Geschichte der Zone 30 in Hüfingen

Gemeinderatssitzung am 24.10.2024 um 21:20 Uhr

Wow, das war eine super Rede vom CDU Fraktionssprecher! Alle die nicht hier waren, haben etwas verpasst.

Die Rede war in etwa so: „Wir behandeln erneut etwas das genau vor 10 Tagen zum tragen kam. Von heute geht eine Signalwirkung aus – es geht um die Würdigung einer demokratische Entscheidung. Diese CDU Fraktion möchte politisch glaubwürdig sein und solche Manöver finden keine Unterstützung bei uns und wir lehnen den Antrag geschlossen ab.“

Dann gab es doch tatsächlich eine Enthaltung bei der CDU. Ansonsten hatte ich unten Recht und hole mir jetzt meine Banane.

Beitrag vom 23.10.2024 Hannah Miriam Jaag

In der Gemeinderatssitzung am 24. Oktober 2024 wird also über den Antrag der „bevormundeten“ Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) abgestimmt.

Die Männer wollen, dass die Beschlüsse des Gemeinderates vom vom 29.02.2024 und vom 29.09.2022 zum Lärmaktionsplan Stufe 4 rückgängig gemacht werden.

Für die Abstimmung werden noch Wetten angenommen! Ich tippe auf 17 Stimmen für die Beibehaltung von Tempo 30 und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!

Hochstraße mit neuem 30er Schild

Neue 30er Zonen seit 14. Oktober 2024

Beitrag vom 10.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Seit Montag 14.10.2024 ist auch in der Hauptstraße, Bräunlinger Straße, Dögginger Straße, Schaffhauser Straße, Hochstraße und Donaueschinger Straße Zone 30!

Der im Februar vom Gemeinderat beschlossene Lärmaktionsplan Stufe 4 wird umgesetzt:

  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung


Von Männergruppe angefochtener Gemeinderatsbeschluss für Tempo 30 in Dauerschleife – Wetten werden bis am 24.10.2024 um 17:00 Uhr angenommen!

Beitrag vom 9.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) fühlt sich „bevormundet“ wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt. Deswegen soll über Zone 30 nun wohl jedes halbe Jahr neu abgestimmt werden, damit sie durch Hüfingen nach Hause in ihre Ortschaften rasen können ohne Strafzettel oder gar einen Punkt zu kassieren.

Am 24. Oktober soll vermutlich wieder abgestimmt werden, ob die Zone 30 zurück gebaut werden soll.

1. Abstimmung am 29.09.2022 – 12 Stimmen für Tempo 30, 6 dagegen
2. Abstimmung am 29.02.2024 – 11 Stimmen für Tempo 30, 8 dagegen
3. Abstimmung am 24.10.2024 – es werden noch Wetten angenommen!

Ich tippe auf 17 Stimmen dafür und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!


Obwohl Tempo 30 final durch ist, wird es durch die Männergruppe aus den Ortschaften blockiert

Beitrag vom 26.09.2024 Hannah Miriam Jaag

Da stand heute im Hüfinger Boten, dass sich die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) „bevormundet“ fühlt, wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt.
Witzig, was sollen da die Hüfinger Frauen dazu sagen? Nicht nur werden wir schon routinemäßig bevormundet, jetzt kommen auch noch Männer aus den Ortschaften mit ihren bequemen 30er Zonen und wollen über die Kernstadt bestimmen. Hauptsache ihre Kinder sind sicher, was schere ich mir um andere?

In guter FDP Manier, gegen Fortschritt und für die 1950er. Da ist man schon fast froh, dass uns die CDU-Männer beschützen.
Was in Hüfingen so alles nötig ist…

Tempo 30 ist final durch!

Beitrag vom 29.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Um 19:52 der angeblich finale Beschluss:

Ja 11 Stimmen
Nein 8 Stimmen und keine Enthaltung

Die Stimmenverteilung ist fast wie die letzten Male, nur dass das Freie Forum jetzt eine Stimme mehr hat. 

Die Fraktion des Freien Forums findet dass „nur Häuser in der Hauptstraße lägen an der Straße“ und in Durchgangsstraßen dürfe man nicht eingreifen und es gäbe noch jede Menge andere Lärmaktionspläne, denen würde man vorgreifen, um Tatsachen zu schaffen. Ansonsten war man sich einig mit dem CDU Fraktionssprecher.

Dies wurde beschlossen:

Der Gemeinderat beschließt den Lärmaktionsplan der Stadt Hüfingen

  • Festsetzung einer ganztägigen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h aus Lärmschutzgründen als Sofortmaßnahme für folgende Bereiche der Stadt Hüfingen:
  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung
  • Anregung zur Umsetzung von flankierenden Maßnahmen zur Anzeige und Kontrolle der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Danke, Herr Bürgermeister!


Tempo 30 verzögert sich, weil das Landratsamt bremst

Beitrag vom 28.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Obwohl es am 29. September 2022 einen Gemeinderatsbeschluss hierzu gab, hat der Landrat und das Landratsamt gegen diesen angekämpft. Im November 2023 gab es hierzu einen offenen Briefwechsel von Ursula Albert mit dem Landrat.

Am 29. Februar 2024 soll in der Gemeinderatssitzung erneut hierüber abgestimmt werden. Es wird spannend werden, ob jetzt im Wahlkampf vielleicht doch einige Stimmen kippen.

Tempo 30 wird vom Gemeinderat beschlossen

Beitrag vom 29. September 2022 um 21:09 Uhr Hannah Miriam Jaag

Der Hüfinger Gemeinderat hat heute gegen die Simmen der FDP/FW/UWV Fraktion und zwei Männer der CDU beschlossen, dass in Hüfingen Innenstadt eine Zone 30 eingerichtet wird.

Gemeinderatssitzung vom 29.09.2022 Peter Albert

Es ist Gemeinderatssitzung kurz vor 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Viele betroffene Anwohner der Hauptverkehrsstraßen von Hüfingen sind gekommen. Der Sitzungssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es liegt ein kleiner Hauch von Aufbruchstimmung in der Luft. An diesem Abend soll beschlossen werden, inwieweit in Zukunft die Geschwindigkeit in der Haupt-, Donaueschinger, Schaffhauser, Dögginger, Bräunlinger und Hochstraße von 50 km/h auf 30 km/h reduziert werden soll. Alle sind gespannt, wie die verschiedenen Gemeinderäte*innen argumentieren werden. Unter TOP 5 „Beschlussfassung des Lärmaktionsplanes“ eröffnet der Bürgermeister, nachdem die Erläuterungen vom Projektleiter des Büro Rapp Trans AG allen Anwesenden den Sachstand erklärt hatte, die Diskussion innerhalb des Gremiums. Das Für und Wider von Temporeduzierungen wird erörtert. Zuerst beziehen die Fraktionssprecher*in Stellung. Für die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION spreche ich, unter anderem auch in meiner Eigenschaft als Vertreter der betroffenen Anwohner*innen. Hier mein Redebeitrag:

Grundsätzlich möchte ich zuerst einmal folgendes sagen:

Es ist immer wieder verblüffend, wie Mitglieder dieses Gremiums, welche an ruhigen Stellen in Hüfingen wohnen, denjenigen Betroffenen, die an verkehrsreichen Straßen leben, deren Widrigkeiten schönreden.

Herr Wahl und seine Mitarbeiter*innen, haben es in ihrem Bericht trefflich formuliert:

„Hüfingen ist von Umgebungslärm betroffen, da das Gemarkungsgebiet entlang der B 27, der B 31 und der L 171 mit hohen Verkehrsmengen belastet ist. Ebenfalls ist die Stadt vom Verkehrslärm der L 181, sowie der Hochstraße betroffen.“

In unserer Stadt wurde jahrelang in Sachen Verkehrsbelastung nicht, oder nur ganz wenig gehandelt. Die Aufenthaltsqualität lässt sehr zu wünschen übrig! Es ist nun an der Zeit, dass endlich etwas geschieht!

Viele Gemeinden sind uns weit voraus.

Was die Verkehrsmengen angeht, möchte ich auch auf meine Hinweise im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der betroffenen Anwohner*innen in der Festhalle am 5. Juli zurückkommen.

Es wird immer versucht, die 8200 Bewegungen am Tag, welche 3 Millionen im Jahr entsprechen, zu unterschreiten. Dies ist eine magische Zahl.

Die Stadt Hüfingen hat in den vergangenen Jahren des Öfteren Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Dabei wurden die Fahrzeuge auch gezählt. Die Ergebnisse wurden stets im Hüfinger Bote veröffentlicht. Dabei fällt auf, dass die dort gemessenen Verkehrsbewegungen erheblich höher sind, als die Ergebnisse, welche dem beauftragten Büro vorgegeben wurden. Ich habe drei Messungen näher betrachtet: Es handelt sich dabei um eine Zählung im Jahr 2015 und um zwei Zählungen aus dem Jahr 2017.

Dabei wurden durchschnittlich 10.204 Fahrzeugbewegungen registriert!

Das Ehepaar Hildegard und Bruno Eichinger, welche an der Schaffhauser Straße wohnen, haben sich im Jahr 2017 die Mühe gemacht und in „14 Stunden“ 11.543 Fahrzeuge gezählt.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass durch Akkuwechsel oder sonstige Unterbrechungen der städtischen Zählungen, nicht alle Fahrzeuge in den Messzeiträumen erfasst werden. Auch der Kolonnenverkehr, der recht häufig vorkommt, ist problematisch.

Die Fehlerquelle liegt bei ca. 10 %. Dies trifft auch auf die Zählungen der dauerhaften Messstellen zu. Diese Dinge sollten unseres Erachtens mitberücksichtigt werden. Die fest installierte staatliche Messstelle für die L 181 – Bräunlinger, Schaffhauser und Hochstraße betreffend – liegt weit außerhalb bei Bräunlingen. Ich möchte alle Ratsmitglieder auffordern, gemeinsam endlich für Verbesserungen einzutreten.

Der Verwaltungsvorschlag, auf allen der sechs vielbefahrenen Straßen Tempo 30 einzurichten, wird auf Antrag aus dem Gemeinderat vor der Abstimmung aufgedröselt, so dass über jede einzelne Straße abgestimmt werden muss. Am Ende gibt es für alle sechs Straßen eine klare Mehrheit für die Temporeduzierung. Unter den Zuhörer*innen macht sich Erleichterung und Freude breit. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, da letztendlich die untere Verkehrsbehörde, welche im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises angesiedelt ist, dem Verlangen der Stadt Hüfingen noch zustimmen muss.

Der Ordnung halber sollte auch erwähnt werden, dass im Frühjahr die Fraktion BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION den Antrag auf Temporeduzierung auf der Donaueschinger bzw. Hauptstraße und einem Teilabschnitt der Schaffhauser Straße gestellt hatte, welcher durch das Verfahren des Lärmaktionsplanes aber zurückgestellt wurde.

Lärmaktionsplan Stufe 4 – Elke Zimmer in Hüfingen

Beitrag von Wiltrud Siegfried am 24. April 2024

Beim Ortstermin am 19.04.2024 mit Elke Zimmer, Staatssekretärin im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, und Martina Braun, Landtagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen, stellte der Bürgermeister den aktuellen Lärmaktionsplan Stufe 4 und dessen Maßnahmen vor. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h ganztags ist vorgesehen auf der L 171 Dögginger Straße, auf der L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße, auf der L 181 Schaffhauser Straße, auf der Hochstraße und auf der L 181 Bräunlinger Straße. Die Umsetzung der Geschwindigkeitsreduzierung erfolgt durch das Straßenverkehrsamt beim Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis. Im nächsten Schritt wird eine Verkehrsschau stattfinden, bei der die Straßenabschnitte begangen werden und die notwendige Beschilderung festgelegt wird. Die Stadt Hüfingen hat dazu in der vergangenen Woche das Straßenverkehrsamt angeschrieben und um eine Terminvereinbarung gebeten.

Darstellung aus dem Bericht der Rapp AG nach Beschlussfassung des Lärmaktionsplans Stufe 4 am 29. Februar 2024. Die grün markierten Streckenabschnitte sind mit Tempo 30 ganztags geplant.

Zudem wurde im Lärmaktionsplan festgelegt, dass bei anstehenden Belagserneuerungen ein lärmoptimierter Fahrbahnbelag eingebaut wird. Auch ruhige Gebiete wurden im Rahmen des Lärmaktionsplans untersucht, um sie vor „weiterer Verlärmung, insbesondere durch Verkehrswege oder Gewerbeansiedlungen, zu schützen.“

Der zweite Teil des Besuchs von Elke Zimmer und Martina Braun fand in den Enoteca Bel Nini statt. Frau Zimmer berichtete über die Ideen des Verkehrsministeriums, um die Klimaziele für das Jahr 2030 zu erreichen. Die Einführung des Landesmobilitätsgesetzes wird die gesetzliche Grundlage schaffen für verschiedene Instrumente der Kommunen. Hierzu gehören die Möglichkeiten einer Citymaut, eines Mobilitätspasses und On-Demand-Mobilität, also klimaneutrale Fahrangebote auf Bestellung, die von den Gemeinden ausgestaltet werden können.


Diskutiert wurden anschließend die Lärmbelästigung durch die Bundestraßen, die Hüfingen flankieren, Möglichkeiten zur besseren Nutzung des ÖPNV und zur Unterstützung des Fußverkehrs. Dabei ist mir aufgefallen, dass persönliche Empfindungen unsere Meinung mitunter stark prägen. Als Fazit kann ich festhalten: Veränderungen erfordern Geduld. Uns Menschen fällt es schwer, Gewohnheiten aufzugeben. Bei Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ganztags empfiehlt Elke Zimmer daher auch, die Verkehrsteilnehmer mit großen Bannern auf die Neuerung hinzuweisen, damit sie wahrgenommen wird.

Übrigens: Zur Schaffung der Infrastruktur für die Verkehrswende stehen den Kommunen in Baden-Württemberg mit dem Landesgemeindefinanzierungsgesetz diverse Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Hier gibt es also finanzielle Unterstützung.

Lärmaktionsplanung der Stadt Hüfingen

6. Juli 2022 Ursula Albert

Anhörung zur frühzeitigen Beteiligung der Bürger*innen.

Am Dienstag, den 5. Juli 2022 fand um 18:00 Uhr in der Hüfinger Festhalle die Anhörung der frühzeitigen Beteiligung der Bürger*innen zur o.g. Aktion statt.

Von Seiten der Stadtverwaltung waren der Bürgermeister, der Hauptamtsleiter und der Bauamtsleiter anwesend. Frau Hesse und Herr Wahl vom Büro Rapp, welches mit der Durchführung des Lärmaktionsplanung beauftragt ist, moderierten den Abend. Rund 30 interessierte und betroffene Bürger*innen, die an den verkehrsreichsten Straßen von Hüfingen wohnen, verfolgten aufmerksam die Ausführungen von Herrn Wahl und brachten sich durch Stellungnahmen und in der anschließenden Diskussion ein.

Die vom Büro Rapp vorgeschlagene Maximallösung wurde von allen Anwesenden positiv aufgenommen. Diese Lösung beinhaltet im Wesentlichen die Herabsetzung des Tempos auf den folgenden Straßen: Haupt- und Donaueschinger Straße, Bräunlinger und Schaffhauser Straße sowie Dögginger- und Hochstraße. Das Ergebnis wäre deutlich weniger Lärm, mehr Verkehrssicherheit vor allem für Fußgänger und Radfahrer und letztendlich für alle Hüfinger*innen ein Gewinn an Lebens- und Aufenthaltsqualität.

Zu Irritationen führte allerdings ein separates vorangegangenes Gespräch mit Firmeninhaber*innen zum gleichen Thema. Der Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Hüfinger Außerstadt (Süden) hob hervor, dass es beim Lärmaktionsplan weniger um Befindlichkeiten der Gewerbetreibenden ginge, sondern schlicht und ergreifend um jedwede Maßnahme, die zur Verkehrslärmminderung und damit zum Schutz der betroffenen Anwohner*innen ginge. Auch bemängelte er, dass die Verkehrszahlen von der Stadt Hüfingen zur Verfügung gestellten Messungen nicht stimmen können. Er forderte die Verantwortlichen auf, die Zahlen näher zu belegen. Dieser Aufforderung allerdings konnten die Verantwortlichen an diesem Abend nicht nachkommen, da genaue Quellenangaben fehlten.

Des Weiteren wurde vom Sprecher kritisiert, dass bei der Neugestaltung der Schaffhauser Straße kein Flüsterasphalt in Betracht gezogen wurde. Der Bauamtsleiter merkte an, dass offenporige Beläge erst abTempo 80 km/h wirksam seien und der lärmmindernde Belag nur ca. sieben Jahre hielte. Doch Herr Wahl konnte diesen Vorbehalt aus dem Weg räumen, da es geschlossene Beläge gäbe, die effektiv bei geringeren Geschwindigkeiten zur Lärmminderung beitrügen und als weiterer Vorteil die kaum wesentlich teuereren Herstellungskosten anderer Beläge gegenüber nennen. Er wies auch daraufhin, dass ein Lkw 20 mal so viel Lärm verursacht wie ein einzelner Pkw; dies im Hinblick auf den Schwerlastverkehr.

Herr Wahl brachte abschließend zum Ausdruck, dass sein Büro bereits eine Vielzahl von Gemeinden auf dem Weg zur Lärmminderung beraten und begleitet habe und dass das Ergebnis dieser Arbeiten war, dass diese Gemeinden mit der Einführung von Tempo 30 sehr zufrieden seien. Unterlegt wurde dieser Erfolg durch zahlreiche Presseberichte.

Es wurde von den Anwesenden bemängelt, dass bei der Einführung des Lärmaktionsplans vor fünf Jahren keine entlastenden Maßnahmen vom Gemeinderat und damaligen Bürgermeister beschlossen wurde.

An diesem Abend waren sechs Vertreter*in des Gemeinderats anwesend.

Bedauerlich war, dass die einzig anwesende Gemeinderätin, die sogar in der Nähe der viel befahrenen Schaffhauser Straße wohnt, sich nicht in die Diskussion mit einbrachte.

Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen wird nach der Sommerpause über dieses zukunftsweisende Thema, welches uns alle betrifft, beraten und endgültig darüber entscheiden müssen.

Tor etwa 1950
Foto: Karl Schweizer

Was ist Lärm?

Manche definieren Lärm mit dem Krähen eines Hahnes, dem Klingeln von Kuhglocken oder dem Läuten von Kirchenglocken. In Hüfingen jedoch wäre man froh, wenn es nur diese Art von „Lärm“ wäre, der keiner ist.

Viele Bürger zeigen sich besorgt über den steigenden Verkehrslärm in und um Hüfingen. Auch die Lärmschutzmauer erfüllt nicht die Erwartungen, die den Bewohnern des Hohen II versprochen wurden, denn eine am Bauhof klaffende Lücke sorgt dafür, dass der Verkehrslärm weiter in das Wohngebiet schwappt. Auch die Schaffhauser Straße und die folgende Hauptstraße ist lärmgeplagt. Wie schön wäre es, wie in dem kleinen Teilort Mundelfingen beschlossen, wenn es auch Hüfingen schafft 30er Zonen einzuführen. Doch unser Bürgermeister scheint auf dem Ohr taub zu sein.

Selbst in bestehenden 30erZonen gibt es zudem immer noch Bürger, denen es völlig egal ist, ob Mittagszeit, Nachtzeit oder Normalzeit herrscht.30 scheint für sie nur ein Vorschlag zu sein. Zudem haben manche der Statussymbole einen Klang, der einem startenden Düsenjet ähnelt, wenn sie mit viel Lärm aus den Garagen bugsiert werden, zum Leidwesen der Nachbarn.

Lärm ist erwiesenermaßen gesundheitsschädlich. Nicht nur Grundstücke verlieren ihren Wert auch der Mensch sein Gehör.  Lärm löst Stress aus mit allen sich daraus ergebenden negativen Folgen für den Menschen.

Wie kann eine Stadt, die ein ökologisches Siegel trägt diesen Zustand weiter einfach dulden? Wo hört das Verständnis auf? Wann unternimmt der Gemeinderat etwas gegen die für einige Hüfinger Bürger unerträglichen Zustände?

Ich hoffe, dass bei der letzten Gemeinderatssitzung die Alarmglocken geschrillt haben und es nicht bei warmen Worten des Verständnisses bleibt, sondern Taten folgen werden.

Lärmaktionsplanung

27. Juli 2021 von Bruno und Hildegard Eichinger – Anlieger der Schaffhauser Straße

Bei der Vorstellung des Sachstandes zur Lärmaktionsplanung 2015 wurde durch das Büro Möhler u. Partner festgestellt, dass in Hüfingen viele Bürger gesundheitlich bedenklichem Lärm ausgesetzt sind. Als sinnvolle Maßnahme wurde zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung geraten. Ein Tempolimit von 30 km/h auf Durchgangstraßen würde eine Reduktion des Lärms von 2 – 3 dB bringen. 3 dB weniger bedeuten eine Halbierung des wahrgenommenen Lärms.

Leider wurden die erhofften Tempo-30-Zonen auf sämtlichen Durchgangsstraßen von der Mehrzahl des Gemeinderates abgelehnt. In Aussicht gestellt wurde aber laut Zeitungsbericht vom 15.02.2015 die Schaffhauser Straße nach Beendigung der Baumaßnahmen für Tempo 30 vorzubereiten.

Während der 6 monatigen Bauzeit konnten wir Anwohner endlich einmal die Abendstunden und die Wochenenden ohne anhaltenden Verkehrslärm erleben, die Ruhe im Garten genießen, bei geöffnetem Fenster schlafen und relaxen.

Inzwischen sind zwei Bauabschnitte in der Schaffhauser Straße fertig gestellt, der gemeinsame Rad-Fußweg nördlich, sowie der Fußweg südlich planmäßig angelegt und die Fahrbahn auf 6,75 m verengt. Die Fahrbahnverengung und leichten Verschwenkungen tragen kaum zu verringerter Geschwindigkeit bei. Gerast wird weiterhin.

Die Auswertungen über die Geschwindigkeitsmessungen in einem bestimmten Zeitraum in der Schaffhauserstraße lagen immer unter 50 km/h und deshalb sieht die Straßenbehörde keine verkehrsrechtlichen Maßnahmen für erforderlich. Wir können aber beobachten, dass dieser Wert nur dadurch erreicht wird, weil viele zu schnelle Fahrzeuglenker vor der Messanlage abbremsen und somit die überhöhte Geschwindigkeit nicht angezeigt wird.

Auch muss man feststellen, dass die Anlage keine oder drei verschiedene Werte anzeigt, die sich bis zu 20 km/h verringern, während die Fahrzeuge vorbeifahren. Auch der Schwerlastverkehr aus den hiesigen und umliegenden Gewerbegebieten kann ungehindert fließen. (Hausener Kreuzung ist sehr großzügig gestaltet). Die Gewerbegebiete werden ständig erweitert und vergrößert und somit ist auch mit immer mehr Verkehrsbelastung von LKW’s zu rechnen.

Die höchsten Lärmemissionen werden von schweren Lkw (84 dB) schwere oder alte Traktoren (91 dB) und Motorrädern (über 77dB) verursacht. Traktoren und Motorräder, die auch an Wochenenden und Feiertagen fahren, sind um das mehrfache an Lärm von weitem und auch bei geschlossenen Fenstern deutlich zu hören.

Diese Werte sollten bei einer Lärmerfassung mit einfließen.

Am 25. Juli 2017 haben wir von 6 Uhr früh bis abends 20 Uhr zwischen Hausener- und Dögginger Straße in beiden Fahrtrichtungen insgesamt 11543 Verkehrsbewegungen gezählt.

Zählwerte der Fahrzeugarten:

95 Fahrräder / 50 motorisierte Zweiräder / 10.440 PKW / 66 Omnibusse / 363 Kleinlastwagen / 161 Kleinlaster / 190 Sattelschlepper / 98 Kieslaster, Betonmischer / 15 Schwertransporter / 33 Sonderfahrzeuge / 12 landwirtschaftliche Fahrzeuge

Noch wirkt sich die Corona-Krise auf die Verkehrsbewegungen aus.

Wenn jedoch Nachtfahrtverbote aufgehoben sind, Geschäfte und Gaststätten wieder öffnen, Schulen wieder zum Normalbetrieb übergehen wird auch der Verkehr sich normalisieren und der Lärmpegel wieder hochschnellen. Für die nächsten Jahre wird ein großer Zuwachs von LKW und Kleintransporter prognostiziert und somit die Lärm- und Schadstoffbelastung erheblich steigen. So ist zu hoffen, dass weitere Maßnahmen zur Lärmreduzierung erfolgen und umgesetzt werden!