Die Lärmschutzwand in Hüfingen

Da die „Halfpipe“ noch immer nicht fertig, bzw. saniert ist, möchten wir den 1. Artikel von Andreas Hofmann hierzu nach oben kramen in dem er die Wand anhand der Zeichnungen erklärt. Anton Knapp hat auch der Zeitung erzählt, wie alles kam. Sehr lesenswerter Artikel! Es kommt dabei raus, dass der letzte Bürgermeister hier wohl hauptverantwortlich war, dass Hüfingen eine Million bezahlen muss. Vielleicht schafft es ja unser neuer Bürgermeister hier noch etwas abzuwehren.

Hier gibt es die Beiträge dazu:

Beitrag vom 28. November 2020 von Andreas Hofmann

In Ergänzung zum Bericht von Heike Boeke möchte ich noch ein paar Bilder zur Lärmschutzwand in Hüfingen, die die B27 vom Wohngebiet Hohen II trennt, zeigen. Denn Bilder sprechen für sich und dann kann sich jeder einen eigenen Eindruck von diesem Schutzwall machen.
Denn zwischen dem, was in einer Gemeinderatssitzung im April 2017 vorgestellt wurde und dem, was dann letztendlich im März 2020 beschlossen wurde, liegen Welten. Um nicht zu sagen, das Eine hat mit dem Anderen nichts mehr zu tun.

So wurde die Lärmschutzwand im April 2017 vom RP Freiburg anläßlich einer Gemeinderatssitzung in Hüfingen vorgestellt. Die Unterlagen sind im Internet frei verfügbar
Die ursprünglich geplante Variante im Schnitt
Ansicht von der B27 her. Sicherlich um einiges ansprechender als das jetzige Bollwerk
Hier kann man deutlich sehen, dass die ursprüngliche Variante vom Wohngebiet her bepflanzt worden wäre.
Und das wurde jetzt daraus. Zumindest sieht es so aus, als ob es Richtung Wohngebiet doch noch einen kleinen Erdwall geben wird. Ob der allerdings viel verdecken wird, bleibt anzuwarten.
Die Lärmschutzwand in ihrer ganzen Pracht. Es hat schon etwas apokalyptisches, wie aus einem Science-Fiction-Film.
Das südliche Ende der Lärmschutzwand. Hier führt sie Richtung Westen zur B31 Richtung Freiburg.
Der Blick auf die Wand direkt von der ersten Häuserreihe aus gesehen.
Am südlichen Ende ist die Lärmschutzwand nur noch eine Mauer.

Insgesamt kann man sagen: Schön ist anders.
Oder war es der nicht ganz mißlungene Versuch, ein bißchen Stammheim-Feeling nach Hüfingen zu holen? Bleibt abzuwarten, ob nicht zumindest Richtung Wohngebiet noch etwas Grünes draus wird.

Rollstuhl-Check auf dem Hohen II

Weg endet auf Schutt und Wiese

Wer auf dem Hohen II wohnt, muss entweder direkt mit dem Auto weg oder halt sehr gut zu Fuß sein.

Eine Begehung vom Landratsamt, eine sogenannte „Verkehrsschau“, befand es vollkommen in Ordnung, wenn Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder auch Kinderwagen ohne starken Mann nirgends hin kommen. Abgeflachte Bordsteinkanten scheinen die Stadt vollkommen zu überfordern und damit kein Anwohner weiter als 10 Meter gehen muss, wird kurzerhand der komplette Gehweg für Fußgänger gesperrt und Gehwege enden in Schutthalden.

Hier ein kleiner Praxistest:

kleine Baustelle
also rüber
warum?
wieder rüber!
da steh ich nun
und was ist das?
geht ja vorbei
nur wohin? und wie?
und jetzt?
irgendwie
Berge von was-auch-immer
Gras drüber!
Gehweg endet im Parkplatz
geschafft!
verloren im Erdaushub
ratlos?
ist das giftig?

Von Banausen, Tüpflischisser und Zaunkönigen 

In Hüfingen spielen Gesetze, Kultur, Natur und auch Satzungen keine Rolle, wenn man zu einem bestimmten Dunstkreis gehört. Es werden Personen dafür gelobt, dem Natur- oder Denkmalschutz ein Schnippchen geschlagen zu haben; es werden Übertretungen bei Bedarf nachträglich vom Stadtrat genehmigt; es werden gar Straftaten erfolgreich vertuscht. Auf der anderen Seite werden Menschen erbarmungslos gegängelt und schikaniert, was immer das Gesetz so her gibt.

Hierzu will ich eine kleine Geschichte erzählen vom „Hohen Erweiterung“, wie das vergessene Hüfinger Baugebiet so schön heißt. Für dieses gibt es jede Menge Texte, Vorlagen und Regeln. Ein Teil davon ist im Bebauungsplan festgelegt und ein andere Teil im Grünordnungsplan.

Jetzt ist es so, dass der Grünordnungsplan eigentlich von der Stadt befolgt werden müsste und der Bebauungsplan gibt den Käufern der Grundstücke jede Menge Regeln.

Ob man die Regeln einzuhalten gedenkt, ist gleichermaßen im Ermessen des Käufers und der Stadt. Eine kleine Auswahl habe ich hier unten rein kopiert:

Man darf nach 4.1. also keine Zäune oder Mauern in Richtung Straße errichten!
cum quid prodigiosum videtur

Ist natürlich eine ziemlich blöde Regel, wenn man darüber nachdenkt. Aus diesem Grund halten sich manche gleich gar nicht dran, einige lassen es sich nachträglich genehmigen und eine letzte Gruppe will es sich genehmigen lassen und reicht vorher einen Antrag ein. Dieser wurde früher vom Bauausschuss meist genehmigt, heute nicht immer.


Dann steht da noch „Einfriedungen aus Thuja-Hecken oder anderen Koniferen sind nicht zulässig„.
Hier muss ich gestehen, dass ich für diese Regel durchaus Verständnis habe, da diese Pflanzen nicht heimisch sind, einen sehr hohen Wasserbedarf haben und giftig sind. Thuja ist nicht nur für Allergiker ein Gräuel auch für sämtliche Tiere und andere Pflanzen. Wobei der Klimawandel wird dieses Problem hoffentlich besiegeln.

Was nicht besser ist als Thuja und auch ein Sinnbild aller biederen Spießigkeit: Die ebenfalls verbotenen Schottergärten.

Bevor ich mit der Bilderstrecke ende, zum Schluß noch die Begrünungsregeln „Flachdächer von Garagen und Carports sind dauerhaft und flächendeckend mindestens extensiv mit einer Vegetationsschicht mindestens 10cm zu begrünen“ und ebenso „Garagenwände parallel zu Gehwegen sind zu begrünen.“


Update zur Lärmschutzwand für das Neubaugebiet Auf Hohen II in Hüfingen

Nachdem am 18. Juni 2020 im Südkurier ein Artikel erschienen war, in dem eine Fertigstellung der Lärmschutzwand für November 2020 in Aussicht gestellt wurde, habe ich mir gestern mal den Baufortschritt angeschaut.
Wie man auf den Bildern sehen kann, liegt das bereits gegossene Fundament bis kurz vor der Abzweigung Richtung Freiburg.
Wenn man also den Bebauungsplan ansieht, fehlt noch ein ordentliches Stück bis zum Ende der vorgesehenen Lärmschutzwand, die bei der Straßenmeisterei enden soll.

Bebauungsplan mit Lärmschutzwand
Das Areal innerhalb der roten Linie kennzeichnet den noch zu schaffenden Kinderspielplatz.
Das Fundament in Richtung Norden
Blick Richtung Süden auf Höhe der Abzweigung Richtung Freiburg

Ob diese Lärmschutzwand tatsächlich bis November steht wage ich zu bezweifeln. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Hoffen wir also auf weiterhin gutes Wetter und ein zügiges Vorankommen der Bauarbeiten.

Es tut sich was im Neubaugebiet Auf Hohen II

Nachdem ja bereits für Oktober 2019 angekündigt, aber dann doch nicht durchgeführt, wurde in der vergangenen Woche endlich die finale Asphaltierung der Max-Gilly-Straße durchgeführt. Die Arbeiten gingen zügig voran, so daß die Zufahrt nur 1,5-2 Tage gesperrt war. Das hat doch mal gut geklappt.

Außerdem werden auch seit letzter Woche die restlichen Gehwege fertiggestellt.

Hier war es allerdings notwendig, bei der Stadtverwaltung etwas nachzuhaken und am Ball zu bleiben.

Angefangen hatte alles damit, dass ich im Oktober 2019 eine Bürgersprechstunde beim Bürgermeister wahrgenommen hatte und dort das Problem thematisierte.

Mein ganz besonderes Augenmerk galt dabei dem nicht vorhandenen Gehweg zwischen der Landschaftsgärtnerei und dem Haus Nr. 1 in der Max-Gilly-Straße. 
Hier sieht man sich nämlich als Fußgänger gezwungen, in der eh schon recht engen Doppelkurve, den Fahrstreifen benutzen zu müssen. Dass dies ein nicht immer gefahrloses Unterfangen ist, wissen alle, die dort wohnen. 
Zunächst mußte ich dem Herrn Bürgermeister anhand einer Zeichnung erst mal erklären, von welcher Stelle ich überhaupt spreche. Nachdem das geklärt war und die widrigen Umstände von mir erläutert wurden, sicherte mir der Bürgermeister zu, dass er sich kundig machen wolle und mir dann Bescheid gebe, wann und wie dort verfahren werden solle.

Leider bekam ich bis zum Februar 2020 keine Antwort, weshalb ich mich veranlasst fühlte, eine umfangreiche E-Mail zu schreiben, um den Herrn an seine Zusage zu erinnern.

Leider blieb auch diese Mail unbeantwortet, so dass ich es für nötig hielt, diese Mail, mit einer entsprechenden Erklärung, an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates zu schicken. 
Endlich kam Bewegung in die Sache. Einige, nicht alle, der Fraktionsvorsitzenden setzten sich mit mir und der eine oder andere wohl auch mit dem Bürgermeister in Verbindung. Bereits am darauffolgenden Tag bekam ich eine Nachricht, dass der Bau des Gehwegs durch den Haushalt genehmigt sei und dieses Jahr vollendet werden solle.

In der Zwischenzeit wurden jedoch einige sogenannte „Mischzonen“ explizit als Parkflächen ausgewiesen, so dass man als Fußgänger noch früher auf die Straße ausweichen musste, wenn denn dort jetzt Fahrzeuge geparkt wurden.

Dies veranlasste mich wiederum, am 05. März 2020 zur öffentlichen Stadtratsitzung zu gehen, um in Erfahrung zu bringen, ob denn nun nur der Abschnitt zwischen Landschaftsgärtnerei und Haus Nr. 1, oder auch die restlichen, noch nicht vorhandenen Gehwege realisiert würden.

Ich gab zu verstehen, dass es ja wohl nicht sein könne, dass Fahrzeuge nun über das leibliche Wohl von Fußgängern gestellt würden und man doch solange es keine Gehwege gäbe, die Mischzonen den Fußgängern uneingeschränkt zur Verfügung stellen sollte.

Der Bürgermeister konnte mir anlässlich der Stadtratsitzung jedoch nicht beantworten, in welchem Umfang die Gehwege nun zur Fertigstellung heranstünden.

Seit letzter Woche wissen wir nun, aufgrund der begonnenen Bauarbeiten, dass alle noch nicht fertiggestellten Gehwege realisiert werden.

Dafür recht herzlichen Dank im Namen aller Bewohner des Neubaugebiets. 

Ein weiterer Punkt allerdings, der jedes Jahr immer wieder angesprochen werden muss, ist das Mähen der öffentlichen Grünflächen im Neubaugebiet. Hier insbesondere die Fläche um das Blockheizkraftwerk Auf Hohen am Ende der Hohenstraße. 
Wie in den zurückliegenden 3 Jahren auch, passiert hier erst etwas, wenn man über den „Schadensmelder“ auf der Homepage der Stadt Hüfingen das Mähen anmahnt, weil der Bewuchs teilweise, so geschehen im letzten Jahr, über einen Meter hoch war und das Aussamen der Gräser und Wiesenblumen es unmöglich machen, dass man Fenster oder Balkontüren offen lassen kann.

Zur Ehrenrettung des Bauhofes der Stadt Hüfingen sei gesagt, dass nach Meldung dann auch sehr schnell reagiert wird.


Aber ganz ehrlich lieber Bauhof, muß es denn sein, dass das immer erst nach Aufforderung geht? Es gibt doch bestimmt Arbeitspläne, in denen die durchzuführenden Arbeiten in einem gewissen Turnus gelistet sind. Dann nehmt doch bitte auch mal die angesprochene Grünfläche mit auf und wenn, dann auch nicht nur einmal pro Sommer!

Und wenn man dann schon ins Neubaugebiet fährt und dieses hoffentlich mit offenen Augen macht, dann würde man auch sehen, dass der Grünstreifen in der Max-Gilly-Straße, der die Fahrbahn vom Gehweg trennt, auch einen Schnitt nötig hätte. Das wurde aber wieder versäumt zu machen, obwohl dadurch für die dortigen Anwohner die gleichen Unannehmlichkeiten entstehen.

Alles in Allem ist es wohl in Hüfingen so, dass man immer erst auf etwas aufmerksam machen, oder durch nachfragen am Ball bleiben muss, dass sich etwas tut. 
In diesem Sinne bin ich gerne der unbequeme Stein im Schuh der Verwaltung. Und trotzdem lebe ich, als Zugezogener, gerne in Hüfingen.

In diesem Sinne liebe Stadtverwaltung: Motivation durch Betroffenheit!

Der vergessene Stadtteil Teil II

Ich möchte dem geneigten Leser nicht vorenthalten, wie die Stadt Hüfingen auf Vorschläge reagiert hat das Parkproblem doch noch sinnvoll zu lösen. Beigefügt der Schriftverkehr mit dem Bauamt und dem Bürgermeister von Hüfingen:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister , sehr geehrtes Bauamt,

wir haben heute Morgen, nachdem wir bereits seit Montag von Bauarbeiten überrascht wurden eine Information in unseren Briefkästen vorgefunden.

Immerhin noch vor dem Zeitpunkt der Vollsperrung – Gratulation. Sicherlich ist der Belag nicht unbedingt die Prio 1 in dem Wohngebiet. Da gibt es wesentlich dringendere Aufgaben – aber gut, er muß wohl gemacht werden. Nur bitte mit etwas mehr Ideenreichtum für die Bewohner des Hohen II!

Mir ist nämlich schleierhaft wie und wo PKWs aus 7 großen Wohnblocks und 4 Einfamilienhäuser alleine aus meinem direkten Umfeld parken sollen ohne andere Einfahrten zu blockieren. Wenn ich die Anzahl der Miet- und Eigentumswohnungen in meinem Umfeld hochrechne komme ich auf annähernd 100 Autos und das nur von der Kurve bis zum letzten Mehrfamilienhaus an der Straße. Was danach noch kommt entzieht sich meiner Kenntnis. Unten den Häusern sind großräumige Tiefgaragen!

Wir reden also nicht von ein paar PKWs, die irgendwo in den Seitenstraßen untergebracht werden könnten. Zudem appelliert der Verfasser dieser Information an uns, das doch bitte Bewohnern, die schlecht zu Fuß sind der Vorrang bei nahen Parkmöglichkeiten gegeben werden sollte. Ein netter Appell wenn man wüsste um welche Bewohner es sich handelt da das Wohngebiet alleine durch die Größe  durch Anonymität geprägt ist  im Gegensatz zu manch Kleingartenanlage .

1.       Warum gibt die Stadt dann nicht frühzeitig an betroffene Personenhaushalte die ältere Bewohner einen Ausweis aus und markiert die dafür vorgesehenen Plätze?

2.       Warum wird z.Bsp. nicht beim Bauhof an der Ecke das Tor geöffnet – da die Saison vorbei ist und dort eine erhebliche Menge an Parkmöglichkeiten bestände?

3.       Warum wird der Gartenbau nicht gebeten evtl. ein paar Parkmöglichkeiten zu ermöglichen – natürlich auf Kosten der Gemeinde?

In der Hoffnung auf eine noch rechtzeitig realisierte Alternative  als direkter Anlieger

Nach Erinnerung doch bitte auf meine Mail zu reagieren nun folgende Antwort der Stadt:

„Vielen Dank für Ihre Vorschläge. Allerdings wurde die Maßnahme so geplant, wie Sie auch den genauen Informationen entnehmen können. Diesen Planungen können nicht ausgewichen werden.Es wurde den Anliegern durch geschotterte Wege gewährt, dass sie Zugang zu ihren Wohngebieten erlangen.Die Vollsperrung findet zweieinhalb Tage statt. Deshalb bitten wir um Geduld.

Es bleibt also allen Betroffenen selbst Ideenreichtum an den Tag zu legen. Legen Sie doch einfach die nette Baustelleninfo hinter ihre Windschutzscheibe mit dem Hinweis: Bitte haben Sie Verständnis und Geduld. Ich parke bald wieder woanders.

Der vergessene Stadtteil

Dem kundigen Thebaner unter den auf Hohen II wohnenden Bürgern wird es nicht verwundern, dass die einstmals so heroisch angekündigte Integration des genannten Gebietes in die Stadt Hüfingen (Einbeziehung und Eingliederung in ein größeres Ganzes) nur ein Lippenbekenntnis des Bürgermeisters von Hüfingen war und wohl auch bleiben wird.

Für die Unkundigen unter unseren Lesern zum Verständnis! Wer den Weg über die Schaffhauser Straße, die mit schön angelegte Blumenrabatten und gepflegte Bäumchen gesäumt ist in Richtung Wasserturm  nimmt und zufällig linker Hand in die Sackgasse dieses nur durch eine kümmerliche Straße erreichbaren Gebietes gerät, kann sehen, was das Wort Integration für unseren Bürgermeister tatsächlich bedeutet.

Hohen II, eine für die Stadt lukrativ vergoldete Brache an einer bald vierspurigen Bundesstraße, nur durch eine irgendwann bis zu sieben Meter hohe graue Betonwand getrennt ist erreicht. Dort begrüßen sie gleich zu Beginn locker hingeworfene Erdhaufen, fristen  ein  paar durch die Stadt gepflanzten Bäume ihr tristes Leben immer kurz vor dem Tod, lagert manch Bauherr seit  Jahren seine Müllhalden von rechts nach links, werden nur bedingt die in der übrigen Stadt festgelegten Regeln eingehalten, weil der Ordnungsdienst wohl des Weges unkundig ist,  runden Schottergärten den allgemein staubigen Eindruck ab, verziert Müll die gärtnerisch angelegten Grünstreifen und die von der Stadt längst anzugehenden Arbeiten  schlummern im Dornröschenschlaf und warten wohl noch auf den Kuss eines Prinzen.

 Im Winter kein Winterdienst, im Sommer durch Lastwagen staub-getränkte Landschaft. Die Häuser stehen dicht an dicht, sodass der Pups des Nachbarn vermutlich im Nebenhaus seinen Nachhall findet und die Abstände der Häuser gerade so viel Platz lassen, dass die Wände nicht feucht werden. Der Duft zahlloser Grillstationen wabert durch die Lüfte.

In diesem unfertigen, tristen und beton- schwangeren Gebiet, in dem weiter noch große Bauvorhaben anstehen hat die Stadt nun entschieden  mal so zwischendurch ohne Vorwarnung wohl den Feinbelag auf die einzige in das Wohngebiet führende Straße aufzubringen und auch gleich noch ein paar Auffahrten abzufräsen und Löcher aufzureißen. Man fährt morgens raus – weil nicht jeder im Home Office arbeiten kann, kommt abends zurück und : Surprise Surprise.

Wie gedenkt die Stadt denn die Bürger dieses Gebietes zu informieren? Mit dem Motto ein flink aufgestelltes Verbotsschild ist Information genug und die gefühlten 400 Autos werden schon irgendwo im schönen Hüfingen ein Plätzchen zum Parken finden beweisen die Stadtoberen mal wieder ihre eklatante Unkenntnis und ihr Desinteresse an Hohen II. Es reicht nicht nur dort aufzutauchen, wenn Wahlvolk an die Urne eilen soll!

Wenn die Stadt schon von vermutlich einer nicht unerheblichen Grundsteuer profitiert sollte sie doch in der Lage sein geordnet eine Baumaßnahme einzuleiten damit die dort lebenden Bewohner sich darauf einstellen können und zudem Möglichkeiten schaffen während dieser Zeit der arbeitenden Bevölkerung  Ausweichplätze für PKWs zur Verfügung zu stellen. Oder leben wir hier gänzlich im wilden Westen?

Und sie Herr Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder sollten sich nochmals an die getätigten Versprechen erinnern, die an uns gegeben wurden. Sie sitzen deshalb dort wo sie sitzen, weil sie aufgrund ihrer Versprechungen gewählt wurden.

Also lieber Bürgermeister und Gemeinderat an die Arbeit!

Kleine Anmerkung zum Schluss: Offensichtlich wurde Dornröschen heute sanft geküsst und immerhin der noch offene Bürgersteig wird wohl angegangen. Es gibt aber noch weitere Aufgaben, die angegangen werden sollten.

Kolumne Heike Boeke

Hohen II

Es ist schon interessant, wie viel Platz es in der Zeitung bedarf, um ausführlich zu erklären, warum etwas in dem am Stadtrand Hüfingens gelegenen Neubaugebiet auf Hohen II nicht funktioniert. Wie wäre es denn einfach einmal zu schreiben, was bis wann erledigt wird. Das würde Platz sparen und wäre vor allem eine gehaltvollere Leselektüre als das, was ich am Samstag im Südkurier lesen durfte.

Das Baugebiet wird seit Jahren von der Stadt ignoriert was Infrastruktur, Grünflächen, Schneeräumdienst und Kinderspielplatz betrifft. Wohl dem, der erst jetzt sein Haus dort gebaut hat, wo vorher Brachland lag. Wobei es mir völlig unverständlich ist, warum dort überhaupt noch gebaut wird, nachdem klar ist, dass wir von einer bescheidenen Lärmschutzwand abgeschirmt (vielleicht gebaut Ende 2020) knapp hinter einer vierspurigen Schnellstraße leben werden. Aber gekauft ist halt gekauft und die einzigen, die jubeln sind die Verkäufer – also die Stadt Hüfingen. Nur sollte sie sich dann auch um die Bewohner und ihre Bedürfnisse in gebotenem Maße kümmern und die vom Land und von der Baubehörde aufgestellten Regeln durchsetzen – auch wenn sie nicht zuständig ist.

In das Baugebiet führt eine einzige Straße, zudem noch mit einer beabsichtigten oder unbeabsichtigten engen Kurve. Wenn es dort mal brennt möchte ich nicht wissen, wo die Feuerwehr stecken bleiben wird. Auf Plätze, die als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet sind werden weiter fleißig Autos geparkt, vorzugsweise direkt unter dem Verbotsschild. Auch Appelle an die Autobesitzer verrauchen. Auch die Sanierung des zur Stadt gehörenden maroden Vorplatzes vor der Hausnummer 5( vom Schwerlastverkehr gequält), die versprochen war, bleibt wohl ein Versprechen. Gehwege enden im Nirwana, Grünanlagen und gepflanzte Bäume kümmern vor sich hin. Bäume, die so ideal von der Stadt gepflanzt wurden, dass sie nun die Einfahrten der Häuser blockieren, werden einfach gefällt und nicht mehr ersetzt. Noch weniger Grün in der Betonwüste. Schottergärten zieren die Vorgärten obwohl verboten, Plätze die der Stadt gehören werden im Winter nicht geräumt, genauso wie die Straßen auf Hohen II. Der Kinderspielplatz wird an einem Ort gebaut, wo sich dann allenfalls bierselige Jugendliche allabendlich treffen werden , aber ganz gewiss keine Kinder spielen werden. Ich könnte die Liste auf Unendliches ausweiten. Nur Lösungen, die werden nicht geboten. Wenn die Stadt schon eine nicht unerhebliche Summe an Grundsteuer von den Bewohnern des Gebietes einnimmt, wäre es ihrerseits eine Verpflichtung sich auch darum zu kümmern und nicht vollmundig zu erzählen, warum was nicht geht und wer daran die Schuld trägt.

Ich würde mir daher für den nächsten Zeitungsartikel eine To do Liste mit nebenstehendem Termin der Umsetzung wünschen. Das würde uns alle im Neubaugebiet auf Hohen II erfreuen. Und übrigens reicht es auch nicht ein Zettelchen in den Briefkasten zu werfen, wenn die einzige Straße, die in das Wohngebiet führt für einen Tag gesperrt wird, um den Feinbelag aufzubringen. Auf dem Zettel sollte dann zumindest stehen, wo es Parkmöglichkeiten für die Menschen, die dort leben geben wird und es sollten vor allem die großen Bauvorhaben abgeschlossen sein, damit die Baufahrzeuge die Straße dann nicht wieder beschädigen. Die Stadtplaner werden ja hoffentlich noch wissen was bis wann dort noch gebaut wird. Bis dahin wäre es ein Leichtes manche Auffahrt statt mit Bohlen mit etwas Asphalt abzufedern, wenn schon alles andere noch lange auf sich warten lässt.