Pariser Stadtgärtner 

S gmajet Wiesli vum Pariser Stadtgärtner Jean- Baptist

Gschnieglet und bueglet isch s abglegescht Wiesli und Pärkli in ere  Domaine vu de Weltstadt Paris i de Bourgogne. Ueber 500 km miesst de Pariser Stadtgärtner, de Jean Baptist, uff elsaessisch de „Jambadis“ und uff hiefingertisch “ s Babischtle“, jede Woch emol aafahre, aarucke zum Maije und Uffrumme vu dem Pärkli uff de Hohebni vu Langres. D Pariser hond aber den Hain a die ehemalig Bsitzer Gmond, a s aalt, verlotteret Städle Saint-Seine- l’Abbaye, zruckgähe. Dä, 40 km nördlich vu Dijon i de Bourgogne, majet ebe jetzt de Bourgogner Jambadis mit sim Handlanger Jean Jacues us Abbaye. Koschte vum Gärtnere und Pflege gond halt zwischeziitlich vor historische Hoffart. So denkt mer hitzutag koschtebewusst im Hotel de Ville z Paris und gwähnli au i de Booremer Rothieser. 
Mir schwätzet vu de „Seine“ -Quell. Die zweitschönst, künschlich aagleit Quellfassung vu allne grosse europäische Flüss. Im Umkreis vu guet 100 km entspringet dä in Mittelfrankreich alli grosse Flüss vu Fronkreisch, die wo gmächlich in Atlantik entwässeret. D Loir, d Maas, d Mosel und ebe d Seine. De ander gwaltig schwiezer- französisch Strom, d Rhone mit de Durance, de Ardeche und em Tarn, schuuset aabi is Mittelmeer. 

Uff de Sueche noch de kunschvollschte Quellfassunge, mindschdens ahnähernd wie iseri Dunnequell sot sie scho sii, gihts z ganz Europa nu no die Seinequellfassung. Sie khaa e klei weng mit de Dunnequell im Schlosspark z Eschingen mithalte. Sie isch aber ehnder e Gips- und Mörtelnymphe , als e hoffaertigi Quellgöttin.  Vu  Poesie und Symbolik spürt mer wenig. Im Gegesatz zu de Mutter Baar mit ihrne herzige Kindle.

Zum Aagucke und zum Uusgrueje isches i dem Hain ganz nett. Aber andersch wie a de Dunnequell isch mer dert stundelang  ganz aloe. Störe duet om nuu kurz de Gartebuzzli Jambadis und de Jean Jacues mit Ihrne giegsigge, kreischende, johlende Stihl Hölle- Motorsägis. Scho wege de fehlende Bsuecher khaa des Quellwässerle oefach nit mithaalte. Die baarbusig Nymphe, die sich i dere moosige, muffige Gips – und Mörtelgrotte lasziv uff eme Kanepee, uff me Divan, räcklet, isch onni vu nuu zwei europäische Flussquellfassunge mit ere aagmessene, künstlerische Gstaltung. Aagleit ab anne 1864, zu dere ziit also wo de Hausmann ganz Paris umgmodlet hät. 


Natierlich isch die schönscht iiseri „Dunnequell“ -Fassung. No kunnt aber au glii nebedraa d „Junipperusquell“-Fassung vu de Brunnequell z Aamedshofe. Beides sind Karst – Uffstossquelle, die unter liichtem Druck stond, so dass sie überhaupt ergiebig unne uffidrucke kinnet. Nit wie die meischte andere, wo es eweng us ere Uudurchlässige Schicht uussi suutterlet. So wie ebe a dere dürftige Seinequelle. Vielmol word bei andere Quellfassunge sogar no gmooglet, bschisse, mit eme ännikäsperlete Zuelaufwasserröhrle. So wie a de Seine, de Loire, de Mosel, de Marne und natierli dem oefaeltige, sehensunwürdige  Bregquelle-Gumpe. 


Des klei Muckeseckele vum Seinequellwässerle bruucht so 500 km bis es z Paris, i de Kernstadt, aakunnt; und 800 km bis is Meer, in Atlantik. Maschie vu Marly pumpet mühselig no Wasser us de Seine gi Versailles uffi, wo des alls verdunschtet und nit am Bestimmungort Atlantik aakumme. S onzig wa mer vu dem Seine Quellhain uubedingt bei iis mol abgucke sot und kinnt, isch der durschtloeschend Original Pariser Guss- Trinkwasserstock mit dem praktische Messingdrucker.

Es isch vermuetlich de onzig fu dene hunderte, erquickende Pariser Trinkbruennspender, der wo herzig i dem ferne Hain usserhalb vu de Seine Stadt stoht, wiit eweg vu de spritzige Stadt Paris. Erscht noch villne Johr meckere und morre, haet mer jetzet am neue Zämetfluss endlich mol a den holose Trinkbrunne Mangel im Markezeiche „Quelleland“ draadenkt und so enTrinkwasserspender zum Fülle vu de Fahrrad Buddel vu de Donauradwegradler und de dorschtige Tourischte und de booremer Bsuecher ännigstellt. 


Weil mer dämols halt au eweng mit ere Quelle aagähe hät welle, hät d Stadt Paris 1864 den Qellehain kauft und ebe die halbnäckig Nymphe noch eme Moddel vu me Mulin Rouge Tanzbärli id dli Grotte ännigippset. „Gips mir“, isch en werbewirksame Spruch vu me booremer Junggipser. Ob die Pariser Baumäschter den Spruch dämols au scho kennt hond ? 

Wa hät iis doo degege iisern Adolf Heer anne 1896 ver e wunderscheeni, kunstvolle, sehenswürdige „Mutter Baar“ ännigmeisslet, noch em Bildniss vu de legendär scheene Booremeri, de cara Bissula. Denebet des klei „Dunneli“ Maidli, und des mollig Biebli. Alls us Marmor. Poesievoll und uussagestark dä a dem idyllische Ort, opulent ännimodeliert. Und wa ver e iidrücklichs, harmonischs Quellfassungsrondell haet mer baut, dae im Schlosspark unter de mächtige Halleberger Sandstoemuur, wo obe die bömisch Barock Stadtkirch St. Johann uff eme mächtige Muschelkalkriff trohnt. Des ergiebig uffstömend Quellwasser hät über 2850 km vor sich bis is Meer. Dem Wasser wieset d Mutter Baar friendli, uffreacht und zuegneigt de Weag.   

Glaubet er jetzt, dass mir die wunderschönscht, symbolträchtigscht Quellfassung vu allne europaeische Flüss hond: 

 Naemlich:       „Die Königin vu allne Quellfassungen „,     d Dunnequell z Eschinge. 

Uebrigens no ebbis: während dem zweistündige Bsuech isch konn gotzige andere Wunderfitz ufftaucht. Und des a me Samschtig Mittag, wo sicher a de vielbeachtete Dunnequell dutzendi beiidruckti Bsuecher us ganz Europa gsii sind. Au des e klars und starks „Alleinstellungsmerkmal“. 

Netzblatt und Weisszüngel

Liebe Bürgerpostleser, 

was haben wir heute vor uns? Auf jeden Fall drei Blütenbilder. Haben wir schon einmal etwas davon präsentiert? Kommt Ihnen vielleicht etwas bekannt vor? Bild 2 und 3 gehören einer Art an, und was ist mit Bild 1? Anhand dieser Bilder ist schnell klar, dass es verschiedene Pflanzen sind. Sensationell die Behaarung der Blüten auf Bild 2 und 3, die Blüten auf Bild 1 sind total nackt. Ich sags Ihnen aber sicherheitshalber, aus zwei Meter Entfernung ist man in Gefahr, von einer Art auszugehen. Die Pflanzen sind nur etwa 15 cm hoch und die Blüten sehr klein, sagen wir mal zwei bis drei Millimeter lang. 

Weiße Höswurz (Pseudorchis albida)

Jetzt zur Sache: Bild oben ist am 6.6.2022 auf dem Belchen aufgenommen worden, ich war erstaunt. Ich wußte, dass mein alter Freund Dr. Otto Kötterizsch ein exellenter Belchenkenner ist und ich dachte, wenn er das weiß, dann ist er es wirklich. Er wußte es, ich war begeistert, Weisszüngel oder Weiße Höswurz heißt die Pflanze. Er habe Sie bei seinen früheren Aufenthalten häufig gesehen. Sie ist eine Orchidee, man höre und staune und komme auf Bergwiesen vor. Haben Sie sie schon einmal gesehen? Ich noch nie. Wie gesagt, sie ist klein. 

Die andere habe ich das letzte Jahr auf dem Tannbuel zum ersten Mal gesehen und einen Bericht gemacht. Es ist die Kriechende Netzblatt, auch eine Orchidee. Am 17. Juli 2022 war ich dort. Mehr als die Hälfte der Blüten sind schon verblüht. Dann habe ich die Aufnahme vom letzten Jahr dazugestellt, sie stammt vom 22. Juli 2021. Man erkennt die Vegetationsverschiebung zwischen den beiden Jahren, letztes Jahr eine Woche später als dieses Jahr.


Ich gebe gerne zu, dass mein Anfangsverdacht war, dass die Belchenpflanze identisch ist zur Tannbuelpflanze. Dann aber kamen Zweifel wegen des deutlich unterschiedlichen Blühzeitpunktes und den Standortunterschieden Halbschatten und lockerer Kiefernboden auf der einen Seite und unbeschattete Plätze auf der anderen Seite. Und dann natürlich noch der geniale Otto, der das Rätsel vollends auflöste. 

Jetzt noch ein aktueller Hinweis: Wer den Widerbart anschauen möchte, der muss sich sputen. Denn durch die Trockenheit ist er jetzt bereits in Vollblüte und darüber. Nachdem mich Thomas Kring gestern informierte, bin ich heute Abend in den Hüfinger Orchideenpfad und zu Beginn der hinteren Schleife stand er in bestem Abendlicht. Viele sind es nicht, umso lockender könnte ein Besuch dort sein. Der Widerbart ist eine der seltensten Orchideen Mitteleuropas und ein kleiner aber feiner Hingucker.

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Herzliche Grüße
Franz Maus

Leckerbissen im Wald

Dass Weißtannen-Nachwuchs durch Wildverbiss existenziell gefährdet sein kann, wissen Förster und Waldbesitzer nicht erst seit der Tanne im galoppierenden Klimawandel eine tragende Rolle als Ersatz für die durch Trockenstress, Borkenkäfer und Stürme noch stärker gefährdete Fichte zuerkannt wird. Schon in den allerältesten forstlichen Lehrbüchern wird nachdrücklich vor dem verderblichen Einfluss von zu allzu vielen Rehen gewarnt. Bereits einer der ersten Heidelberger Lehrstuhlinhaber für Forstwissenschaft, C. F. von Sponeck, hat im Jahr 1817 unmissverständlich darauf hingewiesen, es sei „gar nicht zu berechnen, wie schädlich nur eine Rehfamilie in einem Jahr dem vollsamen Anflug dieser Holzart werden kann.“ Und 1833 schrieb der Forstwissenschaftler C. P. Laurop, Mitglied der obersten Forstbehörde in Baden, in seinem Lehrbuch Grundsätze des Forstschutzes: „Das Rehwild ist das schädlichste für die Waldungen, dessen Daseyn mit der Kultur eines Waldes gar nicht vereinbar ist.“ Oder sollten sie da vielleicht doch ein bisschen übertrieben haben? Als ob wir Bambi in unseren Wäldern kein Bleiberecht einräumen würden!

Kulturfolger und Krisengewinner Reh

Rehe sind wählerische „Konzentratselektierer“, lernt der Forststudent schon im ersten Semester. Sie weiden nicht quer durch die Bodenflora, sondern suchen sich die Leckerbissen heraus. Und doch bedarf es für Unsereinen mitunter erst besonderer Schlüsselerlebnisse, um ihre Wirkung auf das Ökosystem Wald ganz erfassen zu können. Zu einem solchen verhalf dem Autor einst ein ganz und gar unweidmännisches Missgeschick beim „Aufbrechen“ eines erlegten Rehs: Er hatte das Schmalreh von der Ansitzleiter herab schon eine ganze Weile beobachtet, wie es gemächlich äsend durch ein Tannenaltholz herbei zog. Nach dem Schuss hatte er ihm versehentlich den prall gefüllten Pansen aufgeschärft – und siehe da: in der spinatgrünen Bescherung quollen ihm lauter Tannensternchen (Keimlinge) entgegen!

Weißtannen-Keimlinge („Sternchen“)

Dies, wohlgemerkt, zu einer Jahreszeit, in der es noch reichlich sonstige Grünäsung gab, ob Brombeerranken oder Hasenlattich. Ein für alle Mal hat er seitdem den selektierenden Einfluss des Rehwilds gespeichert und verinnerlicht. Merke: Weißtannenverbiss findet auch bereits beim ersten Aufkeimen des Samens statt, selbst wenn er in den forstlichen Verbissgutachten, der Richtschnur für den Abschuss, noch keinerlei Erwähnung findet – nachweisbar ist er allenfalls mit Hilfe von Kontrollzäunen! Denen sollte er fortan seine besondere Aufmerksamkeit schenken.

Kontrollzaun nach 10 Jahren Standzeit

Wer auf Tannennachwuchs setzt, neigte schon immer dazu, auf Nummer Sicher zu gehen: Vorsorglich schützte er ihn, indem er alljährlich im Herbst die Gipfelknospen jeweils mit einer Flocke ungewaschener Schafwolle umwickelte. Neuerdings verwendet man dazu eher bunte Kunststoffklammern oder auch chemische Verbissschutzmittel, sofern man die Tännchen nicht sogar in Drahthosen steckte oder gleich hektarweise einzäunte. Am liebsten würde man die Tännchen gar, nicht anders als Laubbaumkulturen und Douglasienpflanzungen, in jene hässlichen Polypropylen-Wuchsstoffhüllen verpacken, wo immer man glaubt, den Faktor Wildverbiss nicht anders mehr in den Griff zu bekommen. Doch hiervon wird einstweilen (gottlob!) noch abgeraten.

Heillos verbissene Jungtanne

Rehwild zählt zweifellos zu den Gewinnern der Klimakrise. Mit den milder und schneeärmer werdenden Wintern verliert der wichtigste natürliche Regulator von Pflanzenfressern zusehends an Wirksamkeit. Und ob ihre natürlichen Fressfeinde, Luchs und Wolf, jemals wieder zum Zug kommen werden, steht noch in den Sternen. Zugleich verbessert sich das Äsungsangebot auf den Schadflächen, welche Borkenkäfer und Stürme hinterlassen haben; Himbeere, Weidenröschen und vielerlei krautige Pflanzen gedeihen üppigst in der Schlagflora, begünstigt überdies durch den viel zu hohen Stickstoffeintrag aus Verkehr und Landwirtschaft. Und in den gepflanzten Kulturen und Dickungen entstehen fürs Wild neue „Einstände“ mit reichlich Deckungsschutz – Lebensraumverbesserungen, die zuverlässig zu erhöhter Reproduktivität führen, wie sich schon nach den Orkanschäden ausgangs des vorigen Jahrhunderts gezeigt hat. Von Artenschwund, gar von  Ausrottung kann beim Kulturfolger Reh wahrlich keine Rede sein.

Umso mehr kommt es jetzt darauf an, beim Waldumbau hin zu zukunftsfähigen strukturierten, stabilen und zu CO2 speichernden Mischwäldern mit reichlichen Tannenanteilen zu klotzen anstatt zu kleckern. Denn je spärlicher der Tannennachwuchs, desto schwieriger ist das Verbissschutzproblem zu lösen. Ziel muss es sein, den „vollsamen Anflug“ der Tanne (C. F. von Sponeck) auf größtmöglicher Fläche bei intensivierter Rehwildregulierung sicherzustellen, sodass alsbald der Kipp- und Wendepunkt erreicht wird, ab dem das Angebot an Leckerbissen die Nachfrage übersteigt.

Nachwort zu „Peter und der Wolf“

Best Seller Wald

„De Bescht isch nint, und ihr hond nit emol de Bescht“

legendäre Ausspruch vu me Ostbaaremer Borgermoeschter i de 1960-er

Scho des Wort „Bescht- Säller“ dräht imme gstandene Alemanne de Mage um. Mir saget „Sau guet“ oder „beriichernd“ oder oefach nuu „ gattig“. Büecher noch de „Beschtsällerlischte“ z kaufe, des han i mir scho lang abgwähnt. Mit wenige Uusnahme ischs i d Hose gange oder uff booremerisch: Die sind meischtens schnell verlächeret.

Ganz andersch isches mit guete Rotschläg vu gute Freund, die gwähnlich au die gliich Iistellung zum Lese und die gliiche Gwuhnete hond. So isch mers gange beim Rot vu me Förschter zu me Buuch, au vu me selli waldkundige Förster: „ Heimkehr „ vum Wolfgang Büscher. (nit zum verweähsle zum gliichnamige Buech vum Thomas Hürlimaa) . De Büscher beschriebt mit grosse Poesie, und nit e überzwerris Märli wie de baumseele- Schmecker Peter Wohlleben, sie Verhältnis als Heimkehrer i sin glüeckseelige Jugendwald. Und des mit Herz und Verstand. Anne 1999 hät mer emol e belesene Freundin au e Märli- Waldbuech geschenkt: „Das Geheimnis des alten Waldes“ vum Dino Buzzati. Ganz grosse Literatur obwohl mer zerscht mond, es sei eweng philosophisch abghobe. Natüerlich hät mer noch „Achtesechzg“ des Welt- Kultbuech vu allene Linke, Waldörfler und Gartepuzzli glese: „Walden“ vum Thoreau, en ehrliche Welterfolg us sich selber rus und nit vu „Marketingler und Sparkässler“ promotet und profitmaximiert zämetbosslet.

I me reachte Wälder, eme Säger und Holzmoeschter, dem fallt beim Bsuech beim Sparbichslevortrag i de Waldstadt Villinge über de neischt Erguss vum Wald- Peter Wohllebe natierli ebbis gnizes , schreegs, knorrigs ii. Weil er konn onzige vu de zahlriche Forstmanne us em Baarschwarzwald uffstöbere khaa, obwohl er uff die aagesesse isch, poschtet er oes vu dene Schwarte und lot es au no mit dem Zuesatz „Für Wolf“ gifizig vum Peter Wohllebe signiere. De „Wolf“ isch nämli sin guete Sport- und Langlauffreund, den er mit dere Signatur in e Zwickmilli bringt. Wie will der sine Nochfahre, die sie riesige Bücherwand mol dorchforschte mond, verklickere, das er die opulent Papierholz- verschwendung weder poschtet hät, scho gar nit uff sin Name „Wolf“ vu sim fehlglaübige Forstkolleg hät siegniere lau. Scho mol hät en Speicherfund i dere Familie für Erschütterung gsorgt. Wa word au i den innigfahre sii ?, so ebbis au no signiere z lau ? Dätet die mol denke. Desell Uremer Spitzbue haet natierli sini Initiale: „S.W“, die er früeher mol i sinni Järvinnen Holzlanglaufschi innigschnaefflet hät, nit beim übergaehe vu dem schnodder- freche Gschenk in Buechdeckel innikritzlet. S kennt jo mol ebber merke, wer für den hintersinnige Streich zuständig war.

Übrigens: Falls de so Beglückte sie Bücherei nit mit dem waldsseelige Pamphlet besudle will, könnt ers jo mol vertlehne. Ganz i de Hoffnung, dass ers nimme zruckkriegt und er us dere bleede Kummedi uffreacht uussikunt. Gspräch mit Wald- und Forschfreund hond übrigens ergähe, dass mers nit lang bhaalte bruucht, nuu mol innischmecke, so dass om d Esoterik- Briehe nit am Backe rablauft, so wie beim fastfood. Sell möget aber uuglaublich vill Liit, wie mer a de Verkaufszahle und de Iischaltquote sieht. Und me muss nit mol im Wald ummemuuse. Halt modisch Wald „to go“.

Ich vertlehn mini Buecher vum Wolf (und Fritz) Hockenjos nimme, sellem Wolf wo nit mit em Peter tanze will. Scho vill mol han ich die nimme zruck kriegt und antiquarisch nochbunkere messe. I dene word om s wohr Zaubergschichlte vum Wald verzehlt und zoeget:


„Winter auf dem Wald“, „Tännlefriedhof“, „Begegnung mit Bäumen“, „Wo Wildnis entsteht“, „Waldpassagen“, „Tannenbäume“, „Unterhölzer Wald“.

Jo so wars

Hängepartie

Liebe Bürgerpostleser, 

diesen Augenschmaus möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Es war am Abend vor Christi Himmelfahrt, als ich in unserem Garten diese „Hängepartie“ fotografieren konnte. Sieht das nicht elegant aus, wie die oberste Fliege sich mit ihren Vorderbeinen am horizontalen Stengel aufhängt hat? Grad so, wie wenn sie gleich einen Salto mortale macht will. 

Ich kam bisher noch nicht ganz dahinter, was da eigentlich passiert ist. Meine Vermutung ist, dass das hängende Männchen sich paart und das Weibchen zur Stärkung einen Artgenossen aussaugt. Kurz gesagt, Paarung mit Kannibalismus, wann hat das jemals jemand fotografiert? Im Moment bin ich im Internet der Sache auf den Grund gekommen: Es sind Tanzfliegen. Sie sind an dem langen, herausstehenden Saugrüssel leicht zu erkennen. Schauen Sie auf Bild 2 ins Gesicht der hängenden Tanzfliege. Männliche Tiere bieten ein Brautgeschenk in Form eines erbeuteten Insekts an. Dies diene auch der eigenen Sicherheit, denn es komme auch schon mal zu Kannibalismus. 

Was sagt man dazu?

Herzliche Grüße
Franz Maus

Ligusterschwärmer

Liebe Bürgerpostleser,

am Vatertag vormittags war ich unterwegs auf der Sperbelhalde, einem kleinen aber feinen Naturschutzgebiet beim Schächer. Ich bin immer wieder fasziniert, was dort alles zu sehen ist. Unter anderem diesen ruhig da sitzenden großen Falter am unteren Bereich eines Holzpfostens. Es gehört Glück dazu, so etwas nicht zu übersehen. Ich denke, die meisten wären dran vorbeigelaufen. Wissen Sie, was es ist? Es gibt zwei Nachtfalter, die es sein könnten, ein Winden- oder ein Ligusterschwärmer. Aufgrund des dunklen Oberkopfes ist es eindeutig ein Ligusterschwärmer. Er übertagt bewegungslos an dem Pfosten, um in der Dämmerung aktiv zu werden. Mit der Zeit dämmerte es mir, dass ich vor knapp elf Jahren schon einmal eine Begegnung mit ihm hatte. Und zwar nicht mit einem, sondern mit zweien, genauer gesagt mit einem Paar bei der Paarung, siehe Bild 3 und 4. Damals stand sogar ein kleiner Beitrag im Südkurier am 7.Juli 2011. Die Paarung fand an einem Brett eines hölzernen Gartenzaunes statt und dauerte damals über 24 Stunden. Was sagt man auch dazu. Wir kennen das ja schon vom Kiefernschwärmer. Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 200 Eier an den Fresspflanzen ab, die da sind, Liguster, Flieder und Eschen.

Der Ligusterschwärmer ist in Europa weit verbreitet. Die Körperlänge beträgt bis zu 6 cm und seine Flügelspannweite reicht von 8 bis 12 cm. Also ganz schön groß. Zum Vergleich, das Tagpfauenauge erreicht nur 5 bis 5,5 cm Spannweite. Der Ligusterschwärmer fliegt ab Mai bis Mitte des Sommers. Die Flugbewegungen des Ligusterschwärmers erinnern stark an einen Kolibri. In diesem Schwirrflug saugt er dann mit seinem fast körperlangen Rüssel den Blütennektar auf. Daher sind die Falter auch für ihre schnellen Flügelschläge bekannt, mit denen sie ein lautes „brummendes“ oder auch „summendes“ Geräusch verursachen. Man könnte sie leicht mit einer Hornisse oder einem Junikäfer verwechseln.

Also, wenn es in der Dämmerung brummt, auch daran denken, dass ein Ligusterschwärmer unterwegs sein könnte. Der Name rührt übrigens daher, dass die Raupe sich am liebsten von Ligusterblättern ernährt.

Jetzt fiel mir noch etwas ein, am 17. August 2006 konnte ich diese herrliche Ligusterschwärmerraupe fotografieren, knapp 10 cm lang und mit Stachel am Ende. Da war sie kurz vor dem Verpuppen.

Das musste doch noch dazu, finden Sie nicht auch?

Herzliche Grüße

Franz Maus

Kieferschwärmer

Liebe Bürgerpostleser, 

am Samstag, den 7. Mai 2022 besuchte uns Bernd Münzer. Seltsamer Weise hatte er ein Tontöpfchen dabei und ich war gespannt, was er mitgebracht hatte. Diesen schönen Falter. Was für einer ist das? Es war relativ schnell klar, dass es ein Kiefernschwärmer ist. Aber, was meinen Sie, ein Weiblein oder ein Männlein? Die Auflösung kommt später. 

Erinnern Sie sich noch an die Raupe des Kieferschwärmers? Ich hatte Sie beim Beitrag im Oktober 2021 über Raupen aufgeführt. Kollegin Annegret Schulze hat das Bild geschossen und zur Verfügung gestellt. Bis 8 cm lang kann die Raupe werden, in dem Stadium auf dem Bild war sie kurz vor der Verpuppung. Sie verpuppt sich unter Moos in der Nähe ihrer Futterpflanze und überwintert in der Puppenform oft zwei Winter lang. Der Hammer, oder? Ja, aber nicht außergewöhnlich. 

Der Name des Falters kommt von der Raupennahrungspflanze. Bis zu 100 Eier legt das Weibchen auf Nadeln junger Triebe von Kiefern, Fichten und gelegentlich Lärchen. Die jungen Raupen fressen tagsüber sehr träge. Die Paarung erfolgt in einem Baum in der Nähe des Schlupfortes des Weibchens und dauert von Nachts bis zur Dämmerung des nächsten Tages. Gigantisch, aber auch nicht ungewöhnlich bei Faltern. Es sind Nachtfalter, die tagsüber gut getarnt an Kiefernstämmen übertagen. Nachts wird an stark duftenden Pflanzen wie zum Beispiel der Heckenkirsche Nektar gelabt. Von der Größe her beträgt die Flügelspannbreite 7 bis 9,6 cm, also nicht gerade klein. Von Mai bis Juli sind die Falter aktiv. 

Interessant ist, dass es spezialisierte Feinde gibt: Schlupfwespen und Raupenfliegen legen Ihre Eier in die Raupen, die dann in ihnen parasitieren und sie töten. Auch ein Pilz, die Puppenkernkeule wächst in den Puppen und tötet sie ebenfalls ab. Der Pilz bildet dann an der Körperoberfläche der Puppen seine keulenförmigen und gelborangen Fruchtkörper aus (Wikipedia).

Zum Schluss die Antwort auf die Frage nach dem Geschlecht des Falters, er ist ein Männlein. Zu erkennen an den gezackten Fühlern, die Weibchen haben glatte.

Vielen Dank an Frau Schulze und Bernd Münzer für die Bereitstellung von Raupe und Falter.

Herzliche Grüße

Franz Maus

Feldhasen

Liebe Bürgerpostleser,

als ich am Dienstag, den 10. Mai mit dem Fahrrad ins Geschäft fuhr, hatte ich ein tolles Erlebnis zwischen Hausen vor Wald und Hüfingen gegenüber dem Fahrradweg. Drei Hasen jagten auf einem Acker hintereinander her. Ich näherte mich vorsichtig, stoppte in passendem Abstand, holte die Telekamera hervor und konnte etliche Bilder schießen. Die zwei besten will ich Ihnen präsentieren. Auf Bild 1 sieht man die drei Hasen mit rasanter Geschwindigkeit in einer Linie hintereinander herjagen. Beim ersten sieht man die deutlich längeren Hinterläufe, weshalb Hasen „hoppeln“. Beim dritten Hasen muss man genau schauen, um die nach vorne gerichteten Hinterläufe zu erkennen. Über kurze Strecken kann der Feldhase sehr schnell sein, bis zu 80 Stundenkilometer. Gefällt Ihnen diese Dynamik in der Aufnahme? 

Ehrlich gesagt, auf Bild 2 hatte ich gehofft und es ging in Erfüllung. Es war das Abschlussbild. Fantastisch, finden Sie nicht auch? Zwei Hasen, die sich aufrichten und mit den Vorderläufen boxen, der dritte scheinbar unbeteiligt dem Geschehen zu schaut. Klarer Fall, zwei Hasenmänner kämpfen um die Gunst des Hasendame. Jetzt aufgepasst, das könnte so sein. Es könnte aber auch sein, dass die Hasendame mit einem der Herren kämpft, das gäbe es bei Hasen auch. Potz Blitz, wer hätte das gedacht?  Mit diesem Verhalten soll die Berührungssperre der sonst einzeln lebenden Hasen überwunden werden. Die Wahl des Partners liegt bei der Häsin. Innerhalb kürzester Zeit paart sie sich mehrmals, so dass selbst innerhalb eines Wurfs Mehrfach-Vaterschaften vorkommen können. Sehr außergewöhnlich ist, dass die Häsin während der Tragezeit erneut trächtig werden kann und sich Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien in ihrer Gebärmutter befinden. In der Wissenschaft nennt man das Superfötation. Feldhasen brauchen nichts zu trinken, weil der Wasserbedarf durch die Nahrungsaufnahme gedeckt wird. Bei uns Menschen unvorstellbar.
Außerdem bildet sich im Blinddarm des Feldhasen ein vitaminreicher Nahrungsbrei. Nach der Ausscheidung nimmt er diesen speziellen Kot wieder auf und deckt so seinen Vitamin B und K -Bedarf (Caecotrophie). Ein weiterer Feldhasenhammer.

Feldhasen soll es in Deutschland 3 Millionen geben, es waren schon weniger. Trotzdem gehören sie in die dritte von vier Stufen der Gefährdung. 

Ich habe mich riesig gefreut, dass ich – wie so oft – Glück hatte mit dieser Hasenbegegnung.

Herzliche Grüße

Franz Maus

Alb-Runde mit Seitenblick

Da verabreden sich zwei Brüder, Mediziner der eine, Forstmann der andere, beide längst im verdienten Ruhestand, zur alljährlichen „Altherrentour“, wie sie (anfangs noch mit dem Alter kokettierend) diese Unternehmung zu bezeichnen sich angewöhnt haben. Und die Spielregel will es seit Jahrzehnten so, dass dabei im Wechsel jeweils einer den andern mit einem noch unbekannten Wanderziel zu überraschen hat. Inzwischen sind sie beide zu ergrauten „älteren Herren“ geworden, und die Touren, die einst noch vorwiegend ins Alpine geführt hatten, sind zunehmend moderater und seniorengemäßer geworden. Diesmal war der Verfasser wieder dran mit der Auswahl des Ziels: Weshalb sollte er dem Bruder nicht auch mal die Schwäbische Alb zumuten, die für den Freiburger bislang weithin terra incognita geblieben war? Als Schüler hatten die Beiden zwar gemeinsam auch mal den Albtrauf abgewandert, doch seither hatten schwäbische Ziele bei den Badenern ihre Zugkraft stark eingebüßt; dafür pflegen sie sich scherzhaft noch heute über „die typischen Albwanderer mit ihren Bundhosen und rot karierten Hemden“ auszutauschen. Als ob derlei Wanderkluft nicht auch auf der Alb längst aus der Mode gekommen wäre. 

Als Highlight der Tour war diesmal das Heidentor bei Egesheim ausgesucht worden, die frühkeltische Kultstätte zuoberst auf dem dicht bewaldeten Kamm des Bergrückens Oberburg: ein Ziel, das sich, wie sich zeigen sollte, wochentags (dem Privileg der Ruheständler) trotz Wikipedia-Eintrag und einer Fülle von Hinweisen und Abbildungen im weltweiten Netz gottlob noch immer ganz ohne Mitwandererscharen, ohne Lärm und Mountainbiker aufsuchen lässt. Raubgräber hatten, so liest es sich im Netz, im Steilhang unter dem spektakulären Felsbogen reichlich Gegenstände aus der Hallstatt- und der Latène-Zeit (ab 600 v. Chr.) gefunden, die auf einen weiblichen Fruchtbarkeitskult hindeuten, Funde wie Fibelbruchstücke, Ringe und Glasperlen, aber auch Scherben von Geschirr – für Archäologen Zeugnisse von Opfergaben. Möglicherweise seien auch phallische Nadelfelsen miteinbezogen gewesen, so raunt es im Netz.

Heidentor

Der Waldweg von Egesheim herauf erweist sich dank maßvoller Steigungsgrade als durchaus seniorengerechter Einstieg in die Tour, ja sogar als geteertes Sträßchen, erst die allerletzten Höhenmeter sind auf steilem Fußpfad zu meistern. Dass den Buchen beidseits mit zunehmender Meereshöhe vermehrt Fichten, aber auch Weißtannen beigemischt sind, erinnert den Forstmann i. R. daran, dass der Heuberg ja noch der Südwestalb zugerechnet wird und damit als natürliches Tannen-Verbreitungsgebiet zu gelten hat. Wie mag sich der Wald wohl zur Keltenzeit zusammengesetzt haben? Die lebten doch wohl schon in der Älteren Nachwärme- oder Buchenzeit, die die Späte Wärmezeit (oder Tannenzeit) abgelöst hatte, als Tannen und Buchen hierzulande die Eichenmischwaldzeit beendet hatten – soviel Vegetationsgeschichte war bei ihm hängengeblieben. Irgendwann muss der Wald dann auch mal gerodet worden sein, wie Andeutungen von Ackerrandstufen am Hang vermuten lassen. Nicht weit unterhalb des Wegs fällt eine recht üppig ausgefallene Wildfütterung auf, die ihn auf einen ebenso üppigen Rehwildbestand schließen lässt. Sollte der etwa für das Fehlen jeglicher Tannenjugend unterm Buchenschirm verantwortlich sein?

Nach ausgiebiger Bewunderung des Heidentors führt die Tour (nach der Wanderkarte des Naturparks Obere Donau) weiter über das auf dem Heubergplateau angesiedelte Dorf Bubsheim und weiter zur Burgruine Granegg, auch sie von Wikipedia wärmstens empfohlen, ehe es dann wieder hinab nach Egesheim gehen soll, dem Ausgangs- und Endpunkt der Runde. Vorerst zieht sich das Sträßchen jedoch leicht ansteigend durch den zunehmend von Fichten dominierten Wald, aus dem der Wind Schwaden von gelbem Blütenstaub davonträgt. Am Waldrand angekommen, weitet sich plötzlich der Blick auf die helle Wiesenlandschaft des Heubergs, dazu aber auch auf die Landstraße mit ihrem lebhaften Lkw-Verkehr. Ins Blickfeld gerät nun auch die Wand einer grauen Produktionshalle, die sich beim Näherkommen als Ortsrand von Bubsheim erweist. Bis zum alten Dorfkern ist längeres Asphalttreten angesagt, und bei soviel gerade stattfindender Sanierung verliert sich schließlich sogar die sonst so narrensichere Wegmarkierung des Schwäbischen Albvereins. Immerhin hält ein Pkw und sein einheimischer Fahrer erbarmt sich der Wanderer, indem er sie durch ein weiteres Gewerbegebiet schickt. Sieht also so mittlerweile das Ergebnis schwäbischen Unternehmertums aus, der sprichwörtlichen Schaffigkeit in The Länd und der daraus resultierenden Prosperität – mit ihrem rasant gewachsenen Gürtel aus Gewerbegebieten mitsamt all den Eigenheimen, auch den geschleckten Villen fürs mittlere bis gehobene Management längs der frisch instandgesetzten Dorfstraßen?

Endlich wieder im Wald (und erneut auf geteertem Waldweg), gerät auch die Weißtanne wieder ins Blickfeld der Wanderer: Diesmal im Wildschutzzaun auf zuvor vom Altholz geräumter Parzelle gepflanzte Fichten und Tannen in akkuraten Reihen. Dann sind es auch schlampig hinterlassene Drahtreste von längst ausgedienten oder missratenen Zäunungen. Den Waldparkplatz am Fuß der Burgruine nutzt an diesem Werktag immerhin ein einzelner Pkw, und das zugehörige Pärchen kommt soeben vom Burgbesuch herbeigehüpft – nach Spurenlage scheint es am Wochenende hier sehr viel lebhafter zuzugehen. Die im 11. Jahrhundert hart überm Abgrund auf einem wildzerklüfteten Felszapfen, dem Michelstein, kühn erbaute Burg ist anno 1356 („angeblich“, wie bei Wikipedia und auf analoger Hinweistafel vermerkt ist) teilweise von einem Erdbeben, 21 Jahre später samt dem Dorf Bubsheim von der freien Reichsstadt Rottweil vollends zerstört worden. Ein Vorgang, den man sich wohl nicht anders vorzustellen hat wie es einem inzwischen wieder die allabendlichen Schreckensbilder aus der Ukraine suggerieren. Für die verdienstvolle Sicherung des verbliebenen übersteilen Zahns des Gemäuerrestes ist seit 1931 ein neuer Eigentümer zuständig: der Schwäbische Albverein.

Ruine Michelstein, Burgturm mit Hinweistafel
Foto: Peter Kreuzmann, Wikimedia

Arg gelitten haben im Verlauf der jüngsten Trocken- und Hitzejahre offenbar ein paar spindelige Kiefern oben auf dem gemauerten Zahn. Beim Vespern schweift der Blick aber auch über die grün-vitalen Wipfel einiger Weißtannen; lediglich die jüngsten Höhentriebe erscheinen umständehalber stark verkürzt. Wie sie auf dem trockenen Felssporn überhaupt jemals Fuß fassen konnten und sich einstweilen auch der Krise der jüngsten Wärmezeit widersetzen konnten, bleibt schleierhaft. Der Blick aus der Vogelperspektive auf Egesheim hinunter wird dann freilich auch hier eingefangen von ausgedehnten grauen Dachflächen neuzeitlicher Produktionshallen am Rand des alten Dorfkerns.

Beim Abstieg hart der Hangkante entlang sind immerhin auch ein paar Jungtannen zu besichtigen, auch nochmals die Überreste eines Wildschutzzaunes. Dann führt der Fußpfad steil bergab, ehe er in einen nicht minder steilen, von Holzerntemaßnahmen ramponierten Maschinenweg mündet. Am Unterhang sind Baumaschinen dabei, dem Wald eine stattliche Stellfläche abzuringen, deren Zweck sich auch mit forstlich geschultem Auge nicht erschließen lässt. Und der Zugang ins Ortszentrum, zurück zum an der Kirche geparkten Fahrzeug, erfordert erneut Orientierungskünste, denn die Straßen werden soeben frisch hergerichtet.

Die Heimfahrt führt wieder über den Heuberg hinweg nach Spaichingen hinunter. Zum Abschluss ihrer Alb-Tour kehren die Beiden noch zu Kaffe und Kuchen im Gasthaus auf dem Hohenkarpfen ein, dem markanten, einst burggekrönten Weißjura-Zeugenberg. Und auch die Gemäldeausstellung der Kunststiftung im einstigen Hofgut lassen sie sich nicht entgehen. Aus der Wiese gleich nebenan grüßt die beiden Badener bereits – Land Art in The Länd – ein Trachtenmaidli mit Bollenhut in Großformat.

Land Art in The Länd am Hohen Karpfen

Kurzdeckenbock 

Liebe Bürgerpostleser, 

was sagen Sie zu dem schönen Kerle? Jetzt könnte jemand fragen, wieso ich von einem Kerle spreche und nicht von einer Dame, oder? Überlegen Sie einmal kurz, vielleicht kommen Sie drauf, die Lösung folgt bald. Die Käfer entwickeln sich in relativ schwach dimensioniertem, bereits abgestorbenem Nadelholz und sind weit verbreitet. Sie besiedeln häufig die Kronenbereiche der Bäume, so dass sie am ehesten in Häusern gefunden werden, wo überwinternde Käfer aus eingetragenem Brennholz schlüpfen. Was denken Sie, wo ich ihn gefunden habe? Im Holzraum, in dem ich am 29. April wegen der Aprilkälte Holz für den Kachelofen herrichtete, sah ich ihn mit meinen Adleraugen, denn er ist nur etwas größer als ein Zentimeter. Und ich war natürlich erstaunt. 

Es ist ein Weißlinierter Kurzdeckenbock (Molorchus minor). Er ist anhand seiner verkürzten Flügeldecken mit den zwei weißen Linien, den verdickten Schenkeln und seiner langen, dünnen Fühler gut zu bestimmen. Die Flügel enden vor den Hinterbeinen, voll krass. Und nun wird die Frage nach dem Geschlecht beantwortet: Die Fühler des Männchens erreichen fast die doppelte Körperlänge. Die des Weichens sind deutlich kürzer. Nicht schlecht der Kerle, der  Weißlinierte Kurzdeckenbock, finden Sie das auch?

Herzliche Grüße
Franz Maus


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