Heinzelmännchen gibt es nicht mehr

verdorrte Tannenbäume

Vor zwei Monaten noch wurden tote Tannenbäumchen auf Autodächer geschnallt und voll Elan in die Wohnungen geschleift , um sie  mit Lametta zu bewerfen und mit bunten Kugeln zu schmücken. Nun zwei Monate danach liegen verdorrte Reste auf öffentlichen Plätzen in Hüfingen achtlos hingeworfen und gammeln vor sich hin.  In Nacht und Nebelaktionen schnell mal entsorgt, dann unter Schneemassen verborgen tauchen sie nun langsam wieder aus der Versenkung auf.

Man möchte ja nicht sein Heiligsblechle  zukrümmeln, sollen sich doch andere darum kümmern. Glauben diese Zeitgenossen noch an Heinzelmännchen , die ihren Wohlstandsmüll entsorgen?  Da muss  ich diese egoistischen und wenig christlich  veranlagten Menschen leider enttäuschen.  Bevor ihr also im nächsten Jahr wieder ach so jubilierend unter eurem Tannenbaum sitzt, überlegt euch das nächste Mal wie ihr die Leichen entsorgt. Denn schön ist es nicht für eure Nachbarn auf euren Müll zu schauen und dem ohnehin schon sterbenden  Bäumchen auf dem Vorplatz nun endgültig den Garaus gemacht zu haben.

Ich bin gespannt, wer sich dieser Abfallhalden auf dem öffentlichen Vorplatz auf Hohen, Max-Gilly-Strasse annimmt.  Liebe Stadtoberen, vielleicht schaut ihr mal wieder  im Neubaugebiet vorbei. Dann könnt ihr euch gleich noch davon überzeugen, dass manche Zeitgenossen immer noch nicht verstanden haben, das Schottergärten seit Neustem verboten sind.

Optimismus

Gestern habe ich eine Karte geschenkt bekommen auf der stand der Spruch:

Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, dass alles gut gehen wird, aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schief gehen kann.

Ich habe mir überlegt, ob wir in diesen Zeiten einen solchen Optimismus an den Tag legen können. Corona hat uns im letzten Jahr bewusst gemacht, dass der Mensch  sich nicht alles erlauben kann , ohne dafür eine Rechnung bezahlen zu müssen. Viele Unschuldige haben diese Rechnung bezahlen müssen. Jetzt hat die Wissenschaft ein Heilmittel gegen dieses Virus im unglaublich kurzer Zeit gefunden. Gemeinsam haben Menschen daran gearbeitet das zu erreichen und hoffentlich nicht nur aus Gewinn- und Geltungssucht.  Auch  die Ungerechtigkeiten und dass Leid der Armen könnte in gemeinsamer Kraftanstrengung besiegt werden. Auch die Vernichtung von Lebensraum für Tiere und die Natur könnte gemeinsam gestoppt werden.

Bin ich ein Optimist, wenn ich glaube, dass nicht alles davon schief gehen kann?  Im letzten Jahr haben wir gesehen, dass auch ohne Kaufwahn an Weihnachten, ohne Aneinanderreihung von Partys und Events und ohne Urlaubsreisen in ferne Länder das Leben lebenswert ist. Wir haben aber auch gelernt, dass die Nähe zu unseren Lieben, ein Lachen  auch hinter einer Maske oder eine Umarmung  unser Leben lebenswert machen.  Wir haben gelernt, dass Kultur und Bildung wichtiger sind, als das ständige Leben auf der Überholspur.

Bin ich ein Optimist, wenn ich glaube, dass dieses Wissen  und Erkennen auch nach der Pandemie weiter bestehen bleibt?

Gehen wir mit diesem Optimismus in das Jahr 2021 und glauben wir daran, dass die Menschheit  gelernt hat und nicht wieder zur Tagesordnung übergeht, wenn das Virus besiegt ist. Sind wir uns gerade in diesen Tagen bewusst, dass es nur besser werden kann, wenn wir Optimisten bleiben, auch wenn nicht alles gut werden wird, aber auch nicht alle schief gehen kann. Daher:

  • Weniger Schottergärten , mehr Naturgärten
  • Mehr Hundehaufen in Tüten, weniger in Gärten und auf Wegen
  • Weniger Straßenausbau, mehr Schienenausbau
  • Weniger Pestizide auf Feldern, mehr Vielfalt
  • Weniger Ich mehr Wir
  • Mehr Dankbarkeit, weniger Egoismus
  • Mehr Gerechtigkeit, weniger Armut
  • Mehr Wollen und weniger Reden

Das Bollwerk gegen Lärm

Juche, die Lärmschutzwand ist vollendet! Ob sie hält, was sie verspricht? Jedenfalls ist das Bauwerk nicht gerade ein Schönheit, wobei die Sicht von der „Autobahn“ vor den Toren Hüfingens nicht die schlechteste ist und der Autofahrer in diesem Teilstück zumindest von niederprasselnden Regenfällen oder Schneestürmen geschützt ist. Nur vom Wohngebiet aus erinnert das Bauwerk an eine überdimensionale Toilettenrolle ohne Papier das Symbol der Coronazeit.

Soll das so bleiben?, fragt sich da mancher Bewohner, insbesondere die, die direkt an diesem Prachtwerk von Betonkunst wohnen. Kommt da vielleicht doch noch ein Erdwall mit Bepflanzung hin, oder müssen wir uns an den Anblick gewöhnen, wie an so vieles in diesem Neubaugebiet? Es wäre schön, wenn Hüfingens Gemeinderat etwas zur Aufklärung beitragen könnte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Vielleicht werden wir doch irgendwann informiert oder auch überrascht.

Die Frage der Geschwindigkeit auf diesem Teilstück stellt sich mir nun erneut. Wird zumindest über eine 100KmH Zone entschieden, oder werden täglich die tausenden Autos mit 160KmH oder mehr an der Mauer entlang rasen und den Bau dieses Bollwerks gegen Lärm konterkarieren? Das Thema ist bisher noch nicht wirklich geklärt, auch wenn Herr Klinge auf meinen damaligen Leserbrief im Südkurier bemerkte, dass die Straße doch schon sehr nah am Wohngebiet läge.

Da müssen wir uns wohl genauso überraschen lassen, wie von diesem Bauwerk, das Fort Knox dahinter vermuten lässt.

Wenn nun also die Lärmschutzwand steht, kann dann wohl mit dem Kinderspielplatz begonnen werden, der sich hoffentlich nicht mehr in der Planungsphase befindet, oder braucht es dazu nochmals eine Vorbereitungszeit von weiteren 10 Jahren, wenn die dort wohnenden Kindern bereits aus dem Alter herausgewachsen sind und Nachschub auf sich warten lässt? Immerhin wurde darüber vor Monaten schon berichtet.

Ich bin gespannt auf die Antworten.

Die Suche nach dem stillen Örtchen in Covid-Zeiten

Ja, es stimmt, wir sollten zu Haus bleiben und wenn, dann nur geschäftlich ins Ausland reisen. Ja, wenn möglich, sollen wir Menschenmassen meiden. Und ja, es gilt Abstand halten, Lüften, Hände waschen und Maske auf. Manchmal denke ich, man redet mit Kleinkindern, so kommen mir die wohlmeinenden Ratschläge unserer väterlich und mütterlich klingenden Politiker vor. Obwohl man immer wieder sieht, das es einige ungezogene Kinder unter dem Volk gibt, die immer noch denken es handelt sich nur um einen kleinen Schnupfen – was es leider nicht ist.

Doch noch haben wir ja keinen Stubenarrest wegen Ungehorsam, auch, wenn es dem einen oder anderen vielleicht gut täte. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, mal vor die Tür zu gehen und Luft zu schnappen. Doch damit fängt das Elend an. Wer über eine Primaner-Blase verfügt, oder vor dem Verlassen der Wohnung eine Tasse Kaffee zu sich genommen hat, weil Cafés geschlossen haben und nicht jeder auf einem kalten Mäuerchen zusammengekrümmt einen Café to Go zu sich nehmen möchte, der steht vor einem Dilemma.

Wald oder Dickicht? Vielleicht doch eher im Einkaufszentrum Betteln um einen Schlüssel unter dem mürrischen Blick einer Verkäuferin? Verschlossene öffentliche Toiletten wohin man schaut. Man sollte meinen, so manche Kommune nutzt den Lockdown dazu ihre ohnehin dünn gesäten öffentlichen Toiletten gänzlich dicht zu machen. Ab und zu findet man mal was, aber beim Öffnen der Örtlichkeit reißt man erst einmal sein Desinfektionsfläschchen aus der Tasche und versucht unter der Maske flach zu atmen.

So kann man natürlich auch dafür sorgen, dass die Menschen den Fuß nicht vor die Tür stellen wollen und nur noch Online-Einkäufe tätigen. Doch was bitteschön haben verschlossene stille Örtchen mit dem Lockdown zu tun?

Finden dort regelmäßig Partys statt? Versammeln sich in den engen Räumen Menschen ohne Abstand zu einem kleinen Plausch? Sind fehlende Belüftungen und Waschgelegenheiten der Grund? Bestimmt kann es daran nicht liegen. Ein echter Wettbewerbsvorteil sind sie aber – die stillen und sauberen Örtchen wo auch immer sie sich in diesen Tagen befinden- gerne auch gegen einen Obolus, sofern der Automat Geld wechselt. Aber mit ihnen ist es genauso, wie mit den öffentlichen Bänken – weit und breit nichts zu finden. Es wäre jetzt die beste Gelegenheit aufzurüsten, denn wer weiß, wie lange wir noch auf gemütliche Café -Nachmittage und Restaurantbesuche verzichten müssen und wie lange wir noch auf der Suche nach einem stillen Örtchen durch Wald, Wiesen und Ladenzeilen irren mit einem Picknick in unseren Rucksäcken.

Covittchens Reise Teil II

Hallo, ich bin es wieder! Na, habt ihr euch schon ein wenig an mich gewöhnt? So richtig klar kommt ihr mit mir ja nicht wirklich. Die einen von euch meinen ich wäre nicht schlimmer als ein üblicher Virus und außerdem sterben auf der Erde täglich Hunderttausende an den Folgen der Klimakatastrophe, Hunter und anderen Krankheiten. Die anderen sagen, ich bedrohe den gesamten Erdenball. Beides stimmt und alle diese furchtbaren Geschehnisse sind von euch selbst gemacht. Jeder dieser tödlichen Auswirkungen eures Handelns sollte euch die Schamesröte auf eure Wangen treiben! Aber was macht ihr? Ihr mault über Masken und die Tatsache, dass ein wenig Abstand allen gut tun würde.

Ich habe euch ja schon versucht zu sagen, dass der Lebensstil, den ihr an den Tag legt und die Art und Weise, wie ihr meine Wohnungen und im übrigen auch eure Wohnung die Erde umgeht nicht gerade förderlich ist, was eure Gesundheit betrifft. Mein Versuch euch einen Schuss vor den Bug zu geben hat wohl nicht funktioniert, denn ihr sucht eher danach mit aller Gewalt eure vermeintlichen Freiheiten zu retten, ohne dabei zu bedenken, dass ihr damit die Freiheit der anderen Erdenbewohner immer weiter einschränkt. Klar, was ist ein kleines Insekt im Verhältnis zu euch, der Krone der Schöpfung! Natürlich, ein Baum ist wesentlich unflexibler als ihr. Nur bedenkt, das Insekt dient einem anderen als Nahrung, der wiederum einem anderen als Nahrung dient, der euch erfreut oder eben auch als Nahrung dient. Wenn ihr also dem Insekt nicht den nötigen Respekt gebt, so werdet ihr irgendwann nichts mehr zu essen haben. Der Baum, den ihr so verachtet liefert euch Sauerstoff und dient anderen als Wohnung. Wenn ihr also meint, Beton würde auf Dauer ein besserer Ersatz sein, werdet ihr eines Tages nach Luft schnappen.

Ihr seid nur ein winziger Teil im Universum auch, wenn ihr meint, ihr seid die Größten und euch aufführt, als ob nach eurer Generation niemand mehr leben bräuchte. Macht nur so weiter, denn es gibt noch eine Menge von uns, die ihr nicht kennt und die darauf warten euch entsprechende Lehren zu erteilen. Es wäre daher schön, wenn ihr endlich lernen würdet.

Es grüßt euch Covittchen, das immer noch da ist.

Entsteint Euch!

Manche scheinen zu meinen, durch Anlage eines Schotterfeldes vor der eigenen Haustür spült es vielleicht Schotter (Geld) in ihre Haushaltskasse. Zunächst einmal spart man sich natürlich einen pflegeintensiven Garten und die damit einher gehende Zeit, die man in der Natur verbringen könnte kann man vor dem Fernseher abhängen. Ein verwilderter Garten ist in unseren Breiten offensichtlicher so sträflich, dass man lieber eine graue, öde und langweilige Schotteranhäufung ästhetischer empfindet, als ein bisschen Unkraut, das die Tierwelt erfreut. Dennoch hat ein solches Schotterfeld seinen Preis. Den größten Preis zahlen allerdings vorrangig die nachkommenden Generationen, die Insekten und Vögel und das Auge manchen Betrachters.

Wie entsteht ein solches Schotterfeld und warum sollte man auf eine solche Anlage verzichten? Zunächst einmal wird ein durchlässiges Vlies verlegt, das Pflanzenwuchs verhindert, in einigen Fällen werden sogar Folien oder gar Beton verwendet. Bis zu einem halben Meter wird der Boden ausgegraben, um ihn anschließend mit bunten oder weniger bunten Steinen zuzuschütten.

Wenn der Eigentümer nun meint, Schotterfelder machen keine Arbeit, irrt er sich gewaltig. Es bildet sich Staub, es fällt Laub oder sonstiges Material auf die Steine. Dann kommt der Laubbläser zum Einsatz, ein Gerät, das lauter als jeder normale Rasenmäher ist, oder es werden verbotene Herbizide verwendet, oder aber dem aufkeimenden Leben auf dem Schotterhaufen wird durch Abflammen der Garaus gemacht. Mitunter muss auch ein Hochdruckreiniger zum Einsatz kommen, um die störende Patina auf dem Schotterfeld zu entfernen. Ein solcher Eigentümer liebt es offensichtlich mit brachialer Gewalt und teuren Gerätschaften zu hantieren, um das Wüstenklima vor seinem Haus zu erhalten. Wieviel schöner und weniger den Geldbeutel belastend wäre hingegen die Pflege eines Gartens mit Blumen und Büschen für Insekten und Vögel.

Auch müssen Pflanzen, die dem Wüstenklima auf einem solchen Schotterhaufen nicht gewachsen sind ersetzt werden, wenn man auf dem öden Feld nicht noch eine vertrocknete Pflanze stehen haben möchte. Gerade die gerne verwendeten Buchsbäume müssen regelmäßig beschnitten werden oder aufgrund der eingeschleppten Schädlinge ersetzt werden. Manche meinen jedoch durch das Aufstellen von verrosteten Figuren sich auch das zu ersparen. Doch auch die kosten eine Menge Geld! Gartenratgeber empfehlen zudem teilweise die Schotterflächen nach mehreren Jahren zu ersetzen. Schotterfelder vor der Haustür kosten also viel Schotter und sparen ihn nicht.

Deshalb entsteint Euch! Gebt Insekten, Vögeln und Nachbarn einen Grund euren Garten zu bewundern und sich nicht angewidert abzuwenden! Nutzt die Chance im Sinne der Erde und unseres Klimas einen Garten zu gestalten, der nicht aus Schotter oder einer öden kurzgeschnittenen Grasfläche besteht.

Und zum Schluss die Frage: Was macht Hüfingen, um Schotterfelder zu eliminieren? Hier einmal ein paar Ideen. Ein Kilo Steine gegen Gießkannen, Rechen, Wasserschläuche, ein Buch mit Gartentipps, Blumensamen uvm. Das stände einer ökologischen Gemeinde sicherlich gut zu Gesicht.

Weil mir Hüfingen am Herzen liegt.

Welche Freiheit?

Während in frühen Zeiten Frauen, Sklaven, fremde Rassen oder Menschen anderer Religionszugehörigkeit nicht als Bestandteil des Volkes angesehen wurden und daher nicht stimmberechtigt waren, so ist das Fundament der parlamentarischen Demokratie durch die Charta der Menschenrechte von 1948 nun Freiheit und Gleichheit für jede einzelne Person und damit für alle Menschen gleichermaßen.

Doch Freiheit ist nur solange Freiheit, bis sie auf Kosten anderer Menschen ausgelebt wird , dann wird sie zu Egoismus. Natürlich müssen mündige Bürger wachsam sein, wenn es um Einschränkungen ihrer Freiheiten geht, doch auch, wenn das Wort Rücksichtnahme nicht mehr modern erscheint, so ist ein Mensch, der seine Freiheiten auf Kosten anderer und seiner Umwelt auszuleben versucht und das unter dem Begriff freiheitliche Rechte tut, alles andere als demokratisch. Er denkt in erster Linie an sich . Sicherlich mögen unsere gewählten Volksvertreter nicht immer Bürgerrechte im Blick haben, wenn sie Gesetze erlassen und werden genau deshalb des Öfteren von den Gerichten ausgebremst. Hierin unterscheidet sich unsere parlamentarische Demokratie von der Diktatur und dem Despotismus anderer Länder. Es scheint auch oft so zu wirken, als ob Lobbyisten die wahren Entscheider im Lande sind. Und natürlich macht es genau da dann Sinn, seine Stimme zu erheben und auf diese Missstände hinzuweisen.

Natürlich haben wir Rechte und natürlich haben wir Freiheiten. Doch wir haben diese Erde nur von unseren Kindern geliehen. Sie gehört uns nicht. Und so, wie wir mit ihr umgehen, wird diese Leihgabe vermutlich desolat übergeben werden. Das, was wir in dieser Zeit erleben ist die Frucht unserer immerwährenden Gier nach mehr Macht und Geld und der Meinung alles ist machbar. Dieser Virus ist real und ihn zu verleugnen gefährdet andere Menschen, ihn zu missachten gefährdet denjenigen, der ihn ignoriert und belastet die Menschen, die sich dann um Schwerkranke kümmern müssen. Vielleicht ist nicht alles, was uns auferlegt wird angenehm und Manches vielleicht auch übertrieben aber schon Paulus sage: “ Doch wacht beständig darüber, das diese eure Befugnis nicht irgendwie eine Ursache zum Straucheln für die werde, die schwach sind.“

Wenn wir uns alle als Christen bezeichnen, so sollten wir die Denkweise von Paulus annehmen , denn es geht nicht alleine um unsere Freiheit, mag sie noch so berechtigt sein. Rücksichtnahme und das Erkennen, das man nicht alleine auf diesem Planeten lebt stände hier besser zu Gesicht und mehr Demonstrationen für die Schwachen in unserer Gesellschaft ( wie z.Bsp. gegen die Ungerechtigkeiten bei Löhnen, gegen die steigende Altersarmut, für mehr Klimaschutz, mehr Bildung unserer Kinder, mehr bezahlbaren Wohnraum, gegen Aufrüstung, gegen Leiharbeit und Werksverträge, für mehr Tierschutz und gegen Rassismus im eigenen Land) wären Gründe auf die Straße zu gehen für die Freiheit der schwachen Menschen unter uns und unseren Planeten ,damit unsere gewählten Volksvertreter sich dieser dringenden Probleme annehmen.

Es wäre daher schön, wenn Menschen dafür auf die Straße gehen mit Maske und Abstand und ohne Hass und Aggression, denn schätzen wir den Frieden unter dem wir in Europa nach zwei grausamen und menschenverachtenden Kriegen nunmehr seit 75 Jahren leben dürfen. Das ist auch einer umsichtigen Politik zu verdanken. Andere würden sich freuen nur einen Tag in Frieden und Freiheit zu leben. Daher missachten wir diese Freiheit nicht, indem wir den Begriff für eigene selbstsüchtige Zwecke missbrauchen. Denn wahre Freiheit ist die Entscheidung auch zugunsten Schwacher auf etwas zu verzichten.

Und Schuss!

Vor dem Büro der Vereinten Nationen gibt es zwei Skulpturen die angelehnt sind an das Bibelwort – Schwerter zu Pflugscharen.  Ein muskulöser Heros bearbeitet mit einem Hammer ein Schwert und macht es so zu einer Pflugschar. Die Skulptur wurde 1959 von der damaligen Sowjetunion als Geschenk übergeben. Auch ein überdimensionaler verknoteter  Revolver, ein Geschenk aus Luxemburg,  hat dort einen Platz gefunden. Er soll ebenfalls den Wunsch nach einer gewaltfreien Gesellschaft symbolisieren. Leider nur zwei  tote Werke, denn die  Menschen auf der Welt sind wohl nicht in der Lage diesen bildlichen Symbolen von Frieden und Gewaltlosigkeit Leben einzuhauchen. Täglich sterben 1000e Menschen durch Kriege und Waffengewalt. Die alltägliche Gewalt ist in vielen Ländern zur Normalität geworden. Doch wollen wir das auch für die Zukunft unserer Kinder akzeptieren? Wollen wir hinnehmen, dass immer mehr Waffen produziert und getestet werden, die nur dem einzigen Zweck dienen – zu vernichten?!

Manche von ihnen werden jetzt sagen:“ Diese  Kriege sind weit fort und schließlich sind wir ja nicht daran schuld, dass sich die Menschen dort die Köpfe einhauen.  Es liegt  in der Verantwortung desjenigen, der die Waffen kauft, was damit gemacht wird und nicht desjenigen, der sie produziert. Und, wenn wir nicht produzieren machen es andere. Außerdem dienen unsere Waffen ja nur der Verteidigung und nicht der Kriegsführung.

Wenn wir wollen, dass diese zwei Skulpturen nur tote Symbole bleiben und alle damit verbundenen schlimmen Dinge weiter geschehen, können wir uns mit diesen Argumenten weiter beruhigen.

Komischerweise regt sich aber dann Widerstand in uns, wenn  das Thema vor unserer eigenen Tür gelandet ist. Der schöne Wald und der Krach, das geht doch nicht an!!  Gerne woanders aber bitte nicht vor meiner Haustür. Das ist genauso ,wie jeden Tag billiges Fleisch kaufen und konsumieren, aber sich über eine Schweinezucht vor der eigenen Haustür aufzuregen, weil der Geruch so belästigend ist und wohl möglich die Grundstücke weniger wert sind. Das Tier- und Menschenleid in Schlachthöfen wird da zur  Nebensache bei solcherlei Entrüstung.

Wenn sie wirklich Pazifist und Naturschützer sind wird es ihnen sicher leichtfallen, die folgenden Fragen richtig zu beantworten.

 Kaufen sie ihren Kindern an Fastnacht Revolver und Schwert?  Befürworten sie die Lieferung von Kriegsmaterial in fremde Länder? Haben sie etwas dagegen, dass Flüchtlinge aus Kriegsgebieten bei uns Zuflucht finden?

Wenn sie alle diese Fragen mit Nein beantworten können, dann können sie sich berechtigt über den geplanten Truppenübungsplatz zwischen Brigachtal und Donaueschingen aufregen. Wenn nicht sollten sie sich ernsthaft die Frage stellen, ob es ihnen nur um ihren Frieden und um ihren Wohlstand geht. Dann sollten sie vielleicht nochmal darüber nachdenken, ob sie ein Recht haben sich darüber aufzuregen. Und all diejenigen, die die obigen Fragen mit einem klaren Nein beantworten konnten sollten sich aufmachen und unser Verteidigungsministerium mit Petitionen überhäufen. Unser Land braucht ein Friedens – und keine Verteidigungsministerin zumal die Bundeswehr ohnehin  nicht über genügend funktionierende Waffen und Materialen verfügt, um überhaupt irgendetwas zu verteidigen.  Unser Land braucht Menschen, die echte Pazifisten sind  und nicht nur dann aufstehen, wenn es alleine um ihr eigenes Wohlbefinden geht. Menschen, die  Wertschätzung der Truppe gegenüber ausdrücken, aber dann doch darum bitten lieber woanders zu üben und dabei  verkennen – an jedem Truppenübungsplatz leben Menschen, denken nur an ihre damit verbundenen Verluste.  Deutschland ist nämlich nicht gerade üppig mit brachliegenden Flächen bestückt.

Also Schluss mit Schuss – überall!

Hüfingens Asphaltwiesen

Hüfingen ist wohl demnächst gänzlich zubetoniert. Die Frage stellt sich mir  jedoch, inwieweit ein auf dem Papier staatlich anerkannter Erholungsort dann noch dieses Prädikat plausibel erklären kann. Nicht nur, dass Lärm und Luftverschmutzung durch Autoabgase  in und um Hüfingen inzwischen ein unerträgliches Maß angenommen haben, nein jetzt auch ein neues Gewerbegebiet auf den letzten noch vorhandenen grünen Wiesen.

Schön, dass wenigstens die Wirtschaft boomt. Wie war das nochmal mit Corona und der Erkenntnis, dass es nicht mehr so weiter gehen kann. Schon vergessen? In Teilen des Hüfinger Gemeinderates kann die Frage wohl mit ja beantwortet werden. Klar, dass wir nicht in die Zeit der Römer zurückkehren möchten, zumal die Zeit auch nicht gerade lebenswert war, aber in die Zeit vor Corona in ihrer schlimmsten Ausprägung doch wohl auch nicht.

Wie wäre es denn, wenn die Gemeinderäte sich darüber Gedanken machen würden unsere Innenstadt neu zu beleben? Wie wäre es denn, wenn dort in den gähnend leeren Gebäuden kleine  Gewerbebetriebe ihren Sitz nehmen würden? Klar ist es einfacher etwas Neues hochzuziehen und dabei das letzte Fleckchen Grün in hässliches Grau zu verwandeln. Klar müsste da ein bisschen mehr Geld in die Hand genommen werden. Und sicherlich ist dafür auch ein bisschen mehr Hirnschmalz in Bewegung zu setzen um Betrieben  Innerorts einen Standort schmackhaft machen zu können. Jedenfalls haben wir genug Autohäuser, Lebensmittelketten, Lagerhallen etc.

Was für tolle Gewerbe erwartet Hüfingen dort? Schnellimbissketten, Groß-Schlachtereien, Automobilzulieferer, Großbäckereien ,Möbelhäuser, natürlich verbunden mit noch mehr Verkehr der den staatlich anerkannten Erholungsort weiter  extrem lebens- und liebenswert machen wird. Viel wichtiger wäre es jedoch in der Hauptstraße für kleine Geschäfte zu sorgen. Und damit meine ich nicht weitere Blumen- und Friseurläden und Bäckereien. Gibt es denn nichts anderes was uns Verbraucher locken würde?

Eine schöne Bücherei, ein Tante-Emma-Laden, eine Parfümerie, ein Schmuckladen, ein Geschenkeladen, ein Haushaltswarenladen ,ein Sanitätsgeschäft, ein Schreibwarenladen, um nur ein paar Ideen in die Luft zu werfen, damit man nicht immer auf eine grüne Wiese fahren muss, um dann Einheitsbrei und Ramsch aus Billigläden zu erhalten, oder aber durch Online-Bestellungen fleißig für ansteigenden Verkehr und Kartonagenberge zu sorgen.  Natürlich lieber Verbraucher, auch hier sind sie gefordert solche Läden zu unterstützen, denn einerseits auf hohem Niveau zu klagen und dann im weltweiten Internet den Wühltisch nach billigen Dingen zu durchwühlen – das ist Wasser predigen und Wein trinken.

Wir können nicht mehr so weitermachen, wenn wir wollen, dass unser Planet noch für nachfolgende Generationen lebenswert ist. Es gibt nur diesen Planeten, und seine Ressourcen sind nicht unendlich. Vielleicht gelangt dieser Gedanke auch in die Köpfe einiger Gemeinderatsmitglieder, die wohl nur in Amtsperioden und Gewerbesteuereinnahmen denken.

Weil mir Hüfingen am Herzen liegt

Das verdreckte Kleinod

In und um Hüfingen, das mit Straßen und Baustellen durchzogen ist gibt es nur  noch wenig lohnenswerte Natur anzuschauen. Maisfelder und von der Landwirtschaft zur Hochleistung angetriebenes Ackerland dessen Früchte meist den Biogasanlagen zum Opfer fallen, soweit das Auge reicht.

Doch Halt, ein paar kleine Flecken sind doch noch sehenswert. Dazu zählt der Orchideen -Wald in dem erst noch vor Kurzem das rote Waldvögelchen seine wundersamen Blüten zeigte und die Seenlandschaft, die durch den Kiesabbau vor über 40 Jahren entstanden ist – wahre Naturschätze. Doch sie sind bedroht von Erholungssuchenden, die diese Kleinode nicht wirklich schätzen. Und mit ihr sind die sich dort ansiedelnden Tiere und Pflanzen bedroht.

Vielleicht schafft es Hüfingen und Donaueschingen irgendwann mal ein gemeinsames Konzept zu entwicklen, das nicht nur darin besteht Parkplatzgebühren zu verlangen, sondern auch den Müll der sich auf den Wiesen und Wegen anhäuft zu beseitigen. Auch für die Hundebesitzer sind dringend entsprechende Abfallbehälter aufzustellen und zwar nicht nur einer der dann überquillt, wie am Römerbad, sondern mehrere, die zudem regelmäßig geleert werden sollten.

Und auch die Hundebesitzer sollten darauf achten, das zur Zeit der Brut die Hunde nicht im Dickicht und im Wasser frei herumstromern und so die vielen dort heimischen Tiere bedrohen.

Grillen mag ja schön sein, doch in dieser Natur haben wilde Grillstellen und Bierpartys nichts zu suchen. Wenn wir wollen, dass die vor Jahrzehnten durch Kiesabbau entstandenen Seen nicht nur verwahrloste und zugemüllte Orte werden, sollten alle Anstrengungen unternommen werden, das sie das bleiben was sie in stillen Morgenstunden noch sind – wahre Kleinode. Und es liegt an uns allen Erholungssuchenden unseren Teil dazu beizutragen.

Weil Hüfingen mir am Herzen liegt

Blutrote Heidelibelle
Lachmöven
Kinderstube
Stille Momente
Rostgans
Nilgans
Wasserfrosch
Rotkehlchen

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