The State of Alemannic oder der Zustand der Alemannischen Mundart

Alemannisch word nit untergau und wenn doch, erfahret ihr’s im Hieronymus z‘ erscht.
Teil 1

Carl Bodnaruk von der Universität Sydney hat im Juli 2020 eine Studie über die Nutzung des Alemannischen im Südwesten durchgeführt. Hierfür hat er 100 Antworten eines Fragebogens ausgewertet und als Diplomarbeit für den „Bachelor of Arts (thesis)“ veröffentlicht.

Hubert Mauz war einer dieser Teilnehmer und hat uns hier seinen beantworteten Fragebogen vom 01.09.2020 zur Veröffentlichung überlassen:

„En Guedde“

Gerne gehe ich auf den Fragebogen ein. Ich erlaube mir aus grossem Erfahrungssschatz etwas sehr ausführlich die Fragen zu beantworten und meine Intentionen darzustellen. Dazu ist mir die mail- Form die passendste und stilgerechteste.

Dialekt, ich, und die meisten Muttersprachler, nennen sie Mundart, nämlich die Art den Mund zu benutzen, wurde mir in die Wiege der Fam. gelegt. Der Fam. Clan lebte Ende 1950 im Umkreis von ca. 20 Km auf der Baar. Dort redete ich bis zur Volksschule mit 7 diese „Mutter- bzw. Vatersprache“ die Baaremer, Bodenseeallemannischen Mundart. In der Volksschule / Grundschule wurde uns Baaremern dann Schriftdeutsch mit mehr oder weniger Erfolg näher gebracht. Im Gymnasium wurde das intensiviert, wobei die Landsmannschaftlichen Lehrer tolerant waren und die unerbittlichen Norddeutschen Lehrer die Mundartbelasteten Schüler und Lehrer meist, fundamentalgebildet, hochnäsig u. arrogant als ungebildet betrachteten u. oft sogar so bezeichneten. Dies blieb u. bleibt in ganz winzigen Formen immer noch bei in unsere Landschaft eingereiste Schriftdeutschen. Als der Wirtschaftspolitische , geniale Werbespruch der BaWürtemberger erfunden und promotet wurde: „Wir können Alles ausser Hochdeutsch“ kippte die Stimmung urplötzlich und Alemannisch bekam einen hohen Charme und Anerkennungsstatus. Im Studium in Konstanz u. im Berufsleben im Südwesten hat man keinerlei Defizite und anschl. bei Projekten in ganz Dt. nütze dieser Mundartbonus sogar, gemäss diesem Sinnspruch.

Zur Begriffsbestimmung wie ich sie verstehe: Das Synonym „Hochdeutsch“ halte ich für nicht treffend, denn auch sie ist eine Mundart, gesprochen in der Lutherzeit in der Region Thüringen, Anhalt, Nordharz. Seither wurde sie zu der angeblichen reinsten Hochsprache im Raum Hannover. Wäre die Reformation gescheitert, würden wir Deutschen vermutlich nach Ansicht vieler Kenner u. Linguisten, das Fränkisch – Alemannische , Regio Mainz, Worms, Speyer reden. Dann wäre „Hochdeutsch“ auch eine Mundart und nicht die von den Süddeutschen etwas überheblich, hochnäsig betrachtete Hochsprache.

Sinnigerweise sagen die Schweizer einfach Dütsch/ Deutsch dazu oder Schwiizerdütsch. Ich bevorzuge den Begriff Schriftsprache, weil diese auch per Duden „normisiert“ ist. Noch öfter verwende ich „Buchsprache“ weil sie eben in Literatur und Schriftverkehr verwendet wird. Die Norweger sagen sehr zutreffend “ Booksmol“ und „Landsmol“ für eben Buchsprache und Landesprache, also Mundart der versch. Regionen mit dem gleichen Nord- Süd- Mundart-Gefälle wie in Dt.

In meinem Freundeskreis sprechen viele, fast alle diese Mundart mehr oder weniger ausgeprägt. Ausserdem hatte ich als Bauing. viel mit den Mundart- Baumenschen im SüWesten zu tun. Was mir auch die ziemlich genaue Einschätzung des Regio- sogar bis Dorfmundart ermöglicht hat.
Die meisten Bekannten aus dem sogenannten Bildungsbürgertum (Baarverein, Sportverein, Bürgerstiftung, Freundes- u. Familienkreis) sprechen, verstehen u. tolerieren diese Mundart. Allmählich wird sie sogar wieder eher geschätzt und weniger als „Ungebildet “ betrachtet. Das muss man aber auch selbstbewusst kolportieren.

Wenn man merkt , daß der Partner einem nicht versteht, bemüht man sich mehr in Schriftsprache. Ärger gab es nur einmal als ein angeblich gebildeter , seit 40 Jahren hier lebender, die Mundart schriftlich und unflätig diskreditierte u. auch die Schweizer beschimpfte und beleidigte. Er war der unsäglichen Ansicht, daß dieses Wortgewürge ausradiert gehöre. Gemeinsam haben wir ihm „die Zündung“ eingestellt und Einhalt geboten. Dennoch erwarte ich von Zugereisten, daß sie sich anpassen und nicht die Locals sich ihnen anpassen müssen, was man tatsächlich, aber sehr selten, antrifft. Wer nach Australien auswandert muss eben Ausi- Engl. lernen und ihr nicht Sächsisch. ( Anlagen Schmit- Cotta !!, unsäglich !)

Ja , ganz klar. In einem meiner Mundartgeschichten über die 4 Sprachinseln des kleinen Donaueschingen hab ich das beschrieben. Durch Immigration von Böhmischen Fürstenbediensteten im Residenzbereich hat sich dort die Baaremer Sprache schon verändert um 1900, zur Kasernenzeit von ca. 1920 – 1945 (bis zu 4500 Militärs) ebenso, u. zu Zt. der Ostdeutschen Flüchtlingswelle 1946- 1955 ebenso enorm. Ein Stadtteil sprach fast ausschl. Schriftdt. u. Nachwirkung hat es immer noch. Die Immigranten u. Gastarbeiter Italiener, Portugiesen, Jugoslawen, Türken , nun Rumänen, haben keinen Einfluss gehabt. Ebenso die Wirtschafts- Umsiedler aus Ostdr. u. Dt. Russen. Dass jedoch in der Schweiz in der Gastronomie Sächsisch u. Thüringisch gesprochen wird, stört die Schweizer sehr. Aber kaum, fast kein Schweizer arbeitet mehr im Gastgewerbe- u. Dienstleistungsbereich. Das ist aber ein Globales Naturgesetzt. Ich bin mir sehr sicher , und Beweise hab ich genug, wie diese Zuwanderer unsre Umgangssprache, unser Landsmol , unsere stark veränderte, modernisierte Mundart übernehmen. Die Veränderung findet unaufhaltsam und völlig legitim durch Zuwanderung, geänderte Tätigkeiten und Gewerke, durch Reisetätigkeiten priv. Geschäftlich und die Modernisierung, Digitalisierung mit völlig anderem, digitalistischem Wortgebrauch statt. Man muss das Wort Heugabel nicht mehr kennen, Mgbit aber schon oder was eine App ist.

Jede Mundart, zumindest die ich kenne u. einschätzen kann, hat etwas sehr poesievolles, narratives, blumiges, charmantes. Sie ist die Sprache, die die Menschen der Heimat gemacht, geprägt, in Sprachduktus, Grammatik, Wortschatz auch geprägt, erfunden, offenbart haben. Sprache entsteht nicht am Reissbrett oder der Redaktion des Duden oder des Diktionärs. Wenn ich meine Mundartgeschichten vom Baaremerisch ins Schriftsprachliche übersetzte, verjazze, verliert die Geschichte an Wortwitz, Duktus, Poesie u. Bildsprache. Sie wird platter, konstruierter, und normierter. In Buchsprache gibt es für viele Mundartwörter kein Wort. Sprache, ob Buchsprache oder Landesprache wird ärmer, poesieloser werden. Man mags bedauern, aber es ist auch ein evolutionäres Gesetz.

Da will ich mich aus grossem Respekt vor allen Mundarten nicht festlegen. Jeder dieser Mundartler schätz seine Sprache. Dennoch gibt es so Clichés z. B. vom Französischen, wo, glaub sogar H. Heine sagte, es sei eine „affige“ – Sprache. Sprache bildet auch immer Landsmannschaftscharakter ab. Knapp, trocken, schwülstig, ausladend, opulent, melodisch, hart, erhaben, witzig, frech, nüchtern, satirisch, etc. Bayrisch kann eine derb- blumige Sprache sein, melodisch ist Fränkisch. Sprachmelodie dürfte eine wichtige Kenngrösse der Akzeptanz sein. Dänisch, Holländisch, Nordisch ist fast wie gesungen, Keltisch- Irisch sehr rachal, die Romanischen Sprachen alle. Uns hat ein Jordanischer Studienfreund, Salim Saman, immer gesagt: „Ihr sprecht wie die Raben“. Aus Toleranz, Respekt und Rücksicht haben wir unsere Sprachempfindungen über das Arabisch nie zu äussern gewagt.

Natürlich hat sich meine Heimatstadt sowohl städtebaulich, architektonisch, bevölkerungsmässig und sprachlich stark verändert. Im sprachlichen Bereich hauptsächlich dadurch, dass zu meiner Kindheit die Stadt zu einem drittel landwirtschaftlich, baaremerisch in Gesellschaft und spiritueller und weltlicher Kultur geprägt war. Gerde diese Bauernsprache machte den Dialekt aus. Diese Bauernsprache wird nicht mehr gebraucht, auch dort wird digital- Sprache, Motorensprache, PS- , Kommerz- Finaz, Wirtschafts und Profitsprache gesprochen. Diese Mundart verändert sich rasend schnell aber sie wandelt sich. Mundart , u. wenn es Börsensprache ist, wird es immer geben. Globalisierung wirds beschleunigen aber nicht auslöschen, solange es ortsfeste Heimatkommunities geben wird. In der Finnmark siedelten sich Portugiesische Dorschfischer in einem Fjord an. Die Menschen sind olivhäutig u. sollen zu ihrer Norge. Booksmol etwas portugiesisch sprechen ?

Ein paar Aspekte hab ich glaub angeführt. Das weite Feld des Schwiizerdütsch ist gross, aber hoch erkenntnisreich. bis kurios, eine Rarität.
Unsere Mundart ist fast das zentrale mentale, familiäre, Gesellschaftliche Merkmal in unserem Leben ohne Heimattümmelei und Konservatismus. Nicht umsonst beschäftige ich mich in der Post- Berufskarriere mit Mundart, Mundartrunde, Mundartforum, 90 Mundartgeschichten , meist authentisch, Mundarttheater. Lesungen, Vorträgen, Bücher, Literatur immer im Kopfkino zunächst in Mundart. Gerade hab ich in dem BHU (Bund Heimat u, Umwelt) Forum in Magdeburg einen Vortrag gehalten über Wasserkünste meiner Heimatstadt. Das nennet man Materielles Kulturerbe, aber Thema des Forums war Immaterielles Kulturerbe, und dazu gehört Mundart in bevorzugter und wichtiger Weise.

Ich wünsche Ihnen und Euch eine erkenntnisreiche aber auch eine lustbetonte Beschäftigung mit dem für Down Under ungewöhnlichen Mundartthema. Ein UNESCO Mann, Immaterielles“, H. Dr. Luckscheiter hat bei dem Smalltalk Gespräch über euer Vorhaben evtl Hilfe zugesagt ?

Alles Gute und “ En Guete “ vom Schwarzwald Hubert Mauz


Die Studie ist unter folgendem Link einsehbar: https://ses.library.usyd.edu.au/handle/2123/24679.

Hier eine kurze Zusammenfassung von Carl Bodnaruk auf Deutsch:

Ich erwarte, dass einige der Ergebnisse, die ich hier präsentieren werden, für Sie keine Überraschung birgt. Weil Sie in dieser Region wohnen, sehen Sie die Nutzung (oder den Mangel) des Alemannischen im Alltag. Deswegen kann es gut sein, dass Sie vielleicht schon aufgrund Ihrer eigenen Beobachtung, einige Forschungsergebnisse antizipieren können, die in meiner Studie beschrieben wurden. Es könnte dann interessant sein, zu sehen, wie ähnlich Ihre Beobachtungen dieser Ergebnisse sind, und in welchen Bereichen sie sich widersprechen.

Meine Studie beinhaltet einen Fragebogen, den Sie ausgefüllt haben, und ein freiwilliges Interview, an dem Sie ggf. teilgenommen haben. Der Rücklauf betrug 100 Antworten. Ich hatte ursprünglich höchstens 50 erwartet, daher war es toll, so viele Zusagen bekommen zu haben. Ich habe die Daten des Fragebogens statistisch analysiert, um Trends und Muster darin zu identifizieren. Ich habe dann die Interviews benutzt, um die Themen des Fragebogens weiter zu untersuchen.

Die Ergebnisse des Fragebogens sind in 3 Teilen untergliedert: Demographie der Alemannisch-sprechenden Bevölkerung, die Nutzung von Alemannisch in dieser Gruppe sowie die Einstellungen von dieser Gruppe zur Sprache. Erstens habe ich herausgefunden, und das war ehrlich gesagt keine Überraschung, dass Alemannisch häufiger von älteren Leuten als jüngeren Leuten gesprochen wird. Infolgedessen wurde es auch mehr von Leuten gesprochen, die im Ruhestand sind. Es wurde auch öfter in kleineren Dörfern als in Städten wie Freiburg benutzt. Diese Ergebnisse sind tatsächlich darstellend der Mitgliedschaft der Muettersproch-Gsellschaft und könnten möglicherweise die weitere Nutzung der Sprache nicht perfekt spiegeln. Leider waren diese Daten die bestmöglichsten, die ich über das Internet während der Coronapandemie sammeln konnte. Ob die Demographie der Gsellschaft die Demographie des weiteren alemannischen Sprachraums spiegelt, kann ich aufgrund der Datenlage nicht abschließend beantworten.

Alemannisch wird im Alltag so oft wie möglich benutzt. Diese Nutzung wird durch mehrere Faktoren begrenzt, nämlich durch einen Mangel von Fachvokabular am Arbeitsplatz und in der Schule und einen Mangel von Sicherheit, dass Alemannisch vom

Gesprächspartner verstanden wird. Die erste Grenze (dass Alemannisch oft nicht bei der Arbeit oder Schule gesprochen wird) erklärt die höhere Zahl von Alemannischsprechern, die im Ruhestand sind. Die zweite (dass Alemannisch ohne Sicherheit der Sprachstufe des Gesprächspartners nicht gesprochen werden kann) erklärt teils die niedrigere Nutzung von Alemannischen in größeren Städten. Diese Schwierigkeit führt dann zu einer sich selbst anhaltenden Abnahme der Nutzung von Alemannischen in diesen Großstädten, weil, wenn man unsicher ist, ob Alemannisch verstanden wird, spricht man weniger Alemannisch, und wenn (ein anderer) Alemannisch (vom ersten) im Alltag nicht mehr hört, wird er dann auch unsicher und spricht auch weniger Alemannisch usw.

Die Einstellungen von Alemannischsprechern zur Sprache sind überwiegend positiv. Sie wollen, dass ihre nächste Generationen noch Alemannisch lernen soll und fühlen sich, dass ihre alemannische Sprachfähigkeit einen wichtigen Teil ihrer Identität als lokale Bürger bildet. Es war nicht so einstimmig, ob eine alemannische Sprachfähigkeit dafür notwendig war, um sich “lokal” zu fühlen. 26% der Probanden haben bemerkt, dass Alemannischsprecher mehr Anspruch auf diese Identität beanspruchen, 22% waren neutral und 51% sagten, dass es nicht notwendig ist.

Im Vergleich zu von französischen Forschern schon publizierten Daten gibt es in meinen Ergebnissen keine Überraschungen. Bei der Nutzung von Elsässisch sieht es sehr ähnlich aus, wahrscheinlich weil beide als lokale Sprache unter einer nationale Sprache benutzt werden. In die Schweiz aber ist das ganz anders, weil Alemannisch noch von fast jedem im Alltag benutzt wird, während Hochdeutsch nur in formellen Kontexten gesprochen wird.

Zusammenfassend sieht die Zukunft von Alemannischen leider nicht toll aus. Um als weit gesprochene regionale Sprache zu bleiben, müssen Alemannischsprechenden Chancen haben, die Sprache im Alltag zu nutzen. Je seltener diese Chancen sich bieten und genommen werden, desto weniger wird Alemannisch gesprochen und gelernt. In kleineren Dörfern gibt es diese Chancen für Kinder und anderer Sprachlerner noch relativ oft, aber in Städten ohne Unterschiede vielleicht in Bildungspolitik werden diese Gelegenheiten immer ungewöhnlicher werden.

Ich möchte mich nochmals bei Ihnen für Ihre freundliche Teilnahme an dieser Studie bedanken. Wenn Sie weitere Fragen (oder Ideen, Vorschläge, sogar Kritikpunkte) hätten, bitte stellen Sie sie mir per E-Mail und ich werde versuchen, die Fragen so gut wie möglich zu beantworten.

Mit freundlicher Genehmigung von Carl Bodnaruk, University of Sydney

Netzwerke, eine Hommage…….

Wie wichtig Netzwerke sind zeigt sich ganz deutlich bei Pandemien. Da besorgen digital versierte , besorgte Enkel den Ü 70 Omas und Opas Impftermine.

Von Kultusministerien im Stich gelassene Lehrer und Schüler bauen im Halbschatten der Kultusbürokratie uneigennützig wirkungsvolle Homeschooling- und Prüfungs- Netzwerke auf.

Ex Ärzte, Ex Pflegkräfte, Studenten und Migranten netzwerken segensreich beim Impfen.

Netzwerkelnde Abgeordnete und Lobbyisten wie Guttenberg, Nüsslein, Gauweiler und Sauter opfern sich auf bei Maskenbeschaffung und geben „Tolle“ Anlagentipps.

Bürgermeister und Kämmerer quälen sich in Sorge ums Geld der Bürger und trommeln spirituell nach der Pleite ebenfalls Betroffene zusammen und häkeln zur Verlustbewältigung an einem tröstenden, posttraumatischen Selbsthilfenetzwerk.

Papa Winnie spannt derweil ein Microschallnetz über unsere Häupter mit 1 000 Windrädern, damit Seltene Erden fressende Batterien in „God’s Own Car Country“ geladen werden können und uns das Verbrenner- Feinstaubnetz nicht den Atem nimmt.

Gnadenlose Netzwerker sind auch anthropogene Behlaer Abwasserpilze, die abertausende Kleinlebewesen in einem Weiherbiotop kahl fressen.

Die christlichen Kirchen zerreissen gnadenlos die in Jahrhunderten gesponnenen, aber schwer missbrauchten Menschenfischernetze.

Der Borkenkäfer vernetzt die Plantagen-Fichten zu vorzeitiger Vollernte. Das Desaster mutiert unerwartet zum Goldesel, weil chinesische und amerikanische Hamsternetzwerker den nostalgischen Werbespruch aus der Holzwurmkiste fördern. „Noch nie war Holz so wertvoll wie heute“.

Nur an Hinterzartens Schanze am Zartenbach schafft man es, dass das präzise Landes- und Orbitale Vermessungsnetzwerk heimlich, still und leise zerreisst. Wie ein zartes Spinnenetz.

Ein Netzwerk von über 5 000 Mitknüpfern verhindert, dass am Windgfällweiher das Naturschutzfangnetz reisst und der Verrummelung geopfert wird..

Brückenabbruch Behörden kehren die Hälfte des 110 Jahre alten Bewehrungsnetzwerk des Wahrzeichens Bregbrücke Wolterdingen ohne Beweis unter den Tisch.

Die meist ungeimpften, flinken Kassiererinnen an den Discounterkassen hinter dürftigen Masken und Acrylscheiben halten das systemrelevante Versorgungsnetzwerk für uns Bürger heldenhaft am Leben.

Unser aller Fritz Keller versuchte das löchrige, marode Fussballnetz zu flicken und zu stopfen. Unduldsam und gähwütig hat er sich selbst darin verfangen.

Für Kunst am Bau muss die Öffentliche Hand Kosten aus unserem Steuersäckel einplanen. Da kommen aber die „Half-Pipe“ Lieferanten dem Kunden Bundestrassenbau im kunstsinnigen Brigobannis mit einem „Bonus Track“ grossherzig entgegen.

Als kreative Netzwerker giessen sie einen Sonderbeton und beschenken so dem gebeutelten Hüfingen ein monumentales „Grafitto- Netzwerk“. Grossformatig ala Anselm Kiefer in Beton. Eine Hommage an alle Netzwerker ganz im Sinne zu Brogobannis altrömischem Motto:

„Se ipse pinxit“.

Wikimedia Commons
Vincent de Groot – http://www.videgro.net

Das Bollwerk gegen Lärm

Juche, die Lärmschutzwand ist vollendet! Ob sie hält, was sie verspricht? Jedenfalls ist das Bauwerk nicht gerade ein Schönheit, wobei die Sicht von der „Autobahn“ vor den Toren Hüfingens nicht die schlechteste ist und der Autofahrer in diesem Teilstück zumindest von niederprasselnden Regenfällen oder Schneestürmen geschützt ist. Nur vom Wohngebiet aus erinnert das Bauwerk an eine überdimensionale Toilettenrolle ohne Papier das Symbol der Coronazeit.

Soll das so bleiben?, fragt sich da mancher Bewohner, insbesondere die, die direkt an diesem Prachtwerk von Betonkunst wohnen. Kommt da vielleicht doch noch ein Erdwall mit Bepflanzung hin, oder müssen wir uns an den Anblick gewöhnen, wie an so vieles in diesem Neubaugebiet? Es wäre schön, wenn Hüfingens Gemeinderat etwas zur Aufklärung beitragen könnte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Vielleicht werden wir doch irgendwann informiert oder auch überrascht.

Die Frage der Geschwindigkeit auf diesem Teilstück stellt sich mir nun erneut. Wird zumindest über eine 100KmH Zone entschieden, oder werden täglich die tausenden Autos mit 160KmH oder mehr an der Mauer entlang rasen und den Bau dieses Bollwerks gegen Lärm konterkarieren? Das Thema ist bisher noch nicht wirklich geklärt, auch wenn Herr Klinge auf meinen damaligen Leserbrief im Südkurier bemerkte, dass die Straße doch schon sehr nah am Wohngebiet läge.

Da müssen wir uns wohl genauso überraschen lassen, wie von diesem Bauwerk, das Fort Knox dahinter vermuten lässt.

Wenn nun also die Lärmschutzwand steht, kann dann wohl mit dem Kinderspielplatz begonnen werden, der sich hoffentlich nicht mehr in der Planungsphase befindet, oder braucht es dazu nochmals eine Vorbereitungszeit von weiteren 10 Jahren, wenn die dort wohnenden Kindern bereits aus dem Alter herausgewachsen sind und Nachschub auf sich warten lässt? Immerhin wurde darüber vor Monaten schon berichtet.

Ich bin gespannt auf die Antworten.

Die Suche nach dem stillen Örtchen in Covid-Zeiten

Ja, es stimmt, wir sollten zu Haus bleiben und wenn, dann nur geschäftlich ins Ausland reisen. Ja, wenn möglich, sollen wir Menschenmassen meiden. Und ja, es gilt Abstand halten, Lüften, Hände waschen und Maske auf. Manchmal denke ich, man redet mit Kleinkindern, so kommen mir die wohlmeinenden Ratschläge unserer väterlich und mütterlich klingenden Politiker vor. Obwohl man immer wieder sieht, das es einige ungezogene Kinder unter dem Volk gibt, die immer noch denken es handelt sich nur um einen kleinen Schnupfen – was es leider nicht ist.

Doch noch haben wir ja keinen Stubenarrest wegen Ungehorsam, auch, wenn es dem einen oder anderen vielleicht gut täte. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, mal vor die Tür zu gehen und Luft zu schnappen. Doch damit fängt das Elend an. Wer über eine Primaner-Blase verfügt, oder vor dem Verlassen der Wohnung eine Tasse Kaffee zu sich genommen hat, weil Cafés geschlossen haben und nicht jeder auf einem kalten Mäuerchen zusammengekrümmt einen Café to Go zu sich nehmen möchte, der steht vor einem Dilemma.

Wald oder Dickicht? Vielleicht doch eher im Einkaufszentrum Betteln um einen Schlüssel unter dem mürrischen Blick einer Verkäuferin? Verschlossene öffentliche Toiletten wohin man schaut. Man sollte meinen, so manche Kommune nutzt den Lockdown dazu ihre ohnehin dünn gesäten öffentlichen Toiletten gänzlich dicht zu machen. Ab und zu findet man mal was, aber beim Öffnen der Örtlichkeit reißt man erst einmal sein Desinfektionsfläschchen aus der Tasche und versucht unter der Maske flach zu atmen.

So kann man natürlich auch dafür sorgen, dass die Menschen den Fuß nicht vor die Tür stellen wollen und nur noch Online-Einkäufe tätigen. Doch was bitteschön haben verschlossene stille Örtchen mit dem Lockdown zu tun?

Finden dort regelmäßig Partys statt? Versammeln sich in den engen Räumen Menschen ohne Abstand zu einem kleinen Plausch? Sind fehlende Belüftungen und Waschgelegenheiten der Grund? Bestimmt kann es daran nicht liegen. Ein echter Wettbewerbsvorteil sind sie aber – die stillen und sauberen Örtchen wo auch immer sie sich in diesen Tagen befinden- gerne auch gegen einen Obolus, sofern der Automat Geld wechselt. Aber mit ihnen ist es genauso, wie mit den öffentlichen Bänken – weit und breit nichts zu finden. Es wäre jetzt die beste Gelegenheit aufzurüsten, denn wer weiß, wie lange wir noch auf gemütliche Café -Nachmittage und Restaurantbesuche verzichten müssen und wie lange wir noch auf der Suche nach einem stillen Örtchen durch Wald, Wiesen und Ladenzeilen irren mit einem Picknick in unseren Rucksäcken.

Hüfingens Asphaltwiesen

Hüfingen ist wohl demnächst gänzlich zubetoniert. Die Frage stellt sich mir  jedoch, inwieweit ein auf dem Papier staatlich anerkannter Erholungsort dann noch dieses Prädikat plausibel erklären kann. Nicht nur, dass Lärm und Luftverschmutzung durch Autoabgase  in und um Hüfingen inzwischen ein unerträgliches Maß angenommen haben, nein jetzt auch ein neues Gewerbegebiet auf den letzten noch vorhandenen grünen Wiesen.

Schön, dass wenigstens die Wirtschaft boomt. Wie war das nochmal mit Corona und der Erkenntnis, dass es nicht mehr so weiter gehen kann. Schon vergessen? In Teilen des Hüfinger Gemeinderates kann die Frage wohl mit ja beantwortet werden. Klar, dass wir nicht in die Zeit der Römer zurückkehren möchten, zumal die Zeit auch nicht gerade lebenswert war, aber in die Zeit vor Corona in ihrer schlimmsten Ausprägung doch wohl auch nicht.

Wie wäre es denn, wenn die Gemeinderäte sich darüber Gedanken machen würden unsere Innenstadt neu zu beleben? Wie wäre es denn, wenn dort in den gähnend leeren Gebäuden kleine  Gewerbebetriebe ihren Sitz nehmen würden? Klar ist es einfacher etwas Neues hochzuziehen und dabei das letzte Fleckchen Grün in hässliches Grau zu verwandeln. Klar müsste da ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen werden. Und sicherlich ist dafür auch ein bisschen mehr Hirnschmalz in Bewegung zu setzen um Betrieben  Innerorts einen Standort schmackhaft machen zu können. Jedenfalls haben wir genug Autohäuser, Lebensmittelketten, Lagerhallen etc.

Was für tolle Gewerbe erwartet Hüfingen dort? Schnellimbissketten, Groß-Schlachtereien, Automobilzulieferer, Großbäckereien ,Möbelhäuser, natürlich verbunden mit noch mehr Verkehr der den staatlich anerkannten Erholungsort weiter  extrem lebens- und liebenswert machen wird. Viel wichtiger wäre es jedoch in der Hauptstraße für kleine Geschäfte zu sorgen. Und damit meine ich nicht weitere Blumen- und Friseurläden und Bäckereien. Gibt es denn nichts anderes was uns Verbraucher locken würde?

Eine schöne Bücherei, ein Tante-Emma-Laden, eine Parfümerie, ein Schmuckladen, ein Geschenkeladen, ein Haushaltswarenladen ,ein Sanitätsgeschäft, ein Schreibwarenladen, um nur ein paar Ideen in die Luft zu werfen, damit man nicht immer auf eine grüne Wiese fahren muss, um dann Einheitsbrei und Ramsch aus Billigläden zu erhalten, oder aber durch Online-Bestellungen fleißig für ansteigenden Verkehr und Kartonagenberge zu sorgen.  Natürlich lieber Verbraucher, auch hier sind sie gefordert solche Läden zu unterstützen, denn einerseits auf hohem Niveau zu klagen und dann im weltweiten Internet den Wühltisch nach billigen Dingen zu durchwühlen – das ist Wasser predigen und Wein trinken.

Wir können nicht mehr so weitermachen, wenn wir wollen, dass unser Planet noch für nachfolgende Generationen lebenswert ist. Es gibt nur diesen Planeten, und seine Ressourcen sind nicht unendlich. Vielleicht gelangt dieser Gedanke auch in die Köpfe einiger Gemeinderatsmitglieder, die wohl nur in Amtsperioden und Gewerbesteuereinnahmen denken.

Weil mir Hüfingen am Herzen liegt

Covittchens Reise

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Covittchen und ich lebte einst zusammen mit meinen Freunden Ebolatto und Sarstino in einem fernen tiefen Urwald. Wir bewohnten dort herrliche Wohnungen. Ich persönlich lebte in Klara einer Flughündin. Mit ihr flog ich über die Wipfel des Waldes, genoss die Freiheit und lebte lange in Frieden und Freude. Sarstino wohnte nebenan bei Tarzan, einem etwas vorlauten Flughund und Ebolatto hatte sein Zuhause in Bodo dem Schimpansen gefunden.

Wir konnten uns natürlich nicht treffen, denn dann wäre wohlmöglich jemand anderes dort eingezogen. Allerdings hörte ich davon, dass Bodo irgendeinem Wilderer zum Opfer gefallen war. Ich denke Ebolatto musste sich ein anderes Zuhause suchen, zwar vielleicht nicht so komfortabel wie Bodo und vermutlich auch nicht so dauerhaft. Ihr müsst wissen, manche Wohnung ist nicht unbedingt für uns geeignet aber, wenn auf die Schnelle nicht die richtige ausgesucht werden konnte, muss man sich halt mit der zweiten Wahl begnügen. Ebolatto ist nicht gerade ein netter Mieter. Er kann manchmal ganz schön anstrengend sein und nicht jede Mietwohnung kann so was lange ertragen. Aber wie schon gesagt, das liegt leider nicht in unseren Händen.

Wir kommen ganz gut mit unseren Wohnungen im Urwald zurecht. Ab und zu gibt es jedoch Streit, und dann machen wir unseren Vermietern mit ein bisschen Schnupfen klar, dass sie sich bitte mal zusammenreißen sollen. Es kann ja nicht angehen, dass jeder macht was er will!

Ja, leider ging es mir und einigen meiner Freunde genauso wie Ebolatto. Und das trug sich wie folgt zu.

Klara war in die Jahre gekommen und konnte nicht mehr so gut fliegen. Sie hatte schon schwere Arthritis in ihren Flügeln und daher war es wohl ein leichtes sie zu fangen. Ich wurde mit ihr und einigen anderen Flughunden zu einem sehr unangenehmen dreckigen und lauten Platz gefahren.

Was sah ich das alles. Es war ein wahres Gruselkabinett. Frösche, Affen, Fledermäuse ja sogar die Köpfe von großen Tieren lagen blutig und aufgeschlitzt auf den diversen Tischen. Klaras Herz klopfte gewaltig, denn sie ahnte dass es ihr wohl genauso an den Kragen gehen würde. Ich versprach ihr in die Hand, dass ich sie rächen würde und alle die schönen Wohnungen, die da leer und verlassen vor mir lagen auch.

Über das weitere Leiden von Klara möchte ich lieber den Mantel des Schweigens breiten. Was mich allerdings betrifft und meine Reise um die Welt, davon möchte ich euch nun erzählen. Klara kam also auf den Esstisch eines Menschen und mit ihr verspeiste er auch mich. Und ich habe ihm wohl nicht geschmeckt, denn bald darauf bekam er keine Luft mehr und hustete, dass sich die Balken bogen. Was bei Klara einen leichten Schnupfen verursacht hatte war bei dieser Art von Wohnung wohl etwas heftiger. Während er so hustend durch die Gegend tappte nutzte ich eine seiner Attacken dazu weiterzureisen. Unterwegs traf ich noch andere meiner Rasse und wir machten uns gemeinsam auf den Weg um die Welt.

Zuerst blieben wir in unserer Heimat aber nachdem wir dort so manche Wohnung ausprobiert hatten die nicht wirklich nutzbar war, begaben wir uns auf die anderen Kontinente dieses Planeten. Und ich muss schon sagen, es gab Wohnungen, die waren durchaus auch mal für einen längeren Aufenthalt geeignet. Warum das so war, kann ich mir auch nicht erklären, aber vielleicht hatten die ein bisschen Klara im Blut oder ich hatte dort mal keine Lust Tische und Stühle durcheinander zu werfen.

Mir wird nachgesagt, dass ich auf meiner Reise ziemlich viel durcheinandergewirbelt habe. Auch habe ich viele Wohnungen vernichtet und wohl damit auch eine Menge Elend und Trauer verbreitet. Das mag sein, doch wie würden sie sich fühlen, wenn sie aus ihrem Paradies vertrieben wurden und die Wohnung in der sie solange glücklich gelebt haben einfach sinnlos zerstört wurde?

Gut, ich hätte vielleicht nicht so rabiat sein sollen. Schließlich konnten einige der Wohnräume nichts für das Elend in meiner Heimat. Aber es liegt nun mal in meiner Natur und Klara war damit immer ganz gut umgegangen. Wir kannten uns eben und irgendwie mochten wir uns ja auch. Apropos Natur. Meine Reise hat wohl auch einiges Gutes gebracht. Der Himmel über euren Planeten war noch nie so blau, die Luft noch nie so sauber und das Wasser noch nie so kristallklar.

Die Frage stellt sich mir nur, wie lange das so bleiben wird? Ihr seid ja nicht gerade als die großen Erkenntnisverwerter auf der Erde bekannt. Nehmen wir nur einmal die Kriege, die ihr ständig führt. Eigentlich müsste doch klar sein, dass es nur Verlierer bei solchen Gemetzeln geben kann.

Zudem habt ich wohl durch mich auch erkannt, dass es an so einigem fehlt in eurer schönen bunten Partywelt. Statt also weiter fleißig Dreckschleudern zu produzieren und das Land, auf dem ihr steht und das euch ernähren soll, weiter auszubeuten wäre es wirklich an der Zeit, sich mal um die wichtigen Dinge zu kümmern. Wenn ihr mich fragt wären das zunächst einmal eure Kinder und der Planet auf dem ihr lebt. Vielleicht besteht Hoffnung, dass zumindest die nächste Generation es dann besser machen kann und wird, sofern ich und meine Freunde noch ein paar Wohnungen stehen lassen nach unserem Besuch. Vielleicht findet ihr ja auch ein Mittel gegen mich aber ihr müsst wissen, es gibt noch viele andere aus meiner Rasse. Ob ihr für alle rechtzeitig ein Mittel findet halte ich für äußerst fraglich, auch wenn ihr denkt, ich könnt den großen Zampano auf diesem Planeten spielen. Überschätzt euch nicht und unterschätzt uns nicht!

Ach, und was ganz wichtig wäre. Wisst ihr immer nur an Party und Vergnügen zu denken kann auch Dauer nicht gut gehen. Sollte ich daher irgendwann meine Reise um euren Planeten beendet haben und wieder eine schöne geräumige Wohnung im Urwald finden, habt ihr evtl. erkannt, dass die Pflege eurer eigenen Wohnungen und eures Planeten wesentlich wichtiger ist als Geld und Macht. Bis ich aber eine solche Wohnung wie in Klara wieder gefunden habe wird es noch eine Zeit dauern, denn ihr sorgt ja täglich dafür, dass der Urwald aus dem ich komme immer kleiner und mickriger wird und die Wohnungen in denen wir leben tagtäglich weniger werden. Wenn ihr also wollt, dass wir unsere Reise beenden, ihr nicht dauernd mit einem bunten Lappen vor dem Gesicht herumstolpern wollt und auch das eine oder andere Vergnügen in Maßen genießen möchtet, solltet ihr wissen, dass das alleine in euren Händen liegt.

Es grüßt euch Covittchen

Der vergessene Stadtteil Teil II

Ich möchte dem geneigten Leser nicht vorenthalten, wie die Stadt Hüfingen auf Vorschläge reagiert hat das Parkproblem doch noch sinnvoll zu lösen. Beigefügt der Schriftverkehr mit dem Bauamt und dem Bürgermeister von Hüfingen:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister , sehr geehrtes Bauamt,

wir haben heute Morgen, nachdem wir bereits seit Montag von Bauarbeiten überrascht wurden eine Information in unseren Briefkästen vorgefunden.

Immerhin noch vor dem Zeitpunkt der Vollsperrung – Gratulation. Sicherlich ist der Belag nicht unbedingt die Prio 1 in dem Wohngebiet. Da gibt es wesentlich dringendere Aufgaben – aber gut, er muß wohl gemacht werden. Nur bitte mit etwas mehr Ideenreichtum für die Bewohner des Hohen II!

Mir ist nämlich schleierhaft wie und wo PKWs aus 7 großen Wohnblocks und 4 Einfamilienhäuser alleine aus meinem direkten Umfeld parken sollen ohne andere Einfahrten zu blockieren. Wenn ich die Anzahl der Miet- und Eigentumswohnungen in meinem Umfeld hochrechne komme ich auf annähernd 100 Autos und das nur von der Kurve bis zum letzten Mehrfamilienhaus an der Straße. Was danach noch kommt entzieht sich meiner Kenntnis. Unten den Häusern sind großräumige Tiefgaragen!

Wir reden also nicht von ein paar PKWs, die irgendwo in den Seitenstraßen untergebracht werden könnten. Zudem appelliert der Verfasser dieser Information an uns, das doch bitte Bewohnern, die schlecht zu Fuß sind der Vorrang bei nahen Parkmöglichkeiten gegeben werden sollte. Ein netter Appell wenn man wüsste um welche Bewohner es sich handelt da das Wohngebiet alleine durch die Größe  durch Anonymität geprägt ist  im Gegensatz zu manch Kleingartenanlage .

1.       Warum gibt die Stadt dann nicht frühzeitig an betroffene Personenhaushalte die ältere Bewohner einen Ausweis aus und markiert die dafür vorgesehenen Plätze?

2.       Warum wird z.Bsp. nicht beim Bauhof an der Ecke das Tor geöffnet – da die Saison vorbei ist und dort eine erhebliche Menge an Parkmöglichkeiten bestände?

3.       Warum wird der Gartenbau nicht gebeten evtl. ein paar Parkmöglichkeiten zu ermöglichen – natürlich auf Kosten der Gemeinde?

In der Hoffnung auf eine noch rechtzeitig realisierte Alternative  als direkter Anlieger

Nach Erinnerung doch bitte auf meine Mail zu reagieren nun folgende Antwort der Stadt:

„Vielen Dank für Ihre Vorschläge. Allerdings wurde die Maßnahme so geplant, wie Sie auch den genauen Informationen entnehmen können. Diesen Planungen können nicht ausgewichen werden.Es wurde den Anliegern durch geschotterte Wege gewährt, dass sie Zugang zu ihren Wohngebieten erlangen.Die Vollsperrung findet zweieinhalb Tage statt. Deshalb bitten wir um Geduld.

Es bleibt also allen Betroffenen selbst Ideenreichtum an den Tag zu legen. Legen Sie doch einfach die nette Baustelleninfo hinter ihre Windschutzscheibe mit dem Hinweis: Bitte haben Sie Verständnis und Geduld. Ich parke bald wieder woanders.

Der vergessene Stadtteil

Dem kundigen Thebaner unter den auf Hohen II wohnenden Bürgern wird es nicht verwundern, dass die einstmals so heroisch angekündigte Integration des genannten Gebietes in die Stadt Hüfingen (Einbeziehung und Eingliederung in ein größeres Ganzes) nur ein Lippenbekenntnis des Bürgermeisters von Hüfingen war und wohl auch bleiben wird.

Für die Unkundigen unter unseren Lesern zum Verständnis! Wer den Weg über die Schaffhauser Straße, die mit schön angelegte Blumenrabatten und gepflegte Bäumchen gesäumt ist in Richtung Wasserturm  nimmt und zufällig linker Hand in die Sackgasse dieses nur durch eine kümmerliche Straße erreichbaren Gebietes gerät, kann sehen, was das Wort Integration für unseren Bürgermeister tatsächlich bedeutet.

Hohen II, eine für die Stadt lukrativ vergoldete Brache an einer bald vierspurigen Bundesstraße, nur durch eine irgendwann bis zu sieben Meter hohe graue Betonwand getrennt ist erreicht. Dort begrüßen sie gleich zu Beginn locker hingeworfene Erdhaufen, fristen  ein  paar durch die Stadt gepflanzten Bäume ihr tristes Leben immer kurz vor dem Tod, lagert manch Bauherr seit  Jahren seine Müllhalden von rechts nach links, werden nur bedingt die in der übrigen Stadt festgelegten Regeln eingehalten, weil der Ordnungsdienst wohl des Weges unkundig ist,  runden Schottergärten den allgemein staubigen Eindruck ab, verziert Müll die gärtnerisch angelegten Grünstreifen und die von der Stadt längst anzugehenden Arbeiten  schlummern im Dornröschenschlaf und warten wohl noch auf den Kuss eines Prinzen.

 Im Winter kein Winterdienst, im Sommer durch Lastwagen staub-getränkte Landschaft. Die Häuser stehen dicht an dicht, sodass der Pups des Nachbarn vermutlich im Nebenhaus seinen Nachhall findet und die Abstände der Häuser gerade so viel Platz lassen, dass die Wände nicht feucht werden. Der Duft zahlloser Grillstationen wabert durch die Lüfte.

In diesem unfertigen, tristen und beton- schwangeren Gebiet, in dem weiter noch große Bauvorhaben anstehen hat die Stadt nun entschieden  mal so zwischendurch ohne Vorwarnung wohl den Feinbelag auf die einzige in das Wohngebiet führende Straße aufzubringen und auch gleich noch ein paar Auffahrten abzufräsen und Löcher aufzureißen. Man fährt morgens raus – weil nicht jeder im Home Office arbeiten kann, kommt abends zurück und : Surprise Surprise.

Wie gedenkt die Stadt denn die Bürger dieses Gebietes zu informieren? Mit dem Motto ein flink aufgestelltes Verbotsschild ist Information genug und die gefühlten 400 Autos werden schon irgendwo im schönen Hüfingen ein Plätzchen zum Parken finden beweisen die Stadtoberen mal wieder ihre eklatante Unkenntnis und ihr Desinteresse an Hohen II. Es reicht nicht nur dort aufzutauchen, wenn Wahlvolk an die Urne eilen soll!

Wenn die Stadt schon von vermutlich einer nicht unerheblichen Grundsteuer profitiert sollte sie doch in der Lage sein geordnet eine Baumaßnahme einzuleiten damit die dort lebenden Bewohner sich darauf einstellen können und zudem Möglichkeiten schaffen während dieser Zeit der arbeitenden Bevölkerung  Ausweichplätze für PKWs zur Verfügung zu stellen. Oder leben wir hier gänzlich im wilden Westen?

Und sie Herr Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder sollten sich nochmals an die getätigten Versprechen erinnern, die an uns gegeben wurden. Sie sitzen deshalb dort wo sie sitzen, weil sie aufgrund ihrer Versprechungen gewählt wurden.

Also lieber Bürgermeister und Gemeinderat an die Arbeit!

Kleine Anmerkung zum Schluss: Offensichtlich wurde Dornröschen heute sanft geküsst und immerhin der noch offene Bürgersteig wird wohl angegangen. Es gibt aber noch weitere Aufgaben, die angegangen werden sollten.

Kolumne Heike Boeke

Hohen II

Es ist schon interessant, wie viel Platz es in der Zeitung bedarf, um ausführlich zu erklären, warum etwas in dem am Stadtrand Hüfingens gelegenen Neubaugebiet auf Hohen II nicht funktioniert. Wie wäre es denn einfach einmal zu schreiben, was bis wann erledigt wird. Das würde Platz sparen und wäre vor allem eine gehaltvollere Leselektüre als das, was ich am Samstag im Südkurier lesen durfte.

Das Baugebiet wird seit Jahren von der Stadt ignoriert was Infrastruktur, Grünflächen, Schneeräumdienst und Kinderspielplatz betrifft. Wohl dem, der erst jetzt sein Haus dort gebaut hat, wo vorher Brachland lag. Wobei es mir völlig unverständlich ist, warum dort überhaupt noch gebaut wird, nachdem klar ist, dass wir von einer bescheidenen Lärmschutzwand abgeschirmt (vielleicht gebaut Ende 2020) knapp hinter einer vierspurigen Schnellstraße leben werden. Aber gekauft ist halt gekauft und die einzigen, die jubeln sind die Verkäufer – also die Stadt Hüfingen. Nur sollte sie sich dann auch um die Bewohner und ihre Bedürfnisse in gebotenem Maße kümmern und die vom Land und von der Baubehörde aufgestellten Regeln durchsetzen – auch wenn sie nicht zuständig ist.

In das Baugebiet führt eine einzige Straße, zudem noch mit einer beabsichtigten oder unbeabsichtigten engen Kurve. Wenn es dort mal brennt möchte ich nicht wissen, wo die Feuerwehr stecken bleiben wird. Auf Plätze, die als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet sind werden weiter fleißig Autos geparkt, vorzugsweise direkt unter dem Verbotsschild. Auch Appelle an die Autobesitzer verrauchen. Auch die Sanierung des zur Stadt gehörenden maroden Vorplatzes vor der Hausnummer 5( vom Schwerlastverkehr gequält), die versprochen war, bleibt wohl ein Versprechen. Gehwege enden im Nirwana, Grünanlagen und gepflanzte Bäume kümmern vor sich hin. Bäume, die so ideal von der Stadt gepflanzt wurden, dass sie nun die Einfahrten der Häuser blockieren, werden einfach gefällt und nicht mehr ersetzt. Noch weniger Grün in der Betonwüste. Schottergärten zieren die Vorgärten obwohl verboten, Plätze die der Stadt gehören werden im Winter nicht geräumt, genauso wie die Straßen auf Hohen II. Der Kinderspielplatz wird an einem Ort gebaut, wo sich dann allenfalls bierselige Jugendliche allabendlich treffen werden , aber ganz gewiss keine Kinder spielen werden. Ich könnte die Liste auf Unendliches ausweiten. Nur Lösungen, die werden nicht geboten. Wenn die Stadt schon eine nicht unerhebliche Summe an Grundsteuer von den Bewohnern des Gebietes einnimmt, wäre es ihrerseits eine Verpflichtung sich auch darum zu kümmern und nicht vollmundig zu erzählen, warum was nicht geht und wer daran die Schuld trägt.

Ich würde mir daher für den nächsten Zeitungsartikel eine To do Liste mit nebenstehendem Termin der Umsetzung wünschen. Das würde uns alle im Neubaugebiet auf Hohen II erfreuen. Und übrigens reicht es auch nicht ein Zettelchen in den Briefkasten zu werfen, wenn die einzige Straße, die in das Wohngebiet führt für einen Tag gesperrt wird, um den Feinbelag aufzubringen. Auf dem Zettel sollte dann zumindest stehen, wo es Parkmöglichkeiten für die Menschen, die dort leben geben wird und es sollten vor allem die großen Bauvorhaben abgeschlossen sein, damit die Baufahrzeuge die Straße dann nicht wieder beschädigen. Die Stadtplaner werden ja hoffentlich noch wissen was bis wann dort noch gebaut wird. Bis dahin wäre es ein Leichtes manche Auffahrt statt mit Bohlen mit etwas Asphalt abzufedern, wenn schon alles andere noch lange auf sich warten lässt.

Kolumne Heike Boeke

Frauenschuh

Das Kleinod Hüfingens

Das kleine Städtchen Hüfingen birgt einen Naturschatz, der sich lohnt entdeckt zu werden. Die Natur hat hier mit ganz besonderen Überraschungen aufzuwarten. Waren sie schon einmal im Hüfinger Orchideenwald oder auf dem Naturpfad? Wenn nicht, so erkunden sie im nächsten Frühjahr und Sommer den Wald zu dem die Straße am Römerbad Richtung Mostschöpfle führt. Dort finden sie den seltenen Frauenschuh, mit Glück den Wiedebart und einige andere seltene Orchideenarten. Dieses Kleinod zu schützen und mit ihm die bunte Schmetterlingsvielfalt und Tierwelt sollte für Hüfingen ein Selbstverständnis sein. Doch wie auch die Erdkröten, die kaum noch zu finden sind, so sind auch diese seltenen Blumenarten in Gefahr dem Klimawandel und dem Unverständnis einiger Zeitgenossen zum Opfer zu fallen. Umso wichtiger ist es sich für diese Naturschätze einzusetzen und deren Wichtigkeit für das Ökosystem zu erkennen. Jeden Tag sterben unzählige Tier- und Pflanzenarten aus, noch ehe sie entdeckt wurden. Wie wenig Kinder kennen die Zusammenhänge und die Wichtigkeit unseres Ökosystems ? Wie wenig Erwachsene sind daran interessiert ? Um die Natur zu schützen und zu schätzen, muss man sie erst einmal kennenlernen. Und das fängt damit an, das man sich auf die Suche nach den Schätzen Hüfingens macht. Und damit sie für das nächste Frühjahr Lust auf diese Entdeckungsreise bekommen, zeige ich ihnen mit den beigefügten Bildern, das es sich lohnt sich auf diese Suche zu machen – hier in Hüfingen, das mir am Herzen liegt.

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