Pfohremer Boschestich und Boschegschecht

12. August 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

Jedes Land, jedi Stadt und jedes Oert hät sinni uroegenschte Bsunderheite und Merkmäler. Pfohre hät glii mehreri: D `Enteborg, de Karl de Dick, de Schnuufer, de Pfohremer Emil, fehlende Wald und die aalt Boschestich- Kultur. Die kaa uf de Boor nu no Sumpfohre, Hifinge, und Baldinge vorwiese. Erscht im Oberschwäbische giehts des nomol. Und natierli ganz im Norde im Böllsche Torfklassikerland Irland.

Au so en erschte, uvergässliche Kindheits- Iidruck verbandlet mich mit Pfohre. Wenn de Onkel Fränzle us Villinge, en mittelständische Muurermoaschter, am Sunntig zum Kaffeebsuch kumme isch, war vielmol e Überraschung im Programm. Wenn de Kaffe und de Kakko trunke war, de Kurche verdruckt und d`Manne wohlgfällig Zigarre azunde hond und Wiiber no e Praline gschneiget hond hät de Onkel Fränzle sage kinne: „ Älli Kinder iistiege , me machet e Spritztour “ Die ganz Bagage isch in Opel- Kapitän innigschlupft und ab ischs gange a sie Spezialstrecki. Es hät nu zwei Strosse gäe wo er des zoage hät kinne wa iis und ihn selber pfupferet hät. Die pfielgrad Diiremer- oder i dem Fall d` Pfohremerstrooß. Am Fischerhof hät er Vollgas gähe, on nochem andere Gang uffigschaalte und gjohlet : „ Gucket uf de Tacho “ Ganz figgerig hond mir gschächt wie die analog VDO- Noodle sich gege Hundert ufizitteret hät. 6 Zylinder, 90 PS, 2,6 Liter hond des schwer Blechschiff aatriebe. Kurz vor dem Sauboge am Rote Roae war sie knapp dribbert und alli hond glasige Auge ghet und giigset und ghjohlet. Die magisch Schallmuur vu 100 Sache war dorchbroche. S ́erscht mol 1000 Sache, uvergesslich.

Z `friede und strahlend und mit gliehige Backe simmer und de Onkel Fränzli i de Ledersitz versoffe . De Sunntig war meh wie glunge und am Schuel- oder Kindergarte- Mäntig giits hofährtig ebis zum aagähe. No im Abbremse vor dem gähe, giftige Boge isch de hämisch Sproch kumme vum armselige Mangel vu de Pfohremer a Wald. Zaghaft hond Pfohremer am Rote Roa probiert endlich au mol vu Tännliwieber en Wald z` setze z`lau . Denne iibildte Eschinger hät mer endlich emeol s Muul stopfe welle mit ihrene oaföltige Sprich vu wege konn Waald. Mit dem hät mer die Schnuufer immer gfuxt und versecklet. Und grad gege Eschinge sott der zuekünftig Prachtswaald Wald au selewäeg zoage. Denne weremers scho no zoage !

Gmächlich isch es dorch Pfohre gange und d`Gschecht vum Dicke Karl, de Enteborg mit em Schnuufer und em Pfohremer Emil isch wiedermol ufgwermt wore. Womer aber vu de Giisinger Strooß geg Baldinge und de Unterhölzer abboge isch, hät e anders Gschechtli aagfange: „ Gucket do, do gond d `Pfohremer gi Boschestäche. Des sind Torfschibbel die trocknet weret, hoam gfiehrt weret mit em Fuhrwerk mit broate Räder dammer i de Sumpfwiese nit versuuft und im Boscheschopf scheen iibieget weret. Mir z`Villinge hond en Rieswelle- und en Holzschopf und d`Pfohremer halt en Boscheschopf. Die Bosche nimmt mer zum Fiehre vu de Kochi, de Stubbe und zum Bosche- Speck räuche. De Onkel Fränzli hät Verwandschaft z`Pfohre kha, i de „ Bloome“. Selewäg hät er sich i dem Oort uskännt. Die Lektion wär also au glehrt.

Boschepräzision vus Vetters

Johre später, i de Storm und Drang Jugendjohr han ich die näscht Bosche Lektion griegt. Im Büro Greiner hät d `Wolfe Marlies und Raible Irma vu Pfohre gschafft. De Ur- Hifinger, de Frischi- Jacob hät die Büro- Maidli am Mäntig- Morge immer verseckle welle mit dem Sproch: „ Weller Suuländli – Latschi hät ei wieder im Boscheschopf ummenannt druckt ? „ Well die zwei gifizige Pfohremer Maidli koeweng ufs Muul ghait sind, hond sie ihm denno immer ummigäe und knitz pfitteret, „ dass es imme Boscheschopft gmietlicher, wärmer und woacher sei wie i dene stupflige Hifinger Rieswelleschöpf und ihne nie en Hifinger is Huuswese käm „ Wenn sie manchmol no den Sproch: „ Lieber kon Finger als en Hifinger „ no hät de Jacob für e paar Woche wieder s `Muul khaalte. Nomol e Lektion, desmol eweng oachener und feinsinnig ufklärerisch. Die näscht Bosche Lektion hanni noch Fäschter bald au no intus khaa. Wenn d `Wirtschafte und Feschtzelter gege Morge zuegmacht hond, sogar im Caffee Hemdhoch oder im Bahnhof im Münzer Bolozeistund bote wore isch und es fascht scho daget hät häts ghoasse:

„ Kummet , me gond zu mir gi Speckesse“ hät d`Marlies sage kinne. Also mit e paar Promill Vorsprung ab zu de Wolfe- Marlies. I de Kochischublad d`Messer und Brettli uusi, en Loab Brot uf de Tisch, Moscht usem Stoakrueg und us de Rauchkammer en gherige Mogge Schpeck, manchmol häsch au de Oortmogge verwischt. Meischtens hond denno die Weschtbooremer und Vorderwälder bim erschte Bisse s`Gsiecht verzoge. Der Speck hät ganz andersch gschmeckt wie iisern Holder- Fichterieswelle- und Wellebängel- Speck. Er war ebbe mit Bosche , mit Torf gräucht und hät ganz andersch groche und gschmekt, halt Pfohremerisch. E weng abgstande, bodig, erdig, torfig, moorig, eweng au sumpfig, rauchbissig, halt oafach boschig. Der bosche- Rauch isch ebbe en viel ältere, us Hochmoor- Torf der uralt isch und nit us frischen Riis und Holz wie bei iis. S `lieget e paar Johrhunderti zische denne zwei Rauch- Sorte, zwische denne zwei Speck- Guu.

Aber au e hohe Brauchtumskultur und Räuchertradition bei beide und zwei ganz bsunderi Gschmaker. Schad dass es en nimme giit, sunscht kennte er no so berühmt were wie de Irisch Whiskey der au en weltberühmte Gschmak noch Torf hä und enorme Zuwachsrate hät.
Wie wärs ihr Pfohremer mit eme Märtstand am Friitig mit Boschespeck, Boschebrotwürscht, Boscheschwarzworscht und boschegräuchte Forelle ? Ebis wunderet mi hit no. Wieso d`Pfohremer ufem neie Dorfplatz so en oafältige Storch ufgstellt hond und nit de Boschestecherkult darstellet ? S`gäng au sogar beides. I dene Boschestichgräbe sind die Störch dene sicher überzellige Frösch an Kragge gange.

s Vetter`s im Boscheclaim Vetter

Aber jetzt wet ech im kundige, am oagene Liib gschundene Boschestecher, em Pfohremer Zimmermanne – Ernscht, alias Alfons Hueber, de Griffel übergähe. Der verzellt eich wa hinter dem Boschesteche für e Kultur, für en Kult, für e Gschier, für e Handwerk, für e Wisse, für en Wetteiffer, für e Leischtung, für e Fuhrwerk , au für en Handel, füer e Iikumme, für e Borgerreacht und wa für e Hischtorie dehintersteckt.

Jo , so dierfts gsi sii, dämols .

Und jetzt loset emol im Zimmermaa zue.

Wenn en Eschinger – sell ist des Hubert Mauz – über de Pfohremer Boschestech schriibt, no ist sell für d’Pfohremer ungfähr so, wie wenn d’UNO ‘s Mittelmess, d’Röhling und auch die Unter und die Ober Berche zum Weltnaturerbe erklärt het. De Pfohremer pfuffereds aber auch eweng, wenn si bei dere wechtige Sach nicht selber z’Wort kummet. Sell ist der Grund worum ech zu de Gschecht vum Hubert Mauz auch no min oagene Sempf dezu gä mo. Fer mech sind nämli mit em Bosche steche scheeni Erinnerunge verbunde. Erinnerunge, die mir toalwiis hit no weh dont, wenn i dra denk. Wo ech no e Kind gsi bi, hät mech d’Motter ufem Fahrrad Gepäckträger mit in Boschestech gnomme, wenn si mim Vatter und mim Biäder nochem Zwelfi-Liite ‘s Mittagesse broocht het – ä gueti Suppe im Essekäntli, a paar gsottni Ajer, Broot- und Leberworst us de Bigs, en halbe Loab Brot, Kueche, Boschekiächli und Kaffe zum Nachtisch. S’Gschier, wo d’Suppe und der Kaffe drin gsi sind, ware i nasse Handtiächer iigwicklet, dass alls warm blibe ist. D’Ajer hond au warm bliibe messe. Us dem Grund hät sie d’Motter oafach i d’Kaffekante inigleit. Im Boschestech han ech mitesse derfe. So guet wiä dert, häts Esse dehoam niä gschmeckt. Au ech bi nit ewig e Kind blibe. Bald ha au ech bi de Arbet im Boschestech mithelfe messe. Zum Bosche schalte hät der Vatter mech iitoalt. Ear selber hät d‘Bosche g‘stoche und min Briäder hät ihm oder auch mir gholfe. ’S ist e herti Arbet gsi, aber auch e Sach di mer ‘s ganz Lebe lang nimme vergisst. Boschesaison ist offiziell Ende Mai losgange und ganz Oart hät sich zum Boschesteche im Boschestech troffe. ’S wared aber nit nu on, sondern drei Boschestech – on im Mittelmess, on i de Untere Berche und on i de Obere Berche. Wo die onzelne Familie ehri Bosche g’stoche hond, ist paar Woche vorher uf em Roothuus usgloset worre. Am beste hät mer d’Bosche i de Berche steche kenne, wenn mer der rechtig Platz verwischt hät. Im Mittelmess ist mer obe gege de Hasegarte zu nämlech auf Lett g’stoße, der gar nit brennt hät. Friä am Morge so zwische Segsi und Sibini isches im Boschestech los gange. De Ufsehner im Stech, mir hond Boschekenig zu ihm gsait, dämols isches noch der Ruädli Milli, also de Wolfe Emil, gsi, hät di onzelne Stech scho usgmesse ka – ziä Meter broat, wemmer 10.000 Bosche hät steche derfe. Sovil Bosche hät nämlech jeder Birger steche derfe. Wenn zwei Birger i dä Familie gsi sind – de Vatter und de Grossvater – hät mer 20.000 Bosche steche derfe. Am erste Tag, ist Boschewand no so gstande, wemer fearn ufghert hät, so en meterseachzg oder den meterachzg hoh. Unne im Stech wars meistens matschig. Me hät also am Fueß vu de Wand erst en Grabe unssteche messe, dass ‘s Wasser abgloffe ist. De Nochber hät sell messe abneah. Jetzt hät mer i de Ebini obedra zerst abdecke messe, des hoaßt mer hät de gwase Bode vu etwa zwonzg Zentimeter mitem Spate abstoche, abtrait und in Stech abi gworfe. Joo, und jetzt häts Boschesteche los gau kenne. Im Stech une ist meistens on Maa gstande, der mitem Boschespate horizontal Bosche fer Bosche us de Boschewand usigstoche hät.

Des hät zwar ganz liicht usgsene, me hät defir aber scho ordili Kraft brucht, wemmer de Spate ungfähr driißg Zentimeter i d‘Boschwand – sell ist die gwase Torfschecht – inidruckt hät. Miteme kleine Ruck ausem Ellebogeglenk hät mer hinne de uusstoche Bosche abbroche und sälle denno mit Schwung uf d’Ebini obedra, abgleit. Do obe hät de Boscheschalter gschaffet. Er hät die vom Boschestecher ufigleite Bosche, me ka au Torfschibbel dezue sage, uf de Boschekarre g’lade. Wa sell ist, moss ech glaubi auch erkläre. Im Prinzip ist de Boschekarre ein spezielle Schubkarre fers Boschesteche. Vorne ist e broat Holzrad miteme Iisereife, dann kunnt e etwa fufzg Zentimeter broati und seachzg Zentimeter langei Ladeflächi und hinter dere no e uugfähr fufzg Zentimeter hohe Hinterwand. Uf der Karre hät mer so uugfähr vierzg nassi Bosche ulfade kenne. Aber nu, wemmers verschalte hät. Des Ziig war nämli saumäßig schwer, und wenn de Stech nu ziä Meter broat gsi ist, hät mer den Karre wiit hinteri schalte messe.

Also, ech sags wiä ‘s ist – meh we driißg Bosche, han ech niä uf der Boscherkarre glade, well mir Kraft fer e greßeri Biig g’fehlt hät. Wenn d’Bosche uf der Karre glade gsi sind, hät mer diä uugfähr ziäh Meter hinterem Stech i Zille ufschechte messe und zwar allewiil inere dopptlete Raje, zwei parallel zuenand, zwei – wider parallel – obedruf und dann nomol ganz obe on Bosche schräg. Des wared dann ziäh Bosche, ziäh fu dene Heckli wared dann hundert Bosche. I de oberst Bosche vu dere Zehnerraje hät mer en kleine Grasbischel inidruckt. So hät mer d’Bosche guet zelle kenne und Zille fer Zille, jeweils taused Bosche ufgstellt. ‘S war aber nit so, dass mer die Bosche wo mer selber g’stoche hät im Herbst dann auch hät hoamfahre kenne. Wer welli Bosche kriät hät, ist nämli wider ufem Roothus usglost worre. So hät jeder bim Boschesteche druf g‘achtet, dass die vu ihm gstochene Bosche dem vum Boschufsehner voargebene Normmaß entsproche hond.

Boschestecher Gottfried Vetter

Tricknet hät mer Bosche scho dämols ganz modern, nämli mit Sunneenergie. Wenn d’Sunn aber nit g’schunne hät, oder viel Rege abikumme ist, hond Bosche nicht tricknet. Ime normale Johr, hät mer Bosche nooch uugfähr vier Woche umgschlage. Do dezu kamer auch umsetze sage. Jetzt hät mer Bosche vu zwei Zille zu oore Zille ufgschechete – also wieder inere Zweieraje, aber jetzt miteme zweite Stock obedruf. Jetzt hät im om Heckli scho zwonzg Bosche gha. Bosche wared jetzt scho vill liichter und au scho vill kleiner. Wieder hät mer d’Sunneenergie wirke lau. Wieder paar Woche später hät mer d’Bosch zu kleine, etwa on halbe Meter hohe runde Termli aufbaue und d’Bosche debei immer übers Eck g’lait. So hät prima de Luft durchpfiife kenne. Fer jedes Termli hät mer vierzg Bosche bruucht. Noch wiitere vier Woche wared d’Bosche meistens trucke. Jetzt hät mer Boschehiife mache kenne – und zwar e kreisrunde Boschemuur, en metersechzg hoh, diä obe konisch zuegloffe ist und mit eme Spitz gendet hät. Die Boschemuur ist nooch und nooch mit Bosche ufgfillt worre. Jede Hufe hät taused Bosche zellt. Diä Boschehiife sind dann bis im Herst im Boschestech gstande. Erst wenn d’Earn drin war, hät mer Bosche hoamgfiert, ganz friäer noch mit de War und später dann auch mit de Traktore. Im Boschestech mit dem toalwiis sumpfige Bode giits jo ko Strooß. Es war also e Problem, mit de Fuhrwearcher bis zu de Boschhiife z’fahre. Also hät mer bis dert äni e Strooß baue. Allerdings nit mit eme Stoasatz, oder mit ere Teerdecki, sondern mit langem Gras usem Boschestech. Streii hät mer dezu gsait. Wenns also as Bosche hoamfahre gange ist, hond d’Männer, wieder inere Gmeinschaftsleistung Streii maje messe. Diä Streii hät mer dann uf de holose Stelle vertoalt, so dass der d’War, d’Boschwäge und später Traktore nit versunke sind. Wenn alls guet gange ist, Hät mer d’Bosche dehoam abglade und im Boscheschopf g’lageret. Truckni Bosche staubed und ‘s brechet vu de Bosche au kleine Stickli ab. Des giit de Boschedreck. Au seller hät mer als Brennmaterial iigsetzt, villmool aber auch zum Speck raiche.

Mittelmess etwa 1960

Nomol zu zum Schaffe und zu de Atmosphäre im Pfohremer Boschestech: Me said, dass mer sech nochere lange Ziit nu no a die scheene Sache erinnere kaa. Stimme duet sell nit ganz. Ech jedefalls woaß hit no, dass ech no dene Tag im Boschestech allewiil mords d’Widergente gha ha. Au dass om d’Breame fast g’gfresse hond und die ganz Arbet im Boschestech e wahnsinnige Schinderei gsi ist. Und wa ist scheen gsi? Dass alli Pfohremer im Boschestech beienand gsi sind,dass mer zum Ziini- zum Mittagesse und zum Vesper gmiätlech äni gsesse ist und mitenand g’schwätz hät und auch dass ‘s Esse guet gsi ist. Debei denk ech a d’Suppe usem Essekänntli, a diä im Kaffee warmghaltene Ajer, a de Kuche und Boschekiächli, an Speck und a d’Broot- Leber- und Schwarzworst us de Bigs und natiirlech auch a de Most, vu dem mer aber nit z’vill hät trinke derfe.

Wiä sait de Mauze Hubert amel: Joo, so isches gsi. Wear nomeh wisse will, soll oafach de Beitrag vom Huber Alfons i de Pfohremer Chronik noolese, oder im Hochdiitsche Text d’Informatione zum historische Hintergrund aagugge.


Starlink

Liebe Bürgerpostleser, 

heute gibt es einen krassen Themenwechsel. Hinauf an das Firmament. Können Sie sich vorstellen, was Sie da zu sehen bekommen? Ich will Sie nicht lange auf die Folter spannen. Es sind über 20 Satelliten, die gemeinsam in die Erdumlaufbahn geschossen wurden. Und zwar auf den Bildern unten, am 27. Oktober 2024, einen Tag nach dem Abschuß noch relativ nahe beieinander und deswegen durch die längere Belichtungszeit als Strichspur zu sehen.

27. Oktober 2024

Ich bekam zufällig Wind davon, weil meine Nichte Nadine Scherer aus Blumberg-Hondingen mir ein Bild schickte und mich vor ein Rätsel stellte. Ein Gedanke war ein Meteor, also eine Sternschnuppe, aber die ist viel schneller. Dieses Gebilde brauchte zwei bis drei Minuten, bis es verschwand. Dann fand ich die Lösung im Internet unter: Starlink. Mit diesen Starlink Satelliten bringt Elon Musk schnelles Internet in entlegene Orte unseres Globus. Nach jedem neuen Start fliegen die Satelliten erstmal in einer Kette beieinander, bevor sie sich auf die für sie vorgesehenen Umlaufbahnen verteilen. Die Satelliten werden von einer Falcon 9 Rakete von SpaceX in den Erdorbit geschossen. Hier lösen sie sich und die Rakete landet wieder heil auf der Erde.

Nebenbei habe ich erfahren, dass diese Satelliten am 28. Oktober kurz vor 18.40 Uhr wieder zu sehen sind. Das wollte ich nicht verpassen und mir ist das Bild unten gelungen. 21 Satelliten wie eine Perlenkette, ich sags Ihnen, mir liefs bei dem Anblick kalt den Rücken hinunter. Wie ein Zug am Firmament sah es aus, ein Gedanke war auch, dass der Weihnachtsmann dieses Jahr etwas früher kommt. Wie wenn ein Schalter umgelegt wird, war der Spuck vorbei und nichts mehr zu sehen. Sie wissen es wahrscheinlich, der Grund für das Leuchten der Satelliten ist das Bestrahltwerden durch die Sonne und sobald der Erdschatten auf sie fällt, ist Feierabend. 

28. Oktober kurz vor 18.40 Uhr

Zwei Bilder habe ich im Status der ehemaligen Kollegin Claudia Baur aus St. Georgen-Stockwald gesehen und war begeistert von der Qualität. Sie erlaubte mir sie zu benutzen, herzlichen Dank dafür. Ich vermutete, dass sie ein Stativ nahm. Sie verneinte. „Mein Samsung s23 hat eine Nacht-Funktion, wodurch 3 Sekunden lang belichtet wird“. Das kann sich doch prima sehen lassen. Für mich war es ein Lerneffekt, denn ich stellte fest, dass mein Händi auch diese Funktion hat. Toll, was man noch alles lernen darf. 

Die Bilder unten zeigen, dass die Abstände deutlich größer sind als tags zuvor und mit der Zeit schwenkt jeder Satellit in seine vorgesehen Umlaufbahn.Vorbei ist die Perlenkette, aber noch ist nicht aller Tage Abend, es sind noch viele Abschüsse geplant. Über die „Satellite Tracker app“ kann man die Geschehnisse verfolgen. 

Das Bild links zeigt den großen Abstand vom ersten Satelliten und ganz oben it zur Orientierung der sechsthellste Stern Wega in der Leier als Orientierungspunkt zu sehen.

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Claudia Baur schickte mir vom 29. Oktober ein weiteres Bild, das letzte, auf der man deutlich sieht, wie die Abstände nochmals deutlich größer geworden sind. Ich habe das Ereignis auch wieder sehen dürfen und war wiederum sehr begeistert.

Baaremer Zeitenwende

Der Gedenkstein für Günther Reichelt wurde eingeweiht

Ein Gedenkstein, wie er passender nicht sein könnte:
 Mit Ecken und Kanten, in seiner Aussage und Klarheit aber eindeutig!
Der Gedenkstein für Prof. Dr. Günther Reichelt wurde am Freitag, 25. Oktober 2024, bei einer feierlichen Gedenkstunde im Reichelt-Biotop offiziell eingeweiht. Im Wuhrholz, beim Pfohrener Riedsee gelegen, begrüßte Dr. Hannah Miriam Jaag, Vorsitzende der Freunde der Natur Hüfingen, die über 30 Anwesenden. Darunter auch die beiden Töchter von Prof. Dr. Reichelt.

Einführung und Danksagung
Dr. Hannah Miriam Jaag

Im Namen des Vereins übergab der Bürgermeister von Hüfingen, Patrick Haas, symbolisch den Stein an die Stadt Donaueschingen. Bürgermeister Severin Graf nahm das Geschenk gerne entgegen und fügte, an den Hüfinger Bürgermeister gerichtet, an:

Du bist noch nicht einmal ganz die berühmten 100 Tage im Amt und kommst gleich mit solch bedeutenden Geschenken aus der Nachbarschaft zu uns. Das wissen wir besonders zu würdigen; das läßt auf eine gute Zusammenarbeit hoffen! Herzlichen Dank Dir ganz persönlich und vor allem auch den Freunden der Natur Hüfingen!

Reden Bürgermeister Patrick Haas
und
Bürgermeister Severin Graf

Der ehemalige Oberbürgermeister von Donaueschingen, Thorsten Frei MdB, hat seine Erinnerung mit uns geteilt:

Rede von Thorsten Frei, MdB

Prof. Dr. Helmut Gehring, langjähriger Weggefährten von Prof. Dr. Günther Reichelt hat seine Erinnerungen mit uns geteilt:

Rede von Prof. Dr. Helmut Gehring

Katharina Baudis, Geschäftsführerin BUND Schwarzwald Baar Heuberg

Prof. Dr. Günther Reichelt war die treibende Kraft hinter der Entstehung der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V., des Vorgängervereins des heutigen BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) Regionalverbands.

Durch seine Forschung und Publikationen hat er entscheidende Impulse für den Naturschutz in unserer Region gegeben und das Bewusstsein für ökologische Fragestellungen bei politischen Entscheidungsträger geschärft.
Durch seinen großen Wissensschatz und seine umfassenden Kenntnisse über die Natur der Region war er stets eine anerkannte Autorität und sein Wort hatte Gewicht. Wir möchten an dieser Stelle an seinen Einsatz gegen die „Schwarzwald-Autobahn“, für die Etablierung einer geregelt Müllentsorgung und Wertstofftrennung, sowie für die Ausweisung und Entstehung zahlreicher Biotope und Naturschutzgebiete erinnern.

Sein Engagement für den Schutz bedrohter Arten und Lebensräume war beispielhaft und hat viele dazu motiviert, sich ebenfalls für die Natur einzusetzen. Er gab denen eine Stimme, die nicht selbst für sich sprechen konnten – den Tieren, den Pflanzen, unserer Natur, unserer Umwelt, unserer Heimat.

Sein selbstloser und unermüdlicher Einsatz für eine lebenswerte Zukunft imponieren noch heute und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Wir freuen uns sehr über die Ehrung, die unserem Gründer durch die heutige Gedenksteineinweihung zu Teil wird und bedanken uns bei den Freunden der Natur Hüfingen, die seinen großen Leistungen und seinem bedeutenden Wirken in unserer Region Nachhall verleihen.

Ganz im Sinne von Günther Reichelt ließen die Freunde der Natur neben dem Gedenkstein ein Überwinterungshabitat für Reptilien und Amphibien errichten. Finanzielle Unterstützung für das gesamte Vorhaben erhielten sie dafür von der Sparkasse Schwarzwald-Baar, der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, dem Steinmetz Udo Weisser, dem Bagger- und Forstbetrieb Heinrich Jägle und der Umweltgruppe Südbaar.

Dr. Hans Joachim Blech, Weggefährte und Gründungsmitglied der Freunde der Natur Hüfingen

In Memoriam Professor Günther Reichelt

Im Herbst 1975 zogen meine Frau und ich nach Donaueschingen Aasen und engagierten uns schnell in der evangelischen Kirchengemeinde Donaueschingen wie auch im Themenbereich Umweltschutz.

Die Kirchengemeinde Donaueschingen feierte 1976 Fastnacht im ehemaligen Pfarrhaus. Dort trafen wir unter anderem auf Günther Reichelt, ich im Kostüm der Waldschrats, Günther Reichelt als Mephisto im Sinne von Gustav Gründgens. Wir tanzten Freistiel bis in den Morgen.

Wir trafen uns wieder im Kirchengemeinderat, im Baarverein, bei Diskussionen mit dem Fürstenhaus um die Bibliothek des Baarvereins, bei Exkursionen z.B. mit Otti Willmanns, Freiburg, bei Pflegeeinsätzen, Pflanzungen, dem ersten Lehrpfad Hüfinger Orchideenwald im Deggenreuschen,  bei Vorträgen Z.B. Höhlenmalereien   ….usw. Man lernte sich natürlich auch privat etwas näher kennen. So stellte sich heraus: In seinem Geburtsort Schladen südlich von Braunschweig lebte eine Cousine meiner Frau, Ich selbst lebte nach dem Krieg seit  1950 bis 1967 in Göttingen, Die Universität war die Alma Mater sowohl für Günther Reichelt wie auch 15 Jahre später für mich.

Nun nochmal zu zwei Aktivtäten:

Waldsterben und saurer Regen war Anfang der 80iger Thema, Saurer Regen, radioaktiver Fallout von Tritium durch Fessenheim.  Angeblich zu erkennen u.a. an abnormalen Stengeln vom Löwenzahn.

Gemeinsam haben Günther Reichelt und ich 1982 beim Land Baden Württemberg Widerspruch eingelegt gegen den „sogenannten Sicherheitsausbau“ des Donaueschinger Flughafens. Als alle Personen bei uns im Garten versammelt waren fing es an zu schneien und vom Vollgas des Flugzeuges auf der Startbahn war nichts mehr zu hören. 

 In dem Biotop, wo der Stein jetzt steht  jahrelange Pflegemassnahmen und als Abfall Christbäume für Weihnachten.

Was bleibt ist die Erinnerung an einen Mentor und Vorbild mit immens viel Wissen. Wenn ich thematisch etwas wissen wollte hiess es z.B. Schriften der Baar Jahrgang 19xx, Seite von bis….

Von einer Idee zur Umsetzung

Hannah Miriam Jaag am 15.10.2024

Vor drei Jahren habe ich eine Idee entwickelt und seit dem sehr viele Anträge und E-Mails geschrieben. Die Idee war im Reichelt-Biotop Überwinterungshabitate und einen Gedenkstein an Prof. Dr. Günther Reichelt zu entwickeln.

Die Ersten die meine Idee gut fanden, war die Sparkasse Schwarzwald-Baar. Deswegen unten mein Beitrag vom November 2022 über den Vereinswettbewerb.

Inzwischen konnte die Idee umgesetzt werden. Finanziert und unterstützt von der Sparkasse-Schwarzwald Baar, der Stiftung Naturschutzfonds, der Umweltgruppe Südbaar, dem Bagger- und Forstbetrieb Heinrich Jägle, dem Steinmetz Udo Weisser und dem Naturschutzgroßprojekt Baar.

Am 25. Oktober werden wir Prof. Dr. Günther Reichelt im Reichelt-Biotop feiern:

Begrüßung: Dr. Hannah Miriam Jaag, Vorsitzende Freunde der Natur Hüfingen
Übergabe Gedenkstein
Patrick Haas, Bürgermeister Stadt Hüfingen
Severin Graf, Bürgermeister Stadt Donaueschingen
Erinnerungen
Thorsten Frei, MdB und Oberbürgermeister a.D. Stadt Donaueschingen
Prof. Dr. Helmut Gehring, Weggefährte
Dr. Hans Joachim Blech, Weggefährte und Gründungsmitglied der Freunde der Natur Hüfingen
Schlusswort
Thomas Kring, Projektleiter Naturschutzgroßprojekt Baar

Alle Infos auf der Webseite der Freunde der Natur Hüfingen e.V.: https://www.freunde-der-natur-huefingen.de/ueberwinterungshabitat/

Vereinswettbewerb der Sparkasse Schwarzwald-Baar

Beitrag vom 15.11.2022

Am 14. November fand die Preisverleihung des Vereinswettbewerbes der Sparkasse Schwarzwald-Baar statt. Die Stadt Donaueschingen war die große Gewinnerin! Herzlichen Glückwunsch an unsere Nachbarstadt für die tollen Vereine und auch ihren super Oberbürgermeister!

Nach Hüfingen gingen auch zwei Preise.

So ging Platz 4 des Votingpreises mit 6.000 Euro an die Musikkapelle Fürstenberg e.V.

Herzlichen Glückwunsch nach Fürstenberg!

Ein Jurypreis ging an die Freunde der Natur Hüfingen e.V. mit 2.500 Euro für das Überwinterungshabitat für Reptilien im Gedenken an Prof. Dr. Günther Reichelt .

Vielen Dank an die Sparkasse Schwarzwald-Baar für das wirklich gelungene Event!

Damals in Sankt Petersburg

Beitrag vom 24.05.2022

Noch nie hat auf meinem Nachttisch ein ähnlich gewichtiger Wälzer gelegen, und noch selten hat mir ein Buch mit seiner verblüffenden Aktualität so das Einschlafen verschleppt wie Putins Netz1, verfasst von der Londoner Journalistin Catherine Belton, die von 2007 bis 2012 für die Financial Times aus Moskau berichtet hatte, und heute für die Nachrichtenagentur Reuters arbeitet. Ihre über 600 Seiten starke Recherche, versehen mit einer überwältigenden Fülle von Anmerkungen und Quellen, ist von britischen Zeitungen zum Buch des Jahres gekürt worden. „Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste“, lautet der Untertitel, und nachgezeichnet werden die Karriere und das politische Umfeld Wladimir Putins, vom Dresdener Offizier des Auslandgeheimdienstes, der in den Tagen der Wende mit gezückter Pistole die Herausgabe der Akten verhindert hatte, über seinen politischen Start als stellvertretender Bürgermeister von St. Petersburg bis hin zum korrupten, Kriege entfesselnden und Gegner kaltblütig umbringenden Autokraten mit Oligarchenvilla am Schwarzen Meer. Wie hatte man ihn jemals unterschätzen können mit seiner KGB-Vergangenheit und seinen frühen Verbindungen zur russischen Mafia? Wie konnte es 2003 nach seiner Rede im Berliner Reichstagsgebäude noch Standing Ovations der Abgeordneten geben, obwohl er doch damals bereits Blut an den Händen hatte, spätestens seit den Tschetschenien-Kriegen? Und wie konnte man den Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze noch bis zum Abend des 23. Februar 2022 als bloßes Manöver einschätzen?

St. Petersburger Machtdemonstration: das neue Gazprom-Zentrum

Frieden schaffen ohne Waffen, Schwerter zu Pflugscharen, Wandel durch Handel: Wie sehr hatte man doch auch selbst seit dem Kniefall Willy Brandts mit der Entspannungspolitik sympathisiert! Aufgewühlt von der nächtlichen Lektüre, tauchen mit einem Mal auch die vergleichsweise spärlichen eigenen Erlebnisse und Verbindungen mit Russland aus dem Nebel des Langzeitgedächtnisses hervor, beginnend in den frühen Nachkriegsjahren beim oft fassungslosen Lauschen, wenn die Kriegsheimkehrer oder Vertriebenen ihre Fluchtgeschichten vor der Roten Armee auspackten. Oder bei den eher spärlichen Erzählungen des Vaters über den barbarischen russischen Winter, über Vormarsch und Rückzug, wie ich sie später auch in seinem Kriegstagebuch nachlesen konnte. Über seinem Schreibtisch hatte noch lange das von einem russischen Granatsplitter zerfetzte lederne Futteral seiner Leica gehangen, mit deren Fotos er seine Eintragungen illustriert hatte. 

Noch unter Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß leistete ich – bei aller mir selbst attestierten Friedfertigkeit – brav meinen Militärdienst ab, wofür ich mich in Diskussionen mit linken Altersgenossen  nicht selten heftig zu rechtfertigen hatte: Als ob der Dienst in der Gebirgsdivision mitsamt der Ausbildung als ROA an der Münchener Heeresoffiziersschule und in Hammelburg nicht ausschließlich dem militärischen Patt, der Kriegsverhinderung zwischen den Atommachtblöcken gedient hätte. Hatten russische Panzer nicht 1956 Ungarn überrollt und 1968 dann auch dem Prager Frühling ein jähes Ende bereitet? 

Ausgangs der 1970er Jahre, noch immer mitten im Kalten Krieg, hatte das Münchener Sporthaus Köpf erstmals für Skilangläufer eine Reise nach Murmansk ausgeschrieben. Weil dabei auch Zwischenstopps in Moskau und Leningrad angeboten wurden, hatte ich mich spontan angemeldet. Der verschneite Rote Platz, die Kremlmauern mit den dort Aufgebahrten, die Basiliuskathedrale und das Kaufhaus Gum hatten in mir dank Väterchen Frost einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen; mehr aber noch waren es die zarten blaugrünen Pastellfarben der verschneiten Paläste rund um die Leningrader Eremitage, deren Besuch zum Pflichtprogramm auch der Skilangläufer gehörte; weiter die Fahrt in der transsibirischen Eisenbahn in den hohen Norden, nicht ohne Teeausschank aus dampfendem Samowar – alles findet sich unauslöschlich gespeichert! Erst recht das in Murmansk mit seinem Eismeerhafen und der dort vor Anker liegenden Kriegsflotte fröhlich zu feiernde „Fest des Nordens“ mit dem Einzug der Nationen auf dem fahnengeschmückten Leninprospekt. Pech, dass mich beim Marathonrennen dann  das Missgeschick ereilte mit dem angebrochenen (da noch aus finnischer Birke gefertigten) Langlaufski, weswegen ich im Heißhunger eine Zuschauerin am Rand der Strecke um ein Stück russischen Schwarzbrots anbetteln musste – vertauschte Rollen eingedenk all der Fotos von um Brot bettelnden russischen Kriegsgefangenen. Schließlich die Rentier-Schlittenrennen mit den auf die keuchenden und dampfenden Tiere einprügelnden Samen skandinavischer wie russischer Herkunft, die danach wodkabetäubt wie tot im Hotel herumlagen. In bleibende Erinnerung eingegraben sind aber auch die spontanen Hausbesuche unseres ebenso weltläufigen wie wunderfitzigen Schwarzwälder Gastwirts, der sich nicht scheute, die überraschten Murmansker unter der Türe nach ihrem Befinden im Sowjetreich zu befragen. Umso lästiger fiel schließlich die penible Befragung durch DDR-Zoll- bzw. Stasibeamte aus nach der Landung in Berlin-Schönefeld; deretwegen hatte ich mich als Beamter vor der Reise bei meiner obersten Dienststelle ordnungsgemäß abzumelden gehabt, um dabei auch zu versichern,  keinerlei Dienstgeheimnisse auszuplaudern.

Doch damit schien nach Glasnost, Perestroika und dem Fall der Mauer endgültig Schluss zu sein. Allenfalls der Kernkraftunfall von Tschernobyl im Frühjahr 1986 hatte nochmals Zweifel an der Zuverlässigkeit der Russen aufkommen lassen. Weshalb mir nun dennoch wieder der Besuch in einer demokratischen und noch ganz und gar friedlichen Ukraine in den Sinn kommt: eine Exkursion anno 2007 (jenem Jahr, als Putin anlässlich der Münchener Sicherheitskonferenz erstmals heftige Drohungen gegen den Westen ausstieß) in die ukrainischen Karpatenurwälder, geführt und gedolmetscht von einem Lemberger Kollegen. Wie angenehm rollte es sich doch seit der Wende im Bus über die osteuropäischen Ländergrenzen hinweg, bis unlängst noch eiserner Vorhang. Nicht einmal mehr Bakschisch schienen sich die Zöllner diesmal beim Grenzübertritt noch zu erhoffen. Dafür wiesen uns die Einheimischen stolz auf ein Denkmal hin: auf den exakt hier im hintersten Transkarpatien, wo fünf Länder (Ukraine, Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien) aneinander stoßen, befindlichen geographischen Mittelpunkt Europas, wie ihn 1887 k. u. k. Landvermesser errechnet und eingemessen hatten. Die fast 15.000 ha noch nahezu jungfräulichen Waldes, die sich hier trotz des allein im 20. Jahrhundert sechsfachen Nationenwechsels (von Österreich-Ungarn zur Tschechoslowakei, zu Ungarn, zur Karpato-Ukraine, zur UdSSR und seit 1992 zur Ukraine) erhalten ließen, waren im neuen Gründungsjahr des Landes zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt und 1997 obendrein mit dem Europa-Diplom des Europarats ausgezeichnet worden – nur zur Aufnahme in die EU hat es halt leider bis heute noch immer nicht gereicht.

Die Muße des Ruhestands brachte es mit sich, dass ich mich endlich auch intensiver mit den Kriegserlebnissen des Vaters befassen konnte. „Was der Krieg aus einem macht. Einsichten aus dem Kriegstagebuch des Vaters“, so überschrieb ich einen 2018 veröffentlichten Text2, den ich mit einem überschwänglichen Ausruf beginnen ließ: Seit siebzig Jahren kein Krieg mehr hierzulande – was für ein Privileg! Wie ein Fremdköper steht oben auf meinem Bücherschrank der Karton mit dem fünfbändigen Kriegstage buch des Vaters, ausgekleidet in den Tarnfarben einer Wehrmachtzeltplane, jeder Band außen mit Ausschnitten aus der Generalstabskarte des jeweiligen Frontgeschehens bedruckt

Schloss Strelna bei Leningrad mit zerbombtem Lenin-Denkmal

 

Wie verwandelt sich der Mensch im Verlauf von fünf Kriegsjahren? Die Antwort auf diese Frage suchte ich im Kriegstagebuch des Vaters. Am aufwühlendsten erwiesen sich zweifellos seine Aufschriebe und Fotos vom November 1942 bis August 1943, als sich seine Einheit an der Einschließungsfront von Leningrad befand. Die insgesamt vierjährige Blockade der Stadt hatte zur Folge gehabt, dass mehr als 700.000 Menschen verhungern mussten. Die Perspektive des Oberleutnants Fritz Hockenjos wird im Text ergänzt durch die Berichte im Buch des dem Vater exakt gegenüber eingesetzten russischen Leutnants, des späteren Autors Daniil Granin Mein Leutnant3. Am 27. Januar 2014 hatte er im Bundestag eine vielbeachtete Rede zum Gedenken an die Opfer der Blockade gehalten und das Vorwort des Buchs hatte noch Helmut Schmidt geschrieben. Bereits 1985 war er nach Berlin zu einer Lesung aus seinem „Blockade-Buch“4 eingeladen worden, in dem er auch nicht an Kritik an der sowjetischen Kriegsführung gespart hatte. Weil bei diesem Anlass meine in Berlin lebende Schwester Ruthild aus dem väterlichen Kriegstagebuch vorgelesen hat, entspann sich ein Briefwechsel zwischen den beiden gegnerischen Kriegsteilnehmern, dem eigentlich auch noch ein Besuch in der so leidgeprüften (seit 1991 wieder St. Petersburg heißenden) Stadt hatte folgen sollen, wozu es jedoch leider nicht mehr gekommen ist.

Umso mehr reizte es mich nach all den schaurigen Augenzeugenberichten aus dem „Vernichtungskrieg“ bzw. aus dem „Großen Vaterländischen Krieg“ nochmals in das „Venedig des Nordens“ zu reisen, das längst auch wieder zu einem touristischen Hotspot geworden war. Im Sommer 2019 war es soweit: per Bus und Fähre ging es über Helsinki in die Fünfeinhalbmillionenstadt, in welcher die (vornehmlich chinesischen) Touristenschlangen vor der Eremitage und vor den glanzvoll renovierten Zarenschlössern nicht mehr abreißen wollten – vom zerbombten Lenindenkmal keine Spur mehr. Ob sich eines Tages auch das neue, 450 Meter in den Himmel ragende und einer Rakete nachempfundene Gazprom-Geschäftszentrum dem Touristenansturm öffnen würde, war nicht auszumachen. Der Öl- und Erdgasexport, der nach Putins Beendigung der chaotischen Jelzin-Jahre nicht nur die Stadt wieder hat erblühen lassen, sondern auch eine Truppe skrupelloser KGB-Leute und Oligarchen einschließlich des russischen Präsidenten gemästet hat, wird kriegsbedingt inzwischen wohl doch einen Dämpfer erhalten – je nach Wirksamkeit der verhängten Embargos. Und auch von Busreisen in die „weißen Nächte von St. Petersburg“ ist vorerst abzusehen. In Putins Netz haben sich alle miteinander verfangen.

Das Zarenschloss Strelna im Sommer 2019

1 Belton, C .: Putins Netz. HarperCollins 2020; deutsche Erstausgabe 2022
 2 Hockenjos, W.: Was der Krieg aus einem macht. In: Vom Nationalsozialismus zur Besatzungsherrschaft. Hrsg. H. Haumann und U. Schellinger.  verlag regionalkultur, 2018.
3 Daniil Granin: Mein Leutnant. Berlin 2015.
4 Ales Adamowitsch. Daniil Granin: Das Blockadebuch. 2 Bde. Berlin 1984

Ich bin ein Bregtäler

Beitrag vom 29.11.2021

(Ein Spruch aus dem Narrativen Gedächtnis der Nation) 

Heimweh soll für Kinder, aber auch Hochbetagte, eine schwer ertragbare Sehnsucht sein, ein Seelenleiden. Bekanntermassen können sich aber historische Artefakte leider nicht mitteilen und ihren Schmerz nach außen tragen. Dazu braucht es dann doch sehr einfühlsame Menschen, die diese Gefühlslage der sprachlosen Relikte ahnen und aufspüren.


In einem Depot vom Eisenbahnvirus angesteckten Bähnlern liegen zwei derartig schwer Heimwehgeplagte Raritäten. Auf dem legendären „Bregtäler„, der aufgegebenen Eisenbahnlinie von Hüfingen nach Furtwangen durchs liebliche Bregtal, fuhren ab 1900 zwei Waggons, ein Personenwagen Typ Holzklasse, also 3. Klasse, und ein Post- und Güterwagen. Zahllose Fahrgäste, Werktätige, Schüler, Beerliwieber und Kinder mussten sich auf den harten Tannenholzbänken durchrütteln lassen bis sie ihr jeweiliges Ziel erreichten. Den Paketen, Kisten, Milchkannen und Postsäcken ging es ebenso. Nachdem diese Waggons durch moderneres Rollmaterial, so der Fachjargon, ersetzt wurden, rollten diese stählernen, einheimischen, eingesessenen Bregtäler Waggons nach Ottenhöfen und sollten dort als Zuroller, also Zuwanderer heimische Ortenauer werden. Wie war das mit dem verpflanzen von verwurzelten Bäumen?


Als nun in diesem rührigen Eisenbahnverein wieder mal eine Inventur anstand und der Staub der Jahrzehnte abgesaugt wurde, stiess man auf ein Torso, ein Puzzle, wie sie es nennen. Zwei Gerippe wie in der Archäologie. Aber halt in der Bahnwaggon- Archäologie. Und siehe da: Das sind ja „Bregtäler, „Ur- Bregtäler“, Ureinwohner des Bregtales.


Als sie dort keinen Ertrag mehr brachten, drohte ihnen das Verglühen in den zischenden Schweissbrenner-Flammen der Bahnbetriebs- Abwrackhallen. Im letzten Augenblick erbarmten sich warmherzige, gütige Eisenbahnfreunde dieser altgedienten Raritäten. Sie wurden im Fundus und dem witterungssicheren Depot dieser rührigen Traditionalisten eingelagert. Wer kennt sie nicht, die Scheunen, Speicher, Schöpfe, Hallen, wo Historisches zwar nicht dem totalen Verfall, aber dem Staub und den Spinnweben anheim fallen. Und vor allem meist schnell aus dem historischen Gedächtnis und Vermächtnis fallen.


Eisenbahnwagen haben aber fast unvergängliche Typenschilder, Prägestempel und Aufschriften. Also eindeutige genetische Fingerabdrücke. Und sie sind in einem akribisch geführten, sicherem Bahn- Technik Archiv gelistet. Darin können dann diese begeisterten Bähnler die Herkunft dieser Relikte mit Kennerblick und Spürsinn auslesen und ablauschen.


Die Kunde kam auch ins Bregtal und verblüffte deren Bewohner. In deren Gedächtnis jedoch ist der Erinnerungsschwund an dieses Bähnle und diese Zeit derzeit galoppierend. Nur noch wenige realen Relikte, einige Literatur, verschieden Artikel, Reliefs und bezeichnende Hinweise wie „Bregtäler Loipe“ oder “ Zindelsteiner Bahhöfle“ und „Bahnhof Hammereisenbach“ erinnern ideell an die „Bregtäler“ Zeit.


Darum gibt es jetzt Überlegungen, ob es durch diesen Fund jetzt nicht an der Zeit wäre, auch real mit einer Heimholung den Erinnerungsschwund, die Demenz zu behandeln, abzuschwächen und sogar zu stoppen.
Mal sehen ob die beiden schrulligen Alten Bregtäler den Mythos des „Jägermeister Express“, so nannte man den Bregtäler zu Diesel-Triebwagenzeiten wegen dieser Aufschrift, die Erinnerung erneuert und wiederbelebt.

Mundartversion :  

Ich bi en Bregtäler 

Hoemweh soll für Kinder und alti Liit en schwere Breschte sii. Historische Überrescht kennet aber derlei Kummer nit verzelle und iis mitteile, weil sie nit schwetze kinnet und ihren Kummer nit uussiblose kinnet. Do dezue bruuchts halt doch gfühlvolle Liit, di wo die gspürte Gfühlslage erlausche kinnet.  


I me Depot vu verruckte Iisebähnler lieget derziit zwei so Hoemwehplogti, so Raritäte. Uff em Bregtäler, sellere legendäre, uffgäbene  Nebebahlinie vu Eschinge gi Furtwange dorchs lieblich , still Bregtal sind sit 1900 zwei Bahwägge grottlet. Typ Holzklasse , also 3. Klasse, mit herte Tanneholzbänk. De ander war en Post- und Güeterwage. Ganzi Generatione vu Arbeiter, Schaffer, Schueler, Berliwieber und Kind sind uff dere Bah dorchgschittlet wore. Dene Paket, Kischte, Milchkante und Postsäck isches genau so gange. Nochdem die Wäge dorch neus, moderns „Rollmaterial“ uustauscht wore sind, sind die beide Wäge, die Bregtäler Uriiwohner,  gi Ottehofe grollt und hetet dert genauso bodeständige Ortenauer Zuewanderer oder Zueroller were solle, wie sie sellmol im Bregtal einheimisch waret. Den Spruch mit dem versetzte , alte Bomm, den kennet ihr jo.  Wo sie denno dä im Unnerland kon Ertrag me broocht hond, hete sie i me Demolier- Iisebahdepot vu de Bahn mit zischende Schneidbrenner verschnepflet were solle. Im letzschte Augeblick hond aber so aagfressene, warmherzige Iisbahfreund sich dene Raritäte verbarmet. Die hond sie in ihren Sammlerschopf gholt und troche und sicher iiglageret.

Wer kennt sie nit die Schiere, Schöpf, Halle und Gräch mit so iigstaubte Gschierer. Dä sind sie also verstaubt und i Spinnehuddle iigwobe glege. Bis erscht jetzt wieder mol bei ere  Inventur die beide Knochegrüster hinneverri kumme sind und abgstaubt wore sind.  Es muesstet nit DB- Wäge sii, wenn sie nit Typeschilder, Iiprägunge und Uffschrifte, halt Fingerabdrück,  hättet, wo mer i Iisbaharchiv genau nochsueche khaa, wo die her sind und wo sie grollt sind und dient hond. Die begeisterte Bähnler hond schnell uussigfunde , dass des „Bregtäler“ sind , also Uriwohner vum Bregtal, „Ur- Bregtäler“ also.

Die Bähnler- Archäologe hond die Kunde und die Erkenntnis au is Bregtal treit und dene verblüffte Bregtalbewohner den Storiax mit wunderscheene Bilder und Skizze unterleit, uusführlich verzellt. Villiecht grad no rechtziitig. Denn dä isch die Erinnerung a des herzig Entekoepfer Bähnle grad am Versickere und am Verlösche. Wieslosigkeit sait mer dä zu so holose Zueständ. Usser paar wenige Bahnzuebehorsache, Bücher, Artikel, Relief und wenige Bezeichnungen wie „Bregtal Loipe“, „Zindelstoener Bahhöfle“, „Hammricher Bahhof“  , „Schliefisteg“ erinnert kaum no ebbis a die Ziit und die herzig Bahlinie. 

Drum gihts Überlegunge, ob mit dem Fund nit doch des Erinnere aagregt und aagscherret were khaa und die Demenz e weng uffgahlte, uussigschobe oder sogar aaghalte were khaa. Mol gucke ob die beide schrullige  „Alte Bregtäler“ de Geist vum „Jägermeister Express“, so de Übername wege dere Triebwage- Uffschrift , die Erinnerung erneueret und wiederbelebt.  

Bahöfle Relief

Ortsmitte Behla, Kopfacker, Naturkindergarten WuKi, Landschaftsbauarbeiten Bahnhofstraße

Liebe Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

hier entsteht ein neues Format für unsere Gemeinderatssitzungen.
Vorerst will ich für die öffentlichen Sitzungen ein paar Tagesordnungspunkte raus picken und darüber in einem Beitrag schreiben. Falls ein Thema besonders interessiert, darf das gerne kundgetan werden! Ansonsten wähle ich nach meinen persönlichen Vorlieben aus. Auch sind, wie immer, Stellungnahmen von allen Stadträten aber auch von allen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit herzlich willkommen.

Dann gibt es die Unterlagen immer hier: https://huefingensitzungsdienst

Und denkt daran, die Sitzung ist öffentlich und wenn man nicht von den Einschätzungen und subjektiven Berichten anderer abhängig sein will, so darf man auch sehr gerne selbst kommen.

Kommentare sind immer willkommen!

Hier geht es um die Sitzung am 24. Oktober 2024

Der Sitzungsraum ist heute mit etwa 50 Zuschauern fast aus allen Nähten geplatzt. So viele Zuschauer gab es nicht mal beim Greensill-Skandal. Die Bürgerfragestunde wurde auch lebhaft genutzt mit Fragen zum Kopfacker, zur Umgestaltung der Ortsmitte von Behla und auch zur Erweiterung des Baugebietes Einfang von Sumpfohren. Ich schlage vor, darüber nachzudenken, die Gemeinderatssitzung wieder in der Stadthalle zu machen. Der Raum ist zu klein für so viele Menschen und gerade jetzt zur Erkältungszeit auch recht gefährlich für die Gesundheit.

TOP 4 Vorstellung Ortsmitte Behla

Die Ortsmitte von Behla soll neu gestaltet werden. Hierbei wird die Fahrbahn zugunsten Fußgängern und Radfahrern verändert. So vergrößert sich die Platzfläche auch um das Rathaus. Im Bereich des Eingangs der Feuerwehr (Nordseite) ist eine Neupflanzung vorgesehen mit einem Pflanzbeet, sowie einer Sitzbank. Direkt angrenzend sind Fahrradbügel geplant. Auf der rückwärtigen Seite gibt es sechs Stellplätze.

Die Mauer wird in Teilen komplett zurückgebaut bzw. abgebrochen und neu aufgebaut. Zwischen der Mauer und dem neuen Straßenraum entsteht eine Grünfläche, welche eine Bepflanzung erhält. Die vorhandene Bepflanzung, hinter der Mauer zur Kirche, wird ebenfalls optimiert und gemäß dem Pflanzkonzept für die Römerstraße bepflanzt.

St. Georg, Behla. Zwölfuhrläuten.

Karte Behla vom Landesarchiv BW

Entlang der Straße werden die Grünflächen mit Wildblumen und Gräsern eingesät. Diese Bepflanzung hat über den Sommer bis in den Herbst hinein schöne Blühaspekte und bietet für Insekten einen wichtigen Lebensraum. Eine Mahd im Jahr macht das Straßenbegleitgrün zu einer sehr pflegeextensiven Begrünung. Ergänzt wird die Bepflanzung durch einzelne Gehölzneupflanzungen.

Die genauen Pläne sind auf den Seiten der Stadt und sicher auch im Rathaus einzusehen!

Der Gemeinderat hat dies alles erst mal, auch zur weiteren Abstimmung mit dem Ortschaftsrat, einstimmig zur Kenntnis genommen.


TOP 5 Beteiligung der Umlandgemeinden an den Kosten der Erweiterung der Lucian-Reich-Schule

Derzeit ist es nicht absehbar, dass der Landesgesetzgeber angemessen auf das neueste VGH-Urteil
vom 6. Dezember 2022
reagiert. Seitens des Gemeindetags gibt es Bestrebungen hier Lösungen zu
erarbeiten, allerdings ohne einen ungefähren Zeitrahmen hierzu nennen zu können. Aktuell lassen sich
diese aufwändigen Verhandlungen nicht vermeiden.

Deswegen wird die Verwaltung beauftragt, auf Basis der voraussichtlichen Schülerzahlen 2024/2025 gegenüber den Gemeinden Bräunlingen, Blumberg, Donaueschingen, Villingen Schwenningen, Bad Dürrheim, Brigachtal, Friedenweiler-Rötenbach, Geisingen, Löffingen, Wutach, die Bereitschaft der Stadt Hüfingen zur Zusammenarbeit zu erklären, um gemäß § 31 Schulgesetz eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Beteiligung an den Kosten der Erweiterung Neubau Querbau, des Umbaus Aula, die Interimsunterbringung und der Erweiterung der Mensa der Lucian-Reich-Schule Hüfingen abzuschließen.

Der Gemeinderat stimmte einstimmig dafür.

TOP 6 Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“ in Sumpfohren




Die Geschichte der wohl nie endenden Kompromissfindung, gibt es hier:

TOP 7 Bebauungsplan-Verfahren „Kopfacker 1. Änderung“

Der Bebauungsplan „Kopfacker“ mit örtlichen Bauvorschriften ist seit 2016 rechtskräftig. Die Fa. FB Food GmbH hat dort mit dem ersten Bauabschnitt ihren Firmenstandort errichtet. Aufgrund der guten Geschäftslage soll nun die Betriebserweiterung mit dem zweiten Bauabschnitt realisiert werden. Der Produktionsablauf soll künftig zur Einsparung von Energie, Flächenbedarf und Arbeitszeit auf „Senkrechttransport“ ausgerichtet werden. Dazu ist eine wesentlich größere Bauhöhe notwendig, die eine Änderung des geltenden Bebauungsplans „Kopfacker“ für das ausgewiesene Baufenster im Bereich der geplanten zweiten und dritten Bauabschnitte erforderlich macht. Bisher ist dort eine Bauhöhe von ca. 20,5 m zulässig. Die neue Planung erfordert eine Bauhöhe von ca. 33 m.

Zum Glück sind einige der alten Herren, denen ein höherer Bau „in den Augen weh tut“ nicht mehr Stadträte und es muss nicht weiter grundlos in die Fläche gebaut werden. Der Gemeinderat beschließt mit zwei Gegenstimmen die Aufstellung des Bebauungsplans „Kopfacker 1. Änderung“ im vereinfachten Verfahren gem. § 13 BauGB.
Also FB Food GmbH darf nach oben bauen, bzw. es wird erst mal die Öffentlichkeit dazu angehört.

TOP 8 gibts hier.

TOP 9 Förderantrag Naturkindergarten WuKi

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Donaueschingen e.V. hat mit seinem Antrag vom 26.06.2024, eingegangen am 28.06.2024 beim Regierungspräsidium Freiburg einen Antrag auf Gewährung einer Finanzhilfe in Höhe von 132.000 € gestellt.

Der Naturkindergarten wurde hier schon öfters vorgestellt und es folgt auch noch ein ausführlicher Bericht über den laufenden Betrieb.
Heute hat der Gemeinderat dem Entwurf der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung einstimmig zugestimmt.

TOP 10 Vergabe Wassernotversorgung Hüfingen-Bräunlingen

Die Städte Bräunlingen und Hüfingen planen eine Notverbundleitung zwischen ihren beiden Trinkwasserleitungs-Netzen. Die Baumaßnahme befindet sich in den Gewerbegebieten In Stetten (Bräunlingen) und Stettenwinkel (Hüfingen) an der Gemarkungsgrenze nördlich der Bregtalbahnlinie. Die Baustelle ist von beiden Seiten her zugänglich. Die Leitung wird über private Grundstücke verlegt. Die Gesamtlänge der Leitung beträgt etwa 265 m.
Gegenstand der Ausschreibung waren die Erdarbeiten für die Wasserleitung inklusive zweier
Übergabeschächte. Die Maßnahme wurde öffentlich ausgeschrieben.

Hierbei wundert mich etwas, warum Hüfingen Geld bezahlen soll, weil Bräunlingen zu wenig und zu dreckiges Wasser hat. Bräunlingen hat Hüfingen ja schon vor gut 100 Jahren das Wasser abgegraben und es waren zwei neue Tiefbrunnen nötig. Jetzt sollen wir Bräunlingen auch noch eine Leitung für tausende an Euros bauen. Davon abgesehen bedroht der Palmhof das Hüfinger Trinkwasser immer mehr mit seiner Industrieanlage. Es wäre sinnvoller die Notleitung nach Donaueschingen wieder zu ertüchtigen, damit Hüfingen von dort Wasser bekommen kann, falls es zur Havarie im Bräunlinger Industriegebiet kommt.

Der Gemeinderat beauftragt das Unternehmen STRABAG GmbH aus Villingen in Höhe von 53.165,45 € brutto für die Gemarkung Hüfingen.

TOP 11 Landschaftsbauarbeiten Bahnhofstraße 8

Die Landschaftsbauarbeiten an der Bahnhofstraße 8 beinhalten die Abbrucharbeiten der alten Zaunfundamente und die Entsorgung des Maschendrahtzauns auf der Deponie. Die Erdarbeiten beinhalten die Abtragung des alten Oberbodens und ebenfalls die Entsorgung auf der Deponie. Es wird
eine Frostschicht zur Aufnahme einer Betonverbundsteinpflasterschicht eingebaut. Neuer Oberboden wird angeliefert, eingebaut und angesät. Die Pflasterarbeiten beinhalten das Setzen einer Betonverbundsteinpflasterschicht und das Setzen von Rasenpflastersteinen, sowie den Einbau einer Winkelstützmauer. Die Betonarbeiten beinhalten das Setzten von Beton-Blockstufen und Doppelstabmattenzaunelementen. In der Außenanlage wird ein Fußabstreifer aus Polymerbeton gesetzt. Spielgeräte wie Sandkasten und Schaukel, sowie Müllcontainerboxen werden vom Bauhof geliefert und aufgestellt.

Hiermit wird das letzte Fleckchen Boden auf der Deponie entsorgt auf der die Hüfinger Bahnhofsschnecke überlebt hatte.

Ja, ich bin traurig! Auf Nimmerwiedersehen Xerophilia brigobannis!

TOP 12 Vergabe Malerarbeiten Baarblickhalle Behla

Für die Sanierung der Fassade an der Baarblickhalle Behla wurden drei Malerfachbetriebe
zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Der Malerfachbetrieb Hennemann aus Donaueschingen wird für die Malerarbeiten zur Sanierung der Fassade der Baarblickhalle in Höhe von 23.583,18 € brutto beauftragt.

[ngg src=“galleries“ ids=“70″ display=“basic_slideshow“]

Geschichte der Zone 30 in Hüfingen

Gemeinderatssitzung am 24.10.2024 um 21:20 Uhr

Wow, das war eine super Rede vom CDU Fraktionssprecher! Alle die nicht hier waren, haben etwas verpasst.

Die Rede war in etwa so: „Wir behandeln erneut etwas das genau vor 10 Tagen zum tragen kam. Von heute geht eine Signalwirkung aus – es geht um die Würdigung einer demokratische Entscheidung. Diese CDU Fraktion möchte politisch glaubwürdig sein und solche Manöver finden keine Unterstützung bei uns und wir lehnen den Antrag geschlossen ab.“

Dann gab es doch tatsächlich eine Enthaltung bei der CDU. Ansonsten hatte ich unten Recht und hole mir jetzt meine Banane.

Beitrag vom 23.10.2024 Hannah Miriam Jaag

In der Gemeinderatssitzung am 24. Oktober 2024 wird also über den Antrag der „bevormundeten“ Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) abgestimmt.

Die Männer wollen, dass die Beschlüsse des Gemeinderates vom vom 29.02.2024 und vom 29.09.2022 zum Lärmaktionsplan Stufe 4 rückgängig gemacht werden.

Für die Abstimmung werden noch Wetten angenommen! Ich tippe auf 17 Stimmen für die Beibehaltung von Tempo 30 und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!

Hochstraße mit neuem 30er Schild

Neue 30er Zonen seit 14. Oktober 2024

Beitrag vom 10.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Seit Montag 14.10.2024 ist auch in der Hauptstraße, Bräunlinger Straße, Dögginger Straße, Schaffhauser Straße, Hochstraße und Donaueschinger Straße Zone 30!

Der im Februar vom Gemeinderat beschlossene Lärmaktionsplan Stufe 4 wird umgesetzt:

  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung


Von Männergruppe angefochtener Gemeinderatsbeschluss für Tempo 30 in Dauerschleife – Wetten werden bis am 24.10.2024 um 17:00 Uhr angenommen!

Beitrag vom 9.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) fühlt sich „bevormundet“ wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt. Deswegen soll über Zone 30 nun wohl jedes halbe Jahr neu abgestimmt werden, damit sie durch Hüfingen nach Hause in ihre Ortschaften rasen können ohne Strafzettel oder gar einen Punkt zu kassieren.

Am 24. Oktober soll vermutlich wieder abgestimmt werden, ob die Zone 30 zurück gebaut werden soll.

1. Abstimmung am 29.09.2022 – 12 Stimmen für Tempo 30, 6 dagegen
2. Abstimmung am 29.02.2024 – 11 Stimmen für Tempo 30, 8 dagegen
3. Abstimmung am 24.10.2024 – es werden noch Wetten angenommen!

Ich tippe auf 17 Stimmen dafür und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!


Obwohl Tempo 30 final durch ist, wird es durch die Männergruppe aus den Ortschaften blockiert

Beitrag vom 26.09.2024 Hannah Miriam Jaag

Da stand heute im Hüfinger Boten, dass sich die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) „bevormundet“ fühlt, wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt.
Witzig, was sollen da die Hüfinger Frauen dazu sagen? Nicht nur werden wir schon routinemäßig bevormundet, jetzt kommen auch noch Männer aus den Ortschaften mit ihren bequemen 30er Zonen und wollen über die Kernstadt bestimmen. Hauptsache ihre Kinder sind sicher, was schere ich mir um andere?

In guter FDP Manier, gegen Fortschritt und für die 1950er. Da ist man schon fast froh, dass uns die CDU-Männer beschützen.
Was in Hüfingen so alles nötig ist…

Tempo 30 ist final durch!

Beitrag vom 29.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Um 19:52 der angeblich finale Beschluss:

Ja 11 Stimmen
Nein 8 Stimmen und keine Enthaltung

Die Stimmenverteilung ist fast wie die letzten Male, nur dass das Freie Forum jetzt eine Stimme mehr hat. 

Die Fraktion des Freien Forums findet dass „nur Häuser in der Hauptstraße lägen an der Straße“ und in Durchgangsstraßen dürfe man nicht eingreifen und es gäbe noch jede Menge andere Lärmaktionspläne, denen würde man vorgreifen, um Tatsachen zu schaffen. Ansonsten war man sich einig mit dem CDU Fraktionssprecher.

Dies wurde beschlossen:

Der Gemeinderat beschließt den Lärmaktionsplan der Stadt Hüfingen

  • Festsetzung einer ganztägigen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h aus Lärmschutzgründen als Sofortmaßnahme für folgende Bereiche der Stadt Hüfingen:
  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung
  • Anregung zur Umsetzung von flankierenden Maßnahmen zur Anzeige und Kontrolle der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Danke, Herr Bürgermeister!


Tempo 30 verzögert sich, weil das Landratsamt bremst

Beitrag vom 28.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Obwohl es am 29. September 2022 einen Gemeinderatsbeschluss hierzu gab, hat der Landrat und das Landratsamt gegen diesen angekämpft. Im November 2023 gab es hierzu einen offenen Briefwechsel von Ursula Albert mit dem Landrat.

Am 29. Februar 2024 soll in der Gemeinderatssitzung erneut hierüber abgestimmt werden. Es wird spannend werden, ob jetzt im Wahlkampf vielleicht doch einige Stimmen kippen.

Tempo 30 wird vom Gemeinderat beschlossen

Beitrag vom 29. September 2022 um 21:09 Uhr Hannah Miriam Jaag

Der Hüfinger Gemeinderat hat heute gegen die Simmen der FDP/FW/UWV Fraktion und zwei Männer der CDU beschlossen, dass in Hüfingen Innenstadt eine Zone 30 eingerichtet wird.

Gemeinderatssitzung vom 29.09.2022 Peter Albert

Es ist Gemeinderatssitzung kurz vor 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Viele betroffene Anwohner der Hauptverkehrsstraßen von Hüfingen sind gekommen. Der Sitzungssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es liegt ein kleiner Hauch von Aufbruchstimmung in der Luft. An diesem Abend soll beschlossen werden, inwieweit in Zukunft die Geschwindigkeit in der Haupt-, Donaueschinger, Schaffhauser, Dögginger, Bräunlinger und Hochstraße von 50 km/h auf 30 km/h reduziert werden soll. Alle sind gespannt, wie die verschiedenen Gemeinderäte*innen argumentieren werden. Unter TOP 5 „Beschlussfassung des Lärmaktionsplanes“ eröffnet der Bürgermeister, nachdem die Erläuterungen vom Projektleiter des Büro Rapp Trans AG allen Anwesenden den Sachstand erklärt hatte, die Diskussion innerhalb des Gremiums. Das Für und Wider von Temporeduzierungen wird erörtert. Zuerst beziehen die Fraktionssprecher*in Stellung. Für die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION spreche ich, unter anderem auch in meiner Eigenschaft als Vertreter der betroffenen Anwohner*innen. Hier mein Redebeitrag:

Grundsätzlich möchte ich zuerst einmal folgendes sagen:

Es ist immer wieder verblüffend, wie Mitglieder dieses Gremiums, welche an ruhigen Stellen in Hüfingen wohnen, denjenigen Betroffenen, die an verkehrsreichen Straßen leben, deren Widrigkeiten schönreden.

Herr Wahl und seine Mitarbeiter*innen, haben es in ihrem Bericht trefflich formuliert:

„Hüfingen ist von Umgebungslärm betroffen, da das Gemarkungsgebiet entlang der B 27, der B 31 und der L 171 mit hohen Verkehrsmengen belastet ist. Ebenfalls ist die Stadt vom Verkehrslärm der L 181, sowie der Hochstraße betroffen.“

In unserer Stadt wurde jahrelang in Sachen Verkehrsbelastung nicht, oder nur ganz wenig gehandelt. Die Aufenthaltsqualität lässt sehr zu wünschen übrig! Es ist nun an der Zeit, dass endlich etwas geschieht!

Viele Gemeinden sind uns weit voraus.

Was die Verkehrsmengen angeht, möchte ich auch auf meine Hinweise im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der betroffenen Anwohner*innen in der Festhalle am 5. Juli zurückkommen.

Es wird immer versucht, die 8200 Bewegungen am Tag, welche 3 Millionen im Jahr entsprechen, zu unterschreiten. Dies ist eine magische Zahl.

Die Stadt Hüfingen hat in den vergangenen Jahren des Öfteren Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Dabei wurden die Fahrzeuge auch gezählt. Die Ergebnisse wurden stets im Hüfinger Bote veröffentlicht. Dabei fällt auf, dass die dort gemessenen Verkehrsbewegungen erheblich höher sind, als die Ergebnisse, welche dem beauftragten Büro vorgegeben wurden. Ich habe drei Messungen näher betrachtet: Es handelt sich dabei um eine Zählung im Jahr 2015 und um zwei Zählungen aus dem Jahr 2017.

Dabei wurden durchschnittlich 10.204 Fahrzeugbewegungen registriert!

Das Ehepaar Hildegard und Bruno Eichinger, welche an der Schaffhauser Straße wohnen, haben sich im Jahr 2017 die Mühe gemacht und in „14 Stunden“ 11.543 Fahrzeuge gezählt.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass durch Akkuwechsel oder sonstige Unterbrechungen der städtischen Zählungen, nicht alle Fahrzeuge in den Messzeiträumen erfasst werden. Auch der Kolonnenverkehr, der recht häufig vorkommt, ist problematisch.

Die Fehlerquelle liegt bei ca. 10 %. Dies trifft auch auf die Zählungen der dauerhaften Messstellen zu. Diese Dinge sollten unseres Erachtens mitberücksichtigt werden. Die fest installierte staatliche Messstelle für die L 181 – Bräunlinger, Schaffhauser und Hochstraße betreffend – liegt weit außerhalb bei Bräunlingen. Ich möchte alle Ratsmitglieder auffordern, gemeinsam endlich für Verbesserungen einzutreten.

Der Verwaltungsvorschlag, auf allen der sechs vielbefahrenen Straßen Tempo 30 einzurichten, wird auf Antrag aus dem Gemeinderat vor der Abstimmung aufgedröselt, so dass über jede einzelne Straße abgestimmt werden muss. Am Ende gibt es für alle sechs Straßen eine klare Mehrheit für die Temporeduzierung. Unter den Zuhörer*innen macht sich Erleichterung und Freude breit. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, da letztendlich die untere Verkehrsbehörde, welche im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises angesiedelt ist, dem Verlangen der Stadt Hüfingen noch zustimmen muss.

Der Ordnung halber sollte auch erwähnt werden, dass im Frühjahr die Fraktion BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION den Antrag auf Temporeduzierung auf der Donaueschinger bzw. Hauptstraße und einem Teilabschnitt der Schaffhauser Straße gestellt hatte, welcher durch das Verfahren des Lärmaktionsplanes aber zurückgestellt wurde.

Windflüchter

Liebe Bürgerpostleser, 

Das Bild habe ich am Sonntag, den 20. Oktober 2024 von Claudia Kirn aus dem Nordschwarzwald erhalten. Sie war früher in der Tierzucht tätig und hat unter anderem die Vorderwälder- und Hinterwälderjungkühe bewertet. Sie sei an der Ostsee zur Mutter-Kind-Kur. Sie schickte mir dieses ausdrucksstarke Foto mit den Worten: “Bei diesen Bäumen musste ich an Dich denken“. Das fand ich sehr nett von ihr. Ich fragte zurück, ob das Birnbäume wären, was sie eher verneinte. „Pappeln habe ich am meisten gesehen hier in der Ecke“. Aber das sind sie garantiert nicht. Ich war mit meinem Latein am Ende. Haben Sie vielleicht eine Ahnung, was für Bäume es sein könnten? Es wäre eine Meisterleistung, wenn jemand darauf käme, behaupte ich einfach so. 

Sie kennen meinen Ansprechpartner in Forstfragen, Reinhold Mayer. Auch er war begeistert von der Aufnahme und legte los: “Soviel ist mal klar, es ist die Windflüchter-Baumreihe entlang der Straße von Pruchten nach Bresewitz Richtung Zingst“. Es stellte sich heraus, dass er noch nicht persönlich dort war. Das mit der Baumart konnte er nicht aus dem Hute zaubern und im Internet habe er nichts dazu  gefunden. Im Ausschlußverfahren schrieb er, „anhand der Rinde und der etwas verschwommenen Blätter sind es jedenfalls keine Buchen, Hainbuchen, Eichen, Ahorne, Eschen, Kirschen, Nussbäume, Ulmen, Vogelbeeren…, sondern er tippe auf die Schwedische Mehlbeere, sorbus intermedia“. Ja Mensch, noch nie gehört,  gibt’s denn sowas? Schwedische Gardinen kennen wir alle. Daraufhin schaute ich im Kosmos Baumführer Europa nach. „Dieses Gehölz entstand erst in der Nacheiszeit aus einer Kreuzung der Elsbeere mit der Gewöhnlichen Mehlbeere oder der Gewöhnlichen Eberesche. Sie entwickelte sich zu einer eigenen Art und wächst in Skandinavien und um die Ostsee“. Und jetzt kommts, „in Mitteleuropa pflanzen sie Gärtner oft in Alleen und Parks“. 

Wenn das keine Allee ist, dann weiß ich auch nicht. Es fehlt natürlich die zweite Baumreihe, ich vermute, vor lauter „Windflucht“ wurde sie schon lange gefällt, oder man hat sie vorsorglich gar nicht gepflanzt. Der Begriff „Windflucht“ ist mir neu, aber trifft den Sachverhalt einwandfrei. Auf dem Schauinsland gibt es einige Windfluchtbuchen, vielleicht einmal darauf achten.

Ich habe zur Vertiefung des Themas die unzentrierten Jahresringe unten eingefügt. Ich bin sicher, sie wissen noch, wo diese Schwedischen Windflucht Mehlbeeren deutlich dickere Jahreringe haben……Auf der rechten windabgewandten Seite zur Abstützung der Bäume. 


Vielen Dank Claudia Kirn für die Zusendung des Bildes und Dein Einverständnis darüber zu schreiben und ebenso vielen Dank an Reinhold Mayer.

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Wie ist Radfahren bei uns in Hüfingen?

21.10.2024 von Wiltrud Siegfried

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. – ADFC – startet alle zwei Jahre eine Umfrage zum Radfahren vor Ort. 2024 fragt der ADFC zum elften Mal nach, wie Menschen das Radfahren bei sich vor Ort erleben. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Miteinander im Straßenverkehr.

Die Umfrageergebnisse können als Grundlage für Radverkehrskonzepte dienen und auch für Stadtverwaltungen und für die Kommunalpolitik eine Anregung zu Verbesserungen sein.

Je mehr Menschen für einen Ort teilnehmen, desto lebensechter wird das Ergebnis. Die Umfrageergebnisse der letzten Jahre zeigen auch, dass die Wahrnehmung der Menschen, die regelmäßig vor Ort mit dem Rad fahren, und die der verkehrspolitisch Verantwortlichen oft unterschiedlich ist.„Deshalb fragt der ADFC…“ 2024 „erstmals auch direkt in den Kommunen nach deren Mobilitätskonzepten und Maßnahmen zur Radverkehrsförderung. Für die Kommunen ist das eine Möglichkeit, ihre Fahrradförderung zu dokumentieren und zu schauen, welche Maßnahmen auf der Straße beziehungsweise bei den Bürger:innen angekommen sind oder auch nicht.“(Internetseite des ADFC)

Die Umfrage des ADFC läuft noch bis zum 30.11.2024. Damit unsere Gemeinde Hüfingen ausgewertet wird, braucht es mindestens 50 Teilnehmende. Ich fände es spannend zu erfahren, wie die Hüfinger das Radfahren wahrnehmen und möchte gerne Anregungen ins Rathaus weitergeben.

Deshalb würde es mich freuen, wenn viele Hüfingerinnen und Hüfinger an der Umfrage teilnehmen. Sie dauert ca. 10 Minuten:

https://fahrradklima-test.adfc.de

De Bruder Sebaldus auf „Tour de Herdepfel“

Beitrag vom 12.07.2021

Wenn in de Sechzger Johr i de Boormulde und a de Ränder geg de Fürsteberg und em Suuländle die erschte Herdepfelfiehr senkrecht gege de Himmel gstiege sind, wars Ziit für e bsundere Bettlerei. Wenn die Rauchsiehle gege Eschinge gwaihet hond , isch es wegem Heiberger Vorwind bald kaalt wore. Sind sie gege de Hasegarte gloehnet, isch es mild blibbe wegem warme Höllentäler Wind us de Burgundische Pforte.

Jetz isch uff de Kanzle und i me Rundrodel vum Dekanat en Uffruuf kumme. Die volksfromme Buure und Heardepfelbiehrli uff de Boor sollet doch e paar Säck vu ihre Gottesgab saperalisiere und fürs Eschinger Konvikt spende. Dä muesstet 50 gschiede Bube, die amend mol de Weinberg des Herrn bestellet, s ganz Johr dorchgfuetteret were, dass us dene Kerle au ebbis word. S Konvikt war dämols, langewig vor dere neue Essens- Modi i de 2000- er Johr scho en „hot spott“, wie mer hit sait, vu vegetarische Lebenswies. Herdepfel, Gealriebe, Kruut und Riebe, Kolrabi, Salot, Bohne, Gurke und Rettig waret jede Tag i oe Fiddle inni uff em Speiseplan. Die paar Saue, die de Sebaldus so nebet her us de Kochiabfällt und de Garteabfäll, au vu de Märtel vum Rote Hans, dorrigfuetteret hät, die sind meischt im Refektorium uff de Tisch kumme.

Uff dem Rundschriebe isch genau iidoelt gsii, wo und wenn die zemet bettlete Herdepfelsäck und Gmüesskischtle ännigstellt were sottet. De Pater Sebaldus dät kumme und abgfochtene Erntegabe abhole.

Denno isch a de schuelfrei Samschtigmittag im Herbst de Bruder Sebaldus uff de kalt Iisesitz, der mit 2 Heradepfelsäck e wenig uuspolsteret war, vu sim Einachsbulldöggli Marke „Aicher Landmann“ ghuckt und hät zwei- drei starke, landwirtschaftlich vorprägte Konvikt- Studentli uff die gross Einachs- Ladepritsch glade. De stinkig Diesel war volltankt und jetzt isch gege s Suuländli gange. Dorchs Ried gi Pfohre, an Hasegarte, Hoedhofe, Baldinge, Öfinge bis is fearn Ippinge. Dä hond die fromme Buure ihre Realspende a de historische Kirchemuur aagloehnet. Jetzt isch uffglade wore. De Sebaldus hät im Pfarr no e herzlich Vergelts Gott gsait und scho isches wieder i d Baarmulde aabigange.

Öfinge hät mer uusglau, die waret evangelisch und Biesinge, Oberbaldinge, Doeninge au. Aber z Hoedehofe hond die Konvikts Jungmann schinde messe. Dä, im uubeachtete Baardorf Hoedehofe, gihts nämli die gröschte Herdepfel uff de Boor. Wegem Bode, em Klima und de gute Pfleg mit schöchle, hiefle, jäte, und Käfer zemetläse. Des hät au mol en Borgermoeschter vu dä bei me grosse Empfang zum grosse Hallo vu de Feschtgäscht als des Markezoeche vu dem Dörfle stolz verkündet. Der Storiax verhebbt sither hartnäckig und word au bestimmt no langewig uff de Boor zum Beste gähe were.

Noch Hoedhofe war in Sebaldus sii Pritsch fascht scho am zemetkrache, aber de Hasegarte und Pfohre hät jo au no druff messe. Aase, Hochemminge und Diehre hönd sie am näschte Samschtig gmacht. Gege d Betziit sind sie triumphal am Konvikt iitroffe. De Prior hät sie globt und natierli i Aaweseheit vu de Schüeler e Dank- und Segensgebet bruddlet und mit em Teeei no Weihwasser über den Herdepfelberg verlätteret. Die Konvikt- Biebele hond eher mit flauem Mage uff den Herdepfelhuufe gucket: De Magefahrplan war dietlich sichtbar wieder für viele Woche klar abzierklet.

De Bruder Sebaldus, e legendäre Gstalt z Eschinge und uff de Baar mit sim Einachser und sim penibel pflegte Konviktsgarte, dä, wo jetzt d Tennisplätz sind, war de guet Geist vum Konvikt und hät defür gsorgt, dass die gross Schüelerschaar mit über 50 Pennäler jede Tag satt wore isch.
Wie Zeitzeuge noch dem Konviktsvortrag no erwähnt hond, isch der baarbekannt , stattlich Bruder Sebaldus au i d Südbaar, gi Hifinge, Belle, Sumpfohre, Fürsteberg, Hondingen , Beringe, Huuse und Mullefinge zum Naturalgabe fechte gange. Dä sind au eher Kruut- und Gealriebe und Epfel gstiftet wore.

Des Alles zum Wohl vu de christliche aber au weltliche Bildung, die im Konvikt in Eschinge 50 Johr wirkungsvoll pflegt wore isch. Mindschtens 1500 Konviktler hond zum Glinge vum Wirtschaftswunder im Badische mit ihrer solide Herzens- und humanistische Grunduusbildung en grosse Beitrag gleistet.

Jo so wars


WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner