Funde aus der Jungsteinzeit auf dem Ziegeleschle

Da scheinbar Interesse besteht und es hier bald noch mehr Infos gibt, wollte ich diesen Artikel vom 17. September 2023 mit der Steinaxt bisschen weiter nach oben kramen:

Auf Loretto und in dem neuen Gewerbegebiet Ziegeleschle wurden Magnetometerprospektionen (auch Geomagnetik genannt) durchgeführt. Auf dem hierdurch angefertigten digitalen Bild ließen sich dort Siedlungsreste erkennen.

Das Magnetfeld der Erde wird durch die magnetischen Eigenschaften verschiedener Materialien, wie Gesteine, Böden, gebrannte Lehmziegel oder Holzreste gestört ‒ also auch von archäologischen Überresten. Zur Aufzeichnung dieser Magnetfeldstörungen kommt ein hochempfindliches Cäsium-Magnetometer auf einem Rollwagen zum Einsatz. Auch Unterschiede zwischen den physikalischen Eigenschaften des Zielobjekts und dem umgebenden Boden lassen sich hierbei messen.

Ausgrabungen
Ziegeleschle
15. März 2023

Die Firma ArchaeoTask hatte das Gelände mit dem Bagger und Sonden durchsucht und es konnten Artefakte aus dem Endneolithikum gefunden werden.

Das Endneolithikum bezeichnet die jüngste neolithische Unterstufe am Übergang zur Bronzezeit. Es wird mit dem Beginn der „Schnurkeramik“ (veraltet auch Streitaxt-Kultur) gleichgesetzt und reicht in Süd- und Mitteldeutschland von ca. 2800–2200 v. Chr.
(*und nein, liebe CDU, „die Eiszeit“ war es nicht.)

Steinaxt aus dem Endneolithikum.
Grabbeigaben aus der Jungsteinzeit.

Eine Silexklinge wird durch Abschlag aus Feuerstein (Silex) hergestellt.

Die Artefakte oben wurde beim diesjährigen Römerfest vom Denkmalamt ausgestellt. Dabei war auch noch ein mittelalterlicher Mühlstein, der womöglich als Baumaterial dort oben benutzt wurde.

Fragment eines Mühlsteines aus dem Hochmittelalter (11./12. Jahrhundert)

Bei den Ausgrabungen auf dem Mühlöschle wurden im Jahre 1958 zwei urnenfelderzeitliche Gräber gefunden. Die Urnenfelderkultur (1300 v. Chr. bis 800 v. Chr.) war später.

Donau ist Nr. 1 bei Schadstoffbelastungen in Europa

Da las ich am 7. Juli in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Überschrift:

Den Rekord stellte die Donau auf

Von den 610 Chemikalien, auf die das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) untersucht hatte, konnten in der Donau 505 gefunden werden. Knapp die Hälfte davon Pestizide und Biozide, aber auch 175 pharmazeutische Chemikalien, Tenside, Kunstoff- und Gummizusätze sowie Per- und Polyfluroalkylsubsanzen.

Da musste ich daran denken, wie das Landratsamt Schwarzwald-Baar mich doch verlacht hatte, als ich Abbauprodukte von Glyphosat im Stadtbächle nachgewiesen hatte. Sie würden dies doch ständig untersuchen und nichts finden und überhaupt können nur sie fachgerecht Proben ziehen. Beim Ehrenamt würde vermutlich eine Probe automatisch durch unerwünschte Schwingung mit Pestiziden aller Art verunreinigt.

Vielleicht befolgt das Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz eine Anweisung nie etwas zu finden, was politisch nicht gewollt ist? (das kennen wir ja schon) Ansonsten könnte, ebenso vielleicht, auch noch dieses Amt mit einem Juristen gedeckelt werden, der durch gute Beziehungen ans RP und nach Stuttgart Rechtssicherheit herstellt? Oder gibt es den schon? Fragen über Fragen.
Aber kommen wir zu den Fakten, die Veröffentlichung* gibt es hier.

Die Donau beginnt in Bayern

Für die Studie wurde Oberflächenwasser aus 22 europäischen Ländern und 22 verschiedenen Flusseinzugsgebieten gesammelt. Flusseinzugsgebiete? Ja, steht da: „river basins“. Die Proben in Deutschland wurden bei Ulm, Neuburg an der Donau, Passau, Augsburg und Eggenfelden gezogen.

Das interessante an der Studie ist, dass Baden-Württemberg einfach mal ausgeklammert wurde.
Womit der Streit über die Donauquelle endlich gelöst wurde: Sie befindet sich nämlich in Bayern!

Da gibt das schwarz-grün regierte Baden-Württemberg einen solch sauberen Strom nach Bayern rüber und was machen die? Verseuchen die schöne Donau mit Pestiziden, Bioziden, pharmazeutischen Chemikalien, Tensiden, Kunstoff- und Gummizusätze und Per- und Polyfluroalkylsubsanzen.
Schamt eich!

* Finckh et al.: Mapping chemical footprints of organic micropollutants in European streams. Environment International 183 (2024)

Rötlicher Springschwanz

Liebe Bürgerpostleser, 

ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hirschkäfer, Alpenbock und Alpensegler, große Themen in letzter Zeit. Jetzt schauen Sie, was ich am 2. August auf meinem Holzlager entdeckt habe. Ich dachte im ersten Moment an rote kleine Pilze, wie den Zinnoberroter Pustelpilz, den ich Mitte Dezember 2023 beschrieben habe. Aber das Gesehene ist nicht so gleichmäßig verteilt wie der Pilz. Aber, was ist es dann? Groß und klein spricht vielleicht doch für etwas Tierisches, dachte ich mir. 


Was macht man heute, wenn man etwas wissen will? Genau, die Bilder rein in Google lens und warten was kommt. Gekommen ist „Rötlicher Springschwanz“ Haben Sie das schon einmal gehört? Ich jedenfalls nicht. Stellen Sie sich vor, es gibt keinen Wikipedia Artikel zu diesen Tierchen. Und über Google kommt man an Kaufangebote für diese Tiere, wissen Sie warum? Weil der rötliche Springschwanz als perfekter Bodenpolizist fungiert. Er hält im Terrarium den Bodengrund sowie die Einrichtung schimmelfrei, zudem dienen sie auch als Futtergrundlage für unzählige Arten an Wirbellosen-Tieren, Reptilien und Amphibien. Ein großer Vorteil gegenüber den „tropischen Springschwänzen“ ist, dass der „rötliche Springschwanz“ keine Sprunggabeln besitzt. Ich vermute, dass das heißt, er kann nicht wegspringen, der arme rötliche Sprungschwanz.

Um zur Beschreibung des Tieres zu kommen, brauchte ich eine Weile, auf der folgenden Homepage wurde ich fündig: 

https://bad-kissingen.bund-naturschutz.de/natur-und-umwelt/neues-aus-der-tierwelt

Dort steht, „sie leben an Totholz und verottetem Laub und lieben es, wie alle Springschwänze, gerne sehr feucht“. Also zum Thema feucht brauche ich dieses Jahr nicht viel zu sagen, tags zuvor hat es bei uns 33 Liter geregnet. „Springschwänze gehören wie die Felsenspringer und Silberfischchen zu den Urinsekten. Es sind also Tiere, die schon sehr lange hier auf der Erde zugegen sind. In Deutschland soll es rund 400 Arten geben, die meist zwischen 1,0 und 6,0 mm groß werden, sehr selten größer. Die meisten besitzen eine sogenannte Sprunggabel, mit der sie sich bei Gefahr durch die Luft schleudern können. Springschwänze sind wichtige Helfer, um pflanzliche Reststoffe zu verwerten und wieder zu Nährstoffen für Pflanzen, insbesondere für Bäume umzuwandeln. Sie stehen am Anfang der Nahrungskette und sind für sehr viele räuberisch lebende Tierarten die Nahrung, die sie brauchen, um als Jungtier wachsen zu können“. Die rote gefärbten sind ein Zeichen fürs Erwachsensein, das Leben beginnt für sie in weiß. Auf den Bilder unten sind einige weiße Jungtiere zu sehen. 

Komischweise sind die Tieren so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen sind, heute sah ich nur noch wenige Exemplare. Das ist schon der Hammer, diese Urinsekten. Aber toll, dass ich sie fotografieren durfte.

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Hüfinger Gemeinderäte

Vereidigung am 1. August 2024

Der neue Gemeinderat wurde heute am 1. August von unserem neuen Bürgermeister vereidigt.
Der 1. Bürgermeisterstellvertreter wird, wie gehabt, vom Patriarchat der CDU bestimmt, die Stimmenzahl vom Wahlvolk ist hierbei unwichtig. Die Stimmkönigin verzichtet auf eine geheime Kampfabstimmung, da sie nicht gleich mit Streit starten will.

Es geht nach der Gemeinderatswahl wohl dort weiter, wo die Männer letztens aufgehört hatten. Immerhin, die Klügere gibt nach. Gleich drei der vier Frauen – das sind 75 Prozent!– im Gemeinderat haben mehr Stimmen, als der von der CDU bestimmte 1. Bürgermeisterstellvertreter, der auf der Liste unten die Nummer 8 ist. Unsere Demokratie reduziert sich auf eine Diktatur der Mehrheits-Partei und was ich 2020 mit Allmacht des Hüfinger Patriarchats schon geschrieben hatte:
In jeder Ritze sitzt ein verstaubter Kerl!

Meine ganze Hoffnung auf Parität und Partizipation liegt nun auf dem neuen, jungen Bürgermeister!

Fraktionssprecher sind:
Markus Leichenauer (CDU), Kerstin Skodell (SPD), Michael Steinemann (Bürgerforum/FDP/FW/UWV)

Gemeinderäte nach Stimmen

1.Skodell, Kerstin2.823
2.Bucher, Daniel2.569
3.Leichenauer, Markus1.919
4.Hustic, Sasa1.894
5.Moog, Petra1.824
6.Ünal, Mete1.739
7.Bäurer, Sarina1.664
8.Weh, Harald1.602
9.Schwarz, Kathrin1.427
10.Limberger, Gunther1.356
11.Quilamba, Miguel1.321
12.Isak, Reinhard1.220
13.Bäurer, Egon1.196
14.Moog, Patrick1.183
15.Steinemann, Michael1.085
16.Bausch, Martin1.075
17.Sulzmann, Ernst1.063
18.Schöndienst, Martin1.013
19.Happle, Stephan874
20.Albert, Peter737
21.Wills, Philip490


Liste der Stimmen für die einzelnen Kandidaten unten! Schaut auch bei der Stadt vorbei

Ortschaftsräte und Ortsvorsteher

Behla
Ortsvorsteher:
Johannes Bogenschütz

Hausen vor Wald
Ortsvorsteherin:
Ingeborg Reitze

Fürstenberg
Ortsvorsteher:
Volker Gut

Mundelfingen
Ortsvorsteher:
Michael Jerg

Sumpfohren
Ortsvorsteherin:
Ancilla Batsching

Gemeinderat Hüfingen
Bitte meldet mir Tippfehler!

CDU25.267 Stimmen43,06 %
Bäurer, Sarina1.6646,59
Leichenauer, Markus1.9197,59
Moog, Petra1.8247,22
Uhrhan, Johannes9723,85
Schmid, Melissa7352,91
Weh, Harald1.6026,34
Trenkle, Marco1.4815,86
Bucher, Daniel2.56910,17
Maier, Marc1.0484,15
Bäurer, Sebastian5382,13
Rosenstiel, Linus5832,31
Böhm, Bernd1.1134,40
Sumpfohren
Schöndienst, Martin1.0134,01
Schöndienst, Lisanne4091,62
Fürstenberg
Limberger, Gunther1.3565,37
Bäurer, Manfred4071,61
Behla
Bogenschütz, Johannes7081,61
Bäurer, Egon1.1964,73
Hausen vor Wald
Riegger, Andreas8943,54
Reitze, Ingeborg3011,19
Mundelfingen
Schwarz, Kathrin1.4275,65
Glunk, Thomas9103,60
Bäurer, Ferdinand5982,37


SPD14.048 Stimmen23,94 %
Skodell, Kerstin2.82320,10
Ünal, Mete1.73912,38
Lehmann Julia5033,58
Buttler, Alexander7455,30
Nolting, Birgit6834,86
Quilamba, Miquel1.3219,40
Roßhard, Maria3272,33
Hustic, Sasa1.89413,48
Münzer, Lisa3872,75
Kasprzak, Axel2141,52
Dr. Breitsprecher, Anja3712,64
Isak, Reinhard1.2208,68
Sumpfohren
Knust, Henrieke3552,53
Fürstenberg
Behla
Vogel, Maximilian2261,61
Schaulies, Marica1000,71
Hausen vor Wald
Martin, Benjamin1471,05
Hornung, Diana1841,31
Mundelfingen
Harms-Höfler, Christine6474,61
Wolf, Marco1621,15


LBU5.330 Stimmen9,08 %
Wills, Philip4909,19
Siegfried, Wiltrud3626,79
Albert, Peter73713,83
Röthele, Till2735,12
Sems, Emine4227,92
Wetzel, Petra2384,47
Dr. Breitsprecher, Dennis1834,43
Kurstedt, Ute3195,98
Atik, Mehmet2875,38
Sermersheim, Björn2053,85
Zante-Leovey, Lina2204,13
Boeke, Heike1843,45
Sumpfohren
Knust, Christa1432,68
Hepting, Dorothea460,86
Fürstenberg
Kewes, Christine1953,66
Schmidl, Danny741,39
Behla
Schönecker, Nicole3236,06
Hausen vor Wald
Mundelfingen
Merz, Otto3366,30
Friedrich, Christa2935,50


Bürgerforum/FDP/FW/UWV14.035 Stimmen23,92 %
Bausch, Martin1.0757,66
Bernauer, Sven5964,25
Haas, Jessica3112,22
Hauschel, Jens2711,93
Keller, Markus5263,75
Moog, Patrick1.1838,43
Sangiorgio, Salvatore2842,02
Schafbuch, Tobias4182,98
Schmitz, Beate2832,02
Singier, Christine6224,43
Sulzmann, Ernst1.0637,57
Sulzmann, Markus7985,69
Sumpfohren
Blessing, Thomas3422,44
Mellert, Georg4773,40
Fürstenberg
Schumacher, Barbara2751,96
Wallschläger, Kurt2331,66
Behla
Martin, Christoph1.0487,47
Walter, Astrid3042,17
Hausen vor Wald
Happle, Stephan8746,23
Langenbacher, Christian6534,65
Mundelfingen
Mäder, Leander6784,83
Steinemann, Michael1.0857,73
Zadona, Ines6364,53



Kreistagswahl – Ergebnisse
Liste der Stimmen für die einzelnen Kandidaten ganz unten!

Kreistag Ergebnisse Hüfingen

Namen dazu gibt es hier:

Wahlergebnisse Kreistag

Sitzverteilung im Kreistag

Kreistag Ergebnisse Hüfingen

CDUStimmen37,64 %
Keller, Markus1.35616,29
Kollmeier, Michael1.59819,20
Bächle, Micha1.10313,25
Fischer, Matthias4445,33
Stark, Christian1.05612,69
Müller, Peter7649,18
Albert, Franz1.67520,12
Schweizer, Jan1581,90
Hall, Michael1702,04


GrüneStimmen9,48 %
Ott, Maren45821,84
Albert, Peter55426,42
Thomas, Nora29514,07
Schwenk, Rolf713,39
Wetzel, Petra24111,49
Wills, Philip27513,11
Burkard, Katja2039,68


SPDStimmen34,2 %
Knapp, Anton2.67135,32
Dr. Zöllner, Jutta2413,19
Dr. Ebnet, Peter6278,29
Skodell, Kerstin2.34731,03
Rocha dos Santos, Luis1061,40
Kissig, Jülide1682,22
Ünal, Mete1.18615,68
Fahl, Clemens1772,34
Bofinger, Jörg400,53


FDPStimmen7,27 %
Theel, Mirko1157,15
Neininger-Armbruster, Tanja1479,14
Hofmann, Andreas70944,09
Rendler, Andrea1599,89
Waimer, Werner684,23
Schmid, Jasmin1308,08
Wehinger, Sven20012,44
Zier, Michael804,98


AfDStimmen11,41 %
Kraus, Detlef1.37054,28
Behrendt, Joachim1.15445,72



Europawahl Hüfingen

Ergebnisse Hüfingen Europawahl

Wahlergebnisse Europawahl



Alpensegler

Liebe Bürgerpostleser, 

heute ist ein Vogel an der Reihe, bei dem ich gespannt bin, ob Ihr schon von ihm gehört habt, der Alpensegler. Wieso der Alpensegler, frag man sich vielleicht. Ganz einfach, weil er seit kurzem in Tuttlingen einen Verbreitungsschwerpunkt in Süddeutschland hat. Über 50 Brutpaare nisten in der Zwischenzeit dort im Kirchturm der Stadtkirche. Der Hammer ist, sie fliegen hinter den Zifferblättern an ihre Brutplätze im Innern des Turmes.

Jetzt kommt das Interessante, denn erst seit etwa 60 Jahren gibt es den Alpensegler in Deutschland. Die erste Kolonie ist Mitte der 1950 er Jahre in Freiburg entstanden. Und wann kam er nach Tuttlingen? Im Jahr 2000 wurde die erste Brut festgestellt und 24 Jahre später sind es sage und schreibe 50 Paare. Anscheinend gefällt es ihm dort bestens. Ich dachte, Freiburg und Tuttlingen, das wars. Aber dann wurde ich auf der Homepage der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg schlauer, denn mittlerweile brütet er auch in weiteren Städten Süddeutschlands, wie z. B. in Waldshut, Emmendingen, Lörrach, Tuttlingen, Lindau, Offenburg, Ettenheim, Lahr, Bühl, Achern, Sasbach (bei Achern) und Gundelfingen. Ich war geplättet. So weit hat sich der Kerle ausgebreitet. Wenn´s passt, dann passt´s, würde der Bayer und der Österreicher sagen, in der Natur geht es bei passenden Dingen sehr schnell. Gründe sind das Wachstum der Freiburger Kolonie und erneute Zuwanderung aus der Schweiz, was sicher für Tuttlingen und Lindau zutrifft. In Schaffhausen gibt es auch eine alte Kolonie. Der Hammer ist, dass Baden-Württemberg die bisher nördlichsten Vorkommen weltweit beherbergt. Denn ursprünglich ist er in den Felsregionen Südeuropas, des Orients und Indiens sowie in Afrika zu Hause. Und zwar keineswegs nur in Gebirgen, wie der Name vermuten lässt, sondern auch an steilen Felsküsten in geschützten Spalten und Nischen. Doch er ist bereits frühzeitig den Menschen in die Städte gefolgt, wo Gebäude seine Ersatzfelsen bilden. 

hier sieht man gut den weißen Bauch
Hausener Mauserseglerkolonie

Mauersegler und Alpensegler sind verwandt. Ich habe ein Bild der Hausener Mauersegler eingefügt, die übrigens schon seit etwa 26. Juli 2024 nach Süden abgezogen sind. Der Unterschied liegt in der Färbung und in der Größe. Mauersegler sind komplett braunschwarz und der Alpensegler ist am Bauch und Kehle weiß. Die Größenunterschiede sind beachtlich, der Mauersegler hat eine Flügelspanne von etwa 45 cm und der Alpensegler von etwa 55 cm, der Alpensegler ist doppelt so schwer und sechs Zentimeter länger als der Verwandte. Gut, am Himmel ist das nicht leicht zu erkennen. Dazu kommt die Schnelligkeit dieser Burschen, sie gelten als die schnellsten Vögel der Welt. Für mich persönlich gibt es ein tolles Erlebnis aus der Kindheit, ich sah bei der Feldarbeit über Uttenhofen eine kleine Kolonie von Alpensegler vermutlich aus Schaffhausen dahinziehen. Wieso ich das gewußt habe, fragen Sie vielleicht. Weil ich schon damals grundsätzlich eine Fernglas dabei hatte und die weiße Bäuche deutlich sehen konnte. Wie der Mauersegler kommt der Alpensegler sein ganzes Leben nur zum Brüten in ein Nest, alles weitere findet in der Luft statt. Anders als beim Mauersegler bleibt der Alpensegler deutlich länger bei uns. Sind es nur drei Monate bei Mauersegler, sind es von März bis Oktober gute sieben Monate. Das heißt man hat viel länger Zeit zum Beobachten. Ein paar Worte zu den Bildern, das Bild ganz oben zeigt neben dem Kirchturm und dem Zifferblatt oben rechts ein Alpensegler, mit etwas Phantasie sieht man den weißen Bauch. Gerne hätte ich das Ein- und Ausfliegen fotografiert, es ist mir wegen der Schnelligkeit nicht gelungen.

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Schleckeis vum Feroldi

Originalbeitrag vom Juni 2021

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr.

De Nonno vu Pineto

Am Adria Strand i de Appruze: En friendliche Nonno mit Strohut radelt gmietlich und guetgluunt d` Promenade ab mit sim Dreirädrige- Fahrrädle. Mit Kennerblick taxiert er d Gäs`cht. Natürli sieht er uf de erscht Blick, woher die Touris kummet und er woass genau wen er abohre will. Nämlich die giitzfreie, lebensfrohe Tedesci, dieselle wo e Gnusswelt bewahrt hond oder im Begriff sind, sie wieder zu erobere. Des sind sini uusgsuchte, handverlesene Aasprechpartner. „Buon Giorno Singnora“ de galant ergraut Papagalli vum aalte Schlag woass genau dass mer zerscht d` Wiiber aabohre muen: „ Wie geht ?, wo habbe Haus in Allemania ? Ahh, si, si , da habe io au gudde Collega, habe au Ristorante, ganze gute italienische Mama- Cucina….., und ……will jetzt au Eisdiele, Gelateria, mache. Habbe sie scho Eis esse in bella Gelateria „Appruzzo“, andere Seit von Promenade ? Serr gut Eis, bene, tutto bene ! benissimo Gelato aahhhh „ Und so nebebii: „Macht meine Sohn, Maurizio, ganz gutte Sohn “. „Heute Abend, i bin au da, auf Terrassa, mache wir bissele kleine Parliamento in Gelateria, si ? Va bene , Buon Giorno, bis heut Abend , Molto Grazie e arrevederci“. Obwohl sini Absichte nit ganz so uudorchsichtig sind wie er animmt, mag mer den nette, friendliche Nono sofort und nimmt die Iiladung zum Obed- Eis gern aa.. Nochem „ Bona serra, cara Singniora, serra Signiore „ und nach eme kleine Schwätzle erschliesst sich die erstuunlich, amüsant und herzig Poesie vu sim Lebe meh und meh.

I de 60-er Jahr häts für den Taglöhner usre kleine Frazione, eme Dörfle a de Ostabhängen vu de Abruzze, kaum e Uskumme, scho gar nit e Iikumme und erscht recht nit e Fortkumme gäe. “Habe meine junge Donna an Hand genommen und habe, wie viele Collega, mit due Pappedeckel – Koffer Reise nach Alemannia gemacht, nach Wolfburgo, bei VauWä. Habe gute Geld verdient aber viele Heimweh und au viele Zeit an Wochenende. An Freitag war bei VauWä, ab Mittag, basta, fertig mit Sweisse und lavorare. Meine Frau habe auch arbeite. No , dann habe wir, subito Käfer mit Schibbdach gekauft , wie bei bello Topolino cingue- cento. Un dann habbe eine Collega verkauft eine picolo Bambini – Carussello. „ Mama ich kaufe diese Macina, basta „. Dann Macina auf kleine – Anhänger an Käfer- VauWä jede Freitag auf Piazza vor Karstad, Mercato, du wisse , manchmal bis Sonntag – Abend. Mamas von Bambini konnte ruhig in Karstad kaufe schöne Kleider, Schuh e rosso Intimissimi , Papas lasse ihre Bimbis fahre bis Mamas mit schöne Sache und so, zurück. Ohne mio Carussello Bimbi habe immer viel weine und Patrone von Karstad habe auch Spass un Profitto, weil viel Klamotte verkaufe un habe mir sogar Strom geschenkt. Eine Plattespieler singt ganze Tag „O sole mio“ und „Azzurro“ un „Gelazo a Limon“ wegen Bella Italia – Gefihl. War serr gute Geschäft, serr gut, viele 50 Pfennigmoneta jede Abend, un alle haben viele Spass mit meine Carusello. So ich habbe subito viele gute Mark für meine nächste, grosse Traum: Ein Gelateria in Wolfburgo. Un, subito, ich war Patrone von picolo Eisdiele „ Da Abruzzi“. Carrusello habe dann wieder an andere Abruzzo- Collega verkauft, Viele Arbeit aber immer grosse Auge von cari Bambini in fredo Wolfburgo wege meine gute tschinkeli Eis. Meine Sohn und meine Tochter sprechen perfetto Wolfburgo deutsch. War auch wieder gutte, serr gutte Geschäft. In meine bella Terra Abruttesi habe dann au viele, oh molto bene, Tourismo angefange. So wir sind bald zurück in meine Paese Amiata mit viele duro, (h)arte Deusch Mark, ehhh, war viele Millione Lire. Unsere finalissimo Visione, ganze gross Traum, war Gelateria am Lido Abruttese. So wir sind in viele, viele lange Trasporti, immer noch mit gutte Cabrio- Käfer und Carusello – Anhänger mit ganze Wolfburgo- Eisdiele e Eis- Macina und Bambini über Nurnbergo, Munico, Brennero, Ancona viele mal und molto Kilometri zurück in Abruzzi gefahre.“

„Habe meine Sohn Maurizio nicht schöne, bella Gelateria mit ganz gutte Eis, Gelato ? Alles nur wege bello Carusello und Bambini di Wolfburgo. Grazie bene, Grazie bimbi e Grazie Wolfburgo, e Grazie mi bello , mi moltobello Carusello“

Friendlich, respektvoll aber doch liicht distanziert, fascht ängstlich, begrießt er e italienischs , schwer gstyltes, ufgmotztes , goldkettle- verhängts Ehepaar. Sie guet zeh Johr jinger als er und sie chiki Nonna. Dere obe üppige Matrone und dem makelos gfärbte, so im Stil vum Grande Cavalliere Silvio Berlusconi, bietet er en separate Tisch aa. Artig wered se begriesst mit Kissle vom herflitzende Filio Mauro und de rassige Schwiegertochter. Später kunnt au no Nonna schaffig, verschwitzt us de Eiskuchi.

„ Sin Schwiegereltere von meine Sohn, habe gross Villa und viele schnelle Lancia und Alfa. Habe an meine letzte Tage auf Erde noch viele contatto mit diese Patron“. Schelmisch lauert er uf mine ratlose Auge und iiser Gsiecht. Wie zigfach giibt hebt er resignierend d` Schultere, loot sin knizze Schalk aus de kleine Äugle blitze , beugt sich liicht vor, legt beruhigend si Hand uf min Unterarm und er, und ich, schmunzle lang und gnussvoll bespasst i iis inni: Über den uralte, eigetlich abdroschene, uusglutschte Witz :

„ Is meine Totegraber, hat gudde, serr gudde Beerdigung- Funeraio Geschäft, si, si ………….eine ganz tott- sichere Geschäft “.

„Habbe viel grosse Mersedes Totewage. Italiener wolle nur mit Mersedes fahre an letzte Tag, nix Fiat oder Lanca. Will jetzt in Wolfburgo baue lasse grosse, schöne, schwarze VauWä- Bus. Muss aussehe wie Capella mit Clima, eletrische Kerze, mit Verkleidung von Apruttesi Pinie un Olivi- Holz, nix Blech un perfetto Music Box , besser wie bei meine Carusello- Plattespieler, extra für Adagio von Galuppi e Verdi“.

Während dene ganze Täg isch mir natierli unsern Feroldi, unsern erschte Italiener mit sim guete Tschinkele- Eis i de Waffel vum Bahofskiosk nit us em Kopf gange. 10 Pfennig hät on Bolle überall im Städtedreieck kostet. Die stabil Währung isch in de natural- Währung, nämlich noch de Bollegrösse reguliert wore. Z` Hifinge, bei me booremer Beck nebe de Kirch, war de Bolle Alu- Suppeschapfe gross, z` Briilinge Email- Sosseschapfe mässig und bim Feroldi i Original italienische Eiszange Grösse. Zange Chromstahl us Vincenca . I de Grösse ebe ganz de Statur von dene kleinere Italienerli, dene Tschinkeli aapasst. S` Markezoache aber vum Feroldi i sim herzige Kiosk gegenüber vum Bahhof, dert wo jetzt de Sternebeck isch und früher d` Post war, des war sin einmalige „ Ableger „ . En normale Eisverkäufer kaa nu vier Eiswaffle zwische sine 5 Finger iiklemme und mit de Eiszange die Waffle lade und fille. De Feroldi aber hät wundersamerwiis sage und schreibe fünf mit enand lade kinne. Er hät nämlich en Ast, wie mir gsait hond, ebe sellen Ableger am Dumme aagwaase ghet. Daß es bi iis Kröpf am Hals gäe hät, des hommer gwisst und bei Liit usem Wälderwald am Martini Märt au gsänne. Dass mir nit au so Kröpf grieget, gege des hond mir Jod- Tablette in de Schuel vertoalt griegt. De Ferroldi muess konni kriegt haa i sim abglegene Appeninne Dörfle, suncht wär ihm nit so en Ableger gwaasse. Aloanig aber die Kuriosität vum Feroldi, der Doppeldumme, hät dech de Geiz und die Gsparrigkeit vergesse lau, dass sine Bolle ziemlich kleiner waret aber viel sahniger als die Wassereis- Bolle vu de Konkurrenz in dene Eschinger Konditoreie oder z` Hüfinge oder gar z` Brielinge beim Klotze- Beck. Die Verhoassung dass dert vill meh Eis für 10 Pfennig griegt häsch, hat om ab und zu verleitet, ebe doch gi Hifinge oder gar über de Berg gi Briilinge z` rädle. Au do schafft halt Lust Leidenschaft und manchi Anstrengung vergisst mer vor luuter Giiz. Wege dem Giiz häsch in Kauf gnomme, dass uf so Iisgries, wo vum Iishuus gstammt hät, ummekaue häsch messe dass es im Muul knackt hät. Und denno häsch wieder vum Eis vum Ferry troomt und häsch der fescht vorgnomme, dass s` näschtmol die herte Pfennig wieder ver de puure Genuss iisetzisch: Nämlich ver echts, sahnigs, fruchtigs Tschinkeli – Iis vum Feroldi.

Sit dem Nono us de Apruzze guck ich die verschnörkelte, barocke Kinderkarussell, grad au am Kloosemärt z Hifinge, mit ganz andere Auge aa, sieh den Glanz i dene Kinderauge im neue Liecht und denk manchmol drüber noch, ob de hittig Karusellbremser und Betrieber au sii Glick macht mit sinere Traummaschie, genauso wie de trollig Nonno us de Abruzzen ?

Zwar hät de Feroldi, z` Eschinge am Bahhof, koe Carrusello und au kon Schwiegervater als Totegräber ghet. Aber halt s` bescht Eis im Städtledreieck. Sogar die Bregtäler, wo mit de Bregtalbah aakumme sind, hond manchmol, wenn sie 10 Pfennig übrig ghet hond, scho während de Aafahrt geg Eschinge uff de herte Holzklassebank, vum Ferri sim Schleckiis troomt und sind standepee vum Perron eweg zu sim Kiosk dorri grennt. Gmeinsam mit siinere pummelige Frau und de willige, schaffige Techter hät er als erschter die Tschinkeli- Genusskultur gi Eschinge brocht. Obst und Südfrücht, wie Tomate, Zitrone, Pfersich, Truube, Orange und Feige. Spagetti, Pasta, Gnoggi, Gorgonzola, Salami und Parmesan hät er dene wunderfizige Hausfraue aabote und sie honds , e weng verschämmt, au gern kauft. De Vater hät ab und zue au e Brisago oder en Bündel Krummi Hund, die schruubeartige Zigarillo, beim Ferri kauft.
De Magnet aber war im Sommer im Feroldi sii Schleckeis: Citronegschmack, Pfirsich, Melone, Pistazie und Mocca waret Eissorte, die häsch sunsch nähnets griegt. Obwohl die Bolle ziemli kleiner waret wie des Wassereis mit meh Eisscherbe vum Eisweiher und Eishuus drin wie Milch, Rohm, Zucker , Kakoo, Erdbeer- oder Himbeermues bei de booremer Beck. Dieselle booremer Landbolle vum Gleichauf, vum Reiterbock oder vum Hengschtler. De Gluschte und de Genuss beim Feroldi war uuübertroffe, halt pico bello. Bollegrösse hin oder her. Ganz abgsehe vu sim unvergessene, stadtbekannte und legendäre „ Ableger „. Sie Tochter, d Maria, isch zwar noch dem de Kiosk im Weag war und abbroche wore isch, zruck gi Venetie , i die Julische Alpe, is Friaul, is Piavetal. Sie hät aber bis hit no Kontakt zu Eschinge und schwätz immer no e trolligs Booremerisch. Nochfolger Eismacher i de Region waret denno d` Spinazzis mit em Venezia, die Zampollis, Pampanins und Da Angelos.

Jo so wars , und s `nächstmol verzell ich eich die Gschecht vum Riedeburger Feroldi, em Angelo.

Rötenbacher Gigantismus

Unsere Produktion basiert auf den Erträgen nachhaltiger Waldwirtschaft und ist konsequent umweltverträglich ausgerichtet. Über unsere zukunftsweisende Interpretation der 0%-Reststoff-Regel leisten wir einen aktiven Beitrag zum dringend benötigten Klimaschutz: Sie werden erkennen: Wir handeln mit Herz und Verstand.
Werbetext der Ante-Holz GmbH & Co. KG

Wer von der waldarmen Baar herkommend auf der B31 in Richtung Schwarzwald rollt und dabei auf touristisch ansprechende Eindrücke hofft, wird schon gleich hinterm Waldeingang ernüchtert: Zur Linken weitet sich der Blick zu einer dicht an dicht belegten Lkw-Rastanlage mit Tankstelle. Dahinter schließt sich, seitlich leicht versetzt, das Werksgelände des Großsägewerks ante rötenbach GmbH & Co. KG an, seit 2021 Nachfolger der zuvor hier angesiedelten Holzwerke Rötenbach. Schon sie waren eines der größten Schwachholzsägewerke Baden-Württembergs; der Betrieb ist jedoch 2012 eingestellt worden – dem Vernehmen nach wegen unzureichenden Rundholzangebots. Ante Holz ist mit insgesamt 1.200 Beschäftigten an 7 Standorten (einem davon in Polen) und einem jährlichen Einschnitt von 1,2 Mio. Kubikmetern einer der allergrößten inhabergeführten Familienbetriebe dieser Sparte in Deutschland, ja sogar in Europa.

Wo die Holzwerke Rötenbach zuvor ein 15 ha umfassendes Werksgelände beansprucht hatten, will Ante Holz sein Areal nun auf 43 ha erweitern. Sein Personal soll hier von bisher 70 auf ca. 300 Mitarbeitende aufgestockt werden bei einen Jahreseinschnitt von – sage und schreibe! – 750.000 Festmetern – rosige Aussichten also für die Gemeinde Friedenweiler samt Teilort Rötenbach und deren Gewerbesteueraufkommen!  Das Unternehmen ist zuversichtlich, das Baugenehmigungsverfahren inklusive der Anpassung von Regional- und Flächennutzungsplan so zügig bearbeitet zu bekommen, dass bereits 2025 der Baustart erfolgen kann. Artenschutzrechtliche Probleme scheint man nicht zu erwarten, obwohl in  der Nachbarschaft noch ein Auerhuhnvorkommen existiert und ein Wildtierkorridor angrenzt. Kritischer sieht es um die Ergiebigkeit einer Quelle im südwärts gelegenen Matzenmoos aus: durch Rodung und Versiegelung könnte sich ihre Schüttung verringern – zum Nachteil des sie nutzenden Nachbarorts Göschweiler. Womöglich wird man statt ihrer eine Quelle im weiter entfernten Gatterwald „ertüchtigen“ oder zu neuen Lösungen greifen müssen. Und natürlich müssen auch erst noch die Aufforstungsflächen zum Ausgleich des Waldverlustes gefunden  werden. Auch ein Kreisverkehr wird auf der B31 noch erwogen, damit die Holztransporte auch aus Osten ins Werk abbiegen können.

Alles in allem lösbare Probleme, so sieht es der Planer. Doch wie wird sich der Gigant auf die bestehende, vorwiegend mittelständische Schwarzwälder Sägewerksstruktur auswirken, von den kleinen bäuerlichen Sägewerken einmal ganz abgesehen? Die Ante-Betriebsleitung geht davon aus, das Rundholz in einem Umkreis von ca. 100 Kilometern einkaufen zu können. Was den Holzmarkt zweifellos durcheinanderwirbeln wird, denn das Werk wird sich seine Kontingente über Vorverträge mit den größeren Waldbesitzern (mit dem Staatswald, den Kommunen und insbesondere mit dem Großprivatwald) sichern. Wie sich die neue Konkurrenz wohl auf die Ertragslage im bäuerlichen Kleinprivatwald auswirken wird sowie auf die Existenz der noch verbliebenen Schwarzwälder Sägewerke?

Während bislang in den sich häufenden Kalamitäten das Käfer- oder das Sturmholz schleunigst vom nächstgelegenen Kunden übernommen und abgefahren wird, sieht sich bei längerer Transportkette des Großbetriebs der Borkenkäfer in den desto länger unentrindet im Wald verbleibenden Fichtenstämmen zu weiteren Bruten ermuntert, was zu dramatischer Verschärfung der Forstschutzlage führen kann – zu Schreckensbildern à la Sauerland oder Harz, von denen der Schwarzwald einstweilen noch verschont geblieben ist. Oder könnte ein solches Horrorszenario bei einer so gewaltigen Betriebsexpansion bereits einkalkuliert worden sein? 

Expansion in Erwartung eines zunehmenden Käfer- und Sturmholzangebots?

Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft ist ein konkurrenzlos umweltfreundlicher Baustoff und die Nachfrage nach Bauholz ist (speziell im Land der Häuslebauer) trotz weithin lahmender Baukonjunktur weiter ansteigend. Umso attraktiver mag die Ante-Holz-Produktpalette erscheinen, die neben Schnittholz Hobelware, Brettschichtholz, Konstruktionsvollholz, Brettsperrholz, Biobrennstoff auch Holz-Pellets, Haus- und Gartenprodukte verspricht.

Wird der Einstieg des Ante-Holzriesen also zum Glücksfall für Wald- und Holzwirtschaft der Region, gar für die Umwelt? Oder begibt man sich eher auf den Holzweg mit solcherlei Kapazitäten? Die „mit Herz und Verstand“ agierende ante-Rötenbach GmbH&Co. KG   lässt etliche Fragen offen.

Alpenbock

Liebe Bürgerpostleser, 

es krabbelt zur Zeit so richtig. Kaum ist der Hirschkäfer durch, kommt der nächste beeindruckende Geselle. Mein Freund aus Referendariatszeiten Albrecht Siegel aus Herbertingen schickte mir diese Bilder. „Wir sind grad auf Fahradtour am Königssee und da hängt dieses Tier am Garagentor. Weißt Du, was das ist“? Ich musste kurz überlegen, dann war klar, es ist der unverwechselbare Alpenbock. Die Färbung ist doch herrlich. Nun, wie der Hirschkäfer für die Vermehrung die Eiche braucht, so braucht der Alpenbock die Buche. Neben den Alpen kommt er auch auf der mit Buche bestandenen Schwäbischen Alb und im Donautal vor. Mit etwa drei Zentimeter Körperlänge ist er ein stattlicher Bursche. Charakteristisch für die Bockkäfer sind die langen Fühler. Denken Sie an den bei uns heimischen Moschusbock, über den ich schon geschrieben habe. Die Geschlechter können anhand der Fühlerlänge unterschieden werden: Beim Männchen überragen die Fühler das Hinterende der Flügeldecke bei weitem, beim Weibchen erreichen sie dieses knapp. Ich muss ehrlich sagen, ich will mich da nicht festlegen. An den mittleren der Fühlerglieder befinden sich schwarze Haarbüschel, wodurch die entsprechenden Fühlergelenke schwarz verdickt erscheinen. Auf dem Bild ist das am rechten Fühler gut zu sehen.


Nach dem Schlüpfen der Käfer Ende Juni/Anfang Juli erfolgt die Paarung und die Eiablage. Wenn frischgeschlagene Buchenholzstämme oder Brennholzklafter mit Buchenholz in der Nähe sind, wird der Käfer durch diese angezogen. Andernfalls wird der besonnte untere Stammteil eines möglichen Brutbaumes angeflogen. Das Weibchen tastet mit der ausgestülpten Hinterleibsspitze den Untergrund nach Verletzungen der Rinde oder Risse im Holz ab. Dann dringt der Legeapparat bis zu vier Zentimeter ins Holz oder unter die Rinde vor. Die Eier werden gewöhnlich einzeln abgelegt. Die aus dem Ei geschlüpfte Larve frisst im Bereich des austrocknenden Holzes weiter, später dringt sie ins Totholz ein. Es dauert gewöhnlich drei bis vier Jahren bis die Larve sich in einer Puppenwiege verpuppt. Nach dem Schlüpfen zwängt sich der Käfer durch eine ovale Öffnung ins Freie. Diese Öffnungen dienen dem Käfernachweis. Das ist doch ein interessantes Detail, finden Sie das nicht auch? Jetzt kommt eine aus menschlicher Sicht traurige Wahrheit, die erwachsenen Käfer werden nur zehn Tage alt, Literaturangaben nennen auch 20 bis 40 Tage.

Der Alpenbock ist europaweit geschützt. Die Schutzmaßnahmen haben zu einer Stabilisierung der Bestände geführt. Man sieht, dass Totholz eben auch einen Lebensraum darstellt, den man im Rahmen des Möglichen schützen soll. 

Ganz herzlichen Dank Dir Albrecht Siegel für die Überlassung der Bilder und die Einwilligung, daraus einen Beitrag zu schreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie Ihre Freude daran haben. 

Herzliche Grüße 
Franz Maus  

Waldpolitische Turbulenzen

Ist der Wald etwa nur zehntausend Klafter Holz?
(Bert Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti. Zürich 1948)

„Oder ist er nicht eine grüne Menschenfreude?“, so fährt Herr Puntila in rhetorischer Frageform fort. Grüne Menschenfreude, soviel zeichnet sich bereits ab, wird die im Koalitionsvertrag vereinbarte Novellierung des seit 1975 geltenden Bundeswaldgesetzes wohl kaum auslösen: Für die Berliner Ampel wird sie zu einer weiteren schweren Geburt werden, zumal für die Grünen samt Landwirtschafts- und Forstminister Cem Özdemir. Denn schon scheinen sich wieder die Bauern warmzulaufen, diesmal die Waldbauern, ein durchaus wehrhafter Teil jener Klientel, die sich im vergangenen Winter auf Straßen und Plätzen ausgetobt hatte. Der vorliegende Entwurf sei, so schäumt es im Netz, viel zu bürokratisch mit seinen vielen neuen Vorgaben und Verboten, die massiv in die Bewirtschaftung der Wälder eingreifen werden. Statt auf die Expertise und Erfahrung von Forstleuten und Waldeigentümern zu vertrauen und Freiraum für praxisnahe Lösungen zu schaffen, seien Gängelung und Regulierung zu befürchten, so argumentieren auch die großen Waldverbände und starten die Kampagne #fingerwegvomwaldgesetz – nicht nur im Netz, sondern auch auf Transparenten in Wald und Flur.


„Wenn der Wald könnte, würde er auf die Straße gehen“, lautet einer der Slogans in zarter Anspielung auf die winterlichen Demos, wo sich doch Forstmaschinen, Vollernter und Forwarder hinter den landwirtschaftlichen Treckern wahrlich nicht zu verstecken brauchten. „Freier und vielfältiger Wald statt Paragraphendschungel!“, so die Forderung der (48 % der deutschen Waldfläche bewirtschaftenden) Waldbauern und ihrer Interessenvertretungen. Das neue Bundeswaldgesetz sei sogar verfassungswidrig, meint ein von den Verbänden bestelltes Gutachten, zumal die „völlig überzogenen“ Strafvorschriften (von bis zu einem Jahr Haft). Gegen die Verfassung verstoßen würde auch „die in diversen Neuregelungen zum Ausdruck kommende Nachrangigkeit  der Holzproduktion gegenüber Klimaschutz und Biodiversität“, ob im Falle der vorgesehenen Kahlhiebsverbote, der Baumartenwahl oder beim gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 40 m von Maschinengasse zu Maschinengasse.

Doch eben diese Neuregelungen des Gesetzentwurfs gehen den Naturschutzverbänden noch nicht weit genug. Waren sie es doch, die auf eine Novellierung gedrängt hatten, weil unterm Vorzeichen des Klimawandels an Wald und Waldwirtschaft inzwischen doch ganz neue Anforderungen zu stellen sind. Eingefordert wird der Vorrang der Ökologie (des Waldökosystems) vor der Ökonomie (der Holzerzeugung). Derweil erregen sich im Netz die Mountainbiker, die sich ihre Singeltrails und Parcours nach dem Willen des Gesetzentwurfs jeweils vom Waldeigentümer genehmigen lassen müssen – eine Regelung, die bereits seit Jahren so im Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg enthalten ist.

Klar, dass es da etlicher zusätzlicher Paragraphen bedarf. Und deren Umsetzung sollte dann ja auch zu kontrollieren und zu gewährleisten sein – durch das seit dem Jahrtausendwechsel gnadenlos ausgedünnte Forstpersonal und, analog dazu, massiv vergrößerter Forstbezirke und -reviere. 



Am Beispiel der auf Kulturflächen inzwischen fast obligatorischen Wuchshüllen, die dem Schutz vor Wildverbiss und der Wuchsbeschleunigung dienen (und mitunter an die Kriegerfriedhöfe um Verdun erinnern!), sei angedeutet, wie sich die neuen waldgesetzlichen Forderungen für den Waldwirt auswirken können. Ziel des Gesetzes ist zweifellos ein möglichst resilienter Wald, am ehesten erreichbar mit Hilfe eines naturnahen Waldbaus und unter weitestgehendem Verzicht auf Kahlflächen. Denn auf ihnen pflegt sich die erhoffte (naturgebundene) CO2-Speicherung des Waldbodens in eine CO2-Emissionsquelle umzukehren. Weshalb eine dauerwaldartige Bewirtschaftung unbedingt vorzuziehen ist. Wo aber dennoch Kahlflächen zu bepflanzen sind, sei es nach Sturm- und Borkenkäferschäden oder zwecks Baumartenwechsels, dürfen nach dem Gesetzentwurf künftig nur noch „biologisch abbaubare“ Wuchshüllen Verwendung finden. Wer dieser Forderung nachkommen will, muss sich zunächst zurechtfinden angesichts der überwältigenden Fülle unterschiedlichster Modelle, Materialien und Angebote, die mittlerweile allesamt biologische Abbaubarkeit für sich in Anspruch nehmen. Dies bei weit auseinanderklaffenden Beschaffungs- und Aufstellungskosten. Inwieweit und bis wann die Materialien dann tatsächlich rückstandsfrei verrotten, überlässt man dem Zahn der Zeit. Skepsis scheint angebracht zu sein, will man sicher gehen und keinen Beitrag leisten zum globalen Mikroplastik-Desaster.



Sollten die Transparente etwa nur aus Anlass der Stippvisite von Bundeslandwirtschafts- und -forstminister Cem Özdemirs auf der Baar (am 18. Juli 2024 unterwegs zur Aasener Agri-Fotovoltaikanlage) aufgespannt worden sein – auf Einladung des Bad. Landwirtschaftlichen Hauptverbands BLHV und des Landesnaturschutzverbands LNV? Grüne Menschenfreude wird hier nicht versprochen.

Feuerwehrübung von 1943

Christine Albert Beitrag vom 08.03.2020

Frauen sind die besseren Menschen: Sie werden weniger straffällig und verursachen weniger Unfälle im Straßenverkehr. Das ist schon lange erwiesen. Anlässlich des Weltfrauentages möchte ich mit Nachdruck darauf hinweisen.

Inspiriert durch einen alten Film über eine Feuerwehrübung in der Hüfinger Altstadt mitten im Krieg, festgehalten von Zahnarzt Ernst Kramer, möchte ich beweisen, dass Frauen auch im Feuerwehreinsatz ihren „Mann“ stehen können und sich nicht verstecken brauchen.

Der Film entstand vermutlich im Sommer des Kriegsjahres 1943 anlässlich der Anschaffung des ersten Motorlöschfahrzeuges der Freiwilligen Feuer-wehr Hüfingen. Feuerwehrkommandant war Zimmermeister Josef Fritschi ,auch „Zimmersepp“ genannt. Es beginnt mit einem Glockenalarm auf dem Rathausdachreiter den die Althüfinger*innen liebevoll „dä Relling“ (Kater) nennen. Als vorgegebenes Übungsszenarium wurde ein Großbrand in der Gerbe gegenüber des Gasthauses Krokodil – damals noch mit Kolonialwarenladen – in Szene gesetzt.

Frauen und Mädchen sollten im Ernstfall in der Lage sein, auch größere Brände schnell und effizient zu bekämpfen. Da es in Hüfingen einen großen Rüstungsbetrieb gab und auch ein Militärflugplatz in der Nähe war, kam es im letzten Weltkrieg immer wieder zu Luftangriffen der Alliierten. Auch im Anschluss nach einer Übung konnte es auch recht lustig zugehen. Das beweisen die Filmsequenzen beim anschließenden „Schläuchewaschen“ im Stadtbächle mit Blick auf den ehemaligen Gasthof Hirschen – heute Frisörgeschäft Friedrich. Was wohl die Schutzpatronin des Feuerlöschwesens, die heilige Agatha, zu dieser außergewöhnlichen Feuerwehrübung gedacht haben mag? Schön wäre es jedenfalls, wenn Mädchen und Frauen in der heutigen Feuerwehr Hüfingen auch ihre Chance bekommen würden. Andernorts gibt es so etwas schon lange. Das würde sicherlich dem hiesigen Feuerlöschwesen sehr zu gute kommen, das sicherlich wie andere Einrichtungen und Vereine mit dem Nachwuchsmangel zu kämpfen hat.

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