am Ostermontag, den 21. April 2025 hatte ich ein hochinteressantes Erlebnis. Und ich war völlig überrascht. Ich wollte mein Sonnenhutbeet mit Regenwasser gießen, das ich in in 200 und 300 Literbehältern lagere. Ich hob den Deckel, der relativ dicht aufliegt und traute meinen Augen nicht. Da lag etwas auf dem Wasser, was ich zunächst nicht genau erkennen konnte, vielleicht ein Stück Moos oder dergleichen.
Natürlich war bei genauerem Hinsehen klar, dass es sich um einen Knäuel unzähliger Ameisen handelte. Sie trieben übers Wasser, es erinnerte mich an die Szene aus dem Neuen Testament, als Jesus übers Wasser ging. Ich nahm den Knäuel mit der Hand aus dem Wasser und sogleich begann sich der Knäuel aufzulösen. Natürlich habe ich sie befreit.
Zum ersten Mal in meinen 68 Lebensjahren habe ich so etwas gesehen und war wieder sehr verwundert, was ich alles entdecken darf. Ich könnte mir vorstellen, dass es Ihnen vermutlich nicht anderst geht. Google schreibt in einer Übersicht mit KI: „Ameisen können zwar nicht schwimmen und würden bei Einzelkontakt mit Wasser ertrinken, aber sie sind nicht hilflos im Wasser. Sie können sich bei Überschwemmungen zu einem lebenden Floß zusammenfassen, um zu überleben“. In einem Artikel in Bild der Wissenschaftvom 26. April 2011 wurde diese Floßbildung bei Feuerameisen untersucht, die monatelang auf dem Wasser herumdümpeln können. Die unterste Schicht Ameisen verkackt sich so stark, dass Lufblasen zum Atmen eingeschlossen werden. Wenn das kein Hammer ist. Wichtig ist, dass die Oberflächenspannung des Wasser nicht zerstört wird, sonst naht das Ende.
Ich finde eine fantastische Geschichte. Was ich nicht verstehen kann, wieso die Ameisen in die Tonne gingen. Tatsache ist, dass sie randvoll war und die Ameisen vielleicht in die „Wasserfalle“ gerieten. Gespannt bin ich, ob mir jemand ein ähnliches Erlebnis mitteilen kann.
Sie erinnern sich sicher noch an meinen Bericht über Mauerbienen unten. Sie sind die ersten Wildbienen, die man im zeitigen Frühjahr zu sehen bekommt. Ein erstaunliches Detail möchte ich noch nachschieben: Weibliche Mauerbienen können das Geschlecht ihres Nachwuchses selbst bestimmen. Denn befruchtete Eier werden Weibchen, unbefruchtete Eier Männchen. Ganz einfach. Das ist praktisch für die Reihenfolge beim Schlüpfen. In die Niströhrchen legen die weiblichen Mauerbienen vorne immer unbefruchtete Eier, weil die Männchen früher schlüpfen und so dann der Weg frei ist für die Weibchen. Die krabbeln dann einige Tage nach den Männchen aus ihrem Kokon. Ein absoluter Hammer, was die Natur da eingerichtet hat. Die Männchen warten sehnsüchtig auf die Weibchen, um sich mit Ihnen zu paaren. Erinnern Sie sich noch an das tolles Foto einer solchen Paarung das mir Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg 2024 überlassen hat? Man wundert sich nicht, dass man früher das kleine Männchen mit weißem Schnauz und längeren Fühlern und das Weibchen für zwei Arten gehalten hat.
Dieses Jahr schoss Frau Kornelia Eiermann aus Tennenbronn vor kurzem das Bild oben und stellte es mir dankenswerter Weise zur Verfügung. Es entstand auf unserer Terrasse auf meinem Finger. Sehen Sie den Unterschied zum Bild ganz oben? Sicherlich doch, denn hier sitzen zwei Männchen aufeinander. Ob das bevölkerungspolitisch von Erfolg gekrönt sein wird? Mit absoluter Sicherheit nicht. Edmund Zeiser meinte, dass die Männchen so heiß seien, dass sie es nicht erwarten könnten, bis die Weibchen aus der Röhre kämen und sich deswegen auf Kollegen stürzen. Man könnte aber auch auf ein gleichgeschlechtliches Sexualverhalten tippen. Sei es, wie es sei, jedenfalls eine interessante Beobachtung. Oder, was meinen Sie?
Im übrigen, so sehen im Moment die vier geviertelten Öffnungen der Halterungen unseres Terrassentisches aus. Manche Röhren sind schon geöffnet, manche noch verschloßen, es bleibt auf jeden Fall spannend, was sich weiterhin tun wird.
Rostbraune Mauerbiene Teil I
13. Juni 2023
Liebe Bürgerpostleser,
wissen Sie noch aus früheren Berichten, wie viele Wildbienenarten es in Deutschland gibt? Etwa 570 Stück, es ist unvorstellbar. Allen gemeinsam ist zum einen, dass sie zwar einen Stachel haben, aber defakto nicht damit stechen. Da werden sich viele von ihnen darüber freuen, hab ich recht?
Das andere gemeinsame ist, dass die meisten einzeln sprich solitär leben, nur Honigbienen, Wespen, Hummeln und Hornissen bilden Staaten. Zur Paarung müssen Männlein und Weiblein natürlich zusamenfinden, denn die Vermehrung erfolgt geschlechtlich. Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg ist ein tolles Foto einer solche Paarung gelungen, herzlichen Dank für die Bildüberlassung. Schauen Sie sich das Bild in Ruhe an. Können Sie nachvollziehen, dass man diese beiden Tieren zwei Arten zuordnete? Das Männchen, obenauf, ist kleiner mit weißem Schnauz und längeren Fühlern als das Weibchen, ist das nicht ein Hammer? Es ist die rostbraune Mauerbiene.
Also, die Paarung war in Zimmern unter der Burg und das weitere passierte in Hausen vor Wald in der Terassentischhalterung und in der Öffnung zweier Stühle.
Zehn Jahre ist nichts passiert, aber jetzt ist die Post abgegangen. In den Kammern unternimmt das Weibchen alles, damit die Nachkommenschaft überleben kann: Jedes Ei erhält einen mit Nektar getränkten Pollenvorrat und die Zelle wird dann zuzementiert. Die Wände der Brutzellen bestehen aus lehmiger Erde und sind in etwa 1 bis 3 mm dick. Der Verschlussdeckel der Brutröhre ist durchschnittlich 5 mm stark.
Durch den Verzehr des eiweißreichen Pollens wachsen die Larven mit atemberaubender Geschwindigkeit heran. Schon in der ersten Woche häuten Sie sich dreimal, im Alter von 7-10 Tagen beginnt die Kotabgabe. Nach 3-4 Wochen ist der Pollenvorrat komplett verputzt. Wirklich atemberaubend. Aber es geht noch weiter: Denn danach überzieht die Larve den ausgeschiedenen Kot und die Zellwände mit Spinnengewebe. Sie spinnt ihren 9-19 mm langen tönnchenförmigen rotbraunen Kokon mit einer weißfilzigen Spitze. Logischerweise unterscheiden sich die Kokons von Weibchen und Männchen deutlich in ihrer Größe. Nach einer zweiwöchigen Ruhephase im Inneren des Kokons verpuppt sich die Larve. Im August ist die Entwicklung abgeschlossen, die voll entwickelten Bienen liegen nun in ihren Kokon und drehen bis zum nächsten März des nächsten Jahres Däumchen. Hammerhart kann man da nur sagen, ich glaube, Ihnen fehlen auch die Worte. Nie hätte ich gedacht, dass sie als Puppen überwintern. Da muss ich mir noch Gedanken zur Einlagerung der Terrassenmöbel über den Winter machen.
Die Bilder oben zeigen einen Verschlussdeckel im Terrassenstuhl, ich vermute auch von der Rostroten Mauerbiene, weil der Verschluss genauso aussieht. Dagegen fand ich eine andere Wildbiene an einer weiteren Stuhlöffnung, die deutlich kleiner ist als die Mauerbiene.
Und schauen Sie sich den Verschlussdeckel auf dem Bild oben an, eindeutig anders und damit einer eigenen Art gehörend. Ich komme aus dem Stauen nicht mehr heraus, gell, Sie merken das.
Edmund Zeiser zeigte mir ein kleines Schneckenhaus, das eine Wildbiene zur Wohnung nahm und die ähnlich aussieht wie der Verschlussdeckel auf Bild oben. Das dient vermutlich zur Tarnung.
muss man zum Storch noch etwas sagen? Eigentlich nicht. Höchstens natürlich, dass das Mundelfinger Nest immer noch leer ist.
In Karlsruhe versucht ein Storchenpaar mitten in der Stadt ein verlassenes Krähennest auf einer Platane zum Horstplatz zu küren. Meinen Sie, dass das funktioniert? Mein Referendarskollege Dr. Jürgen Looser hat mit diese Hammerbilder geschickt. Wenn da das leere Mundelfinger Nest platziert wäre, mit 99,9 % iger Sicherheit wäre es besetzt.
Mein Freud Ingo Kirchhoff aus Wietzen in Niedersachen hat vor einem Jahr einen Nistplatz gezimmert und ihn im Sommer 2024 aufgestellt. Im dritten Märzdrittel 2025 saß zunächst ein einzelner Storch darauf und wenige Tage später ein zweiter. Das wird ein klassischer Fall von Nestgründung, so schien es. Aber dann passierte etwas Unerwartetes, es kam zum Kampf zwischen mehreren Störchen und seither ist der Nistplatz verwaist. Wahrscheinlich lockte der gute Nistplatz Neider auf den Plan. Ich sagte zu Ingo, ich sei noch vorsichtig optimistisch, dass es dieses Jahr doch noch klappt, ansonsten gilt, neues Jahr, neues Glück.
Vielen Dank Jürgen und Ingo für die Überlassung der Bilder.
der Storch ist in der Zwischenzeitauf der Baar ein sehr häufiger Brutvogel. Aber in Mundelfingen brütet er leider noch nicht. Obwohl Ortsvorsteher Michael Jerg bei der ersten Storch Sichtung auf dem repräsentativen Prunkbau Mundelfingens vor vielen Jahren unverzüglich eine Nest errichten ließ. Er hat damals auch mich vorgewarnt, ich solle gerichtet sein, damit ich etwas schreiben kann. Und es verging Jahr um Jahr und es passierte nichts.
Jetzt ist Mundelfingen regelrecht von Störchen „überfallen“ worden, die Bilder unten hat mir Katharina Springindschmitten freundlicher Weise überlassen. Ihr Mann hat dort gemulcht. Ich habe auf dem ersten Bild 35 Störche gezählt, es kann nachgezählt werden.
Jetzt zum Bild unten. Das bekam ich dankenswerter Weise von Hans Hasenfratz. Erkennen Sie, dass ein Storch im Nest steht und der andere links oben zuschaut? Wenn das kein Omen ist, bestimmt ist es ein Paar, das sich im nächsten Jahr an das tolle Nest erinnern wird. Endlich wird auch in Mundelfingen ein Storchenpaar zu bewundern sein. Wetten dass? Die Chancen stehen gut, denn den Störchen gehen die Brutpätze aus. Skeptiker könnten meinen, den Störchen reiche das Futter nicht für sich und die Jungen, alles papperlapapp, sage ich Ihnen. Ich bin überzeugt, dass das etwas wird anno 2025 mit einem besetztem Storchennest in Mundelfingen.
Ich habe noch etwas mitgebracht. In Allmendshofen gibt es zwei Nester, das eine auf dem roten Rathaus und das andere auf der Grundschule. Weil die Grundschule neu bedacht wurde, konnte das angestammte Paar dort nicht brüten. Kurzerhand bauten Sie auf dem Kamin des leerstehenden Fritschihaus einen Ersatzhorst, schauen Sie sich das Meisterwerk an. Weil der Schornstein zu klein war, haben sie den First miteinbezogen. Wahre Architekten. Drei Jungen haben sie erfolgreich großgezogen, dieses Jahr war das keine Selbstverständlichkeit.
Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr
Beitrag vom 2. September 2020
Studenteziit S` giit nu on Ort uf dere Welt Wo mir jeder winzigscht Winkel Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft Wo jedes Plätzli i jedere Gass Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte, riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait Daß ich als Student do z`Konschtanz glebt han
Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse
Ruppaner Gluschte, oder: lieber Solex statt Rolex
„Willste nischt mein Solex, kannste für n Fünfzger ham“ S isch uugfährt anne 1972 und de Studiekolleg Peter Korb, en Nordhesse , trinkt halt sooo gern Ruppaner Bier. De Peter isch dietlich älter wie mir und de onzig verhierotet i iisere Booremer Landsmannschaftrundi z Konschtanz. Er hät scho zwei Kinder, d Pia und de Thilo, und sie leidplogeti Frau isch d Isolde us Trossinge. S Wocheend stoht aa und es isch Friitig Mittag. Mir Booremer Jungmanne gont meistens noch de Vorlesung am Friitig Mittag hoem. Dehoem wartet s Kicke, s Schifahre, d Skatrundi bim Zinke Franz im Büergerstübli und die Eschinger Kumpel zum uff Feschter gau oder au gi Bade, Wandere, Klettere oder Bergstiege.
De Peter hät e rots Velo Solex, die Solex Farb isch ziemli selten und des Mofa, des Motor- Fahrrad wies uff Behördediitsch hoesst, isch z Allemannie au dämols scho e Rarität. De Peter häts vum Saarland, eme Diitsche Velo Solex „Hot Spot“ , dät mer hitzutag sage, gi Konschtanz herbroocht und isch demit vu Wollmatinge all Tag ad Ingenieurschul am Rheinsteig gfahre. Iiser Allemannie isch halt ziemli bucklig, nu z Friiborg, Lörach, Offeborg, Konschtanz kummt mer mit nuu 0,7 PS grad so uus. So wenig PS isch ver des krumm und bucklig Land zum mit so me Mofa ummenand z Kessle oefach z mickrig. I iiserm Gai, bsunders im no buckligere Schwarzwald , bruucht mer scho 3 – 5 Ps oder gar no meh, dass mer die Bickel und Halde uhni mittrette uffikunt. Do sind ebe NSU- Quickli, Zündapp, Hercules oder gar, für die ganz Schnelle, Kreidler Florett gfrogt. Die Kärre derf mer ab 16 Johr mit em 4-er Füherschii scho legal fahre. Vorher natierli scho schwarz uff de Wald und Feldweag. Oder au z Nacht i de Stadt, wenn d Plenker, wie d Polizei im Jugend- Jargon hoesst, im Adler hucket und Skat spilet und on Halbe noch em andere suufet bis sie um 1:00 mit em Opel Kadett oder NSU TT hoemfahret. Oder sie lond sich vu de Kollege uff Streifefahrt hoemfahre. Wenn am andere Morge de Streifewage verkotzet war, wars natierli der verkumme Landstriicher, den mer, kanonevoll vu billigem Fusel, i d Uusnüchterungszelle, penibel uff me Rodel protokolliert, broocht hät. Dass mer de Kolleg, de Kumpel au voll hoembroocht hät, des stoht dä uff dem Protokoll natierli nit.
Noire Traditionel
Vu de Studentestadt Friiborg, wa jo au ziemli noh a Fronkreisch liit, hät mer nebe Baquett, Gauloises, Gitanes und Absinth die Solex- Mopedle au scho kennt. Uff de Boor dierft dämols fascht koe onzigs ummenandpufferte sii. * So wie hit eigentlich immer no.
„La mi mol fahre „ sag i zum Peter und fahr grad mol de Rheinsteig uffi und aabi. „Du musst nur an dem Hebel über dem Kolben den Motor aufs Vorderrad legen, und paar Mal treten, dann schnurr das Ding gleich los, wenn de Halten willst, musste nur einfach bremsen“. “ Wo isch do denn de Gangschalter und d Kupplung ?“ frog i de Peter. „Das Teil hat keene Schaltung und nischt mit Getriebe“. „Und wa bruuchts Spritt ? , nur 1,2 Liter Mischung uff Hundert Kilometer ? und es rennt tatsächli 35 Sache uff de Ebene ? also guet, ich nimms. Do häsch den Fuffzger„.
Den han i grad als Vermessungsghilf am Wocheend mit em Bodo Hüttemann zämet beim Luftbildkartiere verdähnt. Ab jetzt fahr ich 2 Johr lang nimme mit em Rote Arnold, dem Konschtanzer Stadtbus, vum Bismarkturm z Wollmatinge an Rheinsteig, sondern mit em rote Ur- Solex. Am Dunschtig Nacht, wenn mir Booremer zum Wocheuusklang dorch d Niederburg , is Wiiglöckle, de Franz- Fritz, de Baarbaraossa, de Stefanskeller und s Grenzstübli ziehnet, fahri meischtens au mit paar Promillili und e paar Schlangelinie wieder hoemezue mit em Velo Solex. Beide ziemli volltankt. Wenns ganz hoess isch am Mittag und konni Klausure uumittelbar aastond, au as Hörnle oder s Kuhhorn gi badde und de Linzgazer Maildi zuegucke. E Solex isch e prima Gschier, des merk ich schnell und gniess sell während dere einmalige Konschtanzer Ziit ganz dietlich. Der Fuffzer war guet aagleit und de Dreschflegel kalberte immer no uff de Bühni: Denn zwischeziitlich dät ich wiit über en Tausender in €, wohlgmerkt, für des Solex griege. * (Z Eschinge soll oes gschnurr sii, bim Schneider Jürgen.) De Peter, der leider vor paar Woche, erstuunlicherwiis nit a Leberzirose, gstorbe isch, hät den Fuffzger zum Leidwese vu de Isolde bestimmt am gliiche Wochenend dorebroocht, versoffe und amend au verwieberet. Wenn d Isolde Glick ghet hät, isch er ihre am Sunntig Obed nit an Geldbeitel gange und hät ere de letscht Fünfer au no versoffe. Uff jede Fall war der Fuffzer für ihn uuwiederbringlich fort. Uneintreibbare Aussenstand im Gegesatz zum mim guet aagleite Fufzger Iisatz.
50 Mark, 50 Kubick, 50 Johr
Woni no wieder dehoem uff de Boor war, han i Fortbewegungsmittel mit 4 Räder bruucht und dietlich meh PS und höhere Gschwindigkeite. Baustelle und Projekt hinter Villinge, im Ostschwarzwald, später im Breisgau , im ganze Südweschte und no später z ganz Diitschland, kaasch mit em Solex hal oefach nimmi abzuckle. S Rot Velo Solex isch in Schopf kumme und d Spinnehuddle hond e Freud ghet und e wunderbaar Grundgrüscht für ihre wunderbare und mystische Netzwerk und Traumbilder.
Wonni denno nimme so vill und so schnell i de Gegend rum pforre han miesse, isch mer des total iigwobbe, abgschosse , verbleicht Solex wieder mol i d Pfote groote. Erinnerunge sind uffgstige, de Fuffzger, de Peter, die Baizetoure dorch d Konschtanzer Altstad und die nächtliche, kurvige Hoemfahrte mit dem gattige Schnurrerle. Mit em Handfeger kurz d Spinnehuddle abpinsled, guckt ob no Mischung drin isch, e wenig nochgfüllt, d`Michelin Reife nuu e klie weng nochpumpt, 10 -20 Meter aagschobe und: aatrete und : tuck, tuck , tuck, brumm, brumm, brumm, brrrrrrrr, es rennt. D Mickene dont au grad no. 35 Johr isch es gstande, so 60 Johr alt und immer no, oder au wieder Kult. Über 6 Mio. mol hond d Franzakke des Kärreli baut vu 1947 – 1982. Ganz oefach, genial, ohni Gang, Getriebe, wartungsarm, guet reparierbar sogar für uuerfahreni Schruuber, halt so wie au die Ente, de 2 C V au. Denno war es zmol altmodisch, untermotirisiert und nimme gfrogt, nimme verkaufbar. De VW Käfer isch übrigens nuu 3 mol soviel baut wore, nämli so 20 Mio. mol weltweit.
Sonnen König
Wa aber mol Kult war, kunnt zruck, word wieder Kult, fascht wie vu Geisterhand und über Naacht. De Rote Renner han i nit nuu abgstaubt, sondern au eweng uffgmöblet, gschmiert, gwartet, iigstellt, putzt. Es rennt wieder wie e Örgeli und hilft mer beim Milch hole bis Schrenke- Michbuure am Weiherbach, bim Pilzsueche am Halleberg, bim im Wald und Feld ummistruehle und zum is Kino an Riepleplatz gau, wenn s Guckloch unter dene umtriebige Manne unterm Henry Probst au Kult zoeget, nämlich Kultige Film wie jetzet am Friitig Obet: „25 km/ H“ en wunderbare, poesivolle, amüsante, unterhaltsame, ehrlich gspielte Film über zwei schreege Kerle, zwei Brüder, die i de Jugendziit devu troomt hond mit ihrne Moped emol vu Villinge a d Ostsee z Fahre. 30 Johr später als Mitlive- Latschi machet sie den überzwerrissne, gattige Fortz, nochdem sie de Vater beerdiget hond und alli Vernunft und Aapasstheite für paar Tag über de Huufe werfet, oefach spinnig überbockle lond.
Irgendwie bin i jetzt am überlege, ob i des denne nochmache sot. Immerhin han ich zwischeziitlich e Uuswahl vu vier fahrbereite, guete, original- verschiedefarbige Velo Solex. S Rot, s verbleicht, abgschosse, des bliibt wie es isch. S word nit hochglanzpoliert, gstrieglet und bieglet und uffgmotz zum Poose und Aagähe. De Guu vu de sparige Benzin- Zweitacktölmischung muess mer i de Nase schmecke kinne, d Auge mond vu de matte Patina die gattig Ziit vu de 69- er, 70 – er Johr, vu unsere unbeschwerte, pralle Jungmanneziit ablese kinne und Ohre mond us em Schnurre, brummle, de Fehlzündunge die Wunderwelt us em allemannische Wirtschaftswunder ablausche kenne.
Jo so wars, i de 70-er. Loset genau änni, bald vergiss ichs nämli.
Allez le Bleu
Lieber Solex statt Rolex
Mi Solex rennt sit fascht sechz`g Johr, Zerscht z` Konschtanz, jetzet uff de Boor Mit grad me Liter kunsch gi Zuffehuuse Dä bauet`s Kärre, es isch zum Gruuse
Die Bruuchet für den gliiche Weag 30 Liter Ich mon des sei doch ganz schee bitter? 6 Gäng, -4 Liter- Triebwerk, riese Bolle Die gänz bigott granate gschwolle
Mi Solex bruucht so Fürz gar nit Koe Schaltung, Kupplung, e kleini Schnorre Sprit Des Kölble, grad mol fuffzg Kubik Triebt`s Reibrad aa, und des ganz quick
Sell Reibrad kippt uffs Vorderrädli Des draiet schnell und ganz schee keckli Dieselle Akku- Strom und Fuulenz- Geppl All zweits Johr en Akku, sait min Spezi Seppl
Mi Solex rennt mit wenig Sprit Und des isch jetzt de grosse Hit I dere Ziit, siit des mich zieht Briechts Seppli fascht 30 Akku- Kit
Öko- Ökonomisch goht des uff Die Solex Manne, die hond`s druff Sechs Millione so Verbrenner 0,7 PS, des waret wirkli konni Penner
Energetisch bringt de Sprit am meischte Do könnet d` Ökologe, gosche, beischte Untermotorisiert, so hoesst de Trick Drum hät mi Solex den bsundre, den fronzössche Kick
Ducati, Harley, BeEm Weh Do dont der jo scho d` Ohre weh Ich bruuch koe Junghans und koe Rolex D` Hauptsach isch, ich han mii Solex
am Sonntag, den 30. März 2025 hat mich meine Frau unter diesem Riesengebilde eines Plantanenastes fotografiert. Wo das war, verrät der „Pegelstandsmelder“ links neben mir im Bodensee. Zur Zeit ist absolutes Niedrigwasser angezeigt.
Aber zurück zum Thema, was ist das für ein Gebilde? Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden, es ist Baumkrebs. Laut Wikipedia wird er durch die Infektion der Rinde und des Holzes mit Bakterien oder Pilzen verursacht. Die infizierten Bäume reagieren mit der starken Bildung von Wundgewebe, Kallus genannt, um die durch die Infektion verursachten Schadstellen zu überwallen. So entstehen an Ästen oder am Stamm Wucherungen, die eine beträchtliche Größe erreichen können.
Hätten Sie gedacht, dass Bakterien und Pilze Verursacher dieser Geschwülste sind? Es gibt eine Vielzahl von Ihnen, die teilweise baumspezifisch sind.
Durch die Infektion wird die Pflanze je nach Art und Stärke der Erkrankung mehr oder weniger geschwächt. Bei ungünstiger Lokalisation der Wunden zum Beispiel am Stamm oder an einem der Leitäste kann es sogar zum Absterben der Wirtspflanze kommen. Oft können befallene Bäume aber auch trotz der Erkrankung sehr alt werden.
Dies trifft für die Linde oben zu, die zu einer Gruppe von starken Linden bei der Pfarrkirche St. Peterund Paul in Hausen vor Wald gehört. Obwohl der Krebs den Stamm ganz schön einnimmt, lebt die Linde noch, aber – nicht weiter verwunderlich – mit angezogener Handbremse.
Die Nilgans – ein afrikanischer Zuwanderer oder auch Gefangenschaftsflüchtling macht sich wohl zunehmend unbeliebt. Die Ankunft von neuen Arten ist sicherlich nicht immer unproblematisch. Der Unmut den gerade mal wieder einen dieser Zuwanderer trifft, ist allerdings unbegründet. Natürlich verteidigt jede brütende Mutter ihr Nest. Das ist aber nicht aggressiv, sondern normal für jede Mutter. Daher ist dieser Grund sicherlich nur vorgeschoben, um die Liegewiesen in Schwimmbädern und Freibädern vom Kot der Tiere, die Grasfresser sind, zu befreien. Nur rechtfertigt dies einen Abschuss? Ein solcher Abschuss wäre nur dann sinnvoll, wenn die Jagd nachhaltig ist und die Tiere wie anderes geschossenes Federvieh anschließend zur Gewinnung von Fleisch als Nahrung genutzt würden. Dann jedoch wäre die Jägerschaft verpflichtet, wie auch bei anderen Wildtieren im Sinne der Hege sich um den Erhalt gesunder Bestände zu kümmern. Da dies bisher nicht der Fall ist scheidet die reguläre Jagd als Methode der Reduzierung dieses Bestandes aus.
Dass die Jungtiere teilweise ganzjährig geschossen dürfen führt dazu, dass bis zu 20.000 Tiere jedes Jahr ohne Sinn und Verstand geschossen werden. Dabei sterben wahrscheinlich auch geschützte Gansarten die auf dem Durchzug sind oder sich unter die Nilgänse mischen. Daher sollte, wenn überhaupt, eine Jagd nach Ende der Brutzeit und bevor andere Gänsearten ankommen oder durchziehen beendet werden.
Wer ist hier also aggressiv?
Probleme mit Nilgänsen in Parks, Schwimmbädern, Freibädern, landwirtschaftlichen Flächen rechtfertigen jedenfalls nicht den Abschuss der Tiere. Es gibt wohl keine nachweisbare Gründe, die es verdienen gewürdigt zu werden. Dagegen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, deren Effektivität zunehmend nachgewiesen werden, um die Tiere zu verscheuchen. Jedenfalls die im Südkurier genannten dienen lediglich dazu sinnloses und offensichtlich auch lustvolles Töten zu rechtfertigen.
Freuen wir uns lieber an Zuwanderern, denn die heimische Tierwelt ist ohnehin nur noch ein Hauch von dem, wie sie einmal war.
Am Donauzusammenfluss
Mit Halali auf die Scheiße
vom 17. November 2023
Es ist schon erstaunlich, dass ein vom Landratsamt Donaueschingen seit 1960 ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet nun zum Schutzgebiet für Badende umgewandelt wird. In der Regel sind bestimmte Maßnahmen und Handlungen im Landschaftsschutzgebiet verboten oder eingeschränkt. Dies kann beispielsweise das
Abholzen von Bäumen oder das
Betreten von sensiblen Bereichen betreffen.
In solchen Gebieten kann und soll man die Natur in ihrer Vielfalt genießen, einzigartige Tier- und Pflanzenwelten entdecken und die Vielfalt der Landschaft erleben. Sogar Jäger beobachten mit Besorgnis die anhaltende Beeinträchtigung, Gefährdung und die Inanspruchnahme von Lebensraum und den damit verbundenen Rückgang von Pflanzen- und Tierarten. In den vergangenen Jahren wurde der See immer mehr für Badende geöffnet, was zur Folge hatte, dass die Autos schon fast keine Platz mehr hatten und die Stadt sich dazu gezwungen sah, dies durch Parkgebühren und Zufahrtsregelungen zu steuern. Diverse Maßnahmen führten dazu, dass der einstige schöne Rundweg begradigt wurde, Bäume verschwanden und Liegewiesen entstanden, von einem Landschaftsschutzgebiet also schon lange nichts mehr zu erahnen war. Was hartnäckig blieb und sich bisher nicht vertreiben ließ, egal was der Mensch mit seinen ständigen Eingriffen tat, waren die Gänse. Nun also die Gänse.
Was ich durchaus nachvollziehen kann ist, dass der Landwirt, dem die Wiesen gehört, über die Masse an Gänsen nicht erfreut ist. Doch in manchen Fällen können Eigentümer auch Ansprüche auf Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen haben, wenn ihnen durch die Schutzmaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet wirtschaftliche Nachteile entstehen, und diese sind unzweifelhaft gegeben. Was ich aber nicht nachvollziehen kann ist, dass aufgrund von Grillfreunden und Partygängern nun ein Gemetzel stattfindet. Wie viel Schwimmbäder gibt es in der Region und wie viel Seen, an denen es nicht das Problem von Gänsekot gibt? Im Übrigen, wenn wir von Kot sprechen – was ist mit den Hundehaufen und den Haufen im Wald? Die stören offensichtlich nicht. Welche Scheiße ist erlaubt und welche nicht?
Wenn wir uns in der Natur aufhalten gibt es nun mal Natur und dazu zählen auch Gänsekot und Insekten im Bierglas. Wenn wir das nicht wollen, sollten wir uns ein gekacheltes Schwimmbad aussuchen und den Eintrittspreis zahlen. Dass für Menschen die lieber bis auf die Parkgebühr, die ja der eine oder andere inzwischen auch weiß zu umgehen, umsonst in einem See baden, nun die Tierwelt dort dezimiert wird ist mehr als bedauerlich. Übrigens sollte dann auch das Schild entfernt werden, dass das Gebiet als Landschaftsschutzgebiet ausweist und sogar die Gans dort abbildet, denn mit etwas zu werben, was ja nicht gewünscht ist, ist Hohn.
Sind sie das? Haben Sie heute Morgen schon einen Vogel singen hören? Leider werden es immer weniger, an denen wir uns erfreuen können. Viele Vögel kommen bei ihren Routen aus den Winterquartieren um, weil sie über Ägypten, Malta und in vielen anderen Ländern abgeschossen werden. Viele verhungerten in ihren Winterquartieren, weil nicht genügend Bäume zum übernachten dort vorhanden waren und die Tiere wenig Nahrung fanden. Und hier?
Hier kämpfen sie mit Pestiziden und Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft und damit einhergehend ebenfalls mit immer weniger Nahrungsangebot an Insekten. Auch hierzulande gibt es kaum noch alte Baumbestände für Bruthöhlen oder an Häusern passende Möglichkeit ein Nest zu bauen. Immer mehr Gärten gleichen Steinwüsten in denen weder ein Vogel Nahrung findet, geschweige denn brüten kann.
Schätzen wir den Gesang der Vögel im Frühling? Bewundern wir ihre kunstvollen Nester und ihre wunderschönen Gefieder? Oder wissen wir nichts über die Vogelwelt auf der Baar?
Haben Sie schon einmal einen Zaunkönig singen hören? Sein Gesang gehört mit zu den lautesten in der Vogelwelt. Oder erfreuten Sie sich an dem frühmorgentlichen Gesang der Amsel auf den Dächern? Haben Sie die Storchennester auf den Strommasten an der B27 entdeckt oder unser Nest auf dem Kirchendach? Haben Sie das Klappern bei der Begrüßung des Paares gehört und wissen sie, dass die beiden ein Leben lang zusammenbleiben? Haben Sie den Gesang der Goldammer gehört der sich anhört wie der Vers: „Wie, wie hab ich dich so lieb“? Oder sahen Sie schon einmal einen Spatz genüsslich ein Sandbad nehmen? Leider sind diese Anblicke immer seltener geworden. Wie sehr schätzen Sie unsere Biodiversität? Wir können alle etwas dafür tun, dass die bunten gefiederten Freunde noch weiter singen.
Über die App Forest könnten Sie zum Beispiel für wenig Geld helfen Bäume in Afrika zu pflanzen. Sie können Ihre Fenster gegen Vogelschlag sichern. Sie könnten ihren Garten naturnah gestalten und in ihm Bäume pflanzen. Sie könnten sich für den Schutz von alten Streuobstwiesen stark machen. Sie könnten Nisthilfen aufstellen. Sie könnten ihre Freigänger-Katze während der Ausflüge von Jungvögeln zu Hause lassen. u.v.m.
In früheren Zeiten nahmen Bergleute einen Kanarienvogel mit in die Bergstollen. Wenn er nicht mehr sang, wussten die Bergleute, dass der Tod nahte. Wenn die Vögel nicht mehr singen, geht uns nicht nur viel verloren. Wir, die wir maßgebend am Klimawandel und an der Vernichtung von Biodiversität unseres Planeten teilhaben, sind ein Teil dieser Erde. Wenn die Vögel sterben, sterben auch wir.
Sorgen wir deshalb dafür, dass unsere Vögel noch lange singen!
diese spannende Geschichte beginnt am 9. Februar 2025. Reinhold Mayer aus Tennenbronn schickte mir das Bild und schrieb: „Wir haben heute im Wald oberhalb des Kesselbergs bei Oberkirnach (über 1.000 m NN) eine Rupfung gefunden. Diese Feder ist 20 cm lang. Kann es wirklich eine Rohrdommel sein?“ Wow, eine gerupfte Rohrdommel im Schwarzwald. Mein „google lens“ kam zum gleichen Ergebnis. Ehrlich gesagt finde ich das Erkennen von Vögel anhand von Federn sehr schwierig. Ich wälzte mein dickes Buch über Federn, das ich mir vor Jahren anschaffte, und hielt auch einen Turmfalken für möglich. Jemand brachte eine Waldohreule ins Spiel. „Mein“ Hinterwälderzüchter und Naturmensch Paul Franck aus Kraichtal-Neuenbürg bot folgende Hilfestellung an: „Eulen fliegen lautlos, deshalb die Feder am Ohr auf- und abbewegen, wenns sehr leise ist, dann war es eine Eule“. Reinhold Mayer machte das und kam zum Ergebnis Eule. Was alle Experten erkannt hatten, dass eine Raubsäugetier die Rupfung vorgenommen hatte, wissen Sie wieso?
Weil die Federkiele durchbissen waren, man sieht das sehr deutlich auf dem Bild oben. Jetzt, was war es nun für ein Vogel? Ein Eulenexperte tippte auch auf Rohrdommel und leitete die Federbilder an einen Federexperten weiter. „Das sind definitiv Rohrdommelfedern“ schrieb er. Ouod erat demonstrandum. Klasse.
In Deutschland kommt die Rohrdommel als ziehender Brutvogel vor allem im Nordosten, besonders in der Mecklenburgischen Seenplatte vor. Sie lebt in ausgedehnten Schilf- oder Röhrichtbeständen am Wasser. Man schätzt den Bestand nur noch auf einige hundert Brutpaare. In Westdeutschland ist sie weitgehend verschwunden.
Jetzt noch zur Deutung des Fundortes Schwarzwald: Möglicherweise befand sie sich auf dem Durchzug nach Nordwesten und machte Rast in einem Feuchtgebiet mit Biberteichen am Rohrbach 500 m unterhalb des Fundortes. Vielleicht ist sie dort Opfer eines Fuchses geworden, der sie zur Rupfung wegschleifte. Manchmal trifft eben auch das Unwahrscheinliche zu.
Ich habe aus dem kosmos Vogelführer die Abbildung oben eingefügt, das die Rohrdommel im Laufen und im Flug zeigt. Bekannt ist ihre Pfeilstellung bei Gefahr, sehen Sie, wie hervorragend sie getarnt ist?
Reinhold Mayer und allen beteiligten „Detektiven“ vielen Dank.
Es ist wirklich ein Wolf (Überschrift eines Berichts der Donaueschinger Redaktion von Südkurier und Schwarzwälder Bote vom 5. März 2025)
Das Foto einer Wildkamera, aufgenommen in der östlichen Baar, belegt: Er ist wieder da – Rotkäppchen und die sieben Geißlein lassen grüßen! Dass sich seit 2016 auch auf der Baar immer wieder mal ein Wolf gezeigt hat und dass jetzt auch Damwildrisse bekannt werden, hat seine Logik: Der Damwildbestand im und um den Unterhölzerwald ist für Wölfe gar zu verlockend. Weshalb es wenig verwunderlich erscheint, dass auch die Ausrottungsgeschichte mit der Ostbaar eng verbunden ist, vor allem dank der Wartenbergischen Wolfsordnung, die sich ab dem Jahr 1540, wann immer ein Wolf auftauchte, als ein ausgeklügeltes und hocheffizientes Alarmsystem erwiesen hat. Als 1805 endlich der letzte Wolf der Baar erlegt war, kannte die Freude der Wolfsjäger keine Grenzen mehr: Bei ihrer Rückkehr nach Donaueschingen wurden sie (Zitat K. Stephani) „in feierlichem Zuge von der fürstlichen Musik unter Begleitung des Bürgermeisters und des Militärs eingeholt“.
Am Wartenberg: Warten auf den Wolf
Anno 2016 verkündete der für Jagd zuständige Minister Peter Hauk noch freudig, dass der Wolf bei uns wieder heimisch wird: „Wir begrüßen den Wolf in Baden-Württemberg“ (Pressemitteilung Nr. 100/2016 des Ministeriums für Ländl. Raum und Verbraucherschutz) ließ er wissen. Und auch der Chef der FF-Forst- und Jagdverwaltung, Dr. Jens Borchers, hatte nicht gezögert, den Neuankömmling willkommen zu heißen und zu versichern, dass es hier an frischer Nahrung nicht fehlen werde. Auch die Baaremer Bevölkerung hatte die Nachricht erstaunlich gefasst aufgenommen, ohne dass Urängste aufgetreten wären oder gar die Schließung von Waldkindergärten erwogen worden wäre. Nur seitens der Schafhalter hagelte Kritik.
Inzwischen haben sich die Sympathien für den Wolf freilich stark abgekühlt. Er ist trotz Wolfsmanagementplan längst zum Politikum geworden und soll künftig dem Jagdrecht unterstellt werden. Erfreulicherweise schürt der jüngste Bericht in den Tageszeitungen keine Raubtierängste, auch wenn er in Wäldern, wo Wölfe nachgewiesen worden sind, immerhin zur Vorsicht rät. Wohingegen laut Umweltministerium Begegnungen selbst nachts keine Gefahr darstellen würden. Bleibt zu hoffen, dass uns Wolfshysterie auch weiterhin erspart bleibt.
In der aktuellen 5. Jahreszeit der Narretei ist es bestimmt interessant zu erfahren, was Hofnarren im Mittelalter für eine Funktion hatten. Sie sollten das Verhalten des Adels spiegeln und auf diplomatische Weise die Stimmung unter dem Volke vermitteln und durch kritische Fragen die Meinungsbildung erleichtern. Man kann Hofnarren also als eine Institution zulässiger Kritik bezeichnen.
George Bernard Shaw sagte einmal:
„Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.“
Deshalb möchte ich heute in diesem Kommentar mal einen Hofnarren machen.
In dem Fall jedoch lade ich Sie zum Nachdenken, Umdenken und Andersdenken ein.
Es begab sich vor langer Zeit, da herrschte, wie es regelmäßig üblich war, zwischen verschiedenen Adelsgeschlechtern wieder mal Krieg. Und es ging dabei wie immer um Land, Macht und Geld und weniger um das Volk und seine aktuellen Probleme. Fürst eins war der Meinung das die Gegenseite zu viel Land besaß . Fürst zwei brauchte aufgrund seiner kostspieligen Hobbys mehr Geld. Fürst drei störte sich an dem Zustrom von Armen aus dem Nachbarland von denen er zudem auch noch zu wenig Steuern einnehmen konnte. Fürst vier wollte einfach nur mehr Macht, weil ihn alles andere langweilte. Jeder der Fürsten versammelte hinter sich also alle wehrfähigen Männer, um in den Krieg zu ziehen mit dem Ziel genau das für sich zu erreichen. Den Männern, die da für den Adel in den Krieg ziehen sollten wurden diverse Märchen erzählt, damit sie auch mit der „richtigen Einstellung“ gegen Ihresgleichen zu Felde ziehen würden. Das waren so Dinge wie:
Eure Häuser werden Euch von der Bevölkerung des anderen Adelsgeschlechtes weggenommen
Ihr werdet von Denen als minderwertig zu Frondiensten geknechtet werden
Die Zuwanderer fressen Euch die Haare vom Kopf
Die Steuern, die das andere Adelsgeschlecht erheben wird, werden Euch ärmer machen
Eure Felder werden andere bestellen und die Ernte teuer an Euch verkaufen
Es wird im Lande Anarchie herrschen
Ihr werdet nicht mehr frei Eure Meinung vertreten können und in den Karzer geworfen, wenn ihr es dennoch tut
….
Blinden Glaubens stürzten sich die Völker in die Schlacht und sahen nicht, dass sie lediglich dafür sorgten, dass ihre Herren reicher und reicher wurden, für sie jedoch sich wenig ändern würde. Entweder würde Fürst eins ihnen ihr Land wegnehmen, Fürst zwei ordentlich Steuern erheben um seinen Lebenswandel finanzieren zu können und Fürst drei würde sie verjagen, Fürst vier würde sie in ihren Rechten einschränken. Was bewog vernünftig denkende Menschen dazu die Schwerter, Mistgabeln und Stöcke zu nehmen, um gegen ihre Mitmenschen in den Krieg zu ziehen?
Angst!
Angst um Verlust an Gütern, Wohlstand und Selbständigkeit.
Ein Märchen? Nein, die Aufforderung zum Nachdenken, Umdenken und Andersdenken wenn es darum geht sich die Frage zu stellen von wem wir regiert werden möchten. Von Rattenfängern oder von Fürsten die nicht nur an sich denken. Von Fürst 1, 2, 3, 4 oder …..?