Kunstrasen für den Fußball, Essen für die LRS vom FFA, Telelader, Feuerwehrgerätehaus, Hubarbeitsbühne, Straßensanierung Opferdinger Straße, Forstwirtausbildung, Sozialpreis

Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 24. Juli 2025.

18:10 Uhr Ausschuss für Umwelt und Technik

Bauantrag Nr. 25/2025
Errichtung einer Agri-Photovoltaikanlage mit Batterien zur Erzeugung, Speicherung und Einspeisung von elektrischer Energie in Sumpfohren. Der Ortschaftsrat von Sumpfohren hat zugestimmt und auch der Gemeinderat mit einer Enthaltung.

Bauantrag Nr. 26/2025
Neubau eines Wohnhauses mit Garage in Fürstenberg.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Das erste Haus in dem unseligen Baugebiet. Spannender Weise fast an der Schweinefabrikanlage. Ob die vorher die Winde gemessen haben? Immerhin wurden auf dem Bauplatz nicht vorher illegal Bäume abgesägt.

Bauantrag Nr. 27/2025
Dachsanierung mit Loggia in Hüfingen. Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 28/2025
Umbau und Sanierung eines Einfamilienhauses mit Unterkellerung und Neubau einer Doppelgarage in Hüfingen. Es wird einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 31/2025
Erweiterung der bestehenden Untergeschoss-Wohnung in Fürstenberg.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 32/2025
Anbau an bestehendes Wirtschaftsgebäude (Lagerhalle) in Hausen vor Wald.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 33/2025
Errichtung einer ortsveränderlichen Zelthalle in Leichtbauweise in Hüfingen.

Der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 34/2025
Erweiterung des bestehenden Wohn- und Geschäftshauses durch Anbau und Umnutzung der landwirtschaftlichen Einstellhalle in Sumpfohren.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 35/2025
Anbau landwirtschaftliche Halle in Behla.

Auch hier hat der Ortschaftsrat und der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

Bauantrag Nr. 37/2025
Erweiterung einer bestehenden Freiflächenphotovoltaikanlage in Hüfingen.
Der Ausschuss möchte erst eine Abklärung mit dem Landratsamt, ob es einen Präzedenzfall geben würde. Dies soll geprüft wurden und im September nochmal vorgelegt werden.
Es wird beschossen dies auf 25. September zu verschieben.

Bauantrag Nr. 38/2025
Errichtung einer Eingangsüberdachung in Hüfingen.
Der Gemeinderat hat einstimmig zugestimmt.

Es gibt keine Fragen vom Ausschuss.

Biber in der Gemeinderatssitzung

Sitzung des Gemeinderates – 24.07.2025 – 18:30 Uhr

TOP2
Bürgerfragestunde

Keine Fragen, obwohl fast 60 Leute da sind.

TOP3
Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen

Die Freiwillige Feuerwehr hat Ehrenmitglieder beschlossen.

TOP4
Antrag der Hüfinger Fußballvereine auf finanzielle Beteiligung von Kunstrasenplätzen

Die Fußballvereine FC Hüfingen e.V. und SV Mundelfingen e.V. beantragen jeweils eine finanzielle Beteiligung der Stadt Hüfingen zur Umwandlung ihrer bestehenden Rasenplätze in moderne Kunstrasenplätze.

Die Vereine planen, einen wesentlichen Teil der Finanzierung eigenverantwortlich zu stemmen. Eine
finanzielle Beteiligung der Stadt könnte durch eine pauschale Kostenbeteiligung erfolgen sowie ergänzend durch die Bereitstellung von Sachmitteln (z. B. Material, technische Unterstützung).
Die erheblichen finanziellen Auswirkungen seien im Rahmen der Haushaltsplanung allerdings ebenfalls sorgfältig abzuwägen und vom Gemeinderat ins Verhältnis zu den langfristigen Vorteilen für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zu stellen.
Als Diskussionsgrundlage könnten die 400.000€ dienen, die aktuell für einen Platz in der langfristigen Haushaltsplanung vorgesehen sind. Diese wurden dem FC Hüfingen bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2024 unter der Bedingung zugesichert, dass ein gemeinsames Nutzungskonzept mit dem SV Mundelfingen und dem FC Hausen vor Wald erstellt wird.
Der FC Hausen vor Wald verzichtet auf einen eigenen Kunstrasenplatz, wenn die Nutzung des Kunstrasenplatzes in Mundelfingen und/oder Hüfingen sichergestellt wird. Dieser Aspekt sollte in der Diskussion zusätzlich berücksichtigt werden.
Neben der Entscheidung über die Anzahl der Plätze sind auch die Höhe der städtischen Finanzierungsbeteiligung sowie der zeitliche Rahmen eingehend zu beraten.
Die Vereinsvorstände werden im Gemeinderat die Projektvorstellungen und Konzeptionen persönlich präsentieren.

Der hintere Platz (2) soll umgewandelt und eingezäunt werden.

Die Kosten für die Umwandlung. Hier möchte ich auf die Kosten von 42.200 € für den Zaun aufmerksam machen.

Achtung!
Bevor ich über die Ansichten der Gemeinderäte berichte, kommt nun zuerst meine Meinung:

In Mundelfingen bin ich zwar noch nicht so oft vorbeigelaufen wie in Hüfingen, aber die paarmal sogar mit Hund und es hat mich keiner beschimpft, im Gegenteil. Auch war ich in Mundelfingen schon im Clubhaus auf einer Party eingeladen und ich schätze das Engagement in Mundelfingen für Parität und Inklusion ausserordentlich. Auch gibt es dort mehr Mitglieder als in Hüfingen.
Apropos Mitglieder, der TUS Hüfingen hat fast doppelt so viele Mitglieder wie der FC Hüfingen und Mundelfingen zusammen. Die Jugendarbeit vom TUS in der Stadt Hüfingen ist deutlich engagierter und die Sporthallen könnten sicher auch mal ein kleines Upgrade verkraften in den nächsten
Jahren.

Eine meiner Laufstrecken geht am FC Hüfingen vorbei und obwohl ich mich immer am Tennisplatz vorbei drücke, wurde ich auf deren Grundstück schon mehrfach blöd angemacht. Und zwar nie von den Tennis Spielern! Ich bin damit nicht alleine, auch andere haben mir davon berichtet.
Dazu kommt der Zaun, den der FC Hüfingen plant zu bauen, damit niemand mehr am Tennisplatz vorbei zum Römerbad laufen darf.

Der FCH besteht darauf alle Hüfingerinnen und Hüfinger des Wegerechtes zu berauben!
Und das mit unserem Geld!

Falls dies durchgesetzt wird, nehme ich den Handschuh auf. Ich werde nicht kampflos auf meine Laufstrecke verzichten wegen ein paar rücksichtslosen Fußballer!

Dann noch eine Anmerkung über die Vorlage in der steht:
 „Ohne Kenntnis des FCH hat der damalige Bürgermeister in der Versammlung am 5. April 2024
verkündet, dass im Haushaltsplan der Stadt Hüfingen für das Jahr 2027 Mittel von 400.000,- € für den Bau eines Kunstrasenspielfeldes in Hüfingen eingeplant wurden.“

Wie konnte der Ex so großzügig ohne Gemeinderatsbeschluss mit unserem Geld umgehen? Das schreit förmlich nach einem Wahlkampfgeschenk, das nicht funktioniert hatte und das wir jetzt ausbaden dürfen, wie so viele andere Schulden des Ex. Der Ex fühlte sich an Verträge seines Vorgängers nicht gebunden und hatte dies oft lautstark verkündet. Aber der Gemeinderat ist bisher immer Abmachungen gefolgt und das ist auch richtig so.


18:40 Uhr
Alle drei Vorstände vom FC Hüfingen, Mundelfingen und Hausen vor Wald sind anwesend und erläutern, was sie warum möchten. Hauptproblem sei das Wasser, das im Sommer immer mehr knapp wird und oft auch die Entnahme aus Bächen verboten ist. Auch reiche ein einziger Platz nicht für die vielen Gruppen, wie man in den Nachbarstädten sieht.

19:05 Uhr Meinung des CDU Fraktionssprecher:
Es handelt sich um ein großes Investitionsvolumen von 400.000 Euro und er drückt seine Hochachtung für die betriebswirtschaftliche Vereinsführung aus. Beide Kunstrasenplätze finden die Zustimmung der CDU Fraktion. Allerdings sorgt er sich über die Folgekosten. Die CDU hätte gerne eine zeitliche Streckung. Also Mundelfingen ab nächstes Jahr und FC Hüfingen erst in zwei, oder drei Jahren.
Er fragt nach der Umzäunung und ob die den Weg sperren wollen.

FC Hüfingen will den Weg sperren und besteht darauf.

19:13 SPD Fraktionssprecherin:
Bedankt sich für die gute Absprache und Zusammenarbeit. Die SPD steht hinter den zwei Plätzen. Sie betont aber, dass sich auch die SPD nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegen will. Auch hätten die Gemeinderäte die Verantwortung für andere Vereine und möchte jetzt nichts versprechen.

19:06 Freies Forum Fraktionssprecher:
Hüfingen wird die nächsten Jahre rote Zahlen schreiben und es gibt jede Menge Investitionen und die Rücklagen werden angegriffen werden müssen. Jeder Verein hat Bedürfnisse und die Folgekosten sind nicht zu unterschätzen. Die Fraktion unterstützt nur einen Kunstrasenplatz.

19:20 LBU:
Ist auch für einen einzigen Platz und hat Bedenken wegen des Mikroplastiks.

Mikroplastik sei heute kein Problem, da andere Materialien benutzt werden.

Die LBU und CDU hätten gerne eine Formulierung für einen Beschlussvorschlag die auf den September vertagt wird. Der Gemeinderat stimmt zu im September über die Finanzierung für den FCH abzustimmen.

Der Kunstrasenplatz für Mundelfingen 2026 wird mit einer Enthaltung beschlossen.

TOP5
Neuvergabe der Essenslieferung für die Mensa der Lucian-Reich-Schule

Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 ist eine Firma aus Rheine Lieferant der Schulverpflegung. Die Menükomponenten werden tiefgekühlt angeliefert und vom Mensateam je Schicht regeneriert und ausgegeben. Das FF Altenpflegeheim Hüfingen hat gegenüber unserem Bürgermeister Interesse an einer Übernahme der Essensbelieferung für die Lucian-Reich-Schule signalisiert. Durch die neue Küche stehen beim FFA zusätzliche Kapazitäten für eine Belieferung der Schulmensa zur Verfügung. Die erforderliche Sachkunde, Erfahrung und das notwendige Personal zur zuverlässigen Versorgung sind vorhanden.
Der Gemeinderat hat der Verwaltung fraktionsübergreifend den Auftrag erteilt, die Möglichkeiten einer Vergabe der Essenslieferung an das FF Altenpflegeheim zu prüfen und in die Wege zu leiten. In der Folge wurde der bestehende Liefervertrag zum 31.08.2025 gekündigt.

Der Gemeinderat soll die Direktvergabe des Lieferauftrages für die Mensa an der Lucian-Reich-Schule ab 01.09.2025 für die Dauer von 12 Monaten zum Preis von 3,18 € netto je Mahlzeit an das FF Altenpflegeheim Hüfingen vergeben.
Die Verwaltung soll beauftragt werden, in der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres 2026 über die Entwicklung der Essenszahlen, die Zufriedenheit der Nutzer mit dem Essen und die allgemeine Situation der Mensa an der LRSH zu berichten.

Der Gemeinderat stimmt dem einstimmig zu.

TOP6
Beschaffung eines Teleladers zur Beschickung des Schubbodens bzw. Bunkers für die Hackschnitzelheizung Bleichewiese

Bislang wurde der Bunker der Hackschnitzelheizung Bleichewiese von einem Bauhofmitarbeiter mit dem Schaufellader des Bauhofs befüllt (Stundenaufwand aktuell 10 Stunden/Woche). Der Schaufellader des Bauhofs ist aber bereits mit eigenen Arbeiten des Bauhofs ausgelastet.
Der Maschinen-Stundenaufwand für die Beschickung des Schubbodens steigt mit der Inbetriebnahme der neuen 2-MW-Hackschnitzelheizung weiter. Der Telelader ist besser geeignet für die Beschickung als der Schaufellader des Bauhofs. Der Telelader wird sowohl bei der Anlieferung als auch bei der
Beschickung des Schubbodens der Heizzentrale Bleichewiese eingesetzt werden.

Es soll eine Firma aus Rottenburg beauftragt werden einen Telelader zum Angebotspreis von
109.440,25 € netto zu liefern.

Der Gemeinderat stimmt dem mit zwei Enthaltungen zu.

TOP 7
Vergabe verschiedener Arbeiten für den Hackschnitzelkessel II am Standort Bleichewiese

Die Isolierarbeiten der Rohrleitungen für den Hackschnitzelkessel II soll an eine Firma aus Grosselfingen in Höhe von netto € 54.714,56 (inkl.2% NL) vergeben werden.

Die Bodenbelagsarbeiten-Epoxidharz für die Heizzentrale II am Standort Bleichewiese soll an eine
Firma aus Blumberg-Opferdingen in Höhe von netto € 22.407,00 vergeben werden.

Die MSR-Technik für den Hackschnitzelkessel II soll an eine Firma aus Hüfingen in Höhe von netto € 116.089 € vergeben.

Auch hier stimmt der Gemeinderat mit zwei Enthaltungen zu.

TOP 8
Erweiterung Feuerwehrgerätehaus Hüfingen – Vergabe von Bauleistungen

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Fensterbauarbeiten in Höhe von 86.303,56 € brutto beauftragt werden.

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Elektroarbeiten in Höhe von 293.368,62 brutto € beauftragt werden.

Eine Firma aus Hüfingen soll für die Heizungsbau- und Sanitärarbeiten in Höhe von 305.435,90 € brutto beauftragt werden.

Hier wird mit einer Enthaltung zugestimmt.


TOP9
Beschaffung Hubarbeitsbühne für den Bauhof

Für den Bauhof soll eine Hubarbeitsbühne für den Preis von 164.220 € brutto angeschafft werden.

Hier wird einstimmig zugestimmt.


TOP 10
Vergabe Straßensanierung Opferdinger Straße Mundelfingen

Der Gemeindeverbindungsweg von Mundelfingen nach Opferdingen befindet sich abschnittsweise in einem nicht mehr verkehrssicheren Zustand. Daher hat der Ortschaftsrat bereits im Jahr 2022 einen Haushaltsantrag für die Sanierung des Verbindungsweges gestellt.

Eine Firma aus Leipferdingen soll als wirtschaftlichster Bieter mit einer Angebotssumme von 44.688,90€ brutto beauftragt werden.

Auch hier wird einstimmig zugestimmt.

TOP 11
Reparaturvergabe Oberlichter Haus Schellenberg Lucian-Reich-Schule

An der Lucian-Reich-Schule sind im Lernhaus Schellenberg die Motoren der Oberlichter defekt und können nach vorangegangener Prüfung auch nicht wiederinstandgesetzt werden. Dies führt vor allem in den Sommermonaten zu einem Hitzestau in diesen Klassenzimmern und die Räume lassen sich hierdurch auch schlechter belüften.

Eine Firma aus dem Brigachtal soll für die Fensterbauarbeiten in Höhe von 26.608,99 € brutto beauftragt und eine Hüfinger Firma wird für die Elektroarbeiten im Rapportlohn beauftragt.

Dem wird auch einstimmig zugestimmt.

TOP 12
Forstwirtausbildung im Städteviereck

Die Kommunen Hüfingen, Bräunlingen, Blumberg und Donaueschingen im Städteviereck haben große Waldbestände in ihrem Eigentum. Damit verbunden gibt es für die umfangreiche Forstwirtschaft in jeder der Kommunen einen Forstbetrieb mit Revierleitern und Waldarbeitern.
In allen Städten gibt es unbesetzte Forstwirtstellen. Deshalb fanden Termine zwischen den Förstern, Bürgermeistern und der Verwaltung statt, um sich über die Möglichkeiten einer gemeinsamen Forstwirtausbildung abzustimmen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein gemeinsamer Ansatz mit allen vier Kommunen auf der Südbaar am besten geeignet wäre.
Die Ausbildung von Forstwirten im eigenen Forstbetrieb hat viele Vorteile. So werden die Waldflächen, die handelnden Personen und Abläufe schon während der Ausbildung kennen gelernt. Die Erfahrung hat weiterhin gezeigt, dass auch die Bindung an den Ausbildungsbetrieb während der Ausbildung geprägt wird. Dadurch entsteht eine deutlich höhere Chance, dass die Auszubildenden den Forstbetrieben erhalten bleiben und somit freie Stellen besetzt werden können.

Wenn sich die Gemeinderäte der vier Kommunen für die gemeinsame Ausbildung aussprechen würden, wäre als nächstes die Anerkennung für die Ausbildung im Verbund zu beantragen. Dies ist erforderlich, damit die Auszubildenden in allen vier Kommunen gleichermaßen eingesetzt werden dürfen.
Die Auswahl in welcher Rechtsform ein solcher Verbund geführt werden könnte wird aktuell geprüft. Denkbar wäre hierbei die Gründung eines Zweckverbandes. Da die vier Kommunen bereits Mitglied des bestehenden Zweckverbandes Volkshochschule Baar sind, könnte es auch eine Überlegung sein, die Ausbildung als neuen Aufgabenbereich an diesen bestehenden Zweckverband anzugliedern. Weitere Details dazu sind im Projektverlauf noch abzustimmen.

In dieser Sitzung soll der Gemeinderat informiert werden und es werden die einzelnen Stellungnahmen hierzu eingeholt. Auch sollen die erforderlichen Mittel im Haushaltsplan 2026 bereitgestellt werden. Für die einzelne Kommune wäre im ersten Jahr mit einmaligen Kosten von rund 25.000,- € zu rechnen.

Meine Meinung hierzu ist, dass der Zweckverband Volkshochschule Baar zwar schon existiert, aber der momentane Geschäftsführer nicht die Kompetenzen hat, so etwas zu leisten. Seit seinem Antritt 2021 haben alle Mitarbeiterinnen, die konnten, das Weite gesucht und er hat die VHS ideologisch geprägt. Vielleicht wäre die Forstwirtausbildung eine gute Gelegenheit, einen neuen Zweckverband zu gründen und den der Volkshoschule Baar aufzulösen. Somit hätte man auch das hierfür nötige Geld frei sogar das Doppelte!
Eigentlich wäre auch der Kreis für so etwas zuständig, wir bezahlen ja nun wirklich genug Kreisumlage.

Es war der Amtsleiter vom Forstamt, Dr. Frieder Dinkelaker, da und hat die Fragen der Gemeinderäte detailliert beantwortet.

Alle Gemeinderäte stimmen dem zu.

TOP 13
Änderung der Richtlinie für die Vergabe des Sozialpreises der Stadt Hüfingen

Seit 2018 werden jährlich mindestens zwei PreisträgerInnen von der Jury aus den eingegangenen Vorschlägen ausgewählt und ausgezeichnet. Die Zusammensetzung der Jury ist in § 4 der Richtlinien für die Vergabe des Sozialpreises der Stadt Hüfingen geregelt. Diese Regelung über die Zusammensetzung der Jury soll geändert werden. Also es sollen noch mehr Männer in dieser Jury etwas zu sagen haben.

Meine Meinung hierzu ist eindeutig und ich bin froh hier und jetzt Gelegenheit zu haben, diese kund zu tun:

Es steht ausser Frage, dass alle bisherigen Sozialpreisträgerinnen und Sozialpreisträger diesen verdient haben. Alle haben großes geleistet und tun dies immer noch; auch ich habe mehrfach schon eine Dame vorgeschlagen von der ich hoffe, dass sie dieses Jahr endlich berücksichtig wird. Aber, jetzt kommt das Aber 🙂

Wir sind in Hüfingen ein Team und sollten endlich zusammen arbeiten. Es ist mir wichtig, dass nicht irgend welche Grüppchen gegen andere Grüppchen arbeiten. Der Sozialpreis zupft nun einen Menschen aus einem Grüppchen raus und lobt ihn. Diese Jury, egal in welcher Zusammensetzung und wieviele, wird wieder aus Männern bestehen die sich wichtig fühlen möchten. Ja, sie sind auch wichtig, da ihre Aufgabe sein wird Hüfingerinnen und Hüfinger rauszuzupfen die dann gesondert geehrt werden.

Wir sind ein Team! Bitte zupft keinen raus und ehrt ihn gesondert! Wie wäre es das Geld in eine gemeinsame Nachbarschaftsfeier zu investieren? Ein bunter Abend in der Stadthalle mit allen Ehrenamtlichen die kommen möchten?

Die CDU und SPD beantragen eine Vertagung da sie anscheinend die selben Überlegungen dazu haben wie ich. Also ich bin nicht alleine mit meinen Gedanken.

Es wird erst mal vertagt, da der Sozialpreis in dieser Form eh zu diskutieren ist.


Nachbarschaftshilfe

Die Veranstaltungen waren gut besucht und am 30. September ist die Kick-off Veranstaltung.

Bürgerenergiegenossenschaft

Für eine Bürgerenergiegenossenschaft soll es am 29. September eine Infoveranstaltung geben.

Weißer Waldportier

Liebe Bürgerpostleser, 

falls Sie den Falter schon hier auf der Baar gesehen haben, schätzen Sie sich glücklich, denn nur wenige Personen haben ihn bisher gesehen. Dazu zählt Petra Schmidtmann aus Schramberg, die diese Geschichte angestoßen hat. Sie arbeitet am Bauamt in Bad Dürrheim. Interessant und lustig ist, wieso Sie meinen Kontakt hatte.
Als ich 2020 kurze Zeit das Bauamt in Hüfingen leitete, erhielt ich die Bürgerpost, die ich bis zum heutigen Tag weiter empfange“.


Aha, deswegen habe Sie meinen Kontakt. Auf Bild oben ist der Schmetterling mit geschlossenen Flügeln auf dem Poolflamingo von Petra Schmidtmann in ihrem Garten zu sehen. Das war Ende Juni 2025. Ich hoffte noch auf ein Bild mit offenen Flügeln von oben, aber leider glückte das nicht. Sie sind recht fotoscheu. Ein zweiter ist auch dazugekommen, hoffen wir auf eine Paarbildung. 

Mit dieser Information von Petra Schmidtmann wandte ich mich an Thomas Schalk, dem ausgewiesenen Schmetterlingsexperten und NABU – Kreisvorsitzenden. Er schrieb: „Ganz toll, diese Beobachtung. Das ist eine neue Art für den Schwarzwald-Baar-Kreis und angrenzende Gebiete. Sie kommen jetzt aus dem Rheintal hoch, weil es bei uns auch immer wärmer wird. In Döggingen hatte ich schon eine Eiablage beobachten können. In St.Georgen, in Unterkirnach, in Bad Dürrheim und in Tennenbronn gab es ihn auch schon mehrfach. Ein toller Falter“. Das Bild unten hat freundlicher Weise Gabi Ebenhöh zur Verfügung gestellt, es stammt – wie Gabi Ebenhöh auch- von Unterkirnach und zeigt den Falter von der Unterseite. 


Ja wie heißt der schöne Kerle? Weißer Waldportier. Die folgenden Fakten stammen aus Wikipedia: Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 55 bis 65 Millimetern. Er ist damit der größte heimische Augenfalter, zu denen auch häufigere Arten wie Schachbrett, Ochsenauge, Wiesenvögelchen und Waldbrettspiel gehören. Auffällig ist der Weiße Waldportier aufgrund seiner Augenflecke auf der Flügeloberseite, aber auch an der Unterseite sind sie zu sehen. Die Falter fliegen jährlich in einer Generation von Anfang Juni bis Mitte September, man kann sie oft auf Blüten beobachten. Die Weibchen werfen ihre Eier während des Fluges auf dem Boden. Wenn das kein Hammer ist. Die Raupen suchen sich dann eine geeignete Futterpflanze. Sie überwintern halbwüchsig und verpuppen sich im nächsten Jahr in einer Kammer unter der Erde. Das ist Hammer Nummer zwei. Sie sind vor allem im Mittelmeergebiet häufig, in den warmen Gebieten Süddeutschlands wie dem Kaiserstuhl sind sie recht selten vorkommend. Man findet sie besonders auf Trockenrasen nahe an Wäldern. Nach 1919 erfolgte in Vorarlberg erst 2024 wieder eine Sichtung, das ist doch interessant.

Schauen wir auch etwas aufmerksamer die Schmetterlinge um uns herum an, vielleicht haben wir auch Glück, einen weißen Waldportier zu sichten.

Vielen Dank Frau Petra Schmidtmann und Frau Gabi Ebenhöh für die Bilderüberlassung und Thomas Schalk für die fachliche Unterstützung.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Großer Pazifischer Müllteppich

Great Pacific Garbage Patch

Da ich immer wieder über kuriose wissenschaftliche Untersuchungen stolpere, wollte ich hier einen kleinen Blogbeitrag über „Fun Facts“ eröffnen. Dies hat nichts mit Hüfingen zu tun, sondern soll eine kleine Sammlung von unnötigem, aber interessantem Wissen sein.

Den Beginn mache ich mit dem Müllteppich im Meer, dem

Great Pacific Garbage Patch

Der „Müllteppich“ ist eine Bezeichnung für die Ansammlung von Meeresmüll wie unten im Nordpazifik.

Great Pacific Garbage Patch

 Großer Pazifischer Müllteppich.
Foto:  National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)

Der Name „Pazifischer Müllteppich“ läßt vermuten, dass es sich bei diesem Gebiet um einen großen, zusammenhängenden Teppich aus Meeresmüll wie Flaschen und anderen Abfällen handelt – sozusagen eine Müllinsel, die auf Satelliten- oder Luftaufnahmen zu erkennen sein müsste. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar finden sich in diesem Gebiet höhere Konzentrationen von Abfällen, doch besteht ein Großteil des Mülls aus kleinen, schwimmenden Plastikteilen, die mit bloßem Auge nicht sofort erkennbar sind.

Diese Müllteppiche galten lange Zeit als unbewohnt, da das Plastik und die treibenden Fischereigeräte zu schädlich für das Meeresleben waren. Doch Forscher haben in dieser Müllansammlung ein ganzes Ökosystem entdeckt. Es befindet sich in der Mitte des Teppichs und die Meeresbiologin Fiona Chong hat es erforscht.

Zu den häufigsten Bewohnern gehören: Porpita – auch „blauer Knopf“ genannt. Es ist ein kleines scheibenförmiges Tier mit Tentakeln und es ist eng mit Quallen verwandt.

Porpita
Foto: Bruce Moravchik (NOAA), Public domain, via Wikimedia Commons

Dann gibt es noch Segelquallen – auch „Windsegler“ genannt und Veilchenschnecken, diese Schnecken fangen Luftblasen ein, um sich über Wasser zu halten.

Segelqualle
Foto: Public domain, via Wikimedia Commons

Veilchenschnecke
Foto: Rebecca R. Helm. Image by Denis Riek., CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Diese und andere Organismen, die frei auf dem Wasser schwimmen, werden als Neuston, bezeichnet. Dies kommt vom Griechischen η πλωτή – das Schwimmende.

Neuston bildet untereinander ein Ökosystem und ein Nahrungsnetz. So fressen Veilchenschnecken Segelquallen und Porpita. Ein weiterer Räuber ist die Blaue Ozeanschnecke, auch Blauer Drachen oder Seeschwalbe genannt.

Blauer Drachen
Foto: Glaucus_atlanticus_1.jpg: Taro Taylor from Sydney, Australiaderivative work: dapete, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commonsmmons

Chong merkt an, dass Porpita manchmal Partnerschaften mit kleinen Jungfischen eingehen, die dann gestresst sind, wenn sie von ihrem Porpita getrennt werden. Sie erkennen also ihren „eigenen“ Porpita. Außerdem sind Tiere wie der Sonnenbarsch, Seevögel und Meeresschildkröten dafür bekannt, dass sie Neuston fressen.

Trotz des Ökosystems sollte man nicht vergessen, dass der Müll im Meer vor allem tötet. Er tötet Schildkröten, Fische, Vögel und am Ende auch den Menschen.

Quelle: NPR, Shortwave vom 14.07.2025: Do you clean up ocean trash if it’s part of a vibrant ecosystem?

Zecken auf der Baar

Etwa zwanzig Zeckenarten kommen in Deutschland vor. Die Schildzecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) ist dabei die deutsche Zeckenart, die am häufigsten Menschen befällt. Andere häufige Schildzeckenarten sind hier z. B. die Igelzecke (Ixodes hexagonus), die Schafzecke (Dermacentor marginatus), in Süddeutschland auch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Weltweit die häufigste Art, die auch auf dem Menschen parasitiert, ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), die in Deutschland wegen zu geringer Wärme aber nicht dauerhaft leben kann.

Zecken übertragen beim Zeckenstich aufgrund ihrer Lebensweise häufig Krankheitserreger zwischen den Wirten, ohne jedoch selbst zu erkranken. Es handelt sich dabei um mehr Arten von Krankheitserregern als bei jeder anderen parasitischen Tiergruppe. Auch Menschen sind durch Erkrankungen wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiosen oder Neoehrlichiose betroffen.

Borelliose

ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi oder verwandte Borrelien ausgelöst wird. Die in drei Stadien verlaufende Erkrankung kann verschiedene Organe in jeweils verschiedenen Stadien und Ausprägungen betreffen, speziell die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Bei dem dritten Stadium der Erkrankung könnte es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handeln. Die Infektion mit Borrelia burgdorferi kommt beim Menschen, verschiedenen Säugetieren und Vögeln vor, und sie geschieht in der Regel über einen Zeckenstich.

Bei einer Borelliose ist wichtig, dass sie korrekt diagnostiziert wird und dann möglichst schnell mit Antiobiotika behandelt. Die Prognose nach frühzeitiger antibiotischer Behandlung im ersten Stadium ist gut! Deshalb ist eine frühzeitig Diagnose wichtig.

Nach einer Borelliosefinfektion können rote Flecken auftreten.
Foto: James Gathany (CDC), Public domain, via Wikimedia Commons

Diese roten Flecken treten nur bei Borelliose auf!
Gegen eine Borelliose kann man nicht impfen!

Hier auf der Baar gibt es aber eine deutlich schlimmere Gefahr:

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis – TBEV

Diese ist der Grund für meinen Artikel hier!

Endemiegebiete in Deutschland liegen vor allem in Baden-Württemberg, in Bayern, im südlichen Hessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Darüber hinaus sind einzelne Kreise in sechs weiteren Bundesländern betroffen. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete, eine Zusammenfassung der FSME-Epidemiologie in Deutschland und die FSME-Impfquotenwerden jährlich im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht: www.rki.de/fsme-karte

Karte der FSME-Risikogebiete 2022
veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin des RKI 9/2023

Erreger

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und verwandte Virusenzephalitiden werden durch ein Virus des Genus Flavivirus in der Familie der Flaviviridae verursacht. Weltweit gibt es drei relevante Virussubtypen mit hoher phylogenetischer und antigener Ähnlichkeit, die impfpräventabel sind.

Das heißt: Man kann impfen!

In Deutschland kommt der europäische Subtyp vor, der vor allem durch die Zecke Ixodes ricinus übertragen wird. Daneben gibt es auch einen fernöstlichen und einen sibirischen Subtyp, die in Europa im baltischen Raum und an der finnischen Küste sowie im asiatischen Raum vorkommen und dort von der Zecke Ixodes persulcatus übertragen werden. Tick-borne encephalitis (TBE) ist der englische Überbegriff für alle Virussubtypen; der deutsche Begriff „FSME“ bezeichnet die Erkrankung mit dem europäischen Subtyp.

In den FSME-Verbreitungsgebieten Deutschlands sind kleinräumig in sogenannten Naturherden ca. 0,1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert.

Die o.g. Zecken können auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen, das zur Lyme-Borreliose führen kann. Diese Erkrankung tritt wesentlich häufiger als die TBE auf, da etwa 10-35% der Zecken mit Borrelien befallen sein können.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 7–14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tage.

Klinische Symptomatik

Der typische Verlauf einer FSME-Erkrankung ist biphasisch und beginnt mit unspezifischen, grippeähnlichen Beschwerden. Nach einem kurzen symptomfreien Intervall von bis zu einer Woche folgen die spezifischen neurologischen Manifestationen der FSME (Meningitis, Enzephalitis, Myelitis). Ein hoher Anteil der Infektionen (ca. 70–95%) verläuft jedoch asymptomatisch oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus. Bei schweren Verläufen besteht insbesondere bei Erwachsenen die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, in der Regel in Form von Paresen, aber auch von Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen. Diese Symptome können oft Monate nach der Erkrankung persistieren. Häufig kommt es jedoch selbst nach schweren Verläufen zur völligen Heilung. Schwere Krankheitsverläufe werden bei Erwachsenen häufiger beobachtet als bei Kindern. Bei ca. 1% der Erkrankten führt die Erkrankung zum Tod.

Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen

1. Präventive Maßnahmen

Expositionsprophylaxe

Ein wichtiger Grundsatz der Prävention der FSME und auch der Borreliose ist, Zeckenstiche nach Möglichkeit zu vermeiden.

Nach naturnahem Aufenthalt in Gebieten mit Zeckenvorkommen wird ein sorgfältiges Absuchen des Körpers nach Zecken empfohlen. Insbesondere bei Kindern können die Zecken am Haaransatz sitzen. Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt werden. Dabei sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden, um eine Entzündung zu vermeiden. Hierzu greift man die Zecke mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an ihrem Kopf (niemals am Körper!) und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte dabei auf keinen Fall vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies würde das Tier unnötig reizen und könnte dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt. Nach Entfernung der Zecke ist eine sorgfältige Desinfektion der Wunde empfohlen. Falls der Tetanusschutz nicht (mehr) gegeben ist, sollte dieser aktualisiert werden.

Impfung

Die Immunisierung stellt einen wirksamen Schutz für potenziell gefährdete Einwohnerinnen und Einwohner und Besuchende von Risikogebieten dar.

Für die Grundimmunisierung sind drei Impfstoffdosen erforderlich. Auffrischimpfungen sind bei fortbestehender Exposition in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich, je nach Alter und verwendetem Impfstoff (siehe Fachinformationen).

Weitere Informationen finden Sie in den Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung.

Bitte, lassen Sie sich und Ihre Kinder impfen!

Foto: Wikimedia/Scott Bauer, Agricultural Research Service of USDA

Verstummte Töne und Geräusche

Wolfgang Köhler mit Sense vor Heu und neben Zettler

gelesen von Maria Simon

Der wortgewaltige Erzähler Roger Willemsen sagt, er erinnere sich an Städte, Länder, Landschaften, Erlebnisse oder Regionen fast nur anhand von erlebten Geräuschen. An Rom durch das ständige Surren der hochtourigen Motorinos. An Isafjördur im hohen Westisland wegen des Schlagen und Klackens eines sturmgepeitschten Fahnenmastseiles mit Karabiner vor dem Hotelfenster. Weil auch mich das einmal  genauso um den Mittsommerhellen Schlaf gebracht hat, ergeht es mir seit Willemsen Tipp genauso. Hamburgs Dampfertuten, Münchens Glockenspiel, Lissabons Tramgebimmel und Gleis- Gekreische, Vierwaldstätter See Raddampfer Geplantschte, Pfferdehufestakkado beim Palio, das Rauschen am Regensburger Schwall, das Sturmgeheul auf der Glarner Fridolinshütte und die unvergessenen Eschinger Töne und Melodien wie d Siedebuddi und abdampfende Lokomotiven.

Und plötzlich, unverhofft und unerwartet ertönt erneut ein wahrhaft  schneidendes Geräusch. Im allerwörtlichsten Sinn. Nur noch ganz wage erinnert man sich an dieses zischen aus Kindheitstagen. Auch damals schon selten, denn der Messerbalken am 13 PS Kramerbulldöggle mit seinem metallischen rattern und kreischen hat sich damals schon durchgesetzt. Vor dem stählernen  Messerbalken mähten sich die Mäder aus dem Unterland gekonnt und virtuos  in grossen Gruppen vom Schwarzwald in die Baar. Und sie brachten nebenbei die neuesten, meist deftigen Geschichten mit und belebten die Zagat- Abende am Hofbrunnen. Auch heirateten sie sich durch diese geselligen Abende in die Baar ein oder aus ihr heraus. Denn manche Magd oder Hoftochter wurde nebenbei durch diesen Heiratsmarkt der Wandermäder an den Kaiserstuhl entführt. Die Bauern, Knechte und Mägde nahmen die nicht mehr gut gepflegten und gedengelten Sensen, d Sägis, nur noch zum Ausmähen um Ecken, Bäume und Halden in die Hand. Da, wo sie mit dem klappernden, unkommoden Messerbalken nicht hinkamen.

Und urplötzlich ist es wieder da, das sanfte, rytmische Zischen in einem gleichmäßigen Tackt. Wie mit einem Metronom vorgegeben. Nur alle 2-3 Minuten unterbrochen von einem Wetzgeräusch. Auch das in einem klaren Polkatackt, linksrechts, linksrechts. Beendet mit einem klapper Klaks, wenn der Wetzstein wieder in den Kuhhorn Köcher fällt.

Wieder erlebt wurde das, als Wolfgang Köhler sich anbot, die Obsbaumwiese dieses Jahr von Hand zu mähen. Denn er hilft jedes Jahr drei Wochen lang einer Südtiroler Bergbauernfamilie Wildheue zu machen. An Steilhängen wird beharrlich von Hand mit hingebungsvoll gepflegten, kenntisreich gedengelten Sensen das Almkräutergras gemäht. Nachdem dieses gehaltvolle Wildheu dann in die Almhütten eingetragen ist, kehrt der „Schwarzwoid Wolferl“, wie ihn die Bergbauernfamilie anerkennend nennt, mit seinem Wissen und seiner Erfahrung zurück auf die Baar. Und dort lässt er seine Rasierklingen scharfen, perfekt gedengelten und gewetzten Sensensortimente durch durch das borstige Obsbaumwiesengras zischen. Es gibt sie also doch noch, die guten, hilfsbereiten Seelen und diese Zischtöne aus längst vergangenen Mädertagen.

Lindenschwärmer

zwei Lindenschwärmer

Liebe Bürgerpostleser, 

endlich mal wieder etwas „Normales“ nach der Sackträgermotte und dem Ameisensackkäfer könnte man sagen, eine Schmetterlingspaarung. Brigitte Riesle aus Gütenbach hat sie mit geschickt mit der Frage, „was sind das für zwei Hübsche“? Eines der beiden Bilder ist seitenverkehrt, sie dürfen anhand der Beschreibung erkennen, welches. 

zwei Lindenschwärmer
zwei Lindenschwärmer


Zunächst geht’s um die Frage, ob Sie die Art kennen. Ich behaupte frech, die meisten nicht, aus dem einfachen Grund, weil sie als eine Nachtfalterart normaler Weise tagsüber nicht zu sehen ist. Wieso auch immer, findet aber die Paarung tagsüber statt, dauert um die 20 Stunden und nach Sonnenuntergang läßt sich das Männchen fallen und fliegt fort. Das Weibchen beginnt alsbald mit der Eiablage. Der Hammer ist, dass die Falter keinerlei Nahrung aufnehmen können, weil der Saugrüssel zurückgebildet ist. Deshalb ist nach der Paarung und der Eiablage der biologische Sinn ihres Daseins erloschen und das Leben bald zu Ende. Menschlich grausam, von der Natur konsequent zu Ende gedacht, wenn man es so sagen darf. 

Die Falter sind mit 60 bis 80 mm ordentlich groß, die Weibchen in der Regel etwas größer als die Männchen. Aufgrund von etwa 130 Eiern ist der Hinterleib des Weibchens prall gefüllt. Ein weiterer Hammer ist, dass die Eier bereits in der weiblichen Puppe voll entwickelt sind. Obwohl die Färbung der Tiere sehr variabel ist – die Grundfarbe der Tiere reicht von fuchsrot, braun, grau, gelb bis zu grün – ist die Art in ihrem Verbreitungsgebiet unverwechselbar.

Ach, da fällt mir gerade ein, den Namen habe ich noch gar nicht erwähnt, der Nachtfalter heißt Lindenschwärmer. Das leuchtet ein, weil die Eiablage und das Leben als Raupe vorwiegend in Lindenbäumen stattfindet. Sie verpuppen sich im Regelfall in der Vegetation am Boden, überwintern dort und schlüpfen ab Ende Mai des nächsten Jahres.

Und haben Sie erkannt welches das seitenverkehrte Bild ist? Ich vermute schon, Bild 2, Bild 1 mit Weibchen oben und Männchen unten ist richtig.

Vielen Dank Brigitte Riesle für die Überlassung der beiden hübschen Kerle.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Nachtrag: Unten ein Exemplar, das mir Cathrin Schelshorn vom Feldberg nach dem letzten Beitrag zugeschickt hat. Auch interessant muss man sagen. Danke Cathrin Schelshorn!

Neues vom Leänedli

aktualisierter Beitrag, 1. Version am 15. August 2024

Die St. Leonhardskapelle dürfte wohl eine der ältesten Kapellen der Baar sein. Sie wurde 1479 erbaut und ist eine Stiftung der Brüder Konrad und Burkhard von Schellenberg und von Hüfinger Bürgern.

Karte aus dem Jahr 1664 von Hüfingen, Behla und Sumpfohren.

Karte von Martin Menradt aus etwa 1661.
Rechts sieht man am Rand das Leänedli.

Vielen Dank an Dr. Jörg Martin für das Foto!

Karte aus dem Jahr 1664 von der Baar

Aus dem Jahre 1620 stammt die „Bräunlinger mappa“, in der die Territorialgrenze gegen Bräunlingen hervorgehoben ist. Sie enthält auch den westlichen Teil der Gemarkung Hüfingen.
Die Schächerkapelle, das Leprosenhaus, St. Leonhard, das Schützenhaus, die Seemühle und der Galgen sowie der Behlaer Weiher sind hier richtiger eingetragen als in der Landtafel der Baar.
Verzeichnet sind auch das Scharfrichterhaus und der Weg nach Behla.**

Landtafel der Baar von Hiffingen mit Schützenhaus und Stadtkirche. Die beiden Stadttore und überdimensional auch die Nikolauskapelle. Die Nikolauskapelle stand etwa da, wo der Garten der Stadtapotheke war und wurde 1788 abgerissen (Nikolausgasse).
Merkwürdigerweise fehlen die beiden Schlösser. Willkürlich ist die Bebauung innerhalb der Stadt gestaltet. Auf der Donaueschinger Stadtseite lagen eingezäunte Grundstücke (Gärten). Besonders ins Auge fällt ein Wegkreuz etwa auf dem Platz der nachmaligen Lorettokapelle. Weniger Sorgfalt als in der »Bräunlinger Mappa« wurde auf den Breglauf, die Wege und die topographisch richtige Lage der St. Leonhardskapelle und des Scharfrichterhauses (zwischen Kapelle und Wegkreuz) gelegt, das westlich der Dögginger Straße erbaut war.*

Eine alte Pergamenturkunde berichtet, dass im Jahre 1479, am Samstag vor dem St. Nikolaustag, die Gebrüder Konrad und Burkhard, Ritter von Schellenberg, und die Bürger zu Hüfingen die Kapelle, „vor der Bruck gelegen“, weihen ließen zu Ehren des hl. Lienhard und „am 19. Dezember 1630 wurde das Glöcklein von St. Leonhard geweiht.“*


Vielen Dank an den Mesner Artur Lehnert für das läuten der Glocke!


Die Außenwände der Kapelle sind mit einer Kette umzogen, an der sechs Hufeisen hängen, weil St. Leonhard der Patron der Fuhrleute ist. Sie gelten als „aneinandergereihte Danksagungen“ an den Patron aller angeketteten Wesen, der Gefangenen und der Stalltiere. Daß die Kette von einem Fuhrmann als Dank für die Rettung aus der Hochwasser führenden Breg gestiftet wurde, darf wohl als Sage gelten, da ja die Mehrzahl der Leonhardskapellen mit Ketten versehen sind.



St. Leonhard lebte im 6. Jahrhundert, gehört zu den 14 Nothelfern und ist der Patron der Fuhrleute.

König Theodebert erlaubte St. Leonhard, dass er sich den Gefangenen annahm. Daran hatte bisher noch kein Mensch gedacht, dass Sträflinge auch Seelsorge brauchen. Leonhard sorgte für Gerechtigkeit im Strafvollzug, erwirkte Befreiung für Unschuldige und nahm sich besonders der Strafentlassenen an. Diese mußten wieder Boden unter die Füße bekommen, sonst gerieten sie auf neue Abwege. Er ließ sich Land schenken, stellte seine Schützlinge mit Spitzhacken und Spaten hin, lehrte sie roden und siedeln und wirtschaften. Nach ein paar Jahren waren sie ordentliche Menschen.*

Der Merowingerkönig Chlodwig I. wollte seinem früheren Höfling Leonhard, weil er so tüchtig war, ein Bistum besorgen; aber dem Demütigen stand der Sinn nicht darnach. Er ging in das Kloster Micy bei Orleans und nahm dort den Habit. Als er auch daselbst nach einiger Zeit selber den Stab führen sollte, machte er sich davon und suchte in einem Wald bei Limoges die Einsamkeit auf. Das Regieren Lag ihm nun einmal nicht, er wollte dienen.*

Er selber blieb in der Einsamkeit, aber mit der Zeit gesellten sich ihm Brüder bei. Man baute Zellen und eine Kapelle; der Anfang zum Kloster Noblat, später Leonhardskloster genannt, war gemacht. Als Gründer dieses Klosters wurde er trotz seines Sträubens zum Abt gewählt, man übergab ihm den Abtsstab.

Lucian Reich erwähnt in seinen Schriften, dass in der hiesigen Leonhardkapelle, im „Leänedli“, wie sie geheissen wird, jeweils vor dem Auftrieb des Viehes auf die verschiedenen Weiden Gottesdienste gehalten wurden.

Die Legende besagt, es seien durch das Gebet des heiligen Leonhard oder auf seine Anrufung hin auf wundertätige Weise die Ketten zahlreicher Gefangener zersprungen.

Der heilige Leonhard im Leändeli

Leonhard von Limoges, auch Leonhard von Noblat († 559), war ein fränkischer Adelssohn, der am Hof der Merowinger erzogen wurde; später lebte er als Eremit. Er ist einer der 14 Nothelfer. Sein Gedenktag ist der 6. November.

Der Heilige Leonhard in der Kapelle von der Lochmühle.
Die Kapelle wurde 1805 zum Gedenken, der beim Hochwasser 1804 Ertrunkenen, gebaut.

St. Leonhard von 1310 im Würzburger Dom.
Foto: Andreas Faessler, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Lochmühle

Die Statue in der Kapelle stellt St. Leonhard mit einer Kette mit Handschelle und Schloß und mit dem Abtsstab dar.

Der heilige Leonhard, zunächst Schutzpatron der Gefangenen wird auch als „Kettenheiliger“ bezeichnet. Der Kettenheilige wird von Bauern, Stallknechten, Fuhrmannsleuten, Schmieden und Schlossern sowie Obsthändlern und Bergleuten angerufen. Er gilt auch als Helfer von Wöchnerinnen, bei Kopfschmerzen sowie Geistes- und Geschlechtskrankheiten.***

Der Altar im „Leänedli“ stammt aus der wegen Baufälligkeit im Jahre 1788 abgebrochenen St. Nikolauskapelle. Das Altarbild, gemalt 1748 von Johann Pünner, einem heute unbekannten Maler, trägt oben die Inschrift:

„St. Leonhard und St. Nikolaus, bittet für uns.“

Besonders in Bayern, wo Leonhard der Liebling der Bauern vor allen andern Heiligen ist, wird sein Fest am 6. November recht feiertäglich begangen. In vielen Orten finden alljährlich die Leonhardifahrten statt. Über fünfzig Wagen in hochfestlichem Aufputz bilden in Tölz die freudige Prozession. Die Jungfrauen fahren in einer besonders schönen „Truhe“, im Dirndelwagen. Die Burschen und Männer aber reiten nach der Umfahrt den Kalvarienberg hinauf, nehmen am Gottesdienst teil, traben dreimal um die Leonhardikapelle herum und stellen sich dann zur Pferdesegnung auf.*

„St. Leonhard vorm Himmelstor,
wir reiten dir die Rosse vor.
Einst kommen wir zu Fuß herauf,
halt uns dann deine Hände auf!“

St. Leonhard von Franz Wintermantel 1972 aus Mii Boor – Mi Hoamet von Gottfried Schafbuch

Epitaph der Familie des Obeamtmanns Baur

Der Friedhof hinter der Kapelle wurde im Jahre 1629 vom Abt Georg Gaisser des Beneditinerklosters St. Georgen geweiht, da der Friedhof an der Stadtkirche für den 30-jährigen Krieg und die vielen Hexenverbrennungen zu klein wurde. Im Jahr 1772 wurde der Friedhof bei der Stadtkirche aufgegeben und der Friedhof hinter der Kapelle wurde 1806 und 1861 erweitert.

*nach Gottfried Schafbuch in Mii Boor – Mi Hoamet (1972)
** nach der Chronik von Hüfingen von August Vetter (1984)
*** nach Wikipedia

Ameinsensackkäfer

Ameinsensackkäfer

Liebe Bürgerpostleser, 

wie schrieb ich ich letzte Woche über die Sackträgermotte? Etwas ganz Verruckts. Den gleichen Kommentar vergebe ich zum heutigen Thema über den Ameisensackkäfer. Was ist das denn für ein komischer Name? Abwarten, die Auflösung kommt. 

Das erste Bild schickte mir Tierzuchtleiterkollege Dieter Kraft aus Schwäbisch Hall. Schöner Käfer dachte ich mir, fast wie ein Marienkäfer, aber der ist runder. Dann schickte mir kurz darauf Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg das zweite Bild und schrieb:
Die Brutbiologie von diesem Käfer würde einen interessanten Beitrag abgeben“.

Ameinsensackkäfer

Ich wurde stutzig und nachdem ich nachgeschaut hatte, war vollkommen klar, dass das wieder ein Hammer ist. In meinem Hirn ratterte es, Mensch, den hast Du doch auch schon fotografiert und tatsächlich am 27. Juni 2024 auf einer verblühten Margerite in unserem Garten.

Ameinsensackkäfer

Der Hammer sind nicht die Käfer, sie ernähren sich ganz normal von Blättern verschiedener Baum- und Straucharten. Der Hammer sind die Larven. Sie leben in Ameisennestern und fressen Reste der eingetragenen Ameisenbeute oder auch tote Ameisen. Und nun kommt der Oberhammer, wie kommen sie in die Ameisennester hinein? Ich glaube, man kann es sich nicht vorstellen. Die Käfermama dreht zwischen den Hinterbeinen eine Eikugel. Dabei wird das Ei am Hinterleibsende immer wieder mit etwas betupft. Es wird dadurch mit einer Exkrementhülle umgeben. Dann wird das Ei in der Nähe eines Ameisennestes, meist von Nestern der Roten Waldameise fallen gelassen. Entweder wird es dann von den Ameisen aktiv in das Nest eingetragen, weil sie es irrtümlich als Nistmaterial verwenden wollen, oder die Larven dringen selbstständig in das Ameisennest ein.

Nach dem Schlüpfen aus dem Ei verbleibt die Larve in der Exkrementhülle, von daher kommt die Bezeichnung „Sackkäfer“, und erweitert sie sogar. Der Kopf der Larve ist stark geschützt. Zieht sie sich in ihren „Sack“ zurück, verschließt sie mit der Kopfkapsel ihr Refugium wie mit einem Deckel, der von den Ameisen nicht zerbissen werden kann. Ich würde sagen, hier kann man vom Oberoberhammer sprechen.

In der Zeit, in der sie sich im Ameisennest entwickeln, werden sie von dem Ameisen nicht als Feind wahrgenommen. Für erwachsene Ameisensackkäfer scheint das nicht zu gelten, weswegen sich die Larve kurz vor der Verpuppung möglichst nah an eine Stelle innerhalb des Nests begibt, die es dem geschlüpften Erwachsenen ermöglicht, das Nest schnell zu verlassen. Aus diesem Grund findet auch die Verpuppung innerhalb des Kotsackes statt. Diese Schutzhülle wird erst verlassen, nachdem der Käfer geschlüpft und sein Chitinpanzer ausgehärtet ist.

Was denken Sie, wie lange diese Entwicklung dauert? Erstaunliche zwei bis vier Jahre, bevor im Frühjahr das Ameisennest verlassen wird. Erwachsene Tiere findet man von Mai bis August beispielsweise an sonnigen Waldrändern, aber auch im menschlichen Umfeld wie Parks und Gärten können sie einem begegnen.

https://www.welt-im-verborgenen.de/Insekten/Kaefer/Ameisensackkaefer.html

Vielen Dank Dieter Kraft und vor allem Edmund Zeiser, er mich ermuntert hat, das Erstaunliche des Ameisensackkäfers zu thematisieren. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Hammellauf und  Brigachbruck 

Kumm’mer uf d‘ Kilbig

En Guu goht hit dorch iser Huus
Vu Schmalzfett, Hefedoag und Epfelmuus
Und frischem Moscht, no i de Kante
Doo kummet`s grent, die bucklige Verwandte

Hubert Mauz am 28. September 2022

Gewinner Biebli mit Fähnli und Hammel als Preis / Niederesche in den 60-ern.
Aus Archivfundus Trachtenverein Reckhölderle Niedereschach

Hammellauf 

Wenn i ab und zue mol über die nei Brigachbruck z` Gräninge fahr, no  gucki all uf die Feschtwies dorri zwische de Schmitte und de Krone. Denno stieget, wie so vill mol, Kindheitsbilder i mir uff.  De erscht Vorhang isch  des  Leporello vum  Gräninger Hammellauf.  De Zweit Vorhang sind Schiffschaukle und Karussell, de Dritt de Dreschschuppe   und  de Viert s` Hohwasser vu de Brigach, wa  um die aalt Boge- Bruck schuuset.   Aber nochenand. 

A Kilbi war de Gräeninger Hammellauf.  Uf de Brigachgwies bi de Schmitte vu`s  Schorppe war e kleis Karrusell, e Schiffschaukle und  e Schiessbuddi uffbaut. D` Feierwehr hät useme grosse, holzgfierete Wäschkessel Serbele und Schibbling mit eme guete, selberbachene Buurebrot verkauft. Uf eme Diele wo uff zwoe Böck gstande isch,  häsch useme Eimer, wo e Pumpi draa war, mit eme uuastänige Gräusch en große, geäle, gstrechne Dolke Sempf uf die Worscht pfluddere lau. Des waret halt no Werscht vum Mexer und des Brot hät  no de Guu vum Kachelofefier und de Äsche khaa.  Daß es usem Bachofe vume Buurehuus war, des häsch am iibachene Ruess und de Holzrescht a de Bodderinde vum Brot gsähne.  Uff de Zai häschs au gmerk, wenn de Oortmocke und die knusprig Brotrinde kafflet häsch und es debei eweng gnirscht und knischteret hät. Nochdem mit eme große Gnuss die Serbele verdruckt häsch, bisch am Karrusell, de Schiffschaukel und de Schiessbudi ummegmuuset und häsch kalkuliert, ver waa und wiewiet s` Sachkgeld, de Batz vu de Oma und  de Gotte, langet. 20 Pfennig ver de Hammellauf  hät uubedingt übrig bliebe messe. Noch ere halbe Stund isch de Entschluss g`stande:   50 Pfennig für Bränti Mandle und oemol Schiffschaukle ver 20 Pfennig.  Mit eme kleine Schiffli.  Zerscht häsch no de  Große Latschi zueguckt wie sie a de Iberschlagschaukel ihre Kraft, Uusduur und Muckis uusprobiert hond.  Dieselle sind iigstige und hond vum Karrusellbremser en broate Rähme um de Buuch aagschieret griegt. Uff beide Siite sind sie anere Kette a de Schaukelstrebbe aakettmet wore. De grossgoschig Schaukler hät nomol  aageberisch i d` Händ gspeitzt  und denno vum Schiffschaukelbremser en Aaschuk griegt. Jetzt hät er bumpet, sech verkrimmt, isch i d` Knie, und höher und höhner gstigge. Korz vor em Überboggle am Ruhepunkt häsch ammel gmond jetzt kait er abi.  De gwagt  Ibberschlag war s` Ziel vu dere Aastrengung. Wer des gschaffet hät war a dem Mittag de Feschtkönig vu de Brigitäler Feschtlatschi, nebem oder noch em Hammel.  Wenn 2-3 Kerli a dem Dag ummi kumme sind, wars vill. Wenn on oamol ummikumme isch, denno  isches uf oamol liicht gange, no war de Boge dusse und de Schwung do. De Bremser hät en unter Gjohl vu de Brigitäler Halbstarke und em Giigse vu de mollige Maidli, hit dät mer „ Groupies „ sage, no so 10 mol voll uuschwaie lau. Erscht bim 10. grandiose Überschlag hät er des Schiff abbremst, uusgschieret, de Rähme und d` Ketteme  glöst. S` Schätzli, wenn er scho oes kha hät, isch im um de Hals khait und uusnahmswies hät er i aller Öffentlichkeit en Schmatz uf de Backe griegt. Dieselle wo s`halt nit ganz gschaffet hond, den schwerelose Überschlag, die hät de Schaukelbremser noch so 20 meh- oder weniger fascht- Iberschläg mit em Bremsbrett abgmicket. Die gschlagene Helde hond am Obet bim Hammeltanz konni guete Kaarte khaa bei de Maidli.  Noch dem mer dem Heldekampf e Ziitlang zuegucket hond, simmer id Kinderschiffli gstige und hond gucket, dammer wenigschtens uf halbi Höhi kumme sind. S´ näascht Johr isch wieder Hammlelauf und denno bisch 3 Kilo schwerer, sterker und schleesch de aalt Rekord um mindschdens 30 cm. Warted nuu, eich zoag echs scho no.  Und wenn i groß bi, denno mach au ech de Überschlag. A de Schiessbuddi hond sie au Gickili mit Brennte Mandle oder Erdniss kha. D ` Erdniss waret 20 Pfennig billiger, des duets au.  Und wenn bim lahmarschige und triebsinnige Hammellauf no eweng ebbis zum Niss us em Gickeli zum kaffle häsch und im Vordere und im Hintere, bsunders wenns amend no e nett Maidli isch, no eweng langi Zai mache kaasch, isches au guet. 

De Feierwehrkommandant hät gschellet und Gjohlet dass i 10 Minute de Hammellauf losgau dai und me gi zahle gau sott. Am Iigang zum magische Kreis, isch de Feierwehrkassier gstande und hät jedem 20 Pfennig abgnipft. Guet 40- 50 Kinder sind jetzt i dem vu de Feierewehrmanne mit Hanfsäeler abzerklete Hammelring gstande. I de MItti ame Pfoschte en scheene, gstriglete und  kränzlete Hammel. Er hät bleed us de dicke Wolle gucket und gmäckeret wie ebbe e dumms  Schoof.  Jetzt hät de Kommandant de „ Kaiser- Uhre“ Wecker mit dene Doppel- Schelle obedruff uf 20 Minute gstellt. Den Wecker hät er in en große Emaildeller gstellt, dass er au reacht schepperet, wenn er abi ghoht. Mit de große Feierwehr- Alarmglocke hät er gschellet wie verruckt und de Wecker renne lau. Jetzt hät sich der Kinderlindwurm im Umlaufring umme draiet im Hennedäppeli Schritttempo.  Dä wo de Wecker uff me Schemmel gstande isch, war en kränzlete Torboge  mit eme Art Käfig. Wer i dem Gatter gstande isch, wenn de Wecker abigange isch, der  hät de Hammellauf und natierli de Hammel gwunne. 

Hammellauf Wecker im Resonanz Teller

I manche Boorgmonde hät mer e Fähnli, wie bei me Staffellauf, all im Hintere übergähe messe. Wer beim Weckerscheppere des Fähnli i de Fingerli ghet hät,hät de Hammel gwunne. Zwonzg Minute sind ver e Kind, wo gspannt isch wie en Pfieleboge, e Ewigkeit und d` Spannung fascht nit zum verhebbe.  Aber jedi Qual hät au mol e End, de Wecker isch luut und schepprig aabi gange. Min beschte Kinderfreund, de Seppli , isch im Gatter gstande. Ech  hinne draa und han do demit de 2. Preis, en kochte Schunke, gwunne.  E Maidli vor em Seppli, d` Rita hät die groß Tofle Schokelad gwunne.  Die drei Kinder waret zfridde aber die andere 40 hond denkt:  „ Jetzt bisch  wieder  20 Minute dolorig im Ring umme gwattet und häsch wieder nint gwunne. Ob i do s` näscht Johr die Kummedi nomol mitmach, des moss i mer schwer iberlegge“. De Schunke häts nit lang überlebt. Bis d` Brieder und alli gute Friend versorget waret, isch glii nint meh ibrig bliebbe und eweng schleacht war der` s au. Schunke roh uhni Brot, kah der uff de Mage schlaa.  Me sot nit glaube wie vill guete Freund uf oamol kaah häsch. I de Rita isches genauso gange. Sie hät sogar i de bleedschte Kuhe us de Klass e Rippli abgäe messe.  So hert kaa halt manchmol s` Schicksal sogar im Glick sii.   

Hammelgwinner mit Fahne
Mitte, 2. Preis vor dem Fähnlibue / li und 3. Preis nach dem Fähnlibue Niederesche in den 60-er.
Aus Archivfundus Trachtenverein Reckhölderle Niedereschach.

Gräeninger Hohwasser 

Nebem Hammellauf hät Gräeninge no e andere Rarität zum uffwiese khaa.  D` Brigach doalt befrischtet,  fascht wie d`Berliner Muur,   s` Ort i zwei Doel.  Eng verbunde waret die beide Dorfteil  a beschtimmt 350 Tag im Johr mit ere scheene  Gwölbebruck us ghauene Kalkquaderstäe. Sie war korz und uff beide Siite steil aastiegend. Wie d` Rialto- Bruck z` Venedig hät sie fascht uusgsänne, nit ganz so elegant, halt eweng rustikaler, ehner e romanischi , solidi, bodeständige  Bogebruck. Well sie kurz und trocke usem Brigachvorland ussigucket hät, isch s` Brigachhohwasser im Friehjohr und im Herbscht oder bei sau- Wolkebrich uf beid Siite im Hohwasservorland um die Bruck ummigloffe.  Sie isch regelreacht versoffe und nuu d` Kuppe hät us dem manchmol broate Brigach- Strom uussigucket. Des hät  ghoasse, dass Liit vu de Kirche – Dorfsiite nit uf d` Bah gi Schaffe, nit uf d` Felder oberm Rebberg und au nit gi Klenge und Villinge i d´Schuel oder i d Saaba gi schaffe kumme sind. Und die Rebberg Aawohner sind  nit i d` Kerch, i d` Schuel, zu s Muurers gi Iikaufe, i d` Rahmi gi Milch abbgähe und au nit ufs Rothuus oder gege Wulterdinge oder gi Pfudd- Uufe kumme.  Des war aber ver die pfiffige Gräeninger koe Problem. E Gmeinschaftsgfiehl, wa z` Gräeninge bis hit no aahebt,  hät,  im Städtedreieck eimalig,  e Lösung gschaffe. Jeder Gräeninger, ob Bue oder Maidli, Wiiber oder Manne, au manche rüstige Oma oder Opa, hät gute Stelze khaa.  Die handwerklich meisterhaft gwangerete Stelze hond e Art Brandzoache mit de Familie- Initiale khaa und sind zu de Hohwasserziite a de Krone oder uf de andere Siite, bi de Schorppe- Schmitte,  aaglohnet, parkt gstande für de Hohwasserfall. Isch Hohwasser kumme  und d` Bruck war uupassierbar hät es  koe „Hohwasserfrei„  ähnlech wie Hitzefrei oder i de Feuersteinschuel Kältefrei wege Kohlemangel gäe. I de Gräninger Schuel ischs wiiter gange ohne Uusnahm, au bi Hohwasser. Vu wege Friehmess schwänze.  Do sind die oagene Stelze gnomme wore und dorch die beide riissende Hohwasserrinne hochhackig aber troche  gstelzt wore. S` wunderet mi hit no, dass de kindlich fromm Pfarrer Wölfle, s`Pfärrli hät mer zue ihm gsait weil er eweng korz und schmal gwaasse war, konn Heilige Christopherus, der mit em Hohwasserstäcke und de uffgraffte Gwänder und em Jesuskind uff em Buckel, a de Brigachbruck uffstelle lau hät. 

Näemert im wiite Umkreis hät so guet, so akkrobatisch, zirkusriif  Stelze laufe kinne, wie d` Gräeninger. Mir Eschinger mit iiserne vermoderete, vermauchete, verwormete Bohnestecke wo mit krumme 80-er Nägel Trittbrettli- Lotterfalle aagnaglet waret,  wo all Forzlängi broche sind, mir hond koe  Land gsenne  gege die Gräeninger Stelze- Artischte. Vievill mol simmer bin Üebe i de saichte Brigach mit iiserne verlächerete Stelze z mitts im Bach soechnass bis an Buuch gsi, weil des Glump halt wieder broche isch. Natierli häsch denno au en bluetige Strieme an de Wadde kha, well so en rostige Nagel no us em Stäcke uussigucket hät. 

Uf de andere Bach Siite z Gräninge sind die Stelze noch em  Dorchwatte abgstellt, parkt wore uhni abgschlosse. Hit zu Dag dätet so Sache nit lang stau bliebe. Im gottesfürchtige Gräeninge war des koe Problem. Me hät die Stelze  fer de Hoamweag jo wieder bruucht. S´ war fascht wie de biblisch Gang dorchs Rote Meer bi de Vertriebung us Ägypte.  Nuu, dass es dert fortztroche gsii isch. Natierli häts au Liit gäe wie krummi,  aalti Wieber und Manne,  oder vernämmi Bürger oder ebbe Stelze- Aafänger, wie mir Eschinger,  die au uff die ander Siite hond welle. Fer die hät mer en Fährdienscht, en Übersetzdienscht iigrecht.  Buure mit ihrne Furt  erprobte Bulldeggli,   Marke Kramer Allesschaffer, i dere Ziit warets ebe au Fährbullogg,  sind stundewies iidoalt wore, zum den Ibersetz im Gemeinwohldienscht, im Art Frondienst  z` mache. S` hät zwar koa Glocke gähe wie bei den Rheinfähre zum de Fährbulldogg aafordere, me hät jo Sichtkontakt ghet und hät halt gwunke. No bisch uff em  kaalte Blechsitzli überm Rad vum Kramer Allesschaffer khuggt und bisch trochenen Fusses dorri kumme. S` Lied „Dont pay the farryman „ vum Chris de Bourgh war no nit gschribbe, aber gstimmt häts trotzdem. S` hät glaub werkli nint koscht. S` war en koschtelose, bürgerschaftliche, Gmeinwohl  Bürgerdienscht.

I de 60-er  Johr isch au des Kuriosum, wet fascht sage leider,  endgiltig  verschwunde. Me hät e neie , aber nit uubedingt e  scheeneri, Stahlbetonbruck baut,  womer jetzt au bi Hohwasser ohne Fährdienst dribber kunnt. S war en Bruuch und e Kuriosität, dä z` Gräninge mit dem nette,  beispiellose Bogebrickli.  Und kum ebber woass es no, au wemmer draa erinneret. Und drum momers uffschriebe, sunscht words no  ganz vergesse und verschwindet i de Versenkung oder versuuft im Brigachhohwasser.  

Daß es fascht, wenn nit sogar scho ganz, vergesse isch, des zoaget des wunderschee 900 Johr Fescht wo z` Gräeninge anne 2009 mit eme aaschauliche, historische Lebenslauf über des Ort darbote wore isch. Dä hanni selber als historische Rebberg- Schi- und Schlittefahrer mitgmacht. Hit kunnts mer erscht,  damer jo des Stelzelaufe dorch d` Brigach, de Fährdienscht dorch`s  Brigachhowasser mit de Bulldeggli und de Hammlelauf vergesse hät  zum zoage. Amend kinnet d` Gräninger bime nei uffglaite Hammellauf und eme Stelzelauf des no mol  nochhole ?  

D Niedereschmer Rechhölderli Liit hond den aalte Bruuch fascht als die Allerletschte nit verkumme lau und triebets gottlob all Johr a Kilbig no. So wie früher. Aber wahrschienlich kinntet die junge Gräninger gar nimme Stelzelaufe ?  En Hammel miesst mer ehner no zämetgriege wie guet gwangereti Stelze. 

Stelzenläuferin im Neuen Akerbryggen in Oslo
(Wär doch au e aussagestarke Gräninger Sculptur / Relief a de Brigachbruck?)

Ich khaa alles, au Fährdienscht beim Gräeninger Hohwasser

Hammellauf

Z’Gräninge a de Brigachbruck
Do stoht zwar konn Sanct Nepomuk
Dä isch äbs gsii, des war jo s‘ Bescht
E ganz e bsunders Kinderfescht

Fahr ech vorbei no denk ech draa
Wa Kinderherzer selig mache khaa
E oafach Spiel, koa halbi Stund
Me bruucht e Wies, e großi Rund

Und z`Mitt en Pfohl wo aabindt isch
En fette Hammel, wo gstrigglet isch
Und kränzlet schee, des ischer au
So kaa des Spiel au glii aagau

Zwonz Pfennig dierft’s scho koschtet haa
Wa s’Kässli fillt vum Feierwehrmaa
No häsch di iigreiht i die Kinderschaar
Un gspanne warsch, mit Huut und Haar

De Kommandant hät gliitet, gschällt
Uff zwonzg Minute war de Wecker gstellt
Jetzt bisch im ringrum allbot gwattet
Des Weckergschäll häsch kum verwaatet

Und wenn de Wecker am Schäfer- Wisch rattret
Sell Kind, des hät de Hammel jetzt ergattret
De Vorder und de Hinter grad
Der grieget en Schunke und en Schokelad

S` war wieder nint, säll mit em Hammel
De Seppli hät en ghet, den Bammel
Der kochet Schunke, der war mer lieber
Glii war er gfresse , zemet mit de Brieder

Sackträgermotte

Sackträgermotte

Liebe Bürgerpostleser, 

heute kommt etwas „ganz Verruckts“, wie der Schweizer säge dät. Dr. Gerhard Bronner vom GVV Donaueschingen schickte mir als Privatmann das Bild und meinte, das wäre doch auch was für die Bürgerpost. Gott sei Dank lieferte er auch die Erklärung dazu. Zunächst vermutete er eine Köcherfliegenlarve bei diesem Gebilde an seiner Hauswand, aber die kann nur im Wasser existieren. Über „iNaturalist“,  inzwischen eine der beliebtesten Natur-Beobachtungs-Plattformen weltweit, kam er auf die Lösung, es ist ein Weibchen einer Rauch-Sackträgermotte. Ein Oberhammer, finden Sie nicht auch? Als ich die E-mail von Dr. Gerhard Bronner gelesen hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich ging sofort in den Garten, weil ich genau wusste, dass ein Exemplar an der Hauswand und eins sich am Wasserfass befand.

Sackträgermotte

Rauch-Sackträgermotte von Dr. Bronner

Sackträgermotte

Sackträgermotte

„Wasserfass“ Sackträgermotte

Sackträgermotte

Mich würde an der Stelle interessieren, wer von Ihnen das Wesen gekannt hat? Oder wem es ging wie mir, der es gesehen hat und trotzdem blind war. Denn ich dachte, das kann nichts Lebendes sein.

Die Larven der Sackträgermotte bauen sich nämlich einen schützenden Sack aus Seide und verschiedenen Materialien wie Blättern, Zweigen oder anderen kleinen Partikeln. In diesen Säcken leben sie und schützen sich so vor Fressfeinden. Wenn sie ausgewachsen sind, verpuppen sie sich in ihrem Sack und schlüpfen schließlich als erwachsene Motten. Jetzt kommt aber ein zweiter Oberhammer, das machen nur die Männchen. Denn die Weibchen sind meist flügellos und bleiben oft ihr Leben lang im schützenden Gespinstsack. Der Körper des Weibchens ist madenförmig und kann gelblich oder hellbraun gefärbt sein, mit einigen dunkelbraunen Rückenplatten. Es hat gut entwickelte Beine, mit denen es sich fortbewegen kann. 

Die Weibchen locken mit Duftstoffen die Männchen an, um sich zu paaren, und legen ihre Eier im Sack ab. Die Männchen leben nur wenige Tage, eigentlich nur wegen der Paarung. 

Jetzt noch ein Detail: Vergeichen Sie die Sackträgermotte von Bild 1 mit den anderen beiden. Ich würde sagen, bei Bild 1 sieht man das weibliche Wesen, wie es aus dem Sack schaut. Meine sind in der Puppenruhe. 

Vielen Dank Ihnen Herr Dr. Gerhard Bronner für die Zurverfügungstellung der Sackträgermotte. Das war Spitze.

Viele Grüße
Franz Maus

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