an Mariä Geburt ziehen Schwalben und Studenten fort. So lautet ein einprägsamer Spruch. Mariä Geburt wird am 8. September gefeiert. Und jetzt kommt der Grund für diesen Beitrag: Denn dieses Jahr hielten sich die Schwalben zumindest teilweise nicht daran. Bild oben entstand auf der Heimfahrt in Hüfingen am 13. September 2022 um 18.10 Uhr und Bild unten am 19. September morgens um 7:43 auf der Hinfahrt zur Arbeit auch in Hüfingen. Den weiteren September konnte man noch etliche Schwalben beim Insektenfangen über den Wiesen beobachten.
Nun gut, ich will nicht ausschließen, dass mir dies in diesem Jahr erstmals bewußt geworden ist und es jedes Jahr so ist. Da muss ich im nächsten Jahr gut aufpassen. Ich darf aber auch Sie fragen, ob Ihnen auch eine längere Anwesenheit 2022 aufgefallen ist oder nicht. Ein Gedanke könnte sein, dass die Schwalben das erneute Ergrünen der Wiesen nach den Niederschlägen als zweiten Frühling interpretiert haben und deswegen länger geblieben sind.
Die Temperaturen am 19. September lagen bei unter 5° C. Man kann auf dem Bild oben sehen, dass die Mehlschwalben ihr Gefieder aufplustern, um die Sonnenwärme besser aufnehmen zu können. Was toll ist, dass man die Vögel sehr gut zählen kann. Wieviele finden Sie auf dem Bild unten? Genau 80 Stück, wer hätte das gedacht? Auf dem Bild oben zählte ich 51 sitzende und vier fliegende Schwalben. Zählen Sie bitte nach, ich finde, es sind auch mehr als gedacht.
Sehen Sie auch, dass auf Bild oben Mehl- und Rauchwalben versammelt sind? Die Frage daraus ist, ob Sie auch gemeinsam in den Süden ziehen. Was ich gefunden habe, dass im Frühjahr die Rauchschwalben im Schnitt zehn Tage vor den Mehlschwalben bei uns ankommen. Das heißt sie ziehen getrennt. Leider habe ich bei meiner Kurzrecherche keine Angaben zum Herbstzug gefunden. Es bleibt also weiterhin eine spannende Frage, die vielleicht jemand von Ihnen lösen kann.
In der Ausstellung, die am Freitag, dem 07.10.2022 eröffnet wurde, räumt das Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen fünf Künstlerinnen und Künstlern einen besonderen Platz ein.
JOSEF BÜCHELER/WOLFGANG KLEISER/ANJA KNIEBÜHLER/DENISE MORIZ/JÖRG MANDERNACH rendez-vous 07.10.2022 –08.01.2023
„Wie lang häsch no, Bläsi?“ gelesen von Maria Simon
Wie lang häsch no?, Bläsi
„Guete Morge“, du ich dorri brummle de Morgemuffel hangt mer i de Zai „Guede“, duet er herwärts mummle Soo gohts sit Woche mit iis zwei.
En Wälder also, seller Kleiser Maa, denkt han ich’s glii, jetzt isch es klar. Kumsch Obends z’ruck, stoht er no doo Uf sim Podest, doo uff de Boor.
„Guete n’Obet“, ruef ich zu ihm riber „Guede“ huucht er zue mir n` iber. Er guckt nit nab und au nit nuff, sii Handwerk hät der wirkli druff.
So giit’s nuu on wo bloost und drillt des flissig Glas noch sinem Bild. D’Betziit Glock nimmt er kum wohr am „Bläsi – Brunne„ , uff em Brunnestoe.
Dem isch’s au gliich wenn d’Rentner froge: „Wie lang widd duu dichdenn no,bloge?“ Erst reacht bloost er noo uff die Backe Und loot de glüejig Buddel knacke.
Denn Arbet isch e Kunscht nie gsii. Drum zooeget er wie es sott sii, daß z’fridde mir ad Arbet gond und froh sind, dass mir oni hond.
„Häsch nit baald gnueg?“ lot er nit gelte do kennet alli morre, schelte „Wie lang häsch noo?“, isch ihm en Gruus, drum schaffft er zue, johrii, johruus.
Den Kerle mueß mer oefach mege und kon isch au nuu weng degege. Sitt der im Oortisch, des sei gseit, macht iis der „Bläsi“ werkli Freid.
am 14. Mai 2022, einem Samstag, erblickte ich am dicken Holzblock, der unsere Vogeltränke trägt, dieses farblich schöne Gebilde und zwar um 9:41 Uhr. Die Uhrzeit ist deswegen interessant, weil das nächste Foto nur knapp drei Stunden später geschossen wurde, um 12:38 Uhr. Und das dritte Bild ist um 15:07 Uhr aufgenommen worden, also nur 2 ½ Stunden später. Da bleibt einem doch die Spucke weg, finden Sie nicht auch? Dass Naturabläufe derart schnell verlaufen, hat mich völlig verduzt.
Pilz um 9:41 UhrPilz um 12:38 UhrPilz um 15:07 Uhr
Das letzte Bild stammt von drei Tage später um 7:43 Uhr. Dem Schleim nach haben sich Schnecken über das Gebilde hergemacht.
Pilz drei Tage später um 7:43 Uhr
Ich habe bis heute gezögert, darüber zu schreiben, weil ich nicht mit der Bestimmung klar kam. Ich machte mich auf die Suche bei den Schleimpilzen, Sie erinnern sich sicher noch an Artikel über sie. Und dabei bin ich vermutlich fündig geworden. An was erinnert Sie das erste Bild? An Fischeier, keine Frage, oder? Jetzt wird es sehr einfach, das Gebilde ist ein Fischeierschleimpilz, ganz logisch. Man könnte meinen, die „Eier“ hat jemand dort abgelegt, so sieht es doch aus. Nein, das muss aus dem Holz heraus entstanden sein.
Was noch nicht ganz geklärt ist, dass vom lachsfarbenen Fischeierschleimpilz gesprochen wird. Diese Farbe sieht man in Ansätzen nur auf dem zweiten Bild. Vielleicht kann mir jemand von Ihnen noch Genaueres dazu sagen, ich würde mich freuen.
Für den im Jahre 2003 beschlossenen Bau des Lidl Zentrallagers in Hüfingen sollte damals eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unter allen Umständen vermieden werden, da man sich sonst an EU-Recht hätte halten müssen.
Deshalb wurde das zu versiegelnde Areal von der Größe erst einmal etwas kleiner gemacht, damit man dies umgehen kann. Zeitgleich wurde aber auch eine Erweiterung geplant, die man dann 10 Jahre später, ebenfalls ohne UVP, durchgezogen hat.
Trotz vieler Rufe aus der Bevölkerung wurde von den Herrschenden keine Photovoltaikanlage für das gigantische Dach gefordert. Das Warum blieb und bleibt unbeantwortet.
Mit Unterstützung der Herren des Gemeindeverwaltungsverband Donaueschingen (GVV), des CDU-Bm, der SPD Fraktion, der CDU Fraktion und der FDP Fraktion, wurde das Zentrallager so billig wie möglich gebaut, dass nun auch nachträglich keine Photovoltaikanlage mehr möglich ist.
Warum hat der Lidl es nicht nötig, seinen Strom selber zu produzieren?
Ohne auferlegte Steuern betrug der Strompreis für die Industrie in Deutschland im Jahr 2020 rund 8,49 Cent pro Kilowattstunde (Quelle: Statista). Welche genauen Preise der Lidl mit der Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG ausgehandelt hat, ist natürlich geheim. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass die Energieversorgung Südbaar genau den selben Männern unterstellt ist, wie die, die sich gegen eine Photvoltaikanlage gestemmt haben.
Wer also heute den Strom vom Lidl bezahlt, mögen sich die Bürgerinnen und Bürger selber ausrechnen.
Solaranlage
Die Dachfläche vom Lidl Zentrallager auf dem ehemaligen Niedermoor des Grasweihers im Benediktsholz hat eine Fläche von 46.969,22 m2.
Die mittlere jährliche Sonnenstahlung findet man auf den Karten der LUBW. Die Sonneneinstrahlung liegt bei jährlich etwa 1.100 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter.
46.969,22 m2 x 1.100 kWh = 51.666.142 kWh
Gehen wir von einem Strompreis von 8,49 Cent pro Kilowattstunde aus, so kommen wir auf eine Ersparnis von 4.386.455,46. Diese Rechnung stimmt so nicht. Bitte in den Kommentaren schauen! Für eine noch genauere Erklärung wäre ich dankbar.
Da dem Lidl eine Ersparnis von etwa 4 Mio im Jahr nicht ausreichend ist, um vernünftig zu bauen und eine Solaranlage zu montieren fragt man sich ernsthaft woher der Lidl momentan seinen Strom bekommt und was dafür bezahlt wird.
Bei den vielen Industriedächern und riesigen Parkplätzen fragt man sich auch wieso es aus der Politik hier keine Anreize gibt, damit auch Großkonzerne Verantwortung für die Zukunft übernehmen?
Zusammenfassung des unten beschriebenen Tages von Niko Reith
Da für das Abenteuer einer Zugfahrt nach Stuttgart keine Zeit war, ging es morgens um sieben mit dem Auto von Donaueschingen nach Stuttgart.
Trotzdem waren wir 5 Minuten zu spät für den ersten Termin des Tages: Ein Gespräch des AK Soziales mit Muammer Akin, dem Vorsitzenden vom Landesverband für bürgerschaftliches Engagement (LBE-BW).
Der LBE-BW e.V. ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Akteuren aus der landesweiten Bürgergesellschaft, die sich auf vielfältige Art und Weise engagieren. Das Anliegen der LBE-BW e.V. ist der Dienst am Menschen und der Frieden in der Gesellschaft. Herr Akin hat mir mit seinem Engagement sehr imponiert und auch durch seine Schlagfertigkeit. Eine gut funktionierende und moderne Zivil- oder Bürgergesellschaft lässt sich unter anderem daran messen, wie stark sich deren Bürgerinnen und Bürger am öffentlichen Leben und am demokratischen Prozess beteiligen. Es kam die Rede auf alte Menschen die in einer Welt der alten patriarchalen Strukturen aufgewachsen sind; Türken ebenso wie Deutsche. Hier gilt es die alten Dämme zu durchbrechen und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Dies gelingt nur durch Transparenz und Dialog. Man war sich einig, dass Partizipation die Grundvoraussetzung für Integration ist.
Mitglieder der FDP Fraktion und des Verbandes LBE-BW e.V. für ein Pressefoto.
Nach dem Pressefoto ging es sofort zur Sitzung des Arbeitskreises (AK) Soziales, Gesundheit und Integration. Hier wurden intensiv die aktuellen Themen besprochen. Dies waren natürlich die kommenden „Coronaregeln“, bzw. die Verwirrungen darüber und die einrichtungsbezogene Impfpflicht.
Aber auch Themen wie Seniorenräte, Alzheimer und Demenz, die Tafeln, das Bestattungsrecht, Affenpocken und sogar klimaschädliche Narkosegase wurden sehr konzentriert diskutiert.
Ein Thema das mir persönlich sehr neu war und das sich sicher lohnt genauer hin zu sehen, ist die Einschulungsuntersuchung. Ich dachte immer, dass alle Kinder eine Einschulungsuntersuchung duchlaufen. Auch steht auf den Seiten des Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, dass dies Pflicht sei.
Leider konnte ich keine Zahlen hierzu finden, aber im AK wurde gesagt, dass in Baden-Württemberg momentan nur ein Deckungsgrad von 45% erreicht wird. Also 1994 wurden noch 100.000 Kinder beurteilt und im Jahr 2021 seien es gerade noch 40.000 gewesen.
Die Enquetekommission „Krisenfeste Gesellschaft“ hat 14 Mitglieder und den Vorsitz hat Alexander Salomon (Grüne). Die Enquetekommission soll Handlungsempfehlungen erarbeiten, die das Ziel haben, das baden-württembergische Gemeinwesen für die Zukunft resilienter und krisenfester aufzustellen. Dabei soll sie sich insbesondere auf die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen konzentrieren, die ihre Wirkung im Zeitraum nach Abschluss ihrer Tätigkeit entfalten können, auf Landesebene umsetzbar sind und den Fokus auf die Umstände von Krisen setzen.
Was bisher genau gemacht wurde, lässt sich in denn Pressemitteilungen nachlesen:
Nach den Sitzungen, kurz nach zwölf, hatte Niko Reith andere wichtige Termine, wie z.B. eine Fraktionssitzung und machte sich sofort auf.
Ich durfte mir mit seiner Referentin, der Sozialwissenschaftlerin Katja Abt, den Landtag anschauen und zu Mittag essen. An dieser Stelle nochmal, vielen Dank für ihre Zeit und die vielen tollen Erklärungen!
Blick von der FDP Dachterrasse
über das Gelände vor dem Landtag
Der Landtag in Stuttgart im Regen
Das Gedenkbuch
Das Gedenkbuch ist als leinengebundenes, goldgeprägtes Exemplar im Übergang zwischen Landtagsgebäude und Bürgerzentrum auf einem Pult ausgestellt. Darüber wurde der Schriftzug „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1 GG) auf die Wand aufgebracht. Alle Gedenkbuch- Inhalte sind ebenfalls an einem barrierefrei zugänglichen Touchscreen-Tisch im Landtags-Bürgerzentrum abrufbar, der sich mit seiner Bronze-Legierung in das Design des Besucherzentrum-Neubaus einfügt.
Der Link www.ltbw.de/gedenkbuchführt zum Online-Gedenkbuch auf der Landtags-Website, wo Biografien der Verfolgten über Namen, Partei, Orte bzw. Regionen recherchiert werden können.
Georg Mall
03.09.1878 – 12.12.1956
27.03.1933 Mall ist Mitglied im Gemeinderat Donaueschingen. Dort wird am 27. März 1933 ein Antrag eingebracht. Reichspräsident Paul von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler die Donaueschinger Ehrenbürgerschaft zu verleihen.
Mall stimmt gegen den Antrag und es werden ihm ab diesem Zeitpunkt die Teilnahme an Sitzungen des Gemeinderates verweigert.
Eugen Bolz
Auf dem Weg in den Plenarsaal begegnet uns ein Abbild des ehemaligen Zentrumpolitikers und Staatspräsidenten Eugen Bolz. Geboren wurde er am 15. Dezember 1881 in Rottenburg am Neckar und wurde am 23. Januar 1945 nach dem missglückten Attentat vom 20. Juli 1944 in Berlin-Plötzensee von den Nazis ermordet.
Eugen Bolz
Württembergischer Staatspräsident 1828-1933
Hingerichtet 23.01.1945
Am 21. Dezember 1944 wurde Eugen Bolz vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Foto: Bundesarchiv, Bild 151-55-28 / CC-BY-SA 3.0
Eugen Bolz
Württembergischer Staatspräsident 1828-1933
Hingerichtet 23.01.1945Am 21. Dezember 1944 wurde Eugen Bolz vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Foto: Bundesarchiv, Bild 151-55-28 / CC-BY-SA 3.0
Unter der Treppe befindet sich eine Galerie der ehemaligen Landtagspräsidenten bis 1972.
Karl Person, Landtagspräsident Baden, 1946-1952
Karl Gengler Landtagspräsident Württemberg-Hohenzollern, 1946-1952
Wilhelm Keil, Landtagspräsident, Württemberg-Baden 1947-1952
Carl Neinhaus, Landtagspräsident, 1952-1960
Karl Gengler Landtagspräsident Württemberg-Hohenzollern, 1946-1952
Wilhelm Keil, Landtagspräsident, Württemberg-Baden 1947-1952
Erich Ganzenmüller, Landtagspräsident 1976-1980
Lothar Gaa, Landtagspräsident 1980-1982
Erich Schneider, Landtagspräsident 1982-1992
Vor der Rückfahrt nach Donaueschingen hat Niko Reith für uns noch obigen Podcast aufgenommen und wir haben das Foto unten im Landtag gemacht.
Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern raten, anstatt nur auf die kurzen Schlagzeilen ausgewählter Medien zu schauen, guckt direkt nach Stuttgart! Schaut euch den Kontext an, dann müsst ihr nicht immer alles glauben, was euch vor allem zu den Wahlen aufgetischt wird.
was sagen Sie zu dem Bild unten? Ich denke, dass keiner von Ihnen den Fürstenberg je so gigantisch gesehen hat. Vielleicht täusche ich mich aber auch, dann würde ich mich über Rückmeldungen freuen. Die Aufnahme ist etwa 14 Tage alt und von Andrea Meyer aus Behla aufgenommen worden, ein beeindruckender Schnappschuß. „Das muss ich Dir zeigen“, sagte sie nach dem Gottesdienst zum Bruderschaftsfest in Hausen vor Wald. Wenig später erhielt ich das Bild und ich war begeistert. Relativ schnell frug ich sie, ob ich es für einen kleinen Beitrag nutzen kann, natürlich mit ihrer Autorennennung. „Das kannst Du gerne machen“, antwortete sie.
Dass Nebel entsteht, wenn die Luft den Wasserdampf nicht mehr halten kann, ist Fakt. Genauso bekannt ist, dass das Wasserdampfhaltevermögen der Luft abhängig ist von der Temperatur. Je kühler es ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Nebel bildet. Und kühle Luft ist schwerer als warme, deshalb ist der Nebel gehäuft in Talsenken. Soweit so gut. Man kann zum Bild sagen, dass in der Baarmulde sich aus besagten Gründen kein Nebel gebildet hat. Er zieht vermutlich vom Aitrachtal über Hondingen an den Fürstenberg. Ich verstehe den Nebel am Fuße das Berges, dass er aber mit Wucht über den Fürstenberg zieht, ist mir etwas unerklärlich. Das macht aber das Besondere an diese Bild aus. Was mir als Erklärung einfällt ist, dass der Nebel durch Windbewegung über den Berg geflutet wird.
Sei es drum, ein herrliches Bild und vielen Dank Andrea für die Überlassung des Fotos!
Das Bild ganz oben zeigt eine Inversionswetterlage am Hochrhein von Hotzenwald aus aufgenommen mit Blick in die Schweizer Alpen. Das Rheintal ist wie eine Badewanne gefüllt mit Nebel und diese Situation kann sich wochenlang hinziehen. Schön für die oberhalb des Nebelmeers, schlecht für die in der Nebelsuppe.
Herzliche Grüße Franz Maus
Und hier noch ein Bild von Fürstenberg aus ähnlicher Perspektive während Vollmond von Thomas Kring
über so etwas, was sich Ende August/Anfang September abspielte, muss man einfach schreiben. Hauptpunkt waren sehr starke Niederschlage ab dem 18. August in Donaueschingen, sage und schreibe 206 Liter pro Quadratmeter, davon 137 Liter am 18. und 19. August. Zum Vergleich waren es in Hausen vor Wald nicht einmal die Hälfte bei nur 10 Kilometer Abstand. Der absolute Hammer. Was normal ist, dass dabei die „Bolkart“ Wiese beim Pferdekreisel zum Teil unter Wasser steht. Was mich irritiert hat, dass das Wasser sich nicht in der gewohnten Geschwindigkeit zurückzog. Noch heute, am 13. September, ist nicht alles weg.
Der Grund ist im Bild oben zu sehen, ein Biberdamm in der Stillen Musel hat den Wasserstand deutlich erhöht und lässt das Wiesenwasser verlangsamt abfließen. Also diese Situation hat dazu geführt, dass im Höchstfall 113 Störche sich zum Festmahl auf der Wiese aufhielten, ein tolles Bild. Wochenlang verweilten sie, die Zahl reduzierte sich auf 25.
Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Großvögel. Sehen Sie, dass da noch eine andere Art sitzt? Ich denke, Sie erkennen, dass in der Mitte ein junger Schwarzstorch hockt, er war weit und breit der einzigste. Jung deshalb, weil er noch einen grünen Schnabel hat. Jetzt kommt der zweite Teil der Geschichte. Beim Beobachten stellte ich fest, dass etliche Watvögel anwesend waren, die allerdings meistens die Flucht ergriffen, wenn ich mit meinem Fahrrad auftauchte.
Dann war ich dankbar, dass ich Professor Helmut Gehring am Ort des Geschehens traf, ein exzellenter Kenner der Watvögel, auch Limkolen genannt. Er kennt die Arten auseinander, da kann man nur staunen. Ich schickte ihm meine Bilder und dankenswerter Weise betimmte er die teilweise „Die Watvögel nutzen die Gewässer der Baar als Trittsiegel auf Ihrem Zug von teils ganz im Norden in den Süden. Eine solche Ansammlung, wie zur Zeit auf der „Bolkart“ Wiese habe ich noch nie erlebt“. Er hat vom 31. August bis zum 4. September zehn Arten gezählt mit folgenden Tierzahlen: 6 Grünschenkel, über 20 Bekassinen, 8 Waldwasserläufer, 4 Bruchwasserläufer, 2 Dunkle Wasserläufer, 2 junge Kampfläufer, 4 Alpenstrandläufer, 1 Sandregenpfeifer, 1 junger Flussregenpfeifer und 1 Flussuferläufer.
BekassineGrünschenkel
Er war begeistert. Am 9. September hatte ich Fotoglück, denn auf dem letzten Bild sind drei Arten zu sehen: Links ein Bruchwasserläufer, als nächstes ein junger Sichelstrandläufer und rechts zwei Kampfläufer. Das ist doch was. „Den Sichelstrandläufer zu sehen, ist außergewöhnlich, es gibt nur wenige Beobachtungen auf der Baar“. Sprach Professor Helmut Gehring.
KampfläufermännchenZum Größenvergleich: Im Hintergrund ist eine Stockente zu sehen, im Vordergrund das Kampfläufermännche.
Bruchwasserläufer, ein junger Sichelstrandläufer und rechts zwei Kampfläufer.
Stirbt der Schwarzwälder Charaktervogel vollends aus?
So geräuscharm wie das kleine Waldhuhn, das Haselhuhn, um die Jahrtausendwende aus dem Schwarzwald verschwunden ist, wird sich sein großer Verwandter, das Auerhuhn, nicht davonstehlen können. Dazu ist der schwarz schillernde Hahn denn doch gar zu populär und auch zu schlagzeilenträchtig. An seinem dramatischen Schicksal nimmt die Öffentlichkeit jedenfalls regen Anteil – und sei es auch nur dank der ausgestopften Exemplare, jener Relikte aus den Zeiten der herrschaftlichen Hahnenjagd, die in manchen Wirtshausstuben bis heute überdauert haben. Unlängst war es gar leibhaftiger, ein balztoller Hahn, der für großes mediales Aufsehen gesorgt hat, nachdem er auf dem Feldberg von einem betrunkenen Festbesucher in vermeintlicher Notwehr erschlagen worden war. Da und dort sind es auch Hinweisschilder für Wanderer, Skiläufer und Mountainbiker mit der Aufforderung, Auerhuhnlebensräume zu meiden, die an sein Vorkommen gemahnen. Vor allem aber ist das Lamento der Windenergieplaner und -betreiber, die das Kreuz zu schlagen pflegen, wann immer das Auerhuhn als Argument ins Feld geführt wird; allenfalls der Rotmilan, das häufigste Schlagopfer in den Statistiken der Vogelschutzwarten, dürfte noch verfluchter sein. Doch wann hatte man eigentlich zuletzt das Glück, einem Hahn, gar der unscheinbareren Henne in freier Natur zu begegnen?
Am 11. Mai 2022 hat sogar der Stuttgarter Landtag eine knappe Stunde lang über das Auerhuhn debattiert. Wo doch der grün geführten Landesregierung nichts ungelegener käme, als wenn ausgerechnet sie mit ihrem durch Gasmangel und Ukrainekrieg neu entfesselten Windkraft-Elan für das Aussterben des „Schwarzwälder Charaktervogels“ verantwortlich gemacht würde.
So war es denn auch kein Wunder, dass grüne wie schwarze Abgeordnete im Brustton der Überzeugung hervorhoben, dass die Windenergie keinerlei Schuld treffe am so misslichen, allem Anschein nach unaufhaltsamen Rückgang des Schwarzwälder Auerhuhnbestands mit seinen eben noch insgesamt 114 Hähnen (gem. Balzplatzerhebung 2021).
Schon im Eingangsstatement des Abgeordneten Reinhold Pix (Grüne), des Sprechers für Wald und Wein, stand es fünf vor zwölf um die Hühner, im Beitrag seiner Kollegin Sarah Schweizer (CDU) sogar bereits eine Minute nach zwölf. Und auch der fürs Jagdrecht zuständige Forstminister Peter Hauk (CDU) ließ keine Zweifel aufkommen an der Dramatik der gegenwärtigen Situation, verursacht durch allzu dunkle Nadelwälder, durch den Besucher- wie den Raubwilddruck sowie gewiss auch durch den Klimawandel. Auch er verneinte jeglichen Einfluss der Windräder und verwies dabei auf das (vom Land Baden-Württemberg und aus Drittmitteln des Bundesverbands WindEnergie e. V. sowie einiger heimischer Energieversorgungsunternehmen finanzierte) internationale Forschungsprojekt Windenergie & Auerhuhn, das auch im Schwarzwald zu dem wenig erstaunlichen Ergebnis gekommen war, dass Auerhühner Windenergieanlagen weiträumig meiden und dass sie also auch nicht nennenswert vom Lärm, Drehbewegung und Schlagschatten der Rotoren gestresst werden können1.
Er versprach einen Maßnahmenplan, mit welchem der Beweis erbracht werden soll, dass Klima- und Artenschutz durchaus miteinander zu vereinbaren sind. Lediglich ein AfD-Abgeordneter hat es gewagt, Zweifel am Gelingen des Vorhabens anzumelden.
Mitten in den Sommerferien, am 17. August 2022, wurde der angekündigte Maßnahmenplan dann auch offiziell vorgestellt (in Pressemitteilung Nr. 122/2022) als Neue Planungsgrundlage Windenergie und Auerhuhn. Umwelt- und Energieministerin Thekla Walker und Forstminister Peter Hauk erklären darin gemeinsam: „Die neuen Hinweise ermöglichen einen beschleunigten Ausbau der Windenergie im Schwarzwald und sie schützen zugleich das vom Aussterben bedrohte Auerhuhn.“
Als ob die Habitate des scheuen Auerhuhns nicht ausgerechnet dieselben Kuppen und Bergrücken umfassen würden wie sie jetzt die Windenergieplaner ins Auge gefasst haben, wo doch im windärmsten Bundesland der Republik bestenfalls hier oben ausreichende Windhöffigkeit zu erhoffen ist. „Nach der neuen Planungsgrundlage“, so wird jetzt verkündet, „spielt der Auerhuhnschutz auf 15 000 Hektar Windpotenzialfläche im Schwarzwald künftig keine Rolle mehr.“ Es dürfte sich dabei vorwiegend um jene Flächen handeln, auf denen aktuell kein Auerwild mehr nachgewiesen werden kann, die bislang jedoch als potenzieller Lebensraum für eine Wiederbesiedelung reserviert geblieben waren – mithin für den optimistischen Erfolgsfall all der Schutzbemühungen, wie sie spätestens seit der Jahrtausendwende der regierungsamtliche Aktionsplan Auerhuhn vorsieht.
Der neuen Planungsgrundlage ist ein umfangreiches Kartenmaterial beigefügt, in dem die Auerhuhnlebensräume als Ausschlussempfehlung dunkelblau eingefärbt sind. Hinzu kommen hellblaue Korridore für den Populationsverbund zwischen den bereits stark verinselten Habitaten. Auch für die Verbindungskorridore gilt eine Ausschlussempfehlung, hatten die Schwarzwälder Auerhuhnexperten doch schon früh auf deren Unverzichtbarkeit hingewiesen2: „Ein in jüngster Zeit zunehmender Flächenbedarf entsteht durch den Bau von Windkraftanlagen. Gerade für wandernde Jungauerhühner, die für den Austausch zwischen den Teilpopulationen im Schwarzwald besonders wichtig sind, könnten Windräder sehr problematisch werden.“
Dass bereits heute etliche einst nutzbare Trittsteine und Korridore durch Windenergieanlagen entwertet, wenn nicht gar versperrt sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Vor allem trifft dies für den erforderlichen Gen-Austausch zwischen der mittel- und der nordschwarzwälder Teilpopulation zu, so etwa für den bereits mit Windrädern besetzten Höhenzug östlich von Hornberg. Umso kurioser erscheinen etliche der nun angebotenen, oft recht gewundenen Korridore, die das Lernvermögen und den Orientierungssinn der jungen Auerhühner, so sie noch wandern wollen, fraglos auf eine harte Probe stellen werden.
Ocker eingefärbt sind auf den Karten „Restriktionen“, wobei einstweilen offen bleibt, was genau mit ihnen bezweckt werden soll. Ob sie für den Suchlauf des Forstministers wohl eher förderlich oder hinderlich sein werden? Mit seiner Task Force hat er laut Koalitionsvertrag allein im baden-württembergischen Staatswald Platz für 1000 Windräder ausfindig zu machen. Oder sollten beim Betrieb der Anlagen womöglich Einschränkungen zugunsten der Auerhühner zu erwarten sein? Was eingefleischte Artenschützer indes befürchten, ist, dass unter dem Primat des Klimaschutzes und durch die Zwänge der Energiewende der Bestand ohnehin nicht mehr zu retten sein wird, dass staatlicherseits in Wahrheit Krokodilstränen vergossen werden, ja, dass das Auerhuhn faktisch längst als „vogelfrei“ gilt – Planungsgrundlage und gesetzlicher Schutz hin oder her.
Im Schwarzwald mit der Lupe gesucht: Blick vom Aussichtsberg Kandel
Einen Vorgeschmack auf das, was dem Schwarzwald nächstens blüht, lieferte jüngst der Schwarzwälder Bote (vom 9. September 2022) in seinem Bericht über den Besuch des Ministerpräsidenten im Kinzigtal unter der Schlagzeile: „Kretschmann: Müssen Windräder im Schwarzwald mit Lupe suchen“. Zitiert wird der offenbar reichlich genervte Regierungschef mit den Sätzen: „Wir brauchen Windräder ohne Ende. Denn wo gibt es denn Windräder im Schwarzwald? Die muss man mit der Lupe suchen.“ Woraufhin die mitgereiste Umweltministerin auf Nachfrage noch eins obendrauf gesetzt hat: „Wenn wir klimaneutral werden wollen, werden es dann mehr als 1000 Windräder sein. Sogar doppelt so viele.“ Klar, dass dann auch der Auerhuhnschutz noch sein Fett abbekommt als maßgeblicher Verzögerungsgrund der Energiewende. Kretschmann: „Es ist ein rein konstruierter Zusammenhang, wenn Windräder nicht entstehen, weil das zu einem Rückgang der Auerhühner führen würde. Die Zahl der Auerhühner ist bereits gesunken, als es noch gar keine Windräder gab.“ Wohl wahr – und doch könnte ihnen exzessiver Bau von Windenergieanlagen in Kürze den letzten Rest gegeben haben.
1 Vergl. Hockenjos, W.: Von Hühnern lernen. Was ein Forschungsprojekt aussagt über die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Auerhühner. ÖKOJAGD 2 – 2020
2Bergmann, H., Klaus, S., Suchant R.: Auerhühner. G. Braun-Buchverl., Karlsruhe 2003
Abgesichert von einem Landratsamt das bei Rechtsbrüchen bei bestimmten Personen zuverlässig zur Seite schaut, kam irgendwann im Februar – oder war es vielleicht März? – der allmächtige „Biotopbeauftragte“ auf die Idee ein geschütztes Heckenbiotop zu roden.
Warum? Von mehreren Seiten kam mir zu Ohren, dass die Längewiese jetzt im Herbst neu verpachtet wird.
All dies ist nur immer wieder möglich durch ein dauerhaftes, sehr leises wegsehen der Politik, des grünen Umweltministeriums, des schwarzen Landratamtes, natürlich durch den fortgesetzten Segen für Vergehen an unserer Natur durch den Gemeinderat und auch durch die bedingungslose Hofberichterstattung der sogenannten Presse. Es ist frustrierend!
Da das angesäte Getreide platt gemacht wurde, sieht man jetzt gut, wo die Hecken waren.
Kleiner vergessener Rest einer gehäckselten Hecke.
Am Rand hat man wohl kleine, hartnäckige Wurzeln übersehen. Der Aufwuchs wurde schnell vernichtet.
War wohl doch kein Weizen, sondern Gerste?
Warum macht man sich die Mühe erst zu säen und dann niederzumähen und alles liegen zu lassen? Ist da einem langweilig?
Vergessener Teil einer gerodeten Wurzel. Hier sieht man, wie alt die Hecken waren.
Ich fordere einen sachkundigen Biotopbeauftragen für Hüfingen! Pöstchen sollen nicht länger nach Parteibuch vergeben werden.
Nachtrag im Dezember 2022. Das geschützte Heckenbiotop wurde nachgepflanzt. Dies wurde wohl als „Naturschutzmaßnahme“ im Ökopunktekonto verbucht.
Ein Naturkindergarten für die Kinder unserer Gemeinde wäre eine gute Idee? Finden wir auch! Wiesenkinder e.V. i.G. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Idee zu Planen und Umzusetzen. Mit diesem neuen Angebot möchten wir die aktuelle Kinderbetreuung ergänzen und einen Ort schaffen, an dem Kinder täglich Natur in ihrer Vielfalt erleben können.
Klettern, toben, sausen, balancieren, durchatmen, fühlen, erkunden und entdecken: das alles und vieles mehr bietet der Lernort Naturkindergarten.
Sie sind neugierig geworden und interessiert an unserer Projektidee sowie deren Entstehungsgeschichte? Sie haben Lust uns kennenzulernen und etwas über die aktuellen sowie zukünftigen Planungsschritte zu erfahren?
Dann laden wir Sie herzlich zu einem Informationsabend ein: Donnerstag, den 15.09.2022 um 20.00 Uhr in Präsenz: im Rathaussaal Alois-Hirt-Str. 2, 78183 Behla. oder Online: https://meet.goto.com/170552677
Wir freuen uns auf einen informativen und interessanten Abend mit Ihnen.
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