diesen interessanten Kandelaberbaum hat unsere Tochter Dina in Ludwigsburg auf dem dortigen Friedhof gefunden. Laut Reinhold Mayer handelt es sich um eine Scheinzypressenart, die wie Tuija gerne auf Friedhöfen gepflanzt wurde. Irgendeinen Grund gab es, dass sozusagen ein zweiter Baum entstanden ist. Übliche Gründe sind Brüche des Haupttriebes, wie es schon in Beiträgen beschrieben wurde. Ab und zu gibt es mehrere Seitentriebe, hier ist nur einer entstanden.
Faszinierend ist die Anbindung an den Hauptstamm. Man sieht die starke Verstärkung von unten her, damit das Gewicht des Seitenbaums abgestützt werden kann. Das ganze ist ein optischer Augenschmaus, genießen Sie diese faszinierende Baumkomposition.
Liebe Bürgerpostleser, die heutige Überschrift lautet, „ausgangs Winter“. Das Bild unten brachte mich zum Erstaunen. Schnee an der Seite unseres Fabias, den es richtig auseinanderzog. So etwas habe ich noch nie gesehen. Die Schwerkraft der Erde war zu schwach, damit das sauber abrutschen konnte. Beziehungsweise die Lufttemperatur gerade noch so kalt, dass der Schnee ineinander verhakt blieb. Ist Ihnen so etwas schon begegnet?
Das nächste Bild ist am Valentinstag, 14. Februar 2025 aufgenommen worden. Es zeigt unser Hofpflaster. Ich bin immer begeistert, wenn so etwas zu sehen ist: Die Steine sind schneefrei und in den Zwischenräumen türmt sich der Schnee. Der Grund ist ein einfacher, die Pflastersteine hatten beim Schneefall noch Wärme gespeichert, die in den Zwischenräumen fehlte. Können Sie sehen, dass wir drei Größen von Pflastersteinen verwendet haben?
Die Fotos unten habe ich von Christiane Willmann aus Schwärzenbach und von Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg dankenswerter Weise bekommen. Edmund schrieb, „es wird Frühling, die Stare sind da“. Christiane frug, ob ich schon einmal einen Starenschwarm am Vogelhaus hatte. Ich konnte das bejahen, wenngleich der Schwarm sehr schnell wieder abzischte. Bei ihr waren es etwa 25 Stück, 15 auf dem Boden und etwa zehn im Haus. Die im Haus hätten gestritten und Krawall gemacht, sie war überrascht. Haben sie diesen Winter auch Starenschwärme am Futterhaus gehabt?
Zum Iirolle, zum warm up, fahrt de Auguscht aafang sechzger Johr vum Lachehiesli mit sim 10 Gang Rennrädli, Marke Peugeot, vu de Kalte Herberg d Uure nab, s Bregtal ussi und ueber de Weiherhof, Dieremer Saline, gi Schwenninge, „ins Schobbe nuus“. Im Rucksäckli paar greichti Brotwürscht, en Riebel Buurebrot, e Bügelflasch Feierling Bier und e Cola. S Rennrädli isch putzt, d Kette g’oelt und d Kläebreife mit 6 bar uffbumpet. On Ersatzreife isch im khaki-graene Holzmacherrucksäckli mit dene verschwitzte, miechtelige Lederrähme. Z Schwenninge sind die Badewürtebergische Strosseradmeischterschafte über giftige 120 km. Deuteberg, Wiehlersbach, Kappel, Niederesche, Dauchinge und zruck an Deuteberg. 5 mol mond die Helde der Landstrasse im Ring rum, bis de umtriebig Rennrad verruckt Helmut Hils, de Testes vum Schwenninger Rennradclub, begeischtered d Zielglocke scheppere loot.
Backhaus in Kappel 1973
Peugeot Rennrad von 1980
Des Iirolle vum Lachehiesli gi Schwenninge hät de Auguscht grad so reacht warm were lau. Noch de Übersetzungskontroll, des nimmt en andere Rennradverruckt, de Technisch Delegiert Sauser Heinz ganz gnau, no die zwei Brotwürscht und des Cola wegputzt und en Schluck Bier gsoffe. De Rescht in Trinkbuddel am Rahmehalter. De Präsi Helmut Hils schickt des gross Feld mit em Schuss us em Platzpatronebischtol uff d Strecke. Die erscht Rundi sind sie alli no ziemli beienand. Aber im Aastieg vu Niederesche gi Dauchinge riisst es des gross Feld scho ghörig usenand. I de dritte Runde kurblet nu no fuenf gaedrigi Rennraedler ganz vorne mit. Natierli isch de starch Auguscht us de Uure debei. Hinter sim Windschatte kinnet die vier andere verschlupfe und so vill Kraft und Körner spare. I de letschte Runde, z Kappel am Zwischeposchte, sinds nuu no drei. No zwei Banane im vorbeisurre vum Rennleiter Heinz Sauser uffgnomme und verdruckt und de Rescht vum Bier us de Trinkflasche gsucklet.
Und denno kunnt aber de gwaltig Aatritt vum Guscht gi Dauchinge uffi. Kurz vor Dauchinge sehnet die andere zwei, natierli Schwobe vu de Alb raa, nu no de mächtig Buckel mit em SC Urach Trikot vum Auguscht im bärige Wiegetritt devukurble. Den homer gsehne, denket die beide Verfolger und gänd resigniert uff. S goht nu no um d Silbermedaille fuer die zwei abghängte. De bärestark Wälder, de Kimmig August, der nimmt desjohr bestimmt wieder de erscht Preis und d Goldmedaille mit de Urkunde „Bawü-Moeschter“ mit hoem in Hochschwarzwald, a d` B500, is einsam, idyllisch Lachehiesli. Nu en Plattfuess oder en bissige, vergelschterete Hund, gottverdelli des dät no fehle, kinnt des no verhindere. Z Dauchinge dobe guckt er mol hinderschi. Die han i baigott ghörig abghänkt. Und wie wenns nint gsii wär, rollt er mit mit uusgstreckte Ärm und sine Bärepranke freihändig is Ziel. Dä bämberlet de Helmut Hils mit de Titanic Schiffsglocke und verkind im Lautsprecher als Sieger de neu Bawü-Moeschter:
Blick vom Lachenehiesle über Ferndobel, Glashütte, Knobelwald, Platte zum Kandel.
Dass es z Schwennige im Uhr-Eldorado e Uhr als Preis gähe word, des hond die Radrennfahrer us em ganze Ländle g‘ ahnt, oder au scho gwisst. Und jeder Starter het so e Praezisionsuhr mit so eme „Big Ben“ Schlag gern mit hoem gnomme. Dass es aber e Standuhr, e Vitrieneuhr isch mit eme lange Berebemdickel, des war natierli scho nomol on druff, en Brecher. Zu zweit hond Uhremachermäschter vu de spendable Sponsorefirma des uukommod Möbel as Siegerträppli schloepfe messe, dass de Vorstand Hilse Helmut des schwer Gschier im gifitzig griensende Kimmig Guscht uff em oberschte Trepple uebergähe hät kinne.
De Radkenner Helmut Hils hät gwisst, dass de Auguscht mit em Rennrädle kumme isch und hät ihm glii bei de Siegerehrung aabote und versproche, dass de Schwenninger Radverein ihm die schwer Standuhr i de näschte Woch mit eme Lieferwägeli us sim Volvo-Autohaus is Lachehiesli bringt.
„Big Ben“ vu d’Standuhr
„He nai, waa glaubener au, selt goot baigott gar idde. Die Uhr schleet hit obbe de Big Ben Gong um zehni in de Stubbe bin mir , im Lachehiesli doobe“. D Schwenninger hond scho bleed us de Wesch guckt, wo der Wälder, desell rasend Rennradsatan Kimmig, scho wieder gwunne hät. Wa denno kunnt, haut sie no ganz us de Latsche.
„Ihr bringe mir guedi, braiti Läderrieme und binde mir des Gschirr uff de Buckel, no grait ich mit em Rennrädli ibber Eschinge, de Hammer, d Uure nuff bis an Ferndobel. Derter, im Lachehiesli Stibbli, gongt um zehni noch de Sabaradio Ziitaasag s erschtmol die gattig Schwobbe Uhr im Hoch- Badische, selt khaan ich eich saage“.
Und noch dere Rähme Verzurraktion unterm Technische Delegierte Heinz Sauser, der hät gwisst wo so e Kischte drucke kinnt, isch de Buckel no e weng uuspolsteret wore mit Kabogg us de Uhrepackerei, isch de Kimmig Auguscht, de nei Bawü Stroosserad-Moeschter, de knorrig, gifitzig Rennradkaib vu de Fernhöhi, vor de verdutzte Schwenninger eweg, quitsch fidel mit de Standuhr uff em Buckel uffs Lachehiesli nuff graitet. Wa glaubeter wie do die Sunntigsfahrer im Bregtal und im Wald glotz hond ?
Auguscht Kimmigs Lachehiesli
Johre später hät e Uuremer Rennradler Gruppe emol an ere Hollandrundfahrt mitgmacht. Am Obet isch mer bei dunklem belgischem Bier, Krabbe mit Remoulade, Gouda Käs und Jenever Schnäpsle mit de „Kan nit Verstan“ Sportsfreund us dem tupfebene Tulpeland zemet ghuckt. Weil jeder Holländer au guet Dietsch khaa, hond sie gfrogt, wo sie her saiet. „Wissener, mir sin Waelder vum Schwarzwald“. „Oh jeh, sagt bloos, da kennen wir auch einen Rennradfreund, von dem wir oft, besonders bei Bergrundrennen, nur das Hinterrad gesehen haben, „Minheer Aujust, de Storje Aujust“, haben wir ihn geheissen“. „He naii, jo so ebbis, des gits gar idd, selt isch ainer vun uns, de Kimmig Auguscht us de Uure, vum Lachehiesli überm Ferndobbel. Derte, wo mer mit eme wunderscheene Uusblick ins Glashitteloch, in d Wildguede, über de ganz Herrgottswinkel zum Kandel und zu de Vogese nibber sehne khaan. Do kaahnsch widder mol sehne, wo die Wälder überal rumkumme und angsehne sind“. Und natierli hond die Uuremer Wälder mit de Kanitverstaan vu Holland no en mords Verzahl und en Feetz ghet beim bluemige verzehle und Sprich klopfe über de Schwenninger Standuhr Storiax vum „Storje Aujust“, vum gattige Kimmig Guscht us em legendaere, idyllische Lachehiesle.
„Gummiflusskrankheit“, haben Sie schon einmal etwas davon gehört? Für mich ist das völlig neu. Der Beginn der heutigen Geschichte fängt mit dem schwarzen Harz des Beitrages unten an. Denn mir fiel ein, dass ich im April 2022 diesen herrlichen gelben Pfropf (am Pflaumenbaum fotografiert habe. Am Kirschbaum fand ich das gleiche vor. Ich wollte vor kurzem das Fotografieren der Pfropfe wiederholen, was ich auch tat, aber die waren ausgetrocknet und schwarz.
Auf der Webpage: https://www.baumpflegeportal.de/baumkrankheiten/gummiflusskrankheit/ ist der Sachverhalt prima beschrieben. „Gummifluss“ gibt es nur bei den Prunusarten Kirsche, Pflaume und Pfirsich. Faktoren, die den Fluss auslösen, sind Trockenstress, Frost und Mangelernährung. Aber auch Bakterien, holzzersetzende Pilze, Käfer und Raupenbefall können dazu führen. Diese Baumarten bilden zur Abwehr kein Harz, wie Nadelbäume, sondern sie bilden Gummifluss. Zunächst unter der Rinde, wo Leitungsbahnen und Zellgewebe verstopft werden. Wenn der Druck zu groß wird, drückt die Flüssigkeit durch die unverletzte Rinde durch und bildet Harzblasen, wie die Pfropfe offiziell heißen.
Typisch ist zu Beginn eine bernsteinfarbene weiche Masse, die mit der Zeit aushärtet. „Gummiflüsse“ treten vermehrt dort auf, wo ein Baum bereits verletzt ist. Schnittwunden, Käfer- und Larvenlöcher oder abgebrochene Zweige sind prädestinierte Orte. Treten Gummigebilde auch an scheinbar gesunden Stellen eines Baumes auf, dann hat er keinen gesunden Stoffwechsel mehr, weil viele Leitungsbahnen verstopft sind. Das kann soweit führen, dass Teile der Krone austrocknen und absterben. Was kann man tun? Letztlich für eine optimale Pflege sorgen und zum Beispiel bei starker Hitze und Trockenheit die Bäume gießen. Ist das nicht ein Doppelhammer, dass es „Gummifluss“ gibt, und das nur bei Kirsche, Pflaume und Pfirsichen, Mirabellen und Schlehen, die der Baumgruppe Prunus angehören? Ich finde es beachtlich, dass ich über den letzten Beitrag mit dem schwarzen Harz auf diese Geschichte gekommen bin.
05.02.2025
Liebe Bürgerpostleser,
am 7. Januar 2025 fuhren wir durch Zillhausen, einem Stadtteil von Balingen. Was sehen wir in Großbuchstaben neben der Straße? „Wasserfalldorf“. Hoppla, noch nie gehört, meine Frau meinte, den schauen wir uns an. Gesagt, getan, und was sagen Sie zu dem prächtigen Wasserfall?
7. Januar 2025
28. Januar 2025
Und jetzt kommt der Hammer: Mit einer Fallhöhe von 27 Metern ist er vier Meter höher als der Rheinfall. Am 28. Januar 2025 fuhren wir nochmals vorbei, weil ich noch etwas nacharbeiten musste. Wir sahen einen enttäuschenden Wasserfall, können Sie sich vorstellen wieso? Weil das Wasser oben zur Stromgewinnung abgzwackt wurde. So etwas aber auch. Die junge Weißtanne im Vordergrund ist die Ursache für diesen Beitrag, beziehungsweise die runden schwarzen Flecken an ihr.
Sieht doch richtig interessant aus. Ich habe google lens benutzt, da kam die Meldung „Wildschwein“ und „Brandkrustenpilz“. Ich wollte schon loslegen mit einem Beitrag über den Brandkrustenpilz, als Oliver Gaiser, ein Baumsachverständiger (www.bsb-gaiser.de) mit einem Büro in Weinstadt, etwas anderes ins Spiel brachte. Er empfahl, nochmal hinzugehen, denn er vermutete einen Harzaustritt. Und Oliver Gaiser behielt Recht. Ich sägte mit meinem Taschenmesser einen Fleck weg weil mit dem Messer nichts zu erreichen war. Es roch intensiv und gut nach Harz und der Fall war klar. Klar ist auch, dass der Austritt aus entfernten Astlöchern erfolgt, schauen Sie die Bilder an, dann fällt es Ihnen bestimmt auf.
Sicherlich ist das eine Schutzmaßnahme des Baumes gegen Pilzbefall. Jetzt hatte ich noch eine Frage wegen der schwarzen Harzfarbe. Unter Harz stellte ich mir bisher etwas bernsteinfarbenes vor und nun das. Jemand meinte, das Schwarze könnte von einem Pilz stammen. Ich habe dann überlegt, dass ich von einem Rindenstück das Schwarze entferne.
Nachdem klar war, dass alles schwarz ist, behaupte ich nun mal frech, dass das Weißtannenharz tatsächlich schwarz ist oder zusammen mit Sauerstoff schwarz wird. Ob ein Vergleich mit den sehr dunklen Weißtannenhonig angebracht ist, ist aus dem Bauch heraus eine reine Vermutung.
Einen herzlichen Dank gilt Oliver Gaiser, dass er mich auf die richtige Spur führte.
In diesen Briefkastenschlitz, allerdings stand vor 100 Jahren Wolterdingen drüber, wurden Liebesbriefe, Rechnungen, Traueranzeigen, Mahnungen, Stellungsbefehle, Familienpost, Feldpostbriefe, Steuerbescheide, Milchgeldabrechnungen, Holzbestellung, Viehverkäufe und Nachrichten an Auswanderer gesteckt.
„De Poschtle“ sass im kanonenofen beheizten Büro vor dem Sortietregal. Der zweite Teil des Galeriewagen war der Güterwagenteil für Kisten, Pakete, Waren, Milchkannen und in Stroh gepolsterte Glaswaren.
Dieser Original Bregtäler Galeriepostwagen fährt wieder originalgetreu, liebevoll restauriert auf der Kandertalbahn. Wie wärs mit einem Ausflug dorthin mit einer Extrafahrt auf den Bregtäler Holzklassebänken mit einer begeisterten Eisenbähnler Sonderführung mit Christian Wolf von den engagierten Kandertalbahn (und Bregtalbahn) Freunden? Das ist verblüffende Bregtäler Nostalgie vom Feinsten.
Einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge können durch ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
In der Debatte um das Tempolimit ist es still geworden – sowohl in den Medien als auch im gegenwärtigen Wahlkampfgetöse. Als seien die Parteien bemüht, das Thema diesmal strickt auszuklammern, wo doch die deutsche Autobranche so tief in der Krise steckt. Wie denn auch der Klimaschutz insgesamt hinter die aktuellen Aufregerthemen Migration und Wirtschaftskrise zurückgestellt wurde. Bleibt es also auch in der nächsten Legislaturperiode beim deutschesten aller deutschen Anachronismen, getreu dem altbewährten Motto „Freie Fahrt für freie Bürger“, der weltweit nahezu einzigartigen Regelung, wonach auf den Autobahnen gerast werden darf, was immer die PS hergeben. Nicht einmal die krudesten Rechtspopulisten und Autokraten kämen derzeit auf die Idee, die Tempolimits in ihren Ländern abzuschaffen, um so bei ihrer Klientel zu punkten und der Automobilbranche Auftrieb zu verschaffen, mag ansonsten jede noch so krasse Disruption (um hier das neue Modewort zu verwenden) mittlerweile in den Bereich des politisch Denk- und Machbaren gerückt worden sein. So hinkt denn hierzulande der Verkehrssektor nach wie vor meilenweit hinter den nationalen Klimazielen her, derweil die Solar- und Windparks boomen. Selbst die Grünen scheinen „Tempolimit“ einstweilen aus ihrem Sprachschatz gestrichen zu haben – dies, obwohl selbst ADAC-Mitglieder, glaubt man den Umfragen, mehrheitlich dazu bereit wären, sich auf Autobahnen damit abzufinden, um so letztendlich ja auch den Verkehr wieder zu verflüssigen und die Unfallgefahren einzudämmen.
Oder sollten die Verkehrspolitiker bereits unsere komplette E-Motorisierung im Blick haben? Wo die doch zwangsläufig zu fahrerischer Vernunft führen muss, weil bei allzu flottem Fahrstil der Verbrauch so rasant zunimmt, dass womöglich die nächste Zapfsäule nicht mehr erreicht wird? Nein, keine Sorge: CDU/CSU, FDP und AfD versprechen dem Wahlvolk doch längst, dass das ab 2030 vorgesehene Aus für den Verbrennermotor zurückgenommen wird – Klimaziele hin oder her.
Es darf also weiter gerast werden, nicht nur auf Autobahnen und Schnellstraßen, allen Treibhausgas-Einsparmöglichkeiten zum Trotz. Dabei hatte das Umweltbundesamt 2024 errechnet, dass bei Einführung von Tempo 120 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Außerortsstraßen bis zum Jahr 2030 sogar rund 47 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden könnten. Doch leider hat im Jahr zuvor das Karlsruher Bundesverfassungsgericht die Einführung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen per Verfassungsbeschwerde als unzulässig abgewiesen, denn es sah die Auswirkungen auf den Klimaschutz als nicht ausreichend belegt an. Ja wer, wenn schon nicht das Umweltbundesamt, hilft den Richtern da noch auf die Sprünge? Und wer den Politikern und den Bürgern?
Im Januar habe ich darüber geschrieben, dass zahllose Konflikte und Kriege auf unserer Erde toben. Um welchen Preis? Eine unbewohnbare zerstörte Heimat, viel Leid auf allen Seiten. Wozu führt Hass und Unverständnis füreinander? Die vielen Kriege auf unserer Erde sind ein Musterbeispiel für das Beharren auf Standpunkten und letztendlich für den Verlust von Leben. Die Natur gibt uns dagegen viele Lehrbeispiele darüber, wie trotz unterschiedlicher Lebensformen Zusammenarbeit gelingt. Bodenbakterien z.Bsp. nehmen Stickstoff aus der Luft auf und machen diese pflanzenverfügbar für die Bohne. Im Gegenzug liefert die Bohnenpflanze den Bakterien Zucker als Nahrung. Besonders in Regenwäldern in denen Nährstoffe knapp sind, weil sich durch den ständigen Regen kein Humus bilden kann gibt es viele solcher Symbiosen. Daher tun sich dort viele Tiere und Pflanzen mit einem Partner zusammen, statt in Konkurrenz zu leben, denn davon profitieren am Ende Beide. Manchmal ist die Symbiose so wichtig, dass der eine Partner ohne den anderen nicht mehr überleben kann. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensweise haben diese Tiere und Pflanzen verstanden, dass sie einander brauchen, und das ohne viel Tamtam. Sie teilen und sind auf diese Weise füreinander da.
Als Menschen, die wir über weit mehr Hirn – so glaubt man – verfügen, als Tiere und Pflanzen sind wir dennoch nicht in der Lage zusammen zu leben. Warum ist das so?
Weil wir im Gegensatz zur Symbiose bei Pflanzen und Tieren den Gegenüber als Feind wahrnehmen, als jemand der etwas wegnimmt, mir schadet oder für mich fremde Lebensmodelle lebt. Doch sollten wir von den Pflanzen und Tieren lernen, denn am Ende können beide, das Fremde und das Gewohnte, voneinander profitieren. Dazu bedarf es jedoch ein aufeinander Zugehen, ein Kennenlernen und nicht ein Säen von Hass und Zwiespalt. Lernen wir daher von der Natur und nicht von denen, die jegliches Miteinander durch Sprache und Intoleranz vergiften. Letztendlich teilen wir uns nur diese eine Erde. Nutzen wir die Vielfalt des menschlichen Lebens für Symbiosen und nicht in dem Betonen von Unterschieden. In vielen Bereichen des Zusammenlebens klappt das sogar. Im Sportverein, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde. Auch im Urlaub suchen wir das Fremde und Erleben, dass Vielfalt etwas Schönes sein kann.
Und wenn jetzt jemand äußert das in der Natur invasive Arten heimisches Leben ja auch zerstören, so gibt es inzwischen viele Wissenschaftler die Neuankömmlinge im Pflanzen- und Tierreich als etwas Positives sehen, da sie entweder keinen oder sogar einen positiven Einfluss auf die heimische Natur haben. Die Stärkung des gesamten Lebensraumes und seine Entwicklungsdynamik ist wichtiger als die Wiederherstellung eines früheren „Urzustandes„. Ökosysteme sind nicht statisch. Sie haben sich immer verändert und werden es auch in Zukunft tun. Und zwar immer schneller, als Reaktion auf die galoppierende Erderhitzung und wegen des ebenfalls vom Menschen verursachten weltweiten Artensterbens. Daher suggeriert das Gerede von gefährlichen Einwanderern, das es einen optimalen, idealen oder irgendwie ursprünglichen Zustand von Ökosystemen gebe, der gegen Veränderung von außen geschützt werden muss. Diese konservative Sicht hat ihre Vorläufer in der Blut- und Boden- Ideologie des Nationalsozialismus.
Fassen wir also zusammen. Die Natur sucht die Symbiose und nicht die gegenseitige Zerstörung. Die Ökosysteme verändern sich durch Zuwanderung auch positiv. Der Mensch sollte sich mehr mit dem Gegenüber beschäftigen und die positiven Aspekte von Vielfalt erkennen. Der Mensch ist in erster Linie Schuld an Wanderbewegungen von Tier und Menschen die Lebensräume suchen, in denen ein Überleben noch möglich ist. Und das wird sich solange nicht ändern, bis wir erkennen, das wir selbst durch unser Streben nach immer höheren Wohlstand genau dazu beitragen.
bevor der Frühling beginnt, möchte ich zum Abschluss des Winters ein paar schöne Bilder zeigen. Es darf natürlich gelächelt werden. Wie sagte mein Opa, „wenn die Tage langen, kommt der Winter erst gegangen“. Wir werden sehen.
Das Bild entstand in einem Kanal neben dem Riedsee. Mit etwas Fantasie könnte man einen Hund sehen. Da es viel Wasser gab, bevor es kalt wurde und die Wasserstände sanken, gab es relativ viele solcher schönen Eisgebilde. Ich denke, Sie werden einige gesehen haben.
Bild oben zeigt die Raureifsituation auf dem Auenberg. Dieses Jahr gab es einen schönen Kontrast zwischen grünen Wiesen und den weißen Raureifbäumen. Bild unten zeigt einen solchen prachtvollen Raureif-Lindenbaum.
Beim Bild unten stellte ich im Status die Frage, aus welcher Richtung kam der Wind. Viele sagten von rechts. Das stimmt aber nicht, den der Rauhreif bildet sich gegen die Windrichtung, also kam der Wind von links. Sie wussten das bestimmt. Oder?
Daneben einen Ast, bei dem sich mit zunehmender Raureifbidung eine Kule exakt in der Mitte des Astes gebildet hat. Das beeindruckt mich in höchsten Maße, wenn ich es zu Gesicht bekomme. Denn es ist Physik pur. Hammerhart könnte man sagen.
Unten noch Haareis oder Engelshaar. Das war ab und zu zu sehen und ich bekam einige Anfragen dazu. Sie wissen, dass Gase eines Pilzes Wasser aus dem Totholz treiben und sich bei schwachen Minusgraden diese ganz feinen Eisstreifen bilden. Schauen Sie mal, mit etwas Fantasie kann man die markante vordere Haartracht von Donald Trump erkennen, was die Natur nicht alles hinbekommt.
Seit Alice Weidel beim AfD-Wahlkampfauftak getönt hat, alle Windräder niederreißen zu wollen, und seit gar der neugewählte amerikanische Präsident die Abkehr von der Windenergie zugunsten der heimischen Erdöl- und Gasindustrie propagiert, den menschengemachten Klimawandel leugnet und per Dekret aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgestiegen ist, wird es heikel, sich hierzulande noch gegen die „Verspargelung“ ökologisch und touristisch wertvoller Kulturlandschaften zu engagieren. Denn gar zu leicht wird man jetzt in den falschen Topf geworfen und der Sympathie mit Rechtspopulisten verdächtigt.
Ob und wie sich die Zustimmung zur AfD angesichts ihrer brachialen Ankündigungen bei den Bundestagswahlen niederschlagen wird, ist noch ungewiss, mag sich Kanzlerkandidatin Weidel im Zwiegespräch mit Milliardär Elon Musk auf dessen „sozialem“ Medium X noch so blamiert haben („Hitler ein Kommunist“). Wie die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg gezeigt haben, sind es vor allem die Jungwähler, die sich so leicht nicht abschrecken lassen, die zu Teilen rechtsextremistische Partei immer ungenierter zu wählen. Was sollen noch all die Belastungen und Verteuerungen zur Eindämmung des Klimawandels, so wurden die Jungwähler interpretiert, wo sich da doch eine Partei anbietet, die das alles für überflüssig hält? Die den Windstrom für zu flatterhaft einschätzt und dafür lieber die AKWs reaktivieren möchte – was mittlerweile ja auch CDU/CSU und FDP für sinnvoll erachten. Und macht es da nicht Sinn, sich gegen die weitere „Verspargelung“ selbst der letzten naturnahen Landschaften zu wenden – ganz wie es der AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke für den bislang noch weithin WEA-freien Thüringer Wald propagiert? Derweil hat doch in der Restrepublik ein gnadenloser Ausverkauf der Wälder begonnen, entfesselt vor allem durch den Goldrausch von privaten, kommunalen und staatlichen Waldeigentümern, wo immer sich Windradstandorte zur Verpachtung anbieten. Man müsse die widerborstigen Anlieger nur finanziell beteiligen, dann breche ihr Widerstand sogleich in sich zusammen.
Oder richtet sich die Beeinträchtigung, ja, Zerstörung schöner heimatlicher Landschaft durch 250 m hohe industrielle Anlagen nicht etwa doch gegen das Naturschutzrecht wie auch gegen Grundgesetzartikel 20a, der die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere „auch in Verantwortung für die künftigen Generationen“ schützen soll? Man blicke bloß nach Thüringen, wo sich vor den jüngsten Wahlen noch eine Koalition von CDU, FDP und AfD monatelang vergebens zu wehren versucht hatte gegen die Novellierung des Waldgesetzes, das nach dem Willen von Rot, Rot, Grün, der damaligen Regierungskoalition, speziell auch zur Erleichterung der Waldrodung für die Windenergiegewinnung beschlossen worden ist. Wo doch das Bundesverfassungsgericht schon im Februar 2022 entschieden hatte, dass das Verbot der Errichtung von Windenergieanlagen im Wald (in § 10 Abs. 1 Satz 2 des Thüringer Waldgesetzes) mit dem Grundgesetz unvereinbar und damit nichtig ist.
Doch dann wurde in dessen Neufassung – auf listiges Drängen der FDP – doch noch eine Bremse eingebaut: Wo im Wald, wie üblich als Ausgleichsmaßnahmen für die erforderliche Rodung, Ersatzaufforstungen vorgeschrieben werden, dürfen diese nicht auf agrarisch genutzten Flächen erfolgen. Wo aber sonst als in der Feldflur könnte wohl noch aufgeforstet werden?
Ausblick aus dem Thüringer Wald (aus der Wartburg)
Dass im Freistaat Thüringen, freilich außerhalb Waldes, schon bisher die Windenergie da und dort geradezu exzessiv gefördert worden ist, war nicht zu übersehen bei all dem energiepolitischen Gezerre um das neue Waldgesetz. Und dass die allermeisten Thüringer nicht aus purer Widerborstigkeit, gar aus Rechtslastigkeit, auf die Barrikaden gehen, sondern aus echter Sorge um ihren Wald und um die schützenswerte Landschaft, ist durchaus nachvollziehbar. So scheint die Welt nirgends so mit Windrädern bestückt und verhunzt worden zu sein, wie etwa um die Thüringer Stadt Eisenach herum. Als ob da nicht längst ein Sättigungsgrad erreicht, wenn nicht gar ein Übersoll geleistet worden wäre – ganz anders als es hierzulande, im Grün-regierten Ländle, wo soeben erst durch die Regionalverbände die Ausweisung von Windkraftvorrangflächen (vorwiegend im Wald) massiv vorangetrieben wird.
Ob Björn Höcke demnächst nicht doch auch bundesweit auf dem so umstrittenen Feld der Energiepolitik leichtes Spiel haben wird? Wo doch die über eintausend deutschen Bürgerinitiativen gegen den Windkraftausbau in bislang noch wenig belasteten, daher umso wertvolleren Landschaften schon jetzt Gefahr laufen, in die AfD-Schublade gesteckt zu werden. Sie seien ja ohnehin vor allem von Veränderungsängsten getrieben, getreu dem Motto „not in my backyard“, nicht vor meiner Haustür. Während Arten- und Landschaftsschutz nur vorgeschoben würden.
Wie wird die Welt auf die klimapolitische Kehrtwende des neuen Washingtoner Präsidenten reagieren? Leitet er nun auch zusätzliches Wasser auf die Mühlen der AfD? Und wird er dazu beitragen, die Widerständler noch mehr in Misskredit zu bringen, mag ihr Anliegen noch so honorig sein?
Was könnte der Kachelofen im Schwarzen Buben, im Zinken Zindelstein, so alles erzählen. Von Vesper- und Trinkgelagen der rauflustige Köhlersippen im Unteren Bregtal. Von diesen „Schwarzen Buben“ bekam die Köhlerschenke ihren kultigen Namen. Aber auch die sangesfreudigen Stammtischrunden, hitzigen Vereinssitzungen, Weihnachtfeiern, Loipenputzenden, Familienfeste, und ausartenden Leichenumtrunken gaben dem Gasthaus seinen ganz besonderen Spirit. Und immer gastfreundlich bewirtet von der Familie Stefan und Hilda Kromer und später von Tochter Sieglinde und Kurt Preisinger. Wer genoss sie nicht und schwärmt heute noch davon, die legendären „Schwarzen Buben“ Schlachtplatten?
Wenn nun eine derartige Traditionsgastätte nach weit über 200 jähriger Gastfreundschaft die Schanktüre schließt, ist das ein enormer gesellschaftlicher Verlust für das Untere Bregtal und auch das benachbarte Tannheim. Denn hier wurde Geselligkeit, Gemeinsinn, Unterhaltung bei legendärem Vesper und belebendem Umtrunk traditionsreich und lebensfroh gelebt. Der Dank gilt der gelassenen Gastwirtsfamilie Kromer – Preisinger. Was zählt sind halt die schönen Stunden.