Haselblattroller

Liebe Bürgerpostleser, 

erinnern Sie sich noch an meinen Beitrag vor zwei Jahren über den Ahornblattroller? Vielleicht anhand vom Bild unten, es stammt von damals beim Orchideenpfad des Tannbuel. In den Trichtern ist der Nachwuchs eingerollt und entwickelt sich zur nächsten Generation. 

Jetzt habe ich in meiner Hecke, in der auch drei Haselnußsträucher wachsen, das Blatt unten entdeckt. Sofort kam mir die Ähnlichkeit zu damals, wobei das Rollergebnis ganz anderst aussieht.

Das ist aber kein Wunder, denn es ist der Haselblattroller, der eben so schneidet. Dass das auch klar ist, dieses Wunderwerk schneidern nicht die Männchen, sondern die Weibchen, wobei sie vorher an der Blattspitze im Regelfall ein oder zwei befruchtete Eier abgelegt haben. Die Eier entwickeln sich relativ flott und es wächst im Spätsommer eine zweite Generation heran. 

Apoderus coryli. Mating couple. Val di Rhemes, Aosta, Italy
Fotos: Wikimedia Hectonichus

Überwintern tun deren Nachkommen im Trichter, der irgendwann auf den Boden fällt. Ich bin aufs Neue erstaunt über diese galante, einfache aber funktionierende Art der Brutpflege.
Das Bild des roten Rüsselkäfers stammt aus dem Internet, leider habe ich ihn nicht live gesehen bis jetzt. Man muss wissen, dass er klein ist, 6 bis 8 Millimeter lang. Und trotzdem bringen diese Schneider das hin, sagenhaft.
Schauen Sie doch einmal Ihre Haselsträucher ab, vielleicht können Sie sich auch erstaunen lassen von den erstaunlichen Blattrollen.

Herzliche Grüße
Franz Maus 

Auf Veilchensuche

Mit der genetischen Untersuchung des Vorkommens des Alpenveilchens im Brigachtal konnte nachgewiesen werden, dass es sich um das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen pupurescens) und nicht um eine Zuchtform handelt.

Hannah Miriam Jaag und Thomas Kring: Vorkommen des Alpenveilchens im Brigachtal – eine molekulargenetische Analyse. Schriften der Baar Bd. 60/2017


Sein Brigachtäler (genauer: Beckhofener) Vorkommen hat mich schon seit Jahren fasziniert. Befindet es sich doch in der – auch im Ruhestand ob ihrer floristischen Raritäten noch immer gern und oft besuchten – Staatswaldabteilung Haselbuck des Weißwalds. Der hatte bis zur Säkularisation dem Villinger Benediktinerkloster gehört. Ob sich das Alpenveilchen womöglich aus einem der Klostergärten hierher verirrt hatte? Mit seiner Wurzelknolle fehlte es einst in keinem Kräuterbuch, denn es hat gegen allerlei Beschwerden geholfen. Wie im Beitrag in den Schriften der Baar ausgeführt wird, gehören die Alpenveilchen zu den ältesten dokumentierten Heilpflanzen Europas. Wohingegen sie in den Beschreibungen der Flora der Baar keinerlei Erwähnung finden. War also eines der Veilchen etwa von einem Blumenfreund „angesalbt“ worden, wie die Botaniker Auswilderungen aus heimischen Blumentöpfen zu bezeichnen pflegen? Das rätselhafte Brigachtäler Exemplar schien sich jedenfalls wohl zu fühlen auf dem sonnseitigen Hang am Rand der Trasse einer längst demontierten Überlandleitung. Nicht anders als Gelber Enzian, Küchenschelle oder Rotes Waldvögelein; auch wenn es keinerlei Anzeichen für eine Ausweitung des Vorkommens gibt. 

Zum 150. Erscheinen der Schriften der Baar, dem Organ des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der  Baar e. V. befasste sich ein Beitrag erneut mit dem Alpenveilchen1, mit dessen Verwandtschaftsverhältnissen und Herkünften, soweit sie sich per molekulargenetischen Abgleich entschlüsseln lassen. Erstaunlicherweise stellte sich dabei heraus, dass das Brigachtäler Alpenveilchen nicht sehr eng mit jenen der nächstgelegenen Schweizer, eher mit österreichischen Vorkommen zusammenpasst. Wie naheliegend wäre dann der Einfluss der vorderösterreichischen Geschichte unserer Region, sprich: die Versorgung mit dortigem Pflanzgut? Oder sollte die Alpenpflanze am Ende doch heimisch gewesen sein auf der Baar, im südlichen Schwarzwald wie auch im benachbarten Kanton Schaffhausen?

Noch im Sommer 2020 hatten sich mir im Weißwald zwei zarte purpurrote Veilchenblüten gezeigt – umso enttäuschender fiel der Besuch im Frühjahr 2023 aus – bei heillos verfrühten hochsommerlichen Temperaturen. Nicht einmal mehr die Blättchen waren auffindbar. Hatte ihnen die Serie trockenheißer Vegetationsperioden inzwischen dermaßen zugesetzt? Oder hatten sie sich nur versteckt, derweil meine Sehschärfe und mein Orientierungssinn sich unterdessen verschlechtert hatten? 

Es traf sich gut, dass eben jetzt die traditionelle „Altherrentour“ der Brüder wieder anstand. Warum – den Alpenveilchen zuliebe – nicht den Walensee anlaufen, wo es im übersteilen Bergwald längs des Nordufers (der „Schweizer Riviera“) noch eines der besten Veilchenvorkommen geben soll? Die mehrstündige Wanderung, vorbei am  (mit ca. 580 m Fallhöhe!) höchsten Wasserfall der Schweiz, den Seerenbachfällen, weiter bis zum autofreien Weiler Quinten mit seiner Anlegestelle und retour dann per Schiff, hatte doch schon der Schriftsteller und Kabarettist Franz Hohler (in seinem Buch 52 Wanderungen) wärmstens empfohlen – nicht ohne die Alpenveilchen zu erwähnen. Und auch der Bruder versicherte glaubhaft, am Walensee vor Jahrzehnten schon mal fündig geworden zu sein.

Wo in Normalzeiten der Wasserfall rauscht 
Malven- statt Veilchenblüte überm Walensee

Zur Sommersonnwende also nichts wie los, wenngleich bereits wieder bei drückender Hitze und Schwüle, in den Medien allenthalben als Beweis fortschreitenden Klimawandels beklagt. Sodass selbst im kühlenden Schatten des Bergmischwalds mit seinen Linden, Buchen und Eiben der Schweiß tropfte und die Rücksäcke drückten. Während der Wasserfall nicht mehr schäumte, weil sein Zulauf mangels Schneeschmelze fast schon am Versiegen zu sein schien. Doch so beharrlich wir beidseits des Fußpfads den Waldboden ausspähten: Alpenveilchen Fehlanzeige!

Was mochte die Ursache dafür sein: Hitze und Wassermangel? Oder waren wir zu früh im Jahr unterwegs? So jedenfalls war es auch Franz Hohler schon ergangen bei seiner Frühlingstour, wie sich, wieder zuhause, bei gründlicherer Lektüre seines Wandertipps herausstellt: Seine (ihm von mir unterstellten) Alpenveilchen waren in Wahrheit Leberblümchen und andere Frühblüher. Doch der floristische Flop ließ mir keine Ruhe mehr: klar, dass deshalb der erste Gang (bei nach wie vor brütender Hitze) in den Weißwald führte! Und o Wunder, siehe da: Vier Veilchenblüten (nein, nicht etwa Hunds-, sondern Alpenveilchenblüten) leuchten mir entgegen – als wäre ihnen nie Abträgliches widerfahren, ja, als sei der Klimawandel pures Medienprodukt. Offenbar haben sie es im Brigachtal mit dem Blühen doch etwas eiliger gehabt als im mediterran getönten Klima des Walenseeufers.

Da blühen sie wieder (Weißwald am 25. 6. 2023)

1 Hannah Miriam Jaag u. Hans Joachim Blech: Das Alpenveilchen als uralte Kulturpflanze. Zum Vorkommen im südlichen Mitteleuropa. Schriften der Baar Bd. 63/2020

Kleine Baaremer Botanik

Es gibt ein altes Verzeichnis der Badischen Volksnamen von Pflanzen aus den Jahren 1913 – 1933 von Walther Zimmermann. Da kam mir die Idee ein Verzeichnis der Namen unserer Pflanzen, die es im frühen 20. Jahrhundert hier gab, zu erstellen. Also nicht die Sorten, über alte Sorten gibt es anderswo genug. Es geht hier rein um die Bezeichnungen von Pflanzen in der regionalen Mundart, also auf Alemannisch.

Die Liste ist noch lange nicht fertig da es sich hier um etwa 100 Seiten aus vier Hefen handelt.

Im Februar 2025 hatte ich Probleme mit Wikipedia Fotos von wegen Lizenzen. Da ich nicht weiß ob auf einem Foto eine Lizenz war, die ich nicht beachtet hatte und auch nicht mehr wusste welche Fotos von mir waren, hatte ich hier alle Bilder gelöscht.
Nach- und nach kommen eigene Fotos von der Baar dazu.

Diptam

Diptam
Und da stehen wir vor einer Pflanze, zu der schon viele Kenner gepilgert sind und bei der sie in andächtigem Staunen verharrt haben. Es ist der Diptam (Dictamnus albus). Tief wurzelt er in dem steinigen Grund unter den hohen Buchen, selbst ein kleines Bäumchen. Wie ein kräftiger Eschenjährling sieht er aus und erreicht eine Höhe von 1 m. Würziger Duft entströmt den großen, rosaroten, dunkel geäderten Blumenblättern.

Blumenreiche Baar von Karl Wacker, Donaueschingen. Badische Heimat. Die Baar. Jahrgang 1938

Diptam bei Tuttlingen

Der Diptam ist heute auf der Baar ausgerottet und bei den Jungen schon vergessen. Deshalb lasst uns hier mindesten die alten Namen bewahren!

So schrieb Prof. Dr. Günther Reichelt 1990 in seinem Buch über die Baar:

Runde 300 verschiedene Pflanzenarten könnten wir bei sorgfältiger Nachsuche in den Fluren des Schwarzwaldes finden. Dass sie die Voraussetzung bieten für mindestens 1500 Tierarten, sollte mitbedacht werden. Dazu gehören rund 170 verschiedene Arten allein von Wildbienen und Hummeln, die in der Höhenstufe über 500 m bislang gefunden wurden, ferner zahlreiche Heuschrecken- und Zikadenarten, Käfer, Schmetterlinge und Vögel vom Wiesenpieper über die Gebirgsstelze bis zum Braunkehlchen. Sie alle verschwinden mit zunehmender Düngung und Intensivierung der Landwirtschaft.

Badische Volksnamen

Walter Zimmermann wollte Anfand des 20. Jahrhunderts ein Lexikon der Badischen Volksamen für Pflanzen veröffentlichen und stieß, ebenso wie ich heute, auf taube Ohren. So schreibt er 1913 frustriert:
Einem einzelnen ist es unmöglich, in allen Gauen zu sammeln. Es bedarf da, der Unterstützung von vielen Seiten. Meine Bitte in den „Monatsblättern des Badischen Schwarzwaldvereins“ blieb vergeblich. So muss ich sie hier wiederholen. Vielleicht finde ich im Kreise unseres Vereins Unterstützung bei dem mühsamen Sammeln, das für Baden leider sehr spät beginnt.

Badische Volksnamen von Pflanzen

nach Walther Zimmermann

Stollhäfele

Beim Hammeltal

Akelei, Stollhäfele.

Aquilegia vulgaris,

Delphinium consolida, Rittersporn, Ritterspore, Ritterspeerli, Heilandschühle, Hergottschühli.

Geisebolle

Schofglocke bei Blumberg

Großes Windröschen, Gügüke, Schofglocke, Geisebolle, Storchenblume.

Anemone silvestris

Märzenblume

Buschwindröschen bei Blumberg

Buschwindröschen, Schlodderblume, Märzenblume, Blätzerblume (beim Reiben auf der Haut entsteht ein entzündliche Stelle), Kuckucksblume, Hasenblume, Geisenbiürnie, Geisetrappe.

Anemone nemorosa

Kuhschelle

Pulsatilla vulgaris, Küchenschelle, Kuhschelle, frühe Zeitlosen, fräji Zitlose, Lenzeglöckli, Kuckucksblume.

Küchenschellen bei der Siere

Equisetinae, Schachtelhalme, Katzenwedel, Katzenschwanz; Farewadel (= Farrenwedel; Hüsingen i. W.); Zinnkraut; Gutterebutzer (=Flaschenputzer; Säckingen).

Weisstanne

Abies alba, Wiissholz (Löffingen), die Zapfen heissen in Neukirch (Hegau) „Busel“ ; das Harz wurde als „Bielharz“ (Schönberg) in der Apotheke gefordert; junge Tannen „Hitlen“ (Rastatt).

Hepatica triloba, Leberblümchen, Märzeblümli, Guggauchele.

Juniperus communis, grosser oder gemeiner Wacholder, Reckholder, Dreckholder (Bernau, Hotzenwald), Machandelbaum, Wacholderbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum.

Clematis vitalba, Waldrebe, Lähne, Lierreben, Madleneseiler.

Ranunculus-, Hahnenfußarten o. U., Butterblume, Haofuss.

Ranunculus ficaria, Ficaria verna, Scharbockskraut, Feigwurz, Butterblümel.

Ranunculus aconitifolius, Eisenhutblättrige Hahnenfuß, Sturmhutblättriger Hahnenfuß, Eisenhut-Hahnenfuß, Gebirgs-Hahnenfuß, Wasserstrüss, weißer Hah’fuß, Fidisser Yach, (Hegi, Flora v. Mitteleuropa: Fiderst).

Ranunculus repens, Kriechende Hahnenfuß, Geisbocksbart.

Ranunculus fluitans, Flutender Hahnenfuß, Flutende Wasserhahnenfuß, Bachkrut, Schlamm (bei Burte „Der Pflasterstein“, Ekkhart-Kalender 1923, S. 81).

Paeonia, Pfingstrosenarten, Gichterrose, Hergottsrose (Hüfingen, Fronleichnamsteppich), Bibilirose.

Calycanthus floridus, wohlriechender Gewürzstrauch, Echter Gewürzstrauch, Nelkenpfeffer, Specereistrauch, Schmeckäpfele, Kalikander (Busse, Schlafendes Feuer, S. 274).


Papaver rhoeas, Klatschmohn, Mohnblume, Klatschros, Mämmele, Bettseicher, Bettscheißer.

Trollius europaeus, Trollblume, Butterrosen, Schlossrollen (Hüfingen, Fronleichnamsteppich).

Dicentra spectabilis, Lamprocapnos spectabilis, Tränendes Herz, Schöner Doppelsporn, Flammendes Herz, Frauen- Herzle, Jungfrauenherzle, Marienherzle, gebrochene Herzen, Herzle.


Corydalis cava, hohler Lerchensporn, Hohlknolliger Lerchensporn, Sügerli.


Berberis vulgaris, Berberitze, Sauerdorn, Essigbeere, Kreuzdorn.

Raphanus raphanistrum, Acker-Rettich, Hederich, Häderi, Hädri.

Nasturtium officinale, Brunnenkresse, Wasserkresse, Muhrkresse.

Cardamine pratensis, Wiesenschaumkraut, Kukkucksblume, Storchenblume.


Lunaria biennis, Lunaria annua, Gartensilberblatt, Judassilberling, Judaspfennig, Silbertaler, Silberblättle, Gartenmondviole, Papstmünze, Papstbrille, blaui Dotzed.

Arabis albida, Arabis caucasica, Arabis alpina, Kaukasische Gänsekresse, Zierkresse, Bettbrinserli.


Cheiranthus cheiri, Erysimum cheiri, Goldlack, Goldlacke, „Ich sehn mich nach dir“, Galnäjele, Maiennägele.

Hesperis matronalis, Nachtviole, Frauenviole, Josefsblume, (der Namensbestandteil „Nacht-“ rührt daher, dass die Blüten abends am intensivsten duften)

Matthioloa annua, Matthiola incana, Levkoje, Levkoie, Glafoie.

Sedum purpureum, Sedum telephium, Hylotelephium telephium, Große Fetthenne, Großes Fettblatt, Johanniskrut.


Saxifraga decipiens, Saxifraga rosacea, Rasensteinbrech


Saxifraga granulata, Körnersteinbrech, Weißer Steinbrech.

Bergenia crassifolia, Dickblatt-Bergenie, Pestilenzblätter (gegen entzündliche Schwellungen).


Ribes grossularia, Stachelbeere, Gruselbeere, Schwitzerkuttle, Wunderfürzli, Wunderförzli.

Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere, Rosstrauwe, Schwarze Ribisel, Cassis.

Deutzia gracilis, schlanke Deutzie, Zierliche Deutzie, Maiblumenstrauch, Gartenmaiblume.

Philadephus coronarius, Pfeifenstrauch, Blasser Pfeifenstrauch, Falscher Jasmin, Sommerjasmin, Bauernjasmin, Kopfwehblume.

Hydrangea hortensea, Hortensie, Ordenzestock .

Ulmaria palustris, Filipendula ulmaria, Mädesüß, Sumpfpiere, Immekraut.

Birne

Birnbaum in Fürstenberg

Birnbaum, Katzenköpfe.

Pirus communis

Apfel

Apfelbaum im Ziegeleschle

Kulturapfel. Kulturarten: Wiinli, Schmutzäpfel, Becherapfel, Fässlesapfel, Mittelbucher. Frucht: Apfegagge.

Malus domestica,
Pyrus malus.

Sorbus aucuparia, Eberesche, Vogelbeere , Geisbeeren, Geishasle, Drosselbeere, Quitsche, Krametsbeere.

Mespilus germanica, Mispel, Häschbele, Mispelche; Asperl, Aschperln, Hespelein, Dürgen, Dörrlitzen, Dürrlitzen, Hundsärsch, Näschpli.


Rubus idaus, Himbeere, Himbele, Humbele, Imbele.


Fragaria vesca, Buscherdbeere, Walderdbeere, Abbeeri.

Potentilla silvestris, Blutwurz, Schwarzwurzle, Dilledapp, Durmentill, Natterwurz, Rotwurz, Ruhrwurz, Siebenfinger,Tormentill.

Geum rivale, Bach-Nelkenwurz, Himmelsbrot, Johannesbrot, Jakobsbollen (Hüfingen: Fronleichnamsteppich).

Agrimonia eupatoria, kleiner Odermenning, Ackerkraut, Ackerblume, Odermännle, gelbe Wedele, Gelbschwänze.


Sanguisorba officinalis, Großer Wiesenknopf, Blutströpfchen, Blutstropfen, Blutströpfle, Blutsknöpfli, Trummelschlegel (Hüfingen: Fronleichnamsteppich).


Prunus spinosa, Schlehe, Schlehdorn, Sauerpflaume, Heckendorn, Schwarzdorn, Deutsche Akazie.


Prunus domestica, Zwetschge, Zimmerszwetschgen, Pflaume.


Prunus avium, Vogelkirsche, Herzkirsche, Süßkirsche: Oemele (ömelig: süß schmeckend). — Eine Zierkirsche wurde im amtl. Anzeiger d. Freiburger Zeitung 4. 9. 1919 „Büschelkirschen“ genannt.

Prunus cerasus, Weichsel, Sauerkirsche.


Prunus padus, Traubenkirsche, Elze, Alsehecke, Elsehecke, Häberholz, Häberhecke, Palme (dient als Stiel der Osterpalmen).


Prunus laurocerasus, Lorbeerkirsche, Kirschlorbeer, Lorbeerblätter.


Kerria japonica, japanisches Mairöschen, Kerrie, Ranunkelstrauch, Goldröschen, Gäle Rösli.

Cytisus scoparius, Besenginster, Pfrimme, Brämmatter Reps (die Brandmatt sieht zu seiner Blütezeit wie ein gelbes Repsfeld aus), Ramsenblust.

Trifolium arvense, Ackerklee, Hasenpfötchen, Kätzle, Wollkätzle, Gläserbürstli.

Trifolium incarnatum, Inkarnat-Klee, Blutströpflesklee, Bollenklee, Blutklee, Rosenklee oder Italienischer Klee.

Lotus corniculatus, Hornklee, Herrgottsschühli, Schotenklee.

Onobrychis viciifolia, Esparsette, Eschper (Hüfingen: Fronleichnamsteppich).

Lathyrus vernus, Frühlings-Platterbse, Frühlingskicher, Kuckucksblume.

Phaseolus vulgaris, Gartenbohne, Stangenbohne, Buschbohne, Steckenbohnen, Stockbohnen.

Oxalis acetosella, Sauerklee, panis cuculi (Kuckucksbrot), Alleluia, Waldsauerklee, Hasenklee.

Mercurialis perennis, Waldbingelkraut, Dauer-Bingelkraut, Wildhanf, Bäumlinchrut, Sprengkrut (bläht das Vieh).

Polygala vulgaris, Gewöhnliche Kreuzblume, Wiesenkreuzblume: Marienblümchen. Die Pflanzengattung erhielt den Namen Polygala, weil man früher annahm, dass der Verzehr beim Vieh zu mehr Milchproduktion führen würde.

Evonymus europaeus, Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl, Spillbaum, Spindelbaum Ecksteinholz. — Früchte: Pfafferkäpple.

Ilex aquifolium, Stechpalme, Palmenhecke, Palmenbeeren, Jungfrauenpalme, Hulze, Hilsheck, Stupfle.

Frangula alnus, Faulbaum, Lissbäumle, Faulholz, Pulverholz, Schießbeere. Die Rinde wird medizinisch als Abführmittel verwendet, die aus dem Faulbaum gewonnene Holzkohle wurde früher für die Herstellung von Schwarzpulver verwendet.

Rhus typhina, Essigbaum, Hirschkolbensumach, Essigzapfen.

Balsamine Sultani, Impatiens , Sultan Balsamine, Springkräuter Balsamine, Ewige Liebe, Wasserpflanze, Ewiger Frühling, Stundenblümle. Welches Springkraut mit Sultani gemeint ist, konnte ich leider nicht raus finden.

Vitis vinifera, Weinrebe. Hosenschisser (eine schlechttragende, blaue, sich leicht von den Stielen lösende Sorte in Sasbachwalden).

Malva, Malven, Entenkrüseli, Käsebibbili.

Hypericurn perforatum, Johanniskraut, Tüpfelhartheu, Kanschtkraut, Wiss am Stock (offenbar verderbt aus einem eingeführten Namen Wisangstock; Wisang, Weihsang), Kräuterbüschel, Maidlisträhl, Unser lieben Frauen Bettstroh.

Viola tricolor, Stiefmütterchen : Ackerveilchen, Muttergottesschuh, Mädchenaugen, Schöngesicht, Liebesgesichtli, Christusauge, Müler (= Mäuler), Gsichter, Dreierschlähle, Dreifaltigkeitle, Klotzer, Zähnblecker, Glötzerli.

Viola silvatica, Viola reichenbachiana, Wald-Veilchen, Aprilevögele, Rossveilote, Veilote, Viöli, Visaili, Viseläli, Viseneule.

Epiphyllum truncatum, Schlumbergera truncata, Weihnachtskaktus, Altweiberhaut, Altwiwerhutte, Winterkaktus, Fingerlikaktus.

Daphne mezereum, Echte Seidelbast, echter Kellerhals, Sidelang.

Ägetli

Daphne cneorum, Rosmarin-Seidelbast, Flaum-Steinröslein, Ägetli.

Ägetli in Bräunlingen

Lythrum salicaria, Blutweiderich, Katzenwedel, roter Wedel, Rotschwänzle, Mattenrotschwanz.


Epilobium parviflorum, Kleinblütiges Weidenröschen, Bachweidenröschen, wilder Flachs, Josefsschiefe, Muttergottesrute.


Fuchsien
: Glöcklistock.


Anthriscus silvestris, Kerbel, u. Chaerophyllum hirsutum, Bergkerbel. Bochele (Hüfingen: Fronleichnamsteppich), Bachkrut, Wüterichstengel.

Aegopodium podagraria, Giersch, Baumtropfen.

Pimpinella saxifraga, kleine Bibernelle: Bimmernell.


Carum Carvi, Kümmel, wilder Makimmig, „Makimmig!“ ist in Friesenheim ein Spielruf, mit dem ein Spieler, der ausscheiden mußte, sofort wieder eintreten kann.


Meum athamanticum, Bärwurz, Bärmuttermakimmig, Bärkrut, Rossmakimmig, Katzenwedel.


Heracleum sphondylium, Bärenklau, Bärentatzen, Bärendoope.


Levisticum officinale, Liebstöckel, Liebröhre, Stöcklisröhre, Maggikraut, Lavas, Lusstock.

Daucus carota, Möhre, Wilde Gäle Rube, Gälerubsoome.

Cornus mas, Kornelkirsche. Cornus sanguine, roter Hartriegel, Hageblume, Harthölzle.

Vaccinium vitus idaea, Preißelbeere: Waldbuchs (es kann kaum anderes gemeint sein im Gegensatz zu „Gartenbuchs“, der unter diesem Namen auch in dem Osterpalmen enthalten ist).

Calluna vulgaris, Heidekraut, Besenheide, Rintheide, Rindsheile, Heiderösli.

Primula elatior, Hohe Schlüsselblume, Wald-Schlüsselblume, Himmelschlüssele, Bachschlüsseli.

Primula officinalis, echte Schlüsselblume, Teeschlüsseli, Badengeli, Mattetängeli, Madendeli, Mattedendeli, Mattetänneli.


Syringa, Flieder, Zirinke, Siringe, Zerinte, Holder, spanischer Holder, Johannisnägele.

Fraxinus excelsior, Esche , Steinesche.


Erythraea centaurium, Tausendguldenkraut, Tauscheguldekraut.

Wetternägli

Gentiana verna, Frühlingsenzian, Blaui Wetternägele, Schusternägele, Rauchfangkehrer, Himmelsbläueli, Herrgottsliechtli, Tintabluoma, Himmelsstengel.

Wetternägli in Hüfingen

Convolvulus sepium, Calystegia sepium, Zaunwinde, Winde, Manschette.


Convolvulus arvensis, Acker-Winde, Latwing.

Symphytum officinale, Beinwell, Walwurzle, Wallwurzle (Saft gegen Hühneraugen), Arznei-Beinwell, Beinwurz, Bienenkraut, Hasenlaub, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Schwarzwurz, Wallwurz, Komfrei, Wundallheil.

Pulmonaria obscura, Berglungenkraut, Franzosenblume.

Myosotis palustris, Sumpfvergissmeinnicht, Fröschegigle, Liebeherrgottsblümle.

Myosotis arvensis, Ackervergissmeinnicht, Muusöhrli.

Verbena officinalis, Eisenkraut, Isekrut, Wunschkraut, Taubenkraut, Katzenblutkraut, Sagenkraut, Verbene.

Glechoma hederaceum, Gundermann, Rebgundel, Kunkelrebe, Gundelrebe, Erdefeu.

Galeopsis tetrahit, Hanfnessel, Wilder Hanf, Daunessle, Luegere, Distle, Dorn-Hohlzahn, Gewöhnlicher Hohlzahn, Stechender Hohlzahn, Stacheliger Hohlzahn oder Hanfnessel.

Lamium, Taubnesselarten, Suger, Wissi Daunessle, Sugele (Hüfingen; Lamium album im Fronleichnamsteppich), Zuggelblume, Schlotzer, Hunischlotzer, Sengenessle.

Salvia officinalis, Gartensalbei, Salweng.

Salvia pratensis, Wiesensalbei, Bienensaug (Hüfingen im Fronleichnamsteppich – früher gab es auch noch weißen Wiesensalbei).

Thymus serpyllum, Feldquendel, Quenkserli (zum Ausreiben des Taubenhauses), wilder Kimmi (gegen Brustkrankheit), Bolaie, Feldthymian, Quendel, Feldkümmel, Rainkümmel.


Thymus vulgaris, Gartenthymian, Kimmi, Kimmel, Römischer Quendel, Kuttelkraut.


Mentha silvestris, Rossminze, Gänskegel.

Plectranthus fruticosus, Mottenkönig, Harfensträucher, Fliegenfänger, Schawekraut (die Pflanze wird zur Fliegen- und Mottenabwehr gehalten).

Lavandula angustifolia, Lavandula officinalis, Lavandula vera, Lavendel, Wendel.

Solanum tuberosum, Kartoffel, Pogedöli, Bobbedöli, Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Potaten, Bombastäre (in einem Volkslied über Francis Drake), Rolle, Mit „ronkisch“ bezeichnet man faule Kartoffeln. Kultursorten von 1920: Bodensprenger (Hegau), Gälglockler (Niederwasser b. Triberg).

Solanum dulcamara, Bittersüss : Hinschring, Hinsch (volksmedizinisch bei Hinsch -Euterkatarrh- gebraucht, indem der Hals des Tieres mit einem Hinschring umwunden wird; in Balzhofen umschlingen drei Hinschringe den Osterpalmen), Alpranke, Hirschkraut, Heischkraut, Mäuseholz, Saurebe, Seidelbeere, wilde Stickwurz, Wasserranke.

Solanum pseudocapsicum, Korallenstrauch, Korallenbäumle.

Petunia violacea, Petunia integrifolia, Violette Petunie, Rathausblumen.

Verbascum, Königskerzen, Wollblumen, Wollkraut, Wilhelmstengel, Marienkerze, Staude.


Linaria vulgaris, Echtes Leinkraut, Frauenflachs , Gäle Hasemülele, Löwenmüüler, Josephskraut, gebackene Eier, Kinderscheiß(dreck).

Linaria cymbalaria, Cymbalaria muralis, Zymbelkraut, Zimbelkraut, Eustett, Schlösslekrut.

Veronica chamaedrys, Gamander-Ehrenpreis, Chatzenäugli, Männertreu, Frauenbiss, Wildes Vergissmeinnicht.

Veronica beccabunga, Bachbunge, Bach-Ehrenpreis, Brunnenkresse (nach dem Kälbern eingegeben, bringt schnell Milch).

Alectorolophus, Klapper-Arten, Klappertöpfe, Kläfze

Pedicularis silvatica, Wald-Läusekraut, Schlangenstrüss, Rote Kläfze (Es ist durch seinen Gehalt an Aucubin giftig und wurde früher gegen Läuse verwendet).

Pinguicula vulgaris, Gemeine Fettkraut, Gewöhnliches Fettkraut, Blaues Fettkraut, Kiwitzfettkraut, Schmutzkrut (dem Vieh eingegeben, „wenn es in die Menstruation kommt“).

Plantago maior, Plantago media, großer und mittlerer Wegerich, Breitwegerich, Grassamen, breite Waddri, Schokoladeblümle, Wegebreit, Wegeblatt, Wegtritt, Wegetrene, Rippenblatt, Saurüssel, Mausöhrle, Arnoglosse (von lateinisch arnoglossa), Ackerkraut.

Plantago langelota, Spitzwegerich, Spitzwetterich, Spitze Waddri.

Galium mollugo, Gemeines Labkraut, Wiesen-Labkraut, Weißes Waldstroh, Grasstern, Gingeleskrut, Gingeleswurzle.

Galium verum, Echtes Labkraut, Gelbes Waldstroh, Liebfrauenbettstroh, Liebkraut, Gliedkraut, Gelb-Labkraut, Kindlisdreck.

Sambucus ebulus, Zwergholunder, Attich, Rattekrut.


Sambucus racemosa, Roter Holunder, Hirsch-Holunder, Trauben-Holunder, Berg-Holunder, Jungfrauenholunder, Jungfernschoss.

Sambucus nigra, Schwarzer Holunder, Holder-(busch), siehe Holderküchlein.


Vibrunum opulus, Schneeball, Hoppetebeeren, Herzbeer, Blutbeer, Dampfbeere, Drosselbeerstrauch, Geißenball, Glasbeere, Schlangenbeere, Wasserholder, Wasser-Schneeball.

Vibrunu lantana, Schlinge, Wolliger Schneeball, Schwälgen, Schwälje, schwilgene Hecke.


Lonicera periclymenum, Wald-Geißblatt, Wildes Geißblatt, Deutsches Geißblatt, Wald-Heckenkirsche, Geisseleck, Krengel.

Armeria hortor, Gartengrasnelke, Schnittliblume (= Schnittlauchblume).

Valeriana officinalis, Echter Baldrian, Katzenschlaf, Dannemark, Donnemark.

Valerianella olitoria, Feldsalat, Ritscherle, Mausöhrle, Ackersalat, Nüsslisalat, Nüssler, Rapunzel, Rawunze, Schoofsmeiala, Hasenöhrchen, Döchderle, Sunnewirbeli, Sonnewirbele, Ritscherli, Wingertsalat.

Dipsacus silvester, Dipsacus fullonum, Schuttkarde, Wilde Karde, Strähl, Gläserbürsten, Bubensträhl (Bestandteil der Kräuterbüschel).

Knautia, Scabiosa, Grindkraut, Skabiose, Josefsknöpfle, Blaue Ästerle (Hüfingen, Fronleichnamsteppich), Gufekisseli .

Bistorta officinalis, Schlangen-Knöterich, Wiesenknöterich, Ackerwitwenblume, Zahnbürstle (Hüfingen, Fronleichnamsteppich).

Succisa pratensis, Teufelsabbiss, Augstknöpf, Trommelsklipfel, Trummelklipfel, Trummerklipfel, Teufelwurz, Teufelsbiss.

Cucumis sativa, Gurke, Kümmerli (klein Gurken).

Bryonia dioica, Zaunrübe, Rotbeerige Zaunrübe, Rote Zaunrübe, Sueruewe, Kuehruewe.

Eupatorium cannabinum, Gewöhnlicher Wasserdost, Wasserhanf, Kunigundenkraut, Wetterkühl, Schwimmkrut.

Solidago candensis, Kanadische Goldrute, Hirschwaddle, gelbe Waddel.

Bellis perennis, Maassliebchen, Gänseblümchen, Maserle, Grasblume, Ziterösli, Kohlrösli, Tausendschön, Monatsröserl, Margritli.

Inula britannica, Wiesen-Alant, Franzosenstengel.

Rudbeckia laciniata, Schlitzblättriger Sonnenhut, Schlitzblatt-Rudbeckie, Sonnenblümle, kleine Sonnenblümli, Sternenblume, Molleköpf.

Helianthus tuberosus, Knollensonnenblume, Topinambur, Barbie, Rossborble (der daraus gebrannte Schnaps hieß in Sasbach Barbier, Sasbach hatte wegen der vielen Brennereien den Spitznamen Borbelbach), Ross-Erdapfel, Jerusalem-Artischocke, Erdartischocke, Erdschocke, Erdsonnenblume, Erdtrüffel, Ewigkeitskartoffel, Indianerknolle, Rosskartoffel, Schnapskartoffel.

Achillea millefolium, Schafgarbe, Scharfgarbe, Barbara, Barbarakraut (rosa- blühend).

Achillea ptarmica, Sumpf-Schafgarbe, Wisse Hemderknöpfli, Wisse Gätterle (wohl entstanden aus Pätterle = Perlen, vergl. Baderle für Bellis perennis).

Chrysanthemum leucanthemum, Leucanthemum vulgare, Magerwiesen-Margerite, Große Gänseblume, Gänsblume, Ochsenblume, Storchenblume, Bettelmann.

Chrysanthemum vulgare, Rainfarn, Wurmkraut, Gelber Ränfar, Reinfart, gäles Ringfarn, Reinfalsknöp, Reifansknöpf.

Artemisia absinthium, Wermut, Bitterer Beifuß, Alsem, Wermet, Wurmet, Bermede.


Tussilago farfara, Huflattich, Placke, Rosstrappe, Eselslattich, Latten, Lette, Ackerlatsche, Wanderers Klopapier, Kuhfladen, Eselstappe, Fohlenfuß, Hufblatt, Zieglerblume.


Doronicum caucasicum, Kaukasische Gemswurz, Badisch Farb.


Senecio Fuchsii, Fuchssches Greiskraut, Wilder Hanf, Fuchskreuzkraut, Kahles Hain-Greiskraut.


Senecio vulgaris, Gemeines Greiskraut, Gemeines Kreuzkraut, Eiterzieh, Eiterkrut.

Senecio aquaticus, Wasser-Kreuzkraut, Gelbe Gätterle.

Dorndistel

Carlina vulgaris (Golddistel) und Carlina acaulis (Silberdistel), Wetterdistel, Eberwurz, Dorndistel (eine dreizinkige kommt in das Kräuterbüschel), Dörnerdistel, Dunnerdistel.

Dorndistel am Kraftstein

Lappa, Klettenarten, Klubere, Chlubere

Cirsium oleraceum, Kohldistel, Gartegebenediktes, Musdischle, Muhrdistle.


Cirsium bulbosum, Cirsium tuberosum, Knollendistel, Knollige Kratzdistel, Butterballe (dem Vieh gegeben zur Buttervermehrung).


Silybum marianum, Mariendistel, Stecher, Christi Krone, Donnerdistel, Fieberdistel, Fechdistel, Frauendistel, Heilandsdistel.

Cnicus benedictus, Centaurea benedicta, Benediktenkraut, Stupfle, Karebenedikte (bei eitrigen Hautgeschwüren).


Tragopogon pratensis, Wiesenbocksbart, Habermark, Gugaks, Mehrzahl: Gugäkser, Kuheuter.

Taraxacum officinale, Arzneiröhrlein, Pfaffenröhrlein, Löwenzahn, Säustude, Bettbrunzerle, Seichblumestöck, Pissali (aus dem französichen: piss en lit, ins Bett pissen), Seichblume, Bettschisser, Märzenstöck, Schlangenblume, Kettenblume, Ringelderbüsch, Rossbollen, Choddelestöck, Poppelestöck, Roßsalat („Blütenschäfte, aus denen Pfägse zum päpen gemacht werden“- keine Ahnung was dies bedeutet?).

Tagetes-Arten: stinkende Hoffart, Hoffartstinker, Hoffartsblümle.

Dahlia-Arten: Adalje, Tailien.

Minzblattkäfer

Liebe Bürgerpostleser, 

dieses Foto erhielt ich Mitte Mai 2023 von Hubert Schätzle, Hinterwälderzüchter aus Todtnau-Präg. Diese Käfer seien ihm beim Zaun aufhängen aufgefallen, er habe so etwas noch nicht gesehen. Ich auch nicht, deswegen habe ich gegoogelt und ihn zurückgefragt, ob die Käfer etwa ein Zentimeter groß seien. Ja, das sei so. Dann war ziemlich klar, dass es Minzeblattkäfer sein könnten. Was werden die wohl zum Fressen brauchen? Genau, Minze. Das war meine nächste Rückfrage an Hubert Schätzle, ob es dort Minze gäbe, worauf er antwortete, darauf habe er nicht geachtet. 

Auffallend und typisch für die Art ist die unterschiedliche Färbung der Käfer, die Oberseite kann grün, kupferfarben, blau bis violett ja sogar schwarz mit blauem Schein sein. Ist das nicht der Hammer? Normaler Weise geht man doch davon aus, dass die Farbe bei einer Art eindeutig bestimmt ist. Aber, wie wir hier sehen, muss das nicht immer so sein.

Hubert Schätzle, vielen Dank für die Überlassung dieses tollen Bildes, das diesen kleinen Beitrag ermöglicht.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Touristische Geniestreiche

Beeindruckende Naturlandschaften prägen die Region im mittleren Schwarzwald. Urwüchsige Bannwälder am Zweribach oder am Feldsee, wohlbehütete Naturschutzgebiete in der Wutachschlucht… Entdecke mit dem Hochschwarzwald ein nachhaltiges Urlaubsziel – hier und jetzt.

Aus dem Werbetext der Tourist-Information Hochschwarzwald, 2023.

                                        

O Schwarzwald, o Heimat, o…

Auf den Titelseiten des Schwarzwälder Boten ist zuunterst meist auch noch Platz für kurze Notizen aus der Region. Unter der Überschrift Zwei Himmelsliegen für die Linachtalsperre erfährt der Leser am 13. Juni 2023, der Vöhrenbacher Stausee sei nun „um eine Attraktion reicher“ geworden. „Geplant ist es“, so schließt der Bericht, „den idyllischen Stausee weiter aufzuwerten, beispielsweise durch einen virtuellen Rundgang.

Wie haben wir uns den wohl vorzustellen, wenn er denn verwirklicht werden sollte? Kaum zu glauben, was heutzutage nicht alles unternommen wird fürs Wohl des Gastes! Ob der nächstens wohl, ausgestreckt auf einer der Himmelsliegen, mit virtueller Aufklärung über die Hintergründe des Badeverbots oder über die Vorzüge der Wasserkraft rechnen darf – gemessen womöglich an den Einbußen, die der Schwarzwald-Landschaft durch monströse Windenergieanlagen drohen?

Linacher Stausee
Noch Platz auf der Himmelsliege

Anderntags, am 14. 6. 2023, überschreibt der Schwarzwälder Bote an gleicher Stelle eine Notiz aus Triberg mit Rasante Schlittenfahrt mitten im Frühsommer. Um eine Attraktion reicher sei das Instagram-Museum Triberg-Fantasy geworden. Eine VR-Brille ermögliche dem Besucher jetzt auch im Frühsommer wie schon beim Triberger Weihnachtszauber mit dem Hightech-Gefährt des Weihnachtsmanns eine abenteuerliche Fahrt und damit in andere Welten einzutauchen. Komme die Besonderheit gut an, sollen womöglich noch weitere ihrer Art folgen.

Mit Landschaft allein, lernt der Leser, scheint man keinen Urlauber mehr in den Schwarzwald locken zu können, mag sie weltweit noch immer einen erstaunlichen touristischen Ruf genießen. Es bedarf zusätzlicher Anreize, ob im Kleinen (Himmelsliegen) oder im Großen (analog wie virtuell). Am frühesten ist wohl den Tribergern aufgefallen, dass es nicht damit getan ist, einen Wasserfall (und sei es „Deutschlands größter“) anzubieten und zu vermarkten; selbst dann nicht, wenn der Zustrom von Touristen seit Eröffnung der Schwarzwaldbahn anno 1872 nicht mehr abreißen will. Und wenn der Wasserfall-Besucher schon am Kassenhäuschen Eintritt bezahlen muss, so sind ihm halt auch noch Events zu bieten – und das bereits seit der touristischen Frühzeit des 19. Jahrhunderts! Die haben damals sogar den Präsidenten des Schwarzwaldvereins, Prof. Ludwig Neumann, entzückt: In seinem 1897 erschienenen Prachtband „Der Schwarzwald in Wort und Bild“ schreibt er voller Bewunderung: Sinkt die Nacht herein, dann leuchtet der Gischt auf in elektrischem Licht oder in bengalischen Flammen, steigende Raketen übergießen die glitzernden Fälle mit magischem, farbenprächtigem Licht. Das Bild, welches der Fall bei solcher Beleuchtung im Rahmen der dunklen Tannen gewährt, ist von packender Schönheit.“

Den Triberger Rummel um den so perfekt kommerzialisierten Wasserfall hat freilich 1901 schon der Flensburger Reiseschriftsteller Wilhelm Jensen (1837 – 1911) in seinem Band „Der Schwarzwald“ mit spitzer Feder als „Spekulation auf die Narrheit der Menschen“ gegeißelt. Für ihn war der Schwarzwald ja noch „eine der schönsten, heimlichsten Bergwelten, die Deutschland besitzt“.

Triberger Weihnachtszauber am Wasserfall

Was die Triberger Eventmanager jedoch bis heute nicht daran hindert, immer noch glamourösere, noch naturfernere Ideen zu ersinnen und umzusetzen: „Triberger Weihnachtszauber – direkt an Deutschlands höchsten Wasserfällen“, illuminiert mit 500.000 Lichtern, dazu Feuershow mit Rockband, Alphornklängen und Gospel Singers. Ganzjährig lockt neuerdings auch noch der Greifvogel- und Eulenpark Triberg mit Flugvorführungen. Anschließend dann also im Instagram-Museum Triberg Fantasy noch der Griff zur VR-Brille – und auf zur virtuellen Schlittenpartie!

Kaum zu glauben, dass es im Schwarzwald auch noch Wasserfälle gänzlich ohne Klamauk und Kassenhäuschen gibt – so etwa im Naturschutz- und Bannwaldreservat Zweribach, einem Seitental der Wilden Gutach. Sein Wasserfall rangiert an vierter Stelle der bedeutendsten Fälle des Landes, wie schon die Beschreibung des Großherzogtums Baden im Jahr 1836 verrät; erschlossen wurde er mit Pfad, Treppen, Seilgeländer und Brücke im frühen 20. Jahrhundert von Ehrenamtlichen der Sektion St. Peter des Schwarzwaldvereins. Als ob da nicht mehr daraus zu machen gewesen wäre! Immerhin hatte der oberste Hof im Tal, ein paar Fußminuten nur bis zu den Fällen, bereits Getränke und Ansichtskarten angeboten, ehe die Landwirtschaft aufgegeben wurde und er 1984 einem Brand zum Opfer fiel. Später entstand auf der Hofstelle eine schlichte, mit Rinde gedeckte Schutzhütte mit Sitzgelegenheit. Und neuerdings gibt es auch hier zwei Himmelsliegen, und der letzte verbliebene Landwirt im Talausgang lässt es sich nehmen, am Rastplatz eine rustikale, aus einem Fichtenstamm heraus gesägte Getränke-Bar zur Selbstbedienung anzubieten und immer wieder nachzufüllen.

Zweribachwasserfälle
Getränkebar

Geschäftstüchtiger waren allemal die Todtnauer mit ihrem Todtnauberger Wasserfall. Ihn konnte seit eh und je nur besuchen, wer seinen Pkw in der Aftersteger Serpentine der Notschrei-Passstraße parkte und am Kassenhäuschen Eintritt bezahlte. Wie schon in Triberg, so war auch am zweitgrößten Wasserfall des Landes das freie Betretungsrecht der Landschaft beizeiten ausgehebelt worden. Doch erst recht seit dem 26. Mai 2023 schlägt das Herz hier schneller: Mit jedem Schritt. Über Dir der Himmel, unter Dir Freiheit. Denn wir haben uns auf die 450 m lange und 120 m hohe BLACKFORESTLINE Hängebrücke, der jüngsten touristischen Attraktion des Schwarzwalds hinaus gewagt, feierlich eröffnet u. a. von Fernsehmoderator Hansy Vogt und Schwarzwald-Dragqueen Betty, letztere mit Bollenhut, versteht sich. Der Wasserfall kann nun von oben wie von unten bewundert werden, Erwachsene mit per Kombiticket von 9,00 Euro, Kinder für 1,50 Euro – das ultimative Schwarzwalderlebnis für erwartete 100.000 Gäste im Jahr. Du schaust hinab in die Wipfel der stattlichen Schwarzwaldtannen, so wird der Besuch im Netz beworben, Spürst dieses Kribbeln. Zuerst im Bauch, und dann im ganzen Körper. Die Natur zum Greifen nah und doch so weit entfernt.

„Blackforestline“ Todtnau. Foto: Daniel Reust, Wikimedia

Himmelweit entfernt jetzt also – auch vom so viel gepriesenen Schwarzwälder Landschaftserlebnis alter Art! Für den Angstschweiß-gebadeten BLACKFORESTLINE-USER empfiehlt sich jetzt schleunigst ein Besuch im Badeparadies Titisee, sei es im PALAIS VITAL (ab 16 Jahre, textilfrei), in der PALMENOASE (keine Altersbeschränkung an Familientagen) oder/und in der GALAXIE SCHWARZWALD (Kleinkinder bis einschließlich 3 Jahre frei). Nein, mit weniger als einem galaktischen Erlebnis lassen wir uns jetzt nicht mehr abspeisen – es sei denn auf einer Himmelsliege!

Unter Palmen im Badeparadies Titisee

Explosion 1983 in Hüfingen

Am Freitag den 7. Oktober 1983 explodierte mitten in Hüfingen um 12:04 Uhr ein Kessel der Mohr KG . Die Druckwelle deckte im Umkreis von 200 Metern die Dächer ab. Bei dem Unglück kam der 36jährige Karl Vollmer aus Hausen vor Wald ums Leben.




Aufnahme von Karl Schweizer

Die Dr. Eugen Mohr – GmbH & Co. KG (Druckbehälterbau und Gummierungstechnik) ist heute in Hausen vor Wald, ausserhalb, am Bahndamm.

WildWestwegs –ein Schwarzwaldfilm mit Riesenregenwurm

Einen solchen Ansturm hat das hiesige Guckloch-Kino noch nicht erlebt: Vor dem Eingang reichte die Schlange der Besucher noch kurz vor Filmbeginn bis auf die Straße hinaus! Und das für einen Film über den ältesten und bekanntesten Schwarzwälder Fernwanderweg: den seit der vorletzten Jahrhundertwende existierenden Westweg, erfunden und seit über 120 Jahren verlässlich markiert mit roter Raute vom Schwarzwaldverein und seinen ehrenamtlichen Wegwarten. Lag der Zuspruch des Films in Donaueschingen womöglich nur daran, dass am hiesigen Gymnasium alljährlich ein Projekt gestartet wird, bei welchem den Absolventen die – scheinbar gänzlich aus der Zeit gefallene –  Bewältigung der 285 Kilometer von Pforzheim nach Basel mit einer Gesamtsteigung von 8.000 Höhenmetern per Pedes zugemutet wird? Oder ist der Film der Ettlinger Marco und Katrin Ruppert tatsächlich so „Großes Kino“, wie er allenthalben angekündigt und gepriesen wird?

Handelnde Personen sind im Film zwei Brüder, die Musiker Markus und Andy Fechner, wie der Nachspann verrät.  Die greifen an idyllischen Rastpunkten und natürlich zu (im Zeitraffertempo gefilmten) Sonnenuntergängen jeweils zur Gitarre – nein, natürlich nicht nach Zupfgeigenhanselart wie in der Frühzeit der Wandervogelbewegung, sondern zur Begleitung selbstkomponierter, auf Englisch dargebotener Songs. Auch unterwegs werden die Beiden immer wieder von der Kamera erfasst – vorzugsweise aus der Vogelperspektive per Drohne. Seltsamerweise tragen sie, anders als klassische Höhenwegwanderer, ihr Gepäck nicht nur im Rucksack mit sich, sondern ziehen einachsige, luftbereifte Anhänger hinter sich her, wo doch die Gitarren (und die Ausrüstung des Kamerateams?) zusätzlich Platz benötigen. Mitunter werden aus der Froschperspektive die Wanderstiefel in Großformat gezeigt, etwa wenn knapp das Nest eines seltenen Bodenbrüters verfehlt wird oder wenn es durch Fels steil bergauf geht. Auf dem Feldberg trennen sich die beiden Brüder, denn hier gabelt sich der Westweg bekanntlich, der eine Ast führt über das Herzogenhorn, den Blößling und schließlich über den Dinkelberg, der andere über den Belchen, den Blauen und durchs Markgräflerland nach Basel. Erst kurz davor treffen die beiden Brüder wieder zusammen, und beim Schwenk über die Stadt greifen sie letztmalig  in ihre Gitarren –  und zaubern mit ihrem Song prompt zwei Jungfüchse als niedliche Zuhörer aus ihrem Bau hervor.

So raffiniert und trickreich arbeiten Tierfilmer heutzutage. Doch eben diese Schlussszene offenbart leider auch die Schwäche des Films: Die Rahmenhandlung mit den beiden Musikern will so gar nicht zusammenpassen mit dem Wandererlebnis, auch nicht angesichts der Fülle noch so brillant gefilmter Natur- und Landschaftsszenen. Nicht zuletzt die Makro-Aufnahmen seltenster Raritäten (wie der Felsenbiene oder dem Violetten Feuerfalter), aber auch die Nahaufnahmen von Wolf, Luchs und Gämse fesseln den Betrachter. Ausgerechnet auf der Sitzbank unter der roten Raute der Wegmarkierung balzt einer der letzten Auerhähne des Schwarzwalds. Und zuoberst in einer struppigen Tannenkrone erfasst die Kamera den Horst eines Rotmilans samt Nestlingen, sodass wir Zuschauer ganz nah mit dabei sind, wie der Altvogel bei einem heftigen Hagelschauer schützend seine Schwingen über seine Jungen ausbreitet. Wie viel Sitzfleisch braucht ein Tierfilmer wohl, bis ihm solche Szenen gelingen? Den Rahmen einer Westweg-Tour sprengen sie allemal. Kreisende Milane über frisch gemähten Wiesen des Belchensüdhangs  im Kleinen Wiesental lassen aus dem Off immerhin den Hinweis zu, dass diese Greifvogelart in Deutschland ja doch besonders geschützt werden muss, während sie andererseits durch Vogelschlag der Windräder am meisten bedroht erscheint. Ausgeblendet bleibt dabei freilich, dass eben hier, im Tal der Kleinen Wiese, derzeit eine besonders heftige Auseinandersetzung tobt um den Bau weiterer Windenergieanlagen. 

Auf dem Westweg immer der roten Raute  nach

Doch Konflikte bleiben im Film weithin ausgespart. Immerhin: am Beispiel der Kuckucksuhr, des wichtigsten Schwarzwälder Werbeträgers nebst dem Bollenhut, wird der Artenschwund thematisiert, denn in Natura lässt sich hier schon längst kein Kuckuck mehr hören. Die Szene mit dem rufenden Vogel musste daher umständehalber in die Rheinauen verlegt werden. Umso ausführlicher werden dafür andere Schwarzwälder Spezialitäten in Natur- und Kulturlandschaft präsentiert (auch wenn sie weit abseits des Westwegs aufgenommen werden mussten), so etwa die Glazialformen im Präger Kessel, zumal die äußerst seltenen Bewohner der dortigen Blockhalden. Auch das Prachtexemplar eines Badischen Riesenregenwurms (Lumbricus badensis) zoomt die Kamera herbei, ehe es sich, lang wie eine Ringelnatter, wieder in seine Erdröhre zurückzieht, um deren Eingang sodann sorgfältig mit Laub zu verschließen. Wanderern dürfte der exklusiv nur den Südschwarzwald bewohnende Wurm eher selten über den Weg kriechen.

So kommt es, dass der Guckloch-Besucher schließlich trotz aller Naturfilmbrillanz mit zwiespältigen Eindrücken entlassen wird. Irgendwie scheint ihm das Erlebnis einer mehrtägigen Westwegwanderung (mit all ihren euphorischen wie ermüdenden Phasen, mit der Wahrnehmung von Vorzügen wie von Auswüchsen heutiger Kulturlandschaften und von verbliebener Naturnähe) ein bisschen zu kurz gekommen zu sein.

Tausendfüßler

Liebe Bürgerpostleser, 

jetzt mal wieder etwas aus der Insektenwelt. Dass das Insekt auf dem ersten Foto ein Tausendfüßler ist, wird Ihnen vollkommen klar sein. Wegen ihm hätte ich auch keinen Beitrag geschrieben, wobei es schon ein schickes Tierchen ist. Ich habe die Füßchen versucht zu zählen, es sind auf keinen Fall 1.000, ich bin auf etwa 75 Beinpaare gekommen. 

Zum Beitrag animiert hat mich die Kombination der beiden Tiere. Hand aufs Herz, haben Sie so etwas schon einmal gesehen wie auf dem Bild unten? Im ersten Moment dachte ich, oh, Frau Gabriele Schroll hat mir einen Tausendfüßler geschickt, aber nur einen kurzen Moment dachte ich das. Schnell war klar, dass die Beine anders angeordnet sind und auch viel länger, es sind 14 Beinpaare. Seit neustem nutze ich die google lens app, die anhand von Bildern ein Ergebnis liefert. Es sei ein Spinnenläufer, auch Spinnenassel genannt und jetzt kommts, ein Hundertfüßler, ist das nicht der Hammer? 


Da dachte ich mir, dass das einen Beitrag wert ist. Interessant ist, dass der Tausendfüßler eine Überklasse der Hunderfüßler ist. Sie haben vorne und hinter sehr lange Antennen und Gabriele Schroll stellte die berechtigte Frage, wo denn vorne und hinten ist bei dem Kerle. Mir wars mit der Zeit klar, dass oben der Kopf ist, weil die zwei schwarzen Punkte die großen Augen sind. Das letzte und längste Beinpaar dient nicht der Fortbewegung und fungiert wahrscheinlich als rückwärtiges Tastorgan. Na sowas kann man da nur sagen. Das bestätigt dann auch, wo vorne und hinten ist. Nun der Hundertfüßler war ursprünglich um das Mittelmeer verbreitet und kommt nun aber durch den Menschen in allen Erdteilen außer der Antarktis vor. Er ist sehr wärmeliebend und profitiert auch vom Klimawandel. 

Na, nicht schlecht, dass es neben dem Tausend- auch den Hundertfüßler gibt. Vielen Dank an Gabriele Schroll.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Naturschutzgroßprojekt Baar feiert Jubiläum am 1. Juli

Auf 10 Jahre erfolgreiche Arbeit blickt das Naturschutzgroßprojekt Baar zurück und feiert das Jubiläum am

Samstag, den 1. Juli, von 10 bis 17 Uhr
Umweltzentrum in Schwenningen.

Gut 20 Akteure laden Jung und Alt zum Treffpunkt Natur ein.
Es gibt viele Angebote zum Mitmachen und Entdecken für Kinder ab fünf Jahren und für Erwachsene gibt es viele interessante Informationen rund um Nachhaltigkeit.

Daneben zeigen Unternehmer Spezialmaschinen für die Naturschutzarbeit und ein Schäfer kommt mit Moorschnucken.

Abgerundet wird der Tag mit „Fräulein Brehms Tierleben“, einem Eine-Frau-Theaterstück zu seltenen Schmetterlingen auf der Baar und Exkursionen ins Schwenninger Moos. Für Bewirtung ist gesorgt, der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen beim Naturschutzgroßprojekt Baar.

geheim und noch geheimer

28.05.2023

Die Geschichten um die falschen, geheimen Protokolle gehen weiter:

Im Dezember hatte unsere Fraktion wegen eines Verfahrensfehlers nicht mit abgestimmt. Der Fraktionssprecher hat es deutlich begründet und gefordert, dass dies ins Protokoll aufgenommen wird. Eine Beschwerde bei der Kommunalaufsicht ergab nun, dass dieses nicht im Protokoll stand und ein CDU-Mann das falsche Protokoll unterschrieben habe. Aus diesen Gründen haben wir jetzt angeblich keinen Einspruch erhoben. Es zählt lediglich was der Bm und die CDU erfinden.

Für die bahnbrechende Erkenntnis, dass wir nicht sagen oder tun, was wir sagen oder tun, benötigte die Kommunalaufsicht 4 Monate! Dies ist wohl der Grund, warum schon öfters angedroht wurde, den Hieronymus verbieten zu lassen. Dabei gibt es uns ja eigentlich gar nicht…

Beitrag vom 12. Januar 2023

Da wir inzwischen von der Kommunalaufsicht mehrfach und nach über einem Jahr auch vom Regierungspräsidium in Freiburg Nachricht erhalten hatten, dass das alles so super und ok ist, möchte ich den Beitrag wieder aus der Versenkung holen.

Ein Bm habe das Recht über seine Protokolle zu bestimmen und auch das Recht seine Wahrheit da rein zu schreiben. Was in den Protokollen steht, braucht nicht den Tatsachen zu entsprechen. Ein Bm kann also frei entscheiden, was wir angeblich gesagt hätten. Während der Stadtratssitzung die Protokolle zu lesen und sich danach beschimpfen zu lassen, tut also den gesetzlichen Vorgaben vollkommen Genüge. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt haben aber die Stadträte dieses „Protokoll“ zu unterschreiben.

Demokratie hatte ich in der Schule anders gelernt und im Grunde weiß ich nicht, was ich da als Stadträtin überhaupt soll. Zuhörerin bei einem mikroputinistischen Spektakel. Na, zumindest komme ich nicht in den Gulag, wenn ich doch mal was sage, sondern werde nur beschimpft. Gelebte Demokratie in Hüfingen!

Beitrag vom 24. Juli 2020

Auch wenn wir in einer sehr rückwärtsgewandten Stadt leben, in der Parität ein Schimpfwort ist, so ist Hüfingen doch in einem absoluter Spitzenreiter: In der Geheimhaltung sämtlicher Machenschaften und der dazugehörigen Protokolle, falls vorhanden.

Das Informationsfreiheitsgesetz wird einfach mal ignoriert und auch die Gemeindeordnung spielt nur eine marginale Rolle, also dann, wenn sie dem Bm gerade zupass kommt. Ansonsten werden die Gesetze geschickt verborgen und gedreht, dies alles mit dem Segen der Kommunalaufsicht des Schwarzwald-Baar-Kreises.

So hat es Tradition in Hüfingen, dass sogenannte Urkundspersonen die Protokolle der Stadtratssitzung in der Pause einfach mal schnell ungelesen unterschreiben.

Manch einer wundert sich, warum die Protokolle denn nicht gelesen werden. Dies ist ganz einfach: Die Protokolle werden den Stadträten nicht zu Kenntnis gebracht. Es gibt keine Aushändigung der Protokolle, weder auf Papier noch elektronisch. Falls ein Stadtrat auf das Rathaus geht, um seine gesetzliche Einsicht zu verlangen, dann wird er bewacht, damit er keine unerlaubten Fotos davon macht. Dies hat der Bm verboten.

Wer also unter der Woche weder Zeit noch Lust hat unter Bewachung im Rathaus zu sitzen, dem bleibt nur die Gemeinderatssitzung. Auch hier ist verboten, die Protokolle mit an den Platz zu nehmen. Deshalb kommt die neugierige Leserin an den Katzentisch, an dem sie lesen darf.

Was sagt der Bm dazu?

Er hat mir angeboten nachts mit ihm im Rathaus zu bleiben damit ich unter seiner Bewachung die Protokolle lesen kann.

Katzentisch an dem Protokolle zu unterschreiben sind

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