Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. – ADFC – startet alle zwei Jahre eine Umfrage zum Radfahren vor Ort. 2024 fragt der ADFC zum elften Mal nach, wie Menschen das Radfahren bei sich vor Ort erleben. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Miteinander im Straßenverkehr.
Die Umfrageergebnisse können als Grundlage für Radverkehrskonzepte dienen und auch für Stadtverwaltungen und für die Kommunalpolitik eine Anregung zu Verbesserungen sein.
Je mehr Menschen für einen Ort teilnehmen, desto lebensechter wird das Ergebnis. Die Umfrageergebnisse der letzten Jahre zeigen auch, dass die Wahrnehmung der Menschen, die regelmäßig vor Ort mit dem Rad fahren, und die der verkehrspolitisch Verantwortlichen oft unterschiedlich ist.„Deshalb fragt der ADFC…“ 2024 „erstmals auch direkt in den Kommunen nach deren Mobilitätskonzepten und Maßnahmen zur Radverkehrsförderung. Für die Kommunen ist das eine Möglichkeit, ihre Fahrradförderung zu dokumentieren und zu schauen, welche Maßnahmen auf der Straße beziehungsweise bei den Bürger:innen angekommen sind oder auch nicht.“(Internetseite des ADFC)
Die Umfrage des ADFC läuft noch bis zum 30.11.2024. Damit unsere Gemeinde Hüfingen ausgewertet wird, braucht es mindestens 50 Teilnehmende. Ich fände es spannend zu erfahren, wie die Hüfinger das Radfahren wahrnehmen und möchte gerne Anregungen ins Rathaus weitergeben.
Deshalb würde es mich freuen, wenn viele Hüfingerinnen und Hüfinger an der Umfrage teilnehmen. Sie dauert ca. 10 Minuten:
Booremerisch word nit uussterbe, und wenn doch, erfahret ihrs do im Hieronymus z`erscht
E Mährli, Übersetzung vu de Buechsproch is Booremerisch
D` Schlangeprinzessin
I me Land, nit wiit eweg vu do, hät emol e Schlangeprinzessin mit sage und schreibe 332 andere Schlange vu ihrere Sorte i me scheene Heckegai glebt. Sie hond unter grosse Stäe ghuuset und sich i de Sunn gwärmt. A me scheene Tag isch die Prinzessin uuzfriese wore und hät gsait: „Mir wänd mitenand i Stadt züggle, gi Hifinge a de Breg, und dä bi dene Liit uff de Boor lebe, wer kunnt mit ?“ Alle 332 Schlängli hond natierli mit welle und so hond sie sich geg die booremer Stadt Hifinge a de Untere Breg gschlänglet.
Wo die Liit us Hifinge die Schlange gsähne hond, hond sie Türe verrammlet und sich nimme traut, au nuu oe Schlange ab-zmorkse, well sie d Gähwuet vu dene andere Schlange gfierchtet hond. Die Schlange hond sich überall gmietli gmacht. Sie sind i de Bettstatt, uff de Sessle, i de Hundezoene und i de Kochischränk glege. Mit dene isch e komische Kranket i d Stadt kumme. Alli Kinder zwische sechs und sechzeh Johr hond allfort, uhni End schnoddere messe.
Sie hond gschnodderet und gschnodderet und hon nimme i d Schuel gau kinne und hond nuu no Dehoem hucke kenne. D Eltere und de Borgermoeschter waret ganz verzwazzlet. Er hät im Apetheker vu de Stadt d Aawiesung gähe, Tablette oder e Saalbi herzumstelle, wo des ständig Schnoddere eweg bringt. De Apetheker hät aarühre und probiere kenne wa er hät welle, koe Salbi, konni Tropfe und Pille hond ebbis gholfe.
In ere lange Naacht isch de Apetheker ganz verzwazzlet a sim Labortisch ghuckt und hät grad e gschieds Buech us de Schublad hinnerverri krome well. Wo er aber inniglanget hät, hät er e Schlang i de Doope. „Jetzet huckt bigott des holos Gwürm scho i minere Buddi und i de Schublade“, hät er gjoohlet und hät den lange Schlangewurm us em Fenschter werfe well. Uff s mol dismet die liesli : „Morks mi bittschee nit ab, ich bi die Schlangeprinzessin. Villiecht kah ich dir helfe?“
Do hät de Apetheker die Schlang sorgsam uff en Stuhl glait und gsait: „ Wenn du mir des Rezept geg des Niesse verrotisch, lass ich dich am Lebe.“ D Schlangeprinzessin hät s Köpfle hin und her draiet und glisplet. „ Nimm oe Pfund Nieswurz und Milch, die muess grinne und stocke, s Netz vun ere Spinn, wo grad am Spinne isch, rühr alls zämet mit „Luft isch schwer“. Des isch denno die Salbi „Nies nicht mehr“. Kundinent isch de Apetheker a s Aarühre gange, wa gar nit so oefach war. „Luft isch schwer“ und „Nieswurz“ isch nämli selli, selli rar.
Des isch nämli e Hahnefuessgwächs mit giftigem Wurzelstock, wo nuu im Winter rötlich-wiissi Blüete hät. Wo d Sunne uffgange isch, hät er alli Zuetate zämet ghet und hät die Salbi fertigmache kinne. Sin Nochber hät en Bue ghet, de sechsjährig Peterli, wo uunterbroche vum Schnoddere gschittlet wore isch. Beim Peterli hät de Apetheker die Wundersalbi uusprobiert. Und kum zum Glaube: Ums ummigucke hät die Schnodderei uffghört. So hond sich denno alli Kinder mit dere Salbi vum Hifinger Apetheker uff s Näsli gsaalbet und hond wieder id Schuel zum Schriebe- und Leselehre gau kinne.
De Borgermoeschter war selli stolz uff sin so gschiede Apetheker und hät ihm e goldini Kette vermacht mit ere Urkunde i me goldige Rahme. „Du häsch en Preis griegt, grieg ich au on ?“ froget eweng iigschnappt und giffizig d Schlangeprinzessin. „Ich vermach dir de würdig Name „Nies nicht mehr“ sait de Apetheker. „Des isch aber schee, dankschee allerbeschtens“ sait d Prinzessin, „aber ich dät au no gern bei dir i de Apethek bliibe. Dä gfallts mer doch soo guet.“
De Apetheker überleit und sinnt korz nooch und sait denno: “Wenn du alli andere Schlange dezue überschwätze khaasch, dass die wieder is Hoemetland vu wo sie herkumme sind zruckgond und iis i Ruhe lond, denno kaahsch du bei mir bliibe“. „Worsch du mir denno au e Glashuus baue mit eme Ascht z Mitt`s drin ?“ froget d „Nies nicht mehr“. Und au des hät de Apetheker versproche.
Do hät sich s Prinzessli „Nies nicht mehr“ uussigschlänglet und alli Schlange aaschwattiert und verzellt, wie scheen es domols im hoemelige Hoemtland war, wo d Sunn uff d Stae gschunne hät und sie im warme Sandbodde pfuuse hond kinne. Und vor allem dät nähmert meh uuflätig joohle: „ Jeggesmaraije, do liet jo scho wieder so e gruusigs Schlangegwürm“ D Prinzessin hät es so herzig und siess uusmoole kinne, dass alli 332 Schlängli Hoemweh griegt hond und zum Städlitor, zum Peterstörli, uusgwanderet sind und wieder is Hoemetland zoge sind, wo sie sit Hunderte vu Johr wohlig und hoemelig glebt hond.
De Apetheker hät Wort ghaalte und e gross Glashuus baut mit eme Ascht z Mitts dinne, A dem hät sich s „Nies nit meh“ uffi gringle kinne. Obe uff dem Ascht hät de Apetheker all Tag e Häfeli mit frische Milch und eme Aijer drin ännighängt. Des hät s“Nies nit meh“ selli möge.
So hät s` Prinzessle vu ihrem Glashuus obe abi alls uusschäche und uusloschore kinne, wa i de Apethek so alls gange isch, und wie die Liit über ihre Breschte gjoomeret hond und mitenand Zagatet und s Neischt us em Städtli verkartet hond. Und weil sie sich selli wohlgfühlt hät und e frindlichi, weise Schlang war, hät sie im Apeteheker vill hoemlichi gheimnisvolle Rezept verrote. So isch de Apetheker vu Hifinge wiit über d Boor und de Wälderwaald drübert uussi en aagsehnene und gschätzte, gfrogete, heilkundige Apetheker wore.
Drum hanget sit 1951 s Bild vu de Schlange uff dem Ascht a jedere Apethek als Wohrzeoeche im ganze Land., au z Hifinge Und wer des nit glaubt, der khaa sich mit oegene Auge überzüege. Wo mer e Glashiesli hange sieht mit eme grosse, rote „A“ und ere wiise Schlang drin, wo sich a me Ascht uffischlänglet und us eme Häfeli Milch trinkt, der khaa sicher sii, dass dä alli Breschte und Wehwele mit überlieferte Salbe und Tropfe ghoelet wered.
S „A“ vu de Schlang „Nies nimme“
Amend hät sich de Leser über d Johreszahl 1951 gwunderet. Wa hät so e Johreszahl us em vergangene Johrhundert i me Märli zum sueche. Aber die Zahl han ich mit Absicht aagähe. Sie hät nämli e Gschicht.
Unter de Überschrift „55 Johr Apetheke- A – Johrtag vu me Klassiker“ kahh mer i de „Pharmazeutische Ziiting“ die Sätz lese: „ Laije, Adler, Einhorn und villi andere Markezoeche waret Johrhundert lang die diitliche Hiiwies uff d Heilkunde. Ebbe mit dem „A“ i de Liit aazoeget. Und es stellt des iis allne bekannt hitrig Apethekersymbol dar. Des „A“ uff wiisem Grund , wa nuu im diitsche Apethekerverzoechnis gilt, hät folgende Hintergrund:
Wo am End vu de 1920-er Johr anstatt Laije, Mohr und Engel e einheitlichs Markezoeche gsuecht wore isch, hät sich uff oenere Siite des Hageda Krietz mit Kelch und Schlange aabote und andersiits hät sich aber des drei Löffel Symbol i me Wettbewerb vu de Verunda Ziiting dorregsetzt.
Noch de Machtübernahm vum Hitler hät de Urheber vum „Drei Löffel Symbol“, de Graphiker Rudolf Weber (1899-1972) e Berufsverbot griegt well sie Bauhaus- Kunscht z mols als entartet golte hät. Au des wiis Kriez uff rotem Grund isch verbote wore, „weil es geeignet sei, s schwiizer Nationalgfühl z verletzte“.
Am 1. Jänner 1937 hät sich des gotisch „A“ mit ere Rune dorregsetzt. Des hät de Reichsapethekerfüher, au des häts gähe, koschtelos a jedi Apethek gschickt, mit de Ufflag, des uugfähr 20 cm gross Zoeche guet sichtbar aazbringe. Wo mit em End vum 2. Weltkrieg Runezoeche verbote wore sind, hät e neis Wahrzoeche her miesse. Des Symbol mit em Kelch und de Schlange isch wieder ufftaucht und sich i Verbindung mit dem rote „A“ zu dem Wahrzoeche entwicklet, wa uns hit immer no is Aug springt. Die wiiss Schlange do drin isch für mich zum Vorbild für die Schlangeprinzessin „Niess nimmi“ wore. So hät sie vu dankbare Apetheker e ehrends Aadenke überkumme. Sit 55 Johr wieset sie iis de Weag zu de näschte Apethek.
So au do z Hifinge.
Die” Schlange mit der goldenen Krone” wohnte an der Breg. Die Geschichte wurde von Lucian Reich im Hieronymus in Kapitel 2 erzählt:
Vielleicht hat sich der Leser über die Jahreszahl 1951 gewundert. Was hat eine solche Angabe aus dem vergangenen Jahrhundert in einem Märchen zu suchen? Doch diese Zahl habe ich mit Absicht genannt, denn sie hat eine Geschichte. Unter dem Titel „55 Jahre Apotheken-A – Geburtstag eines Klassikers“ finden sich in der „,Pharmazeutischen Zeitung“ die Sätze:
„Löwe, Adler, Einhorn und viele andere Embleme waren jahrhundertelang die klassischen Wahrzeichen der Apotheken”.
Und am Ende heißt es:
„Am 15. Dezember 1951 wurde die Kombinationder beiden klassischen Elemente der Heilkunde mit dem roten A der Öffentlichkeit vorgestellt und stellt das uns allen bekannte heutige Apothekensymbol dar.“
Dieses „A“ auf weißem Grund, das es nur in Deutschland als Apothekenwahrzeichen gibt, hat folgenden Ursprung: als Ende der 1920er Jahre statt Löwe, Mohr und Engel in einheitliches Logo gefordert wurde, setzte sich einerseits das Hageda-Kreuz mit Kelch und Schlange durch, andererseits war aber das „,Drei-Löffel-Symbol“ als Sieger as einem Wettbewerb der Kundenzeitschrift „Verunda“ hervorgegangen.
Nach der Machtübernahme durch Hitler bekam der Schöpfer des „,Drei-Löffel-Symbols“, der Grafiker Rudolf Weber (1899-1972), Berufsverbot, da Bauhauskunst als entartet galt. Auch das weiße Kreuz auf rotem Grund wurde verboten, „da es geeignet war, das schweizerische Nationalgefühl zu verletzen“.
Am 1. Januar 1937 setzte sich das gotische „A“ mit einer Rune durch, das Reichsapothekerführer Albert Schmierer kostenlos an jeden Apotheker übersenden ließ mit der Auflage, dieses etwa 20 cm große Symbol gut sichtbar anzubringen.
Da mit dem Ende de Zweiten Weltkriegs Runenzeichen verboten wurden, mußte ein neues Wahrzeichen gefunden werden. Das Symbol mit Kelch und Schlange tauchte wieder auf und wurde in Verbindung mit dem roten „A“ zu dem Emblem, das uns heute wohlbekannt ist. Die weiße Schlange darin wurde für mich zum Vorbild für die Schlangenprinzessin Niesnichtmehr, die vom dankbaren Apotheker ein bleibendes Denkmal gesetzt bekam, das uns schon seit mehr als 55 Jahren den Weg zur nächsten Apotheke weist.
Gar nicht weit von hier wohnte ein König, dem eine kleine Insel mit fünfhundert Einwohnern gehörte. Seine Insel hieß Tabeeum und die Einwohner waren Tabeaner, und sie alle liebten Tabea, die jüngste Tochter des Königs, die sie Tabs nannten. Nach dem Tode ihrer Mutter war Tabs allerdings etwas eigensinnig geworden: Sie mochte nicht, dass jemand ihre Haare anfasste. Wenn der Hoffriseur kam und sagte: „Liebe Tabs, lassen Sie mich Ire Haare kämmen“, so sagte sie: “Ich kämme meine Haare schon alleine“ und schickte ihn weg. Und wenn er kam und sagte: „Teure Prinzessin, bitte erlauben Sie mir, Ihre Haare zu waschen.“ so sagte sie: „Ich wasche mir die Haare schon alleine“ und lief hinunter zum Fluss und wusch sie in dem kalten Wasser.
Ziemli wiit vu doo hät en König gwohnt. Dem hät e kleini insel mit nuu fiefhundert Insulaner ghört. Dem sii Insel hät Tabeeum ghoesse und drum hät mer dene Insulaner au Tabeaner gsait. Alle die hond die jüngscht Tochter Tabea vum König selli möge und ihre oefach Tabs gsait. Noch em truurige und frühe Tot vu de Motter, de Königin, isch sie alledings ziemli oegesinnig wore. Sie hät nit megge, wenn ebber ihre Hoor aaglanget hät. Wenn de Hoffbarbier kumme isch und hät gsait: „Allerlibschte Tabs, därf ich ihre Hoor kämme“, hät sie gsait: „Ich kämm mini Hoorr scho aloenig“, und hät en wegschickt. Und wenn er kumme isch und hät gsait: „ Herzallerliebste Prinzessin, dürfti ihre Hoor wäsche ?“, no hät sie gsait: „ Ich wäsch mini Hoor selber“. Denno isch sie as murmelnd Bächli gange und hät d Hoor im kaalte Wasser selber gwäscht.
Zeichnung: Foster Anna und Singer Vanessa
Wenn er aber gar kam und sagte: „Ihr allergnädigster Herr Vater hat mir befohlen, Ihnen die Haare abzuschneiden“, so griff sie zur Schere und schnips! lagen die Ponys und die langen Strähnen am Boden. Dann seufzte der König und dachte: „Hoffentlich nimmt das noch mal in gutes Ende!“ Als Tabs älter wurde, wagte der Hoffriseur nicht mehr zu fragen. Tabs nahm bunte Bänder, ein gelbes, ein braunes, ein rotes und ein blaues, und flocht sie abwechselnd in ihre langen Haare. Nun wussten die Tabeaner immer, was sie tagsüber vor hatte. Wenn sie nämlich ein gelbes Band in die Haare flocht, ging sie auf die Felder, um den Bauer bei der Weizenernte zu helfen.
Wenn er aber kumme isch und hät gsait: „De allergnädigscht Herr hät befohle, dass ich ihre Hoor abschniede soll“. No hät sie kurzerhand selber zu de Scheer griffe und: Schnipp, schnapp, schnull, isch de Pony und die lange Zottle am Bode glege. No hät de König gjomeret und denkt; „Hoffetli nimmt des nomol e guets End“. Wo denno d Tabs älter wore isch, hät sich de Hofbarbier nimme traut z froge. D Tabs hät farbige Bändel , e geals, e bruus , e rots, und e blaus abweaselnd i ihrne Hoor inni zopfet. Tabeaner hond so gwisst, wa sie vorhät, wenn sie en geäle Bändel iizopfet hät. So isch sie mit dem geäle Bändel uff d Felder vu de Buure gange und hät dene bei de goldgeale Woeze- Earn gholfe.
Zeichnung: Pöhlmann Nina, Drexler Julia, Fautré Laura
Nahm sie in rotes Band, so ging sie zu den Winzern in die Weinberge, um die Reben zu binden oder die Trauben zu schneiden. Flocht sie in braunes Band in die Haare, dann lief sie auf die Koppel, um beim Striegeln der Pferde und Auskratzen der Hufe zu helfen. Nahm sie aber in blaues Band, dann ging sie hinunter in den Hafen, um den Fischern beim Flicken der Netze oder Entladen der Boote zu helfen. Das aber sah der König gar nicht gern, denn dann stank Tabs ganz fürchterlich nach Fischen.
Hät sie en rote Bändel im Hoor ghet, isch sie zu de Wiibuure i d Rebberg gange zum Herbschte und Truube mit em Rebscheerli ab z schniede. Hät sie en bruune Bändel trait, isch sie uff d Kopple gange zum Ross Striegle und Huf uuskratze. Beim blau Schleifle isch sie an Hafe gange zu de Fischer und hät bim Netzflicke , Ablade vum Fischfang und beim Bootsschruppe gholfe. Des hät halt de König nit gärn gsähne, weil sie denooch gruusig noch Fisch gmiechtelet hät, halt gfischelet hät.
Zeichnung: Kropfeld Judith
Als sie eines Tages wieder ihr blaues Band in den Zopf geflochten hatte und beim Netzeflicken half, rief in Fischerjunge: „Was segelt denn da auf unseren Hafen zu? So einen Kahn habe ich noch nie gesehen!“ Tatsächlich, da mussten hm alle recht geben. Es war in Schiff mit altmodischer Takelage, und niemand war an Bord. Endlich war es ganz nahe am Pier, so dass die Fischer es an einem Poller festbinden konnten.
Wo sie a meine scheene Tag wieder s blau Bändeli in Zopf glismet hät und bei de Netzflicker war, joohlet z mols en Fischerbue: „ Wa seglet denn doo uff iisern Hafe zue ? So en Kahn hond mir jo no gar nie gsehne !“ Do hond ihm alli reacht gähe messe. S War e Schiff mit ere ganz altbachene Takelage und kon gotzige war uff dem geisterhafte Schiff. Won es ganz noh a de Hafemuur war, hond d Fischer es mit eme dicke Grächsoel schnappe kinne und a me Pfohl aasoele kinne.
Zeichnung: Hummitzsch Hannah
Da öffnete sich die Kajütentür und heraus trat der Käptn. Bei seinem Anblick zuckte Tabs zusammen, so voller Öl war er, verschmiert und unansehnlich, sogar sein Bart triefte vor Öl. Schon wollten die Fischer das Schiff schnell wider losbinden, damit der Käptn nicht an Land konnte, als er die Luke öffnete. Und was trug er herauf? Große Seevögel, alle pechschwarz und mit Öl verschmiert wie er, und sie flatterten und rangen nach Luft. „Schnell, helft mir, wir müssen die Vögel von dem tödlichen Ölfilm befreien,“ rief Tabs und nahm sofort einen Seetaucher und badete ihn im nahen Fluss. Da packten alle mit an, und nach einem Tag waren die Seevögel vom Öl befreit und schwammen munter im Hafenbecken.
Uffs mol goht die Kapitänstüre uff und en bärbeissige Seebär, de Kapitän, isch breitboenig doogsande. Bi dem Aablick isch d Tabs verschrocke, weil der volle Öl war, versaalbet und verschmiert und verkumme. Sogar de Vollbart hät vor Öl tropfet. Und scho hond d Fischer den Kahn wieder losbinde welle, dass der gruusig, verkaibet Seebär nit as Land kumme khaa. Wo der sie knarrige Türe uffgmacht hät. Waa hät der denoo hinneverri trait ? Grosse, rappeschwarze Seevögel, alli mit Öl verschniert, so wie er selber. Sie hond verruckt gflatteret, lahmarschig gschnatteret und noch Luft gschnappt. „Schnell, schnell, helfet mir, mir mond die Vögeli vu dem bäppige , zähe Öldreck befreie und sie putze.“ rueft verzwieflet d Tabs. Sie schnappt en Seetaucher und badet und putz ihn im nohe Bächli. Jetzt hond alli mitgholfe und am End vum Tag waret alli vum Öl suuber putzet und sind luschtig und fidel im Hafebecke ummenand gschwadderet.
Zeichnung: Koltermann Anna-Kira
Der Käptn aber wusch sich nicht und sagte kein Wort. Er löste die Taue und segelte in der Abendsonne davon. Von nun an trieb es Tabs immer öfter hinunter in den Hafen. Sie band nur noch blaue Bänder in ihr Haar, und wann immer ein fremdes Schiff in der Ferne auftauchte, musste man es ihr sagen, sogar wenn es mitten in der Nacht war. Einige Wochen waren vergangen, da schrie frühmorgens ein Fischerjunge: „Da ist das schwarze Schiff wieder!“ Sofort war der Kai voller Neugieriger, und Tabs war mitten unter ihnen. Das Schiff kam langsam näher, wieder war von einer Mannschaft nichts zu sehen. Als der Kahn fest vertäut war, kletterte der Käptn heraus. Und was trug er nach oben? Lauter ölverschmierte Seehunde und Seelöwen, Seebären und Ohrenrobben, die verzweifelt nach Luft rangen.
De verdreckt Seebär hät sich aber nit gwäscht und koe Wort gschwätzt. Er hät s Soel uffbunde und isch i d Obedsunn devu gseglet. Ab dä isch d Tabs immer öfter an Hafe aabi gange . Sie hät bald nuu no blaue Bändel im Hoor ghet. Me hät ihre immer aakündige messe, wenn e fremds Schiff am Horizont ufftaucht isch , sogar z mitts i de Nacht. Es isch e paar Woche ummigange, do hät der Fischerbue wieder gjoohlet; „ Do isch des rappeschwarz Schiff wieder“. Ums ummigucke isch wider alls a de Hafemuur gstande und d Tabs z mitte drin. Des Schiff isch wieder langsam näher kumme und wieder hät mer koni Matrose gsähne. Wo denno de Kahn aabunde war, isch wieder der mächtig, ölversaalbet Seemaa uffi kräslet. Waa hät er desmol unne uffi kroomet ? Luuter ölverdreckete Seehund, Seelöbe, Seebäre, Ohrerobbe und alli hond verzwieflet und vergelschteret noch Luft gschnappet.
Zeichnung: Thiele Sylvie
„Schnell, helft dem Käptn“, rief Tabs und nahm ein Seehundbaby und wusch es im nahen Fluss. Da halfen alle Tabeaner mit und reinigten die Tiere von der tödlichen Ölschicht. Als aber die Arbeit getan war und alle Seehunde und Seelöwen, Seebären und Ohrenrobben vergnügt im Hafenbecken schwammen und die Fische fraßen, die ihnen die Fischer zuwarfen, segelte der Käptn davon. Von nun an band Tabs nur noch schwarze Bänder in ihr Haar, und sie war von frühmorgens bis abends unten am Hafen und der König machte sich große Sorgen. „Ach, wie soll das nur mit meiner Tabs enden” seufzte er. Denn sie hatte für nichts anderes mehr Interesse als für fremde Schiffe.
„Auf, Auf, hofele, helfet dem Kapitän !“ hät d Tabs gruufe und hät glii e Seehundkindli gschnappt und im nohe Bach gwäscht. Und wieder hond alli Tabeaner gholfe und die erbarmunswürdige Tierli vu dere todbringende Ölsaalbi zum befreie. Wo aber die hilfreich Arbet gmacht war und alli Seehund, Seelöbe, Seebär und Ohrerobbe wieder fidel im Hafebecke ummenandgschwumme und taucht sind und sich mit Fischli gstärkt hond, die vu de Fsicher zuegworfe wore sind, isch de Seebär wieder Wort und Gruesslos devu gseglet. Vu dä eweg hät d Tabs nuu no schwarzi Bändeli is Hoor innibunde. Vum Morge bis am Obet isch sie ab dä am Hafe ghuckt. De König hät des Verhalte vu dem Maidli selli gwormet, wie word des mit dere Tabs emol ende ? frogt er sich bsorgt. D Tabs hät nuu no Auge für fremde Schiff khaa.
Zeichnung: Präg Friederika
Viele Wochen vergingen, und Tabs wurde immer schweigsamer. Da, an einem nebligen Herbstmorgen, kam ein Fischerjunge ins Schloss gelaufen und rief: „Sagt Tabs, dass das schwarze Schiff in Sicht ist!“ Wie der Wind rannte Tabs den Berg hinunter zum Hafen, wo schon fast alle fünfhundert Tabeaner standen und warteten, was wohl dieses Mal an Bord des Schiffes war. Brachte der Käptn einen ölverschmierten Wal mit? Oder gar einen seltenen See-Elefanten? Oder eine Seekuh? Als sie die Leinen am Poller festbanden, war es ganz still am Pier. Nur das Kreischen der Seevögel und das Bellen der Seehunde und Seelöwen und Seebären und Ohrenrobben war zu hören.
Woche um Woche sind ummigange und d Tabs isch immer verstockter wore. Und z mols, a me neblige Herbstmorge, isch en Fischerbue is s Schloss grennt kumme und hät verkündt; „ Saget de Tabs, dass des schwarz Schiff wieder zum sähne isch“. Wie de Blitz isch d Tabs de Berg aabi grennt und zum Hafe gwetztet, wo scho alli fünfhundert Tabeaner gstande sind und gwartet hond. Wa word au desmol i dem wunderlichne Kahn sie ? Bringt der brummlig Seebär amend e Ölverschmierte Wal oder en rare Seeelefant oder e Seekuhe ? Wo sie des dick Tau am Dalbe festbunde hond, isch es ganz liesli wore. Nu s Kraije vu de Seevögel, des Belle und Grunze vu de Seehund und de Seelöwe, de Seebäre und de Ohrerobbe war zum höhre.
Zeichnung: Fritsch Daniel
Es dauerte lange, bis die Kajütentür aufging und der schwarze Käptn heraustrat. Und was kam hinter ihm die steile Treppe herauf? Viele kleine Kinder, halb verhungert und verdurstet und alle nackt. „Schnell, helft dem Käptn” rief Tabs. „Holt Kleider und Schuhe, Brot und Kuchen, Milch und Tee. Die Kinder sind ja dem Tode nahe.” Da rannten die Tabeaner und holten alles herbei und Tabs nahm das Hemd eines Fischers und wickelte ein kleines Mädchen darin ein, das vor Kälte zitterte. Das Hemd aber war viel zu lang und schleppte am Boden, und als das Mädchen darauf trat, fiel es beinahe ins Wasser. Da riss Tabs sich das schwarze Band aus dem Haar und machte daraus einen Gürtel. Der Käptn aber sah es und lächelte.
S isch nit lang gange, bis die Kapitänstüre uffgange isch und de schwarz Seebär uussi kumme isch. Und waa isch hinter ihm die Stapfle uffi kumme ? Villi kleine Kindli, halb verhungeret und verdorschtet und alli buddelnäckig. „Schnell, Schnell, helfet dem Kapitän, holet dene Kiendi Schühli, Brot, Kueche, Milch und Tee. Die arme Kind sind jo fascht am verkumme“, rueft d Tabs luut. Do sind Tabeaner grennt und hond des alls broocht. D Tabs hä i me Fischer s Hemd abzoge und e vor Kälte zittrigs, klei Maidli drin iigwicklet. Des Hemd war vill z lang, sodass d Tabs druff dappet isch und fascht is Wasser kheit isch. Kuntenend riesst d Tabs ihre schwarz Bändeli us em Hoor und macht en Rähme druus. De Seebär hät des gsähne und guetig glächlet.
Zeichnung: Martens Anna-Milena
Schließlich waren alle Kinder angezogen und schmatzten um die Wette, denn sie hatten riesigen Hunger. Der Käptn aber saß abseits und aß nichts. Da ging Tabs zu ihm und sagte: „Wenn wir auch nur fünfhundert Tabeaner sind und nur eine kleine Insel haben, so hat sie doch genügend Platz für die Kinder und für so einen barmherzigen Kapitän.“ Da antwortete der Käptn zum ersten Mal und sagte: „Danke. Ich glaube, ich muss mich in wenig ausruhen.“ Als auch er gebadet, gegessen und getrunken hatte, saher aus wie ein ganz normaler Kapitän und niemand fürchtete sich mehr vor ihm. Ob die Kinder under auf der Insel geblieben sind oder er eines Tages mit dem schwarzen Schiff wieder davongesegelt ist? Das können uns nur die Seevögel verraten, die weit übers Meer fliegen. Wer ihnen geduldig zuhört, dem werden sie es erzählen.
Endli waret alli Kindli aazoge und hond um d Wett gschmaust. Sie hond natierli en mords Hunger khaa. De Seebär isch abseits ghuckt und hät nint gesse. Do isch d Tabs zu ihm änni gange und hät gsait; „ Au wenn mir nu fünfhundert Tabeaner sind und nuu e kleine Insel sind, hond mir doch gnueg Platz für die arme Kindli und natierli au für so en warmherzige Brummbär vu me Kapitän“. Do sait de still Kapitän s erschmol ebbis ; „ Dankschee, ich glaub ich muess mi e wenig uusgruje“. Wo au er badet war, gesse hät, trunke hät, hät er uusgsähne wie en ganz normale Seefahrer – Kapitän. Nähmert hät sich me vor ihm gfüerchtet oder verschobbet.
Ob die Kindli uff de Insel blibbe sind oder a me scheene Tag mit em Schwarze Schiff wieder devuu gseglet sind ?
Des könnet iis nuu die Seevögel verroote, die wiit übers Meer seglet. Wer dene ganz geduldig und uffmerksam zuelosset, dem wered sies gern verzelle.
Ein Märchenprojekt der Autorin Margrit Vollertsen-Diewerge auf Fränkisch, Thüringisch und seit 2022 auch auf Booremerisch.
Booremerisch: Maria Simon, Text: Hubert Mauz, DonaueschingenFränkisch: Klaus Karl-KrausThüringisch: Dr. Uwe Träger, Weißborn
Booremerisch word nit uussterbe, und wenn doch, erfahret ihrs do im Hieronymus z`erscht
S` Schermiesli Wurf und de Pilledraijer
E Mährli, Übersetzung vu de Buechsproch is Booremerisch
„Scheen, dass du doo underem Humusbodde bisch“ sait d`Motter Schermuus. „Ech sagg zu dir ab jetzt Schermiisli „Wurf“, well du so butzig klei bisch. Du worsch wellewäegg au no waaße“. S`Schermiisli Wurf sait druff: „Ech will mer Miä gää. Kuntinent buddlet es en lange Gang gege Schwobe uußi. Zwoe Stund hinneno streckt es si Schneizli uusem Schermuushiifli. Jesses Maraie, sait es, well`s fiechdig vergelschderet worre isch. Wo isch es denn doo ännigroote?
„Bass doch bigott uff, wo du ännibuddlescht“ sait d`Spitzmuus Zippel. „Ums Hoor wärsch in Bach ghait“. Hai jo, grad vor sinnere Nase bätschet d` Welle vum Bach gege de Bachroe. Ums ummigugge grabet es sech en lange Gang gege de Nordpol zue. Am End devuu schtreckt es s` Schneizli uusem Higgel. Hai- jai -jai, isch es do verschrocke. Wo isch es denn doo ännigroote?
„Bass doch uff, wo du ännibuddlescht“ sait de Haas Hoppel di Boppel. „Ums Hoor het dich fascht e Auto verkarret“. Gottverdelli, grad vor de Schnauz schnauzet e Auto ganz schnell vorbei. So schnell es kaa, buddlet es e lang Loch gege Frankriich zue. Am End schächt es widder mit sim Schneizli uus em Schermuushiggel uußi. Jeges Gott, isch es do verschrocke. Wo isch es au desmol ännigroote?
„Bass doch uff, wo du ännigrabisch“, sait de Boddebrieter Kiebitz, „Fascht het dir en landende Flieger di Näsli plattgwalzet“. Herrschaft no mol, grad vor de Nase war e Startbah. Ums Hoor isch es fascht vunerre grooße Flugmaschie verwischt worre. Deno hät s` Schermiisli Wurf vill Däg gi Afrika zue grabbe. Baald hät es si Schneizli gschtät uusem Higgel gschtreckt. Dunderwätter, isch es do verschrocke. Jo, wo isch es denn doo ännigoote?
„Bass doch uff, wo du ännibuddlescht“, sait e Kamel. Fascht het ech dir s` Muul plattdappet. S´Kamel war selli vernehm, s`hät en rote Sattel drait. S`hät sin Ribbel zum Schermiisli Wurf aabi gsenkt und sait; „Stiig uff, ech nimm dech e Stuck mit dorch d` Wieschdi“. Des loot sich natierli s `Schermiisli Wurf nit zwoemol sagge. G-schnell kräslet`s uf d`Nase vum Kamel uffi und lait sich platt änni.
Sag emol, doo isch es aber selli hoess. A so e hoessi Sunn war s`Schermiisli Wurf natierli nit gwähnt. „Lass mech bittschee wieder aabi“, dismet es is Ohr vum Kamel. Des senkt de Kopf und loot s` Schermiisli Wurf widder uff de Wieschdesand aabi.
De Sand war glieig hoeß. So schnell es buddle hät kinne, vergrabet sich s`Schermiisli Wurf im Sand. Dä wars aagnäm kiel. Aber es war nit aloenig. Vor ihm siet es en komische Käfer, wo sechs Fiess hät und mit de Vorderfiess e wiißi Kugle ruckwärts kugelet. Ja, wo isch es denn jetzet ännigrootä?
„Ech hoeß Pilledraijer und bii en Glücksbringer“, sait de Käfer. „Do ha ech endlich emol Glick“, sait s` Schermiesli Wurf. „Aber wa rollisch du denn wiißi Bolle mit de Vorderläuf ummenand und gohsch au no ruckwärts?“ „Des isch e Kugle uus Kamelmischt, die roll ech i mi Bruetkammer und leg e Aier inni“, sait de Pilledraijer.
Des Walle hät s`Schermiisli au uusprobiere welle. Jegges Gott, war des schwer. De Pilledraijer häts im zoeget, aber es isch bi derra Sach voll uff d `Schnauz gheit. „Ech woeß, worum es für dech so oefach isch. Du häsch sechs Fiess und ech nuu vier“. S´Schermiisli häts nomol probiere welle, aber dodezue isch es nimme kumme. En andere Pilledraijer isch uff de wiiß Bolle gräslet, hät sech mit de Hinterläuf festghebt und hät d` Vorderläuf drohend uusgschtreckt. De Wurf isch selli verschrocke. Wa war denn doo z` mols los? En fremde Pilledraijer isch frech id` Kammer innigschlupft gsi.
„Bass uff, Glicksbringer Pilledraijer, e Pechmarie will dir dinni Kugle uus Kamelmischt ställe“, joolet s`Schermiisli. De Glücksbringer aber hät die Pechmarie am Hals verwischt und hät si, zack, vu de Kugle obbe aabi gworfe. Do isch de Kugleställer schnell vertloffe. S` Schermiisli Wurf isch selli froh gsi, well de Pilledraijer sin Bolle b´haalte hät kinne und au si Aier inni lege het kinne. I aller Rueh hät s`Schermiisli die Bruetkammer aagucket.
Haidenai, war die gmietli. „Mii zweiti Bruetkammer isch no vill gmietlecher“, sait de Pilledraijer. „Soll ech si dir zoege ?“ Natierli hät si de wunderfitzig Wurf sänne welle.
A de Wänd sind no vill so wiißi Kamelmischt- bolle gläge. Z` Mitts aber sind drei Hiife glägge:
On Huufe Porzellan On Huufe Perle On Huufe Pergament
„Derf ech uus däm Huufe Porzellan en Porzellanhiggel mache? „froget de Wurf. „Hai joo“, sait de Pilledraijer. So hät de Wurf mit sim Schneizli des Porzellan uffghiiflet.
So isch uus dem Porzellanhuufe en farbige Scherbehiggel worre. „Des siet vill scheener uus“, sait s` Schermiisli Wurf. „Jo, des monn ech au“, sait de Pilledraijer. „Derf ech uus dem Perlehuufe au en scheene Perlehiggel mache?“, froget de Wurf. „Hai jo“, sait de Pillädraijer. Deno hät de Wurf mit sim Schneizli au alli Perle uffghieflet, so dass en grooße Perlehiggel druuß wore isch. Z` mitts drin hät de Wurf druus uußi gugget.
„Ech ha e Kenigsgrab gfunde“, joolet e Biebli. Wos aber denno s`Schermiisli gsänne hät, hättes Schräe abglau:
„E Uhgheuer! E Uhgheuer hietet den Schatz im Kenigsgrab“. Doch s`Schermiisli hät gjoolet so luut wie es kinne hät. Des hät de Pilledraijer ghert und isch gschnell deher gloffe und hät glii des Biebli in Finger zwickt und pfezzet, bis es gschraue hät. Denno hät`s gjomeret: „Do sind joo zwoä Uhgheuer, oes hät mi bisse.“ Kuntinent sammlet s`Biebli so vill Perle wie es iisammle kaa und wetzt devuu. Schwupp di wupp, verschwindet de Wurf und de Pilledraijer untern Bodde. Nuu e Sandwelkli isch vu dänne übrigblibbe.
„No niä hät zu mir epper Uhgheuer gsait“, sait de Wurf truurig. „Ech glaub, ech buddel mech liäber wieder hoemetzue in Norde uffi“. „Dodezue gibb ech dir no e Pergament mit“, sait de Pilledraijer und nuelet im Huufe ummenand. Denno hät er oes hinneverri zogge und sait: „Do druff sind alli Himmelsrichtunge iizoechnet. Norde und Süde,
Oste und Weste. Alli Meer, alli Flüss, alli Berg und Däler, alli Wiese und Wälder, alli Higgel und Gräbbe. Dodemit findscht du liicht hoemwärts“. „Find ech dodemit au widder dinni Wüeschdi?“, frogt s` Schermiisli Wurf. „Ha joo, natierli“, sait de Pilledraijer. So macht sech s` Schermiisli Wurf hoemedzue uff de Weäg.
De Ruckwäeg war genauso lang wie de Änniwäeg. Vill Däg buddlet sech des s`Schermiisli Wurf gegge d` Hoemet zue im ferne Norde. Zeh Zentimeter vor em Bodebrieter Kiebitz streckt es si Schneizle uus äme Hiifli. „Du bisch aber gherig gwaaße“, sait de Kibitz. „Wo bisch du denn gsii?“. „Ech bi i de Wiüeschti gsii. Dä hät de Pilledraijer sinni Kamelmischtpille gegge die Pechmarie verteidige messe. Er hät nämli doo inni si Eier innigleit“. „Wa schwätzisch du ver en Mischt. Fer sonnigi Märli ha ech koe Ziit“, sait de Kiebitz. Er fliegt us sim Nescht uff und devuu. Do war s` Schermiisli Wurf wieder selli truurig.
Es gucket uff si Pergament und scharret sich im Oste zue. Widder zeh ?? Zentimeter vor em Haas Hoppel di Boppel streckt es widder si Schneizli uus em Hiefli. „Du bisch aber granatemäßig gwaaße“, sait au de Haas Hoppel di Boppel. „Wo bisch denn gsii?“. „Ech war i de Wüeschti. Dä isch ä hoffärtig Kamel mit äme rote Sattel gsii und des hät mech e Stuck uff sinere Nase trait. Aber d` Sunn war so fiechtig hoess wie Fiir, no bin ech widder abgstigge. „Wa verzellsch du ver en Dreck“, sait de Haas. „Fer sonigi Sprech ha ech koe Ziit“ und er hoppelet devuu. Do isch de Wurf au widder selli truurig gsii.
Däno hät sich s`Schermiisli widder en lange Gang borret und isch visavii vu de Spitzmuus Zippel uus em Bodde gräslet. „Du bisch aber gwaaldig groß worre“, sait d`Spitzmuus Zippel. „Wo bisch du denn gsii?“. “Ech bi i de Wüeschti gsii. Dä hät i mir minn Kumpel Pilledraijer e Kenigsgrab zoeget und ech ha uus Porzellan en Porzellanhiggel baut und us Perle en Perlebuckel und denno hät mi e Biebli us em Sand zoge und mech als Uhgheuer verscholte. „Jo so en Bleedsinn ha ech no nie ghert“, sait d` Spitzmuus Zippel. „Fer so oäfältige Sprech ha ech koe Ziit“ und hoppelet devuu. Widder war s` Schermiisli selli verzwazzlet. Es isch hoem kumme und näemert hät ihm zuegloset.
S`Schermiisli Wurf hät sech en ewig lange Tunnel buddlet und hät niemee ufftauche welle. Uff s`mol stoht es z`mitte i de Kochi vu de Mamme Schermuus. „Jegess Maraje, duu bisch aber gwaaße. Wo bisch denn so lang gsii?“. D` Mamme Schermuus loset derre elendlange Gschecht geduldig und wunderfitzig zue. Nochere lange Paus froget sii: „Häsch des Pergament no?“. „Natierli“, sait s` Schermiisli Wurf, „dodemit ka ech jederziit widder i d`Wüeschti z`ruck“. D` Mammä Schermuus gucket des Pergament aa und sait: „Sollet mir zämmid de Pilledraijer bsueche ?“ Vu dere Idee isch s` Schermiisli natierli selli begeischderet.
„Denno kiintet mir iis e Stubbe i de Wüeschti nebet em Pilledraijer sinnere Bruetkammer bäschtle und sii mit Perle und Porzellan uus staffiere. De Pilledraijer kaa sinni Pille bei iis draije und du kaasch probiere, ob du die wiiße Bolle grollet griegsch und mit de Vorderfieß ruckwärts walle khaasch“.
Mit dem Pergament machet sech die zwoe uff de Buddelweag. Zeh Zentimeter vorem Kamel schächet sie uus em Sand uußi. S´Kamel hät si e Stuck uff sinnere Nase trait, aber au de Mamme isch es uff dere Nase z` hoess gsii. Do hät s`Kamel de Kopf aabi glau und alli zwoe widder abgsetzt. Glii hond si sech in Sand inni buddlet.
Ob sie de Pille Draijer und sie Brutkammer gfunde hond ?
Ob sie sich e Wüeschtewohnzimmerli iigrichtet hond?
Froget mol des vornehm Kamel, sell woess oefach alls!
Da die „Halfpipe“ noch immer nicht fertig, bzw. saniert ist, möchten wir den 1. Artikel von Andreas Hofmann hierzu nach oben kramen in dem er die Wand anhand der Zeichnungen erklärt. Anton Knapp hat auch der Zeitung erzählt, wie alles kam. Sehr lesenswerter Artikel! Es kommt dabei raus, dass der letzte Bürgermeister hier wohl hauptverantwortlich war, dass Hüfingen eine Million bezahlen muss. Vielleicht schafft es ja unser neuer Bürgermeister hier noch etwas abzuwehren.
In Ergänzung zum Bericht von Heike Boeke möchte ich noch ein paar Bilder zur Lärmschutzwand in Hüfingen, die die B27 vom Wohngebiet Hohen II trennt, zeigen. Denn Bilder sprechen für sich und dann kann sich jeder einen eigenen Eindruck von diesem Schutzwall machen. Denn zwischen dem, was in einer Gemeinderatssitzung im April 2017 vorgestellt wurde und dem, was dann letztendlich im März 2020 beschlossen wurde, liegen Welten. Um nicht zu sagen, das Eine hat mit dem Anderen nichts mehr zu tun.
So wurde die Lärmschutzwand im April 2017 vom RP Freiburg anläßlich einer Gemeinderatssitzung in Hüfingen vorgestellt. Die Unterlagen sind im Internet frei verfügbarDie ursprünglich geplante Variante im SchnittAnsicht von der B27 her. Sicherlich um einiges ansprechender als das jetzige BollwerkHier kann man deutlich sehen, dass die ursprüngliche Variante vom Wohngebiet her bepflanzt worden wäre.Und das wurde jetzt daraus. Zumindest sieht es so aus, als ob es Richtung Wohngebiet doch noch einen kleinen Erdwall geben wird. Ob der allerdings viel verdecken wird, bleibt anzuwarten.Die Lärmschutzwand in ihrer ganzen Pracht. Es hat schon etwas apokalyptisches, wie aus einem Science-Fiction-Film.Das südliche Ende der Lärmschutzwand. Hier führt sie Richtung Westen zur B31 Richtung Freiburg.Der Blick auf die Wand direkt von der ersten Häuserreihe aus gesehen.Am südlichen Ende ist die Lärmschutzwand nur noch eine Mauer.
Insgesamt kann man sagen: Schön ist anders. Oder war es der nicht ganz mißlungene Versuch, ein bißchen Stammheim-Feeling nach Hüfingen zu holen? Bleibt abzuwarten, ob nicht zumindest Richtung Wohngebiet noch etwas Grünes draus wird.
21. März 2022 von Manuela Martin von der Igelhilfe E/igeltingen
Was jeder tun kann
TODESFALLE GELBER SACK
Am Straßenrand und am Boden abgestellte gelbe Säcke sind ein beliebtes Ziel der Igel bei ihrer nächtlichen Pirsch. Igel haben eine hochsensible Nase und der verheißungsvolle Duft von den Lebens-/Futtermittelbehältnissen lockt die IGEL an. Auf der Suche nach Fressbarem und Unterschlupf verschwinden die Stachelritter im gelben Sack zwischen Joghurtbechern und Blechdosen. Zum einen können sich die Stachelritter Krankheiten durch Bakterien wie
z. B. Salmonellen einhandeln, zum anderen können Sie mit dem Kopf in Dosen und Bechern stecken bleiben. Tiefe Schnittverletzungen und ein verheddern im gelben Sack sind meistens die Folge. Finden sie nicht mehr heraus, werden die Igel mit dem Müll „entsorgt“ und sterben einen grausamen Tod.
WOLLEN S I E das verhindern????
Dann bitte den GELBEN SACK
Erhöht an ein Gartentor oder Zaun hängen
Auf eine Mauer, Mülltonne o.ä. legen
so spät wie möglich herausstellen
zum Lagern die Gelben Säcke z. B. in einem Laubsack sammeln oder hochlegen
Danke, dass Sie mithelfen, unnötiges Tierleid zu vermeiden!
Frauen sind die besseren Menschen: Sie werden weniger straffällig und verursachen weniger Unfälle im Straßenverkehr. Das ist schon lange erwiesen. Anlässlich des Weltfrauentages möchte ich mit Nachdruck darauf hinweisen.
Inspiriert durch einen alten Film über eine Feuerwehrübung in der Hüfinger Altstadt mitten im Krieg, festgehalten von Zahnarzt Ernst Kramer, möchte ich beweisen, dass Frauen auch im Feuerwehreinsatz ihren „Mann“ stehen können und sich nicht verstecken brauchen.
Der Film entstand vermutlich im Sommer des Kriegsjahres 1943 anlässlich der Anschaffung des ersten Motorlöschfahrzeuges der Freiwilligen Feuer-wehr Hüfingen. Feuerwehrkommandant war Zimmermeister Josef Fritschi ,auch „Zimmersepp“ genannt. Es beginnt mit einem Glockenalarm auf dem Rathausdachreiter den die Althüfinger*innen liebevoll „dä Relling“ (Kater) nennen. Als vorgegebenes Übungsszenarium wurde ein Großbrand in der Gerbe gegenüber des Gasthauses Krokodil – damals noch mit Kolonialwarenladen – in Szene gesetzt.
Frauen und Mädchen sollten im Ernstfall in der Lage sein, auch größere Brände schnell und effizient zu bekämpfen. Da es in Hüfingen einen großen Rüstungsbetrieb gab und auch ein Militärflugplatz in der Nähe war, kam es im letzten Weltkrieg immer wieder zu Luftangriffen der Alliierten. Auch im Anschluss nach einer Übung konnte es auch recht lustig zugehen. Das beweisen die Filmsequenzen beim anschließenden „Schläuchewaschen“ im Stadtbächle mit Blick auf den ehemaligen Gasthof Hirschen – heute Frisörgeschäft Friedrich. Was wohl die Schutzpatronin des Feuerlöschwesens, die heilige Agatha, zu dieser außergewöhnlichen Feuerwehrübung gedacht haben mag? Schön wäre es jedenfalls, wenn Mädchen und Frauen in der heutigen Feuerwehr Hüfingen auch ihre Chance bekommen würden. Andernorts gibt es so etwas schon lange. Das würde sicherlich dem hiesigen Feuerlöschwesen sehr zu gute kommen, das sicherlich wie andere Einrichtungen und Vereine mit dem Nachwuchsmangel zu kämpfen hat.
Es war einmal vor nicht langer Zeit, während einer Vollmondnacht, dass zwei Kinder in einem entfernten kleinen Dorf, in einem uns unbekannten Land, in ihrem Stockbett lagen und versuchten den Schlaf zu finden. Aber sie schlafen nicht ein, ganz und gar nicht, stattdessen erwartet sie eine traumhafte Abenteuernacht.
Doch der Reihe nach: Die beiden nicht schlafenden Kinder heißen Lala und Jojo, Lala ist schon beinahe acht und die große Schwester von Jojo, der erst fünf ist.
„Du, schläfst Du schon?“ fragt just in diesem Moment Lala ihren kleinen Bruder, den sie unter sich weiß. Sie, als ältere Schwester darf natürlich oben im Doppelbett liegen. „Soll ich jetzt ‘Ja’ sagen?“ hört sie Jojo antworten. „Ja“ erwidert Lala erleichtert, dass sie nicht alleine wach liegen muss, in dem gar nicht so dunklen Zimmer. Die Sonne ist zwar schon seit Stunden untergegangen, aber durch das Fenster scheint der Mond, der voller nicht sein könnte. Durch das Licht des Mondes erinnert sich Lala, dass ihre Eltern mal erwähnt hatten, dass manche Personen mondsüchtig seien. Sie hatte sich daraufhin vorgestellt, dass diese mondsüchtigen Menschen, wohl ähnlich wie Wölfe, den Mond anheulten. Aber das stellte sich als Irrtum heraus, mondsüchtigen Menschen schlafwandeln einfach bei Vollmond durch das Haus.
„Jojo, weißt Du was mondsüchtig ist?“ fragt Lala ihren jüngeren Bruder. „Nein“ „Menschen, die bei Vollmond durch das Haus laufen“ Eine Erklärung, die den kleinen Bruder nicht sehr beeindruckt. „Warum?“ „Weiss ich auch nicht.“
Als könnten die beiden Geschwister die Antwort auf diese Frage im Mond entdecken, betrachten beide den gut zu sehenden Vollmond.
„Warum hat der Mond eigentlich dunkle Flecken?“ möchte da Jojo von seiner großen Schwester wissen. „Ich glaube, das sind die Krater, so etwas wie Berge, aber manche behaupten auch das sei der Mondmann.“ „Der Mondmann?“ wiederholt Jojo ungläubig. „Äh, Ja ja!“ erwidert daraufhin seine Schwester.
Und da erkennen die Kinder, wie die dunklen Flecken im Mond sich scheinbar bewegen, ein Fleck bewegt sich nach oben, ein anderer dreht sich. Lala traut kaum ihren Augen, das kann doch nicht sein. Doch, doch, die Flecken reihen sich aneinander, und bilden eine Gestalt, eindeutig, die dunklen Flecken formen Beine, Bauch, Arme und einen Kopf.
„Du, Lala, jetzt sehe ich den Mondmann, Du hast recht“ stellt Jojo nüchtern fest. Mit fünf Jahren ist seine kindliche Fantasie noch so viel größer, als dass winkende Mondflecken ihn überraschen könnten. „Lala, hast Du das gesehen, der Mondmann winkt uns, da guck mal.“ „Äh, ja.“ stammelt sie, während sie genau dasselbe beobachtet. „Na, wenn er uns schon winkt, dann sollten wir wohl hin, oder?“ schlägt Jojo gelassen vor. „Aber, wir können doch nicht fliegen. Also, außer in unseren Träumen, oder in unserer Fantasie, oder in Büchern, oder so“ antwortet Lala.
Dann denkt sie nach und entsinnt sich des Buches: Peterchen’s Mondfahrt. Es handelt von zwei Kindern, die zum Mond fliegen. Sie erinnert sich, wie in dem Buch die beiden Kinder die Schwerkraft überwinden. Dann schweben sie, und schafften es sich mit der Luft zu vereinen.
„Also gut, Jojo, wir können es ja mal versuchen, also wir müssen unsere Arme ausbreiten,“ erklärt sie, „die werden zu unseren Flügeln, und dann müssen wir der Schwerkraft entgegenwirken.“ „Was ist Schwerkraft?“ fragt ihr Bruder. „Egal“ fährt die große Schwester fort. „Also wir müssen die Arme ausbreiten, und dann Leichtigkeit in uns einsaugen, damit uns die Schwerkraft nicht mehr nach unten zieht, und dann, ja, dann können wir vielleicht schweben, na, und vor allem müssen wir daran glauben. Mama sagt ja immer, der Glaube kann Berge versetzen.“ „Aber wir wollen doch fliegen, oder?“
Eigentlich hat sich Jojo schon daran gewöhnt, dass seine Schwester sich manchmal sehr rätselhaft oder einfach ein bisschen blöd ausdrückt, aber nichtsdestotrotz ist Lala seine Schwester. Die tollste Schwester, die es überhaupt nur gibt.
Und wie mutig sie ist!!
„Komm“, unterbricht Lala seinen Gedankenfluss, „Lass es uns einfach versuchen.“ Und dann kommt sie hinab, ergreift die Hand ihres Bruders, leise schleichen sich die Geschwister aus dem Haus und in den Garten.
Fest die Hände haltend konzentrieren sie sich, schließen die Augen und atmen Leichtigkeit in sich ein. „Eigentlich atme ich Luft ein, ein bisschen frisch,“ denkt Jo-Jo. „So kann ich doch nicht fliegen.“ Dann schaut er hinüber zu seiner Schwester, die weiter mit geschlossenen Augen, seine Hand festhaltend und scheinbar sehr konzentriert, Luft in sich aufnimmt. „Hmm, dann mach ich das auch so.“ Denkt er sich, und widmet sich dann, wie seine große Schwester, weiter der frischen Abendluft. Und dann merkt er, wie sich Leichtigkeit in seinem Körper verbreitet, er fühlt sich so anders an, so als wäre alles viel leichter, so als würde er den Boden nur noch streifen, und nicht fest darauf stehen, wie doch sonst immer. Und da, plötzlich erheben sich seine Füße etwas vom Boden, genau wie die von Lala.
Unglaublich, „ich kann fliegen“ denkt Jojo. Und dann mit all ihrer geschwisterlichen Vorstellungskraft, und ihrem Wunsch zum Mond zu gelangen, schweben sie immer höher, lassen die Baumwipfel unter sich und gleiten Richtung Mond. Auf ungefähr halbem Weg entdecken sie eine milchige Straße. Die beiden sind ziemlich überrascht, wie wir alle bestens verstehen können. Wer denkt schon, dass man zwischen Erde und den Sternen auf eine Straße treffen könnte. Und zu dem herrscht auf selbiger Straße ein reger Betrieb. Vor ihren Nasen rast plötzlich im Zickzack ein schmaler aber groß gewachsener Mann an ihnen vorbei.
„HaloHalidolai!“ schreit er den Kindern zu, „ich bin der blitzschnelle Blitz-Hans, keine Zeit, ich muss mich mal wieder über Stuttgart entladen. Und zwar so richtig kräftig.“
Und schon war er weg, Jojo und Lala staunten nicht schlecht.
Kurz darauf ächzt ein eher rundlicher Geselle hinterher, er sei der Donnerbommel erklärt er kurz den Geschwistern, er sei gar nicht gut gelaunt, überhaupt nicht, immer dürfe er nur die zweite Trommel spielen. Immer erst nach dem Blitz-Hans dürfe er donnern, und überhaupt wollte er eigentlich mal so entspannen und sich ausruhen. Aber nein, immer muss er dem Blitz-Hans hinterher, beschwert er sich bei den Kindern. Doch dann hält er einen Moment inne, guckt die Geschwister interessiert an, und fragt dann neugierig.
„Wer seid ihr eigentlich?“ „Ich bin die Lala und das ist Jojo, mein Bruder, der Mondmann hat uns gewunken.“ „Ahh der Mondmann, lieber Kerl“ antwortet ihnen Donnerbommel. „Aber falls er schlechte Laune hat, dann ist er ziemlich ungenießbar, so richtig miesepetrig. Aber mit etwas Kartoffelmarmorkuchen strahlt er wieder, als sei er der Sonnenmann. Der mag diesen Kuchen, als gäbe es nichts anderes leckeres, wie zum Beispiel ein frisch zubereitetes Zuckerwatten-Gänseblümchen-Ragout. Aber ihr habt Glück, meine Frau, die liebe Nebelina, hat gestern einen Kartoffelmarmorkuchen gebacken, und ich habe ein großes Stück dabei, man weiß ja nie, wie lang der Blitz-Hans da rumblitzen will, aber wenn ihr noch zum Mondmann wollt, dann braucht ihr den Kuchen mehr als ich.“ Und damit überreichte er den beiden Geschwistern ein großes Stück Kartoffelmarmorkuchen. „So, jetzt muss ich mich aber wirklich sputen.“ Und das gesagt bummelte Donnerbommel weiter dem Blitz-Hans hinterher.
Nur wenige Augenblicke später schlurft da platsch, platsch, platsch eine komplett durchnässte Frau an Lala und Jojo vorbei. Auch sie klagt den Kindern ihr Leid: „Oh, Hallo ihr Zwei, ich bin die Wasserfrau, aber ich muss weiter! Schon wieder! Warum können die zwei nicht alleine rumblitzen und Krach machen, nein nein, auch ich soll wieder mit!“
Lala und Jojo staunen nicht schlecht, hier auf dieser weiß-milchigen Straße ist ja echt etwas los. Kurz darauf treffen sie auf eine junge schöne Frau, leuchtend in allen nur erdenklichen Farben. Sie fragt die Geschwister, ob sie denn den Sonnenmann oder die Wasserfrau gesehen hätten, und sie sei übrigens die Kunterbuntfee. Das Leben sei ja so ungerecht, beschwert auch sie sich, noch bevor die Geschwister ihr antworten können.
„So gerne würde ich öfter erscheinen, aber die Wasserfrau und der Sonnenmann, die mögen sich ja nicht so, und ich, ich darf mich nur dann blicken lassen, wenn die beiden mal nicht sich gegenseitig ärgern. Nämlich nur wenn Wasserfrau und Sonnenmann gemeinsam losziehen, darf ich in Erscheinung treten. So eine Gemeinheit! Dabei bin ich so reich an allen nur erdenklichen Farben, und damit mache ich alle Menschen froh, oder?“ Dies gesagt schaut sie fragend die beiden Kinder an, die staunend die wahrhaft farbenfrohe Fee betrachten, und stumm nicken. „Ja seht ihr, wenn ich zum Beispiel mit dem Blitzhans und dem Donnerbommel auf Tour gehen könnte, die sind ja dauernd unterwegs, dann könnte ich mich so viel öfter zeigen. Aber nein, das ginge ja nicht, das sei unnatürlich, quatsch unnatürlich, das wäre ein Riesenspass! Habt ihr denn vielleicht die Wasserfrau oder den Sonnenmann gesehen?“ wiederholt sie ihre Frage. „Äh ja“, meint Lala „die Wasserfrau ist da dem Blitzhans und dem Donnerbommel hinterher!“ „Ach Mist, und der Sonnenmann?“ „Ähh, nicht gesehen.“ „Ahh nein, sowas, dann gehe ich mal wieder die Schäfchen ausführen, dann können wenigstens die Menschen besser schlafen, manche zählen nämlich Schäfchen vor dem Schlafen, und das, obwohl sie die Michstraßenschäfchen gar nicht sehen können, Menschen soll man mal verstehen, naja, ihr seid ja Kinder, die sind einfach toll. Also, Tschüss ihr zwei, ich muss die Schafe wieder einfangen.“
Und so entschwebt die Kunterbuntfee. Lala und Jo-Jo sehen noch wie sie etwas weiter die Milchstraße verlässt, wohl um die Weide der Schäfchen aufzusuchen, die ja wohl kaum auf der Straße liegt. Kaum ist die Fee gänzlich aus ihrem Blickfeld entschwunden, wird es heller. Ungewöhnlich hell, und dies mitten in der Nacht. Und da nehmen die Kinder eine hell strahlende Figur wahr, die sich ihnen langsam nähert. „Oh, hallo wer seid ihr denn?“ richtet sich ein golden strahlender Mann an die beiden Kinder. „Ich bin Lala, und das ist mein Bruder Jo-Jo“ antwortet ihm die große Schwester. „Hallo Kinder, ich bin der Sonnenmann, habt ihr vielleicht meine Frau gesehen, die Wasserfrau?“ „Ja, ja, die ist vorhin hier vorbeigekommen, sie ist dem Blitzhans und dem Donnerbommel hinterher.“ „Oh nein, die zwei schon wieder. Das kann ja wieder dauern, wenn dieser Hans sich mal ein bisschen zurücknehmen könnte. Wenn es nach dem ginge, dann würde er das ganze Jahr hindurch ein Blitzfest veranstalten! Hm, schade.“ Und der strahlende Sonnenmann setzt sich zu den Kindern, stützt seinen Kopf in die Hände und seufzt laut. Er sieht ziemlich traurig aus. So traurig, dass Lala besorgt nachfragt: „Stimmt etwas nicht? Du siehst traurig aus.“ „Hmm. Ach, wisst ihr, wir haben uns wieder gestritten und dabei habe ich sie doch so lieb, meine Wasserfrau, tollste Frau des Universums, wenn auch ’n bisschen nass.“ Und nochmals stößt er einen Seufzer hervor und spricht dann weiter. „Ach wisst ihr, ich wollte mich bei ihr entschuldigen, das war doof von mir. Ich habe behauptet, dass die Menschen sich ja so viel mehr über Sonnenstrahlen freuen würden, als über Regentropfen. Aber das stimmt ja gar nicht, ich weiss auch nicht, das war doof von mir und ich wollte mich entschuldigen. Und eigentlich gibt s ja nichts tollereres, als so `n richtig erfrischenden Regen. Oder? Ja, und eigentlich wollte ich sie fragen, ob wir so einen schönen Ausflug zusammen machen könnten, und dazu dann auch noch unsere Tochter mitnehmen, die hätte ja sicher auch Lust. Hmmm“ Und abermals wird sein Redefluss durch einen langen Seufzer unterbrochen. „Apropos meine Tochter, habt ihr vielleicht die Kunterbuntfee gesehen?“ „Ja“ antwortet diesmal Jojo. „Die war vorhin hier, und meinte sie würde zu den Schäfchen gehen.“ „Ah, das ist lieb von ihr, überhaupt, eine so liebe Tochter. Ja dann guck ich mal, ob ich sie dort antreffen werde. Danke Kinder.“ Damit erhebt er sich, und schwebt Richtung Schafweide davon.
Jojo und Lala blicken ihm nach, und dann zum Mond, wo sie wiederum das Winken des Mondmannes sehen: „Auf zum Mond!!“
Mit Leichtigkeitschweben die beiden dann auch von der Milchstraße bis zum Mond. Dort gelandet erkunden sie die Landschaft, staunen über die kargen ‚Berge‘, bis plötzlich hinter einem dieser der Mondmann erscheint. Wieder winkt er ihnen zu, doch seine Miene wirkt auf sie etwas düster. „Hallo ihr zwei, habt ihr denn etwas Kartoffelmarmorkuchen für mich dabei?“ Lala nickt, und gibt ihm vorsichtig das Stück Kuchen.
Und sofort erhellt sich sein Antlitz. Zufrieden lässt er sich seine ganz persönliche Gaumenfreude munden. Da halten die beiden Kinder auch nicht zurück und futtern mit. Sie haben gar nicht bemerkt, wie sie nach dieser aufregenden Reise durch die Nacht Hunger bekommen haben.
Gesättigt fragt sie der Mondmann, ob sie sich trauten in das Innere des Mondes einzudringen und die dort verborgenen Geheimnisse zu ergründen. Naja und dabei könnten sie natürlich auch die Mondfrau kennenlernen. „Total liebe Frau, nicht so missmutig wie ich zu Weilen, und ’n bisschen Kuchen könnten wir ihr auch noch mitbringen.“
Lala und Jojo stimmen zu, denn dort, wo sie ein mögliches Abenteuer erwarten, zögern die beide nicht lange. Der Mondmann führt sie zur Mond-Innenbahnrutsche. „Ok, hier wir sind angekommen, da ist die Rutsche“ und er deutet mit seinem Finger auf den Mondboden, genau dort, wo Lala steht. Doch Lala erkennt da nichts, nichts außer dem steinigen Mondboden. „Aber wo ist eigentlich die Rutsche?“ fragt Lala leicht verunsichert. „Na, Du stehst genau darauf, Du musst nur noch das Passwort sagen, übrigens mein Lieblingsessen, und schon geht’s ab und Du rutschst los.“ „Ok.“ Lala holt tief Luft, nimmt ihren ganzen Mut zusammen, von dem sie ja zum Glück in Übermaßen hat, und sagt dann klar und deutlich: „Kartoffelmarmorkuchen“
Kaum gesagt, öffnet sich der Boden unter ihren Füssen und sie fällt, erst langsam und dann immer schneller, durch einen scheinbar langen, mit einem roten Schimmer durchzogenen Tunnel. Plötzlich macht der Tunnel eine scharfe Wendung und Lala knallt mit der Hüfte an die Wand des Tunnels. Doch der Schlag wird aufgefangen, die Wand ist ganz weich, wie aus Schaumstoff, als wäre sie aus so einem Riesenkaugummi, nur nicht so klebrig. „Aber warum riecht es hier so nach Erdbeere?“ denkt sie. Bumm, und schon pflatscht sie mit dem Popo voraus auf den Boden, der aber glücklicherweise wiederum kaumgummiweich ist. Und batsch schon landet neben ihr Jojo und kurz darauf neben ihm auch noch der Mondmann.
Lala blickt umher, seltsam, alles ist rund, scheinbar gibt es keine Ecken. Ein sanftes rötlich getöntes Licht erhellt die Umgebung, so als wären sie in einer Schaumgummiseifenblase gelandet. „Warum riecht es denn so sehr nach Erdbeere hier?“ traut sich Jojo zu fragen. „Naja, wenn wir, also die Monfrau und ich, halt mal keinen Kartoffelmarmorkuchen haben, dann beißen wir auch gerne mal in die Wand!“ „Wie bitte, ihr beißt in die Wand?“ wiederholt Jojo. „Jaja, nicht so deliziös wie Kartoffelmarmorkuchen, aber auch nicht schlecht, versucht’s mal, einfach mal die Zähne kräftig in die Wand hauen.“ Na, da Lala und Jojo bereits gemerkt haben, dass hier, nichts aber auch gar nichts wie auf der Erde ist, schrecken sie nicht zurück und beginnen die Wand anzuknuspern. „Hmm, gar nicht so schlecht, schmeckt wie Erdbeereis, nur nicht so kalt, und tropft auch nicht.“ „Lecker“, bestätigt Jojo.
„Mondmann, hast Du etwas Kartoffelmarmorkuchen für mich dabei?“ vernehmen da die Geschwister eine Stimme, die von der anderen Seite der Kugel, aus einem kleinen Zugang zu einem anderen Tunnel kommt. „Ja, habe ich, meine liebe Mondfrau, und nicht nur das, zwei Menschenkinder sind zu uns gekommen.“ „Oh, wirklich, was für eine schöne Überraschung, bring sie rüber.“ „Na, kommt“, meint da der Mondmann zu den beiden Geschwistern.
Beide haben noch den Mund voll mit Erdbeerschaumwandgummis, nicken und folgen gespannt dem Mondmann. Dieser zwängt sich durch einen Zugang, durch den er gerade so eben durchpasst, in einen anderen Tunnel hinein, Lala und dann Jojo hinterher. Der Tunnel ist nicht lang und schon gelangen die drei in einen etwas größeren Raum, der wiederum ganz rund ist, und von vielen verschiedenen Lichtern aller Farben durch- und überflutet wird. Die Lichter tanzen durch den Raum, als wären sie kleine Leuchtwürmer, und bei jedem Aufeinandertreffen lassen sie Funken aufsprühen. Die Kinder betrachten staunend das Lichterspektakel.
Dann nehmen sie die Mondfrau wahr, sie befindet sich in der Mitte des Kugelraums, und direkt neben ihr sehen Lala und Jojo etwas sehr Seltsames. Sie erblicken verschiedene Kristallkugeln, die miteinander verwoben sind, in manchen der Kugeln sprudeln Flüssigkeiten, mal sprudelt ein dunkles Lila, mal glänzt die Kugel in türkis. Oberhalb der ineinander verflochtenen Kristallkugeln ist eine noch etwas größere montiert aus der eine Art langes Rohr herausragt. Das führt zu einem kleinen Loch in der Erdbeerschaumgummiwand, hin zu einem winzigen Ausgang.
Die Kinder betrachten fasziniert sowohl die Mondfrau als auch diese farbig glitzernde Maschine. „Hallo, meine Lieben, wer seid ihr denn, ich bin die Mondfrau.“ „Hallo, ich bin Lala.“ „Und, ich der Jojo.“ „Oh, wie schön, dass ich euch mal treffen darf, oh Lala, ist der Regenbogen angekommen?“ „Wie, bitte, was für ein Regenbogen?“ Wovon spricht denn die Mondfrau, wundert sich Lala. „Na, ich habe Dir vorgestern eine grün-glitzer-lila-zitronengelb Mischung geschickt und meistens bringt diese Mischung dann Regenbögen in die Träume.“
Und da erinnert sich Lala, tatsächlich, vorletzte Nacht hatte sie davon geträumt, wie ein Regenbogen im Schornstein feststeckte, na und Papa hatte erfolglos versucht ihn da aus dem Schornstein wieder rauszuziehen, während sie, Mama und Jojo das superlustig fanden und einen Kicheranfall nach dem anderen bekamen. Ja, aber wie konnte denn die Mondfrau das von dem Regenbogen wissen. „Ähh ja tatsächlich, aber woher weißt Du das?“ „Ach, wisst ihr, das ist doch meine Arbeit, ich kümmere mich um die Kinderträume auf der Erde, guckt mal, jetzt möchte ich zum Beispiel dem lustigen Rotschopf, dem Paul, einen schönen Traum schicken. Erst gehe ich ganz tief in die Fantasie von dem Kind, und dann mische ich einen Traum.“
Vorsichtig berührt sie mit ihren Händen eine Kristallkugel, in der sich eine hellblaue Flüssigkeit befindet. Die blaue Flüssigkeit fängt an zu drehen und sprudeln, bis sich drei dicke Tropfen in die große Kristallkugel absondern. Den Vorgang wiederholt sie noch mit einer gelben und einer grünen Kristallkugel. Anschließend streicht sie mit ihren Händen über die große Kristallkugel in der sich die verschieden farbigen Tropfen befinden. Daraufhin flitzen die Tropfen rasend hin und her und sprühen Funken in allen Richtungen. Dann werden sie wieder langsamer, finden zueinander, vereinigen sich und die zwei Kinder dürfen beobachten, wie die Tropfen sich ausdehnen und auf diese Art eine glänzende Traumblase geformt wird. Wie von magischer Hand angezogen findet die Traumblase das Bambusrohr, treibt langsam hindurch und dann weiter durch den Ausgang, wo dann Pauls Traumblase gänzlich aus der Sicht der Kinder entschwindet.
„Die Traumblase fliegt jetzt erst durch den Mondtraumtunnel und macht sich dann auf den Weg zum Paul, um ihm diesen Traum zu bringen.“ erklärt die Mondfrau weiter. „Oh, das ist ja unglaublich und erfindest Du dann den Traum, wie bei dem Regenbogen bei mir?“ fragt Lala neugierig. „Nein“, lacht da die Mondfrau, „die Träume kann ich nicht erfinden, ich bringe nur die Traumblasen, zum Beispiel viel grün, dann wird es lustig, mit blau und gelb werden Tiere auftauchen und dann mit mehr oder weniger Glitzer, sind die Träume eher aufregender oder ruhiger. Na und dann habe ich selbst viel gelernt, die grün-glitzer-lila-zitronengelb Mischung bringt eigentlich immer einen Regenbogen und noch so vieles mehr!“ „So jetzt muss ich weitere Träume machen, viele Kinder brauchen noch ihre Frühmorgenträume und wenn sie die nicht bekommen, dann fängt der Tag für die Kinder nicht so schön an.“
Gebannt schauen Lala und Jojo ihr weiter zu. „So eine grün-glitzer-lila-zitronengelb Mischung würde ich ja auch gerne kriegen, so ein Regenbogen im Traum ist sicher schön und wenn er dann noch im Schornstein feststeckt, hmm …“ denkt sich Jo-Jo, und überlegt gerade noch, ob er sich denn bei der Mondfrau einen bestellen könnte, als er bemerkt, wie schwer sich alles anfühlt, wie müde er ist. Auch Lala denkt daran, dass sie ja wirklich wieder nach Hause müssen, ihre Eltern machen sich möglicherweise schon Sorgen und sie müssen ja auch noch zurückfliegen. Die Geschwister verabschieden sich. Doch bevor sie gehen können, überreicht die Mondfrau beiden ein kleines Geschenk. „Was ist denn das für eine schöne Glitzerflasche.“ staunt Jojo.
„Na, das ist keine Glitzerflasche“, widerspricht ihm die Mondfrau, „das ist eine Albtraum-Schutz-Flasche“. Die Mondfrau schüttelt sie drei Mal, „wie ihr seht, entstehen dann ganz viele kleine farbige Bläschen, und da unten könnt ihr…“ sie deutet mit ihrem Finger auf eine kleine Öffnung am Flaschenbauch „….vorsichtig reinblasen, und dann kommt oben durch dieses kleine Röhrchen eine kleine Schutz-Traum-Blase, ja und die beschützt euch vor Angst-Träumen und alle weiteren Träume der Nacht werden einfach nur schön!“ Lala und Jojo strahlen, nehmen sich beide ihre Albtraum-Schutz-Flasche und bedanken sich ganz herzlich bei den zwei Mondmenschen.
Etwas später schweben sie bereits mit Leichtigkeit der Erde entgegen. Als sie an der Milchstraße vorbeikommen, hören sie aus der Ferne. „Nein, ich will aber nicht schon wieder los und mach mal langsam, gibt s bei Dir denn gar nicht Mal einen Sonntag, schon mal was von Feiertag gehört…..“ Die beiden Geschwister kichern in sich hinein, „ach, der liebe Donnerbommel“
Noch kurz vor Morgengrauen schweben sie durch das Fenster in ihr Kinderzimmer. Seltsam so viele Abenteuer in nur einer Nacht, aber vielleicht hat ja jemand für sie die Zeit in dieser Nacht auseinandergezogen. Und nach dieser Nacht wissen sie, dass auch das Unmöglich mit etwas Fantasie und ‘Leichtigkeit’ nicht unmöglich bleiben muss.
Mondmann’s Gaumenschmaus:
Rezept für einen Kartoffelmarmorkuchen
Zutaten:
2 mittelgroße gekochte Kartoffeln 300 gr. Weizen- oder Dinkelmehl (weiß, Vollkorn oder gemischt) 100 gr. Butter (2 Stunden vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen) 3 Eier 200 gr. Zucker (weiß oder braun) 1 Packung Backpulver (Weinstein) 2 Packungen Vanillezucker 50 gr. Kakaopulver 7 Salzkörner (entspricht einer halben Prise Salz)
Zubereitung:
An Tagen, an denen Deine Eltern mal wieder Pellkartoffeln zum Mittagessen machen, fraget doch, ob sie zwei extra machen könnten, die ihr ja für den Kartoffelmarmorkuchen braucht. Du nimmst eine Schüssel, in die Du das Mehl mit dem Backpulver, Vanillezucker und Salzkörnern gibst. Mit einer Gabel vorsichtig vermischen. Dann gibst Du den Zucker, die geschälten Kartoffeln, die weiche Butter und die 3 Eier hinzu. Mit einem elektrischen Rührer alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Nun nimmst Du eine zweite Schüssel, in der Du ungefähr die Hälfte des Teigs hineingibst und dann mit dem Kakaopulver vermischst. Nun hast Du zwei Schüsseln mit einem hellen und einem dunklen Teig: vermische beide mit den Händen (kein Elektrorührer) genauso, wie Du gerne Deinen Kartoffelmarmorkuchen gestalten möchtest. Anschließend ´gib den Teig in eine eingefettete Kuchenform Deiner Wahl; und dann 37 Minuten bei 220 C (Ober u. Unterhitze) in den Backofen.
PPS: Der Kuchen ist nicht nur (natürlich auch) zum Anschauen, sondern vor allem auch zum Essen!! Lasst es Euch gut schmecken!
Der hier dargestellte Film setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, so sind auch nachfolgende Jahre filmisch mit festgehalten.
In der ehemals Fürstenbergischen Oberamtsstadt Hüfingen haben Feste, die Musik sowie die bildende Kunst eine lange Tradition. Letztere führte auch dazu, dass es gerade hier zu einer der farbenprächtigsten Fronleichnamsprozessionen nördlich der Alpen kommen konnte. Aus einer lokal begrenzten allgemein üblichen Fronleichnamsprozession wurde in Hüfingen ein Prunkaufzug im Rahmen europäischen Festwesens. Wie konnte es dazu kommen? Im Jahr 1841 brach der 26jährige Franz Xaver Reich zu einer Studienreise nach Italien auf. In Rom arbeitete er in Werkstätten bedeutender Meister und wurde dort auf die beiden Städtchen Portici und Resina aufmerksam.
In den beiden Orten wurden schon zur damaligen Zeit der Prozessionsweg mit Blumen des mediterranen Raumes ausgelegt. Dieser Brauch hinterließ bei dem jungen Hüfinger Künstler einen bleibenden Eindruck, so dass er bereits, nach dem er im Frühjahr 1842 in seine Heimatstadt zurückgekehrt war, dort am 8. Mai den ersten Blumenteppich nach süditalienischem Vorbild vor seinem Haus – heute Nr. 5 – legte. Im Jahr darauf war die Begeisterung unter der Bevölkerung so groß, dass sich alle Anwohner dem Blumenlegen angeschlossen hatten. Mit den ersten Filmaufnahmen aus dem Jahr 1931 von Ernst Kramer, welche ich von Herrn Dr. Karl Preis zur Auswertung und Verbleib bekommen habe, besitzt Hüfingen Bild und Filmmaterial von außergewöhnlichem Wert.
Zum Inhalt des Films:
Da ich selbst kaum mehr Personen, die im Film dargestellt sind kenne, habe ich mich schon früh mit älteren Bürger*innen unterhalten. So zum Beispiel mit Otto Böhm, einer „Institution“ in Sachen Hüfinger Kirchengeschichte. Er sagt zum Inhalt folgendes aus:
„Die Schwestern mit den großen weißen Hauben sind die barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul; Vinzentinerinnen aus dem Mutterhaus in Freiburg. Sie waren im städtischen Krankenhaus, haben die Kinderschule und die Nähschule betreut und eine von ihnen war die Städtleschwester; sie hat Hausbesuche gemacht und die Kranken betreut. Die Vinzenzschwestern waren auch im Landesspital; dort waren es mehr als im Krankenhaus. Sie waren seit 1862 dort und haben die alten Menschen gepflegt. Im Ganzen dürften ungefähr 20 bis 25 Vinzentinerinnen in Hüfingen gewesen sein“.
Ferner:
„Die Schwestern mit den schwarzen Hauben sind Franziskanerinnen aus dem Kloster Erlenbad. Sie waren zu erst in Neudingen im Kloster Mariahof. In den 1920er Jahren brannte das Kloster ab und die Schwestern übernahmen in Hüfingen das Heim für schwer erziehbare Knaben, das bis dahin in privaten Händen war. Die Schwestern übernahmen den Namen ihres Klosters in Neudingen und so wurde aus dem alten Zuchthaus das Heim Mariahof. Die Einrichtung wurde vom Caritasverband übernommen und von einem Priester geleitet. Der erste Rektor im Knabenheim war Hermann Kast, dann kam Franz Enz und danach Hans Haiber.
Das Krankenhaus wurde in den 1970er Jahren geschlossen. Im Landesspital und im Heim Mariahof wurden die Schwestern in den 1990er Jahren von den Mutterhäusern, wegen Schwesternmangel abberufen“.
Auch zwei Geistliche konnte Otto Böhm im Film identifiziere: Zum einen Pfarrer Theodor Renner und der schon erwähnte Prof. Hermann Kast.
Des weiteren ist die Stadtmusik Hüfingen unter der Leitung von Josef Hutzler mehrfach gut erkennbar. Hutzler war von 1935 bis 1963 Stadtmusikdirigent.
Die Stadtmusik ist in ihrer Art einer der ältesten Klangkörper in Süddeutschland. Erste urkundliche Erwähnungen gehen bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Mit den vier Prozessionsmärschen, mit welchen die Stadtmusik den Festzug begleitet und jedem Hüfinger das Herz höher schlagen lässt, hat sich nicht nur Franz Xaver Reich ein Denkmal gesetzt.
Übrigens, bis 1915 feierten die Hüfinger ihren Herrgottstag, wie es allgemein üblich war so, dass der Teppich unmittelbar nach dem Festgottesdienst weggeräumt wurde. Auf besonderen Wunsch des damaligen Stadtpfarrers Schatz ließen sie aber 1916 die Blumen erstmals bis in den Nachmittag hinein liegen, damit auch Auswärtige, beispielsweise das Fürstenhaus, die Gelegenheit hatten, sich an dieser gelungenen Volkskunst zu erfreuen. Wie groß der Stellenwert auch weit über Süddeutschland hinaus geht, sieht man daran, dass schon im Jahr 1955 der Päpstliche Nuntius – Bischof Aloysius Munch – extra aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn zur Prozession angereist war.
Es ist sehr bedauerlich, dass dieses Jahr auf die schöne und traditionsreiche Feierlichkeit leider verzichtet werden muss.
Ein Trost bleibt: Nächstes Jahr ist wieder „Herrgottstag“ und bis dahin haben wir ja unseren tollen Film von Ernst Kramer!