Pfohremer Boschestich und Boschegschecht

12. August 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

Jedes Land, jedi Stadt und jedes Oert hät sinni uroegenschte Bsunderheite und Merkmäler. Pfohre hät glii mehreri: D `Enteborg, de Karl de Dick, de Schnuufer, de Pfohremer Emil, fehlende Wald und die aalt Boschestich- Kultur. Die kaa uf de Boor nu no Sumpfohre, Hifinge, und Baldinge vorwiese. Erscht im Oberschwäbische giehts des nomol. Und natierli ganz im Norde im Böllsche Torfklassikerland Irland.

Au so en erschte, uvergässliche Kindheits- Iidruck verbandlet mich mit Pfohre. Wenn de Onkel Fränzle us Villinge, en mittelständische Muurermoaschter, am Sunntig zum Kaffeebsuch kumme isch, war vielmol e Überraschung im Programm. Wenn de Kaffe und de Kakko trunke war, de Kurche verdruckt und d`Manne wohlgfällig Zigarre azunde hond und Wiiber no e Praline gschneiget hond hät de Onkel Fränzle sage kinne: „ Älli Kinder iistiege , me machet e Spritztour “ Die ganz Bagage isch in Opel- Kapitän innigschlupft und ab ischs gange a sie Spezialstrecki. Es hät nu zwei Strosse gäe wo er des zoage hät kinne wa iis und ihn selber pfupferet hät. Die pfielgrad Diiremer- oder i dem Fall d` Pfohremerstrooß. Am Fischerhof hät er Vollgas gähe, on nochem andere Gang uffigschaalte und gjohlet : „ Gucket uf de Tacho “ Ganz figgerig hond mir gschächt wie die analog VDO- Noodle sich gege Hundert ufizitteret hät. 6 Zylinder, 90 PS, 2,6 Liter hond des schwer Blechschiff aatriebe. Kurz vor dem Sauboge am Rote Roae war sie knapp dribbert und alli hond glasige Auge ghet und giigset und ghjohlet. Die magisch Schallmuur vu 100 Sache war dorchbroche. S ́erscht mol 1000 Sache, uvergesslich.

Z `friede und strahlend und mit gliehige Backe simmer und de Onkel Fränzli i de Ledersitz versoffe . De Sunntig war meh wie glunge und am Schuel- oder Kindergarte- Mäntig giits hofährtig ebis zum aagähe. No im Abbremse vor dem gähe, giftige Boge isch de hämisch Sproch kumme vum armselige Mangel vu de Pfohremer a Wald. Zaghaft hond Pfohremer am Rote Roa probiert endlich au mol vu Tännliwieber en Wald z` setze z`lau . Denne iibildte Eschinger hät mer endlich emeol s Muul stopfe welle mit ihrene oaföltige Sprich vu wege konn Waald. Mit dem hät mer die Schnuufer immer gfuxt und versecklet. Und grad gege Eschinge sott der zuekünftig Prachtswaald Wald au selewäeg zoage. Denne weremers scho no zoage !

Gmächlich isch es dorch Pfohre gange und d`Gschecht vum Dicke Karl, de Enteborg mit em Schnuufer und em Pfohremer Emil isch wiedermol ufgwermt wore. Womer aber vu de Giisinger Strooß geg Baldinge und de Unterhölzer abboge isch, hät e anders Gschechtli aagfange: „ Gucket do, do gond d `Pfohremer gi Boschestäche. Des sind Torfschibbel die trocknet weret, hoam gfiehrt weret mit em Fuhrwerk mit broate Räder dammer i de Sumpfwiese nit versuuft und im Boscheschopf scheen iibieget weret. Mir z`Villinge hond en Rieswelle- und en Holzschopf und d`Pfohremer halt en Boscheschopf. Die Bosche nimmt mer zum Fiehre vu de Kochi, de Stubbe und zum Bosche- Speck räuche. De Onkel Fränzli hät Verwandschaft z`Pfohre kha, i de „ Bloome“. Selewäg hät er sich i dem Oort uskännt. Die Lektion wär also au glehrt.

Boschepräzision vus Vetters

Johre später, i de Storm und Drang Jugendjohr han ich die näscht Bosche Lektion griegt. Im Büro Greiner hät d `Wolfe Marlies und Raible Irma vu Pfohre gschafft. De Ur- Hifinger, de Frischi- Jacob hät die Büro- Maidli am Mäntig- Morge immer verseckle welle mit dem Sproch: „ Weller Suuländli – Latschi hät ei wieder im Boscheschopf ummenannt druckt ? „ Well die zwei gifizige Pfohremer Maidli koeweng ufs Muul ghait sind, hond sie ihm denno immer ummigäe und knitz pfitteret, „ dass es imme Boscheschopft gmietlicher, wärmer und woacher sei wie i dene stupflige Hifinger Rieswelleschöpf und ihne nie en Hifinger is Huuswese käm „ Wenn sie manchmol no den Sproch: „ Lieber kon Finger als en Hifinger „ no hät de Jacob für e paar Woche wieder s `Muul khaalte. Nomol e Lektion, desmol eweng oachener und feinsinnig ufklärerisch. Die näscht Bosche Lektion hanni noch Fäschter bald au no intus khaa. Wenn d `Wirtschafte und Feschtzelter gege Morge zuegmacht hond, sogar im Caffee Hemdhoch oder im Bahnhof im Münzer Bolozeistund bote wore isch und es fascht scho daget hät häts ghoasse:

„ Kummet , me gond zu mir gi Speckesse“ hät d`Marlies sage kinne. Also mit e paar Promill Vorsprung ab zu de Wolfe- Marlies. I de Kochischublad d`Messer und Brettli uusi, en Loab Brot uf de Tisch, Moscht usem Stoakrueg und us de Rauchkammer en gherige Mogge Schpeck, manchmol häsch au de Oortmogge verwischt. Meischtens hond denno die Weschtbooremer und Vorderwälder bim erschte Bisse s`Gsiecht verzoge. Der Speck hät ganz andersch gschmeckt wie iisern Holder- Fichterieswelle- und Wellebängel- Speck. Er war ebbe mit Bosche , mit Torf gräucht und hät ganz andersch groche und gschmekt, halt Pfohremerisch. E weng abgstande, bodig, erdig, torfig, moorig, eweng au sumpfig, rauchbissig, halt oafach boschig. Der bosche- Rauch isch ebbe en viel ältere, us Hochmoor- Torf der uralt isch und nit us frischen Riis und Holz wie bei iis. S `lieget e paar Johrhunderti zische denne zwei Rauch- Sorte, zwische denne zwei Speck- Guu.

Aber au e hohe Brauchtumskultur und Räuchertradition bei beide und zwei ganz bsunderi Gschmaker. Schad dass es en nimme giit, sunscht kennte er no so berühmt were wie de Irisch Whiskey der au en weltberühmte Gschmak noch Torf hä und enorme Zuwachsrate hät.
Wie wärs ihr Pfohremer mit eme Märtstand am Friitig mit Boschespeck, Boschebrotwürscht, Boscheschwarzworscht und boschegräuchte Forelle ? Ebis wunderet mi hit no. Wieso d`Pfohremer ufem neie Dorfplatz so en oafältige Storch ufgstellt hond und nit de Boschestecherkult darstellet ? S`gäng au sogar beides. I dene Boschestichgräbe sind die Störch dene sicher überzellige Frösch an Kragge gange.

s Vetter`s im Boscheclaim Vetter

Aber jetzt wet ech im kundige, am oagene Liib gschundene Boschestecher, em Pfohremer Zimmermanne – Ernscht, alias Alfons Hueber, de Griffel übergähe. Der verzellt eich wa hinter dem Boschesteche für e Kultur, für en Kult, für e Gschier, für e Handwerk, für e Wisse, für en Wetteiffer, für e Leischtung, für e Fuhrwerk , au für en Handel, füer e Iikumme, für e Borgerreacht und wa für e Hischtorie dehintersteckt.

Jo , so dierfts gsi sii, dämols .

Und jetzt loset emol im Zimmermaa zue.

Wenn en Eschinger – sell ist des Hubert Mauz – über de Pfohremer Boschestech schriibt, no ist sell für d’Pfohremer ungfähr so, wie wenn d’UNO ‘s Mittelmess, d’Röhling und auch die Unter und die Ober Berche zum Weltnaturerbe erklärt het. De Pfohremer pfuffereds aber auch eweng, wenn si bei dere wechtige Sach nicht selber z’Wort kummet. Sell ist der Grund worum ech zu de Gschecht vum Hubert Mauz auch no min oagene Sempf dezu gä mo. Fer mech sind nämli mit em Bosche steche scheeni Erinnerunge verbunde. Erinnerunge, die mir toalwiis hit no weh dont, wenn i dra denk. Wo ech no e Kind gsi bi, hät mech d’Motter ufem Fahrrad Gepäckträger mit in Boschestech gnomme, wenn si mim Vatter und mim Biäder nochem Zwelfi-Liite ‘s Mittagesse broocht het – ä gueti Suppe im Essekäntli, a paar gsottni Ajer, Broot- und Leberworst us de Bigs, en halbe Loab Brot, Kueche, Boschekiächli und Kaffe zum Nachtisch. S’Gschier, wo d’Suppe und der Kaffe drin gsi sind, ware i nasse Handtiächer iigwicklet, dass alls warm blibe ist. D’Ajer hond au warm bliibe messe. Us dem Grund hät sie d’Motter oafach i d’Kaffekante inigleit. Im Boschestech han ech mitesse derfe. So guet wiä dert, häts Esse dehoam niä gschmeckt. Au ech bi nit ewig e Kind blibe. Bald ha au ech bi de Arbet im Boschestech mithelfe messe. Zum Bosche schalte hät der Vatter mech iitoalt. Ear selber hät d‘Bosche g‘stoche und min Briäder hät ihm oder auch mir gholfe. ’S ist e herti Arbet gsi, aber auch e Sach di mer ‘s ganz Lebe lang nimme vergisst. Boschesaison ist offiziell Ende Mai losgange und ganz Oart hät sich zum Boschesteche im Boschestech troffe. ’S wared aber nit nu on, sondern drei Boschestech – on im Mittelmess, on i de Untere Berche und on i de Obere Berche. Wo die onzelne Familie ehri Bosche g’stoche hond, ist paar Woche vorher uf em Roothuus usgloset worre. Am beste hät mer d’Bosche i de Berche steche kenne, wenn mer der rechtig Platz verwischt hät. Im Mittelmess ist mer obe gege de Hasegarte zu nämlech auf Lett g’stoße, der gar nit brennt hät. Friä am Morge so zwische Segsi und Sibini isches im Boschestech los gange. De Ufsehner im Stech, mir hond Boschekenig zu ihm gsait, dämols isches noch der Ruädli Milli, also de Wolfe Emil, gsi, hät di onzelne Stech scho usgmesse ka – ziä Meter broat, wemmer 10.000 Bosche hät steche derfe. Sovil Bosche hät nämlech jeder Birger steche derfe. Wenn zwei Birger i dä Familie gsi sind – de Vatter und de Grossvater – hät mer 20.000 Bosche steche derfe. Am erste Tag, ist Boschewand no so gstande, wemer fearn ufghert hät, so en meterseachzg oder den meterachzg hoh. Unne im Stech wars meistens matschig. Me hät also am Fueß vu de Wand erst en Grabe unssteche messe, dass ‘s Wasser abgloffe ist. De Nochber hät sell messe abneah. Jetzt hät mer i de Ebini obedra zerst abdecke messe, des hoaßt mer hät de gwase Bode vu etwa zwonzg Zentimeter mitem Spate abstoche, abtrait und in Stech abi gworfe. Joo, und jetzt häts Boschesteche los gau kenne. Im Stech une ist meistens on Maa gstande, der mitem Boschespate horizontal Bosche fer Bosche us de Boschewand usigstoche hät.

Des hät zwar ganz liicht usgsene, me hät defir aber scho ordili Kraft brucht, wemmer de Spate ungfähr driißg Zentimeter i d‘Boschwand – sell ist die gwase Torfschecht – inidruckt hät. Miteme kleine Ruck ausem Ellebogeglenk hät mer hinne de uusstoche Bosche abbroche und sälle denno mit Schwung uf d’Ebini obedra, abgleit. Do obe hät de Boscheschalter gschaffet. Er hät die vom Boschestecher ufigleite Bosche, me ka au Torfschibbel dezue sage, uf de Boschekarre g’lade. Wa sell ist, moss ech glaubi auch erkläre. Im Prinzip ist de Boschekarre ein spezielle Schubkarre fers Boschesteche. Vorne ist e broat Holzrad miteme Iisereife, dann kunnt e etwa fufzg Zentimeter broati und seachzg Zentimeter langei Ladeflächi und hinter dere no e uugfähr fufzg Zentimeter hohe Hinterwand. Uf der Karre hät mer so uugfähr vierzg nassi Bosche ulfade kenne. Aber nu, wemmers verschalte hät. Des Ziig war nämli saumäßig schwer, und wenn de Stech nu ziä Meter broat gsi ist, hät mer den Karre wiit hinteri schalte messe.

Also, ech sags wiä ‘s ist – meh we driißg Bosche, han ech niä uf der Boscherkarre glade, well mir Kraft fer e greßeri Biig g’fehlt hät. Wenn d’Bosche uf der Karre glade gsi sind, hät mer diä uugfähr ziäh Meter hinterem Stech i Zille ufschechte messe und zwar allewiil inere dopptlete Raje, zwei parallel zuenand, zwei – wider parallel – obedruf und dann nomol ganz obe on Bosche schräg. Des wared dann ziäh Bosche, ziäh fu dene Heckli wared dann hundert Bosche. I de oberst Bosche vu dere Zehnerraje hät mer en kleine Grasbischel inidruckt. So hät mer d’Bosche guet zelle kenne und Zille fer Zille, jeweils taused Bosche ufgstellt. ‘S war aber nit so, dass mer die Bosche wo mer selber g’stoche hät im Herbst dann auch hät hoamfahre kenne. Wer welli Bosche kriät hät, ist nämli wider ufem Roothus usglost worre. So hät jeder bim Boschesteche druf g‘achtet, dass die vu ihm gstochene Bosche dem vum Boschufsehner voargebene Normmaß entsproche hond.

Boschestecher Gottfried Vetter

Tricknet hät mer Bosche scho dämols ganz modern, nämli mit Sunneenergie. Wenn d’Sunn aber nit g’schunne hät, oder viel Rege abikumme ist, hond Bosche nicht tricknet. Ime normale Johr, hät mer Bosche nooch uugfähr vier Woche umgschlage. Do dezu kamer auch umsetze sage. Jetzt hät mer Bosche vu zwei Zille zu oore Zille ufgschechete – also wieder inere Zweieraje, aber jetzt miteme zweite Stock obedruf. Jetzt hät im om Heckli scho zwonzg Bosche gha. Bosche wared jetzt scho vill liichter und au scho vill kleiner. Wieder hät mer d’Sunneenergie wirke lau. Wieder paar Woche später hät mer d’Bosch zu kleine, etwa on halbe Meter hohe runde Termli aufbaue und d’Bosche debei immer übers Eck g’lait. So hät prima de Luft durchpfiife kenne. Fer jedes Termli hät mer vierzg Bosche bruucht. Noch wiitere vier Woche wared d’Bosche meistens trucke. Jetzt hät mer Boschehiife mache kenne – und zwar e kreisrunde Boschemuur, en metersechzg hoh, diä obe konisch zuegloffe ist und mit eme Spitz gendet hät. Die Boschemuur ist nooch und nooch mit Bosche ufgfillt worre. Jede Hufe hät taused Bosche zellt. Diä Boschehiife sind dann bis im Herst im Boschestech gstande. Erst wenn d’Earn drin war, hät mer Bosche hoamgfiert, ganz friäer noch mit de War und später dann auch mit de Traktore. Im Boschestech mit dem toalwiis sumpfige Bode giits jo ko Strooß. Es war also e Problem, mit de Fuhrwearcher bis zu de Boschhiife z’fahre. Also hät mer bis dert äni e Strooß baue. Allerdings nit mit eme Stoasatz, oder mit ere Teerdecki, sondern mit langem Gras usem Boschestech. Streii hät mer dezu gsait. Wenns also as Bosche hoamfahre gange ist, hond d’Männer, wieder inere Gmeinschaftsleistung Streii maje messe. Diä Streii hät mer dann uf de holose Stelle vertoalt, so dass der d’War, d’Boschwäge und später Traktore nit versunke sind. Wenn alls guet gange ist, Hät mer d’Bosche dehoam abglade und im Boscheschopf g’lageret. Truckni Bosche staubed und ‘s brechet vu de Bosche au kleine Stickli ab. Des giit de Boschedreck. Au seller hät mer als Brennmaterial iigsetzt, villmool aber auch zum Speck raiche.

Mittelmess etwa 1960

Nomol zu zum Schaffe und zu de Atmosphäre im Pfohremer Boschestech: Me said, dass mer sech nochere lange Ziit nu no a die scheene Sache erinnere kaa. Stimme duet sell nit ganz. Ech jedefalls woaß hit no, dass ech no dene Tag im Boschestech allewiil mords d’Widergente gha ha. Au dass om d’Breame fast g’gfresse hond und die ganz Arbet im Boschestech e wahnsinnige Schinderei gsi ist. Und wa ist scheen gsi? Dass alli Pfohremer im Boschestech beienand gsi sind,dass mer zum Ziini- zum Mittagesse und zum Vesper gmiätlech äni gsesse ist und mitenand g’schwätz hät und auch dass ‘s Esse guet gsi ist. Debei denk ech a d’Suppe usem Essekänntli, a diä im Kaffee warmghaltene Ajer, a de Kuche und Boschekiächli, an Speck und a d’Broot- Leber- und Schwarzworst us de Bigs und natiirlech auch a de Most, vu dem mer aber nit z’vill hät trinke derfe.

Wiä sait de Mauze Hubert amel: Joo, so isches gsi. Wear nomeh wisse will, soll oafach de Beitrag vom Huber Alfons i de Pfohremer Chronik noolese, oder im Hochdiitsche Text d’Informatione zum historische Hintergrund aagugge.


Ich bin ein Bregtäler

Beitrag vom 29.11.2021

(Ein Spruch aus dem Narrativen Gedächtnis der Nation) 

Heimweh soll für Kinder, aber auch Hochbetagte, eine schwer ertragbare Sehnsucht sein, ein Seelenleiden. Bekanntermassen können sich aber historische Artefakte leider nicht mitteilen und ihren Schmerz nach außen tragen. Dazu braucht es dann doch sehr einfühlsame Menschen, die diese Gefühlslage der sprachlosen Relikte ahnen und aufspüren.


In einem Depot vom Eisenbahnvirus angesteckten Bähnlern liegen zwei derartig schwer Heimwehgeplagte Raritäten. Auf dem legendären „Bregtäler„, der aufgegebenen Eisenbahnlinie von Hüfingen nach Furtwangen durchs liebliche Bregtal, fuhren ab 1900 zwei Waggons, ein Personenwagen Typ Holzklasse, also 3. Klasse, und ein Post- und Güterwagen. Zahllose Fahrgäste, Werktätige, Schüler, Beerliwieber und Kinder mussten sich auf den harten Tannenholzbänken durchrütteln lassen bis sie ihr jeweiliges Ziel erreichten. Den Paketen, Kisten, Milchkannen und Postsäcken ging es ebenso. Nachdem diese Waggons durch moderneres Rollmaterial, so der Fachjargon, ersetzt wurden, rollten diese stählernen, einheimischen, eingesessenen Bregtäler Waggons nach Ottenhöfen und sollten dort als Zuroller, also Zuwanderer heimische Ortenauer werden. Wie war das mit dem verpflanzen von verwurzelten Bäumen?


Als nun in diesem rührigen Eisenbahnverein wieder mal eine Inventur anstand und der Staub der Jahrzehnte abgesaugt wurde, stiess man auf ein Torso, ein Puzzle, wie sie es nennen. Zwei Gerippe wie in der Archäologie. Aber halt in der Bahnwaggon- Archäologie. Und siehe da: Das sind ja „Bregtäler, „Ur- Bregtäler“, Ureinwohner des Bregtales.


Als sie dort keinen Ertrag mehr brachten, drohte ihnen das Verglühen in den zischenden Schweissbrenner-Flammen der Bahnbetriebs- Abwrackhallen. Im letzten Augenblick erbarmten sich warmherzige, gütige Eisenbahnfreunde dieser altgedienten Raritäten. Sie wurden im Fundus und dem witterungssicheren Depot dieser rührigen Traditionalisten eingelagert. Wer kennt sie nicht, die Scheunen, Speicher, Schöpfe, Hallen, wo Historisches zwar nicht dem totalen Verfall, aber dem Staub und den Spinnweben anheim fallen. Und vor allem meist schnell aus dem historischen Gedächtnis und Vermächtnis fallen.


Eisenbahnwagen haben aber fast unvergängliche Typenschilder, Prägestempel und Aufschriften. Also eindeutige genetische Fingerabdrücke. Und sie sind in einem akribisch geführten, sicherem Bahn- Technik Archiv gelistet. Darin können dann diese begeisterten Bähnler die Herkunft dieser Relikte mit Kennerblick und Spürsinn auslesen und ablauschen.


Die Kunde kam auch ins Bregtal und verblüffte deren Bewohner. In deren Gedächtnis jedoch ist der Erinnerungsschwund an dieses Bähnle und diese Zeit derzeit galoppierend. Nur noch wenige realen Relikte, einige Literatur, verschieden Artikel, Reliefs und bezeichnende Hinweise wie „Bregtäler Loipe“ oder “ Zindelsteiner Bahhöfle“ und „Bahnhof Hammereisenbach“ erinnern ideell an die „Bregtäler“ Zeit.


Darum gibt es jetzt Überlegungen, ob es durch diesen Fund jetzt nicht an der Zeit wäre, auch real mit einer Heimholung den Erinnerungsschwund, die Demenz zu behandeln, abzuschwächen und sogar zu stoppen.
Mal sehen ob die beiden schrulligen Alten Bregtäler den Mythos des „Jägermeister Express“, so nannte man den Bregtäler zu Diesel-Triebwagenzeiten wegen dieser Aufschrift, die Erinnerung erneuert und wiederbelebt.

Mundartversion :  

Ich bi en Bregtäler 

Hoemweh soll für Kinder und alti Liit en schwere Breschte sii. Historische Überrescht kennet aber derlei Kummer nit verzelle und iis mitteile, weil sie nit schwetze kinnet und ihren Kummer nit uussiblose kinnet. Do dezue bruuchts halt doch gfühlvolle Liit, di wo die gspürte Gfühlslage erlausche kinnet.  


I me Depot vu verruckte Iisebähnler lieget derziit zwei so Hoemwehplogti, so Raritäte. Uff em Bregtäler, sellere legendäre, uffgäbene  Nebebahlinie vu Eschinge gi Furtwange dorchs lieblich , still Bregtal sind sit 1900 zwei Bahwägge grottlet. Typ Holzklasse , also 3. Klasse, mit herte Tanneholzbänk. De ander war en Post- und Güeterwage. Ganzi Generatione vu Arbeiter, Schaffer, Schueler, Berliwieber und Kind sind uff dere Bah dorchgschittlet wore. Dene Paket, Kischte, Milchkante und Postsäck isches genau so gange. Nochdem die Wäge dorch neus, moderns „Rollmaterial“ uustauscht wore sind, sind die beide Wäge, die Bregtäler Uriiwohner,  gi Ottehofe grollt und hetet dert genauso bodeständige Ortenauer Zuewanderer oder Zueroller were solle, wie sie sellmol im Bregtal einheimisch waret. Den Spruch mit dem versetzte , alte Bomm, den kennet ihr jo.  Wo sie denno dä im Unnerland kon Ertrag me broocht hond, hete sie i me Demolier- Iisebahdepot vu de Bahn mit zischende Schneidbrenner verschnepflet were solle. Im letzschte Augeblick hond aber so aagfressene, warmherzige Iisbahfreund sich dene Raritäte verbarmet. Die hond sie in ihren Sammlerschopf gholt und troche und sicher iiglageret.

Wer kennt sie nit die Schiere, Schöpf, Halle und Gräch mit so iigstaubte Gschierer. Dä sind sie also verstaubt und i Spinnehuddle iigwobe glege. Bis erscht jetzt wieder mol bei ere  Inventur die beide Knochegrüster hinneverri kumme sind und abgstaubt wore sind.  Es muesstet nit DB- Wäge sii, wenn sie nit Typeschilder, Iiprägunge und Uffschrifte, halt Fingerabdrück,  hättet, wo mer i Iisbaharchiv genau nochsueche khaa, wo die her sind und wo sie grollt sind und dient hond. Die begeisterte Bähnler hond schnell uussigfunde , dass des „Bregtäler“ sind , also Uriwohner vum Bregtal, „Ur- Bregtäler“ also.

Die Bähnler- Archäologe hond die Kunde und die Erkenntnis au is Bregtal treit und dene verblüffte Bregtalbewohner den Storiax mit wunderscheene Bilder und Skizze unterleit, uusführlich verzellt. Villiecht grad no rechtziitig. Denn dä isch die Erinnerung a des herzig Entekoepfer Bähnle grad am Versickere und am Verlösche. Wieslosigkeit sait mer dä zu so holose Zueständ. Usser paar wenige Bahnzuebehorsache, Bücher, Artikel, Relief und wenige Bezeichnungen wie „Bregtal Loipe“, „Zindelstoener Bahhöfle“, „Hammricher Bahhof“  , „Schliefisteg“ erinnert kaum no ebbis a die Ziit und die herzig Bahlinie. 

Drum gihts Überlegunge, ob mit dem Fund nit doch des Erinnere aagregt und aagscherret were khaa und die Demenz e weng uffgahlte, uussigschobe oder sogar aaghalte were khaa. Mol gucke ob die beide schrullige  „Alte Bregtäler“ de Geist vum „Jägermeister Express“, so de Übername wege dere Triebwage- Uffschrift , die Erinnerung erneueret und wiederbelebt.  

Bahöfle Relief

De Bruder Sebaldus auf „Tour de Herdepfel“

Beitrag vom 12.07.2021

Wenn in de Sechzger Johr i de Boormulde und a de Ränder geg de Fürsteberg und em Suuländle die erschte Herdepfelfiehr senkrecht gege de Himmel gstiege sind, wars Ziit für e bsundere Bettlerei. Wenn die Rauchsiehle gege Eschinge gwaihet hond , isch es wegem Heiberger Vorwind bald kaalt wore. Sind sie gege de Hasegarte gloehnet, isch es mild blibbe wegem warme Höllentäler Wind us de Burgundische Pforte.

Jetz isch uff de Kanzle und i me Rundrodel vum Dekanat en Uffruuf kumme. Die volksfromme Buure und Heardepfelbiehrli uff de Boor sollet doch e paar Säck vu ihre Gottesgab saperalisiere und fürs Eschinger Konvikt spende. Dä muesstet 50 gschiede Bube, die amend mol de Weinberg des Herrn bestellet, s ganz Johr dorchgfuetteret were, dass us dene Kerle au ebbis word. S Konvikt war dämols, langewig vor dere neue Essens- Modi i de 2000- er Johr scho en „hot spott“, wie mer hit sait, vu vegetarische Lebenswies. Herdepfel, Gealriebe, Kruut und Riebe, Kolrabi, Salot, Bohne, Gurke und Rettig waret jede Tag i oe Fiddle inni uff em Speiseplan. Die paar Saue, die de Sebaldus so nebet her us de Kochiabfällt und de Garteabfäll, au vu de Märtel vum Rote Hans, dorrigfuetteret hät, die sind meischt im Refektorium uff de Tisch kumme.

Uff dem Rundschriebe isch genau iidoelt gsii, wo und wenn die zemet bettlete Herdepfelsäck und Gmüesskischtle ännigstellt were sottet. De Pater Sebaldus dät kumme und abgfochtene Erntegabe abhole.

Denno isch a de schuelfrei Samschtigmittag im Herbst de Bruder Sebaldus uff de kalt Iisesitz, der mit 2 Heradepfelsäck e wenig uuspolsteret war, vu sim Einachsbulldöggli Marke „Aicher Landmann“ ghuckt und hät zwei- drei starke, landwirtschaftlich vorprägte Konvikt- Studentli uff die gross Einachs- Ladepritsch glade. De stinkig Diesel war volltankt und jetzt isch gege s Suuländli gange. Dorchs Ried gi Pfohre, an Hasegarte, Hoedhofe, Baldinge, Öfinge bis is fearn Ippinge. Dä hond die fromme Buure ihre Realspende a de historische Kirchemuur aagloehnet. Jetzt isch uffglade wore. De Sebaldus hät im Pfarr no e herzlich Vergelts Gott gsait und scho isches wieder i d Baarmulde aabigange.

Öfinge hät mer uusglau, die waret evangelisch und Biesinge, Oberbaldinge, Doeninge au. Aber z Hoedehofe hond die Konvikts Jungmann schinde messe. Dä, im uubeachtete Baardorf Hoedehofe, gihts nämli die gröschte Herdepfel uff de Boor. Wegem Bode, em Klima und de gute Pfleg mit schöchle, hiefle, jäte, und Käfer zemetläse. Des hät au mol en Borgermoeschter vu dä bei me grosse Empfang zum grosse Hallo vu de Feschtgäscht als des Markezoeche vu dem Dörfle stolz verkündet. Der Storiax verhebbt sither hartnäckig und word au bestimmt no langewig uff de Boor zum Beste gähe were.

Noch Hoedhofe war in Sebaldus sii Pritsch fascht scho am zemetkrache, aber de Hasegarte und Pfohre hät jo au no druff messe. Aase, Hochemminge und Diehre hönd sie am näschte Samschtig gmacht. Gege d Betziit sind sie triumphal am Konvikt iitroffe. De Prior hät sie globt und natierli i Aaweseheit vu de Schüeler e Dank- und Segensgebet bruddlet und mit em Teeei no Weihwasser über den Herdepfelberg verlätteret. Die Konvikt- Biebele hond eher mit flauem Mage uff den Herdepfelhuufe gucket: De Magefahrplan war dietlich sichtbar wieder für viele Woche klar abzierklet.

De Bruder Sebaldus, e legendäre Gstalt z Eschinge und uff de Baar mit sim Einachser und sim penibel pflegte Konviktsgarte, dä, wo jetzt d Tennisplätz sind, war de guet Geist vum Konvikt und hät defür gsorgt, dass die gross Schüelerschaar mit über 50 Pennäler jede Tag satt wore isch.
Wie Zeitzeuge noch dem Konviktsvortrag no erwähnt hond, isch der baarbekannt , stattlich Bruder Sebaldus au i d Südbaar, gi Hifinge, Belle, Sumpfohre, Fürsteberg, Hondingen , Beringe, Huuse und Mullefinge zum Naturalgabe fechte gange. Dä sind au eher Kruut- und Gealriebe und Epfel gstiftet wore.

Des Alles zum Wohl vu de christliche aber au weltliche Bildung, die im Konvikt in Eschinge 50 Johr wirkungsvoll pflegt wore isch. Mindschtens 1500 Konviktler hond zum Glinge vum Wirtschaftswunder im Badische mit ihrer solide Herzens- und humanistische Grunduusbildung en grosse Beitrag gleistet.

Jo so wars


Moschte, Mexe, Heardepfelfier

Donaueschingen 1. Oktober 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

S` giit nu on Ort uf dere Welt
Wo mir jeder winzigscht Winkel
Ganze Schare vu lebendige Erinnerunge zuewirft
Wo jedes Plätzli i jedere Gass
Ver mich ebs Erlebts, Entbehrts, Uverlierbars isch
Und no en Nochglanz vu dem fabelhafte,
riiche, lideschaftliche Lebe a sich trait
Daß ich als Bue do glebt han


Hubert Mauz frei nach Hermann Hesse

Moschte

Die Äpfelschittlerei mit dem handgschmiedete Enterhoocke wo de allfort en Epfel uf de Epfel keit, des isch scho e saubleedi und widergenteverdächtige (muskelkater …….) Arbet. Die sell Zämetleserei aber und die Bucklerei no vill meh. Do kinnet aaschliessend Kratte, Kischte und Säck no so voll sieh vu goldige, rote, geale und gräne Äpfel, s isch halt e oafältigi Kumedi. Und jedes Johr goht mer desell neimodisch Karre dorch de Kopf wo mer en aalte, no immer begeischterete Müller vu Egerkinge mol zoaget hät. Der hät ver sin Millikanal ufs Millrad en neie Zuelauf bruucht. I sim Aalter war er immer no so ufgschlosse, dass er e neis Zuelaufrohr ver sie Kraftwerkli us hochmoderne Rohr baue hät welle. Wo mer iser Gschäft erlediget kha hond, hät er mir sie neischti Errungeschaft voller Stolz zoaget. Uf de Südwestmess heber vor 2 Johr e neie Maschie kauft. No hät er mir e Gschier zoaget mit ere Walze a dere hunderte vu Nägel, vu Dorne rundum aagordnet waret. A de Siite 2 Fahrradreife und vorne en Diesel. Hinter dere Nageltrommel war e Pritsch ver Epfelkischte i die die so ufgstupflete Epfel abgstreift wore sind und i d` Kischte innikait sind. . „ Wa sot au des sie ?, donder do demit dene esoterische Wieber wo in Millilade kummet gi guets, biologischs Meahl kaufe glii no de Buckel griesele und massiere ?„ han i spöttisch gfrooget. Er hät glachet und gsait „ Naai, dodemit duni Äpfel uffspiesse und zemetläse. Sit i des Gschier ha bruuch i nu Bämm schittle, mit dem Dornewalze- Kärrili um d ` Bämm ummifahre und ruck- zuck han die Äpfel i dene Kistli hinter de Nagelwalz „. Jetzt war ich desell wo bleed us de Wäsch gucket hät. Sit her troom ich i de Moscht Ziit vu somme Gfährt. Aber imme traditions- Huushalt wered konni Äpfel aagstupft dass sie Moose hond , do word zemetglese so wie vor hundert Johr.

Also fahremer noch dene Uflesdäg mit dem „Extra- Auslese“ – Moschtobst gi Huvertshove zus Tritschlers i d` Moschti. Dä wered iiseri oagene, ugspritzte, biologische Äpfel gwäscht, presst und i iiseri Kibel, Fässer und Kante abgfillt. „ Do honder aber desjohr wieder schees Obst kha, nit so wie bei so villne wo nu halbverfuulete und kripplige, moosig (angeschlagenes) Lumpeziig broocht word „ lobt de Emil und de quirlig Bue, de Georg, der knappet villsagend dezue.

Scho unterweags und dehoam wered die guete Freund, Verwandte und Nochbere mit der guete und verflüssigte Herbschtgab versorgt. Denno gohts as Siessmoscht iimache damer ver s`ganz Johr mit Epfelsaft versorget sind und de Herbscht i de Flasche s ganz Johr bunt und goldig glieht.

Kilbigkiechle

Natierli bruuchts zum neie Siessmoscht au die guete, tradidionelle Kilbigkiechli. Wenn de Moscht iigmacht isch gohts as Kilbigkiechli bache. De Moscht i de Kante wommer grad i de Moschti z` Huverzofe bis Tritschlers presst hond vu de oagene, aalte und gute Äpfelsorte, stoht vor der Käer- Derre. Der wunderschee Summer hät zwar wege de Trechni nit ganz so guet uusgäe. Defier hät er aber ziemli Öchsli broocht, also Siessi. Und so schmeckt er au. Die erscht Koschtprob isch scho guet vers Gmiet und au ver d Gorgle.

Jetzt gohts loos i de Kochi. D` Fraue doaget, plooget und drucket de Hefedoag und stellet s` Schmalz scho uf de Herd. Uf oemol schuusets und dampfts und schprutzlets. S` erscht usgwalket und zure runde , uufermige Baskekappe zuezupfts Kiechli word is hoass Fett innidunkt. Dä schwimmt`s und schwitzt`s grad so wie i dene Hölle- Brootpfanne, voll gfillt mit näckige Menschli, wo mer uf aalte Kerchebilder ammel sieht. Des Doagschiebli word bruuner und reescher und i de Mitti bliibt de Doag wiess und heal. So mond si sie, die Kilbigkiechli vu de Boor. On ums ander kunnt uusi us dem Schmalzbad uf en grosse Tablett. S` Enkeli hät s näscht scho wieder zuegrichtet. Des hät sie schomol bim Dschinkeli- Pizzabeck gsähne. Au des Kinder – Kiechli zischt ab und hät Angscht vorem Verbriehe i so hoassem Fett. Bald sind e ganzi Ladung vu Kilbigkiechli fertig uf em Tablett. Jetzt giihts koa Halte und koa Faschte meh. Die ganz Familiebandi huckt uf de Terasse am runde Tisch, de frisch Moscht stoht im Kriegli parat, d` Puderzuckermilli denebet und, ruck- zuck, isch der gross Teller, des ganz Tablett rubis und stubbis leer putzt. Die Moschtbembbel leer, de Ranze spannt und des Kilbig- Glick vers Erscht wohlig hergstellt.

So guet , so schee und so oafach khaa Baaremer Genuss sii. Ganz noch aaltem Booremer Bruuchtum. Wenn denno alli i de Rundi au no booremerisch schwätzet, denno isches nit nu wie gmoolet, guet aagriecht, nai, au wie ganz guet gstimmt.

Heardepfelfier

Vum Buechberg Bühl, glii ob em Lazarett, hommer iisri Glotzbeppel über d` Boor vagabundiere lau. Geg de Ferschteberg, geg d` Längi, de Warteberg, em Amtehuusemer Buckel, über Öfinge bis zum Aasemer Kapf und em Ankebuck hommer ufmerksam alli Felder und Äcker uusgspannieflet. Wa mer gsuucht und erhofft hond, hommer nit gsichtet. Nocheme Heardepfelfier, dene bi Winstilli kerzegrade wiiesse Rauchsiele, hommer gschächt. Koa onzigi, koa gotzigi isch i dem grosse Rund vu dere Kernbaarmulde ufgstigge. Also giihts au kumm meh Herdepfel i dem Gai. Und die paar Herdepfelhanddiecher wered groderet, d´ Herdepfel ufe de Maschie glie verläse und abgsackt oder i Kischte verdoalt. S` Herdepfelkruut word glii unterzaggeret. Nint meh mit Verbrenne. Oder hät mer amend vor de bissige Umweltbehörde Schiß und so d` Hose voll dass mer aazoaget word wegem kleine Bio- Fierle ? Me kennt mone dass die hittige Rescht- Heardepfel-buure au koe Fiddle meh i de Hose hond.

Des war friehner bigott no ganz andersch. Wenn die erschte Buure mit de kleine Gummiwägeli hinterm Kramer Allesschaffer mit schee ufbiegete Heardepfel dorch d` Stadt gfahre sind, denno häsch gwisst, dass hit Obet de Ranze spannt. Die Wäge waret wieder so akkurat gladde dass die Bilder vum e Katafalk, de Tumba us de Trauermesse oder im Obgfelle- Franz sind glattbiglete Mischtwage im Kopfkino ufgstigge sind. A dene Herbschtobet bisch noch de Huusufgabe und em Kicke gege s` Lindebämmli gwetzt. Dä wartet gege de Obet die grosse Buurefamilie mit Kind und Kegel, de Oma , em Opa , de Dante und de Gotte am Herdepfel hacke , am verläse, am absacke und verladde. Gege Obet isch no Kruut zemetgrächet wore und die reesche Kruut- Schechli sind aazunde wore. Nochdem s` Gschierr zämetgrummt war und ufglade war isch die ganz Großfamilie, die Kuttruff, Rothweiler, Schreiber, Hall oder Weibel Buureliit um des Fier gstande. De Buur hät jedem usem Moschtkrueg s` Glas usem Vesperkorb gfillt und jedem zueproschtet und Dankschee gsait. De Buur hät den vergloschterete, schwarze Huufe mit em Karscht usenand gscharret und jetzt sind die reschtliche Herdepfel, wo no am Kruut ghanget sind oder sich no im Bode verstecklet hond, zum Vorschie kumme. Wie Eierkohle hond die uusgsähne, rappeschwarz und d` Schelfere schrumplig wie e Bommrinde. Jeder hät jetz i de Äasche gscharret und möglischt de greescht Bolle uusigluubet. Die kohlrappeschwarz Schelfere häsch mit de Fingernägel eweg zupflet bis en scheene, i de Glueht wunderbar bachene Herdepfel i de Äschedoope ghet häsch. Daß de gschellt Heardepfel fascht scho wieder so schwarz war wie vorher hät di nit gstört. Usem Hosesack, usem Hannawacker Bichsli vum Grossvatter wa jetzt nit mit Schick, sondern mit Salz gfillt war, oder usem Saalzbichsli vu de Bierin oder em Buur, häsch die wunderbar Fruuecht usem Hoametbodde gsalze und mit em hohe Gnuss langsam und bedächtig verdruckt. „ Hai Biebli, nimm der nu solangs hät, wemmer den Huufe uusboanbet hond gommer an Näschte. Wem khersch ? Ah im Gnosseschaftsreviser ! Gang nu dra, daß ebs worsch, nint sii khaasch no lang gnueg „ Nochem 4. – 5. wunderbare Heardepfel hät de Ranze aagfange zum spanne. No on, und de no gosch hoam, bevor kugelrund s` Tafelkriitz abiwalle khaasch. „ Dankschee, vergeltnes Gott, Herr Waibel ! Derf i i paar Dag nomol kumme ? S` war sauguet , Adee, Betziit lietet scho und drum moss i Hoam“

Wenn denno am Vespertisch, am Obetesse, mit im Oferehrli bäähte Äpfel mit Zimtzucker, Butterbrot und Striebli ummegmuuset und satt ummegstupft häsch, well der de Ranze all no gspannt hät, weil die Herdäpfel usem Herdepfelfier so paradiesisch guet waret, hät d`Motter sage kinne: „ Lass emeol dinni Händ und Fingernägel sehne, gel de warsch wieder bi de Buure ufem Feld a de Heradepfelfier. Oh je, oh Jeggesgott, gang zerscht nomol gi Händ wäsche, bevor an Tisch hucksch und nuu Muulaffe foal haltsch. Bisch wieder bim aalte Waibel gsii ? So, So, denno moss i de güetmitige Frau Waibel Morge i de Aadacht nomol exschtra e Vergelt `s Gott sage. De worsch hoffetli au aaständig und reacht Dankschee gsait haa ? Und jetzt ab is Bett und die verkohlete Zai und Fingernägel vorher no guet putzet !“

Mexete

En aalte Sproch hoasst, dass e Mexete , e Schlachtfescht, ver alli en grosse Spaß wär, nu nit ver d` Suu. Der Sproch triffts uf de Zwölfer.

So z` Mitts im November war ammel ame Samschtig Mexete aagsait i de Laßbergstrooß. Wo no alli Kind de Hoam waret homer manchmol sogar 2 Saue gmexet. Uf den Dag hät de Spechte- Max us de Rosestrooß extra ver de Verbandsprüefer e gueti Sau ännigfueteret. S` Fuetter war hauptsächlich us em Casino vu de Franzose wa ganz i de Nähi vum Buur Specht war, nämli i de Zeppelinstrooß. Dä hät de jung Max d` Kochiabfäll, häuptsächlich Baquett, Gmies, Pommfritt und Saloot gholet und de Saue verfueteret. Beschtimmt isch au ab und zue e Auster, e Muschel oder en Hummerrescht debie gsii. Und nebem Huusmexer Pius Keller war des bestimmt de Grund wieso iiseri Brootwerscht und Dauerwerscht so guet gschmekt hond und vu de ganze Verwandschaft und Bekannschaft so globt wore isch. Wenn vorne ninnt gschieds inni duesch kunnt au später nint gschieds uussi. Wa fer e Suu i de Boor word sunscht no so gourmemässig gfueteret wie iseri, wie die vum Spechte Max?

Also hät de Specht a dene meischtens triebe , neblige Novemberdäg s` Suugatter an Fahr- Bulldogg a d `Ackerschiene aaghängt, die resereviert Suu innipfercht und ab i d` Laßbergstrooß. Dä hond die Spezel vum Frieder scho bluetrünschtig uf die arm Sau gwartet. De Max hät dem Siehli en Strick um d` Hinterläuf bunde und des Opfer im stärkschte vu dene Schlacht- Helde übergähe. De Wiegschii mit em uusgrechnete Priis mit em Vatter verkahrtet und mit em Geld und ere Flasche guete Kaiserstühler Wii im Hosesack ab id Rosestroß. D` Wieber und d` Kinder hond sich hinter de Vorhäng, i de Kochi und i de Wäschkochi verschobbet und luut gschnatteret dass se des Angschtquiecke , und de bald uusglöst dumpf Schuss nit heret. Desell Kerli mit em Strickli hät die giigsig Suu meh gschloapft wie gfiehrt in Schopf zoge und dä isch de Pius scho mit em gladene Schussapparat im Aaschlag gstande und rums, zack, isch sie no weng zapplig ufem Bode gläge. Usem Mexermesser- Holzköcher hät de Pius e Messer gschnappt und de Sau d Hauptschlagoder abgsebblet. Die robuscht Nochberi, d` Mamm Dilger, isch scho mit ere ganz flache aber grosse Emailschissle parat gsi zum Bluet rihre.

Denno hond alli Manne draa lange messe zum die Sau uf de Schragge z` schinde. Dä isch sie abbbrieht wore, mit Harz iigriebbe und d` Wiiber hond vill briehoass Wasser us em Wäschkochikessel aaschloapfe messe. Mit de Borschteglocke und de scherfschte Messer isch sie rasiert wore und denno in Briehzubber gschunde wore. De Pius hät d` Klaue abzoge und koa Ruhe gäe bis alli Borschte und Häärli akkurat abrasiert waret. Wo de Brueder und ech scho weng greeser waret hommer mol en Gasflammewerfer parat gleit zum die Schwäbisch Methode vum „ Senge und Aabrenne „ z` probiere und aazwende. Dä isch friehner die gstoche Sau i Strau wie imme Schiiterhuufe iighieflet wore zum d` Borschte versenge. Später hät mers halt praktischerwies mit Flammewerfer gmacht. Drum hoasst`s au: „ Er rast devuu wie „ E gsengte Sau „. D` Schwobbe saget, well d` Sau ebe au scho e weng vorgreeschtet und aabreselet sei, dät alles, s` Fleisch, d` Werscht und d` Schunke besser und aromatischer schmecke. Do heteter aber de Pius here solle, wo mir mit de Brenner und de Gasflasche aakumme sind: „ Solang ich eich i dem Huus und z` Eschinge mex, word nit noch dem Schwobbe Forz brieht oder gsengt. Hauet ab mit dem Glumpp und brängets jo nimme hinneverri„. So hom mir der ruhig und glasse Pius no nie gsähnne und erlebt. Des Thema war also ver alli Ziite erlediget.

Noch em Briehe und putze isch der Sau- Bolle wieder uf de Schragge gwallet wore. Jetzt isch`s as vertrangiere gange. Därm sind uusiquolle, die ganze Innereie mit Lebere, Herz, Nierli und Lunge und natierli: de Suuploddere. Die hät de Pius glii ufbloose und ame Nagel ufghängt . Am Obet isch sie in Rauch kumme. S` war jedes mol e medizienischi, aaschauliche Lehrstund am lebende, pardon, nei am tote Objekt. E Art Physikum oder e Sektion. D` Lebere, d` Nierli und e paar Speckschwarte und spezielli , ganz gueti Fleischstickli sind in Worschtkessel kumme. Noch 20 Minute isch de erscht Tageshöhepunkt kumme: S` erscht Kesselfleisch und en Toal vu de Lebere sind uf de Transchierdisch kumme , d` Salzmuddle und Pfefferbichsli denebet und jetzt sind alli Manne, userm Pius, imme Art Blut- oder Fleischrauusch über des erscht Kesselfleisch hergfalle, Korz bevors allne Kotzübel war, isch d` Schnappsflasch und d` Wieflasche scho s` erschtmool im Ring rum.

I de Kochi isch fliessig gschaffet wore. D` Oma hät hiefewies Zwieble gschnäflet, d` Kind hond Speckwerfeli gsebblet und d` Wieber Pellkartoffle ver de Herdäpfelstock gschellt. S` Suurkruut, Hausmarke Klärle Mauz, hät vor sech änni kechelet und himmlischi Düft und de archaiisch Guu vum Mexe isch im und ums Huus glege. D` Manne hond mit em Pius gworschtet, Kottlet g`hacket und gschnitte, d` Schunke uusboanet und Knechli nochputzt. Bluet und Leberwerscht waret im Kessel und de Vatter isch um de Kessel gmuuset und hät ghofft, dass es mindschtens zwei Würscht nimmt und verplatzet, dass i de Worschtsuppe au eweng ebbis drinn isch. Am liebschte het er glii zwei ufgstupft. Aber do hät de Pius ufpasst wie en Gendarm well sin Berufsethos hät e glasklare Worschtsuppe als Pius- Markezoache verlangt. Erscht nochdem alls grecht war und vertranchiert und i de Därm, de Gläser und de Bichse war, isch de Pius Keller als letschte au an grosse Tisch ghucket und hät vu sinne Mexerkünscht versucht. Alli andere waret scho vu sinne Fähigkeite überzeugt, z`friede und sogar begeischteret. Jetzt hät sich de Wii, de Schnapps, s`Bier, de Siessmoscht vu de Kinder, mit de Leberworscht, de Bluetworscht, em Kesselfleisch, em Suurkruut, em Herdepfelstock und em frische Buurebrot vu de Gotte, im volle Mage verbündet oder bim oane oder andere au verfeindet. Mit „Prost „ und „ En Gute „ Sprichklopfe, Verzelle und nomol eme Deller voll Worschtsuppe mit Nuddle isch des Fescht no bis wiit in Obet schee und luschtig uusklunge. D`Kinder sind mit de Kannte fortschickt wore zum die Verwandet, d` Nochbere und die Bekannte mit Worschtsuppe zum Versorge und vor allem: Daß sie nit gsähne und so ganz direkt mitkriegt hond, dass die Manne en ziemliche Ruusch ghet hond.

Mexete

Hai, Spechte Max, jetzt kaasch sie bringe
200 Kilo ? , je Gott, wär word dees zwinge
E Fescht giit des, wie all Johr wieder
Am meischte freit`s, de Vater Frieder

Und gar koa Freid , des hät die Sau
Paß uff, jetzt word sie usem Gatter glau
De Spechte Max pfufferet z` friede ab
Mit herte Märkli , de Käferbuckel nab

Stähle Karl, du hebsch am Linke
No kaa sie nu no glei weng hinke
Und Frieder, fier sie i de Schopf
Dä griegts sie onni uf de Kopf

D` Kind , d` Wieber i de Kochi dinne
Die donnt sich fascht scho hintersinne
Die schnattret luut und uhni en Verdruss
Daß jo kon hert, de dumpfi Schuss

Mam Dilger kumm, rier`s Saue- Bluet
Daß d` Bluetworscht glingt und schmeckt no guet
Des Wiib, des hät bigott Courage
Jo heidenai, leck mech am Arsch

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

De Keller Pius, der kha mexe
Me mont halt grad der kinnt au hexe
Hai Frieder , jetzt word briet die Sau
Koa Borschte därf meh annre stau

Un Klaue ab und putzet, gschabbt
Daß s` Wasser iber de Zubber schwabbt
Hau Ruck , konn Maa därf jetzt versagge
Der sauschwer Bolle uf de Schragge !

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

Oh jeggesnai, jetzt kummet Derm
De Mage, s`Herz, guck do ischs Hern
Do Nierli, d` Lebere die isch rot- weiss
Und schnell in Kessel, der isch sauheiss
Ufs Kesselfleisch freit sich de Fridder
Und alli schneiket, komm isch`s z` Widder
E klei weng Pfeffer, Salz und Majoran
Do gond halt alli glischtig ran

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

D` Wieber putzet Därm und Knechli
D` Kinder schnäflet de Speck zu Schechli
Die Zwieble rühret d` Oma nie zu Tränli
Drum kkaa sie schniede ganzi Zähnli

Und Wie und Bier und gueti Schnäps
Do gucket bald scho alli schäps
Nu on, der waartet bis Gworschtet isch
De Pius sitzt erscht no an Tisch

Jo heidenai, oh jemminee
Wie isch des Schlachtfescht wieder schee

De Fridder um de Kessel muuseet
Ob`s nit bald usre Worscht nuusschuuset
Er mag`s wenn d`Worschtsupp hät weng Fetze
Do bisch bim Keller-Pius grad am Letzte

Mir Kinder mond jetzt zu Verwandte
Mit volle Metzelsuppe – Kante
Die Nochbere die wartet au
Koa Muhl lot d` Motter leer ufstau

Jo heidenai, oh jemminee
Wie war des Schlachtfescht wieder schee

„ Oh Mundidie“, so sait de Opa Felix amel
wa soviel hoasst „ Homm mir en Bammel ! “
Guet Badisch hoasst`s au: „ Mon Dieu,
Des Schlachtfescht war so richtig schee „

Jo heidenai, oh jemminee
Wie war des Schlachtfescht wieder schee
Jo heidenai, oh jemminee
Die Mexete , die war halt schee

Draisine, Dögginger Loch, Ihlemühli

24. April 2021

Wo d Mehlbuebe no mit de Draisine zum Müller gfahre sind,
Und au mit de Draisine zum Hergottsdag:

„Ihr Heilandsakramenter, ihr kennet doch de Fahrplan!

So moss de Grossvater Felix de gross Bue, de Wilhelm, und de ander Dögginger Stromer , de Starke- Willi, aagjoolet haa. De Grossi Felix war Bahhofsvorstand z Dögginge und hät natierli au s Stellwerk z Dögginge unterhalb vum Dögginger Tunnel vu de Hölletalbah dirigiert. Grad isch en Zug vu Löffinge mit eme uugwöhnlich lange Pfiife in Bahhof iigfahre. De Opa Felix hät no friendli mit de Hand am Bähnlerkappe grüesst, wo scho de verruesst Lokführer, kum hät er d Miggi aadriblet, us em Lokstand abighoppet isch mit ere Sauwut im Ranze de Felix aagjoolet hät.: „ Lek mi doch am Arsch, kinneter nit besser uffbasse, grad sind vor mir zwei so Soecher am End vum Tunnel vure Draisine abihgoppet, hond Mehlsäck abgworfe und d Draisine grad no vum Gleis abgekippt griegt. Wo ni die gsähne han im heale Gegeliicht am Tunneluusgang, hann i gmigget und Pfiffe, dass Fahrgäscht vu de Holzsitz abibolderet sind, bestimmt s Hirn aagschlagge hond und s Frachtguet im ganze Güterwaggon ummenand boggelet und krachet isch. Wa waret des für zwei oefältige Dackel, die Mehlbuebe ? 

Hää ? „ Uusahmswies schtot de bärestark Wälderkaib, sunscht nit grad uff s Muul kait, verdatteret uffem Peron. „ Wa isch do gsiee, wo isch des gsie ? „  Nomol loot de gähwüetig Dampflockvirtuos sin Dampf ab und scheisst de Lix, so hät mer im Opa gsait, nomol zähmet bevor er wieder freie Fahrt gegg Eschinge kriegt. Trotz allem moss de Fahrplan iighaalte were und uff d` Minut dä z Eschinge, am badische Iisebahknotepunkt, so ebbis wie de Arc de Triumph z Paris, iifahre. „ Mundidie „ sait de Felix no paarmol, dene Quatratsladschi gib is aber !“   Mundidie isch im gottesfürchtige Felix sind gwähnliche Fluech, im Gesesatz zu de Booremer Buure die ganz anderi gottsläschterliche und uukeusche Flüech druff hond. Des Mundidie hät er us em 1. Weltkrieg, us Lothringe mitbroocht und hoesst eigentlich dä selli charmant und gottesfürchtig „ Mon Dieux „. „De Mundidie“ hät mer im Lix denno au später z Gräninge gsait, woner aaschliessend au dä Bahhofsvorstand war. 

Paar Minute später fahrt e zweits Gfährt im Bahhof ii. E Draisine, mit zwei grosse Buebe und paar wiisse, handgwobene Meahlsäck druff. Vor em Wohnteil vum Bahhof migget sie und stieget ab. Und denno gohts los: De Vater Felix pforret us em Stellwerk und loot Schräe ab wie en Aabrennte. Jetzet kunnt sii bsunder Strofgricht:  De Lederrähme us em Hosebund und de Wilhelm, sin Bue über s Knie und e paar knallherte Peitscheschläg uff s Fidle. S Bläre khaa de heldhaft 14- Jährig grad no verhebbe. Des sich gsesse. De Starke Willi loht er in Ruhe, des soll seller Vater erledige. Jetzt wered unter de strenge Uffsicht vum Vater die schwere Mehlsäck, zum guete Glick isch konn verplatzt, uff d Bühni trait und i de muusdichte Mehlkischte versorget. D Säck stammet vum Onkel vu de Frau Sophie us Hifinge, vum Kramer – Beppi. Kramer stoht au uff dene guet gwobene Mehlsäck. De Beppi war en guete, dipflischiessige und aagsähnene Leineweber im Süesse Winkle. Der Mehl- Tagesbfehl war zwar erlediget, aber für wa fer en Priis ?

Frühner, also no so bis id 30-erJohr, war e Bahgleis wie d Hölletalbah au e hilfreiche Magistrale für de klei Persone- und Wahreverkehr. Woni hit bei ere Besichtigung vum neue Gleis vu Löffinge bis Dögginge mit eme hochmoderen, vollautomatisierte 400 m lange Gleisausbau.- und Verlegezug z Dögginge westlich vum Tunnle gstande sind, han ich im Joachim Binkert kurz die tragig komisch Familiehistorie aadietet. De Studiefreunmd Joachim isch immer no bi de Bahn aktiv und de Projektleiter vu dere Sanierung. Er und no on, de Andy Glatz und de Schwitzer Rene Müller, sind vu den 25 Semesterkollege Bähnler wore. De Joachim hät de Baaremer und de Hegaufraktion vu iiserem Semester FH Konstanz 1974 die technisch uuglaublich Baustelle zu iiserm grosse Respekt zoeget. 

Draisine

Die Draisinegschicht , die ich für en einmalige Fall z Dögginge ghalte han, hät de Joachim voll bestätigt und ergänzt. Sin Grossvater war Stellwerkbähnler z` Radolfzell Richtung Stahringe. Er isch vu Radolfzell zum so 1 km usserhalb liegende Stellwerk jede Tag hin- und zruck mit de Draisine gfahre. Des war au z` Dögginge die üblich Fahr– Transport u. Reiseart. Im Grossi sie Frau, d Sophie Kramer, war us Hüfinge. Und wenn sie gi Iikaufe, zu de Verwandschaft, zum Zahnarzt Vetter Ernst Kramer oder au a Kirchefeschter z Hüfinge gange sind, sind die mit de ganze Familie Bagage mit ere Draisine gfahre. De Fahrplan hät en Bähnler genau kennt und so isch mer amend uff e Abstellgleis z Huuse oder z Hüfinge gfahre wenn en Zug kumme isch oder me hät die Draisine kurz vum Gleis abi gschunde und denno wieder druff gmorkst. So hond die Manne, Wieber, Kind d Muckibuddi spare kenne. Dä sind au so silbrige, verchromte Pump- und Giegmaschine uffgstellt und me moss sogar no zahle ohne dass mer on Meter vorwärts kunnt.  Bei de Draisine war des alls ummesunscht. 

Dögginger Mehlbuebe:  Bahhof, Dögginger Loch, Iihlemülle hin und zruck. (Eulenmühle in der Gauchach) 

Wa isch a dem Werktig i de 20- Johr aber passiert ? De ältscht Bue vu s Hilperts, de bommstark Wilhelm, hät noch de Schuel vu de Motter Sophie und em Vater Felix de Ufftrag griegt, d Fruecht vu dem kleine Woezeäckerli am Bahdamm mahle z lau, dass mer wieder guet Buurebrot ver s ganz Johr bache khaa. Dass es i om goht, hät au de Starke Willi, au er war, Nomen est Omen, scho bäre- Stark, d Fruecht vus Starke, des waret Buure im Ort, mahle lau solle. Dögginger , Unedinger, Dittishuusemer hond i de Ihlemilli i de Obere Gauche bim legendäre Ihlemillier mahle lau. So hond allso die beide grosse Kerli d Fruechsäck vu beide Familie uff d  Draisine vum Bahhofsvorstand glade und sind i de Zugpause geg Weste mit de Handschwengel- Draisine gfahre. Gli noch em Bahhof kunnt s 550 m lang Dögginger Tunnel, s uubeleuchtet Dögginger Loch, s längscht Tunnel vu de Hölletalbah. Des isch ziemelich guet und schnell gange weil dä d Bah Abwärtsgfäll hät bis zu de Gauchachbruck vu uugfähr 2/oo. Dorch s Loch hond sie vu de aazundene Carbitfunzle eweng heal khaa und es isch noch em Scheitelpunkt am Tunneliigang gattig wie gschmiert grennt. Uff de Gauchachbruck hond sie ziemli migge messe, dass sie nit geg Unedinge pforret sind. Dä noch de Bruck hond sie d Fruechsäck vorsichtig, dass sie nit platzt sind , a s Bankett gleit. Denno hond sie die schwere Bolle die gähe Halde mit 40 Meter Höhe a d Gauche, an Weag zu de Ihlemilli, uff em Buckel abi schloepfe messe. D Draisine hät natierli vum Gleis kippt were messe, dass Zueg frei Fahrt ghet hond. Zerscht sind sie zum Ihlemiller gloffe zum en schwere Handloeterewage hole. Mit dem hond sie die Säck a d Ihlemilli uffi gfahre. Im Miller hond sie beim Verwäge genau uff Doope guckt, so wies de Vatter Felix gsait hät, und hond de Wiegrodel in Hosesack gschoppet. D Milleri hät ene no e Glas Milch gähe und en guete Hoemweag gwiescht. Uffizue geg s Dögginger Loch isch es i de Zugpaus, die sie genau kennt hond, jetzt au uhni volle Säck schwerer gange, aber doch schnell gnueg bevor de näscht Zug kumme isch.

Eulenmühle

 Oe Woch später hond sie die gmahle War wieder hole kinne. Wieder sind sie noch de Schuel mit de leere Draisine dorch s Loch bis noch de Gauchebruck. Dä wieder Draisine vum Gleis kippt und ab zum Ihlemiller. Bei de Gegewägerei vum Mehl hond sie wieder genau zueguckt. Miller waret nämlich als Trickser, manchmol au als Bschiesser eweng verruefe und nit so aagsehne, obwohl sie meischtens, im Gegesatz zu de Kleibuure oder gar de Bähnler, ziemlich riich waret. Mit em Handwage isches jetzt wieder a d Gauchebruck und mit de zentnerschwere Säck uff em Buckel die gähe Halde uffi as Gleis und a die Draisine. Gwisst hond sie genau, dass de Friiborger Zug bald kumme word. Aber es isch jo so guet grennt beim herfahre und au vor ere Woch. Do hond sie aber d Rechnung nit mit de schwere Säck und de Steigung gege s Dögginger Loch und durchs Loch gmacht. Desmohl hond sie ghörig giige und gampe messe, dass sie gschwitz hond wie Brauereirösser, halt wie Draisinepumper. Vor em Loch no Carbitfunzel aazunde und mit jugendlicher Risikobereitschaft nint wie inni is fischter Tunnel. Wo sie so 200 Meter vor em End vum Loch und fascht am Scheitelpunkt, am Hochpunkt, verzwieflet gege d Schwerkraft kämpfet, höret sies scho fauche, des giegsig Dampross. Es kunnt immer näher und mit letzter Kraft, grad so 50 Meter vor de Lok, werfet sie grad no am Tunneluusgang im Freie d Säck vu de Draisine, hoppet abi , kippet des schwer Draisine Iisegstellarsch vum Gleis und höhret des Gjojl und Gschroe vum Lokführer und vum riesige Heitzer. Des hät sogar die de Höllegrach vu de Lok übertönt. „Leck mi am Arsch, des isch grad no guet gange“, sait de Starke Willi. Und de Wilhelm murmlet kleiluut „ Du häsch guet spotte, de Ranze voll grieg ich und die Strieme vum Ledergurt vum Vatter lond mi die näschte Tag uuruhig uff em herte Schuelbank hucke “

Die Uffstellerei vu de Draisine, des Ufflade und denno die liicht Abfahrt vum Tunnelloch bis an Bahhof war konn Triumpfzug vu heldehafte Athlete, es waret gschlagene, gnickte, brochene Kämpfer gege die Gsetz vu de Schwerkraft und de Gleisneigung. Die Lektion wär mit hängende Köpf und demutsvoll glehrt. De oe isch en erfolgriiche Baustoffhändler wore und de ander zerscht Mechaniker und denno en „Spätberufene Pallottiner Missionar im Palmölgarte des Herrn“ im ferne Brasilie. 

Jo, so war des Mehlbuebedebakel i de 20- er Johr z Dögginge 

Eulenmüllers Käppelli

Schafschur in den 1930ern

Hubert Mauz hat in seiner Kolumne schon über die Hintergründe der Filme vom Zahnarzt Kramer aus Hüfingen berichtet. So vor allem bei Amalgam, Gottfrieds Lade, Uhremacher Riehle und Getti Beppi Kramer.

Hier der Film vom Zahnarzt Kramer bei der Schafschur in Hüfingen aus den 1930ern:

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Stahlhelm zu Gilleschapfe

30. Juli 2020

Jo so wars „ Buebejohr z` Eschinge i de 50- er / 60- er Johr

Vom Denken in Gegenständen :

Denkt man mit Hilfe von Objekten, von Artefakten, über die Vergangenheit oder eine vergangene Zeit, eine vergangene Epoche nach, so hat das immer etwas von einer poetischen Neuschöpfung dieser Zeit und der Gedankenwelt dieser Zeit.

Ian McGregor „ Die Weltgeschichte in 100 Objekten“ gelesen im Jan. 2016/ H. Mauz

„ Stahlhelm zu Gilleschapfe „

Im Herbscht wenn de Saloot und s Kruut i de Gmiesgärte vum Linseösch, em Lassberg- , de Paffehofe- und de Lehestrooß abgrumm war und die grössere Buebe Huusgärte widerwillig umgstoche hond, isch oni vu de uuagnehmschte Arbete i de Kleibürgerliche- und de Arbeiterhuushalt aagstande. I de 50-er häts no koe Abwasserkanalisation und koe Kläraalag z Eschinge gähe. Diesell nei Kläralaag im Haberfeld isch erscht i de 60-er Johr baue wore und au die Kanäl wo denno s Abwasser vu de Hieser abgleitet hond, sind erscht dä nochenand baue wore. Bis die Hieser aagschlosse waret hät jedes Huus e oages Gilleloch, e Jauchegrueb kha. All paar Monet hät de Städtle -Gillepumper die Gruebe usfiere messe. Bsunders i de Innestadt wo s konni Gärte hinter de Hieser gäe hät, war der Gillemaa nit nu en tägliche Aablick. Er war Alltag im Städtli nit wegzumschmecke.Schmecke hoasst uf Booremerisch „riechen“ Die mundartukundige Schriftsproochler saget „ Das schmeckt aber lecker, das Essen“ Mit sim Guu hät de Gillepumper je noch Wetterlag gege de fein Hopfeguu vu de Brauerei aagstunke. Gwunne hät immer er. Dieselle bürgerliche Aawese aber mit Gärte hond noch dem uralte, abdroschene Googewitz ghandlet und hond d Gille sorgfältig verwertet. Desell Witz isch so guet erfunde dass er a jedem Stammtisch, ob im Bürgerstiebbli, de Katakombe, em Rote Hans oder de Insel, all Woch uverdrosse verzelt were hät kinne. Und jedesmol wered tribbert Schräe abglau, briehlet, gjohlet und sie hauet uf de Stammtisch dass Gläser hoppet. Jeder kaa sich i sim promillgfillte Hirnstüble so lebhaft vorstelle wie des zuegange isch. Bime gute Witz oder ere aaregende Gschecht oder au eme iidrückliche Objekt isch s aascherre vu de Phantasie s Wechtigscht.

„ Z Tiibenge „ heb emol en Goog, en Wingerter, so hoasset dä die Wiibuure, dieselle wo den suure Wii a de Neckerhalde aabauet, mit „ em Weib, de Kend ond eme klepprige Gäule „ s Gillefass de steil Wengert uffi gschunde. Wo sie denno dobbe aakumme sind noch dere granate Schinderei, hät der aalt, zemtkeit Glepper en Fehltritt dau no bevor s Weib d Micki zuedriller hät. S Gillefaß isch samt em koschtbare Inhalt scheppernd mit eme Höllekrach s Loch ab in Necker bolderet. Entgoaschtered hät die ganz Familie dem vermauchete Fäßli noogucket. Noch em allerletschte Gumpp über die unterscht Wiibergmuur isch des Faß zu Kuder und Fetze verplatzt und die schee, geal Brie isch im Necker versteibt. Noch paar Schnapper hät des Wii- Bierli wieder d Sprooch gfunde. Wie sichs ver en gottesfürchtige, pietistische Goog us Tiibenge ghert hät er sin frommschte Fluuch hinneverri kromet und gruufe: „ Heilegs Hergettle vo Bieberach, guets Weib, jetzet hemmer s` ganz Joohr ommesonscht gsoicht ond gschisse „.

So ebbis kha imme Eschinger nit passiere. S giht ebbe konni steile Wiiberg. D Gille word ums Huus verwertet. Gsparrig und umsichtig goht mer mit em Naturdünger um und loot kon Tropfe verkumme, kon Kiebbel word verlätteret. Die Gottesgab usem Gilleloch word nit verdummbeillet. Die kunnt in Gmiesgarte dass d Salootkepf und d Gealriebli, d Zwieble und Radiesli und d Kruutbolle im näschte Johr no greesser weret. No kennet die giffizige Nochbere no neidischer und no nissiger über s` Stakete- Gartehaag schäche.

Ame nasse Oktobertag kunnt d Aawiesung vum Vatter , folgsam überwacht vum Huus- Gealriebeförschter, de mild- strenge Motter: „ S Gilleloch word Aafang vu de Woch gleert, wenns goht am Mäntig. Wenn d` Huusufgabe gmacht sind gohts draa. De Gstankt sot über de ganz Woch versorre kinne. De Guu sot mer am Sunntig nimme schmecke messe. Wenns denno no soacht, isches ganz guet. Hoffemer no, dass de Nochber, de Käfer – Buckli, nit am Friitig und Samschtig, so wie im letzschte Johr, gillet und de ganz Sunntig verstinkt “. De Vatter hät de Zink- Gilleschapfe im Schopf abghängt, gugget ob er konni Roschtlöcher hät und ob de Holzstiel no nit ganz vermauchet war. Sichereheitshalber hät er de krumm, verroschtet Nagel usem Schapfe – Aasatz zoge und en neie inni gschlagge. Wenn de Schapfe is Gilleloch kait, no häsch en aber gsenne.

Bi dere Aktion isch ihm alljohr ebbis im Kopf ummegsorret. En spoote Lebenstraum isch denno in ihm ufgstigge. Bi sinne Bilanzprüfunge bi de Milch- und Waregnosseschafte im Wälderwald hät er bime Buur en ganz gattige Gilleschapfe gsähne und bei dem giffizige Storiax den de Buur verzellt hät ganz genau zueglosset.

„ Wissener, selt Tail haan ich im Wald aneme Tanneascht hänge gsehne. Wahrschienli het den en Deserteur dert nahghenkt. Ainer vun dene stille Helde die nimme ver des Saupack de Kopf underm Stahlhelm naheebe het welle. En Soldateschoope isch denebe ghengt. Wenn i den troffe het, den het ich bei mir in de Oftere verschobbet dass en die dreckige Werwölf und die gnadelose Wehrmachtsnazi nit gfunde hettet. Solang bis de Krieg ganz rum gsin wär und er sicher und friedfertig haim zu Frau und Kind het kinne. Ich haan den Helm mit dem vierflüglige Hitler- Hakekritz mit haim gnomme. De Hammer- Schmied, de alt King, het mier e Röhrli an de Site na gschmiedet. En scheene, guet gscheelte Stangestiel han ich draan bäschtlet und jetzt han ich en ganz gattigi Gilleschapfe. Alli Buure usem Gai klopfe sich vergniegt uf d Schenkel wenn sie mich Gilleschöpfe sehne und verzehles au mit grossem Gschrai an de Stammtisch. Nu der endlich abgseblet Ortsgruppeleiter, sell krummbohret Nazi- Rindviech, fuschtet beigott immer riebber wenn er mich sieht wenn ich mit dem sauglatte Gschirr rumfuhrwerche duen. Ich schwai denno erscht reacht en Schöpfer voll Mischtlache in sieni Richtung. Denno isch ellemol gstuhlet und er verschlupft mit ere Gähwuet im Ranze in sie Abtritthiesli. S Einzig was der nit bin mir vertlähne wird, seld isch mini Stahlhelmgilleschapfe. Sunsch kamer alles bruuche. Sit ich den Schapfe han isch des Gillefieher fascht schoo e gnisslichi Freid. Bin jedem Schöpfer denk ich mir en Name vun some Obernazi uus. Wissener wie beim futtere vume Kleikindli, und vermach dene min Hausdrunkt: „ Zum Wohl Göhring, ains ver del Aadolf, ains ver de Meindl, ains ver de Göbbels „ , und so witterscht. Waa glaubener wie gattig denno ellemol des Gillefässli voll isch „

Des hät im Vatter Frieder uubache guet gfalle. Und sit her hät s ihm troomt, dass ihm au mol so en verroschtete Stahlhelm mit sellem verhasse Zoeche über de Weag lauft, oder er au so on im Wald findet wie sell knitz Wälderbierle. No het er im Lassberg au gilleschepfe kennne und denne Altnazzi au zue proschte kenne. Us sim Kopf het er gnueg Näme ver die Satanslitanei, ver die vergniegliche Gille- Kinderraim hinneveri kromet. Im dämols immer no Nazi- verseuchte Eschinge, dodebie hät natierli d Kaserne und die tausende Wehrmächtler vum Tausendjährige Reich e grosse Rolle gspillt, dä häts glaub noch dem bruune Krieg nu ganz wenigi derartige Gilleschapfe gäe. Do hät mer sich no nit so getraut und all no Mores kha vor dere bedrohliche Fuschterei vu dene no zahlriiche und heimliche Uuverbesserliche. De Vatter het sich getraut, wenn er so en Helmschapfe überkumme het. Und mit sim gute Freund i dene Pazifismussache, em Journalischt und Schriftsteller Hans Fleischer usem Linsösch, het er noch so ere Stahlhelm- Gillefieherei ein- zwei Fläsche vum beschte Ihringer gletteret und de Hans het im Fritz vergniegt zueproschtet und zuezwinkeret. Beschtimmt het de Fleischer- Hans au furchtlos und ufreacht wiener war e Satire dribber gschribbe.

Wemmer ammel als Buebe uf dem stoanene Stahlhelm vor em Roothuus ummegräslet und ummegrutscht sind, isch de Huusmoaschter vum Roohthuus konni fünf Minute später usigrennt und hät iis respektlosi Hosesoacher gsteibt und iis au verzürnt hinnedrii gfuschtet. Wenn i Hitzutag a dem martialische Stoahelm vorbeikumm denk ich en andere, min Troom: Hoffentlich sind unter dene Näme uf de Gedenktafle au e paar vu dene wohre, ufreachte Helde. Nämlich Fahneflüchtige die mit unvorstellbarer Courage, Moral und Aastand dene schändliche Gselle vertloffe sind. Die dene Nazi ninnt meh vermacht hond und ihre Lebenskraft nimme a die Faschiste verschwende hond welle. Dene große Moralischte knapp ich kurz und leider viel z` verstolle zue.

Zu mim Verdruss isch us dem Troom vum Vatter real nie äbbis wore. Bim Troom isch`s blibbe. Aber de Hintersinn und die Gedanke dezue, die hät er iis vermittlet broocht.
Den Troom vum iisene Helm- Gilleschapfe sotet mir alli mit Pfiff und Poesie bewahre und ufreacht erhalte. Des sind Symbol mit dene mer sich treffend, aaschaulich und mit ere herzhafte, grobe Poesie köstlich i die beide vergangene Epoche zruckdenke kaa.

Jo so wars , des Buebelebe mit em väterliche Vorbild und sim Gilleschapfe- Troom.

De Gilleschapfe Troom

I iserm Schopf do stoht e Gschier
Me mond es sei gar nit vu hier
De Nochber hät au so e Zieg
Des hät mer bruucht, vor –und noch em Krieg

Und vor em Krieg, dä wars us Zinn Und nochem Krieg , ich glaub ich spinn Dä wars us Iise und mit Verzierung
Des war e Zoache, e Art Vie- rung

De Vatter het säll Gschier gearn khaa,
En Troom wars, vu dem guete Maa
acht Johr hond d` Mörderbande ihm scho gstolle drum duet er denne gherig schmolle

Fünf Halbe- Waisle hond die ihm verbroche Wa hond die ihm nit alls versproche
Sie Frau verkarret, des war s` Schlimmscht Im Hoamweh denktscht dass jetzet spinnscht

En Dietwart hät en aaschwatiert
Und schnell bisch vum dem Pack verfiehrt Ich root dier, Frieder „ Gang standepee, Glii Morge no i d` NSDeAPe“

Anne 34 hät er` s scho gschpannt
Die zindet aa en Weltebrand
Drum künd` t er schnell sie Mitgliedschaft „Die krieget nit mi ganzi Kraft„

Und Quittung kriegte er kuntenend
Kriegle moss er, vu Aafang bis zum bittre End Dehoam koe Frau für die fünf Kind
Nie wieder Krieg, so hät er`s iis allfort verkind

Wa die ihm aadau hond, wer kaa`s verdänke Im Schopf bim Gilleschapf abhänke
Troomt er vum „ Schwedetrunk “ – kredenze „ Zum Wohl „ ihr bruune Eminenze

En iisne Helm statt zinneni Kübel
Wo frühner war uf hohle Nazi – Riebbel Mit Nazi- Schapfe gi Gillefiehre gau
En Troom vum Vatter, ganz schee schlau

I some hintersinn`ge Allefanz
Ghert hit all no en Lorbeerkranz Des het so manch en Nazi gfuxet Wenn Gille usme Helm ruus sprutzet

E gnitz Symbol, des moss mer sagge Au so gängs bruune Bruet an Kragge En Blechschapfe us de Vorkriegsziit Im mit Stahlhelm us de Naziziit

Wieviel kaa des iis hit no sagge Drum sotet mir au nit verzagge Und muetig des Symbol uusstelle Mit Pfiff lot sich soo vill verzelle

Angelo, de Feroldi vu Riedeburg

Beitrag vom 24. Juni 2021

Z` Riedeburg a de Altmühl im Bayrische häts au so wie bei iis en Feroldi gäe. Er hät zwar „Da Angelo„ khoasse aber, er hät im wörtlichste Sinn, wie vu Angeli, de Engel gschickt, die Kinderherzer gfange und verzückt. Au er isch mit eme Gaschtarbeiter- Zug und dem uverzichtbare Pappedeckelkoffer z` Riedeburg a de liebliche Altmühl aakumme. Zum Schaffe i de Sohlnhofer – Platte Steibrüch und nebedher i de uffkummendi Fremdeverkehrs- Gastronomie. I de Ecke vu de Pappedeckelschachtel aber hät er au, wie villi Siziliener, en uustillbare, en nit verzollpflichtige, en heimliche Troom verschoppet ghaa. Nämlich de Vorsatz e herzige, möglichscht heissblüetige Italienere z` hierote und e Eisdiele bei de Tedesci ufzmache. De erscht Troom, der mit Bella Ragazza, den hät er umbäschtle messe. Do war halt hormonell gsenne, nit zum dra z` Schruube. Statt dem feurige Italienerle hät ihm halt e schwarze, rassige und freche Riedeburgere, d` Erika , de Kopf verdrillet. A jedem Starkbierfescht un jedem Dorffescht hät er demit rechne messe, dass er wege dere heisse Busasch de Ranze voll griegt: „ Sait wonn gibt’s denn a sowos, dass an Itaker oise Madeln vom Donzboden obbi hoilt “. Daß sie ihm nie ganz an Kragge sind, war dem Grücht zum verdanke, dass jeder Siziliener wie halt die Mafiosi, e Klappmesser im Hosesack het. Des herzig und uverschrocke Riedeburger Madl hät Dehoam, in de Lehrzeit, bei de Nochbere un im ganze Städtle vill uushalte messe, well sie stolz, verliebt, bocksboanig und oagesinnig dem kleine Angelo nochgrennt isch. Sie war de erschte Gaschtarbeiter – Socke im Städtle. Un zähknirschend hond d` Eltere, d` Familie und des ganz Städle zuegucke messe wie d` Amore halt doch d`Oberhand gwunne hät. A me Samschtig im Mai isch de ganz Italienerclan vum Angelo us Sizilie mit de Fiat- Topolino und mit em Nachtzug Bari — Nürnberg im beschauliche Riedeburg iigfalle. Die halb Barockkerch war voll mit olivhäutige Süditaliener- und Sizilienerinne. Und d` Mammas, d` Papas und Nonnos und Nonnas, d` Schwestere und d` Brüeder hond während dere bayrisch- barocke Trauung ganzi Liitiecher nass gschraue und innbrünschtig betet dass die beide ewig zemethebet.

Im „ Brauhaus Schwan „ i de Schwemme wared die bieruugwähnte Tschinkeli noch „ zwoa Hoibi „ und „ oanem Hoxn mit Knödeln „ so bsoffe wie no nie und die kleine Siziliener sind bald dene oachene bayrische Neu- Verwandte Madln seelig i de stramme, schneewiesse Ärm und unter de woache Dirndl- Vorbaute glegge. Die glutäugige, rassige Italiener Maidli hond i de Pranke vu dene derbe, lederhose – Bayrelakel fascht koa Luft meh griegt und selli gern hetet sie gwisst, wie des mit dene Hirschleder Hoseträger und dene Lederhoseklappe goht.

Foto: Monika Sigwart

De Mythos dass jeder von dene Tschinkele e Stilett unterm Gürtel trait, hät sich schnell i Dunschtwolke vu Burger- Stumppe, Pfiifeduback, Zigärli, Bierdunscht, Humpatäterä un Gstanzl- Sprüch total i Schall und Rauch ufglöst. De Sepp isch dem Giuseppe um de Hals gheit, de Schorsch hät gmerkt dass er genauso hoasst wie de Giorgo und d` Nonna Margeritha genauso wie d` Grossmueta Magreth. D` Welt war hoal und de Angelo isch bi dene hagebiechene Riedeburger un i sinere neie Hoamet immer meh aakumme. Über vierzg Johr hat des Iiwanderer- Märle aghebt. Bis us dem Himmel voller Giige und Mandoline, us dere Verdi – Musik, dem Schlager vum Adriano Celentano „ Azzurro „ und us dem Ohrworm, dem Eisdielelied „ Gelato a Limon „ vum Paolo Conte doch en ganz tragische Misston kumme isch.

De Angelo hät des hert verdient Stoabrochgeld und sie Kellnergeld nach e paar Jährle i sie Vision, i sin Troom, den er im Pappedeckelkoffer verschoppet kha hät, inveschtiert und iigwäeslet. Vu Regensburg unne uffi und vu Beilngries und Berching obe abi, sind im nei baute Main Donau- Kanal, au en Troom vu me knallherte bayrische Elleboge- Maa, em Franz-Josef Strauss, Uusflugsschiff is aalt, beschaulich Riedeburg kumme. Und de erschte Gang a heisse Sommertäg war zum „ Da Angelo „. De Angelo und sie schwarzhoorigi, fliessigi und schaffigi Erika hon a de Schiffsländi e moderne Eisdiele, e Gelateria, baut und uufgmacht. Die frisch gmolke bayrische Milch und die Eier us de Nochberschaft, de fette Rohm und dezue die guete Zutate vu de Verwandschaft us Sizilie, hon des Gelato vum Angelo im ganze Altmühltal zu me Kult gmacht und ihn und sie Bella Mama Erika zu wohlhabende, aagsehnene Liit im Ort ufstiege lau. Die uusichtbare, die spirituelle Engelsflügel vum Angelo hon jetzt no besser trait. Zemmet mit em Stammhalter, dem picolo Angelo- Secondo, war des Iinwandererglick „ perfetto „.

Eiscafe „ Da Angelo „ am Schiffsanleger Riedenburg/ Altmühl


Gegenüber vu sinere Terrasa uf de andere Siite vum Altmühlkanal war e freii Baulucke. Mit dere hät d` Stadtverwaltung nint reachts aafange kinne. Jede Morge und jede Obed hät de Angelo und sie Cara Erika händlehebend dort dori guckt bis sie sich endlich entschlosse hond: „ Si, Si , pico bello, jo mei , dös greif mer oo.“ Sie hond so vill vu dene glickliche Kinderauge provitiert, dass sie dene allene ebbis zruck gäe hond welle. En grosse, schöne, modische, eweng au en mediterane Spielplatz sot dert entstau. Paar Pinie Bämm, Olivebäm und Zitronebäm i Pllanzkübel und e Spalier us Rebe. Z` erscht waret die Rootsherre zruckhaltend. „Olles ummsonst ? , a no von am Zuegroassten, am Italiener ?, Wos nix kost, kon a nix san“. Aber 2005 isch es losgange mit Plane, Baue, Uffstelle und Iirichte. Einweihung sot am 4. August 2007, am 65. Geburtstag vum Angelo sii. Natierli mit Blossmusik, mit eme Bergsteigerchor us Südtirol wo italienisch „La Montanara“ singt, mit Bier, Weisswürstl mit Brezen, und fasswiis rote- und wiisse Wii us Sizilie und eme Opernsänger aus Minge wo „O Sole MIo“ schmetteret. Und natierli mit ganze Eisberg, mit riese Eisgebirge vu Frei- Eis vu de beschte, und kindgerechteschte Sorte vum Angelo. Vom Pfarr mit dem Wiihwasser- Tee- Ei und graue Wolke vu Weihrauchschwade gsegnet. Mit Aasprooche vom Burgermoaster, vum Landrat der die vorbildlich Integration lobt und au vom putzig bayrisch schwätzende Patron, Gönner und Stifter, em Angelo di Lorenzo. Jetzt war de Angelo nit nu on vu dene aagsehnene Riedeburger Bayre, jetzt war er der Riedeburger „Kinder- Engel „ und sii Madel, die Erika, endgültig nimme des Papagalli – Mensch, sondern „ Die Donna Erica da` Angelo di Lorenzo „. So hets no lang bliibe kenne.

Aneme Morge woner mit siinere Donna Erica im Arm stolz und z` friede zum fascht fertige Spielplatz dori guckt hät, sait er i sim trollige Bayrisch- Sizilienisch zu sinere Erika: „ Porco Dio, ioo, eehh, muss su unsere Leib- Dottore, habe bissele Schmerze in die Ranze“ De Dottore, dem er immer de Wiikäer mit gutem Sizilianischem Wii vu sine Verwandte usem Süde prall und benissimo gfillt hät, guckt ihn s` erschtmol noch ere lange halbe Stund Untersuechung streng aa und sait, noch ere bedenklich lange Paus, abghackt, verdatteret, noch dere uusfierliche Nochschau: „ Anschelo, ……….. red mer net drumrum, geh zerscht in d` Kirchen auffi und donn, donn gehst hoam zu deiere Erika und regelst dei Soch. Und heit auf d` Nocht kimmst mit deim Madel zu mir und mir dringe poor Flaschel vom Besten, von deim Wein, essen von deine Olivi, em Schoofskaas und dere guedden Solomi, göll, kimmst gonz gwiess ! , versprichst mers !“

Nit nu e gottesfürchtig Italienerli wär do mit verschrauene Auge, uugwehnlich abwesend, dorchs Städtle, über de Friedhof und in die hocherhabe Barockkerch gschliche. Noch lange, inbrünschtige, fundamental- katholische, sizilianische Gebet und Litaneie isch er gfasst us em Portal trette und über de Friedhof däppelet. A de Kirchewand war no e Grablucke. Vu dert sieht mer genau über sii Gelateria, über d` Altmühl und , – diretto, – uf sin fascht fertige „ Bambini- Spielplatz“. De onzig Platz ufem Kirchhof mit Bella Vista uf den, nei, uf siin Spielplatz: „ Stella di Angelo „ sott er mol hoasse. Mit dem Grab- Platz hät er scho lang gliebäuglet. Dass es aber so bald scho de Fall sii kennt, des hät er natierli nie im Lebe denkt. Ufs mol war er dusse us siim, us sim lebensfrohe, quirlige, irdische Paradies. Dass er dene „ Stelli „ , dene Stearn, so schnell, so noh kummt, des war nit Toal vu siim Troom den er im Pappedeckel- Kefferli us Sizilie mitbroocht hät. Und doch isch au i om Eck vum Köfferli vu de Vorsehung e Plätzli für den uuvermeidliche Fall vorbelegt gsi.

No bevor er zu sienere Riedeburger „ Bella Donna, zu siinere „Cara Mamma Erika „ und zum Filio Angelo gange isch, goht er, mit gsenktem, starre Blick uf des Aaltstadtpflaster, zum „ Birgermeister“ zu siim Spezie , zum „Sindaco“ Giorgio uffs Rothuus. D` Kinder, d` Fraue und die gmütliche Rentner, die ihm wie immer freundlich und fidel „An Guedden, Anschelo !„ zuerufet, die denket alli: „ Jo mei, wos wert wui de kloane Angelo heit hom?“

D` Resi, des prall Vorzimmer – Wiib vom Sindaco, losst en, den edle Spender, ohne lang klopfe glii zum Padrone, zum Sindaco Giorgo vor.
„ Giorgi………, du Schoorsche, i will habbe eine Grab. An die Mauer von Chiesa, du wisse, freie Platz nebe Seiteporta. Ich kaufe Platz für diecicinque Jahre, subito “. „ Jo mei, do kimmst obba scho friehe, dös muess i mit meine Rotskollegen beredn, schau mer moi. ….. …Anschelo, Anschelo Ansche……. host wos, geht’s der vei net gued, Anschelo ?“ „No, No, va bene , ich wolle nur habe diese Grab. Reservato, du wisse“

Noch dem todtruurige, todtluschtige und trotzdem korzwielige bayrisch- sizilienische Obed bim Dottore und dere lange Naacht nebe de Bella Mama isch es steil bergab gange mit dem Angelo. Des bayrisch Sizilienerle ist gschrumpflet wie e Barolo- Truub, wenn se zure Rosin word. Wehliidig jommere, morre und dräese hät mern kum ghört. Seelig und au weng entruckt hät er stundelang vu sienere Terrasa, iipackt in feine sizilianische Schoofwollteppig, uf sin gschpendete Spielplatz gucket. Für d` Sizilianer sei de Tod ebbis Greifbares, sait de Süditalienisch Dichter Cuevas. Drum hät de Angelo au vu sim Sarg träumt. Es gäb Siszilianer die dätet den sogar unterm Bett verschoppe. De Angelo hät all no mit sich grunge ob er us Mahagoni, Olivebaumfurnier oder doch eher us Pini- Vollholz sie sot. Vum Oliveholz isch er denno doch abkumme. Us dem Holz wo sit Jahrtausende sine Landsliet lebet und die au ihn mit Frücht, mit Schatte und fascht ewige Erinnerunge, mit Wehmut und mit Heimetsehnsucht versorgt hät, uff die Maserung wet er doch us tiefem Respekt vor dem Natur- und em Kulturwunder Olivebaum verzichte, Nit dass no so en profitliche, mafiöse Immobiliehai ganze Pinihain umselblet, dass er nit nuu a des wertvoll Sargholz kunnt, sondern au no de Hain und den Hang mit Buldozzer umgrabt und mit doppeltem Profit mit Bungalo für die Neuriiche verbaut. „No, No, diese Olivenbaumfrevler, diese Kulturbarbari, no Olivi- Masakera in Mediterano, diese ich nicht unterstüze mit mein Tod, basta. Ich nehme picobello Lengna a Pinie, Santa Maria e tutti Santi“.

Angelo senj. Angelo junj. und Erika di Lorenzo

Siini zahlriiche Spezl, sini Amici, hon ihm bei „ oans, zwoa Deci Roten „ gsteckt, dass demnäscht sii Aanliege inre Gmoandssitzung verkartet word. Paar Täg später isch vum Riedeburger Officio Communale e Schriebe kumme:

„Sehr geehrter Herr Angelo di Lorenzo ……..
Wir müssen ihnen leider mitteilen dass der freie Grabplatz an der Kirchenwand nur politischen- und/ oder klerikalen Persönlichkeiten vergeben wird“

Vu dem Moment aa isch de Blick vu dem warmherzige „ Schleckeis- Engel „ uf den Spielplatz, sim Platz, sim Parco no hohler, no leerer worre bis er ganz schnell und, für immer, verlescht isch. Nämli am Morge vum 16.Juli 2007. Drei Woche vor sim 65- er und de plante Iiweihung vu sim „ Stella di Angelo „ vum „Stearn vum Angelo „..

Nit nuu sii hochgachtete Familie, nei ganz Riedeburg, die ganz Region, fascht ganz Franken und Niederbayern hät des dene so weise „ Rootsherre “ ghehrig verüblet. Die herzlos, seelelos, politisch Absag wird a de Altmühl wohl nie vergesse were.
Gnad Gott dem, wo irgend wenn emol huldvoll diesell denkwürdig Grablücke uusfülle darf, nei : muess.

D` Iiweihung hät d` Donna Erika und de jung Angelo verschobe und e Johr später gmacht. Im August 2008. Im Volksmund hoasst de Platz jetzt „ Angelos Spielplatz „ und officiell : „ Stella di Angelo „ so wies de Schleckeis- Engel hät welle. De Angelo Senjor isch hit immer no im Team uf de Eiskart vu de „ Gelateria Angelo „ uffgfiehrt. Wenn des konn Bewies vu Respekt, Wertschätzung und Zueneigung isch !.

So Gschechte verzellt s `Lebe und wenn sie ganz aarührend sind, weret sie au immer wieder mol, imme fremden, au imme „ Schwob“, wie en Schwarzwälder im bayrische Frankeland hoasst, bluemig, rührselig und wehmutsvoll am Wirtstisch wiiterverzellt, uf Mundart, so kunnts halt am Beschte.

Schleckeis beim „ Feroldi „ 1955 in Donaueschingen

Pariser Stadtgärtner 

S gmajet Wiesli vum Pariser Stadtgärtner Jean- Baptist

Gschnieglet und bueglet isch s abglegescht Wiesli und Pärkli in ere  Domaine vu de Weltstadt Paris i de Bourgogne. Ueber 500 km miesst de Pariser Stadtgärtner, de Jean Baptist, uff elsaessisch de „Jambadis“ und uff hiefingertisch “ s Babischtle“, jede Woch emol aafahre, aarucke zum Maije und Uffrumme vu dem Pärkli uff de Hohebni vu Langres. D Pariser hond aber den Hain a die ehemalig Bsitzer Gmond, a s aalt, verlotteret Städle Saint-Seine- l’Abbaye, zruckgähe. Dä, 40 km nördlich vu Dijon i de Bourgogne, majet ebe jetzt de Bourgogner Jambadis mit sim Handlanger Jean Jacues us Abbaye. Koschte vum Gärtnere und Pflege gond halt zwischeziitlich vor historische Hoffart. So denkt mer hitzutag koschtebewusst im Hotel de Ville z Paris und gwähnli au i de Booremer Rothieser. 
Mir schwätzet vu de „Seine“ -Quell. Die zweitschönst, künschlich aagleit Quellfassung vu allne grosse europäische Flüss. Im Umkreis vu guet 100 km entspringet dä in Mittelfrankreich alli grosse Flüss vu Fronkreisch, die wo gmächlich in Atlantik entwässeret. D Loir, d Maas, d Mosel und ebe d Seine. De ander gwaltig schwiezer- französisch Strom, d Rhone mit de Durance, de Ardeche und em Tarn, schuuset aabi is Mittelmeer. 

Uff de Sueche noch de kunschvollschte Quellfassunge, mindschdens ahnähernd wie iseri Dunnequell sot sie scho sii, gihts z ganz Europa nu no die Seinequellfassung. Sie khaa e klei weng mit de Dunnequell im Schlosspark z Eschingen mithalte. Sie isch aber ehnder e Gips- und Mörtelnymphe , als e hoffaertigi Quellgöttin.  Vu  Poesie und Symbolik spürt mer wenig. Im Gegesatz zu de Mutter Baar mit ihrne herzige Kindle.

Zum Aagucke und zum Uusgrueje isches i dem Hain ganz nett. Aber andersch wie a de Dunnequell isch mer dert stundelang  ganz aloe. Störe duet om nuu kurz de Gartebuzzli Jambadis und de Jean Jacues mit Ihrne giegsigge, kreischende, johlende Stihl Hölle- Motorsägis. Scho wege de fehlende Bsuecher khaa des Quellwässerle oefach nit mithaalte. Die baarbusig Nymphe, die sich i dere moosige, muffige Gips – und Mörtelgrotte lasziv uff eme Kanepee, uff me Divan, räcklet, isch onni vu nuu zwei europäische Flussquellfassunge mit ere aagmessene, künstlerische Gstaltung. Aagleit ab anne 1864, zu dere ziit also wo de Hausmann ganz Paris umgmodlet hät. 


Natierlich isch die schönscht iiseri „Dunnequell“ -Fassung. No kunnt aber au glii nebedraa d „Junipperusquell“-Fassung vu de Brunnequell z Aamedshofe. Beides sind Karst – Uffstossquelle, die unter liichtem Druck stond, so dass sie überhaupt ergiebig unne uffidrucke kinnet. Nit wie die meischte andere, wo es eweng us ere Uudurchlässige Schicht uussi suutterlet. So wie ebe a dere dürftige Seinequelle. Vielmol word bei andere Quellfassunge sogar no gmooglet, bschisse, mit eme ännikäsperlete Zuelaufwasserröhrle. So wie a de Seine, de Loire, de Mosel, de Marne und natierli dem oefaeltige, sehensunwürdige  Bregquelle-Gumpe. 


Des klei Muckeseckele vum Seinequellwässerle bruucht so 500 km bis es z Paris, i de Kernstadt, aakunnt; und 800 km bis is Meer, in Atlantik. Maschie vu Marly pumpet mühselig no Wasser us de Seine gi Versailles uffi, wo des alls verdunschtet und nit am Bestimmungort Atlantik aakumme. S onzig wa mer vu dem Seine Quellhain uubedingt bei iis mol abgucke sot und kinnt, isch der durschtloeschend Original Pariser Guss- Trinkwasserstock mit dem praktische Messingdrucker.

Es isch vermuetlich de onzig fu dene hunderte, erquickende Pariser Trinkbruennspender, der wo herzig i dem ferne Hain usserhalb vu de Seine Stadt stoht, wiit eweg vu de spritzige Stadt Paris. Erscht noch villne Johr meckere und morre, haet mer jetzet am neue Zämetfluss endlich mol a den holose Trinkbrunne Mangel im Markezeiche „Quelleland“ draadenkt und so enTrinkwasserspender zum Fülle vu de Fahrrad Buddel vu de Donauradwegradler und de dorschtige Tourischte und de booremer Bsuecher ännigstellt. 


Weil mer dämols halt au eweng mit ere Quelle aagähe hät welle, hät d Stadt Paris 1864 den Qellehain kauft und ebe die halbnäckig Nymphe noch eme Moddel vu me Mulin Rouge Tanzbärli id dli Grotte ännigippset. „Gips mir“, isch en werbewirksame Spruch vu me booremer Junggipser. Ob die Pariser Baumäschter den Spruch dämols au scho kennt hond ? 

Wa hät iis doo degege iisern Adolf Heer anne 1896 ver e wunderscheeni, kunstvolle, sehenswürdige „Mutter Baar“ ännigmeisslet, noch em Bildniss vu de legendär scheene Booremeri, de cara Bissula. Denebet des klei „Dunneli“ Maidli, und des mollig Biebli. Alls us Marmor. Poesievoll und uussagestark dä a dem idyllische Ort, opulent ännimodeliert. Und wa ver e iidrücklichs, harmonischs Quellfassungsrondell haet mer baut, dae im Schlosspark unter de mächtige Halleberger Sandstoemuur, wo obe die bömisch Barock Stadtkirch St. Johann uff eme mächtige Muschelkalkriff trohnt. Des ergiebig uffstömend Quellwasser hät über 2850 km vor sich bis is Meer. Dem Wasser wieset d Mutter Baar friendli, uffreacht und zuegneigt de Weag.   

Glaubet er jetzt, dass mir die wunderschönscht, symbolträchtigscht Quellfassung vu allne europaeische Flüss hond: 

 Naemlich:       „Die Königin vu allne Quellfassungen „,     d Dunnequell z Eschinge. 

Uebrigens no ebbis: während dem zweistündige Bsuech isch konn gotzige andere Wunderfitz ufftaucht. Und des a me Samschtig Mittag, wo sicher a de vielbeachtete Dunnequell dutzendi beiidruckti Bsuecher us ganz Europa gsii sind. Au des e klars und starks „Alleinstellungsmerkmal“. 

Nachwort zu „Peter und der Wolf“

Best Seller Wald

„De Bescht isch nint, und ihr hond nit emol de Bescht“

legendäre Ausspruch vu me Ostbaaremer Borgermoeschter i de 1960-er

Scho des Wort „Bescht- Säller“ dräht imme gstandene Alemanne de Mage um. Mir saget „Sau guet“ oder „beriichernd“ oder oefach nuu „ gattig“. Büecher noch de „Beschtsällerlischte“ z kaufe, des han i mir scho lang abgwähnt. Mit wenige Uusnahme ischs i d Hose gange oder uff booremerisch: Die sind meischtens schnell verlächeret.

Ganz andersch isches mit guete Rotschläg vu gute Freund, die gwähnlich au die gliich Iistellung zum Lese und die gliiche Gwuhnete hond. So isch mers gange beim Rot vu me Förschter zu me Buuch, au vu me selli waldkundige Förster: „ Heimkehr „ vum Wolfgang Büscher. (nit zum verweähsle zum gliichnamige Buech vum Thomas Hürlimaa) . De Büscher beschriebt mit grosse Poesie, und nit e überzwerris Märli wie de baumseele- Schmecker Peter Wohlleben, sie Verhältnis als Heimkehrer i sin glüeckseelige Jugendwald. Und des mit Herz und Verstand. Anne 1999 hät mer emol e belesene Freundin au e Märli- Waldbuech geschenkt: „Das Geheimnis des alten Waldes“ vum Dino Buzzati. Ganz grosse Literatur obwohl mer zerscht mond, es sei eweng philosophisch abghobe. Natüerlich hät mer noch „Achtesechzg“ des Welt- Kultbuech vu allene Linke, Waldörfler und Gartepuzzli glese: „Walden“ vum Thoreau, en ehrliche Welterfolg us sich selber rus und nit vu „Marketingler und Sparkässler“ promotet und profitmaximiert zämetbosslet.

I me reachte Wälder, eme Säger und Holzmoeschter, dem fallt beim Bsuech beim Sparbichslevortrag i de Waldstadt Villinge über de neischt Erguss vum Wald- Peter Wohllebe natierli ebbis gnizes , schreegs, knorrigs ii. Weil er konn onzige vu de zahlriche Forstmanne us em Baarschwarzwald uffstöbere khaa, obwohl er uff die aagesesse isch, poschtet er oes vu dene Schwarte und lot es au no mit dem Zuesatz „Für Wolf“ gifizig vum Peter Wohllebe signiere. De „Wolf“ isch nämli sin guete Sport- und Langlauffreund, den er mit dere Signatur in e Zwickmilli bringt. Wie will der sine Nochfahre, die sie riesige Bücherwand mol dorchforschte mond, verklickere, das er die opulent Papierholz- verschwendung weder poschtet hät, scho gar nit uff sin Name „Wolf“ vu sim fehlglaübige Forstkolleg hät siegniere lau. Scho mol hät en Speicherfund i dere Familie für Erschütterung gsorgt. Wa word au i den innigfahre sii ?, so ebbis au no signiere z lau ? Dätet die mol denke. Desell Uremer Spitzbue haet natierli sini Initiale: „S.W“, die er früeher mol i sinni Järvinnen Holzlanglaufschi innigschnaefflet hät, nit beim übergaehe vu dem schnodder- freche Gschenk in Buechdeckel innikritzlet. S kennt jo mol ebber merke, wer für den hintersinnige Streich zuständig war.

Übrigens: Falls de so Beglückte sie Bücherei nit mit dem waldsseelige Pamphlet besudle will, könnt ers jo mol vertlehne. Ganz i de Hoffnung, dass ers nimme zruckkriegt und er us dere bleede Kummedi uffreacht uussikunt. Gspräch mit Wald- und Forschfreund hond übrigens ergähe, dass mers nit lang bhaalte bruucht, nuu mol innischmecke, so dass om d Esoterik- Briehe nit am Backe rablauft, so wie beim fastfood. Sell möget aber uuglaublich vill Liit, wie mer a de Verkaufszahle und de Iischaltquote sieht. Und me muss nit mol im Wald ummemuuse. Halt modisch Wald „to go“.

Ich vertlehn mini Buecher vum Wolf (und Fritz) Hockenjos nimme, sellem Wolf wo nit mit em Peter tanze will. Scho vill mol han ich die nimme zruck kriegt und antiquarisch nochbunkere messe. I dene word om s wohr Zaubergschichlte vum Wald verzehlt und zoeget:


„Winter auf dem Wald“, „Tännlefriedhof“, „Begegnung mit Bäumen“, „Wo Wildnis entsteht“, „Waldpassagen“, „Tannenbäume“, „Unterhölzer Wald“.

Jo so wars