Damals in Sankt Petersburg

Beitrag vom 24.05.2022

Noch nie hat auf meinem Nachttisch ein ähnlich gewichtiger Wälzer gelegen, und noch selten hat mir ein Buch mit seiner verblüffenden Aktualität so das Einschlafen verschleppt wie Putins Netz1, verfasst von der Londoner Journalistin Catherine Belton, die von 2007 bis 2012 für die Financial Times aus Moskau berichtet hatte, und heute für die Nachrichtenagentur Reuters arbeitet. Ihre über 600 Seiten starke Recherche, versehen mit einer überwältigenden Fülle von Anmerkungen und Quellen, ist von britischen Zeitungen zum Buch des Jahres gekürt worden. „Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste“, lautet der Untertitel, und nachgezeichnet werden die Karriere und das politische Umfeld Wladimir Putins, vom Dresdener Offizier des Auslandgeheimdienstes, der in den Tagen der Wende mit gezückter Pistole die Herausgabe der Akten verhindert hatte, über seinen politischen Start als stellvertretender Bürgermeister von St. Petersburg bis hin zum korrupten, Kriege entfesselnden und Gegner kaltblütig umbringenden Autokraten mit Oligarchenvilla am Schwarzen Meer. Wie hatte man ihn jemals unterschätzen können mit seiner KGB-Vergangenheit und seinen frühen Verbindungen zur russischen Mafia? Wie konnte es 2003 nach seiner Rede im Berliner Reichstagsgebäude noch Standing Ovations der Abgeordneten geben, obwohl er doch damals bereits Blut an den Händen hatte, spätestens seit den Tschetschenien-Kriegen? Und wie konnte man den Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze noch bis zum Abend des 23. Februar 2022 als bloßes Manöver einschätzen?

St. Petersburger Machtdemonstration: das neue Gazprom-Zentrum

Frieden schaffen ohne Waffen, Schwerter zu Pflugscharen, Wandel durch Handel: Wie sehr hatte man doch auch selbst seit dem Kniefall Willy Brandts mit der Entspannungspolitik sympathisiert! Aufgewühlt von der nächtlichen Lektüre, tauchen mit einem Mal auch die vergleichsweise spärlichen eigenen Erlebnisse und Verbindungen mit Russland aus dem Nebel des Langzeitgedächtnisses hervor, beginnend in den frühen Nachkriegsjahren beim oft fassungslosen Lauschen, wenn die Kriegsheimkehrer oder Vertriebenen ihre Fluchtgeschichten vor der Roten Armee auspackten. Oder bei den eher spärlichen Erzählungen des Vaters über den barbarischen russischen Winter, über Vormarsch und Rückzug, wie ich sie später auch in seinem Kriegstagebuch nachlesen konnte. Über seinem Schreibtisch hatte noch lange das von einem russischen Granatsplitter zerfetzte lederne Futteral seiner Leica gehangen, mit deren Fotos er seine Eintragungen illustriert hatte. 

Noch unter Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß leistete ich – bei aller mir selbst attestierten Friedfertigkeit – brav meinen Militärdienst ab, wofür ich mich in Diskussionen mit linken Altersgenossen  nicht selten heftig zu rechtfertigen hatte: Als ob der Dienst in der Gebirgsdivision mitsamt der Ausbildung als ROA an der Münchener Heeresoffiziersschule und in Hammelburg nicht ausschließlich dem militärischen Patt, der Kriegsverhinderung zwischen den Atommachtblöcken gedient hätte. Hatten russische Panzer nicht 1956 Ungarn überrollt und 1968 dann auch dem Prager Frühling ein jähes Ende bereitet? 

Ausgangs der 1970er Jahre, noch immer mitten im Kalten Krieg, hatte das Münchener Sporthaus Köpf erstmals für Skilangläufer eine Reise nach Murmansk ausgeschrieben. Weil dabei auch Zwischenstopps in Moskau und Leningrad angeboten wurden, hatte ich mich spontan angemeldet. Der verschneite Rote Platz, die Kremlmauern mit den dort Aufgebahrten, die Basiliuskathedrale und das Kaufhaus Gum hatten in mir dank Väterchen Frost einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen; mehr aber noch waren es die zarten blaugrünen Pastellfarben der verschneiten Paläste rund um die Leningrader Eremitage, deren Besuch zum Pflichtprogramm auch der Skilangläufer gehörte; weiter die Fahrt in der transsibirischen Eisenbahn in den hohen Norden, nicht ohne Teeausschank aus dampfendem Samowar – alles findet sich unauslöschlich gespeichert! Erst recht das in Murmansk mit seinem Eismeerhafen und der dort vor Anker liegenden Kriegsflotte fröhlich zu feiernde „Fest des Nordens“ mit dem Einzug der Nationen auf dem fahnengeschmückten Leninprospekt. Pech, dass mich beim Marathonrennen dann  das Missgeschick ereilte mit dem angebrochenen (da noch aus finnischer Birke gefertigten) Langlaufski, weswegen ich im Heißhunger eine Zuschauerin am Rand der Strecke um ein Stück russischen Schwarzbrots anbetteln musste – vertauschte Rollen eingedenk all der Fotos von um Brot bettelnden russischen Kriegsgefangenen. Schließlich die Rentier-Schlittenrennen mit den auf die keuchenden und dampfenden Tiere einprügelnden Samen skandinavischer wie russischer Herkunft, die danach wodkabetäubt wie tot im Hotel herumlagen. In bleibende Erinnerung eingegraben sind aber auch die spontanen Hausbesuche unseres ebenso weltläufigen wie wunderfitzigen Schwarzwälder Gastwirts, der sich nicht scheute, die überraschten Murmansker unter der Türe nach ihrem Befinden im Sowjetreich zu befragen. Umso lästiger fiel schließlich die penible Befragung durch DDR-Zoll- bzw. Stasibeamte aus nach der Landung in Berlin-Schönefeld; deretwegen hatte ich mich als Beamter vor der Reise bei meiner obersten Dienststelle ordnungsgemäß abzumelden gehabt, um dabei auch zu versichern,  keinerlei Dienstgeheimnisse auszuplaudern.

Doch damit schien nach Glasnost, Perestroika und dem Fall der Mauer endgültig Schluss zu sein. Allenfalls der Kernkraftunfall von Tschernobyl im Frühjahr 1986 hatte nochmals Zweifel an der Zuverlässigkeit der Russen aufkommen lassen. Weshalb mir nun dennoch wieder der Besuch in einer demokratischen und noch ganz und gar friedlichen Ukraine in den Sinn kommt: eine Exkursion anno 2007 (jenem Jahr, als Putin anlässlich der Münchener Sicherheitskonferenz erstmals heftige Drohungen gegen den Westen ausstieß) in die ukrainischen Karpatenurwälder, geführt und gedolmetscht von einem Lemberger Kollegen. Wie angenehm rollte es sich doch seit der Wende im Bus über die osteuropäischen Ländergrenzen hinweg, bis unlängst noch eiserner Vorhang. Nicht einmal mehr Bakschisch schienen sich die Zöllner diesmal beim Grenzübertritt noch zu erhoffen. Dafür wiesen uns die Einheimischen stolz auf ein Denkmal hin: auf den exakt hier im hintersten Transkarpatien, wo fünf Länder (Ukraine, Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien) aneinander stoßen, befindlichen geographischen Mittelpunkt Europas, wie ihn 1887 k. u. k. Landvermesser errechnet und eingemessen hatten. Die fast 15.000 ha noch nahezu jungfräulichen Waldes, die sich hier trotz des allein im 20. Jahrhundert sechsfachen Nationenwechsels (von Österreich-Ungarn zur Tschechoslowakei, zu Ungarn, zur Karpato-Ukraine, zur UdSSR und seit 1992 zur Ukraine) erhalten ließen, waren im neuen Gründungsjahr des Landes zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt und 1997 obendrein mit dem Europa-Diplom des Europarats ausgezeichnet worden – nur zur Aufnahme in die EU hat es halt leider bis heute noch immer nicht gereicht.

Die Muße des Ruhestands brachte es mit sich, dass ich mich endlich auch intensiver mit den Kriegserlebnissen des Vaters befassen konnte. „Was der Krieg aus einem macht. Einsichten aus dem Kriegstagebuch des Vaters“, so überschrieb ich einen 2018 veröffentlichten Text2, den ich mit einem überschwänglichen Ausruf beginnen ließ: Seit siebzig Jahren kein Krieg mehr hierzulande – was für ein Privileg! Wie ein Fremdköper steht oben auf meinem Bücherschrank der Karton mit dem fünfbändigen Kriegstage buch des Vaters, ausgekleidet in den Tarnfarben einer Wehrmachtzeltplane, jeder Band außen mit Ausschnitten aus der Generalstabskarte des jeweiligen Frontgeschehens bedruckt

Schloss Strelna bei Leningrad mit zerbombtem Lenin-Denkmal

 

Wie verwandelt sich der Mensch im Verlauf von fünf Kriegsjahren? Die Antwort auf diese Frage suchte ich im Kriegstagebuch des Vaters. Am aufwühlendsten erwiesen sich zweifellos seine Aufschriebe und Fotos vom November 1942 bis August 1943, als sich seine Einheit an der Einschließungsfront von Leningrad befand. Die insgesamt vierjährige Blockade der Stadt hatte zur Folge gehabt, dass mehr als 700.000 Menschen verhungern mussten. Die Perspektive des Oberleutnants Fritz Hockenjos wird im Text ergänzt durch die Berichte im Buch des dem Vater exakt gegenüber eingesetzten russischen Leutnants, des späteren Autors Daniil Granin Mein Leutnant3. Am 27. Januar 2014 hatte er im Bundestag eine vielbeachtete Rede zum Gedenken an die Opfer der Blockade gehalten und das Vorwort des Buchs hatte noch Helmut Schmidt geschrieben. Bereits 1985 war er nach Berlin zu einer Lesung aus seinem „Blockade-Buch“4 eingeladen worden, in dem er auch nicht an Kritik an der sowjetischen Kriegsführung gespart hatte. Weil bei diesem Anlass meine in Berlin lebende Schwester Ruthild aus dem väterlichen Kriegstagebuch vorgelesen hat, entspann sich ein Briefwechsel zwischen den beiden gegnerischen Kriegsteilnehmern, dem eigentlich auch noch ein Besuch in der so leidgeprüften (seit 1991 wieder St. Petersburg heißenden) Stadt hatte folgen sollen, wozu es jedoch leider nicht mehr gekommen ist.

Umso mehr reizte es mich nach all den schaurigen Augenzeugenberichten aus dem „Vernichtungskrieg“ bzw. aus dem „Großen Vaterländischen Krieg“ nochmals in das „Venedig des Nordens“ zu reisen, das längst auch wieder zu einem touristischen Hotspot geworden war. Im Sommer 2019 war es soweit: per Bus und Fähre ging es über Helsinki in die Fünfeinhalbmillionenstadt, in welcher die (vornehmlich chinesischen) Touristenschlangen vor der Eremitage und vor den glanzvoll renovierten Zarenschlössern nicht mehr abreißen wollten – vom zerbombten Lenindenkmal keine Spur mehr. Ob sich eines Tages auch das neue, 450 Meter in den Himmel ragende und einer Rakete nachempfundene Gazprom-Geschäftszentrum dem Touristenansturm öffnen würde, war nicht auszumachen. Der Öl- und Erdgasexport, der nach Putins Beendigung der chaotischen Jelzin-Jahre nicht nur die Stadt wieder hat erblühen lassen, sondern auch eine Truppe skrupelloser KGB-Leute und Oligarchen einschließlich des russischen Präsidenten gemästet hat, wird kriegsbedingt inzwischen wohl doch einen Dämpfer erhalten – je nach Wirksamkeit der verhängten Embargos. Und auch von Busreisen in die „weißen Nächte von St. Petersburg“ ist vorerst abzusehen. In Putins Netz haben sich alle miteinander verfangen.

Das Zarenschloss Strelna im Sommer 2019

1 Belton, C .: Putins Netz. HarperCollins 2020; deutsche Erstausgabe 2022
 2 Hockenjos, W.: Was der Krieg aus einem macht. In: Vom Nationalsozialismus zur Besatzungsherrschaft. Hrsg. H. Haumann und U. Schellinger.  verlag regionalkultur, 2018.
3 Daniil Granin: Mein Leutnant. Berlin 2015.
4 Ales Adamowitsch. Daniil Granin: Das Blockadebuch. 2 Bde. Berlin 1984

Ich bin ein Bregtäler

Beitrag vom 29.11.2021

(Ein Spruch aus dem Narrativen Gedächtnis der Nation) 

Heimweh soll für Kinder, aber auch Hochbetagte, eine schwer ertragbare Sehnsucht sein, ein Seelenleiden. Bekanntermassen können sich aber historische Artefakte leider nicht mitteilen und ihren Schmerz nach außen tragen. Dazu braucht es dann doch sehr einfühlsame Menschen, die diese Gefühlslage der sprachlosen Relikte ahnen und aufspüren.


In einem Depot vom Eisenbahnvirus angesteckten Bähnlern liegen zwei derartig schwer Heimwehgeplagte Raritäten. Auf dem legendären „Bregtäler„, der aufgegebenen Eisenbahnlinie von Hüfingen nach Furtwangen durchs liebliche Bregtal, fuhren ab 1900 zwei Waggons, ein Personenwagen Typ Holzklasse, also 3. Klasse, und ein Post- und Güterwagen. Zahllose Fahrgäste, Werktätige, Schüler, Beerliwieber und Kinder mussten sich auf den harten Tannenholzbänken durchrütteln lassen bis sie ihr jeweiliges Ziel erreichten. Den Paketen, Kisten, Milchkannen und Postsäcken ging es ebenso. Nachdem diese Waggons durch moderneres Rollmaterial, so der Fachjargon, ersetzt wurden, rollten diese stählernen, einheimischen, eingesessenen Bregtäler Waggons nach Ottenhöfen und sollten dort als Zuroller, also Zuwanderer heimische Ortenauer werden. Wie war das mit dem verpflanzen von verwurzelten Bäumen?


Als nun in diesem rührigen Eisenbahnverein wieder mal eine Inventur anstand und der Staub der Jahrzehnte abgesaugt wurde, stiess man auf ein Torso, ein Puzzle, wie sie es nennen. Zwei Gerippe wie in der Archäologie. Aber halt in der Bahnwaggon- Archäologie. Und siehe da: Das sind ja „Bregtäler, „Ur- Bregtäler“, Ureinwohner des Bregtales.


Als sie dort keinen Ertrag mehr brachten, drohte ihnen das Verglühen in den zischenden Schweissbrenner-Flammen der Bahnbetriebs- Abwrackhallen. Im letzten Augenblick erbarmten sich warmherzige, gütige Eisenbahnfreunde dieser altgedienten Raritäten. Sie wurden im Fundus und dem witterungssicheren Depot dieser rührigen Traditionalisten eingelagert. Wer kennt sie nicht, die Scheunen, Speicher, Schöpfe, Hallen, wo Historisches zwar nicht dem totalen Verfall, aber dem Staub und den Spinnweben anheim fallen. Und vor allem meist schnell aus dem historischen Gedächtnis und Vermächtnis fallen.


Eisenbahnwagen haben aber fast unvergängliche Typenschilder, Prägestempel und Aufschriften. Also eindeutige genetische Fingerabdrücke. Und sie sind in einem akribisch geführten, sicherem Bahn- Technik Archiv gelistet. Darin können dann diese begeisterten Bähnler die Herkunft dieser Relikte mit Kennerblick und Spürsinn auslesen und ablauschen.


Die Kunde kam auch ins Bregtal und verblüffte deren Bewohner. In deren Gedächtnis jedoch ist der Erinnerungsschwund an dieses Bähnle und diese Zeit derzeit galoppierend. Nur noch wenige realen Relikte, einige Literatur, verschieden Artikel, Reliefs und bezeichnende Hinweise wie „Bregtäler Loipe“ oder “ Zindelsteiner Bahhöfle“ und „Bahnhof Hammereisenbach“ erinnern ideell an die „Bregtäler“ Zeit.


Darum gibt es jetzt Überlegungen, ob es durch diesen Fund jetzt nicht an der Zeit wäre, auch real mit einer Heimholung den Erinnerungsschwund, die Demenz zu behandeln, abzuschwächen und sogar zu stoppen.
Mal sehen ob die beiden schrulligen Alten Bregtäler den Mythos des „Jägermeister Express“, so nannte man den Bregtäler zu Diesel-Triebwagenzeiten wegen dieser Aufschrift, die Erinnerung erneuert und wiederbelebt.

Mundartversion :  

Ich bi en Bregtäler 

Hoemweh soll für Kinder und alti Liit en schwere Breschte sii. Historische Überrescht kennet aber derlei Kummer nit verzelle und iis mitteile, weil sie nit schwetze kinnet und ihren Kummer nit uussiblose kinnet. Do dezue bruuchts halt doch gfühlvolle Liit, di wo die gspürte Gfühlslage erlausche kinnet.  


I me Depot vu verruckte Iisebähnler lieget derziit zwei so Hoemwehplogti, so Raritäte. Uff em Bregtäler, sellere legendäre, uffgäbene  Nebebahlinie vu Eschinge gi Furtwange dorchs lieblich , still Bregtal sind sit 1900 zwei Bahwägge grottlet. Typ Holzklasse , also 3. Klasse, mit herte Tanneholzbänk. De ander war en Post- und Güeterwage. Ganzi Generatione vu Arbeiter, Schaffer, Schueler, Berliwieber und Kind sind uff dere Bah dorchgschittlet wore. Dene Paket, Kischte, Milchkante und Postsäck isches genau so gange. Nochdem die Wäge dorch neus, moderns „Rollmaterial“ uustauscht wore sind, sind die beide Wäge, die Bregtäler Uriiwohner,  gi Ottehofe grollt und hetet dert genauso bodeständige Ortenauer Zuewanderer oder Zueroller were solle, wie sie sellmol im Bregtal einheimisch waret. Den Spruch mit dem versetzte , alte Bomm, den kennet ihr jo.  Wo sie denno dä im Unnerland kon Ertrag me broocht hond, hete sie i me Demolier- Iisebahdepot vu de Bahn mit zischende Schneidbrenner verschnepflet were solle. Im letzschte Augeblick hond aber so aagfressene, warmherzige Iisbahfreund sich dene Raritäte verbarmet. Die hond sie in ihren Sammlerschopf gholt und troche und sicher iiglageret.

Wer kennt sie nit die Schiere, Schöpf, Halle und Gräch mit so iigstaubte Gschierer. Dä sind sie also verstaubt und i Spinnehuddle iigwobe glege. Bis erscht jetzt wieder mol bei ere  Inventur die beide Knochegrüster hinneverri kumme sind und abgstaubt wore sind.  Es muesstet nit DB- Wäge sii, wenn sie nit Typeschilder, Iiprägunge und Uffschrifte, halt Fingerabdrück,  hättet, wo mer i Iisbaharchiv genau nochsueche khaa, wo die her sind und wo sie grollt sind und dient hond. Die begeisterte Bähnler hond schnell uussigfunde , dass des „Bregtäler“ sind , also Uriwohner vum Bregtal, „Ur- Bregtäler“ also.

Die Bähnler- Archäologe hond die Kunde und die Erkenntnis au is Bregtal treit und dene verblüffte Bregtalbewohner den Storiax mit wunderscheene Bilder und Skizze unterleit, uusführlich verzellt. Villiecht grad no rechtziitig. Denn dä isch die Erinnerung a des herzig Entekoepfer Bähnle grad am Versickere und am Verlösche. Wieslosigkeit sait mer dä zu so holose Zueständ. Usser paar wenige Bahnzuebehorsache, Bücher, Artikel, Relief und wenige Bezeichnungen wie „Bregtal Loipe“, „Zindelstoener Bahhöfle“, „Hammricher Bahhof“  , „Schliefisteg“ erinnert kaum no ebbis a die Ziit und die herzig Bahlinie. 

Drum gihts Überlegunge, ob mit dem Fund nit doch des Erinnere aagregt und aagscherret were khaa und die Demenz e weng uffgahlte, uussigschobe oder sogar aaghalte were khaa. Mol gucke ob die beide schrullige  „Alte Bregtäler“ de Geist vum „Jägermeister Express“, so de Übername wege dere Triebwage- Uffschrift , die Erinnerung erneueret und wiederbelebt.  

Bahöfle Relief

Ortsmitte Behla, Kopfacker, Naturkindergarten WuKi, Landschaftsbauarbeiten Bahnhofstraße

Liebe Hüfingerinnen und liebe Hüfinger,

hier entsteht ein neues Format für unsere Gemeinderatssitzungen.
Vorerst will ich für die öffentlichen Sitzungen ein paar Tagesordnungspunkte raus picken und darüber in einem Beitrag schreiben. Falls ein Thema besonders interessiert, darf das gerne kundgetan werden! Ansonsten wähle ich nach meinen persönlichen Vorlieben aus. Auch sind, wie immer, Stellungnahmen von allen Stadträten aber auch von allen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit herzlich willkommen.

Dann gibt es die Unterlagen immer hier: https://huefingensitzungsdienst

Und denkt daran, die Sitzung ist öffentlich und wenn man nicht von den Einschätzungen und subjektiven Berichten anderer abhängig sein will, so darf man auch sehr gerne selbst kommen.

Kommentare sind immer willkommen!

Hier geht es um die Sitzung am 24. Oktober 2024

Der Sitzungsraum ist heute mit etwa 50 Zuschauern fast aus allen Nähten geplatzt. So viele Zuschauer gab es nicht mal beim Greensill-Skandal. Die Bürgerfragestunde wurde auch lebhaft genutzt mit Fragen zum Kopfacker, zur Umgestaltung der Ortsmitte von Behla und auch zur Erweiterung des Baugebietes Einfang von Sumpfohren. Ich schlage vor, darüber nachzudenken, die Gemeinderatssitzung wieder in der Stadthalle zu machen. Der Raum ist zu klein für so viele Menschen und gerade jetzt zur Erkältungszeit auch recht gefährlich für die Gesundheit.

TOP 4 Vorstellung Ortsmitte Behla

Die Ortsmitte von Behla soll neu gestaltet werden. Hierbei wird die Fahrbahn zugunsten Fußgängern und Radfahrern verändert. So vergrößert sich die Platzfläche auch um das Rathaus. Im Bereich des Eingangs der Feuerwehr (Nordseite) ist eine Neupflanzung vorgesehen mit einem Pflanzbeet, sowie einer Sitzbank. Direkt angrenzend sind Fahrradbügel geplant. Auf der rückwärtigen Seite gibt es sechs Stellplätze.

Die Mauer wird in Teilen komplett zurückgebaut bzw. abgebrochen und neu aufgebaut. Zwischen der Mauer und dem neuen Straßenraum entsteht eine Grünfläche, welche eine Bepflanzung erhält. Die vorhandene Bepflanzung, hinter der Mauer zur Kirche, wird ebenfalls optimiert und gemäß dem Pflanzkonzept für die Römerstraße bepflanzt.

St. Georg, Behla. Zwölfuhrläuten.

Karte Behla vom Landesarchiv BW

Entlang der Straße werden die Grünflächen mit Wildblumen und Gräsern eingesät. Diese Bepflanzung hat über den Sommer bis in den Herbst hinein schöne Blühaspekte und bietet für Insekten einen wichtigen Lebensraum. Eine Mahd im Jahr macht das Straßenbegleitgrün zu einer sehr pflegeextensiven Begrünung. Ergänzt wird die Bepflanzung durch einzelne Gehölzneupflanzungen.

Die genauen Pläne sind auf den Seiten der Stadt und sicher auch im Rathaus einzusehen!

Der Gemeinderat hat dies alles erst mal, auch zur weiteren Abstimmung mit dem Ortschaftsrat, einstimmig zur Kenntnis genommen.


TOP 5 Beteiligung der Umlandgemeinden an den Kosten der Erweiterung der Lucian-Reich-Schule

Derzeit ist es nicht absehbar, dass der Landesgesetzgeber angemessen auf das neueste VGH-Urteil
vom 6. Dezember 2022
reagiert. Seitens des Gemeindetags gibt es Bestrebungen hier Lösungen zu
erarbeiten, allerdings ohne einen ungefähren Zeitrahmen hierzu nennen zu können. Aktuell lassen sich
diese aufwändigen Verhandlungen nicht vermeiden.

Deswegen wird die Verwaltung beauftragt, auf Basis der voraussichtlichen Schülerzahlen 2024/2025 gegenüber den Gemeinden Bräunlingen, Blumberg, Donaueschingen, Villingen Schwenningen, Bad Dürrheim, Brigachtal, Friedenweiler-Rötenbach, Geisingen, Löffingen, Wutach, die Bereitschaft der Stadt Hüfingen zur Zusammenarbeit zu erklären, um gemäß § 31 Schulgesetz eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Beteiligung an den Kosten der Erweiterung Neubau Querbau, des Umbaus Aula, die Interimsunterbringung und der Erweiterung der Mensa der Lucian-Reich-Schule Hüfingen abzuschließen.

Der Gemeinderat stimmte einstimmig dafür.

TOP 6 Bebauungsplan „Im Einfang – Erweiterung“ in Sumpfohren




Die Geschichte der wohl nie endenden Kompromissfindung, gibt es hier:

TOP 7 Bebauungsplan-Verfahren „Kopfacker 1. Änderung“

Der Bebauungsplan „Kopfacker“ mit örtlichen Bauvorschriften ist seit 2016 rechtskräftig. Die Fa. FB Food GmbH hat dort mit dem ersten Bauabschnitt ihren Firmenstandort errichtet. Aufgrund der guten Geschäftslage soll nun die Betriebserweiterung mit dem zweiten Bauabschnitt realisiert werden. Der Produktionsablauf soll künftig zur Einsparung von Energie, Flächenbedarf und Arbeitszeit auf „Senkrechttransport“ ausgerichtet werden. Dazu ist eine wesentlich größere Bauhöhe notwendig, die eine Änderung des geltenden Bebauungsplans „Kopfacker“ für das ausgewiesene Baufenster im Bereich der geplanten zweiten und dritten Bauabschnitte erforderlich macht. Bisher ist dort eine Bauhöhe von ca. 20,5 m zulässig. Die neue Planung erfordert eine Bauhöhe von ca. 33 m.

Zum Glück sind einige der alten Herren, denen ein höherer Bau „in den Augen weh tut“ nicht mehr Stadträte und es muss nicht weiter grundlos in die Fläche gebaut werden. Der Gemeinderat beschließt mit zwei Gegenstimmen die Aufstellung des Bebauungsplans „Kopfacker 1. Änderung“ im vereinfachten Verfahren gem. § 13 BauGB.
Also FB Food GmbH darf nach oben bauen, bzw. es wird erst mal die Öffentlichkeit dazu angehört.

TOP 8 gibts hier.

TOP 9 Förderantrag Naturkindergarten WuKi

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Donaueschingen e.V. hat mit seinem Antrag vom 26.06.2024, eingegangen am 28.06.2024 beim Regierungspräsidium Freiburg einen Antrag auf Gewährung einer Finanzhilfe in Höhe von 132.000 € gestellt.

Der Naturkindergarten wurde hier schon öfters vorgestellt und es folgt auch noch ein ausführlicher Bericht über den laufenden Betrieb.
Heute hat der Gemeinderat dem Entwurf der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung einstimmig zugestimmt.

TOP 10 Vergabe Wassernotversorgung Hüfingen-Bräunlingen

Die Städte Bräunlingen und Hüfingen planen eine Notverbundleitung zwischen ihren beiden Trinkwasserleitungs-Netzen. Die Baumaßnahme befindet sich in den Gewerbegebieten In Stetten (Bräunlingen) und Stettenwinkel (Hüfingen) an der Gemarkungsgrenze nördlich der Bregtalbahnlinie. Die Baustelle ist von beiden Seiten her zugänglich. Die Leitung wird über private Grundstücke verlegt. Die Gesamtlänge der Leitung beträgt etwa 265 m.
Gegenstand der Ausschreibung waren die Erdarbeiten für die Wasserleitung inklusive zweier
Übergabeschächte. Die Maßnahme wurde öffentlich ausgeschrieben.

Hierbei wundert mich etwas, warum Hüfingen Geld bezahlen soll, weil Bräunlingen zu wenig und zu dreckiges Wasser hat. Bräunlingen hat Hüfingen ja schon vor gut 100 Jahren das Wasser abgegraben und es waren zwei neue Tiefbrunnen nötig. Jetzt sollen wir Bräunlingen auch noch eine Leitung für tausende an Euros bauen. Davon abgesehen bedroht der Palmhof das Hüfinger Trinkwasser immer mehr mit seiner Industrieanlage. Es wäre sinnvoller die Notleitung nach Donaueschingen wieder zu ertüchtigen, damit Hüfingen von dort Wasser bekommen kann, falls es zur Havarie im Bräunlinger Industriegebiet kommt.

Der Gemeinderat beauftragt das Unternehmen STRABAG GmbH aus Villingen in Höhe von 53.165,45 € brutto für die Gemarkung Hüfingen.

TOP 11 Landschaftsbauarbeiten Bahnhofstraße 8

Die Landschaftsbauarbeiten an der Bahnhofstraße 8 beinhalten die Abbrucharbeiten der alten Zaunfundamente und die Entsorgung des Maschendrahtzauns auf der Deponie. Die Erdarbeiten beinhalten die Abtragung des alten Oberbodens und ebenfalls die Entsorgung auf der Deponie. Es wird
eine Frostschicht zur Aufnahme einer Betonverbundsteinpflasterschicht eingebaut. Neuer Oberboden wird angeliefert, eingebaut und angesät. Die Pflasterarbeiten beinhalten das Setzen einer Betonverbundsteinpflasterschicht und das Setzen von Rasenpflastersteinen, sowie den Einbau einer Winkelstützmauer. Die Betonarbeiten beinhalten das Setzten von Beton-Blockstufen und Doppelstabmattenzaunelementen. In der Außenanlage wird ein Fußabstreifer aus Polymerbeton gesetzt. Spielgeräte wie Sandkasten und Schaukel, sowie Müllcontainerboxen werden vom Bauhof geliefert und aufgestellt.

Hiermit wird das letzte Fleckchen Boden auf der Deponie entsorgt auf der die Hüfinger Bahnhofsschnecke überlebt hatte.

Ja, ich bin traurig! Auf Nimmerwiedersehen Xerophilia brigobannis!

TOP 12 Vergabe Malerarbeiten Baarblickhalle Behla

Für die Sanierung der Fassade an der Baarblickhalle Behla wurden drei Malerfachbetriebe
zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Der Malerfachbetrieb Hennemann aus Donaueschingen wird für die Malerarbeiten zur Sanierung der Fassade der Baarblickhalle in Höhe von 23.583,18 € brutto beauftragt.

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Geschichte der Zone 30 in Hüfingen

Gemeinderatssitzung am 24.10.2024 um 21:20 Uhr

Wow, das war eine super Rede vom CDU Fraktionssprecher! Alle die nicht hier waren, haben etwas verpasst.

Die Rede war in etwa so: „Wir behandeln erneut etwas das genau vor 10 Tagen zum tragen kam. Von heute geht eine Signalwirkung aus – es geht um die Würdigung einer demokratische Entscheidung. Diese CDU Fraktion möchte politisch glaubwürdig sein und solche Manöver finden keine Unterstützung bei uns und wir lehnen den Antrag geschlossen ab.“

Dann gab es doch tatsächlich eine Enthaltung bei der CDU. Ansonsten hatte ich unten Recht und hole mir jetzt meine Banane.

Beitrag vom 23.10.2024 Hannah Miriam Jaag

In der Gemeinderatssitzung am 24. Oktober 2024 wird also über den Antrag der „bevormundeten“ Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) abgestimmt.

Die Männer wollen, dass die Beschlüsse des Gemeinderates vom vom 29.02.2024 und vom 29.09.2022 zum Lärmaktionsplan Stufe 4 rückgängig gemacht werden.

Für die Abstimmung werden noch Wetten angenommen! Ich tippe auf 17 Stimmen für die Beibehaltung von Tempo 30 und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!

Hochstraße mit neuem 30er Schild

Neue 30er Zonen seit 14. Oktober 2024

Beitrag vom 10.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Seit Montag 14.10.2024 ist auch in der Hauptstraße, Bräunlinger Straße, Dögginger Straße, Schaffhauser Straße, Hochstraße und Donaueschinger Straße Zone 30!

Der im Februar vom Gemeinderat beschlossene Lärmaktionsplan Stufe 4 wird umgesetzt:

  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung


Von Männergruppe angefochtener Gemeinderatsbeschluss für Tempo 30 in Dauerschleife – Wetten werden bis am 24.10.2024 um 17:00 Uhr angenommen!

Beitrag vom 9.10.2024 Hannah Miriam Jaag

Die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) fühlt sich „bevormundet“ wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt. Deswegen soll über Zone 30 nun wohl jedes halbe Jahr neu abgestimmt werden, damit sie durch Hüfingen nach Hause in ihre Ortschaften rasen können ohne Strafzettel oder gar einen Punkt zu kassieren.

Am 24. Oktober soll vermutlich wieder abgestimmt werden, ob die Zone 30 zurück gebaut werden soll.

1. Abstimmung am 29.09.2022 – 12 Stimmen für Tempo 30, 6 dagegen
2. Abstimmung am 29.02.2024 – 11 Stimmen für Tempo 30, 8 dagegen
3. Abstimmung am 24.10.2024 – es werden noch Wetten angenommen!

Ich tippe auf 17 Stimmen dafür und 5 Stimmen dagegen.

Zu gewinnen gibt es eine Bio-Banane!


Obwohl Tempo 30 final durch ist, wird es durch die Männergruppe aus den Ortschaften blockiert

Beitrag vom 26.09.2024 Hannah Miriam Jaag

Da stand heute im Hüfinger Boten, dass sich die Männergruppe vom sogenannten Freien Forum (Bürgerforum, FDP, FW) „bevormundet“ fühlt, wenn sie bei einer Abstimmung nicht die Mehrheit bekommt.
Witzig, was sollen da die Hüfinger Frauen dazu sagen? Nicht nur werden wir schon routinemäßig bevormundet, jetzt kommen auch noch Männer aus den Ortschaften mit ihren bequemen 30er Zonen und wollen über die Kernstadt bestimmen. Hauptsache ihre Kinder sind sicher, was schere ich mir um andere?

In guter FDP Manier, gegen Fortschritt und für die 1950er. Da ist man schon fast froh, dass uns die CDU-Männer beschützen.
Was in Hüfingen so alles nötig ist…

Tempo 30 ist final durch!

Beitrag vom 29.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Um 19:52 der angeblich finale Beschluss:

Ja 11 Stimmen
Nein 8 Stimmen und keine Enthaltung

Die Stimmenverteilung ist fast wie die letzten Male, nur dass das Freie Forum jetzt eine Stimme mehr hat. 

Die Fraktion des Freien Forums findet dass „nur Häuser in der Hauptstraße lägen an der Straße“ und in Durchgangsstraßen dürfe man nicht eingreifen und es gäbe noch jede Menge andere Lärmaktionspläne, denen würde man vorgreifen, um Tatsachen zu schaffen. Ansonsten war man sich einig mit dem CDU Fraktionssprecher.

Dies wurde beschlossen:

Der Gemeinderat beschließt den Lärmaktionsplan der Stadt Hüfingen

  • Festsetzung einer ganztägigen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h aus Lärmschutzgründen als Sofortmaßnahme für folgende Bereiche der Stadt Hüfingen:
  • L 171 Dögginger Straße von der Einmündung Schaffhauser Straße (KVP) bis zum Ortsausgang im Südwesten
  • L 171 Hauptstraße/Donaueschinger Straße von Einmündung Bräunlinger Straße bis Einmündung Bregstraße (KVP)
  • L 181 Schaffhauser Str. von Einmündung Max-Gilly-Straße (KVP) bis zum Übergang in die Hauptstraße
  • Hochstraße von der Hochstraße 22 bis zum Ortsausgang im Norden
  • L 181 Bräunlinger Str. von der Einmündung Hauptstraße bis zum Bahnübergang (Höhe Hubertusweg)
  • Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in allen Bereichen in denen die Auslösewerte der Lärmaktionsplanung (65/55 dB(A) tags/nachts) erreicht/überschritten werden)
  • Schutz der festgesetzten ruhigen Gebiete vor weiterer Verlärmung
  • Anregung zur Umsetzung von flankierenden Maßnahmen zur Anzeige und Kontrolle der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Danke, Herr Bürgermeister!


Tempo 30 verzögert sich, weil das Landratsamt bremst

Beitrag vom 28.02.2024 Hannah Miriam Jaag

Obwohl es am 29. September 2022 einen Gemeinderatsbeschluss hierzu gab, hat der Landrat und das Landratsamt gegen diesen angekämpft. Im November 2023 gab es hierzu einen offenen Briefwechsel von Ursula Albert mit dem Landrat.

Am 29. Februar 2024 soll in der Gemeinderatssitzung erneut hierüber abgestimmt werden. Es wird spannend werden, ob jetzt im Wahlkampf vielleicht doch einige Stimmen kippen.

Tempo 30 wird vom Gemeinderat beschlossen

Beitrag vom 29. September 2022 um 21:09 Uhr Hannah Miriam Jaag

Der Hüfinger Gemeinderat hat heute gegen die Simmen der FDP/FW/UWV Fraktion und zwei Männer der CDU beschlossen, dass in Hüfingen Innenstadt eine Zone 30 eingerichtet wird.

Gemeinderatssitzung vom 29.09.2022 Peter Albert

Es ist Gemeinderatssitzung kurz vor 19:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Viele betroffene Anwohner der Hauptverkehrsstraßen von Hüfingen sind gekommen. Der Sitzungssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es liegt ein kleiner Hauch von Aufbruchstimmung in der Luft. An diesem Abend soll beschlossen werden, inwieweit in Zukunft die Geschwindigkeit in der Haupt-, Donaueschinger, Schaffhauser, Dögginger, Bräunlinger und Hochstraße von 50 km/h auf 30 km/h reduziert werden soll. Alle sind gespannt, wie die verschiedenen Gemeinderäte*innen argumentieren werden. Unter TOP 5 „Beschlussfassung des Lärmaktionsplanes“ eröffnet der Bürgermeister, nachdem die Erläuterungen vom Projektleiter des Büro Rapp Trans AG allen Anwesenden den Sachstand erklärt hatte, die Diskussion innerhalb des Gremiums. Das Für und Wider von Temporeduzierungen wird erörtert. Zuerst beziehen die Fraktionssprecher*in Stellung. Für die BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION spreche ich, unter anderem auch in meiner Eigenschaft als Vertreter der betroffenen Anwohner*innen. Hier mein Redebeitrag:

Grundsätzlich möchte ich zuerst einmal folgendes sagen:

Es ist immer wieder verblüffend, wie Mitglieder dieses Gremiums, welche an ruhigen Stellen in Hüfingen wohnen, denjenigen Betroffenen, die an verkehrsreichen Straßen leben, deren Widrigkeiten schönreden.

Herr Wahl und seine Mitarbeiter*innen, haben es in ihrem Bericht trefflich formuliert:

„Hüfingen ist von Umgebungslärm betroffen, da das Gemarkungsgebiet entlang der B 27, der B 31 und der L 171 mit hohen Verkehrsmengen belastet ist. Ebenfalls ist die Stadt vom Verkehrslärm der L 181, sowie der Hochstraße betroffen.“

In unserer Stadt wurde jahrelang in Sachen Verkehrsbelastung nicht, oder nur ganz wenig gehandelt. Die Aufenthaltsqualität lässt sehr zu wünschen übrig! Es ist nun an der Zeit, dass endlich etwas geschieht!

Viele Gemeinden sind uns weit voraus.

Was die Verkehrsmengen angeht, möchte ich auch auf meine Hinweise im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der betroffenen Anwohner*innen in der Festhalle am 5. Juli zurückkommen.

Es wird immer versucht, die 8200 Bewegungen am Tag, welche 3 Millionen im Jahr entsprechen, zu unterschreiten. Dies ist eine magische Zahl.

Die Stadt Hüfingen hat in den vergangenen Jahren des Öfteren Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Dabei wurden die Fahrzeuge auch gezählt. Die Ergebnisse wurden stets im Hüfinger Bote veröffentlicht. Dabei fällt auf, dass die dort gemessenen Verkehrsbewegungen erheblich höher sind, als die Ergebnisse, welche dem beauftragten Büro vorgegeben wurden. Ich habe drei Messungen näher betrachtet: Es handelt sich dabei um eine Zählung im Jahr 2015 und um zwei Zählungen aus dem Jahr 2017.

Dabei wurden durchschnittlich 10.204 Fahrzeugbewegungen registriert!

Das Ehepaar Hildegard und Bruno Eichinger, welche an der Schaffhauser Straße wohnen, haben sich im Jahr 2017 die Mühe gemacht und in „14 Stunden“ 11.543 Fahrzeuge gezählt.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass durch Akkuwechsel oder sonstige Unterbrechungen der städtischen Zählungen, nicht alle Fahrzeuge in den Messzeiträumen erfasst werden. Auch der Kolonnenverkehr, der recht häufig vorkommt, ist problematisch.

Die Fehlerquelle liegt bei ca. 10 %. Dies trifft auch auf die Zählungen der dauerhaften Messstellen zu. Diese Dinge sollten unseres Erachtens mitberücksichtigt werden. Die fest installierte staatliche Messstelle für die L 181 – Bräunlinger, Schaffhauser und Hochstraße betreffend – liegt weit außerhalb bei Bräunlingen. Ich möchte alle Ratsmitglieder auffordern, gemeinsam endlich für Verbesserungen einzutreten.

Der Verwaltungsvorschlag, auf allen der sechs vielbefahrenen Straßen Tempo 30 einzurichten, wird auf Antrag aus dem Gemeinderat vor der Abstimmung aufgedröselt, so dass über jede einzelne Straße abgestimmt werden muss. Am Ende gibt es für alle sechs Straßen eine klare Mehrheit für die Temporeduzierung. Unter den Zuhörer*innen macht sich Erleichterung und Freude breit. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, da letztendlich die untere Verkehrsbehörde, welche im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises angesiedelt ist, dem Verlangen der Stadt Hüfingen noch zustimmen muss.

Der Ordnung halber sollte auch erwähnt werden, dass im Frühjahr die Fraktion BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION den Antrag auf Temporeduzierung auf der Donaueschinger bzw. Hauptstraße und einem Teilabschnitt der Schaffhauser Straße gestellt hatte, welcher durch das Verfahren des Lärmaktionsplanes aber zurückgestellt wurde.

Windflüchter

Liebe Bürgerpostleser, 

Das Bild habe ich am Sonntag, den 20. Oktober 2024 von Claudia Kirn aus dem Nordschwarzwald erhalten. Sie war früher in der Tierzucht tätig und hat unter anderem die Vorderwälder- und Hinterwälderjungkühe bewertet. Sie sei an der Ostsee zur Mutter-Kind-Kur. Sie schickte mir dieses ausdrucksstarke Foto mit den Worten: “Bei diesen Bäumen musste ich an Dich denken“. Das fand ich sehr nett von ihr. Ich fragte zurück, ob das Birnbäume wären, was sie eher verneinte. „Pappeln habe ich am meisten gesehen hier in der Ecke“. Aber das sind sie garantiert nicht. Ich war mit meinem Latein am Ende. Haben Sie vielleicht eine Ahnung, was für Bäume es sein könnten? Es wäre eine Meisterleistung, wenn jemand darauf käme, behaupte ich einfach so. 

Sie kennen meinen Ansprechpartner in Forstfragen, Reinhold Mayer. Auch er war begeistert von der Aufnahme und legte los: “Soviel ist mal klar, es ist die Windflüchter-Baumreihe entlang der Straße von Pruchten nach Bresewitz Richtung Zingst“. Es stellte sich heraus, dass er noch nicht persönlich dort war. Das mit der Baumart konnte er nicht aus dem Hute zaubern und im Internet habe er nichts dazu  gefunden. Im Ausschlußverfahren schrieb er, „anhand der Rinde und der etwas verschwommenen Blätter sind es jedenfalls keine Buchen, Hainbuchen, Eichen, Ahorne, Eschen, Kirschen, Nussbäume, Ulmen, Vogelbeeren…, sondern er tippe auf die Schwedische Mehlbeere, sorbus intermedia“. Ja Mensch, noch nie gehört,  gibt’s denn sowas? Schwedische Gardinen kennen wir alle. Daraufhin schaute ich im Kosmos Baumführer Europa nach. „Dieses Gehölz entstand erst in der Nacheiszeit aus einer Kreuzung der Elsbeere mit der Gewöhnlichen Mehlbeere oder der Gewöhnlichen Eberesche. Sie entwickelte sich zu einer eigenen Art und wächst in Skandinavien und um die Ostsee“. Und jetzt kommts, „in Mitteleuropa pflanzen sie Gärtner oft in Alleen und Parks“. 

Wenn das keine Allee ist, dann weiß ich auch nicht. Es fehlt natürlich die zweite Baumreihe, ich vermute, vor lauter „Windflucht“ wurde sie schon lange gefällt, oder man hat sie vorsorglich gar nicht gepflanzt. Der Begriff „Windflucht“ ist mir neu, aber trifft den Sachverhalt einwandfrei. Auf dem Schauinsland gibt es einige Windfluchtbuchen, vielleicht einmal darauf achten.

Ich habe zur Vertiefung des Themas die unzentrierten Jahresringe unten eingefügt. Ich bin sicher, sie wissen noch, wo diese Schwedischen Windflucht Mehlbeeren deutlich dickere Jahreringe haben……Auf der rechten windabgewandten Seite zur Abstützung der Bäume. 


Vielen Dank Claudia Kirn für die Zusendung des Bildes und Dein Einverständnis darüber zu schreiben und ebenso vielen Dank an Reinhold Mayer.

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Wie ist Radfahren bei uns in Hüfingen?

21.10.2024 von Wiltrud Siegfried

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. – ADFC – startet alle zwei Jahre eine Umfrage zum Radfahren vor Ort. 2024 fragt der ADFC zum elften Mal nach, wie Menschen das Radfahren bei sich vor Ort erleben. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Miteinander im Straßenverkehr.

Die Umfrageergebnisse können als Grundlage für Radverkehrskonzepte dienen und auch für Stadtverwaltungen und für die Kommunalpolitik eine Anregung zu Verbesserungen sein.

Je mehr Menschen für einen Ort teilnehmen, desto lebensechter wird das Ergebnis. Die Umfrageergebnisse der letzten Jahre zeigen auch, dass die Wahrnehmung der Menschen, die regelmäßig vor Ort mit dem Rad fahren, und die der verkehrspolitisch Verantwortlichen oft unterschiedlich ist.„Deshalb fragt der ADFC…“ 2024 „erstmals auch direkt in den Kommunen nach deren Mobilitätskonzepten und Maßnahmen zur Radverkehrsförderung. Für die Kommunen ist das eine Möglichkeit, ihre Fahrradförderung zu dokumentieren und zu schauen, welche Maßnahmen auf der Straße beziehungsweise bei den Bürger:innen angekommen sind oder auch nicht.“(Internetseite des ADFC)

Die Umfrage des ADFC läuft noch bis zum 30.11.2024. Damit unsere Gemeinde Hüfingen ausgewertet wird, braucht es mindestens 50 Teilnehmende. Ich fände es spannend zu erfahren, wie die Hüfinger das Radfahren wahrnehmen und möchte gerne Anregungen ins Rathaus weitergeben.

Deshalb würde es mich freuen, wenn viele Hüfingerinnen und Hüfinger an der Umfrage teilnehmen. Sie dauert ca. 10 Minuten:

https://fahrradklima-test.adfc.de

De Bruder Sebaldus auf „Tour de Herdepfel“

Beitrag vom 12.07.2021

Wenn in de Sechzger Johr i de Boormulde und a de Ränder geg de Fürsteberg und em Suuländle die erschte Herdepfelfiehr senkrecht gege de Himmel gstiege sind, wars Ziit für e bsundere Bettlerei. Wenn die Rauchsiehle gege Eschinge gwaihet hond , isch es wegem Heiberger Vorwind bald kaalt wore. Sind sie gege de Hasegarte gloehnet, isch es mild blibbe wegem warme Höllentäler Wind us de Burgundische Pforte.

Jetz isch uff de Kanzle und i me Rundrodel vum Dekanat en Uffruuf kumme. Die volksfromme Buure und Heardepfelbiehrli uff de Boor sollet doch e paar Säck vu ihre Gottesgab saperalisiere und fürs Eschinger Konvikt spende. Dä muesstet 50 gschiede Bube, die amend mol de Weinberg des Herrn bestellet, s ganz Johr dorchgfuetteret were, dass us dene Kerle au ebbis word. S Konvikt war dämols, langewig vor dere neue Essens- Modi i de 2000- er Johr scho en „hot spott“, wie mer hit sait, vu vegetarische Lebenswies. Herdepfel, Gealriebe, Kruut und Riebe, Kolrabi, Salot, Bohne, Gurke und Rettig waret jede Tag i oe Fiddle inni uff em Speiseplan. Die paar Saue, die de Sebaldus so nebet her us de Kochiabfällt und de Garteabfäll, au vu de Märtel vum Rote Hans, dorrigfuetteret hät, die sind meischt im Refektorium uff de Tisch kumme.

Uff dem Rundschriebe isch genau iidoelt gsii, wo und wenn die zemet bettlete Herdepfelsäck und Gmüesskischtle ännigstellt were sottet. De Pater Sebaldus dät kumme und abgfochtene Erntegabe abhole.

Denno isch a de schuelfrei Samschtigmittag im Herbst de Bruder Sebaldus uff de kalt Iisesitz, der mit 2 Heradepfelsäck e wenig uuspolsteret war, vu sim Einachsbulldöggli Marke „Aicher Landmann“ ghuckt und hät zwei- drei starke, landwirtschaftlich vorprägte Konvikt- Studentli uff die gross Einachs- Ladepritsch glade. De stinkig Diesel war volltankt und jetzt isch gege s Suuländli gange. Dorchs Ried gi Pfohre, an Hasegarte, Hoedhofe, Baldinge, Öfinge bis is fearn Ippinge. Dä hond die fromme Buure ihre Realspende a de historische Kirchemuur aagloehnet. Jetzt isch uffglade wore. De Sebaldus hät im Pfarr no e herzlich Vergelts Gott gsait und scho isches wieder i d Baarmulde aabigange.

Öfinge hät mer uusglau, die waret evangelisch und Biesinge, Oberbaldinge, Doeninge au. Aber z Hoedehofe hond die Konvikts Jungmann schinde messe. Dä, im uubeachtete Baardorf Hoedehofe, gihts nämli die gröschte Herdepfel uff de Boor. Wegem Bode, em Klima und de gute Pfleg mit schöchle, hiefle, jäte, und Käfer zemetläse. Des hät au mol en Borgermoeschter vu dä bei me grosse Empfang zum grosse Hallo vu de Feschtgäscht als des Markezoeche vu dem Dörfle stolz verkündet. Der Storiax verhebbt sither hartnäckig und word au bestimmt no langewig uff de Boor zum Beste gähe were.

Noch Hoedhofe war in Sebaldus sii Pritsch fascht scho am zemetkrache, aber de Hasegarte und Pfohre hät jo au no druff messe. Aase, Hochemminge und Diehre hönd sie am näschte Samschtig gmacht. Gege d Betziit sind sie triumphal am Konvikt iitroffe. De Prior hät sie globt und natierli i Aaweseheit vu de Schüeler e Dank- und Segensgebet bruddlet und mit em Teeei no Weihwasser über den Herdepfelberg verlätteret. Die Konvikt- Biebele hond eher mit flauem Mage uff den Herdepfelhuufe gucket: De Magefahrplan war dietlich sichtbar wieder für viele Woche klar abzierklet.

De Bruder Sebaldus, e legendäre Gstalt z Eschinge und uff de Baar mit sim Einachser und sim penibel pflegte Konviktsgarte, dä, wo jetzt d Tennisplätz sind, war de guet Geist vum Konvikt und hät defür gsorgt, dass die gross Schüelerschaar mit über 50 Pennäler jede Tag satt wore isch.
Wie Zeitzeuge noch dem Konviktsvortrag no erwähnt hond, isch der baarbekannt , stattlich Bruder Sebaldus au i d Südbaar, gi Hifinge, Belle, Sumpfohre, Fürsteberg, Hondingen , Beringe, Huuse und Mullefinge zum Naturalgabe fechte gange. Dä sind au eher Kruut- und Gealriebe und Epfel gstiftet wore.

Des Alles zum Wohl vu de christliche aber au weltliche Bildung, die im Konvikt in Eschinge 50 Johr wirkungsvoll pflegt wore isch. Mindschtens 1500 Konviktler hond zum Glinge vum Wirtschaftswunder im Badische mit ihrer solide Herzens- und humanistische Grunduusbildung en grosse Beitrag gleistet.

Jo so wars


Radonvorsorgegebiet

Das es momentan wieder Thema ist hier nochmal der Beitrag vom 2.11.2022

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist. Sammelt es sich in Innenräumen an, kann es gefährlich für die Gesundheit werden. Es ist nicht überall gleichmäßig verteilt, es gibt aber Gebiete, in denen vermehrt Radon entstehen kann. Dazu gehören Gegenden, in denen Granit- und Schiefergesteine vorkommen. In Baden-Württemberg sind das beispielsweise Teile des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wurde im Jahr 2001 eine deutschlandweite Kartierung der Radonkonzentration der Bodenluft durchgeführt. An 325 Messorten in Baden-Württemberg wurde in einem Meter Tiefe gemessen. Die daraus erstellte Radon-Karte dient als Orientierungshilfe dafür, welche Radonkonzentrationen regional im Boden vorkommen können.

lubw.baden-wuerttemberg.de
Radonkonzentration um Hüfingen lauf BfS

Wie man sieht, ist Hüfingen nicht im Radonvorsorgegebiet.

Wer mehr Infos will, die gibts beim Bundesamt für Strahlenschutz.

In Hüfingen sollte eigentlich der Radonwert unter 150 Bq/m3 bleiben. Es kann aber sein, dass sich aus dem Keller doch größere Mengen in die Wohnung schleichen – vor allem in den Wintermonaten.

Ergebnisse der Messungen in einer Wohnung der Hauptstrasse über 4000 Stunden

Da es große Schwankungen gibt, sollte der Wert eigentlich über mehrere Monate beobachtet werden.

Hier kommen wir zum Grund für diesen Artikel:

Falls jemand aus Hüfingen Interesse an ein paar Messungen hat, so kann ich ihm das Gerät mal ausleihen.

Radon eye Radonmessgerät

Bitte habt Verständnis dafür, dass dieses Angebot nur für Hüfingerinnen und Hüfinger gilt und auch kostenfrei ist. Bei Interesse bitte E-Mail an info at hieronymus-online.de

Moschte, Mexe, Heardepfelfier

Donaueschingen 1. Oktober 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

S` giit nu on Ort uf dere Welt
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Bue do glebt han


Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse

Moschte

Die Äpfelschittlerei mit dem handgschmiedete Enterhoocke wo de allfort en Epfel uf de Epfel keit, des isch scho e saubleedi und widergenteverdächtige (muskelkater …….) Arbet. Die sell Zämetleserei aber und die Bucklerei no vill meh. Do kinnet aaschliessend Kratte, Kischte und Säck no so voll sieh vu goldige, rote, geale und gräne Äpfel, s isch halt e oafältigi Kumedi. Und jedes Johr goht mer desell neimodisch Karre dorch de Kopf wo mer en aalte, no immer begeischterete Müller vu Egerkinge mol zoaget hät. Der hät ver sin Millikanal ufs Millrad en neie Zuelauf bruucht. I sim Aalter war er immer no so ufgschlosse, dass er e neis Zuelaufrohr ver sie Kraftwerkli us hochmoderne Rohr baue hät welle. Wo mer iser Gschäft erlediget kha hond, hät er mir sie neischti Errungeschaft voller Stolz zoaget. Uf de Südwestmess heber vor 2 Johr e neie Maschie kauft. No hät er mir e Gschier zoaget mit ere Walze a dere hunderte vu Nägel, vu Dorne rundum aagordnet waret. A de Siite 2 Fahrradreife und vorne en Diesel. Hinter dere Nageltrommel war e Pritsch ver Epfelkischte i die die so ufgstupflete Epfel abgstreift wore sind und i d` Kischte innikait sind. . „ Wa sot au des sie ?, donder do demit dene esoterische Wieber wo in Millilade kummet gi guets, biologischs Meahl kaufe glii no de Buckel griesele und massiere ?„ han i spöttisch gfrooget. Er hät glachet und gsait „ Naai, dodemit duni Äpfel uffspiesse und zemetläse. Sit i des Gschier ha bruuch i nu Bämm schittle, mit dem Dornewalze- Kärrili um d ` Bämm ummifahre und ruck- zuck han die Äpfel i dene Kistli hinter de Nagelwalz „. Jetzt war ich desell wo bleed us de Wäsch gucket hät. Sit her troom ich i de Moscht Ziit vu somme Gfährt. Aber imme traditions- Huushalt wered konni Äpfel aagstupft dass sie Moose hond , do word zemetglese so wie vor hundert Johr.

Also fahremer noch dene Uflesdäg mit dem „Extra- Auslese“ – Moschtobst gi Huvertshove zus Tritschlers i d` Moschti. Dä wered iiseri oagene, ugspritzte, biologische Äpfel gwäscht, presst und i iiseri Kibel, Fässer und Kante abgfillt. „ Do honder aber desjohr wieder schees Obst kha, nit so wie bei so villne wo nu halbverfuulete und kripplige, moosig (angeschlagenes) Lumpeziig broocht word „ lobt de Emil und de quirlig Bue, de Georg, der knappet villsagend dezue.

Scho unterweags und dehoam wered die guete Freund, Verwandte und Nochbere mit der guete und verflüssigte Herbschtgab versorgt. Denno gohts as Siessmoscht iimache damer ver s`ganz Johr mit Epfelsaft versorget sind und de Herbscht i de Flasche s ganz Johr bunt und goldig glieht.

Kilbigkiechle

Natierli bruuchts zum neie Siessmoscht au die guete, tradidionelle Kilbigkiechli. Wenn de Moscht iigmacht isch gohts as Kilbigkiechli bache. De Moscht i de Kante wommer grad i de Moschti z` Huverzofe bis Tritschlers presst hond vu de oagene, aalte und gute Äpfelsorte, stoht vor der Käer- Derre. Der wunderschee Summer hät zwar wege de Trechni nit ganz so guet uusgäe. Defier hät er aber ziemli Öchsli broocht, also Siessi. Und so schmeckt er au. Die erscht Koschtprob isch scho guet vers Gmiet und au ver d Gorgle.

Jetzt gohts loos i de Kochi. D` Fraue doaget, plooget und drucket de Hefedoag und stellet s` Schmalz scho uf de Herd. Uf oemol schuusets und dampfts und schprutzlets. S` erscht usgwalket und zure runde , uufermige Baskekappe zuezupfts Kiechli word is hoass Fett innidunkt. Dä schwimmt`s und schwitzt`s grad so wie i dene Hölle- Brootpfanne, voll gfillt mit näckige Menschli, wo mer uf aalte Kerchebilder ammel sieht. Des Doagschiebli word bruuner und reescher und i de Mitti bliibt de Doag wiess und heal. So mond si sie, die Kilbigkiechli vu de Boor. On ums ander kunnt uusi us dem Schmalzbad uf en grosse Tablett. S` Enkeli hät s näscht scho wieder zuegrichtet. Des hät sie schomol bim Dschinkeli- Pizzabeck gsähne. Au des Kinder – Kiechli zischt ab und hät Angscht vorem Verbriehe i so hoassem Fett. Bald sind e ganzi Ladung vu Kilbigkiechli fertig uf em Tablett. Jetzt giihts koa Halte und koa Faschte meh. Die ganz Familiebandi huckt uf de Terasse am runde Tisch, de frisch Moscht stoht im Kriegli parat, d` Puderzuckermilli denebet und, ruck- zuck, isch der gross Teller, des ganz Tablett rubis und stubbis leer putzt. Die Moschtbembbel leer, de Ranze spannt und des Kilbig- Glick vers Erscht wohlig hergstellt.

So guet , so schee und so oafach khaa Baaremer Genuss sii. Ganz noch aaltem Booremer Bruuchtum. Wenn denno alli i de Rundi au no booremerisch schwätzet, denno isches nit nu wie gmoolet, guet aagriecht, nai, au wie ganz guet gstimmt.

Heardepfelfier

Vum Buechberg Bühl, glii ob em Lazarett, hommer iisri Glotzbeppel über d` Boor vagabundiere lau. Geg de Ferschteberg, geg d` Längi, de Warteberg, em Amtehuusemer Buckel, über Öfinge bis zum Aasemer Kapf und em Ankebuck hommer ufmerksam alli Felder und Äcker uusgspannieflet. Wa mer gsuucht und erhofft hond, hommer nit gsichtet. Nocheme Heardepfelfier, dene bi Winstilli kerzegrade wiiesse Rauchsiele, hommer gschächt. Koa onzigi, koa gotzigi isch i dem grosse Rund vu dere Kernbaarmulde ufgstigge. Also giihts au kumm meh Herdepfel i dem Gai. Und die paar Herdepfelhanddiecher wered groderet, d´ Herdepfel ufe de Maschie glie verläse und abgsackt oder i Kischte verdoalt. S` Herdepfelkruut word glii unterzaggeret. Nint meh mit Verbrenne. Oder hät mer amend vor de bissige Umweltbehörde Schiß und so d` Hose voll dass mer aazoaget word wegem kleine Bio- Fierle ? Me kennt mone dass die hittige Rescht- Heardepfel-buure au koe Fiddle meh i de Hose hond.

Des war friehner bigott no ganz andersch. Wenn die erschte Buure mit de kleine Gummiwägeli hinterm Kramer Allesschaffer mit schee ufbiegete Heardepfel dorch d` Stadt gfahre sind, denno häsch gwisst, dass hit Obet de Ranze spannt. Die Wäge waret wieder so akkurat gladde dass die Bilder vum e Katafalk, de Tumba us de Trauermesse oder im Obgfelle- Franz sind glattbiglete Mischtwage im Kopfkino ufgstigge sind. A dene Herbschtobet bisch noch de Huusufgabe und em Kicke gege s` Lindebämmli gwetzt. Dä wartet gege de Obet die grosse Buurefamilie mit Kind und Kegel, de Oma , em Opa , de Dante und de Gotte am Herdepfel hacke , am verläse, am absacke und verladde. Gege Obet isch no Kruut zemetgrächet wore und die reesche Kruut- Schechli sind aazunde wore. Nochdem s` Gschierr zämetgrummt war und ufglade war isch die ganz Großfamilie, die Kuttruff, Rothweiler, Schreiber, Hall oder Weibel Buureliit um des Fier gstande. De Buur hät jedem usem Moschtkrueg s` Glas usem Vesperkorb gfillt und jedem zueproschtet und Dankschee gsait. De Buur hät den vergloschterete, schwarze Huufe mit em Karscht usenand gscharret und jetzt sind die reschtliche Herdepfel, wo no am Kruut ghanget sind oder sich no im Bode verstecklet hond, zum Vorschie kumme. Wie Eierkohle hond die uusgsähne, rappeschwarz und d` Schelfere schrumplig wie e Bommrinde. Jeder hät jetz i de Äasche gscharret und möglischt de greescht Bolle uusigluubet. Die kohlrappeschwarz Schelfere häsch mit de Fingernägel eweg zupflet bis en scheene, i de Glueht wunderbar bachene Herdepfel i de Äschedoope ghet häsch. Daß de gschellt Heardepfel fascht scho wieder so schwarz war wie vorher hät di nit gstört. Usem Hosesack, usem Hannawacker Bichsli vum Grossvatter wa jetzt nit mit Schick, sondern mit Salz gfillt war, oder usem Saalzbichsli vu de Bierin oder em Buur, häsch die wunderbar Fruuecht usem Hoametbodde gsalze und mit em hohe Gnuss langsam und bedächtig verdruckt. „ Hai Biebli, nimm der nu solangs hät, wemmer den Huufe uusboanbet hond gommer an Näschte. Wem khersch ? Ah im Gnosseschaftsreviser ! Gang nu dra, daß ebs worsch, nint sii khaasch no lang gnueg „ Nochem 4. – 5. wunderbare Heardepfel hät de Ranze aagfange zum spanne. No on, und de no gosch hoam, bevor kugelrund s` Tafelkriitz abiwalle khaasch. „ Dankschee, vergeltnes Gott, Herr Waibel ! Derf i i paar Dag nomol kumme ? S` war sauguet , Adee, Betziit lietet scho und drum moss i Hoam“

Wenn denno am Vespertisch, am Obetesse, mit im Oferehrli bäähte Äpfel mit Zimtzucker, Butterbrot und Striebli ummegmuuset und satt ummegstupft häsch, well der de Ranze all no gspannt hät, weil die Herdäpfel usem Herdepfelfier so paradiesisch guet waret, hät d`Motter sage kinne: „ Lass emeol dinni Händ und Fingernägel sehne, gel de warsch wieder bi de Buure ufem Feld a de Heradepfelfier. Oh je, oh Jeggesgott, gang zerscht nomol gi Händ wäsche, bevor an Tisch hucksch und nuu Muulaffe foal haltsch. Bisch wieder bim aalte Waibel gsii ? So, So, denno moss i de güetmitige Frau Waibel Morge i de Aadacht nomol exschtra e Vergelt `s Gott sage. De worsch hoffetli au aaständig und reacht Dankschee gsait haa ? Und jetzt ab is Bett und die verkohlete Zai und Fingernägel vorher no guet putzet !“

Mexete

En aalte Sproch hoasst, dass e Mexete , e Schlachtfescht, ver alli en grosse Spaß wär, nu nit ver d` Suu. Der Sproch triffts uf de Zwölfer.

So z` Mitts im November war ammel ame Samschtig Mexete aagsait i de Laßbergstrooß. Wo no alli Kind de Hoam waret homer manchmol sogar 2 Saue gmexet. Uf den Dag hät de Spechte- Max us de Rosestrooß extra ver de Verbandsprüefer e gueti Sau ännigfueteret. S` Fuetter war hauptsächlich us em Casino vu de Franzose wa ganz i de Nähi vum Buur Specht war, nämli i de Zeppelinstrooß. Dä hät de jung Max d` Kochiabfäll, häuptsächlich Baquett, Gmies, Pommfritt und Saloot gholet und de Saue verfueteret. Beschtimmt isch au ab und zue e Auster, e Muschel oder en Hummerrescht debie gsii. Und nebem Huusmexer Pius Keller war des bestimmt de Grund wieso iiseri Brootwerscht und Dauerwerscht so guet gschmekt hond und vu de ganze Verwandschaft und Bekannschaft so globt wore isch. Wenn vorne ninnt gschieds inni duesch kunnt au später nint gschieds uussi. Wa fer e Suu i de Boor word sunscht no so gourmemässig gfueteret wie iseri, wie die vum Spechte Max?

Also hät de Specht a dene meischtens triebe , neblige Novemberdäg s` Suugatter an Fahr- Bulldogg a d `Ackerschiene aaghängt, die resereviert Suu innipfercht und ab i d` Laßbergstrooß. Dä hond die Spezel vum Frieder scho bluetrünschtig uf die arm Sau gwartet. De Max hät dem Siehli en Strick um d` Hinterläuf bunde und des Opfer im stärkschte vu dene Schlacht- Helde übergähe. De Wiegschii mit em uusgrechnete Priis mit em Vatter verkahrtet und mit em Geld und ere Flasche guete Kaiserstühler Wii im Hosesack ab id Rosestroß. D` Wieber und d` Kinder hond sich hinter de Vorhäng, i de Kochi und i de Wäschkochi verschobbet und luut gschnatteret dass se des Angschtquiecke , und de bald uusglöst dumpf Schuss nit heret. Desell Kerli mit em Strickli hät die giigsig Suu meh gschloapft wie gfiehrt in Schopf zoge und dä isch de Pius scho mit em gladene Schussapparat im Aaschlag gstande und rums, zack, isch sie no weng zapplig ufem Bode gläge. Usem Mexermesser- Holzköcher hät de Pius e Messer gschnappt und de Sau d Hauptschlagoder abgsebblet. Die robuscht Nochberi, d` Mamm Dilger, isch scho mit ere ganz flache aber grosse Emailschissle parat gsi zum Bluet rihre.

Denno hond alli Manne draa lange messe zum die Sau uf de Schragge z` schinde. Dä isch sie abbbrieht wore, mit Harz iigriebbe und d` Wiiber hond vill briehoass Wasser us em Wäschkochikessel aaschloapfe messe. Mit de Borschteglocke und de scherfschte Messer isch sie rasiert wore und denno in Briehzubber gschunde wore. De Pius hät d` Klaue abzoge und koa Ruhe gäe bis alli Borschte und Häärli akkurat abrasiert waret. Wo de Brueder und ech scho weng greeser waret hommer mol en Gasflammewerfer parat gleit zum die Schwäbisch Methode vum „ Senge und Aabrenne „ z` probiere und aazwende. Dä isch friehner die gstoche Sau i Strau wie imme Schiiterhuufe iighieflet wore zum d` Borschte versenge. Später hät mers halt praktischerwies mit Flammewerfer gmacht. Drum hoasst`s au: „ Er rast devuu wie „ E gsengte Sau „. D` Schwobbe saget, well d` Sau ebe au scho e weng vorgreeschtet und aabreselet sei, dät alles, s` Fleisch, d` Werscht und d` Schunke besser und aromatischer schmecke. Do heteter aber de Pius here solle, wo mir mit de Brenner und de Gasflasche aakumme sind: „ Solang ich eich i dem Huus und z` Eschinge mex, word nit noch dem Schwobbe Forz brieht oder gsengt. Hauet ab mit dem Glumpp und brängets jo nimme hinneverri„. So hom mir der ruhig und glasse Pius no nie gsähnne und erlebt. Des Thema war also ver alli Ziite erlediget.

Noch em Briehe und putze isch der Sau- Bolle wieder uf de Schragge gwallet wore. Jetzt isch`s as vertrangiere gange. Därm sind uusiquolle, die ganze Innereie mit Lebere, Herz, Nierli und Lunge und natierli: de Suuploddere. Die hät de Pius glii ufbloose und ame Nagel ufghängt . Am Obet isch sie in Rauch kumme. S` war jedes mol e medizienischi, aaschauliche Lehrstund am lebende, pardon, nei am tote Objekt. E Art Physikum oder e Sektion. D` Lebere, d` Nierli und e paar Speckschwarte und spezielli , ganz gueti Fleischstickli sind in Worschtkessel kumme. Noch 20 Minute isch de erscht Tageshöhepunkt kumme: S` erscht Kesselfleisch und en Toal vu de Lebere sind uf de Transchierdisch kumme , d` Salzmuddle und Pfefferbichsli denebet und jetzt sind alli Manne, userm Pius, imme Art Blut- oder Fleischrauusch über des erscht Kesselfleisch hergfalle, Korz bevors allne Kotzübel war, isch d` Schnappsflasch und d` Wieflasche scho s` erschtmool im Ring rum.

I de Kochi isch fliessig gschaffet wore. D` Oma hät hiefewies Zwieble gschnäflet, d` Kind hond Speckwerfeli gsebblet und d` Wieber Pellkartoffle ver de Herdäpfelstock gschellt. S` Suurkruut, Hausmarke Klärle Mauz, hät vor sech änni kechelet und himmlischi Düft und de archaiisch Guu vum Mexe isch im und ums Huus glege. D` Manne hond mit em Pius gworschtet, Kottlet g`hacket und gschnitte, d` Schunke uusboanet und Knechli nochputzt. Bluet und Leberwerscht waret im Kessel und de Vatter isch um de Kessel gmuuset und hät ghofft, dass es mindschtens zwei Würscht nimmt und verplatzet, dass i de Worschtsuppe au eweng ebbis drinn isch. Am liebschte het er glii zwei ufgstupft. Aber do hät de Pius ufpasst wie en Gendarm well sin Berufsethos hät e glasklare Worschtsuppe als Pius- Markezoache verlangt. Erscht nochdem alls grecht war und vertranchiert und i de Därm, de Gläser und de Bichse war, isch de Pius Keller als letschte au an grosse Tisch ghucket und hät vu sinne Mexerkünscht versucht. Alli andere waret scho vu sinne Fähigkeite überzeugt, z`friede und sogar begeischteret. Jetzt hät sich de Wii, de Schnapps, s`Bier, de Siessmoscht vu de Kinder, mit de Leberworscht, de Bluetworscht, em Kesselfleisch, em Suurkruut, em Herdepfelstock und em frische Buurebrot vu de Gotte, im volle Mage verbündet oder bim oane oder andere au verfeindet. Mit „Prost „ und „ En Gute „ Sprichklopfe, Verzelle und nomol eme Deller voll Worschtsuppe mit Nuddle isch des Fescht no bis wiit in Obet schee und luschtig uusklunge. D`Kinder sind mit de Kannte fortschickt wore zum die Verwandet, d` Nochbere und die Bekannte mit Worschtsuppe zum Versorge und vor allem: Daß sie nit gsähne und so ganz direkt mitkriegt hond, dass die Manne en ziemliche Ruusch ghet hond.

Mexete

Hai, Spechte Max, jetzt kaasch sie bringe
200 Kilo ? , je Gott, wär word dees zwinge
E Fescht giit des, wie all Johr wieder
Am meischte freit`s, de Vater Frieder

Und gar koa Freid , des hät die Sau
Paß uff, jetzt word sie usem Gatter glau
De Spechte Max pfufferet z` friede ab
Mit herte Märkli , de Käferbuckel nab

Stähle Karl, du hebsch am Linke
No kaa sie nu no glei weng hinke
Und Frieder, fier sie i de Schopf
Dä griegts sie onni uf de Kopf

D` Kind , d` Wieber i de Kochi dinne
Die donnt sich fascht scho hintersinne
Die schnattret luut und uhni en Verdruss
Daß jo kon hert, de dumpfi Schuss

Mam Dilger kumm, rier`s Saue- Bluet
Daß d` Bluetworscht glingt und schmeckt no guet
Des Wiib, des hät bigott Courage
Jo heidenai, leck mech am Arsch

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

De Keller Pius, der kha mexe
Me mont halt grad der kinnt au hexe
Hai Frieder , jetzt word briet die Sau
Koa Borschte därf meh annre stau

Un Klaue ab und putzet, gschabbt
Daß s` Wasser iber de Zubber schwabbt
Hau Ruck , konn Maa därf jetzt versagge
Der sauschwer Bolle uf de Schragge !

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

Oh jeggesnai, jetzt kummet Derm
De Mage, s`Herz, guck do ischs Hern
Do Nierli, d` Lebere die isch rot- weiss
Und schnell in Kessel, der isch sauheiss
Ufs Kesselfleisch freit sich de Fridder
Und alli schneiket, komm isch`s z` Widder
E klei weng Pfeffer, Salz und Majoran
Do gond halt alli glischtig ran

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

D` Wieber putzet Därm und Knechli
D` Kinder schnäflet de Speck zu Schechli
Die Zwieble rühret d` Oma nie zu Tränli
Drum kkaa sie schniede ganzi Zähnli

Und Wie und Bier und gueti Schnäps
Do gucket bald scho alli schäps
Nu on, der waartet bis Gworschtet isch
De Pius sitzt erscht no an Tisch

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

De Fridder um de Kessel muuseet
Ob`s nit bald usre Worscht nuusschuuset
Er mag`s wenn d`Worschtsupp hät weng Fetze
Do bisch bim Keller-Pius grad am Letzte

Mir Kinder mond jetzt zu Verwandte
Mit volle Metzelsuppe – Kante
Die Nochbere die wartet au
Koa Muhl lot d` Motter leer ufstau

Jo heidenai, oh jemminee
Wie war des Schlachtfescht wieder schee

„ Oh Mundidie“, so sait de Opa Felix amel
wa soviel hoasst „ Homm mir en Bammel ! “
Guet Badisch hoasst`s au: „ Mon Dieu,
Des Schlachtfescht war so richtig schee „

Jo heidenai, oh jemminee
Wie war des Schlachtfescht wieder schee
Jo heidenai, oh jemminee
Die Mexete , die war halt schee

Achateule

Liebe Bürgerpostleser, 

diese Bilder hat mir dankenswerter Weise Alois Welte aus Mundelfingen zukommen lassen. Es ist ein Achatfalter aus der Familie der Eulenfalter zu sehen. Vielleicht fragen Sie, warum dieser Bursche heute zum Thema wird. Ich will Sie mit der Antwort noch etwas bei Spannung halten. 

Zunächst die Frage, ob es ein Tag- oder Nachtfalter ist. Sehen Sie das große Auge auf dem Bild? Also klarer Fall, es ist ein Nachtfalter, der bei wenig Licht wegen großer Augen trotzdem genug sieht. 

Alois Welte sah die Achateule auf seiner Gartenchrysantheme sitzen. Die Färbung und die leicht gefaltete Flügelstellung erinnern an ein welkes, abgestorbenes Blatt. Tarnen und Täuschen sind bekanntlich ganz wichtig fürs Überleben. Ihre Flügelspannweite beträgt zwischen 4,5 und 5,5 Zentimeter, also etwa so groß wie beim kleine Fuchs. Der nachtaktive Falter ist ein Wanderfalter. Das sind auch einige andere Arten bei uns, wie Distelfalter und Totenkopfschwämer. Die Annahme aber, dass die Art nördlich der Alpen nicht bodenständig sei, wurde durch regelmäßigen Winterfunde inzwischen widerlegt. Sie erinnern sich vielleicht, das trifft in der Zwischenzeit auch für andere Arten zu, wie zum Beispiel für den Admiral und das Taubenschwänzchen. Jetzt kommt aber der Hammer, denn gefunden wurden nicht Puppen, sondern überwinternde Raupen. Ja gibt’s denn sowas? Ja, das gibt es, zum Beispiel beim Zimtbär, dessen Raupe mir Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg am 17. Januar 2019 geschickt hat. Laut schmetterling-raupe.de können etwa 15 Arten als Raupen überwintern. Und die Achateule ist einen von ihnen, deswegen habe ich mich entschieden, heute über sie zu schreiben.  

Die Achateule fliegt in zwei Generationen von Mai bis Juli und von August bis November. Dabei handelt es sich bei den Faltern der ersten schwächeren Generation, die von Mai bis Juli zu sehen sind, vermutlich um Tiere, die als Raupe überwintert haben. Die stärkere zweite Generation wird unterstützt durch aus dem Süden eingewanderte Tiere. 

Raupe der Achateule.
Foto: Gabi Schroll, Mundelfingen (2021)

Man kann sich schon fragen, wie die Raupe durch den Winter kommt.

Alois Welte, herzlichen Dank für die Überlassung der Bilder!

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

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