Covittchens Reise

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Covittchen und ich lebte einst zusammen mit meinen Freunden Ebolatto und Sarstino in einem fernen tiefen Urwald. Wir bewohnten dort herrliche Wohnungen. Ich persönlich lebte in Klara einer Flughündin. Mit ihr flog ich über die Wipfel des Waldes, genoss die Freiheit und lebte lange in Frieden und Freude. Sarstino wohnte nebenan bei Tarzan, einem etwas vorlauten Flughund und Ebolatto hatte sein Zuhause in Bodo dem Schimpansen gefunden.

Wir konnten uns natürlich nicht treffen, denn dann wäre wohlmöglich jemand anderes dort eingezogen. Allerdings hörte ich davon, dass Bodo irgendeinem Wilderer zum Opfer gefallen war. Ich denke Ebolatto musste sich ein anderes Zuhause suchen, zwar vielleicht nicht so komfortabel wie Bodo und vermutlich auch nicht so dauerhaft. Ihr müsst wissen, manche Wohnung ist nicht unbedingt für uns geeignet aber, wenn auf die Schnelle nicht die richtige ausgesucht werden konnte, muss man sich halt mit der zweiten Wahl begnügen. Ebolatto ist nicht gerade ein netter Mieter. Er kann manchmal ganz schön anstrengend sein und nicht jede Mietwohnung kann so was lange ertragen. Aber wie schon gesagt, das liegt leider nicht in unseren Händen.

Wir kommen ganz gut mit unseren Wohnungen im Urwald zurecht. Ab und zu gibt es jedoch Streit, und dann machen wir unseren Vermietern mit ein bisschen Schnupfen klar, dass sie sich bitte mal zusammenreißen sollen. Es kann ja nicht angehen, dass jeder macht was er will!

Ja, leider ging es mir und einigen meiner Freunde genauso wie Ebolatto. Und das trug sich wie folgt zu.

Klara war in die Jahre gekommen und konnte nicht mehr so gut fliegen. Sie hatte schon schwere Arthritis in ihren Flügeln und daher war es wohl ein leichtes sie zu fangen. Ich wurde mit ihr und einigen anderen Flughunden zu einem sehr unangenehmen dreckigen und lauten Platz gefahren.

Was sah ich das alles. Es war ein wahres Gruselkabinett. Frösche, Affen, Fledermäuse ja sogar die Köpfe von großen Tieren lagen blutig und aufgeschlitzt auf den diversen Tischen. Klaras Herz klopfte gewaltig, denn sie ahnte dass es ihr wohl genauso an den Kragen gehen würde. Ich versprach ihr in die Hand, dass ich sie rächen würde und alle die schönen Wohnungen, die da leer und verlassen vor mir lagen auch.

Über das weitere Leiden von Klara möchte ich lieber den Mantel des Schweigens breiten. Was mich allerdings betrifft und meine Reise um die Welt, davon möchte ich euch nun erzählen. Klara kam also auf den Esstisch eines Menschen und mit ihr verspeiste er auch mich. Und ich habe ihm wohl nicht geschmeckt, denn bald darauf bekam er keine Luft mehr und hustete, dass sich die Balken bogen. Was bei Klara einen leichten Schnupfen verursacht hatte war bei dieser Art von Wohnung wohl etwas heftiger. Während er so hustend durch die Gegend tappte nutzte ich eine seiner Attacken dazu weiterzureisen. Unterwegs traf ich noch andere meiner Rasse und wir machten uns gemeinsam auf den Weg um die Welt.

Zuerst blieben wir in unserer Heimat aber nachdem wir dort so manche Wohnung ausprobiert hatten die nicht wirklich nutzbar war, begaben wir uns auf die anderen Kontinente dieses Planeten. Und ich muss schon sagen, es gab Wohnungen, die waren durchaus auch mal für einen längeren Aufenthalt geeignet. Warum das so war, kann ich mir auch nicht erklären, aber vielleicht hatten die ein bisschen Klara im Blut oder ich hatte dort mal keine Lust Tische und Stühle durcheinander zu werfen.

Mir wird nachgesagt, dass ich auf meiner Reise ziemlich viel durcheinandergewirbelt habe. Auch habe ich viele Wohnungen vernichtet und wohl damit auch eine Menge Elend und Trauer verbreitet. Das mag sein, doch wie würden sie sich fühlen, wenn sie aus ihrem Paradies vertrieben wurden und die Wohnung in der sie solange glücklich gelebt haben einfach sinnlos zerstört wurde?

Gut, ich hätte vielleicht nicht so rabiat sein sollen. Schließlich konnten einige der Wohnräume nichts für das Elend in meiner Heimat. Aber es liegt nun mal in meiner Natur und Klara war damit immer ganz gut umgegangen. Wir kannten uns eben und irgendwie mochten wir uns ja auch. Apropos Natur. Meine Reise hat wohl auch einiges Gutes gebracht. Der Himmel über euren Planeten war noch nie so blau, die Luft noch nie so sauber und das Wasser noch nie so kristallklar.

Die Frage stellt sich mir nur, wie lange das so bleiben wird? Ihr seid ja nicht gerade als die großen Erkenntnisverwerter auf der Erde bekannt. Nehmen wir nur einmal die Kriege, die ihr ständig führt. Eigentlich müsste doch klar sein, dass es nur Verlierer bei solchen Gemetzeln geben kann.

Zudem habt ich wohl durch mich auch erkannt, dass es an so einigem fehlt in eurer schönen bunten Partywelt. Statt also weiter fleißig Dreckschleudern zu produzieren und das Land, auf dem ihr steht und das euch ernähren soll, weiter auszubeuten wäre es wirklich an der Zeit, sich mal um die wichtigen Dinge zu kümmern. Wenn ihr mich fragt wären das zunächst einmal eure Kinder und der Planet auf dem ihr lebt. Vielleicht besteht Hoffnung, dass zumindest die nächste Generation es dann besser machen kann und wird, sofern ich und meine Freunde noch ein paar Wohnungen stehen lassen nach unserem Besuch. Vielleicht findet ihr ja auch ein Mittel gegen mich aber ihr müsst wissen, es gibt noch viele andere aus meiner Rasse. Ob ihr für alle rechtzeitig ein Mittel findet halte ich für äußerst fraglich, auch wenn ihr denkt, ich könnt den großen Zampano auf diesem Planeten spielen. Überschätzt euch nicht und unterschätzt uns nicht!

Ach, und was ganz wichtig wäre. Wisst ihr immer nur an Party und Vergnügen zu denken kann auch Dauer nicht gut gehen. Sollte ich daher irgendwann meine Reise um euren Planeten beendet haben und wieder eine schöne geräumige Wohnung im Urwald finden, habt ihr evtl. erkannt, dass die Pflege eurer eigenen Wohnungen und eures Planeten wesentlich wichtiger ist als Geld und Macht. Bis ich aber eine solche Wohnung wie in Klara wieder gefunden habe wird es noch eine Zeit dauern, denn ihr sorgt ja täglich dafür, dass der Urwald aus dem ich komme immer kleiner und mickriger wird und die Wohnungen in denen wir leben tagtäglich weniger werden. Wenn ihr also wollt, dass wir unsere Reise beenden, ihr nicht dauernd mit einem bunten Lappen vor dem Gesicht herumstolpern wollt und auch das eine oder andere Vergnügen in Maßen genießen möchtet, solltet ihr wissen, dass das alleine in euren Händen liegt.

Es grüßt euch Covittchen

Der vergessene Stadtteil Teil II

Ich möchte dem geneigten Leser nicht vorenthalten, wie die Stadt Hüfingen auf Vorschläge reagiert hat das Parkproblem doch noch sinnvoll zu lösen. Beigefügt der Schriftverkehr mit dem Bauamt und dem Bürgermeister von Hüfingen:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister , sehr geehrtes Bauamt,

wir haben heute Morgen, nachdem wir bereits seit Montag von Bauarbeiten überrascht wurden eine Information in unseren Briefkästen vorgefunden.

Immerhin noch vor dem Zeitpunkt der Vollsperrung – Gratulation. Sicherlich ist der Belag nicht unbedingt die Prio 1 in dem Wohngebiet. Da gibt es wesentlich dringendere Aufgaben – aber gut, er muß wohl gemacht werden. Nur bitte mit etwas mehr Ideenreichtum für die Bewohner des Hohen II!

Mir ist nämlich schleierhaft wie und wo PKWs aus 7 großen Wohnblocks und 4 Einfamilienhäuser alleine aus meinem direkten Umfeld parken sollen ohne andere Einfahrten zu blockieren. Wenn ich die Anzahl der Miet- und Eigentumswohnungen in meinem Umfeld hochrechne komme ich auf annähernd 100 Autos und das nur von der Kurve bis zum letzten Mehrfamilienhaus an der Straße. Was danach noch kommt entzieht sich meiner Kenntnis. Unten den Häusern sind großräumige Tiefgaragen!

Wir reden also nicht von ein paar PKWs, die irgendwo in den Seitenstraßen untergebracht werden könnten. Zudem appelliert der Verfasser dieser Information an uns, das doch bitte Bewohnern, die schlecht zu Fuß sind der Vorrang bei nahen Parkmöglichkeiten gegeben werden sollte. Ein netter Appell wenn man wüsste um welche Bewohner es sich handelt da das Wohngebiet alleine durch die Größe  durch Anonymität geprägt ist  im Gegensatz zu manch Kleingartenanlage .

1.       Warum gibt die Stadt dann nicht frühzeitig an betroffene Personenhaushalte die ältere Bewohner einen Ausweis aus und markiert die dafür vorgesehenen Plätze?

2.       Warum wird z.Bsp. nicht beim Bauhof an der Ecke das Tor geöffnet – da die Saison vorbei ist und dort eine erhebliche Menge an Parkmöglichkeiten bestände?

3.       Warum wird der Gartenbau nicht gebeten evtl. ein paar Parkmöglichkeiten zu ermöglichen – natürlich auf Kosten der Gemeinde?

In der Hoffnung auf eine noch rechtzeitig realisierte Alternative  als direkter Anlieger

Nach Erinnerung doch bitte auf meine Mail zu reagieren nun folgende Antwort der Stadt:

„Vielen Dank für Ihre Vorschläge. Allerdings wurde die Maßnahme so geplant, wie Sie auch den genauen Informationen entnehmen können. Diesen Planungen können nicht ausgewichen werden.Es wurde den Anliegern durch geschotterte Wege gewährt, dass sie Zugang zu ihren Wohngebieten erlangen.Die Vollsperrung findet zweieinhalb Tage statt. Deshalb bitten wir um Geduld.

Es bleibt also allen Betroffenen selbst Ideenreichtum an den Tag zu legen. Legen Sie doch einfach die nette Baustelleninfo hinter ihre Windschutzscheibe mit dem Hinweis: Bitte haben Sie Verständnis und Geduld. Ich parke bald wieder woanders.

Der vergessene Stadtteil

Dem kundigen Thebaner unter den auf Hohen II wohnenden Bürgern wird es nicht verwundern, dass die einstmals so heroisch angekündigte Integration des genannten Gebietes in die Stadt Hüfingen (Einbeziehung und Eingliederung in ein größeres Ganzes) nur ein Lippenbekenntnis des Bürgermeisters von Hüfingen war und wohl auch bleiben wird.

Für die Unkundigen unter unseren Lesern zum Verständnis! Wer den Weg über die Schaffhauser Straße, die mit schön angelegte Blumenrabatten und gepflegte Bäumchen gesäumt ist in Richtung Wasserturm  nimmt und zufällig linker Hand in die Sackgasse dieses nur durch eine kümmerliche Straße erreichbaren Gebietes gerät, kann sehen, was das Wort Integration für unseren Bürgermeister tatsächlich bedeutet.

Hohen II, eine für die Stadt lukrativ vergoldete Brache an einer bald vierspurigen Bundesstraße, nur durch eine irgendwann bis zu sieben Meter hohe graue Betonwand getrennt ist erreicht. Dort begrüßen sie gleich zu Beginn locker hingeworfene Erdhaufen, fristen  ein  paar durch die Stadt gepflanzten Bäume ihr tristes Leben immer kurz vor dem Tod, lagert manch Bauherr seit  Jahren seine Müllhalden von rechts nach links, werden nur bedingt die in der übrigen Stadt festgelegten Regeln eingehalten, weil der Ordnungsdienst wohl des Weges unkundig ist,  runden Schottergärten den allgemein staubigen Eindruck ab, verziert Müll die gärtnerisch angelegten Grünstreifen und die von der Stadt längst anzugehenden Arbeiten  schlummern im Dornröschenschlaf und warten wohl noch auf den Kuss eines Prinzen.

 Im Winter kein Winterdienst, im Sommer durch Lastwagen staub-getränkte Landschaft. Die Häuser stehen dicht an dicht, sodass der Pups des Nachbarn vermutlich im Nebenhaus seinen Nachhall findet und die Abstände der Häuser gerade so viel Platz lassen, dass die Wände nicht feucht werden. Der Duft zahlloser Grillstationen wabert durch die Lüfte.

In diesem unfertigen, tristen und beton- schwangeren Gebiet, in dem weiter noch große Bauvorhaben anstehen hat die Stadt nun entschieden  mal so zwischendurch ohne Vorwarnung wohl den Feinbelag auf die einzige in das Wohngebiet führende Straße aufzubringen und auch gleich noch ein paar Auffahrten abzufräsen und Löcher aufzureißen. Man fährt morgens raus – weil nicht jeder im Home Office arbeiten kann, kommt abends zurück und : Surprise Surprise.

Wie gedenkt die Stadt denn die Bürger dieses Gebietes zu informieren? Mit dem Motto ein flink aufgestelltes Verbotsschild ist Information genug und die gefühlten 400 Autos werden schon irgendwo im schönen Hüfingen ein Plätzchen zum Parken finden beweisen die Stadtoberen mal wieder ihre eklatante Unkenntnis und ihr Desinteresse an Hohen II. Es reicht nicht nur dort aufzutauchen, wenn Wahlvolk an die Urne eilen soll!

Wenn die Stadt schon von vermutlich einer nicht unerheblichen Grundsteuer profitiert sollte sie doch in der Lage sein geordnet eine Baumaßnahme einzuleiten damit die dort lebenden Bewohner sich darauf einstellen können und zudem Möglichkeiten schaffen während dieser Zeit der arbeitenden Bevölkerung  Ausweichplätze für PKWs zur Verfügung zu stellen. Oder leben wir hier gänzlich im wilden Westen?

Und sie Herr Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder sollten sich nochmals an die getätigten Versprechen erinnern, die an uns gegeben wurden. Sie sitzen deshalb dort wo sie sitzen, weil sie aufgrund ihrer Versprechungen gewählt wurden.

Also lieber Bürgermeister und Gemeinderat an die Arbeit!

Kleine Anmerkung zum Schluss: Offensichtlich wurde Dornröschen heute sanft geküsst und immerhin der noch offene Bürgersteig wird wohl angegangen. Es gibt aber noch weitere Aufgaben, die angegangen werden sollten.

Was pflück ich bloß an diesem Tag?

Was pflück ich heut an diesem Tag, den ich so gar nicht leiden mag? Den Sonnenstrahl, den pflücke ich, der gerad erwärmt mich innerlich. Die Tasse Kaffee pflück ich auch, die jetzt erwärmt mir meinen Bauch. Ich pflück das Lachen, das mich beschwingt und diesen Menschen, der mir winkt. Ich pflück das Grün an diesen Bäumen, sie lassen mich so schön doch träumen. Ich pflück die Blume, die dort blüht und diese Biene, die sich müht. Ich pflück den Vogel, der dort singt und Freude in mein Leben bringt. Gepflückt hab ich den ganzen Tag, der erst so trist da vor mir lag. Nen großen Strauß hab ich gepflückt und dieser Tag hat mich beglückt.

In der aktuellen Zeit scheint es unmöglich positiv in die eigene Zukunft zu blicken. Viele Menschen bangen um ihre Existenz, um ihr Leben und das ihrer Lieben. Doch die kleinen Dinge zu sehen und sich daran zu erfreuen kann uns über diese schwere Zeit hinweg helfen. Auch die Suche nach seiner Lebensquelle kann helfen diese für uns so schwere Zeit zu überstehen und zu erkennen, das man nicht alleine ist.

Wo find ich meinen Quell fürs Leben? Wo find ich frisches Wasser hier? Welche Quelle soll ich mir da suchen? Wo kann ich diese Quelle buchen? Das fragt, wer Lebensquelle bräucht, wenn er am Boden nur noch kreucht. Bei Gott kannst suchen diese Kraft, die Freude dir dann wieder schafft. Bei schwerer Not sie Kühle bringt, wenn mit Verzweiflung man gar ringt. Die Leben spendet dir in Not,und rettet dich gar vor dem Tod. Den Quell des Lebens findest dort,wo Hass und Neid nicht an dem Ort. Wo Liebe, Güte, Freude leben, die Kraft zum Leben dir dann geben.

Römerlager

Abgesandte Roms schlagen am Römerbad ihr Lager auf

Bald ist es wieder so weit. Eine Abordnung des römischen Heeres aus Rätien schlägt ihr Lager an der Therme bei Brigobanne auf. Doch die ist dummerweise derzeit außer Betrieb, so dass man nur hoffen kann, dass es nicht zu kühl im Winterlager werden wird. Leider sind keine Handwerker mehr vorhanden, die mit der komplizierten Wasserversorgung und Heizung umgehen können, und die Türen zum Bad sind deshalb meist verschlossen.

Daher wird wohl der Palisadenzaun der einzige Schutz vor einem Wintersturm sein. Aber vielleicht bleibt der Winter dieses Jahr in den Alpen stecken. Im Römerpavillion können sich die Legionäre jedoch bestimmt an einem römischen Umtrunk wärmen. Zudem ist das Lager inzwischen über eine neu errichtete Brücke über den Fluss erreichbar, nachdem die einst zu ihm führende Straße sich in einem desaströsen Zustand befindet. Für die gewaltige Brücke wurden manche Steuern beim Volk eingetrieben, doch schließlich muss man was fürs Militär opfern, wenn man vor Vandalen geschützt werden möchte. Ob die Legionäre sich der Widerherstellung der einst mühevoll gepflasterten Hauptstrasse widmen werden ist fraglich. Schließlich stehen Übungen mit dem Cetratus, Clunaculum, Pilum und dem Gaesum an.

Inwieweit Besucher zu dem Spektakel auf den Stufen Platz nehmen werden, um die Übungen zu bewundern, wird sicherlich vom Wetter abhängig sein. Nicht jeder aus dem einfachen Volk ist so abgehärtet, wie die Truppe. Wer von den Legionären die erforderlichen 20 Jahre Dienst hinter sich hat kann auf ein Stückchen Land hoffen. Ob die hier ansässige Bevölkerung allerdings freiwillig etwas abtritt, ist zu bestreiten. Schließlich hat sie sogar der einstigen großen Krötenpopulation schon den Weg verwehrt, obwohl diese nur auf dem Durchzug war. Ob die Kröten damit einverstanden waren, dass ihr Durchmarsch behindert wurde entzieht sich leider unserer Kenntnis. Wir haben es nicht mehr geschafft, die letzte ihrer Art noch zu interviewen und so ihre persönliche Meinung zu erfahren.

Rom wird also für seine Anhänger ein Plätzchen außerhalb Germaniens suchen müssen und nach der winterlichen Übung wird der Platz wohl wieder der Natur überlassen werden. Wobei, viel ist nicht mehr übrig im schönen Brigobanne. Da bräuchte es wohl eines Asterix und Obelix mit Wundereicheln, um die neue Bauwut der Nachkommen Roms zu überwuchern.

Es grüßt ein Krötenfan

Agrarwende

Am Samstag fand ich eine treffende Karikatur im Südkurier. Ein hinter dem Steuer seines Traktors sitzender grimmiger Landwirt auf dem Weg zum Protest. Davor eine Mutter, die ihrem Kind mitteilt, dass es wichtig wäre die Bauern nicht allein zu lassen, denn dann gäbe es bald nichts mehr zu Essen. Und was antwortet das Kind? „So ein Quatsch Mama, der Supermarkt um die Ecke hat doch immer auf.“ Und genau da liegt der Hund begraben. Würden wir Lebensmittel mehr schätzen, indem wir bereit wären den reellen Preis dafür zu entrichten, um mehr Qualität dafür zu erhalten. Würden wir Fleisch als etwas Besonderes schätzen und uns nicht jeden Tag in Form von Wurstwaren und Schnitzel auf den Teller laden, dann könnten Landwirte nachhaltiger und auf Tierwohl bedacht wirtschaften. Wir als Verbraucher haben es in der Hand die Agrarlobby in die Schranken zu weisen. Wir als Verbraucher haben es in der Hand Tierleid zu verhindern , Maiswüsten zu unterbinden und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Grüne Kreuze in den Feldern, saurer Regen über Wäldern. Auf den Wiesen Güllemassen, die Nitratwert steigen lassen. In den Ställen Tier an Tier, zu befriedigen die Gier. Billig muss es sein und viel, Masse, die muss sein das Ziel. Maisplantagen ohne Wert, die den Boden aufgezehrt. Kein Insekt mehr weit und breit, überall unendlich Leid. Tot gespritzt, was unnütz scheint, und kein Mensch darüber weint. Doch der Mensch hat’s in der Hand, zu bewahren unser Land. Lebensmittels Wert zu schätzen, nicht nach Angebot nur hetzen. Weniger ist manchmal mehr, auch wenn’s fällt mitunter schwer. Landwirt dann kein Bettler mehr, zur Natur kann sein dann fair.

Schottergärten – Unwissenheit oder Ignoranz?

Jeder kennt das! Sie fahren so fröhlich durch die Lande und sehen plötzlich von Weitem ein Stopp-Schild. Ebenso sehen sie weit und breit kein sich annäherndes Auto. Was tun Sie? Sie wissen genau, was zu tun ist und trotzdem ignorieren viele in dieser Situation ein solches Schild.

Was wäre, wenn unter dem Schild stände: ”Das Überfahren dieses Schildes zieht automatisch die Zusendung eines Bußgeldbescheides in Höhe von 100EUR nach sich.” Würden sie immer noch flott losfahren, oder nicht vielleicht kurz darüber nachdenken, ob ihnen dieser Preis für einen nicht eingelegten kurzen Stopp zu hoch ist.

Warum erzähle ich diese kurze Geschichte? Am Samstag durfte ich im Südkurier lesen, dass die Landesbauordnung nicht hergäbe Schottergärten zu unterbinden. Und schließlich, wie wäre dann das Anlegen eines Teiches zu bewerten?

Halten wir kurz Inne! Was gibt es Wichtigeres, als für nachkommende Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen? Was gibt es Wichtigeres, als für Artenvielfalt und ein besseres Klima zu sorgen? Warum ist das Anlegen eines Teiches, der für genau diese Artenvielfalt in Form von Libellen, Fröschen oder anderer Kleinstlebewesen sorgt, ein Argument für Schottergärten? Wenn man den Preis für Schottergärten in Naturschäden rechnet – wäre ein Schottergarten dann immer noch im Vergleich zum nicht genehmigten Gartenhäuschen so unwichtig?

Wenn wir nicht nur lauthals darüber debattieren, was alles notwendig ist, um unseren Planeten vor Überhitzung zu schützen , sondern auch Maßnahmen im Kleinen zu belohnen und Verstöße ahnden, dann erst haben wir verstanden, dass es nichts aber auch nichts Wichtigeres gibt, als unsren Planeten für kommende Generationen lebenswert zu gestalten.

Und, wenn die einzige Form um Ignoranten diese Ziele vor Augen zu führen, das Ausstellen eines Bußgeldes im Namen unseres Planeten ist, dann bedarf es keiner Auslegung einer Landebauverordnung.

Kolumne Heike Boeke

Hohen II

Es ist schon interessant, wie viel Platz es in der Zeitung bedarf, um ausführlich zu erklären, warum etwas in dem am Stadtrand Hüfingens gelegenen Neubaugebiet auf Hohen II nicht funktioniert. Wie wäre es denn einfach einmal zu schreiben, was bis wann erledigt wird. Das würde Platz sparen und wäre vor allem eine gehaltvollere Leselektüre als das, was ich am Samstag im Südkurier lesen durfte.

Das Baugebiet wird seit Jahren von der Stadt ignoriert was Infrastruktur, Grünflächen, Schneeräumdienst und Kinderspielplatz betrifft. Wohl dem, der erst jetzt sein Haus dort gebaut hat, wo vorher Brachland lag. Wobei es mir völlig unverständlich ist, warum dort überhaupt noch gebaut wird, nachdem klar ist, dass wir von einer bescheidenen Lärmschutzwand abgeschirmt (vielleicht gebaut Ende 2020) knapp hinter einer vierspurigen Schnellstraße leben werden. Aber gekauft ist halt gekauft und die einzigen, die jubeln sind die Verkäufer – also die Stadt Hüfingen. Nur sollte sie sich dann auch um die Bewohner und ihre Bedürfnisse in gebotenem Maße kümmern und die vom Land und von der Baubehörde aufgestellten Regeln durchsetzen – auch wenn sie nicht zuständig ist.

In das Baugebiet führt eine einzige Straße, zudem noch mit einer beabsichtigten oder unbeabsichtigten engen Kurve. Wenn es dort mal brennt möchte ich nicht wissen, wo die Feuerwehr stecken bleiben wird. Auf Plätze, die als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet sind werden weiter fleißig Autos geparkt, vorzugsweise direkt unter dem Verbotsschild. Auch Appelle an die Autobesitzer verrauchen. Auch die Sanierung des zur Stadt gehörenden maroden Vorplatzes vor der Hausnummer 5( vom Schwerlastverkehr gequält), die versprochen war, bleibt wohl ein Versprechen. Gehwege enden im Nirwana, Grünanlagen und gepflanzte Bäume kümmern vor sich hin. Bäume, die so ideal von der Stadt gepflanzt wurden, dass sie nun die Einfahrten der Häuser blockieren, werden einfach gefällt und nicht mehr ersetzt. Noch weniger Grün in der Betonwüste. Schottergärten zieren die Vorgärten obwohl verboten, Plätze die der Stadt gehören werden im Winter nicht geräumt, genauso wie die Straßen auf Hohen II. Der Kinderspielplatz wird an einem Ort gebaut, wo sich dann allenfalls bierselige Jugendliche allabendlich treffen werden , aber ganz gewiss keine Kinder spielen werden. Ich könnte die Liste auf Unendliches ausweiten. Nur Lösungen, die werden nicht geboten. Wenn die Stadt schon eine nicht unerhebliche Summe an Grundsteuer von den Bewohnern des Gebietes einnimmt, wäre es ihrerseits eine Verpflichtung sich auch darum zu kümmern und nicht vollmundig zu erzählen, warum was nicht geht und wer daran die Schuld trägt.

Ich würde mir daher für den nächsten Zeitungsartikel eine To do Liste mit nebenstehendem Termin der Umsetzung wünschen. Das würde uns alle im Neubaugebiet auf Hohen II erfreuen. Und übrigens reicht es auch nicht ein Zettelchen in den Briefkasten zu werfen, wenn die einzige Straße, die in das Wohngebiet führt für einen Tag gesperrt wird, um den Feinbelag aufzubringen. Auf dem Zettel sollte dann zumindest stehen, wo es Parkmöglichkeiten für die Menschen, die dort leben geben wird und es sollten vor allem die großen Bauvorhaben abgeschlossen sein, damit die Baufahrzeuge die Straße dann nicht wieder beschädigen. Die Stadtplaner werden ja hoffentlich noch wissen was bis wann dort noch gebaut wird. Bis dahin wäre es ein Leichtes manche Auffahrt statt mit Bohlen mit etwas Asphalt abzufedern, wenn schon alles andere noch lange auf sich warten lässt.

Kolumne Heike Boeke

Storchenpaar

Weil mir Hüfingen am Herzen liegt

Wisst ihr wo sich derzeit unser Storch aus Hüfingen aufhält?  Ich leider auch nicht, aber es gibt einen Storch im Schwarzwald Baar Kreis , der in Pfohren nistet und jedes Jahr Ende Februar bereits wieder hier ist. Sein Name ist Louis.

Woher ich das weiß? Es gibt eine ganz tolle App, die ich euch ans Herz legen möchte – den Animal Tracker des Max-Planck Instituts.  Er ist gratis und zeigt euch, wo sich Louis derzeit aufhält. Die App macht richtig Spaß, denn sie zeigt euch welche riesigen Strecken unsere Weißstörche zurücklegen. Ihr bekommt  eine Ahnung davon, was unsere Störche und viele andere Tiere auf ihren Wanderungen so leisten und schätzt es umso mehr, wenn sie wieder jedes Jahr zurückkehren. Mit Miniatursendern ausgestattet können sie über die App verfolgt werden.

 Jedes Jahr ziehen Millionen von Zugvögeln in ihre Winterquartiere und im Frühjahr wieder zurück. Diese Routen zu beobachten war das Ziel des Icarusprojektes von der ISS aus.  Bisher rund 25.000 Tiere zu Land, zu Wasser und in der Luft können schon beobachtet werden- hightech auf dem Rücken von unterschiedlichen Arten. Diese raffinierten Geräte senden eine Vielzahl an Daten an die ISS und von dort an das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell.

Wie überwinden Streifengänse den Himalaja ? Wie finden die Vögel ihre  Winterquartiere. Das Wunder der Natur wird einem erst richtig bewusst, wenn  man sieht was die Tiere unseres Planeten leisten. Daher ist es umso wichtiger solche Projekte zu unterstützen. Die Icarus-Forscher sind nämlich auch auf Beobachtungen von Tierfreunden angewiesen.  Dadurch kann jeder aktiv an diesem tollen Forschungsprojekten teilnehmen. Wer also ein solches mit einem Sender versehenes Tier beobachtet, kann das mitteilen und so helfen mehr über die Tiere zu verstehen, denn so  könnt ihr aktiv den Artenschutz unterstützen. Mit der auf dem Smartphone installierten App lassen sich die Beobachtungen speichern und die Daten in der Forscherdatenbank speichern.  Werdet Forscher, werdet Animal Tracker  und lernt auch, wie großartig unsere Natur ist, die es gilt zu schützen. Freuen wir uns also schon jetzt auf die Rückkehr unseres Storches namenlos nach  Hüfingen.

Kolumne Heike Boeke

Frauenschuh

Das Kleinod Hüfingens

Das kleine Städtchen Hüfingen birgt einen Naturschatz, der sich lohnt entdeckt zu werden. Die Natur hat hier mit ganz besonderen Überraschungen aufzuwarten. Waren sie schon einmal im Hüfinger Orchideenwald oder auf dem Naturpfad? Wenn nicht, so erkunden sie im nächsten Frühjahr und Sommer den Wald zu dem die Straße am Römerbad Richtung Mostschöpfle führt. Dort finden sie den seltenen Frauenschuh, mit Glück den Wiedebart und einige andere seltene Orchideenarten. Dieses Kleinod zu schützen und mit ihm die bunte Schmetterlingsvielfalt und Tierwelt sollte für Hüfingen ein Selbstverständnis sein. Doch wie auch die Erdkröten, die kaum noch zu finden sind, so sind auch diese seltenen Blumenarten in Gefahr dem Klimawandel und dem Unverständnis einiger Zeitgenossen zum Opfer zu fallen. Umso wichtiger ist es sich für diese Naturschätze einzusetzen und deren Wichtigkeit für das Ökosystem zu erkennen. Jeden Tag sterben unzählige Tier- und Pflanzenarten aus, noch ehe sie entdeckt wurden. Wie wenig Kinder kennen die Zusammenhänge und die Wichtigkeit unseres Ökosystems ? Wie wenig Erwachsene sind daran interessiert ? Um die Natur zu schützen und zu schätzen, muss man sie erst einmal kennenlernen. Und das fängt damit an, das man sich auf die Suche nach den Schätzen Hüfingens macht. Und damit sie für das nächste Frühjahr Lust auf diese Entdeckungsreise bekommen, zeige ich ihnen mit den beigefügten Bildern, das es sich lohnt sich auf diese Suche zu machen – hier in Hüfingen, das mir am Herzen liegt.

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