Hieronymus Kapitel 2

Hieronymus Kapitel 2

8. Oktober 2020 0 Von Hannah Miriam Jaag

Häusliches Stilleben -Sagen und Geistergeschichten
Die Heimatlosen

Zweites Kapitel in unserer Podcast Reihe, gelesen aus dem Hieronymus von Lucian Reich:

Die “wahre” Geschichte um den Stierschädel ist in der ersten Auflage nicht zu finden. Wahrscheinlich war es damals noch vielen bekannt, dass der Stierschädel “der trefflich geeignete Bannungsort für schadenfrohe, Viehkrankheiten verursachende Hauskobolde war. “

Die Sage vom “Schnufer” und Mareile in der Pfohrener Entenburg hingegen ist in der ersten Auflage besser erklärt.
So verspricht der Oberbure Kasper der Mareile einen neuen Gürtel mit Bändel, wenn sie sich traut nachts an der Entenburg ihre Spindel ins Schlüsselloch zu stecken. Als sie nicht zurück kommt suchen die jungen Leute Mareile und finden sie ohnmächtig im Gras liegen. Mareile kann ihnen nicht mehr erzählen, was los war und stirbt drei Tage später. Die alte Frau im letzten Haus, sagt gehört zu haben: >drei Tag und drei Nächt, da schwätze mer mit enander<.

Der “schwarze Ritter am Fürstenberg” der sich vor Unwetter zeigt, wird nur in der zweiten Auflage besprochen.

Auch die Geschichte der “Schlange mit der goldenen Krone” die es in der Breg gibt, wird nur in der zweiten Auflage besprochen.

Ebenso dass “s` Wildheer mit Fuhrwerken und Strohschneiden auf der Bühne sich hören läßt” bevor ein Krieg ausbricht, gibt es nur in der von Lucian Reich überarbeiteten Version. Wobei, ich persönlich mit der Beschreibung nichts anfangen kann. Auch die Geschichte vom Kolmeweible in seiner grüne Jüppe und dem gelbe Strohhut, bleibt wohl ein Rätsel.

Die Geschichten vom Schützeklaus in Waldau und St. Peter, dem Rampegeist in Furtwangen, der Geißemäckeler bei St. Märgen und Neukirch, dem Bodewälder bei Rohrbach und allen voran der Hollohoh, einem recht wilden Gespenst am Schellebergerwald, all diese Geschichten müssen wohl noch aufgeschrieben werden.

Am Ende des Kapitels treffen wir zum ersten Mal auf die Jenischen. Lucian Reich nennt sie Landfahrer und bezeichnet nur ihre Sprache als Jenisch. Weiter im Buch wird er ihnen noch ein ganzes Kapitel widmen. Die Verfolgung der Landfahrer beschäftigte ihn sehr und er beschreibt ihr Leben in der Region (Schweiz/Baar/Schwarzwald/Elsass), wohl ahnend, dass dem bald ein Ende ist.

Wir freuen uns über mehr Erkenntnisse zu diesem Podcast in den Kommentaren!

Ich wünsche allen viel Freude beim Anhören des Podcasts und habt bitte Nachsicht mit meinem “Gestammle”, ich bin Wissenschaftlerin und immer noch des amerikanischen besser geläufig, als des allemanischen des vorletzten Jahrhunderts.

Bachweber liest vor


Mehr zum Hieronymus gibt es hier: