Radonvorsorgegebiet

Das es momentan wieder Thema ist hier nochmal der Beitrag vom 2.11.2022

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Sammelt es sich in Innenräumen an, kann es gefährlich für die Gesundheit werden. Es ist nicht überall gleichmäßig verteilt, es gibt aber Gebiete, in denen vermehrt Radon entstehen kann. Dazu gehören Gegenden, in denen Granit- und Schiefergesteine vorkommen. In Baden-Württemberg sind das beispielsweise Teile des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wurde im Jahr 2001 eine deutschlandweite Kartierung der Radonkonzentration der Bodenluft durchgeführt. An 325 Messorten in Baden-Württemberg wurde in einem Meter Tiefe gemessen. Die daraus erstellte Radon-Karte dient als Orientierungshilfe dafür, welche Radonkonzentrationen regional im Boden vorkommen können.

lubw.baden-wuerttemberg.de
Radonkonzentration um Hüfingen lauf BfS

Wie man sieht, ist Hüfingen nicht im Radonvorsorgegebiet.

Wer mehr Infos will, die gibts beim Bundesamt für Strahlenschutz.

In Hüfingen sollte eigentlich der Radonwert unter 150 Bq/m3 bleiben. Es kann aber sein, dass sich aus dem Keller doch größere Mengen in die Wohnung schleichen – vor allem in den Wintermonaten.

Ergebnisse der Messungen in einer Wohnung der Hauptstrasse über 4000 Stunden

Da es große Schwankungen gibt, sollte der Wert eigentlich über mehrere Monate beobachtet werden.

Hier kommen wir zum Grund für diesen Artikel:

Falls jemand aus Hüfingen Interesse an ein paar Messungen hat, so kann ich ihm das Gerät mal ausleihen.

Radon eye Radonmessgerät

Bitte habt Verständnis dafür, dass dieses Angebot nur für Hüfingerinnen und Hüfinger gilt und auch kostenfrei ist. Bei Interesse bitte E-Mail an info at hieronymus-online.de

Moschte, Mexe, Heardepfelfier

Donaueschingen 1. Oktober 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

S` giit nu on Ort uf dere Welt
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Bue do glebt han


Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse

Moschte

Die Äpfelschittlerei mit dem handgschmiedete Enterhoocke wo de allfort en Epfel uf de Epfel keit, des isch scho e saubleedi und widergenteverdächtige (muskelkater …….) Arbet. Die sell Zämetleserei aber und die Bucklerei no vill meh. Do kinnet aaschliessend Kratte, Kischte und Säck no so voll sieh vu goldige, rote, geale und gräne Äpfel, s isch halt e oafältigi Kumedi. Und jedes Johr goht mer desell neimodisch Karre dorch de Kopf wo mer en aalte, no immer begeischterete Müller vu Egerkinge mol zoaget hät. Der hät ver sin Millikanal ufs Millrad en neie Zuelauf bruucht. I sim Aalter war er immer no so ufgschlosse, dass er e neis Zuelaufrohr ver sie Kraftwerkli us hochmoderne Rohr baue hät welle. Wo mer iser Gschäft erlediget kha hond, hät er mir sie neischti Errungeschaft voller Stolz zoaget. Uf de Südwestmess heber vor 2 Johr e neie Maschie kauft. No hät er mir e Gschier zoaget mit ere Walze a dere hunderte vu Nägel, vu Dorne rundum aagordnet waret. A de Siite 2 Fahrradreife und vorne en Diesel. Hinter dere Nageltrommel war e Pritsch ver Epfelkischte i die die so ufgstupflete Epfel abgstreift wore sind und i d` Kischte innikait sind. . „ Wa sot au des sie ?, donder do demit dene esoterische Wieber wo in Millilade kummet gi guets, biologischs Meahl kaufe glii no de Buckel griesele und massiere ?„ han i spöttisch gfrooget. Er hät glachet und gsait „ Naai, dodemit duni Äpfel uffspiesse und zemetläse. Sit i des Gschier ha bruuch i nu Bämm schittle, mit dem Dornewalze- Kärrili um d ` Bämm ummifahre und ruck- zuck han die Äpfel i dene Kistli hinter de Nagelwalz „. Jetzt war ich desell wo bleed us de Wäsch gucket hät. Sit her troom ich i de Moscht Ziit vu somme Gfährt. Aber imme traditions- Huushalt wered konni Äpfel aagstupft dass sie Moose hond , do word zemetglese so wie vor hundert Johr.

Also fahremer noch dene Uflesdäg mit dem „Extra- Auslese“ – Moschtobst gi Huvertshove zus Tritschlers i d` Moschti. Dä wered iiseri oagene, ugspritzte, biologische Äpfel gwäscht, presst und i iiseri Kibel, Fässer und Kante abgfillt. „ Do honder aber desjohr wieder schees Obst kha, nit so wie bei so villne wo nu halbverfuulete und kripplige, moosig (angeschlagenes) Lumpeziig broocht word „ lobt de Emil und de quirlig Bue, de Georg, der knappet villsagend dezue.

Scho unterweags und dehoam wered die guete Freund, Verwandte und Nochbere mit der guete und verflüssigte Herbschtgab versorgt. Denno gohts as Siessmoscht iimache damer ver s`ganz Johr mit Epfelsaft versorget sind und de Herbscht i de Flasche s ganz Johr bunt und goldig glieht.

Kilbigkiechle

Natierli bruuchts zum neie Siessmoscht au die guete, tradidionelle Kilbigkiechli. Wenn de Moscht iigmacht isch gohts as Kilbigkiechli bache. De Moscht i de Kante wommer grad i de Moschti z` Huverzofe bis Tritschlers presst hond vu de oagene, aalte und gute Äpfelsorte, stoht vor der Käer- Derre. Der wunderschee Summer hät zwar wege de Trechni nit ganz so guet uusgäe. Defier hät er aber ziemli Öchsli broocht, also Siessi. Und so schmeckt er au. Die erscht Koschtprob isch scho guet vers Gmiet und au ver d Gorgle.

Jetzt gohts loos i de Kochi. D` Fraue doaget, plooget und drucket de Hefedoag und stellet s` Schmalz scho uf de Herd. Uf oemol schuusets und dampfts und schprutzlets. S` erscht usgwalket und zure runde , uufermige Baskekappe zuezupfts Kiechli word is hoass Fett innidunkt. Dä schwimmt`s und schwitzt`s grad so wie i dene Hölle- Brootpfanne, voll gfillt mit näckige Menschli, wo mer uf aalte Kerchebilder ammel sieht. Des Doagschiebli word bruuner und reescher und i de Mitti bliibt de Doag wiess und heal. So mond si sie, die Kilbigkiechli vu de Boor. On ums ander kunnt uusi us dem Schmalzbad uf en grosse Tablett. S` Enkeli hät s näscht scho wieder zuegrichtet. Des hät sie schomol bim Dschinkeli- Pizzabeck gsähne. Au des Kinder – Kiechli zischt ab und hät Angscht vorem Verbriehe i so hoassem Fett. Bald sind e ganzi Ladung vu Kilbigkiechli fertig uf em Tablett. Jetzt giihts koa Halte und koa Faschte meh. Die ganz Familiebandi huckt uf de Terasse am runde Tisch, de frisch Moscht stoht im Kriegli parat, d` Puderzuckermilli denebet und, ruck- zuck, isch der gross Teller, des ganz Tablett rubis und stubbis leer putzt. Die Moschtbembbel leer, de Ranze spannt und des Kilbig- Glick vers Erscht wohlig hergstellt.

So guet , so schee und so oafach khaa Baaremer Genuss sii. Ganz noch aaltem Booremer Bruuchtum. Wenn denno alli i de Rundi au no booremerisch schwätzet, denno isches nit nu wie gmoolet, guet aagriecht, nai, au wie ganz guet gstimmt.

Heardepfelfier

Vum Buechberg Bühl, glii ob em Lazarett, hommer iisri Glotzbeppel über d` Boor vagabundiere lau. Geg de Ferschteberg, geg d` Längi, de Warteberg, em Amtehuusemer Buckel, über Öfinge bis zum Aasemer Kapf und em Ankebuck hommer ufmerksam alli Felder und Äcker uusgspannieflet. Wa mer gsuucht und erhofft hond, hommer nit gsichtet. Nocheme Heardepfelfier, dene bi Winstilli kerzegrade wiiesse Rauchsiele, hommer gschächt. Koa onzigi, koa gotzigi isch i dem grosse Rund vu dere Kernbaarmulde ufgstigge. Also giihts au kumm meh Herdepfel i dem Gai. Und die paar Herdepfelhanddiecher wered groderet, d´ Herdepfel ufe de Maschie glie verläse und abgsackt oder i Kischte verdoalt. S` Herdepfelkruut word glii unterzaggeret. Nint meh mit Verbrenne. Oder hät mer amend vor de bissige Umweltbehörde Schiß und so d` Hose voll dass mer aazoaget word wegem kleine Bio- Fierle ? Me kennt mone dass die hittige Rescht- Heardepfel-buure au koe Fiddle meh i de Hose hond.

Des war friehner bigott no ganz andersch. Wenn die erschte Buure mit de kleine Gummiwägeli hinterm Kramer Allesschaffer mit schee ufbiegete Heardepfel dorch d` Stadt gfahre sind, denno häsch gwisst, dass hit Obet de Ranze spannt. Die Wäge waret wieder so akkurat gladde dass die Bilder vum e Katafalk, de Tumba us de Trauermesse oder im Obgfelle- Franz sind glattbiglete Mischtwage im Kopfkino ufgstigge sind. A dene Herbschtobet bisch noch de Huusufgabe und em Kicke gege s` Lindebämmli gwetzt. Dä wartet gege de Obet die grosse Buurefamilie mit Kind und Kegel, de Oma , em Opa , de Dante und de Gotte am Herdepfel hacke , am verläse, am absacke und verladde. Gege Obet isch no Kruut zemetgrächet wore und die reesche Kruut- Schechli sind aazunde wore. Nochdem s` Gschierr zämetgrummt war und ufglade war isch die ganz Großfamilie, die Kuttruff, Rothweiler, Schreiber, Hall oder Weibel Buureliit um des Fier gstande. De Buur hät jedem usem Moschtkrueg s` Glas usem Vesperkorb gfillt und jedem zueproschtet und Dankschee gsait. De Buur hät den vergloschterete, schwarze Huufe mit em Karscht usenand gscharret und jetzt sind die reschtliche Herdepfel, wo no am Kruut ghanget sind oder sich no im Bode verstecklet hond, zum Vorschie kumme. Wie Eierkohle hond die uusgsähne, rappeschwarz und d` Schelfere schrumplig wie e Bommrinde. Jeder hät jetz i de Äasche gscharret und möglischt de greescht Bolle uusigluubet. Die kohlrappeschwarz Schelfere häsch mit de Fingernägel eweg zupflet bis en scheene, i de Glueht wunderbar bachene Herdepfel i de Äschedoope ghet häsch. Daß de gschellt Heardepfel fascht scho wieder so schwarz war wie vorher hät di nit gstört. Usem Hosesack, usem Hannawacker Bichsli vum Grossvatter wa jetzt nit mit Schick, sondern mit Salz gfillt war, oder usem Saalzbichsli vu de Bierin oder em Buur, häsch die wunderbar Fruuecht usem Hoametbodde gsalze und mit em hohe Gnuss langsam und bedächtig verdruckt. „ Hai Biebli, nimm der nu solangs hät, wemmer den Huufe uusboanbet hond gommer an Näschte. Wem khersch ? Ah im Gnosseschaftsreviser ! Gang nu dra, daß ebs worsch, nint sii khaasch no lang gnueg „ Nochem 4. – 5. wunderbare Heardepfel hät de Ranze aagfange zum spanne. No on, und de no gosch hoam, bevor kugelrund s` Tafelkriitz abiwalle khaasch. „ Dankschee, vergeltnes Gott, Herr Waibel ! Derf i i paar Dag nomol kumme ? S` war sauguet , Adee, Betziit lietet scho und drum moss i Hoam“

Wenn denno am Vespertisch, am Obetesse, mit im Oferehrli bäähte Äpfel mit Zimtzucker, Butterbrot und Striebli ummegmuuset und satt ummegstupft häsch, well der de Ranze all no gspannt hät, weil die Herdäpfel usem Herdepfelfier so paradiesisch guet waret, hät d`Motter sage kinne: „ Lass emeol dinni Händ und Fingernägel sehne, gel de warsch wieder bi de Buure ufem Feld a de Heradepfelfier. Oh je, oh Jeggesgott, gang zerscht nomol gi Händ wäsche, bevor an Tisch hucksch und nuu Muulaffe foal haltsch. Bisch wieder bim aalte Waibel gsii ? So, So, denno moss i de güetmitige Frau Waibel Morge i de Aadacht nomol exschtra e Vergelt `s Gott sage. De worsch hoffetli au aaständig und reacht Dankschee gsait haa ? Und jetzt ab is Bett und die verkohlete Zai und Fingernägel vorher no guet putzet !“

Mexete

En aalte Sproch hoasst, dass e Mexete , e Schlachtfescht, ver alli en grosse Spaß wär, nu nit ver d` Suu. Der Sproch triffts uf de Zwölfer.

So z` Mitts im November war ammel ame Samschtig Mexete aagsait i de Laßbergstrooß. Wo no alli Kind de Hoam waret homer manchmol sogar 2 Saue gmexet. Uf den Dag hät de Spechte- Max us de Rosestrooß extra ver de Verbandsprüefer e gueti Sau ännigfueteret. S` Fuetter war hauptsächlich us em Casino vu de Franzose wa ganz i de Nähi vum Buur Specht war, nämli i de Zeppelinstrooß. Dä hät de jung Max d` Kochiabfäll, häuptsächlich Baquett, Gmies, Pommfritt und Saloot gholet und de Saue verfueteret. Beschtimmt isch au ab und zue e Auster, e Muschel oder en Hummerrescht debie gsii. Und nebem Huusmexer Pius Keller war des bestimmt de Grund wieso iiseri Brootwerscht und Dauerwerscht so guet gschmekt hond und vu de ganze Verwandschaft und Bekannschaft so globt wore isch. Wenn vorne ninnt gschieds inni duesch kunnt au später nint gschieds uussi. Wa fer e Suu i de Boor word sunscht no so gourmemässig gfueteret wie iseri, wie die vum Spechte Max?

Also hät de Specht a dene meischtens triebe , neblige Novemberdäg s` Suugatter an Fahr- Bulldogg a d `Ackerschiene aaghängt, die resereviert Suu innipfercht und ab i d` Laßbergstrooß. Dä hond die Spezel vum Frieder scho bluetrünschtig uf die arm Sau gwartet. De Max hät dem Siehli en Strick um d` Hinterläuf bunde und des Opfer im stärkschte vu dene Schlacht- Helde übergähe. De Wiegschii mit em uusgrechnete Priis mit em Vatter verkahrtet und mit em Geld und ere Flasche guete Kaiserstühler Wii im Hosesack ab id Rosestroß. D` Wieber und d` Kinder hond sich hinter de Vorhäng, i de Kochi und i de Wäschkochi verschobbet und luut gschnatteret dass se des Angschtquiecke , und de bald uusglöst dumpf Schuss nit heret. Desell Kerli mit em Strickli hät die giigsig Suu meh gschloapft wie gfiehrt in Schopf zoge und dä isch de Pius scho mit em gladene Schussapparat im Aaschlag gstande und rums, zack, isch sie no weng zapplig ufem Bode gläge. Usem Mexermesser- Holzköcher hät de Pius e Messer gschnappt und de Sau d Hauptschlagoder abgsebblet. Die robuscht Nochberi, d` Mamm Dilger, isch scho mit ere ganz flache aber grosse Emailschissle parat gsi zum Bluet rihre.

Denno hond alli Manne draa lange messe zum die Sau uf de Schragge z` schinde. Dä isch sie abbbrieht wore, mit Harz iigriebbe und d` Wiiber hond vill briehoass Wasser us em Wäschkochikessel aaschloapfe messe. Mit de Borschteglocke und de scherfschte Messer isch sie rasiert wore und denno in Briehzubber gschunde wore. De Pius hät d` Klaue abzoge und koa Ruhe gäe bis alli Borschte und Häärli akkurat abrasiert waret. Wo de Brueder und ech scho weng greeser waret hommer mol en Gasflammewerfer parat gleit zum die Schwäbisch Methode vum „ Senge und Aabrenne „ z` probiere und aazwende. Dä isch friehner die gstoche Sau i Strau wie imme Schiiterhuufe iighieflet wore zum d` Borschte versenge. Später hät mers halt praktischerwies mit Flammewerfer gmacht. Drum hoasst`s au: „ Er rast devuu wie „ E gsengte Sau „. D` Schwobbe saget, well d` Sau ebe au scho e weng vorgreeschtet und aabreselet sei, dät alles, s` Fleisch, d` Werscht und d` Schunke besser und aromatischer schmecke. Do heteter aber de Pius here solle, wo mir mit de Brenner und de Gasflasche aakumme sind: „ Solang ich eich i dem Huus und z` Eschinge mex, word nit noch dem Schwobbe Forz brieht oder gsengt. Hauet ab mit dem Glumpp und brängets jo nimme hinneverri„. So hom mir der ruhig und glasse Pius no nie gsähnne und erlebt. Des Thema war also ver alli Ziite erlediget.

Noch em Briehe und putze isch der Sau- Bolle wieder uf de Schragge gwallet wore. Jetzt isch`s as vertrangiere gange. Därm sind uusiquolle, die ganze Innereie mit Lebere, Herz, Nierli und Lunge und natierli: de Suuploddere. Die hät de Pius glii ufbloose und ame Nagel ufghängt . Am Obet isch sie in Rauch kumme. S` war jedes mol e medizienischi, aaschauliche Lehrstund am lebende, pardon, nei am tote Objekt. E Art Physikum oder e Sektion. D` Lebere, d` Nierli und e paar Speckschwarte und spezielli , ganz gueti Fleischstickli sind in Worschtkessel kumme. Noch 20 Minute isch de erscht Tageshöhepunkt kumme: S` erscht Kesselfleisch und en Toal vu de Lebere sind uf de Transchierdisch kumme , d` Salzmuddle und Pfefferbichsli denebet und jetzt sind alli Manne, userm Pius, imme Art Blut- oder Fleischrauusch über des erscht Kesselfleisch hergfalle, Korz bevors allne Kotzübel war, isch d` Schnappsflasch und d` Wieflasche scho s` erschtmool im Ring rum.

I de Kochi isch fliessig gschaffet wore. D` Oma hät hiefewies Zwieble gschnäflet, d` Kind hond Speckwerfeli gsebblet und d` Wieber Pellkartoffle ver de Herdäpfelstock gschellt. S` Suurkruut, Hausmarke Klärle Mauz, hät vor sech änni kechelet und himmlischi Düft und de archaiisch Guu vum Mexe isch im und ums Huus glege. D` Manne hond mit em Pius gworschtet, Kottlet g`hacket und gschnitte, d` Schunke uusboanet und Knechli nochputzt. Bluet und Leberwerscht waret im Kessel und de Vatter isch um de Kessel gmuuset und hät ghofft, dass es mindschtens zwei Würscht nimmt und verplatzet, dass i de Worschtsuppe au eweng ebbis drinn isch. Am liebschte het er glii zwei ufgstupft. Aber do hät de Pius ufpasst wie en Gendarm well sin Berufsethos hät e glasklare Worschtsuppe als Pius- Markezoache verlangt. Erscht nochdem alls grecht war und vertranchiert und i de Därm, de Gläser und de Bichse war, isch de Pius Keller als letschte au an grosse Tisch ghucket und hät vu sinne Mexerkünscht versucht. Alli andere waret scho vu sinne Fähigkeite überzeugt, z`friede und sogar begeischteret. Jetzt hät sich de Wii, de Schnapps, s`Bier, de Siessmoscht vu de Kinder, mit de Leberworscht, de Bluetworscht, em Kesselfleisch, em Suurkruut, em Herdepfelstock und em frische Buurebrot vu de Gotte, im volle Mage verbündet oder bim oane oder andere au verfeindet. Mit „Prost „ und „ En Gute „ Sprichklopfe, Verzelle und nomol eme Deller voll Worschtsuppe mit Nuddle isch des Fescht no bis wiit in Obet schee und luschtig uusklunge. D`Kinder sind mit de Kannte fortschickt wore zum die Verwandet, d` Nochbere und die Bekannte mit Worschtsuppe zum Versorge und vor allem: Daß sie nit gsähne und so ganz direkt mitkriegt hond, dass die Manne en ziemliche Ruusch ghet hond.

Mexete

Hai, Spechte Max, jetzt kaasch sie bringe
200 Kilo ? , je Gott, wär word dees zwinge
E Fescht giit des, wie all Johr wieder
Am meischte freit`s, de Vater Frieder

Und gar koa Freid , des hät die Sau
Paß uff, jetzt word sie usem Gatter glau
De Spechte Max pfufferet z` friede ab
Mit herte Märkli , de Käferbuckel nab

Stähle Karl, du hebsch am Linke
No kaa sie nu no glei weng hinke
Und Frieder, fier sie i de Schopf
Dä griegts sie onni uf de Kopf

D` Kind , d` Wieber i de Kochi dinne
Die donnt sich fascht scho hintersinne
Die schnattret luut und uhni en Verdruss
Daß jo kon hert, de dumpfi Schuss

Mam Dilger kumm, rier`s Saue- Bluet
Daß d` Bluetworscht glingt und schmeckt no guet
Des Wiib, des hät bigott Courage
Jo heidenai, leck mech am Arsch

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

De Keller Pius, der kha mexe
Me mont halt grad der kinnt au hexe
Hai Frieder , jetzt word briet die Sau
Koa Borschte därf meh annre stau

Un Klaue ab und putzet, gschabbt
Daß s` Wasser iber de Zubber schwabbt
Hau Ruck , konn Maa därf jetzt versagge
Der sauschwer Bolle uf de Schragge !

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

Oh jeggesnai, jetzt kummet Derm
De Mage, s`Herz, guck do ischs Hern
Do Nierli, d` Lebere die isch rot- weiss
Und schnell in Kessel, der isch sauheiss
Ufs Kesselfleisch freit sich de Fridder
Und alli schneiket, komm isch`s z` Widder
E klei weng Pfeffer, Salz und Majoran
Do gond halt alli glischtig ran

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

D` Wieber putzet Därm und Knechli
D` Kinder schnäflet de Speck zu Schechli
Die Zwieble rühret d` Oma nie zu Tränli
Drum kkaa sie schniede ganzi Zähnli

Und Wie und Bier und gueti Schnäps
Do gucket bald scho alli schäps
Nu on, der waartet bis Gworschtet isch
De Pius sitzt erscht no an Tisch

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

De Fridder um de Kessel muuseet
Ob`s nit bald usre Worscht nuusschuuset
Er mag`s wenn d`Worschtsupp hät weng Fetze
Do bisch bim Keller-Pius grad am Letzte

Mir Kinder mond jetzt zu Verwandte
Mit volle Metzelsuppe – Kante
Die Nochbere die wartet au
Koa Muhl lot d` Motter leer ufstau

Jo heidenai, oh jemminee
Wie war des Schlachtfescht wieder schee

„ Oh Mundidie“, so sait de Opa Felix amel
wa soviel hoasst „ Homm mir en Bammel ! “
Guet Badisch hoasst`s au: „ Mon Dieu,
Des Schlachtfescht war so richtig schee „

Jo heidenai, oh jemminee
Wie war des Schlachtfescht wieder schee
Jo heidenai, oh jemminee
Die Mexete , die war halt schee

Achateule

Liebe Bürgerpostleser, 

diese Bilder hat mir dankenswerter Weise Alois Welte aus Mundelfingen zukommen lassen. Es ist ein Achatfalter aus der Familie der Eulenfalter zu sehen. Vielleicht fragen Sie, warum dieser Bursche heute zum Thema wird. Ich will Sie mit der Antwort noch etwas bei Spannung halten. 

Zunächst die Frage, ob es ein Tag- oder Nachtfalter ist. Sehen Sie das große Auge auf dem Bild? Also klarer Fall, es ist ein Nachtfalter, der bei wenig Licht wegen großer Augen trotzdem genug sieht. 

Alois Welte sah die Achateule auf seiner Gartenchrysantheme sitzen. Die Färbung und die leicht gefaltete Flügelstellung erinnern an ein welkes, abgestorbenes Blatt. Tarnen und Täuschen sind bekanntlich ganz wichtig fürs Überleben. Ihre Flügelspannweite beträgt zwischen 4,5 und 5,5 Zentimeter, also etwa so groß wie beim kleine Fuchs. Der nachtaktive Falter ist ein Wanderfalter. Das sind auch einige andere Arten bei uns, wie Distelfalter und Totenkopfschwämer. Die Annahme aber, dass die Art nördlich der Alpen nicht bodenständig sei, wurde durch regelmäßigen Winterfunde inzwischen widerlegt. Sie erinnern sich vielleicht, das trifft in der Zwischenzeit auch für andere Arten zu, wie zum Beispiel für den Admiral und das Taubenschwänzchen. Jetzt kommt aber der Hammer, denn gefunden wurden nicht Puppen, sondern überwinternde Raupen. Ja gibt’s denn sowas? Ja, das gibt es, zum Beispiel beim Zimtbär, dessen Raupe mir Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg am 17. Januar 2019 geschickt hat. Laut schmetterling-raupe.de können etwa 15 Arten als Raupen überwintern. Und die Achateule ist einen von ihnen, deswegen habe ich mich entschieden, heute über sie zu schreiben.  

Die Achateule fliegt in zwei Generationen von Mai bis Juli und von August bis November. Dabei handelt es sich bei den Faltern der ersten schwächeren Generation, die von Mai bis Juli zu sehen sind, vermutlich um Tiere, die als Raupe überwintert haben. Die stärkere zweite Generation wird unterstützt durch aus dem Süden eingewanderte Tiere. 

Raupe der Achateule.
Foto: Gabi Schroll, Mundelfingen (2021)

Man kann sich schon fragen, wie die Raupe durch den Winter kommt.

Alois Welte, herzlichen Dank für die Überlassung der Bilder!

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Blick von der Bregbrücke

Die einzelnen Bilder aus 2021 sind wegen eines alten Plugins nicht mehr verfügbar. Dieser Artikel wird bei Gelegenheit aktualisiert.

Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie blöde es war, als wir die Brücke noch nicht hatten, dabei ist sie gerade mal sechs Jahre alt.

6. Oktober 2021

Die Bregbrücke beim Römerbad ist ein Geschenk das mich persönlich sehr bereichert hat und ja, die mich auch sehr glücklich gemacht hat.

Vielen Dank an Anton Knapp!

Die Aufnahmen wurden ab Oktober 2020 gemacht.

WALDENDZEIT

Wilhelm Bode
WALDENDZEIT
Mit einem Vorwort von Hans Joachim Schellnhuber
Hardcover, 160 Seiten
24,50 €
KJM Verlag
ISBN978-3-96194-247-3

Der Titel des in der Reihe EUROPEAN ESSAYS ON NATURE AND LANDSCAPE erschienenen neuen Buchs von Wilhelm Bode dürfte  empfindsame Waldfreunde auf Anhieb eher erschrecken als anlocken: „Endzeit“ lässt wenig Tröstliches erwarten, vielmehr Apokalyptisches. Dabei hat Wilhelm Bode, streitbarer Autor, Forstwissenschaftler und Jurist, etwas ganz anderes im Sinn: Mit forst- wie kunstgeschichtlichem Spürsinn interpretiert er Walddarstellungen von Albrecht Dürer über Caspar David Friedrich bis zu Max Ernst  und blickt zugleich auf Deutschlands waldwirtschaftliche Entwicklung zurück. Während die Romantiker den Wald zu idyllisieren begannen, hatten die deutschen Forstklassiker um Heinrich Cotta und Georg Ludwig Hartig die Altersklassenwirtschaft erfunden, einen der erfolgreichsten Exportschlager Deutschlands. Leider mit der Folge, dass der Wald im Zuge der „rationellen Forstwirtschaft“ fortan in monotone  Fichten- und Kiefern-Monokulturen umgebaut wurde – unterm Vorzeichen des Klimawandels fraglos eine fatale Erblast, wie sie in seinem Vorwort auch der Potsdamer Klimaforscher Schellnhuber beklagt. 

Einzig Caspar David Friedrich, „Ikone der Romantik“, hat die grundlegenden waldwirtschaftlichen Veränderungen im frühen 19. Jahrhundert wahrgenommen und in seinen Gemälden und Skizzen dokumentiert. Sein „Wanderer über dem Nebelmeer“, stellt nach Bodes Recherche höchstwahrscheinlich einen hochrangigen Forstbeamten dar. Wie dieser blicke auch die heutige Forstwirtschaft in den Nebel einer ungewissen Zukunft angesichts all der katastrophalen Waldschäden wie auch der Verluste an Artenvielfalt, ausgelöst durch das über 200 Jahre lang praktizierte Pflanzen und Ernten im Wald nach Ackerbauart, neuerdings noch verstärkt durch die hoch mechanisierte Holzernte und deren Bodenschäden.

Doch der Autor belässt es nicht beim Wehklagen. Er wie auch Klimaforscher Schellnhuber setzen auf ein ganz anderes Modell, auf den Dauerwald, wie er bereits in den 1920er Jahren vom Forstwissenschaftler Alfred Möller propagiert worden ist und wie er da und dort auch schon sehr viel länger als bäuerlicher Plenterwald existiert: kahlschlagsfrei und ohne Pflanzung, ertragreich und widerstandsfähig, dabei konkurrenzlos günstig im Hinblick auf die CO2-Bindung. In der Holzerzeugung, aber auch in der Waldbauwissenschaft brauche es eine „kopernikanische Wende“, einen Paradigmenwechsel weg vom Holzanbauprinzip, hin zur Dauerwaldwirtschaft. Bodes bebildertes Plädoyer sollte auch im gegenwärtig so heftig entbrannten Streit um die Novellierung des Bundeswaldgesetzes als Argumentationshilfe dienen.

Schlangenprinzessin Niesnichtmehr

Ein Märchenprojekt der Autorin Margrit Vollertsen-Diewerge auf Deutsch, Chinesisch und Englisch. Jetzt hier auch auf Booremerisch.

Booremerisch: Maria Simon, Text: Hubert Mauz (2022)

Hochdeutsch: Klaus Karl-Kraus (2009)

Booremerisch word nit uussterbe, und wenn doch, 
erfahret ihrs do im Hieronymus z`erscht

E Mährli, Übersetzung vu de Buechsproch is Booremerisch

D` Schlangeprinzessin

I me Land, nit wiit eweg vu do, hät emol e Schlangeprinzessin mit sage und schreibe 332 andere Schlange vu ihrere Sorte i me scheene Heckegai glebt. Sie hond unter grosse Stäe ghuuset und sich i de Sunn gwärmt.
A me scheene Tag isch die Prinzessin uuzfriese wore und hät gsait: „Mir wänd mitenand i Stadt züggle, gi Hifinge a de Breg, und dä bi dene Liit uff de Boor lebe, wer kunnt mit ?“
Alle 332 Schlängli hond natierli mit welle und so hond sie sich geg die booremer Stadt Hifinge a de Untere Breg gschlänglet.

Wo die Liit us Hifinge die Schlange gsähne hond, hond sie Türe verrammlet und sich nimme traut, au nuu oe Schlange ab-zmorkse, well sie d Gähwuet vu dene andere Schlange gfierchtet hond.
Die Schlange hond sich überall gmietli gmacht. Sie sind i de Bettstatt, uff de Sessle, i de Hundezoene und i de Kochischränk glege.
Mit dene isch e komische Kranket i d Stadt kumme. Alli Kinder zwische sechs und sechzeh Johr hond allfort, uhni End schnoddere messe.

Sie hond gschnodderet und gschnodderet und hon nimme i d Schuel gau kinne und hond nuu no Dehoem hucke kenne. D Eltere und de Borgermoeschter waret ganz verzwazzlet. Er hät im Apetheker vu de Stadt d Aawiesung gähe, Tablette oder e Saalbi herzumstelle, wo des ständig Schnoddere eweg bringt.
De Apetheker hät aarühre und probiere kenne wa er hät welle, koe Salbi, konni Tropfe und Pille hond ebbis gholfe.

In ere lange Naacht isch de Apetheker ganz verzwazzlet a sim Labortisch ghuckt und hät grad e gschieds Buech us de Schublad hinnerverri krome well. Wo er aber inniglanget hät, hät er e Schlang i de Doope. „Jetzet huckt bigott des holos Gwürm scho i minere Buddi und i de Schublade“, hät er gjoohlet und hät den lange Schlangewurm us em Fenschter werfe well.
Uff s mol dismet die liesli : „Morks mi bittschee nit ab, ich bi die Schlangeprinzessin. Villiecht kah ich dir helfe?“

Do hät de Apetheker die Schlang sorgsam uff en Stuhl glait und gsait: „ Wenn du mir des Rezept geg des Niesse verrotisch, lass ich dich am Lebe.“ D Schlangeprinzessin hät s Köpfle hin und her draiet und glisplet. „ Nimm oe Pfund Nieswurz und Milch, die muess grinne und stocke, s Netz vun ere Spinn, wo grad am Spinne isch, rühr alls zämet mit „Luft isch schwer“. Des isch denno die Salbi „Nies nicht mehr“. Kundinent isch de Apetheker a s Aarühre gange, wa gar nit so oefach war. „Luft isch schwer“ und „Nieswurz“ isch nämli selli, selli rar.

Des isch nämli e Hahnefuessgwächs mit giftigem Wurzelstock, wo nuu im Winter rötlich-wiissi Blüete hät. Wo d Sunne uffgange isch, hät er alli Zuetate zämet ghet und hät die Salbi fertigmache kinne.
Sin Nochber hät en Bue ghet, de sechsjährig Peterli, wo uunterbroche vum Schnoddere gschittlet wore isch. Beim Peterli hät de Apetheker die Wundersalbi uusprobiert. Und kum zum Glaube: Ums ummigucke hät die Schnodderei uffghört.
So hond sich denno alli Kinder mit dere Salbi vum Hifinger Apetheker uff s Näsli gsaalbet und hond wieder id Schuel zum Schriebe- und Leselehre gau kinne.

De Borgermoeschter war selli stolz uff sin so gschiede Apetheker und hät ihm e goldini Kette vermacht mit ere Urkunde i me goldige Rahme. „Du häsch en Preis griegt, grieg ich au on ?“ froget eweng iigschnappt und giffizig d Schlangeprinzessin. „Ich vermach dir de würdig Name „Nies nicht mehr“ sait de Apetheker. „Des isch aber schee, dankschee allerbeschtens“ sait d Prinzessin, „aber ich dät au no gern bei dir i de Apethek bliibe. Dä gfallts mer doch soo guet.“

De Apetheker überleit und sinnt korz nooch und sait denno: “Wenn du alli andere Schlange dezue überschwätze khaasch, dass die wieder is Hoemetland vu wo sie herkumme sind zruckgond und iis i Ruhe lond, denno kaahsch du bei mir bliibe“.
„Worsch du mir denno au e Glashuus baue mit eme Ascht z Mitt`s drin ?“ froget d „Nies nicht mehr“. Und au des hät de Apetheker versproche.

Do hät sich s Prinzessli „Nies nicht mehr“ uussigschlänglet und alli Schlange aaschwattiert und verzellt, wie scheen es domols im hoemelige Hoemtland war, wo d Sunn uff d Stae gschunne hät und sie im warme Sandbodde pfuuse hond kinne.
Und vor allem dät nähmert meh uuflätig joohle: „ Jeggesmaraije, do liet jo scho wieder so e gruusigs Schlangegwürm“
D Prinzessin hät es so herzig und siess uusmoole kinne, dass alli 332 Schlängli Hoemweh griegt hond und zum Städlitor, zum Peterstörli, uusgwanderet sind und wieder is Hoemetland zoge sind, wo sie sit Hunderte vu Johr wohlig und hoemelig glebt hond.

De Apetheker hät Wort ghaalte und e gross Glashuus baut mit eme Ascht z Mitts dinne,
A dem hät sich s „Nies nit meh“ uffi gringle kinne. Obe uff dem Ascht hät de Apetheker all Tag e Häfeli mit frische Milch und eme Aijer drin ännighängt. Des hät s“Nies nit meh“ selli möge.

So hät s` Prinzessle vu ihrem Glashuus obe abi alls uusschäche und uusloschore kinne, wa i de Apethek so alls gange isch, und wie die Liit über ihre Breschte gjoomeret hond und mitenand Zagatet und s Neischt us em Städtli verkartet hond.
Und weil sie sich selli wohlgfühlt hät und e frindlichi, weise Schlang war, hät sie im Apeteheker vill hoemlichi gheimnisvolle Rezept verrote.
So isch de Apetheker vu Hifinge wiit über d Boor und de Wälderwaald drübert uussi en aagsehnene und gschätzte, gfrogete, heilkundige Apetheker wore.

Drum hanget sit 1951 s Bild vu de Schlange uff dem Ascht a jedere Apethek als Wohrzeoeche im ganze Land., au z Hifinge Und wer des nit glaubt, der khaa sich mit oegene Auge überzüege. Wo mer e Glashiesli hange sieht mit eme grosse, rote „A“ und ere wiise Schlang drin, wo sich a me Ascht uffischlänglet und us eme Häfeli Milch trinkt, der khaa sicher sii, dass dä alli Breschte und Wehwele mit überlieferte Salbe und Tropfe ghoelet wered.

S „A“ vu de Schlang „Nies nimme“

Amend hät sich de Leser über d Johreszahl 1951 gwunderet. Wa hät so e Johreszahl us em vergangene Johrhundert i me Märli zum sueche. Aber die Zahl han ich mit Absicht aagähe. Sie hät nämli e Gschicht.

Unter de Überschrift „55 Johr Apetheke- A – Johrtag vu me Klassiker“ kahh mer i de „Pharmazeutische Ziiting“ die Sätz lese: „ Laije, Adler, Einhorn und villi andere Markezoeche waret Johrhundert lang die diitliche Hiiwies uff d Heilkunde. Ebbe mit dem „A“ i de Liit aazoeget. Und es stellt des iis allne bekannt hitrig Apethekersymbol dar. Des „A“ uff wiisem Grund , wa nuu im diitsche Apethekerverzoechnis gilt, hät folgende Hintergrund:

Wo am End vu de 1920-er Johr
anstatt Laije, Mohr und Engel e einheitlichs Markezoeche gsuecht wore isch, hät sich uff oenere Siite des Hageda Krietz mit Kelch und Schlange aabote und andersiits hät sich aber des drei Löffel Symbol i me Wettbewerb vu de Verunda Ziiting dorregsetzt.

Noch de Machtübernahm vum Hitler hät de Urheber vum „Drei Löffel Symbol“, de Graphiker Rudolf Weber (1899-1972) e Berufsverbot griegt well sie Bauhaus- Kunscht z mols als entartet golte hät. Au des wiis Kriez uff rotem Grund isch verbote wore, „weil es geeignet sei, s schwiizer Nationalgfühl z verletzte“.

Am 1. Jänner 1937 hät sich des gotisch „A“ mit ere Rune dorregsetzt. Des hät de Reichsapethekerfüher, au des häts gähe, koschtelos a jedi Apethek gschickt, mit de Ufflag, des uugfähr 20 cm gross Zoeche guet sichtbar aazbringe.
Wo mit em End vum 2. Weltkrieg Runezoeche verbote wore sind, hät e neis Wahrzoeche her miesse. Des Symbol mit em Kelch und de Schlange isch wieder ufftaucht und sich i Verbindung mit dem rote „A“ zu dem Wahrzoeche entwicklet, wa uns hit immer no is Aug springt. Die wiiss Schlange do drin isch für mich zum Vorbild für die Schlangeprinzessin „Niess nimmi“ wore. So hät sie vu dankbare Apetheker e ehrends Aadenke überkumme. Sit 55 Johr wieset sie iis de Weag zu de näschte Apethek.

So au do z Hifinge.

Die” Schlange mit der goldenen Krone” wohnte an der Breg. Die Geschichte wurde von Lucian Reich im Hieronymus in Kapitel 2 erzählt:

Das „A“ der Schlange Niesnichtmehr

Vielleicht hat sich der Leser über die Jahreszahl 1951 gewundert. Was hat eine solche Angabe aus dem vergangenen Jahrhundert in einem Märchen zu suchen? Doch diese Zahl habe ich mit Absicht genannt, denn sie hat eine Geschichte. Unter dem Titel „55 Jahre Apotheken-A – Geburtstag eines Klassikers“ finden sich in der „,Pharmazeutischen Zeitung“ die Sätze:

„Löwe, Adler, Einhorn und viele andere Embleme waren jahrhundertelang die klassischen Wahrzeichen der Apotheken”.

Und am Ende heißt es:

„Am 15. Dezember 1951 wurde die Kombinationder beiden klassischen Elemente der Heilkunde mit dem roten A der Öffentlichkeit vorgestellt und stellt das uns allen bekannte heutige Apothekensymbol dar.“

Dieses „A“ auf weißem Grund, das es nur in Deutschland als Apothekenwahrzeichen gibt, hat folgenden Ursprung: als Ende der 1920er Jahre statt Löwe, Mohr und Engel in einheitliches Logo gefordert wurde, setzte sich einerseits das Hageda-Kreuz mit Kelch und Schlange durch, andererseits war aber das „,Drei-Löffel-Symbol“ als Sieger as einem Wettbewerb der Kundenzeitschrift „Verunda“ hervorgegangen.

Nach der Machtübernahme durch Hitler bekam der Schöpfer des „,Drei-Löffel-Symbols“, der Grafiker Rudolf Weber (1899-1972), Berufsverbot, da Bauhauskunst als entartet galt. Auch das weiße Kreuz auf rotem Grund wurde verboten, „da es geeignet war, das schweizerische Nationalgefühl zu verletzen“. 

Am 1. Januar 1937 setzte sich das gotische „A“ mit einer Rune durch, das Reichsapothekerführer Albert Schmierer kostenlos an jeden Apotheker übersenden ließ mit der Auflage, dieses etwa 20 cm große Symbol gut sichtbar anzubringen.

Da mit dem Ende de Zweiten Weltkriegs Runenzeichen verboten wurden, mußte ein neues Wahrzeichen gefunden werden. Das Symbol mit Kelch und Schlange tauchte wieder auf und wurde in Verbindung mit dem roten „A“ zu dem Emblem, das uns heute wohlbekannt ist. Die weiße Schlange darin wurde für mich zum Vorbild für die Schlangenprinzessin Niesnichtmehr, die vom dankbaren Apotheker ein bleibendes Denkmal gesetzt bekam, das uns schon seit mehr als 55 Jahren den Weg zur nächsten Apotheke weist.

Margrit Vollertsen-Diewerge

Alle Rechte bei  ©Margrit Vollertsen-Diewerge.
Frei in Baarmundart übertragen von ©Hubert Mauz im September 2022.
Illustrationen: Lu Yingying, Kang Yuan, Jing Di, Wang Lei, Zhu Muyet, Yiang Yang, Nguyen Quynh Trang.

Pflanzenreparatur

Liebe Bürgerpostleser, 

heute zeige ich ein paar Beispiele, zu welchen Reparaturleistungen Pflanzen in der Lage sind. Die drei bernsteinfarbene Waldschaben habe ich auf frischer Tat ertappt. Sehen Sie, dass sie die jungen Dahlientriebe durchtrennt haben, um sich am Pflanzensaft genüßlich zu tun? Es freut mich, dass ich das festhalten konnte, denn denen hätte ich es nicht zugetraut. Was macht die Dahlie? Sie kapituliert nicht, sondern sie läßt in den nächstgelegenen Blattachseln Ersatztriebe wachsen. Nicht schlecht Herr Specht kann man sagen. 

Bernsteinfarbene Waldschaben

Dahlientrieb

In diesem Jahr habe ich einige Sonnenblumen in den Ringelblumen-Blumenhäfen gepflanzt. Nacktschnecken hatten es sehr leicht in diesem Jahr, deshalb kamen Sie besonders häufig vor. Die Blumenhäfen hatte ich auf einen Meter hohe Holzklötze gestellt und dachte, da sind sie schneckensicher. Falsch gedacht, ruck zuck waren etliche Sonnenblumenstengel von Nacktschnecken durchgefressen, an Ringelblumen hatten sie kein Interesse. Ich war traurig darüber, denn ich dachte, das ist das Ende. Aber schauen Sie unten, kurze Zeit später zeigt sich neues Leben am durchtrennten Teil.


Zwei neue Blütenstande haben sich gebildet, die Blühzeit ist leicht verzögert, kein Wunder, wenn man einen solchen Schneckendämpfer verkraften muss.

Oben sind zwei Ersatztriebe aus den Blattachseln entstanden. Ist das nicht hammerhart? Die Reparaturleistung ist sehr erstaunlich. Aber, nicht alle abgefressenen Sonnenblumen haben eine solche Meisterleistung geschafft. 

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Drei schwarze Schiffe

Ein Märchenprojekt der Autorin Margrit Vollertsen-Diewerge auf Deutsch, Esperanto und Russisch.
Jetzt hier auch auf Booremerisch.

Booremerisch: Maria Simon, Text: Hubert Mauz (2022)

Gar nicht weit von hier wohnte ein König, dem eine kleine Insel mit fünfhundert Einwohnern gehörte. Seine Insel hieß Tabeeum und die Einwohner waren Tabeaner, und sie alle liebten Tabea, die jüngste Tochter des Königs, die sie Tabs nannten.
Nach dem Tode ihrer Mutter war Tabs allerdings etwas eigensinnig geworden: Sie mochte nicht, dass jemand ihre Haare anfasste. Wenn der Hoffriseur kam und sagte:
„Liebe Tabs, lassen Sie mich Ire Haare kämmen“, so sagte sie:
“Ich kämme meine Haare schon alleine“ und schickte ihn weg.
Und wenn er kam und sagte: „Teure Prinzessin, bitte erlauben Sie mir, Ihre Haare zu waschen.“ so sagte sie: „Ich wasche mir die Haare schon alleine“ und lief hinunter zum Fluss und wusch sie in dem kalten Wasser.

Ziemli wiit vu doo hät en König gwohnt. Dem hät e kleini insel mit nuu fiefhundert Insulaner ghört. Dem sii Insel hät Tabeeum ghoesse und drum hät mer dene Insulaner au Tabeaner gsait. Alle die hond die jüngscht Tochter Tabea vum König selli möge und ihre oefach Tabs gsait.
Noch em truurige und frühe Tot vu de Motter, de Königin, isch sie alledings ziemli oegesinnig wore. Sie hät nit megge, wenn ebber ihre Hoor aaglanget hät. Wenn de Hoffbarbier kumme isch und hät gsait: „Allerlibschte Tabs, därf ich ihre Hoor kämme“, hät sie gsait: „Ich kämm mini Hoorr scho aloenig“, und hät en wegschickt. Und wenn er kumme isch und hät gsait: „ Herzallerliebste Prinzessin, dürfti ihre Hoor wäsche ?“, no hät sie gsait: „ Ich wäsch mini Hoor selber“. Denno isch sie as murmelnd Bächli gange und hät d Hoor im kaalte Wasser selber gwäscht.

Zeichnung: Foster Anna und Singer Vanessa

Wenn er aber gar kam und sagte: „Ihr allergnädigster Herr Vater hat mir befohlen, Ihnen die Haare abzuschneiden“, so griff sie zur Schere und schnips! lagen die Ponys und die langen Strähnen am Boden.
Dann seufzte der König und dachte: „Hoffentlich nimmt das noch mal in gutes Ende!“
Als Tabs älter wurde, wagte der Hoffriseur nicht mehr zu fragen. Tabs nahm bunte Bänder, ein gelbes, ein braunes, ein rotes und ein blaues, und flocht sie abwechselnd in ihre langen Haare.
Nun wussten die Tabeaner immer, was sie tagsüber vor hatte. Wenn sie nämlich ein gelbes Band in die Haare flocht, ging sie auf die Felder, um den Bauer bei der Weizenernte zu helfen.

Wenn er aber kumme isch und hät gsait: „De allergnädigscht Herr hät befohle, dass ich ihre Hoor abschniede soll“. No hät sie kurzerhand selber zu de Scheer griffe und: Schnipp, schnapp, schnull, isch de Pony und die lange Zottle am Bode glege. No hät de König gjomeret und denkt; „Hoffetli nimmt des nomol e guets End“. Wo denno d Tabs älter wore isch, hät sich de Hofbarbier nimme traut z froge. D Tabs hät farbige Bändel , e geals, e bruus , e rots, und e blaus abweaselnd i ihrne Hoor inni zopfet. Tabeaner hond so gwisst, wa sie vorhät, wenn sie en geäle Bändel iizopfet hät. So isch sie mit dem geäle Bändel uff d Felder vu de Buure gange und hät dene bei de goldgeale Woeze- Earn gholfe.

Zeichnung: Pöhlmann Nina, Drexler Julia, Fautré Laura

Nahm sie in rotes Band, so ging sie zu den Winzern in die Weinberge, um die Reben zu
binden oder die Trauben zu schneiden.
Flocht sie in braunes Band in die Haare, dann lief sie auf die Koppel, um beim Striegeln der Pferde und Auskratzen der Hufe zu helfen.
Nahm sie aber in blaues Band, dann ging sie hinunter in den Hafen, um den Fischern beim Flicken der Netze oder Entladen der Boote zu helfen. Das aber sah der König gar nicht gern, denn dann stank Tabs ganz fürchterlich nach Fischen.

Hät sie en rote Bändel im Hoor ghet, isch sie zu de Wiibuure i d Rebberg gange zum Herbschte und Truube mit em Rebscheerli ab z schniede.
Hät sie en bruune Bändel trait, isch sie uff d Kopple gange zum Ross Striegle und Huf uuskratze.
Beim blau Schleifle isch sie an Hafe gange zu de Fischer und hät bim Netzflicke , Ablade vum Fischfang und beim Bootsschruppe gholfe.
Des hät halt de König nit gärn gsähne, weil sie denooch gruusig noch Fisch gmiechtelet hät, halt gfischelet hät.

Zeichnung: Kropfeld Judith

Als sie eines Tages wieder ihr blaues Band in den Zopf geflochten hatte und beim Netzeflicken half, rief in Fischerjunge: „Was segelt denn da auf unseren Hafen zu? So einen Kahn habe ich noch nie gesehen!“
Tatsächlich, da mussten hm alle recht geben.
Es war in Schiff mit altmodischer Takelage, und niemand war an Bord. Endlich war es ganz nahe am Pier, so dass die Fischer es an einem Poller festbinden konnten.

Wo sie a meine scheene Tag wieder s blau Bändeli in Zopf glismet hät und bei de Netzflicker war, joohlet z mols en Fischerbue: „ Wa seglet denn doo uff iisern Hafe zue ? So en Kahn hond mir jo no gar nie gsehne !“ Do hond ihm alli reacht gähe messe. S War e Schiff mit ere ganz altbachene Takelage und kon gotzige war uff dem geisterhafte Schiff. Won es ganz noh a de Hafemuur war, hond d Fischer es mit eme dicke Grächsoel schnappe kinne und a me Pfohl aasoele kinne.

Zeichnung: Hummitzsch Hannah

Da öffnete sich die Kajütentür und heraus trat der Käptn. Bei seinem Anblick zuckte Tabs zusammen, so voller Öl war er, verschmiert und unansehnlich, sogar sein Bart triefte vor Öl. Schon wollten die Fischer das Schiff schnell wider losbinden, damit der Käptn nicht an Land konnte, als er die Luke öffnete. Und was trug er herauf?
Große Seevögel, alle pechschwarz und mit Öl verschmiert wie er, und sie flatterten und rangen nach Luft.
„Schnell, helft mir, wir müssen die Vögel von dem tödlichen Ölfilm befreien,“ rief Tabs und nahm sofort einen Seetaucher und badete ihn im nahen Fluss.
Da packten alle mit an, und nach einem Tag waren die Seevögel vom Öl befreit und schwammen
munter im Hafenbecken.

Uffs mol goht die Kapitänstüre uff und en bärbeissige Seebär, de Kapitän, isch breitboenig doogsande. Bi dem Aablick isch d Tabs verschrocke, weil der volle Öl war, versaalbet und verschmiert und verkumme. Sogar de Vollbart hät vor Öl tropfet. Und scho hond d Fischer den Kahn wieder losbinde welle, dass der gruusig, verkaibet Seebär nit as Land kumme khaa. Wo der sie knarrige Türe uffgmacht hät. Waa hät der denoo hinneverri trait ? Grosse, rappeschwarze Seevögel, alli mit Öl verschniert, so wie er selber. Sie hond verruckt gflatteret, lahmarschig gschnatteret und noch Luft gschnappt. „Schnell, schnell, helfet mir, mir mond die Vögeli vu dem bäppige , zähe Öldreck befreie und sie putze.“ rueft verzwieflet d Tabs. Sie schnappt en Seetaucher und badet und putz ihn im nohe Bächli. Jetzt hond alli mitgholfe und am End vum Tag waret alli vum Öl suuber putzet und sind luschtig und fidel im Hafebecke ummenand gschwadderet.

Zeichnung: Koltermann Anna-Kira

Der Käptn aber wusch sich nicht und sagte kein Wort. Er löste die Taue und segelte in
der Abendsonne davon.
Von nun an trieb es Tabs immer öfter hinunter in den Hafen. Sie band nur noch blaue Bänder in ihr Haar, und wann immer ein fremdes Schiff in der Ferne auftauchte, musste man es ihr sagen, sogar wenn es mitten in der Nacht war.
Einige Wochen waren vergangen, da schrie frühmorgens ein Fischerjunge: „Da ist das
schwarze Schiff wieder!“
Sofort war der Kai voller Neugieriger, und Tabs war mitten unter ihnen. Das Schiff kam langsam näher, wieder war von einer Mannschaft nichts zu sehen. Als der Kahn fest vertäut war, kletterte der Käptn heraus. Und was trug er nach oben? Lauter ölverschmierte Seehunde und Seelöwen, Seebären und Ohrenrobben, die verzweifelt nach Luft rangen.

De verdreckt Seebär hät sich aber nit gwäscht und koe Wort gschwätzt. Er hät s Soel uffbunde und isch i d Obedsunn devu gseglet. Ab dä isch d Tabs immer öfter an Hafe aabi gange . Sie hät bald nuu no blaue Bändel im Hoor ghet. Me hät ihre immer aakündige messe, wenn e fremds Schiff am Horizont ufftaucht isch , sogar z mitts i de Nacht. Es isch e paar Woche ummigange, do hät der Fischerbue wieder gjoohlet; „ Do isch des rappeschwarz Schiff wieder“. Ums ummigucke isch wider alls a de Hafemuur gstande und d Tabs z mitte drin. Des Schiff isch wieder langsam näher kumme und wieder hät mer koni Matrose gsähne. Wo denno de Kahn aabunde war, isch wieder der mächtig, ölversaalbet Seemaa uffi kräslet. Waa hät er desmol unne uffi kroomet ? Luuter ölverdreckete Seehund, Seelöbe, Seebäre, Ohrerobbe und alli hond verzwieflet und vergelschteret noch Luft gschnappet.

Zeichnung: Thiele Sylvie

„Schnell, helft dem Käptn“, rief Tabs und nahm ein Seehundbaby und wusch es im nahen Fluss. Da halfen alle Tabeaner mit und reinigten die Tiere von der tödlichen Ölschicht.
Als aber die Arbeit getan war und alle Seehunde und Seelöwen, Seebären und Ohrenrobben vergnügt im Hafenbecken schwammen und die Fische fraßen, die ihnen die Fischer zuwarfen, segelte der Käptn davon.
Von nun an band Tabs nur noch schwarze Bänder in ihr Haar, und sie war von frühmorgens bis abends unten am Hafen und der König machte sich große Sorgen. „Ach, wie soll das nur mit meiner Tabs enden” seufzte er. Denn sie hatte für nichts anderes mehr Interesse als für fremde Schiffe.

„Auf, Auf, hofele, helfet dem Kapitän !“ hät d Tabs gruufe und hät glii e Seehundkindli gschnappt und im nohe Bach gwäscht. Und wieder hond alli Tabeaner gholfe und die erbarmunswürdige Tierli vu dere todbringende Ölsaalbi zum befreie.
Wo aber die hilfreich Arbet gmacht war und alli Seehund, Seelöbe, Seebär und Ohrerobbe wieder fidel im Hafebecke ummenandgschwumme und taucht sind und sich mit Fischli gstärkt hond, die vu de Fsicher zuegworfe wore sind, isch de Seebär wieder Wort und Gruesslos devu gseglet.
Vu dä eweg hät d Tabs nuu no schwarzi Bändeli is Hoor innibunde. Vum Morge bis am Obet isch sie ab dä am Hafe ghuckt. De König hät des Verhalte vu dem Maidli selli gwormet, wie word des mit dere Tabs emol ende ? frogt er sich bsorgt. D Tabs hät nuu no Auge für fremde Schiff khaa.

Zeichnung: Präg Friederika

Viele Wochen vergingen, und Tabs wurde immer schweigsamer. Da, an einem nebligen Herbstmorgen, kam ein Fischerjunge ins Schloss gelaufen und rief: „Sagt Tabs, dass das schwarze Schiff in Sicht ist!“
Wie der Wind rannte Tabs den Berg hinunter zum Hafen, wo schon fast alle fünfhundert Tabeaner standen und warteten, was wohl dieses Mal an Bord des Schiffes war.
Brachte der Käptn einen ölverschmierten Wal mit?
Oder gar einen seltenen See-Elefanten?
Oder eine Seekuh?
Als sie die Leinen am Poller festbanden, war es ganz still am Pier. Nur das Kreischen der Seevögel und das Bellen der Seehunde und Seelöwen und Seebären und Ohrenrobben war zu hören.

Woche um Woche sind ummigange und d Tabs isch immer verstockter wore. Und z mols, a me neblige Herbstmorge, isch en Fischerbue is s Schloss grennt kumme und hät verkündt; „ Saget de Tabs, dass des schwarz Schiff wieder zum sähne isch“. Wie de Blitz isch d Tabs de Berg aabi grennt und zum Hafe gwetztet, wo scho alli fünfhundert Tabeaner gstande sind und gwartet hond. Wa word au desmol i dem wunderlichne Kahn sie ? Bringt der brummlig Seebär amend e Ölverschmierte Wal oder en rare Seeelefant oder e Seekuhe ?
Wo sie des dick Tau am Dalbe festbunde hond, isch es ganz liesli wore. Nu s Kraije vu de Seevögel, des Belle und Grunze vu de Seehund und de Seelöwe, de Seebäre und de Ohrerobbe war zum höhre.

Zeichnung: Fritsch Daniel

Es dauerte lange, bis die Kajütentür aufging und der schwarze Käptn heraustrat. Und was kam hinter ihm die steile Treppe herauf?
Viele kleine Kinder, halb verhungert und verdurstet und alle nackt.
„Schnell, helft dem Käptn” rief Tabs. „Holt Kleider und Schuhe, Brot und Kuchen, Milch und Tee. Die Kinder sind ja dem Tode nahe.”
Da rannten die Tabeaner und holten alles herbei und Tabs nahm das Hemd eines Fischers und wickelte ein kleines Mädchen darin ein, das vor Kälte zitterte. Das Hemd aber war viel zu lang und schleppte am Boden, und als das Mädchen darauf trat, fiel es beinahe ins Wasser. Da riss Tabs sich das schwarze Band aus dem Haar und machte daraus einen Gürtel. Der Käptn aber sah es und lächelte.

S isch nit lang gange, bis die Kapitänstüre uffgange isch und de schwarz Seebär uussi kumme isch. Und waa isch hinter ihm die Stapfle uffi kumme ?
Villi kleine Kindli, halb verhungeret und verdorschtet und alli buddelnäckig. „Schnell, Schnell, helfet dem Kapitän, holet dene Kiendi Schühli, Brot, Kueche, Milch und Tee. Die arme Kind sind jo fascht am verkumme“, rueft d Tabs luut. Do sind Tabeaner grennt und hond des alls broocht. D Tabs hä i me Fischer s Hemd abzoge und e vor Kälte zittrigs, klei Maidli drin iigwicklet. Des Hemd war vill z lang, sodass d Tabs druff dappet isch und fascht is Wasser kheit isch. Kuntenend riesst d Tabs ihre schwarz Bändeli us em Hoor und macht en Rähme druus.
De Seebär hät des gsähne und guetig glächlet.

Zeichnung: Martens Anna-Milena

Schließlich waren alle Kinder angezogen und schmatzten um die Wette, denn sie hatten riesigen Hunger. Der Käptn aber saß abseits und aß nichts. Da ging Tabs zu ihm und sagte: „Wenn wir auch nur fünfhundert Tabeaner sind und nur eine kleine Insel haben, so hat sie doch genügend Platz für die Kinder und für so einen barmherzigen Kapitän.“ Da antwortete der Käptn zum ersten Mal und sagte: „Danke. Ich glaube, ich muss mich in wenig ausruhen.“
Als auch er gebadet, gegessen und getrunken hatte, saher aus wie ein ganz normaler Kapitän und
niemand fürchtete sich mehr vor ihm.
Ob die Kinder under auf der Insel geblieben sind oder er eines Tages mit dem schwarzen Schiff wieder davongesegelt ist?
Das können uns nur die Seevögel verraten, die weit übers Meer fliegen. Wer ihnen geduldig zuhört, dem werden sie es erzählen.

Endli waret alli Kindli aazoge und hond um d Wett gschmaust. Sie hond natierli en mords Hunger khaa. De Seebär isch abseits ghuckt und hät nint gesse. Do isch d Tabs zu ihm änni gange und hät gsait; „ Au wenn mir nu fünfhundert Tabeaner sind und nuu e kleine Insel sind, hond mir doch gnueg Platz für die arme Kindli und natierli au für so en warmherzige Brummbär vu me Kapitän“. Do sait de still Kapitän s erschmol ebbis ; „ Dankschee, ich glaub ich muess mi e wenig uusgruje“.
Wo au er badet war, gesse hät, trunke hät, hät er uusgsähne wie en ganz normale Seefahrer – Kapitän. Nähmert hät sich me vor ihm gfüerchtet oder verschobbet.

Ob die Kindli uff de Insel blibbe sind oder a me scheene Tag mit em Schwarze Schiff wieder devuu gseglet sind ?

Des könnet iis nuu die Seevögel verroote, die wiit übers Meer seglet. Wer dene ganz geduldig und uffmerksam zuelosset, dem wered sies gern verzelle.

Zeichnung: Lehmann Karin

Alle Rechte bei  ©Margrit Vollertsen-Diewerge.
Frei in Baaremerisch-Alemannische Mundart übertragen von ©Hubert Mauz
Gesprochen von Klaus Karl-Kraus und Maria Simon.

Zeichnung: Fautré Laura, und Nollau Sarah

Neuer Gutachter, Jugendfeuerwehr, Integrationsmanagement und Besoldungsgruppe vom Bürgermeister

Liebe Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

hier soll ein neues Format für unsere Gemeinderatssitzungen entstehen.
Vorerst will ich für die öffentlichen Sitzungen ein paar Tagesordnungspunkte raus picken und darüber in einem Beitrag schreiben. Falls ein Thema besonders interessiert, darf das gerne kundgetan werden! Ansonsten wähle ich nach meinen persönlichen Vorlieben aus. Auch sind, wie immer, Stellungnahmen von allen Stadträten aber auch von allen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit herzlich willkommen.

Dann gibt es die Unterlagen immer hier: https://huefingensitzungsdienst

Und denkt daran, die Sitzung ist öffentlich und wenn man nicht von den Einschätzungen und subjektiven Berichten anderer abhängig sein will, so darf man auch sehr gerne selbst kommen.

Kommentare sind immer willkommen!

Neubestellung Gutachter für den Gutachterausschuss

Bei der Stadt Donaueschingen ist die Geschäftsstelle des gemeinsamen Gutachterausschusses angesiedelt und übernimmt als zentraler Ansprechpartner die Aufgaben aus den Gemeinden des südwestlichen Schwarzwald-Baar-Kreises. Nach Vorgaben des Baugesetzbuches führt der Gemeinsame Gutachterausschuss die Kaufpreissammlung, wertet sie aus und ermittelt Bodenrichtwerte und sonstige zur Wertermittlung erforderlichen Daten. Darüber hinaus erstellt er Gutachten über den Verkehrswert von Grundstücken.
https://www.donaueschingen.de/de/Stadt-Buerger/Wirtschaft/Gutachterausschuss

Die Stadt Hüfingen hat im Gutachterausschuss 3 Mitglieder. Heute sollte ein neuer ehrenamtlicher Gutachter bestimmt werden. Der Gemeinderat wählte in geheimer Wahl den Stadtrat Gunther Limberger als 3. Mitglied für Hüfingen.

Änderung der Feuerwehrsatzung zur Gründung einer Jugendfeuerwehr

Diesen TOP11 finde ich persönlich besonders spannend. Hatte doch der letzte Fraktionssprecher der CDU noch verlautbart, dass die Hüfinger Feuerwehr keine Frauen brauche, da genug Männer da wären und kein Bedarf sei. Womit er ja Recht hat, Frauen dürfen in Hüfingen nur Kuchen backen und Kinder bespaßen, ausser wenn „Not am Mann“ ist.

Film von Ernst Kramer 1943

Hüfinger Frauen bei einer Feuerwehrübung in Kriegszeiten

Da mutet es nun fast schon revolutionär an, wenn eine neue Jugendfeuerwehr entstehen soll die Mädchen nicht ausschließt.

Die neue Satzung hierzu wurde heute heute vom Gemeinderat verabschiedet.

Übernahme des Integrationsmanagements

Neben einer pauschalen Förderung stehen Gelder für die Förderung von Integrationsmanagerinnen und -managern in den Kommunen gemäß der Verwaltungsvorschrift des Sozialministeriums zur Förderung des Integrationsmanagements in Baden-Württemberg (VwV Integrationsmanagement 2023) zur Verfügung.

Bislang wurden die Aufgaben des Integrationsmanagers für die Stadt Hüfingen durch das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis wahrgenommen. Die entsprechenden Fördermittel hat somit auch das Landratsamt erhalten.

Die Städte Bräunlingen, Brigachtal, Hüfingen, Blumberg und Donaueschingen haben beschlossen, diese Aufgaben zukünftig selbst und gemeinsam durchzuführen. Die Förderung würden dann künftig die 5 Städte erhalten.

Für das Förderjahr 2025 beträgt die insgesamt zur Verfügung stehende Fördersumme voraussichtlich 179.196,96 €.
Davon entfallen 42.816,97 € auf die Stadt Donaueschingen, 42.816,97 € auf die Gemeinde Brigachtal, 41.231,16 € auf die Stadt Bräunlingen, 35.680,81 € auf die Stadt Hüfingen und 16.651,05 € auf die Stadt Blumberg. Die Förderhöhe entspricht 2-2,5 Stellen, die in Entgeltgruppe S 12 eingruppiert werden. Dies entspricht einem Verhältnis von 24% für Donaueschingen, 24% für Brigachtal, 23% für Bräunlingen, 20% für Hüfingen und 9% für Blumberg pro Stelle. Das Verhältnis wird entsprechend der Fördersumme angepasst.

Die eigenen Integrationsmanager werden in den 5 Kommunen vor Ort eingesetzt. Die Einsatzzeiten werden individuell, unter Berücksichtigung der prozentualen Verhältnisse auf die Kommunen verteilt.
Als größte Stadt in diesem Verbund soll die Personalbetreuung in Donaueschingen erfolgen. Sowohl der Kooperationsvertrag mit allen 5 Kommunen als auch die Stellen der Integrationsmanager sind befristet bis zum 31.12.2029.

Dies wurde heute vom Gemeinderat einstimmig angenommen.

Mir fällte dazu ein: Gemeinsam ist besser als einsam. Willkommen baaremer Zeitenwende!

Einweisung des Bürgermeisters in eine Besoldungsgruppe des Landeskommunalbesoldungsgesetzes

Ja, hier geht es um die Besoldung unseres neuen Bürgermeisters. Die rechtlichen Grundlagen sind so, dass er bei einer Gemeinde unter 10.000 Einwohnern (Hüfingen hat heute 8.006) in die Gruppe A16 oder B2 eingeteilt werden kann.

In der Vorlage stehen einige Punkte die unser Bürgermeister zu leisten hat:

1. Hüfingen hat neben der Hüfinger Kernstadt fünf Ortsteile und Ortsverwaltungen, deren Lenkung und Steuerung auf politischer Ebene erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Jeder Ortsteil mit seinen Strukturen stellt Anforderungen an die Verwaltungsspitze.

2. Die Stadtwerke Hüfingen haben durch das Familien- und Freizeitbad aquari eine überregionale Wirkung und Wahrnehmung. Ein weiteres zentrales Thema zur Stadtentwicklung ist die stetige Umsetzung der Energiewende durch die Nutzung regenerativer Energiequellen für die Wärmeversorgung und Stromversorgung. Die Wärmeversorgung stellt für das Gelingen der Energiewende den größten Hebel dar und hat Vorbildcharakter für andere Kommunen, ebenso wie die vorbildliche Wasserversorgung.

3. Der Stadtwald bringt zusätzliche Aufgaben wie den Forstbetrieb und die Ansiedlung von Windkraftanlagen.

4. Das eigene Bauamt innerhalb der Stadtverwaltung bewältigt eine Vielzahl von Baumaßnahmen und verzeichnet ein anhaltend überdurchschnittliches Investitionsniveau.

5. Die langfristige Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung, im Bauhof, den Schulen und in den Außenstellen gilt es durch Personalführung und –management zu sichern und weiterzuentwickeln.

6. Das überdurchschnittliche kulturelles Engagement mit einer Vielzahl von Museen und Hallen, sowie überregionaler Veranstaltungen prägen Hüfingen.

Ich möchte ergänzen:

7. Der letzte Bürgermeister hat einige Millionen „verloren“, von denen man versuchen wird etwas zurück zu holen. So z.B. das Geld für die defekte und gefährliche Lärmschutzwand (die das Regierungspräsidium zu verantworten hat); oder auch das durch die Lappen gegangene ETZ; oder Grundstücke zum vollen Wert zu veräußern; oder die Trinkwassersicherheit herzustellen (bevor die Sanierungskosten bei der Stadt enden); neuen Kindergarten planen et cetera pergite

8. Nicht nur kulturelles Engagement mit einer Vielzahl von Museen, Hallen und Veranstaltungen; sondern auch alle 78 + Vereine prägen Hüfingen, jeder einzelne will jetzt „umsorgt“ werden nach der langen Durststrecke.

9. Die Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung, des Bauhofs und vor allem der Jugendarbeit muss wieder hergestellt werden. Nicht zu vergessen: Die Kindergärten!

10. Besonders anspruchsvoll: Hüfingen hat neben der Hüfinger Kernstadt die fünf Ortsteile!

Was man dazu wissen muss: B2 ist ist brutto € 346,85 im Monat mehr als A16.

Die Fraktionssprecher und einzelnen Parteien sind sich nicht einig und zählen die Aufgaben des Bürgermeisters auf. Nach der Besprechung einzelner Zahlen und Tarifen wurde abgestimmt. Es ginge um das Amt und nicht um die Person.

10 Stimmen für B2 und 9 dagegen, es wurde streng nach Fraktionen abgestimmt und zwei Stadträte fehlten. Der Bürgermeister wird also nach B2 eingruppiert werden.

Wasserspringschwanz

Liebe Bürgerpostleser, 

diese Aufnahmen stammen vom 12., 13. und vom 14. September, also kurz hintereinander. Sie zeigen etwas, was mich sehr an den rötlichen Springschwanz erinnerte, worüber ich vor kurzem geschrieben habe. Trotzdem war ich auf whatsapp Hilfe im Status angewiesen, weil ich es auch fast nicht glauben wollte, was ich sah. Einige haben es gewußt, vielen Dank für das Melden. Also es sind weitere Urinsekten, die Wasserspringschwanz oder schwarze Wasserspringer genannt werden. Wikipedia beschreibt sie wie folgt: Sie erreichen eine Körpergröße von nur 1,1 bis 1,5 mm und haben relativ kurze Beine und Fühler. Die der Fortbewegung dienende Sprunggabel ist nach innen geklappt, weshalb man sie leider auf den Bildern nicht sehen kann. Dieser zweizinkige Körperfortsatz wird mit einem Muskel ruckartig nach hinten geschnellt. Hammerhart kann man da nur sagen.

12. September 2024

13. September 2024

14. September 2024

Typisch ist, dass Wasserspringer auf der Oberfläche stehender Kleingewässer – Tümpel und länger existierende Pfützen – leben. In unserem Fall haben sie unsere Vogeltränke auserkoren, vielleicht gefiel es ihnen, dass sie nicht ganz steril war. Mitunter komme es zu großen Ansammlungen aufgrund von Massenvermehrungen so dass die entsprechende Gewässerfläche von Individuen wie schwarz berußt wirkt. Die Nahrung besteht aus Bakterien, Algen und Pollenkörnern, die auf der Wasseroberfläche treiben. Bei Störungen springen die Tiere ungestüm in alle Richtungen auseinander. Weil sie so klein und leicht sind, werden sie von der Oberflächenspannung des Wassers getragen. Man muss sich das einmal vorstellen.

Die Art verfüge über ein komplexes Paarungsverhalten, welches eine indirekte Spermatophorenübertragung beinhaltet. Auf der einen Seite eines Weibchens baut das Männchen einen „Zaun“ aus Samenpaketen. Anschließend schiebt es das Weibchen von der anderen Seite her in die Spermatophoren hinein. Ist das nicht genial? Was es halt nicht alles gibt in der Natur. 

Hier wurde ich auf die Tiere aufmerksam, weil die große Ansammlung auffiel.

Das Bild oben ohne Zoom

mit zweifachem Zoom

mit fünffachem Zoom

Wie gesagt, die Wasserspringer sind 1,1 bis 1,5 mm lang.

Mich würde sehr interessieren, ob jemand von Ihnen den Schwarzen Wasserspringer schon gesehen hat. Rückmeldungen per Whatsapp oder E-mail gerne erwünscht. Ich sah sie jedenfalls zum ersten Mal.

Herzliche Grüße
Franz Maus  

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