das AKW würden „die Lichter ausgehen“. Auch 16 Jahre später wird es immer noch keine Hinkley-Power für den Festbraten 2023 geben. Doch unterdessen wurden 10 britische Meiler für immer stillgelegt – was die Erneuerbaren locker aufgefangen haben. Bis zur – derzeit – prognostizierten Inbetriebnahme 2027 werden weitere 4 Stilllegungen folgen.
Dasselbe Spiel in Polen: Wenn das Land bis 2020 kein Atomkraftwerk bekäme, drohe „eine dauerhafte und sich ständig verschlimmernde Stromlücke“, ließen einflussreiche Lobbyisten über die Presse verbreiten. Mehr als die vier Atomruinen von Żarnowiec ist seit 1990 nicht entstanden.
Eine Stromlücken-Drohung schien dem meinungsvariablen Ministerpräsidenten von Bayern dann im Juni 2022 nicht dick genug aufgetragen. Söder halluzinierte von einer „Riesen-Stromlücke“ die wir bekommen „wenn wir die Kernenergie abschalten“. Getreu dem Motto „was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ hatte er seine eigenen Rücktrittsdrohungen, für den Fall, dass der Atomausstieg nicht zügig umgesetzt und das AKW Isar 2 noch nach 2022 laufe, aus seiner eigenen Wirklichkeit gelöscht. Andere erinnern sich gut an seinen 2011-er-Auftritt mit grüner Krawatte. Mittlerweile trägt er fürs Fotoshooting AKW-Arbeiter-Overall, gelbe Plastik-Schlüffkes und einen Kompetenz-suggerierenden Helm. Und posiert mit seinem ebenso kostümierten Kumpel Fritze Merz im, am und um das AKW herum. Vermutlich läuft die Show noch bis zur bayrischen Landtagswahl am 8. Oktober.

Der Trick mit der Wannenkurve
Damals, 2011, schürten die Bosse von RWE und Eon unverhohlen Ängste vor „dem Netzkollaps“, was die Bundesnetzagentur mit dem Verweis auf die über Jahre mit Bestnoten ausgezeichnete Stabilität des deutschen Netzes wieder einzufangen versuchte.
Damals nutzten die Atomlobbyisten übrigens exakt denselben Kniff, wie dieses Jahr. Als in Deutschland infolge von Fukushima 8 Atommeiler (in Worten: Acht) abgeschaltet wurden, passierte auf dem europäischen Strommarkt das, was jedes Jahr passiert: Der Strombedarf Frankreichs folgt einer wannenförmigen Kurve. Im Winter ist er hoch, wegen der vielen Elektroheizungen in schlecht isolierten Gebäuden. Ab März fällt er und geht während der langen Schul- und Betriebs-Ferien im Sommer richtig in die Knie. Alle Jahre wieder, wenn in den großen Werken die Maschinen stillstehen, drücken die AKW ihre Überschüsse zu Niedrigpreisen in das europäische Netz – solange genug Kühlwasser vorhanden und nicht große Teile der alternden Kraftwerksflotte in der Zwangspause sind. Rosinenpicker, die aus diesem immer wiederkehrenden Muster eine Alarmismus-Meldung konstruieren wollen, sollten das im September tun, so nehmen sie die kompletten Zahlen aus den französischen Ferien im Juli und August noch mit. So geschehen im Fukushima-Jahr 2011. Der Bundesverband Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft BDEW, schickte im September 2011 eine Pressemitteilung raus, die für Panik-Schlagzeilen à la „Stromimporte steigen durch Atomausstieg“ im gesamten deutschen Blätterwald sorgten. In keiner der Redaktionen war man in der Lage, einen besonders kryptischen Satz aus der Mitteilung richtig zu deuten: “Insgesamt ergibt sich aktuell ein Austauschsaldo von 4 Mrd. kWh“. Er wurde in den Fließtext unter den Alarmschlagzeilen einkopiert, ohne zu erklären, dass Deutschland – das schon zuvor von einem Stromexport-Rekord zum nächsten galoppierte – auch nach der Abschaltung von 8 Reaktorblöcken einen Stromexport-Überschuss von 4 Milliarden kWh verbuchen konnte. Das Erneuerbare-Energie-Gesetzt zeigte deutliche Wirkungen.

Blackout- und Strompreis-Alarmismus 2023
All diese Spielchen werden auch nach der Abschaltung der letzten drei deutschen Altmeiler wieder hervorgekramt. Erfrischender Weise zeigen die Future-Daten an der Strombörse schon jetzt, dass aus Deutschland im den kalten Quartalen (Q1 und Q4) wieder viel Strom exportiert wird. In Frankreich liegen die Börsenpreise im Winter deutlich sichtbar über denen in Deutschland, damit wird Geld verdient. Das mediale Geschrei geht unbeirrt und völlig faktenfrei weiter. Vorneweg die Springerpresse, in deren Redaktion man offenbar nicht in der Lage ist, energiewirtschaftliche Zahlen zu lesen. Unter der Knaller-Headline „So schmutzig ist unser Strom wirklich – Dreckschleuder Deutschland“ wurde der Wert vom 16. Juni ins Schaufenster gestellt, der belegen sollte, dass der gesamte (!) Juni eine besonders schlechte CO2-Bilanz habe. Jens Spahn, überraschend zum Energie-„Experten“ der Union mutiert, erkannte den dicken Fehler nicht sondern verhalf dem Bild-Unfug ungeprüft via Twitter zu noch mehr Reichweite.
„Die deutsche Stromerzeugung aus fossilen Quellen im ersten Halbjahr ist 2023 auf dem zweitniedrigsten Wert. Weniger fossiler Strom wurde nur im Corona-Jahr 2020 erzeugt.“ stellte Professor Bruno Burger vom Freiburger Fraunhofer-Institut ISE klar. Darüber hinaus stellt Deutschland zwei neue Rekorde für den Monat Juni auf: ein neues Minimum für die Produktion von fossilem Strom (Kohle, Öl und Gas) wurde mit 9 TWh erreicht. Und für Solar- und Windstrom wurde ein neues Maximum mit über 15 TWh erreicht.
Populismus-Fürst Söder greift unterdessen jede x-beliebige Ankündigung auf, die irgendein Land zur Atomkraft macht und kocht damit die „Wir schalten in Deutschland sichere Kernenergie ab und kaufen dafür entweder Atomstrom aus dem Ausland oder nutzen Kohle“-Legende neu auf. Da meldet der Fokus: „Frankreich will den Bau neuer Atomreaktoren beschleunigen“, was ja eigentlich Anlass sein sollte, sich johlend über den Boden zu rollen. Ach was, jetzt also noch schneller als der seit 16 Jahren in Bau befindliche EPR Flamanville? Ach nein, keinen EPR, weil der so grandios floppt, sondern der völlig neue, noch nie gebaute EPR-2? Soso, mit dem inzwischen voll verstaatlichten, hochverschuldeten Konzern EdF, dem die Fachkräfte weg erodieren und die Investoren weglaufen? Wie niedlich, das Geld dafür soll aus dem Budget für Sozialwohnungen abgeknapst werden! Man meint schon die Jubelstürme aus Russland zu hören, dessen Konzernkonglomerat Rosatom, mit über 300 Töchtern weltweit, in der gesamten atomaren Lieferkette die Finger mit im Spiel hat. Auch in Frankreich. Und in Deutschland.

Bildquellen

  • Kostümfest im AKW, Friedrich Merz und Markus Söder zelebrieren ihre Liebe zur Atomkraft in kompetenz-suggerierendem Outfit: Quelle: Twitter 04.08.2022

Mit Genehmigung von Eva Stegen und dem Kultur Joker

Geschichte der Zone 30 in Hüfingen

Gemeinderatssitzung am 24.10.2024 um 21:20 Uhr

Wow, das war eine super Rede vom CDU Fraktionssprecher! Alle die nicht hier waren, haben etwas verpasst.

Die Rede war in etwa so: „Wir behandeln erneut etwas das genau vor 10 Tagen zum tragen kam. Von heute geht eine Signalwirkung aus – es geht um die Würdigung einer demokratische Entscheidung. Diese CDU Fraktion möchte politisch glaubwürdig sein und solche Manöver finden keine Unterstützung bei uns und wir lehnen den Antrag geschlossen ab.“

Dann gab es doch tatsächlich eine Enthaltung bei der CDU. Ansonsten hatte ich unten Recht und hole mir jetzt meine Banane.

Beitrag vom 23.10.2024 Hannah Miriam Jaag

In der Gemeinderatssitzung am 24. Oktober 2024 wird also über den Antrag der „bevormundeten“ Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) abgestimmt.

Die Männer wollen, dass die Beschlüsse des Gemeinderates vom vom 29.02.2024 und vom 29.09.2022 zum Lärmaktionsplan Stufe 4 rückgängig gemacht werden.

Für die Abstimmung werden noch Wetten angenommen! Ich tippe auf 17 Stimmen für die Beibehaltung von Tempo 30 und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!

Hochstraße mit neuem 30er Schild

Neue 30er Zonen seit 14. Oktober 2024

Beitrag vom 10.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Seit Montag 14.10.2024 ist auch in der Hauptstraße, Bräunlinger Straße, Dögginger Straße, Schaffhauser Straße, Hochstraße und Donaueschinger Straße Zone 30!

Der im Februar vom Gemeinderat beschlossene Lärmaktionsplan Stufe 4 wird umgesetzt:

  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung


Von Männergruppe angefochtener Gemeinderatsbeschluss für Tempo 30 in Dauerschleife – Wetten werden bis am 24.10.2024 um 17:00 Uhr angenommen!

Beitrag vom 9.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) fühlt sich „bevormundet“ wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt. Deswegen soll über Zone 30 nun wohl jedes halbe Jahr neu abgestimmt werden, damit sie durch Hüfingen nach Hause in ihre Ortschaften rasen können ohne Strafzettel oder gar einen Punkt zu kassieren.

Am 24. Oktober soll vermutlich wieder abgestimmt werden, ob die Zone 30 zurück gebaut werden soll.

1. Abstimmung am 29.09.2022 – 12 Stimmen für Tempo 30, 6 dagegen
2. Abstimmung am 29.02.2024 – 11 Stimmen für Tempo 30, 8 dagegen
3. Abstimmung am 24.10.2024 – es werden noch Wetten angenommen!

Ich tippe auf 17 Stimmen dafür und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!


Obwohl Tempo 30 final durch ist, wird es durch die Männergruppe aus den Ortschaften blockiert

Beitrag vom 26.09.2024 Hannah Miriam Jaag

Da stand heute im Hüfinger Boten, dass sich die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) „bevormundet“ fühlt, wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt.
Witzig, was sollen da die Hüfinger Frauen dazu sagen? Nicht nur werden wir schon routinemäßig bevormundet, jetzt kommen auch noch Männer aus den Ortschaften mit ihren bequemen 30er Zonen und wollen über die Kernstadt bestimmen. Hauptsache ihre Kinder sind sicher, was schere ich mir um andere?

In guter FDP Manier, gegen Fortschritt und für die 1950er. Da ist man schon fast froh, dass uns die CDU-Männer beschützen.
Was in Hüfingen so alles nötig ist…

Tempo 30 ist final durch!

Beitrag vom 29.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Um 19:52 der angeblich finale Beschluss:

Ja 11 Stimmen
Nein 8 Stimmen und keine Enthaltung

Die Stimmenverteilung ist fast wie die letzten Male, nur dass das Freie Forum jetzt eine Stimme mehr hat. 

Die Fraktion des Freien Forums findet dass „nur Häuser in der Hauptstraße lägen an der Straße“ und in Durchgangsstraßen dürfe man nicht eingreifen und es gäbe noch jede Menge andere Lärmaktionspläne, denen würde man vorgreifen, um Tatsachen zu schaffen. Ansonsten war man sich einig mit dem CDU Fraktionssprecher.

Dies wurde beschlossen:

Der Gemeinderat beschließt den Lärmaktionsplan der Stadt Hüfingen

  • Festsetzung einer ganztägigen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h aus Lärmschutzgründen als Sofortmaßnahme für folgende Bereiche der Stadt Hüfingen:
  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung
  • Anregung zur Umsetzung von flankierenden Maßnahmen zur Anzeige und Kontrolle der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Danke, Herr Bürgermeister!


Tempo 30 verzögert sich, weil das Landratsamt bremst

Beitrag vom 28.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Obwohl es am 29. September 2022 einen Gemeinderatsbeschluss hierzu gab, hat der Landrat und das Landratsamt gegen diesen angekämpft. Im November 2023 gab es hierzu einen offenen Briefwechsel von Ursula Albert mit dem Landrat.

Am 29. Februar 2024 soll in der Gemeinderatssitzung erneut hierüber abgestimmt werden. Es wird spannend werden, ob jetzt im Wahlkampf vielleicht doch einige Stimmen kippen.

Tempo 30 wird vom Gemeinderat beschlossen

Beitrag vom 29. September 2022 um 21:09 Uhr Hannah Miriam Jaag

Der Hüfinger Gemeinderat hat heute gegen die Simmen der FDP/FW/UWV Fraktion und zwei Männer der CDU beschlossen, dass in Hüfingen Innenstadt eine Zone 30 eingerichtet wird.

Gemeinderatssitzung vom 29.09.2022 Peter Albert

Es ist Gemeinderatssitzung kurz vor 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Viele betroffene Anwohner der Hauptverkehrsstraßen von Hüfingen sind gekommen. Der Sitzungssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es liegt ein kleiner Hauch von Aufbruchstimmung in der Luft. An diesem Abend soll beschlossen werden, inwieweit in Zukunft die Geschwindigkeit in der Haupt-, Donaueschinger, Schaffhauser, Dögginger, Bräunlinger und Hochstraße von 50 km/h auf 30 km/h reduziert werden soll. Alle sind gespannt, wie die verschiedenen Gemeinderäte*innen argumentieren werden. Unter TOP 5 „Beschlussfassung des Lärmaktionsplanes“ eröffnet der Bürgermeister, nachdem die Erläuterungen vom Projektleiter des Büro Rapp Trans AG allen Anwesenden den Sachstand erklärt hatte, die Diskussion innerhalb des Gremiums. Das Für und Wider von Temporeduzierungen wird erörtert. Zuerst beziehen die Fraktionssprecher*in Stellung. Für die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION spreche ich, unter anderem auch in meiner Eigenschaft als Vertreter der betroffenen Anwohner*innen. Hier mein Redebeitrag:

Grundsätzlich möchte ich zuerst einmal folgendes sagen:

Es ist immer wieder verblüffend, wie Mitglieder dieses Gremiums, welche an ruhigen Stellen in Hüfingen wohnen, denjenigen Betroffenen, die an verkehrsreichen Straßen leben, deren Widrigkeiten schönreden.

Herr Wahl und seine Mitarbeiter*innen, haben es in ihrem Bericht trefflich formuliert:

„Hüfingen ist von Umgebungslärm betroffen, da das Gemarkungsgebiet entlang der B 27, der B 31 und der L 171 mit hohen Verkehrsmengen belastet ist. Ebenfalls ist die Stadt vom Verkehrslärm der L 181, sowie der Hochstraße betroffen.“

In unserer Stadt wurde jahrelang in Sachen Verkehrsbelastung nicht, oder nur ganz wenig gehandelt. Die Aufenthaltsqualität lässt sehr zu wünschen übrig! Es ist nun an der Zeit, dass endlich etwas geschieht!

Viele Gemeinden sind uns weit voraus.

Was die Verkehrsmengen angeht, möchte ich auch auf meine Hinweise im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der betroffenen Anwohner*innen in der Festhalle am 5. Juli zurückkommen.

Es wird immer versucht, die 8200 Bewegungen am Tag, welche 3 Millionen im Jahr entsprechen, zu unterschreiten. Dies ist eine magische Zahl.

Die Stadt Hüfingen hat in den vergangenen Jahren des Öfteren Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Dabei wurden die Fahrzeuge auch gezählt. Die Ergebnisse wurden stets im Hüfinger Bote veröffentlicht. Dabei fällt auf, dass die dort gemessenen Verkehrsbewegungen erheblich höher sind, als die Ergebnisse, welche dem beauftragten Büro vorgegeben wurden. Ich habe drei Messungen näher betrachtet: Es handelt sich dabei um eine Zählung im Jahr 2015 und um zwei Zählungen aus dem Jahr 2017.

Dabei wurden durchschnittlich 10.204 Fahrzeugbewegungen registriert!

Das Ehepaar Hildegard und Bruno Eichinger, welche an der Schaffhauser Straße wohnen, haben sich im Jahr 2017 die Mühe gemacht und in „14 Stunden“ 11.543 Fahrzeuge gezählt.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass durch Akkuwechsel oder sonstige Unterbrechungen der städtischen Zählungen, nicht alle Fahrzeuge in den Messzeiträumen erfasst werden. Auch der Kolonnenverkehr, der recht häufig vorkommt, ist problematisch.

Die Fehlerquelle liegt bei ca. 10 %. Dies trifft auch auf die Zählungen der dauerhaften Messstellen zu. Diese Dinge sollten unseres Erachtens mitberücksichtigt werden. Die fest installierte staatliche Messstelle für die L 181 – Bräunlinger, Schaffhauser und Hochstraße betreffend – liegt weit außerhalb bei Bräunlingen. Ich möchte alle Ratsmitglieder auffordern, gemeinsam endlich für Verbesserungen einzutreten.

Der Verwaltungsvorschlag, auf allen der sechs vielbefahrenen Straßen Tempo 30 einzurichten, wird auf Antrag aus dem Gemeinderat vor der Abstimmung aufgedröselt, so dass über jede einzelne Straße abgestimmt werden muss. Am Ende gibt es für alle sechs Straßen eine klare Mehrheit für die Temporeduzierung. Unter den Zuhörer*innen macht sich Erleichterung und Freude breit. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, da letztendlich die untere Verkehrsbehörde, welche im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises angesiedelt ist, dem Verlangen der Stadt Hüfingen noch zustimmen muss.

Der Ordnung halber sollte auch erwähnt werden, dass im Frühjahr die Fraktion BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION den Antrag auf Temporeduzierung auf der Donaueschinger bzw. Hauptstraße und einem Teilabschnitt der Schaffhauser Straße gestellt hatte, welcher durch das Verfahren des Lärmaktionsplanes aber zurückgestellt wurde.

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