Im Oktober fanden in Fürstenberg Grabungen statt, da auf dem Neubaugebiet eine römische Villa vermutet wurde.
Zum Glück wurde nichts relevantes gefunden. Die römische Villa Rustica befindet sich wohl etwas weiter südlich. Wo genau wissen wir nicht. Auch der Acker auf dem sich das Loch befand, das Professor Dr. Paul Revellio 1913 zusammen mit dem Landwirt gegraben hatte, ist bis heute unbekannt.
Im Grunde sind dies gute Nachrichten. So kann die römische Villa tief in der Erde versteckt auf eine verständnisvollere und kulturbeflissenere Generation warten.
Simon Rottler von der ArchaeoTask war so nett und hat uns die Luftbilder von Fürstenberg und der Grabungen auf der Fläche vom Neubaugebiet überlassen.
Zur Zeit der Römer war Schotter das wichtigste Baumaterial für den Straßenbau. Ein sehr typisches Merkmal der Römerstraße im Alpenvorland ist die Dammschüttung gewesen. Die Römer schütteten vor allem in Gebieten, in denen man im Winter mit heftigen Schneefällen zu rechnen hatten zum Teil 10 Meter breite Dämme aus Schotter für die Fahrbahn auf.
Offensichtlich gibt es aus dieser Zeit noch viele Schottergruben, die der eigentlichen Nutzung entzogen wurden, denn die heutigen Bewohner von Brigobannis lieben es sich den Schotter direkt vor die Tür zu kippen.
Und jetzt Scherz beiseite: Als Gebietskörperschaften sind Gemeinden zuständig, wenn es um die Regelungen für die Flächennutzung geht. Die Summe vieler kleiner Vorgärten stellt in einer Kommune durchaus eine große Fläche dar, weshalb es vielerorts Vorgaben und Empfehlungen für Haus und Grundbesitzer gibt. In Zeiten des Klimawandels sind Kommunen zudem gefragt Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln, damit vor Ort das Klima erträglicher und das (Hoch-)Wassermanagement sicherer wird. Die rechtlichen Vorgaben dazu finden sich im Baugesetzbuch. Dort wird zu einer Bauleitplanung vorgegeben, dass Flächennutzungsplan und Bebauungspläne dazu beitragen sollen eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürliche Lebensgrundlage zu schützen und zu entwickeln. Dazu sind gemäß §1 Abs. 6 BauGB insbesondere auch die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse sowie Belange des Umweltschutzes zu berücksichtigen. Kommunen können auch übergreifende Satzungen für die Gestaltung bestimmter Flächen erlassen, wie zum Beispiel eine Vorgartensatzung. Rechtlich steht eine solche auf gleichem Niveau wie ein Bebauungsplan, ist also verbindlich, hat aber in der Regel einen übergreifenden räumlichen Geltungsbereich. Die kommunalen Satzungen werden mit den Gemeinderäten politisch verhandelt und mehrheitlich beschlossen.
Doch in Hüfingen gilt : Schotter statt Pflanzen, Grau statt Grün. Doch was ist Schotter und was ist Stein? Der Frage wollen sich zumindest die Hüfinger Gemeinderäte nicht stellen und verwiesen auf höhere Ebenen die durch Personalmangel geprägt und daher untätig bleiben werden. Wie einfach macht es sich unser Gemeinderat? Aber ganz im Sinne von Brigobannis scheint es auch heute noch üblich zu sein Schotterhalden aufzuschütten und es schick zu finden und das auch noch mit Genehmigung eines hier überwiegend untätigen Gemeinderates. Gesetze haben wir genug, es liegt leider am minimalen Willen der Beteiligten diese durchzusetzen. Hier würde ich mir als Bürgerin von den Stadtoberen wesentlich mehr Schwung wünschen und zwar nicht nur, wenn eine in ihren Augen unästhetische Wand den Blick auf tote Rasenflächen verwehrt.
Unsere Erde ist im Klimakterium sprich an einem kritischen Zeitpunkt in ihrem Leben. Derzeit streiten sich die Politiker, wie man ihr da heraushelfen könnte. Einige von uns kennen das: Da wallt es plötzlich in einem auf, der Kopf wird rot, der Schweiß rinnt in Strömen von der Stirn und an Schlaf ist nicht zu denken. Ab und zu wird einem schwindelig und man liegt erschöpft danieder, oder ist wahlweise sehr gereizt, wenn einem einer mal wieder quer kommt. Fällt ihnen was auf?
Vulkanausbrüche an bisher so lieblichen Orten, Jahrhundertfluten gleich Schweißausbrüchen auf der Stirn. Tektonische Verschiebungen, die Städte dem Erdboden gleich machen und Hitzeausbrüche von ungeahntem Ausmaß rund um den Globus. Ein gesunder Lebensstil könnte helfen die Beschwerden unseres Planeten zu lindern. Doch da gibt es unterschiedliche Meinungen, was gesunder Lebensstil ist. Etwas weniger Rauchen und etwas weniger Bewegungslosigkeit wäre doch immerhin schon ein Anfang. Ein bisschen ungesunde Ernährung kann ja nicht so sehr schaden.
Mit anderen Worten: Es kann ja ruhig noch ein bisschen CO2 in den Himmel geblasen werden. Möglichst wenig Energie und Geldeinsatz für echte Veränderungen. Unser Erdenklima mit Schottergärten, Versiegelung von immer mehr Flächen, Monokulturen und Plastikabfällen füttern. Nicht unbedingt die beste Voraussetzung für Linderung.
Es bringt alles nichts: Eine Änderung unserer Lebensweise und die Erkenntnis, dass dafür auch Geld in die Hand genommen werden muss, darum kommen wir alle nicht herum. Gesunde Ernährung ist eben aufwändiger und teurer, gute Laufausrüstung nicht gerade billig und mit dem Rauchen aufzuhören ist bestimmt nicht einfach. Doch wenn wir das Klimakterium unserer Erde lindern wollen, bevor die Folgen unumkehrbar sind, müssen wir alle etwas dazu beitragen. Diesem einen Planeten ist es egal welche Partei wir gewählt haben. Werden wir selbst aktiv, denn wir zahlen den Preis bereits heute schon und er wird immer höher werden, nicht nur für uns, sondern besonders für die Generationen nach uns. Und genauso, wie wir uns nicht mit billigen Laufschuhen zufrieden geben, wenn wir regelmäßig Sport treiben möchten, sondern die beste Ausrüstung die es gibt kaufen, sollten wir nicht billige Laufschuhe für unseren Planeten kaufen. Er muss es uns wert sein!
Parteiübergreifend sind sich inzwischen fast alle einig – vor wie nach der Bundestagswahl: Nach dem beschlossenen Ausstieg aus Kohle, Öl, Erdgas und vorneweg aus der Kernkraft, dem im Ausland mit Skepsis beäugten deutschen Sonderweg, müssen es jetzt die regenerativen Energieträger allein richten, allen voran Fotovoltaik und Windenergie. Was jedoch nicht heißen soll, dass jeglicher Widerstand speziell gegen den Ausbau der Letzteren jetzt endgültig abgeflaut wäre. Die rund eintausend Bürgerinitiativen werden in den Medien zwar nahezu unisono als „NIMBY-“(not-in-my-backyard-)Egoisten abgetan, als St. Floriansjünger, die vor dem Wohnzimmerfenster halt partout keine sich drehenden Rotoren mögen – und sich deshalb nach Einschätzung der Befürworter und Betreiber mit Vorliebe hinter Arten- und Landschaftsschutzargumenten zu verschanzen pflegen. Und doch ist es ihnen selbst im Grün-regierten Baden-Württemberg bislang oft genug gelungen, die Genehmigungsverfahren so gründlich aufzumischen und zu verzögern, dass der Zubau mit Windrädern fast zum Erliegen gekommen ist. Sechs Jahre dauere im Schnitt die Genehmigung eines Windrads, so wird geklagt. Umso einhelliger waren im Wahlkampf die Forderungen nach Entbürokratisierung, Entfesselung und Beschleunigung der Verfahren, gar nach Beseitigung des Verbandsklagerechts. Denn dass der Stromverbrauch bereits heute rasant ansteigt und mit der E-Motorisierung, erst recht mit der (grünen) Wasserstoffproduktion ins Unermessliche anwachsen wird, ist längst unübersehbar.
Was bleibt da anderes übrig, als eine Vervielfachung sowohl der Fotovoltaik auf Dächern und Grünflächen als auch der Windenergieanlagen zu fordern. Derzeit wird die Anzahl der Windräder bundesweit auf ca. 30.000 geschätzt – und schon diese scheinen vielerorts Leidensdruck zu erzeugen. Nächstens werden es etliche Hunderttausend sein müssen, wenn in der Industrienation Deutschland nicht Blackouts drohen und die Lichter ausgehen sollen. Doch selbst mit noch so vielen Windparks werden winterliche „Dunkelflauten“ nicht gänzlich zu vermeiden sein, sofern uns nicht umgehend mit französischem Atom- und/oder tschechisch-polnischem Braunkohlestrom ausgeholfen wird, denn ausreichende Speichermöglichkeiten des volatilen Stroms sind bis in ferne Zukunft nirgendwo in Sicht.
Grundlastfähige Energieversorgung hin oder her: Mit nichts begegnet man Zweiflern derzeit häufiger, als mit dem Argument, es würden dazu ja nur zwei Prozent der Landesfläche benötigt. Was es jetzt brauche, so tönte erst unlängst wieder der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers, vor der Bundestagswahl, sei ein starker Impuls des Bundes für die Flächenbereitstellung. Ein Flächenziel von mindestens zwei Prozent für die Windenergie an Land sei im Raumordnungsgesetz überfällig; dies werde die Bundesländer binden und Flächenpotenziale mobilisieren.
Zwei Prozent – es wäre doch gelacht, wenn diese Zielmarke in Deutschland nicht zu realisieren, nicht zu verschmerzen wäre! Wo es doch jetzt ums Ganze geht, um die Notbremsung des galoppierenden Klimawandels. Mit Flächenziel gemeint sind freilich nicht etwa die Vorrangflächen für Windenergienutzung, wie sie die Kommunen per Flächennutzungsplanänderung bereits anfangs des Jahrtausends auszuweisen hatten. Denn deren Flächenanteil dürfte die Zweiprozent-Schwelle bereits heute um ein Vielfaches überschreiten. Die Rede ist wohl eher vom Flächenbedarf der Baustellen von Windenergieanlagen: im Wald, wie die Erfahrung zeigt, ca. 1 Hektar je Windrad inklusive der „Zuwegung“. Doch ist es damit wirklich getan angesichts von bis zu 250 m hohen Windenergieanlagen? Als ob nicht zwingend auch Nah-, Fern- und Suggestivwirkung in der Landschaft mit einzubeziehen und zu bewerten wären!
Wer durch Deutschland reist, kann mittlerweile ein Lied singen vom Ausmaß der landschaftlichen Belastung durch die Windenergie. Gewiss, man fährt dabei auch durch Landstriche, für die der Sammelbegriff Landschaft an Euphemismus grenzt angesichts all der Verkehrsachsen und all der Ödnis von Agrarindustrie oder Zersiedelung: Doch sind es dann – gottlob – zumeist ja auch vergleichsweise windhöffige Kultursteppen, die durch nichts mehr zu verunstalten sind, egal wie viele Windparks dort zusätzlich noch geplant sein mögen – nichts also wie hin damit! Zugleich aber durchquert man geschlossene Waldgebiete und bislang noch leidlich intakte naturnahe Kulturlandschaften, die nun mit den Giganten überstellt werden, womit das Landschaftsbild horizontweit befrachtet wird – und dies selbst in Naturparks und Landschaftsschutzgebieten. Auch im Schwarzwald, der touristischen Vorrang- und Vorzeigelandschaft mit ihrem weltweiten Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad, wo sich schon zu Beginn des Jahrtausends die ersten WEA-Widerstandsnester zusammengefunden hatten, schweift der Rundblick etwa vom Aussichtsberg Kandel bei klarer Sicht inzwischen über mehr als 30 Windräder hinweg. In dunstiger Ferne sind sie als dünne weiße Stifte im Grünblau der Wälder auszumachen, doch schon auf mittlere Distanz mitsamt den sich drehenden Rotoren, die den Blick suggestiv auf sich ziehen – weg vom erhofften Landschaftserlebnis pur.
1.000 (!) WEA sollen in Baden-Württemberg jetzt zusätzlich errichtet werden, des leichteren Zugriffs wegen im Staatswald. So steht es im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU.
Es ist ein Ziel, das einen schaudern lässt – auch wenn im Moment nur noch von 500 WEA die Rede ist! Denn damit müsste im windschwächsten Bundesland jede auch nur halbwegs windhöffige Plateaulage und jeder Bergrücken bestückt werden. Adieu Arten- und Landschaftsschutz, adieu Tourismus! Dies – wohlgemerkt – zu einem Zeitpunkt, an dem in Erfurt die Regierungskoalition (unter Einschluss der Grünen) den Wald als Standort für Windräder kategorisch ausgeschlossen hat – nicht zuletzt aus Angst vor einem weiteren Anwachsen der AfD-Opposition! Im Bundestagswahlkampf war es fast ausschließlich den Rechtspopulisten vorbehalten geblieben, Kritik an der „Verspargelung“ zu üben. Und jenseits des Rheins, im beginnenden Wahlkampf um die Präsidentschaft, tun es ihnen die Nationalisten unter Marine le Pen gleich. Als ob nicht schon im Jahr 2018 eine Repräsentativumfrage im Auftrag der Deutschen Wildtierstiftung das Ergebnis erbracht hätte, dass knapp 80 % der Befragten Windenergieanlagen im Wald abgelehnt haben.
Die Landschaft, so steht es noch immer im Naturschutzgesetz, ist in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit auch wegen ihrer Bedeutung als Erlebnis- und Erholungsraum des Menschen zu sichern. Erholungslandschaft, Landschaftsästhetik, das als wohltuend „schön“ empfundene Landschaftsbild, damit haben sich die Umweltverbände bekanntlich schon immer recht schwergetan – da viel zu gefühlsbetont, zu wenig rational, zu wenig wissenschaftlich. Dabei hat die Forderung ja sogar Verfassungsrang, steht sie doch auch im Grundgesetz Art. 20a. Und in jeder Schutzverordnung eines Landschaftsschutzgebiets findet sich unter § 4 Verbote nach wie vor der Passus: Verboten sind alle Handlungen, die dem Schutzzweck zuwider laufen, insbesondere, wenn dadurch das Landschaftsbild nachhaltig geändert oder die natürliche Eigenart der Landschaft auf andere Weise beeinträchtigt wird oder wenn dadurch der Naturgenuss oder der besondere Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt wird.
Leben wir angesichts des Klimawandels bereits im quasi-übergesetzlichen Notstand, in welchem wir uns „Luxusprobleme“ wie die Unversehrtheit der Landschaft halt einfach nicht mehr leisten können und uns notfalls eben auch über die gesetzlichen Bestimmungen hinwegsetzen müssen? Alles wäre so einfach, wenn sich die Industrialisierung der Landschaft mit Windenergieanlagen tatsächlich auf zwei Prozent der Landesfläche beschränken ließe – die heillos verhunzten, doch leidlich windhöffigen Landstriche wären rasch gefunden. Doch schon sind Studien im Umlauf, breit gestreut vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), die den doppelten Flächenbedarf unterstellen unter dem Motto „Mehr Flächen für Windenergie – natur- und landschaftsverträglich verteilt“. Eine Studie der Uni Hannover geht, unter Einrechnung „des mittleren Raumwiderstands der Windkraft“, bereits von 4 Prozent aus, ohne dabei auch nur anzudeuten, was dies in ihrer Komplexwirkung für Folgen haben wird – zumal in sensiblen, noch halbwegs intakten Kulturlandschaften. Die Zweiprozent-Legende entpuppt sich so als Beschwichtigungs-, ja, als Täuschungsversuch. Per E-Motor, mit maßvollem ökologischem Fußabdruck und guten Gewissens werden wir nächstens überall hinreisen können; doch es wird sich, wie es einst schon der Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz vorformuliert hat, nicht mehr lohnen, dort anzukommen.
Im schönen grünen Bergmischwald, wo heut Touristen wandeln, da werden Windturbinen bald den Wald vollends verschandeln. Dann hält sich, wer auch kommen mag, die Augen zu und Ohren zum Schutze gegen Schattenschlag und rauschende Rotoren. Die Landschaft, die uns teuer war, ist leider nicht erneuerbar.
Dieser eigensinnige Satz wird Galileo Galilei in den Mund gelegt, nachdem er sich in einem Inquisitionsverfahren herausreden konnte. Zwar hat nicht er oder andere Naturwissenschaftler und Entdecker des ausgehenden Mittelalters das Gravitations- Pendel kreiert, sondern Leon Foucault anno 1851.
Er hat dieses Gravitationspendel in der Pariser Sternwarte aufgehängt nach dem Sinnspruch: „Was es zu beweisen gilt“. Die berühmtesten, populärsten Foucaultschen Pendel hängen im Pariser Pantheon und im deutschen Museum in München.
Einige Universitäten und naturwissenschaftliche Einrichtungen schmücken sich ebenfalls mit diesem fast selbsterklärenden Objekt. Es stellt anschaulich und sehr einfach die Erdrotation dar. Ein möglichst schweres Pendel, ein Art Senkel, und ein möglichst langer Draht genügt eigentlich. Einen Physiksaal mit mindestens 20 m Höhe haben aber die wenigsten Gymnasien.
Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass beim Entwurf, bei der Planung und der Ausführung 1954 des neuen, nun 3. Gymnasium im beschaulichen Donaueschingen, des gallischen Physikers Leon Foucault gedacht wurde. War es auch ein Hofknicks gegenüber der benachbart einquartierten Besatzungsmacht?
Kluge Köpfe, ob es wohl der Architekt, der Direktor, der Bürgermeister oder sonst ein einflussreicher Ideengeber war? Das sollte man noch herausfinden, um ihm einen Kranz zu winden. Sie alle setzten das Projekt um einschliesslich einer Messing- Intarsie auf dem Treppenhausboden mit den lokal Koordinaten.
Auf jeden Fall bot sich der anmutige, ovale Treppenaufgang im neuen, humanistischen Gymnasium in der Lehenstrasse als „oval office“ für ein derartiges Pendel an. War vielleicht dieses naturwissenschaftliche Signal bereits Hinweis für eine Neuausrichtung dieser Bildungseinrichtung ?
18 m Höhe gab dieser elegante, oval gewendelte Treppenaufgang für eine Pendelaufhängung her. Eine solide, schwere Messingkugel wurde beschafft und ab Einweihung Ende 1954 konnten die Physik- und Geographie Studienräte den verblüfften, bedingt verständnisvollen Mittelstufenschülern, zeigen und beweisen:
Sie dreht sich halt doch!
Foto: Ramona Vogelbacher
Obwohl sie sich immer noch dreht, pendelte sich die Kugel aus und kam ganz zum Stillstand. Als nämlich der 4. Gymnasiumsumzug 1970 in die Humbolstrasse anstand , verschwand leider physisch sowohl die Messingkugel als auch mental das historische, episodische und kulturelle Gedächnis an dieses Unikat in der eigentlich sehr bildungsbeflissenen Baar.
Wie man aber sieht, verflüchtigte es sich nicht aus dem narrativen, episodischen Gedächtnis der allermeisten F. -G- ler der 50-er bis 60-er Jahre. Auf einmal betrachtet man das Pendel fast als Markenzeichen der damaligen Penne. Und deshalb soll ein neues, aussagestarkes, symbolträchtiges Pendel an der Humboldstrasse wieder neuen Schwung aufnehmen und über der, in die Humbolstrasse zu translocierenden Messing- Intarsie, dort dann anschaulich und neu gestylt wieder schweben.
3 km weiter nach Westen konnte ich im Herbst 1913 am Fuße des Fürstenbergs am Südrand des Städtchens ein weiteres Gehöft auffinden. Ein Loch, das mir der Landwirt Jakob Gut auf seinem Grundstück auf meine Vermutungen hin machte, förderte sofort Bruchstücke von Leistenziegeln, Heizkacheln, Ziegelbeton, polierte Alabasterplätttchen zutage. Der Platz wurde vom Volk “Ziegelbühl” genannt. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich eine Quelle. In den benachbarten Äcken ließen sich die Spuren von Nebengebäuden erkennen. … Von Hüfingen bis Schwenningen ist nicht eine einzige mit Sicherheit nachgewiesen. Münz- und andere Funde fehlen auf dieser Strecke fast vollständig. Man wird sich bei der Suche vor allem von den Quellen führen lassen müssen, die sich bei Hüfingen als untrügliche Begleiter der ländlichen Gehöfte erwiesen haben.
So zahlreich wie bei Hüfingen werden wir sie nicht erwarten dürfen. Erfahrungsgemäß häufen sich diese Villen im Schutze und in der Umgebung der militärischen Stützpunkte.
Es ist eine Pflicht des Dankes, der Unterstützung und Förderung zu gedenken, die die Ausgrabungen durch den Gemeinderat der Stadt Hüfingen und vor allem durch den damaligen Bürgermeister Bausch erfahren haben.
Was trägt man doch für einen seltsamen Namen – einen jedenfalls, der auf den Briefkuverts immer wieder zu Verbalhornungen führt! Auf den Ämtern wird erst mal auf einen Hör- oder Schreibfehler getippt, wo doch der Name Hackenjos (mit a anstatt o) so viel geläufiger ist, im Badischen zumindest. Wohingegen Hockenjos eher ausländisch klingt, gar nach ungarischem oder skandinavischem Migrationshintergrund. Dabei verdankt der Name seine Entstehung, sofern denn der einst obligaten väterlichen Ahnenforschung zu trauen ist, schlicht einem Flüchtigkeitsfehler im Rathaus der Stadt Lahr. In Maali, Wiibli un Lohrer unterteilen sie dort bekanntlich die Menschheit. Ein Zuwanderer aus dem württembergischen Tennenbronn, der das durch Kriege verwüstete und entvölkerte Rheintal als neue Chance sah und der noch anno 1704 mit Matthias Hackhen Joß unterschrieb, findet sich bereits in einem Lahrer Ratsprotokoll vom 7. 7. 1678 in der Schreibweise Hockenjos wieder, als er sich um das dortige Bürgerrecht beworben hatte. Auch im Lahrer Kirchenbuch ist er von Anfang an mit dem neuen Namen verzeichnet. „Die Ursache für den Umlautwechsel kennen wir nicht“, notierte der Vater*; „sie liegt wohl in der Lahrer Mundart, wo man ja auch Lohr sagte und schrieb.“ Jedenfalls blieb der Name Hockenjos exklusiv dem damals aus dem Schwarzwald nach Lahr Zugewanderten und dessen Nachkommen vorbehalten, während sich bei den in der alten Heimat verbliebenen, wie auch bei den erst später ausgewanderten Hackenjosen die alte Namensform durchweg erhalten hat: Rund um die Bergstadt St. Georgen bis auf die Baar hinaus und in den Breisgau hinunter ist deren Name noch immer weit verbreitet.
Umso mehr darf gerätselt werden, was den einst überaus populären und äußerst produktiven Erzähler Jakob Wassermann (1873 – 1934) dazu veranlasst haben könnte, ausgerechnet den Namen Hockenjos im Titel und für den Protagonisten eines seiner Frühwerke zu verwenden: für sein Bühnenstück Hockenjos oder Die Lügenkomödie.
Während er die Namen der übrigen handelnden Personen seiner im fränkisch-württembergischen Städtchen Schopfloch angesiedelten Komödie offensichtlich frei erfunden hat (Karinkel für den Bürgermeister, Mettenschleicher für den Bildhauer und Agenten, Bienemann für den Redakteur des „Tagblatt“, Hannemann für den Wirt, Schnabelwald für den Bankier und Stadtverordneten, Federlein für den Bader) muss der Antiheld des Stücks, der schwäbelnde Lehrer und Trunkenbold Jakob Hockenjos, ausgerechnet einen real existierenden, wenn auch eher ungewöhnlichen mittelbadischen Familiennamen tragen. Es ist nicht bekannt, ob der im fränkischen Fürth geborene Wassermann jemals einen Abstecher ins Großherzogtum Baden unternommen hat. Doch wann und wo sonst mag er bloß auf meinen Familiennamen gestoßen sein – und was hat diesen für die Rolle eines verhinderten und verluderten Teilnehmers einer Südpolexpedition prädestiniert?
Der Inhalt der „Lügenkomödie“ ist rasch erzählt: Der Schopflocher Bürgermeister und ein Bildhauer beschließen, zur Aufwertung des Städtchens dem Nachbarort Dinkelsbühl nachzueifern und ein Denkmal für den vermeintlich auf der Expedition in die Antarktis verschollenen Lehrer Jakob Hockenjos zu errichten. Während seine Witwe und die Tochter Helene trauern und die Vorbereitungen auf vollen Touren laufen, trifft, kurz vor der Grundsteinlegung, zu welcher sich sogar der Regierungspräsident per Extrazug angekündigt hat, der reichlich verwilderte Jakob Hockenjos überraschend wieder zuhause ein. In Wahrheit hatte er es, wie er zugeben muss, nie auf den Expeditionsdampfer, sondern nur bis Hamburg geschafft, wo er sein Geld versoffen hat. Weil es aber kein Zurück mehr geben kann und das Denkmal dennoch errichtet werden soll, beschließen die Kommunalpolitiker, den Heimkehrer mit Geld und Alkohol dazu zu bewegen, sein Aussehen verändern zu lassen und unerkannt wieder zu verschwinden. Im Stuhl des Baders Federlein, der ihm den Bart rasieren und ihn unkenntlich machen soll, kann Jakob Hockenjos bei geöffnetem Fenster nach einem Musiktusch eben noch der Festansprache von Bürgermeister Karinkel lauschen:
Federlein: Sie müsse´ den Kopf e´ bissele nach links halte´. Karinkels Stimme. Hier steht seine trauernde Witwe, die mit Schmerz der Tage gedenkt, wo sie ihn noch besessen. Wo mag sein hoher Geist jetzt weilen? Sein Leib, wir wissen es, ruht im Eismeer – Federlein (gerührt). Schön spricht er, wunderschön. Karinkel. – umkreist von Möven und Robben – Federlein. Halte´ Se´n Kopf e´ bissele nach rechts. Helene (stürzt zur Thüre herein, wirft sich Hockenjos an die Brust). Ich geh´ mit Dir, Vater! Hockenjos. Dees haw´ i ´ezt nit gewusst, dass i e´ so bedeutender Mensch bin. Komm´, mei´ Mädle. Viele Stimmen. Hoch! Hoch! (Musik.)
Der Vorhang fällt.
Das nach Bauerntheater klingende Frühwerk, das (wie WIKIPEDIA weiß) im Oktober 1900 auf der Berliner jungen Sezessionsbühne uraufgeführt wurde, ist eine Satire auf die Kleinstadtverhältnisse wie auf die kommunalen Entscheidungsabläufe. Man ahnt, dass die Kritiken recht unterschiedlich ausgefallen sein müssen: Neben Lob vom namhaftesten Berliner Theaterkritiker der Jahrhundertwende, von Alfred Kerr, soll sich Rainer Maria Rilke von der Inszenierung eher enttäuscht gezeigt haben, wie es heißt, wegen des bescheidenen literarischen Gehalts des Stücks.
Wie seltsam aber doch, dass Hockenjos oder die Lügenkomödie sich nie bis in unsere Familie herumgesprochen hatte. Was hätten wir uns als Jugendliche ob des schrägen Namensvetters amüsiert und wie hätten wir uns mit ihm gegenseitig veralbert, hätten das Stück womöglich sogar zuhause nachgespielt! Jakob Wassermann, der Jude, fehlte indes im väterlichen Bücherschrank, selbst seine bekanntesten Romane Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens und Der Fall Maurizius; genauso wie der Jude Berthold Auerbach (1812 – 1882) mit seinen Schwarzwälder Dorfgeschichten oder mit Barfüßele. Beide hatten sie auch um ihre gesellschaftliche Anerkennung geschrieben. Waren sie einfach nicht nach Vaters Literaturgeschmack – zu bürgerlich, zu spießig, nicht mehr zeitgemäß genug? Oder wirkte da in der Generation der Kriegsteilnehmer noch etwas ganz anderes nach – jene spezielle Art deutscher Beklommenheit? Jakob Wassermann starb 1934 in seiner Villa in Altaussee in Österreich. Die Verfolgung durch die Nazis ist ihm eben noch erspart geblieben.
Dass es der Name Hockenjos (mit o statt mit a) in die Literaturgeschichte geschafft hat – und sei es als noch so unbedeutende Fußnote – ist freilich nicht nur Jakob Wassermann und seiner frühen Komödie zu verdanken: Im Jahr 1865 hatte sich der Dichter Friedrich Geßler (nach dem in Lahr noch eine Straße benannt ist) auf die Suche nach dem vergessenen Grab der Sesenheimer Goethe-Geliebten Friederike Brion (1752 – 1813) gemacht. Den Weg dahin wies ihm schließlich der Meissenheimer Totengräber Andreas Hockenjos, sodass im Jahr darauf an der Meissenheimer Kirchenmauer ein neues Brion-Grab eingeweiht werden konnte, das 1966 noch um ein Marmorbildnis erweitert werden sollte – in einem Festakt, fast so effektvoll wie in Wassermanns Lügenkomödie.
*Hockenjos, Fritz: Die Hockenjosen. Unveröffentlicht, 1989.
Vor einiger Zeit war ich in Bayern, ganz in der Nähe der Zugspitze, in einem Ort, der von Touristen sehr frequentiert wird. Nach langem Suchen fand ich endlich ein kleines Café mit einer gemütlichen Terrasse davor. Mir fiel sofort ein Schild auf der Wiese vor der Terrasse auf, das vor Schlangen warnte, die dort leben sollten. Um die Wiese mit hohem Gras und Blumen waren Büsche zum Schutz vor der Straße gepflanzt. Bevor wir uns verabschiedeten fragte ich, um welche Art von Schlangen es sich denn hier handele, denn mir war keine Schlangenart bekannt, die in einem solchen Terrain leben könnte. Die Wirtin, übrigens eine Schwarzwälderin, schaute mich verschmitzt an und sagte: “ Das ist das Einzige, was hilft.“ Ich fragte sie, gegen was des denn helfen würde.
Gegen Eltern, die meinten ihr Garten sei ein Spielplatz für die Kinder und das Blumenpflücken dort doch eine nette Ablenkung für diese, damit die Eltern ihren Kaffee in Ruhe genießen könnten und gegen Hundebesitzer, die der Auffassung wären, die Wiese wäre ein idealer Platz für ihre Hunde, um dort ungefährdet herumtollen zu können, lautete die Antwort.
Diese Worte veranlassen mich heute darüber zu schreiben, wie wenig doch Rücksicht auf die Natur und öffentliches Eigentum genommen wird und wie wenig Verantwortung für eigenes Handeln übernommen wird. Jeder kennt sie, diese Schilder mit ähnlich fantasievollen Versuchen Mitmenschen Manieren beizubringen. Komischerweise beschwert sich jeder über das rüpelhafte Benehmen seiner Mitmenschen und den Umgang mit der Natur – nur macht derjenige es besser?
Nicht nur, dass die Straßenbäume in Hüfingen ein elendes Leben leben müssen, manche Zeitgenossen meinen, man könne dafür sorgen, dass es ihnen noch ein bisschen schwerer gemacht werden könnte. Zudem stören sie ja ohnehin für manche überdimensionale Garagenausfahrt.
Müll in und um Hüfingen ist zur Normalität geworden. Achtlos in die Gegend geworfene Masken, weil man zu faul ist sich zu bücken und, weil die Teile einem inzwischen nachgeworfen werden, sind zum Alltag geworden. Auf einer kurzen Runde auf Hohen II habe ich alleine 5 Masken auf dem Boden vorgefunden.
Dem Heer von Reinigungskräften und Ehrenamtlichen es zu überlassen hinter einem aufzuräumen ist nicht nur menschenverachtend, sondern auch asozial. Auch sich zu freuen bei einem Verstoß gegen was auch immer nicht erwischt worden zu sein, ist nichts, worauf man stolz sein kann, denn ein ungeahndeter Verstoß bleibt ein Verstoß und schadet darüber hinaus der Umwelt und dem Mitmenschen.
Ich amüsierte mich, wie die Wirtin aus dem Schwarzwald eine wohl funktionierende Möglichkeit gefunden hatte ihre Wiese zu schützen, die ihr am Herzen lag. Aber ich bin auch betrübt darüber, dass solche Dinge überhaupt notwendig sind, um Menschen davon abzuhalten fremdes oder auch öffentliches Eigentum zu beschädigen. Was tun wir, um die nur noch rudimentär vorhandene Natur in unseren Wohngebieten zu schützen? Was tragen wir dazu bei Hüfingen wirklich zu einer Stadt zu machen, die ein ökologisches Prädikat verdient?
Jeder Baum und jede Grünfläche ist wichtig, denn sie tragen zu einem ökologischen Klima bei. Und das unsere Erde das nötig hat zeigen die vielen Naturkatastrophen in diesem Jahr. Tragen wir also gemeinsam dazu bei und fangen wir vor unserer Haustür damit an.
Im März 2020 haben mich eine Reihe Verschwörungstheorien zu einem Kommentar bewegt. Es war mir klar, dass ich hiermit selbsternannte Virologen, Schwurbler und „Wahrheiterfühler“ nicht stoppen kann.
Seit letztem Jahr ist nicht nur das Virus mutiert, sondern auch das Geschwätz drum herum. So wird nicht mehr die Evolution oder gar die Existenz des Virus angezweifelt, sondern wissenschaftliche Methoden wie PCR, Impfstoffe und auch gleich das ganze menschliche Immunsystem.
Cycler
Also erst mal: Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden von Menschen die nicht den Unterschied zwischen Replikation, Rekombination und Transkription kennen. Lassen Sie sich nicht eine PCR erklären von Leuten, die nie eine solche gemacht haben und nie verstanden haben, was da gemacht wird. Lassen Sie sich nicht die Virologie von Physikern erklären. Selbst die allermeisten Ärzte haben nie im Leben eine PCR gemacht und kennen Viren nur aus der Perspektive von Krankheitssymptomen.
Cycler
All dies ist sehr komplex, füllt Millionen von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und erfordert ein jahrelanges Studium und Forschung um überhaupt im Ansatz zu begreifen was vor sich geht.
Das Prinzip der Impfung anhand der Geschichte
Was eine Impfung ist, lässt sich anhand der Geschichte und am Beispiel der Pocken am einfachsten erklären.
Die Pocken, oder auch Blattern, waren eine gefährliche Viruskrankheit, die über Jahrtausende nicht zu heilen war, wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahmen gab es auch nicht, und an der etwa 30% aller infizierten Menschen starben. Im Jahre 1794 machte sich Edward Jenner ein uraltes Wissen zu Nutze, nach dem einmal von den Pocken genesene Menschen nie mehr an dieser Krankheit litten. Jenner benutzte zum Immunisieren die für den Menschen relativ ungefährlichen und nahe verwandten Kuhpocken.
Was beim Immunisieren passiert, ist im Grunde ein „scharfmachen“ vom körpereigenen Immunsystem. Man zeigt dem Immunsystem den Eindringling und der Organismus bildet Antikörper dagegen. In dem Beispiel hat Jenner dies anhand der relativ ungefährlichen Kuhpocken getan.
Hier zeigt sich auch schon die Problematik der Impfung: Man braucht etwas relativ ungefährliches, das man dem Immunsystem zeigen kann, aber das auch ähnlich genug mit dem gefährlichen Erreger ist, um diesen effektiv zu erkennen und unschädlich zu machen.
Eine Impfung mit dem Kuhpockenerreger ist zwar relativ ungefährlich, aber trotzdem sterben etwa zwei Menschen pro einer Million Geimpfter an den Kuhpocken. Dies erscheint wenig angesichts der Schwere der Erkrankung, aber für diese zwei Menschen und deren Familien ist dies natürlich unerheblich.
So stellt und stellte sich immer wieder die Frage der Gefahr einer Impfung im Kontext zur Gefahr einer Erkrankung. Hinzu kommt: Je höher der Prozentsatz der Geimpften ist, um so geringer ist das Risiko eines Einzelnen an der Krankheit zu erkranken. Aber auch, um so mehr Geimpft, um so größer die Anzahl der Menschen mit Impfschäden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass diejenigen, die das Risiko der Impfung auf sich nehmen, nicht nur gegen die Krankheit relativ gut geschützt sind, sondern auch diejenigen schützen, die das Risiko einer Impfung nicht auf sich nehmen wollen oder dazu keine Möglichkeit haben.
Das Impfrisiko und seine Bedeutung
Anhand der Kuhpocken und der Pocken kann man erkennen, dass die Frage des Risikos immer eine statistische Abwägung ist. Solange die Pocken überall verbreitet waren und alle Menschen direkt bedroht haben, war eine Impfung aller Menschen sicher wichtig. Seit die Pocken aber fast ausgerottet worden sind, konnte man in den 1970er Jahren die Impfpflicht aufheben, da das Impfrisiko bei weitem über der Gefahr einer Erkrankung lag.
Es wird zwischen Lebendimfstoffen, Totimpfstoffen (RNA-Impfstoffe) und Adjuvanzien unterschieden. In der Immunologie werden Adjuvanzien eingesetzt, um die Immunantwort auf eine verabreichte Substanz zu steigern. Man braucht also beim Einsatz eines Adjuvans weniger vom Erreger oder sogar nur einzelne Zellwandproteine (Spike Protein vom Coronavirus), um eine Immunantwort zu erreichen.
All diese verschiedenen Möglichkeiten haben ihre ganz spezifischen Risiken und Vorteile. Da man nicht in die Zukunft schauen kann, wie sich Krankheitserreger und deren Pathogenität entwickeln, kann jede einzelne Impfung nur eine Abwägung vom Risiko und Nutzen sein. Hilfreich bei dieser Abwägung ist erst einmal zu wissen, wie gefährlich eine Krankheit ist und ob man überhaupt impfen kann. Wenn man impfen kann, sollte man schauen, in welcher Form geimpft wird. Gegen welchen Erreger wird geimpft?
Des Weiteren sollte man auch beim Impfschutz die Möglichkeiten und Unterschiede von Grundimmunisierung, Auffrischimpfungen, die „Immunologische Lücke“, Impfdurchbrüche und die Antikörper-Titerbestimmung im Blut in betracht ziehen.
Die Grundimmunisierung und der Impfschutz
Wie schon oben erwähnt, sagt man bei einer Impfung dem Immunsystem was es bekämpfen soll. Das Immunsystem produziert daraufhin Antikörper und der Körper macht sich bereit, alles was genauso aussieht zu bekämpfen.
Zum Zeitpunkt der Geburt hat jeder bereits ein voll entwickeltes Immunsystem, aber die Antikörper sind noch von der Mutter. Nach der Geburt werden weitere Antikörper mit der Muttermilch aufgenommen. Diese maternellen Antikörper werden nach und nach abgebaut und diese Restmenge an mütterlichen Antikörpern kann die Impfung stören. Diese kritische Phase wird als „immunologische Lücke“ bezeichnet.
Hier soll noch erwähnt werden, dass neben der „immunologischen Lücke“ auch Stress oder Krankheit den Impferfolg beeinträchtigen können. Deshalb sollte man sich nur impfen lassen, wenn man sich wirklich gesund fühlt.
Impfdurchbruch
Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert einen Impfdurchbruch als eine Infektion bei vollständig Geimpften, die auch mit Symptomen einhergeht.
Dies ist nichts neues! Impfdurchbrüche gibt es mit allen Impfstoffen schon immer.
Keine Impfung und kein Medikament ist perfekt und wirkt bei jedem zu 100%. Dies wäre nicht realistisch.
Fragen?
Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von Seiten und youtube Filmen die gefühlte Wahrheiten verbreiten und ebenso eine unüberschaubare Menge an Verschwörungstheorien anbieten. Ich nenne all diese Seiten jetzt der Einfachheit halber “Schwurbelseiten”
Wegen dieser Schwurbelseiten habe ich 2013 angefangen zu bloggen. Nicht, um diese Seiten einzeln zu widerlegen, sondern um wissenschaftsbasierte Informationen anzubieten. Klar könnte ich den ganzen Unfug schnell widerlegen, aber mir ist ganz einfach die Zeit dafür zu schade.
Aus diesen Gründen lösche ich hier alle links auf Schwurbelseiten konsequent. Ich bitte alle sich über Wikipedia, das Robert Koch Institut oder andere seriösen Quellen zu informieren!
Aber hier möchte ich doch öffentlich Fragen beantworten! Da eben wegen diesen vielen Falschinformationen einige Menschen verunsichert sind. Und nicht jeder hat ja gerade Molekularbiologie studiert.
Sie dürfen mir hier in der Kommentarspalte Fragen stellen und ich werde versuchen sie zeitnah und verständlich zu beantworten. Es darf gerne anonym gefragt werden, nur sollten Sie sich an die Regeln halten.
Und: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten!