Vor 1903 gab es in der Stadt Hüfingen vier Pumpbrunnen, die allerdings den Bedarf nicht decken konnten, so dass ein Teil der Bevölkerung das „Kochwasser“ aus der Breg schöpfen musste. *
Die Statue des Johannes auf einem Brunnen in Hüfingen. Vermutlich der Johannes von der Kapelle auf dem Rotrain. Allerdings ist dies kein Pumpbrunnen. Foto: 1886 J. Nepomuk Heinemann
Am Pumpbrunnen im Jahr 1930
1897 beschloss der Hüfinger Gemeinderat eine Hochdruckwasserleitung zu bauen und am am 24. Oktober 1903 konnte Hüfingen das Brunnenfest begehen. Die 1. Hochdruckwasserleitung wurde von den Dellinger Brunnen gespeist. *
Alter Hochbehälter beim Römerbad.
Am alten Brunnen neben der Lägel war aus Anlass des Brunnenfestes ein Plakat angebracht. Darauf hatte der Wagner Josef Rieger mit der Unterschrift „Die Unterstädter“ aus seiner Feder diese Verse schreiben lassen*:
Nimm zum Abschied unseren Dank. Jahrzehnte lang spendetest du uns Trank. Warst begehrt von jedem Weib. Erhieltest gesund uns den Leib. Manchem jungen schönen Mägdelein verschaffteste du ein Stelldichein. Daß du manchmal rochest schlecht, sagt ein Nachbar. Ob mit Recht? Stehst du einstens nicht mehr hier, Sucht man Trost beim Lägelbier.
Josef Rieger
Wirtschaft zur Lägel 1928
Schafäcker und Wasserlanden auf einem Kartenausschnitt der LUBW. Auf dem Furstück Schafäcker sieht man auch die zwei Tiefbrunnen.
Seit dem Bau des Kirnbergsees 1921 von der Stadt Bräunlingen nahm die Schüttung der Dellinger Quellen immer weiter ab. So entschloss man sich auf Hüfinger Gemarkung einen Tiefbrunnen zu graben. Nach einiger Suche fand man im Gewann „Wasserlanden“ eine Wasserader.*
Wo heute die Tiefbrunnen sind hieß damals allerdings Im Wangen. Der Schaafaecker war an der Ruckhalde – dort wo heute Donaueschingen einen Tiefbrunnen hat. Beim Hasenwäldle war eine Ziegelhütte. Nördlich der Sieren war ein Kalksteinbruch. Den sieht man heute noch. Unten die Karte von 1840 im Vergleich zu heute.
1840-2026 Hüfingen mit Open Street Map
Da in den 1950ern auch Hausen vor Wald und Mundelfingen eine bessere Wasserversorgung benötigten, entschloss man sich 1956 einen zweiten Tiefbrunnen zu graben und den Wasserturm zu bauen. Da dies alles sehr viel Geld kostete, nannte man den Hüfinger Wasserturm damals auch „Schuldenturm“.*
1956 gebauter Hüfinger Wasserturm.
Hüfinger Trinkwasser
Also nochmal von vorne: Das Hüfinger Trinkwasser kommt aus zwei Tiefbrunnen auf dem Flurstück Schafäcker (oder Schaafäcker).
Die Fabrikanalgen des Palmhofes über den Hüfinger Tiefbrunnen
Vielleicht wird nun dem ein oder anderen klar, warum wir im Jahr 2019 so sehr gegen die gigantische Erweiterung des Palmhofes gekämpft hatten. Die Qualität des Trinkwassers der Gesamtstadt Hüfingen hängt maßgeblich vom Wohlwollen der Stadt Bräunlingen ab. Dies war früher schon so, als Bräunlingen die Dellinger Quellen versiegen ließ und dies ist heute kein bisschen anders. Damals haben allerdings Hüfinger Bürgermeister und Gemeinderäte sogar vor Gericht (vergeblich) für unser Wasser gekämpft. Heute gibt es in Hüfingen fast niemanden mehr der sich für unser Trinkwasser einsetzten würde.
Aber zurück zum Thema.
Das Wasser aus den Tiefbrunnen wird in zwei Hochbehälter über Hüfingen gepumpt. Einer ist über dem dem Oberen Schosenhof (Mostschöpfle) auf dem Flurstück „Rauhschachen“. Den Wasserturm kennt wohl jeder.
Von diesen „HB Schosen“ und dem Wasserturm wird mehr oder weniger die 72 km lange Leitung über die Ortschaften bedient.
So geht vom Wasserturm eine Leitung nach Sumpfohren und wird oben nach Behla abgezweigt.
Blick vom „Im Dreiangel“ bei Sumpfohren über den Wasserturm und die Eichhöfe.
Messstelle auf dem Hinnenberg von Sumpfohren.
Von Sumpfohren geht es zum Pumpwerk nach Behla. Dort wird wird das Wasser aus Fürstenberg vom Schächer ultrafiltriert.
In Fürstenberg ist die dritte Hüfinger Quelle die noch in Funktion ist: Die Schächerquelle mit dem Hochbehälter von 1976.
Die Schächerquelle mit dem Hochbehälter von 1976.
Leider hat wohl jemand vor Jahrzehnten ziemlich große Mengen Atrazin (ein Pflanzenvernichtungsmittel) verloren. Vielleicht erinnert sich jemand an das große Fischsterben im Rhein 1986, weil Atrazin über die Abwässer des Unternehmens Ciba-Geigy abgelassen wurde?
Atrazin ist seit 1. März 1991 in Deutschland verboten. Wie große Mengen davon auf den Fürstenberg gelangen konnten, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel.
Auf jeden Fall hat die Stadt Hüfingen 2017 für 181 000 Euro eine neue Ultrafiltrationsanlage gekauft, um die Schächerquelle wieder nutzen zu können. Diese befindet sich nun in Behla, reinigt das Wasser und pumpt alles zusammen nach Hausen vor Wald.
Auch das Wasser vom Wasserhochbehälter Schosen kommt über das Hammeltlal über eine Messstelle nach Hausen vor Wald.
Hammeltal mit Blick auf den Wasserturm
Messtation an der B31 beim Hammeltal
Pfaffenhölzle bei Hausen vor Wald. Hier kommt von Osten die Leitung aus Behla mit dem Wasser aus der Schächerquelle Fürstenberg und aus dem Wasserturm und vereinigt sich mir dem Wasser von Norden aus dem Hochbehälter Schosen das über das Hammeltal nach Hausen vor Wald geleitet wird.
Das gesamte Wasser aus der Ringleitung wird den Kohlwald herauf gepumpt in den Mundelfinger Hochbehälter.
Zentrale Wasserversorgung der Stadt Hüfingen Hochbehälter Kohlwald 750 cbm Eröffnet 15.08.1975
Ich muss also die Mundelfinger enttäuschen. Obwohl ihr hinter der Wasserscheide lebt, seid ihr in punkto Trinkwasser durchaus auch „Donauquelland“.
Mundelfingen Hier kommt hinter der neuen Kohlwaldhütte die Wasserleitung ins Dorf
Die Freunde der Natur Hüfingen hatten schon im September 2025 bei der Stadt und auch beim Gemeinderat eine Baumschutzsatzung vorgeschlagen. Dies wurde von den CDU und SPD Fraktionen durchaus positiv gesehen und auch unterstützt.
Vielen Dank an dieser Stelle an die zwei größten Fraktionen für ihre Unterstützung für die Hüfinger Natur!
Eine Baumschutzsatzung sieht vor, dass Bäume mit einem Stammdurchmesser von 20 cm oder mehr nur mit einem „vernünftigen Grund“ beeinträchtigt oder gefällt werden dürfen. Typische Gründe sind zum Beispiel Gefahrenabwehr (kranke oder umsturzgefährdete Bäume) oder baurechtliche Maßnahmen.
Mit einer Baumsatzung hätte die Stadt die Bäume am Frank nicht in einer Nacht- und Nebelaktion umsägen dürfen. Es wäre zwar durchaus möglich gewesen, aber nicht ohne dies vorher zu begründen.
Leider hat die Stadt Hüfingen bisher kein Interesse an einer Satzung für unsere Bäume gezeigt und ich möchte hier nochmal meine Enttäuschung darüber ausdrücken.
Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 21. Mai 2026
Ausschuss für Umwelt und Technik 18:10 Uhr
Bauantrag Nr. 13/2026
Abbruch vorhandener Geräteschuppen, Neubau einer Wohnmobil-Garage, Neubau einer PKW-Garage, Anbau an bestehendes Wohnhaus in Mundelfingen.
Der Ortschaftsrat hat einstimmig zugestimmt und auch der Gemeinderat.
Bauantrag Nr. 15/2026
Überdachung der bestehenden Terrasse in Hüfingen. Auch hier wird einstimmig zugestimmt.
Bauantrag Nr. 16/2026
Nutzungsänderung und Neubau Wohnhaus Schaffhauser Straße 21.
Beantragt ist der Neubau eines zweigeschossigen Wohnhauses als Kubus. Das Grundstück liegt innerhalb des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Kleines Stückle / Grubengarten Änderung“ in einem festgesetzten Gewerbegebiet. In Gewerbegebieten sind ausnahmsweise Wohnungen für Betriebsleiter zulässig. Durch die Umnutzung der bestehenden Wohnung zu Gewerberäumen könnte laut Ansicht der Verwaltung dem Neubau des Wohnhauses als Betriebsleiterwohnung zugestimmt werden.
Auch diesem Bauvorhaben wird einstimmig zugestimmt.
Bauantrag Nr. 17/2026
Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in Hausen vor Wald
Das Grundstück liegt innerhalb der Inneren Abgrenzung von Hausen vor Wald und ist daher nach § 34 BauGB zu beurteilen. Durch das Vorhaben wird eine Baulücke in Hausen vor Wald geschlossen.
Der Ortschaftsrat hat einstimmig zugestimmt und teilen die Bedenken des Kreisbaumeisters wegen der Höhe nicht. Der Gemeinderat stimmt auch einstimmig zu.
Bauantrag Nr. 18/2026
Nutzungsänderung – Teilbereich zu Kosmetikstudio auf dem Hohen II. Dem wird einstimmig zugestimmt.
Bauantrag Nr. 20/2026
Neubau Wohnhaus mit 4 Wohneinheiten und 4 Garagen in Mundelfingen
Es soll ein zweigeschossiges Wohnhaus mit 4 Wohnungen und 4 Garagen gebaut werden. Die Erschließung erfolgt über eine Privatstraße. Wegen der Lage am Aubach ist das Vorhaben mit dem Amt für Wasser- und Bodenschutz abzustimmen. Durch das Vorhaben entstehen eine 1-Zimmerwohnung, zwei 2-Zimmerwohnungen und eine 3-Zimmerwohnung. Für den Bereich „Am Randen“ gibt es einen Bebauungsplan aus 1995 welcher allerdings mittlerweile als nicht rechtskräftig erklärt wurde. Daher ist das Grundstück dem Innenbereich von Mundelfingen zuzuordnen und ist demnach nach § 34 BauGB zu beurteilen. Die umgebende Bebauung entspricht einem Wohngebiet.
Der Ortschaftsrat freut sich über die vielen Wohnungen und hat einstimmig zugestimmt, ebenso der Gemeinderat.
Bauantrag Nr. 21/2026
Neubau Einfamilienhaus mit Doppelgarage in Fürstenberg
Der Name „Obstgarten“ ist ausgesprochen sarkastisch für ein Baugebiet nach § 13b bei dem illegal eine Streuobstwiese gefällt wurde und ebenso illegal der Naturschutz ausgehebelt wurde.
Wegen des Neubaugebietes musste die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes für 231.100,96 € erhöht werden. Aber das sind ja Pflichtausgaben der Kommune, dafür kann man dann wieder bei den Familien sparen, Hauptsache es gibt günstige Bauplätze auf der grünen Wiese.
Der Ortschaftsrat hat einstimmig zugestimmt und auch der Gemeinderat.
Bauantrag Nr. 22/202610
Modernisierung eines Einfamilienhauses in Hüfingen. Auch hier wird einstimmig zugestimmt.
Anregungen aus dem Gemeinderat
Mete Ünal möchte den Blick auf das Altglas am Wohnmobliplatz richten. Der Standort ist problematisch, da es ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität ist und die vielen Glasscherben auf dem Weg sind gefährlich in der Nähe des Spielplatzes. Auch die Entsorgung verursacht Lärm. Er bittet um Prüfung des Standortes.
Die Stadt will keinen anderen Standort mehr, da es überall viel Gegenwind gibt.
Öffentliche Sitzung des Gemeinderates – 21.05.2026 – 18:30 Uhr
TOP 2 Bürgerfragestunde
Die Vorsitzende der Freunde der Natur Hüfingen bittet um Antwort was gegen eine Baumschutzsatzung spricht. Leider gibt es keine Antwort.
Die Feuerwehr verzweifelt an einem Anwohner der ständig die Polizei ruft. Keiner weiß hier so recht weiter.
TOP 3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen
Die neue Hauptamtsleiterin stellt sich vor.
TOP 4 Naturschutzgroßprojekt Baar Sachstandsbericht und Planungen Riedseen
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 09.06.2016 die Maßnahmenplanung zum Naturschutzgroßprojekt Baar (NGP Baar) auf der Gemarkung Hüfingen zur Kenntnis genommen und befürwortet. Ebenfalls hat der Gemeinderat damals seine Absicht formuliert, das NGP Baar in der Umsetzungsphase (Projekt II) zu unterstützen. Vereinbart wurde, dass die je Kalenderjahr anstehenden Maßnahmen im Gemeinderat vorgestellt und zur Umsetzung beschlossen werden.
NGP Fördergebiet Riedseen
In der Sitzung werden die geplanten Maßnahmen am Riedsee erläutert. Im Rahmen des NGP sollen im Westen des Pfohrener-Riedsees Flachwasserzonen zur Lebensraumaufwertung für Wasservögel angelegt werden. Es sollen Aussichtspunkte und eine Aussichtsplattform errichtet werden, damit die Mensch die Natur besser erleben können. Für die anschließende Pflege der „neuen“ Flachwasserzonen im Pfohrener-Riedsee als auch der bestehenden im Hüfinger-Riedsee (Ausgleichsmaßnahmen Kiesabbau) ist eine Beweidung mit Karpartenbüffel (Wasserbüffel) angedacht. – Ähnlich der Wilden Weide in Pfohren. Die vorgesehenen Beweidungsflächen befinden sich in Privat- und Gemeinde-Eigentum. Die Stadt Hüfingen ist von der Hauptmaßnahme „Anlage von Flachwasserzonen im Pfohrener-Riedsee“ nur als Angrenzer involviert. Bezüglich Berücksichtigung des Hüfinger Besucherlenkungskonzeptes steht man im gemeinsamen Austausch mit der Stadtverwaltung.
NGP Fördergebiet in Fürstenberg
Fördergebiet mit erworbenen Grundstücken bei Fürstenberg.
Jungviehweide: Art der Maßnahme Pflegeschnitt zur Verjüngung bzw. Revitalisierung von Streuobstbäumen ca. 200 Stück Ziel ist die Erhaltung von Streuobstbäumen und Entwicklung von Habitatbäumen. Verbesserung der Standortbedingungen u.a. für: Kuckuck (Cuculus canorus), Mittelspecht (Dendrocoptes medius), Wendehals (Jynx torquilla), Baumpieper (Anthus trivialis), Westlicher Scheckenfalter (Melitaea parthenoides).
Bienen-Ragwurz
NGP Fördergebiet Deggenreuschen-Rauschachen
Fliegen-Ragwurz
Reduzierung Stauchschicht und Pflanzung Kiefern um stabilisierung Waldbestände zu schaffen. Verbesserung der Lebensräume v.a. für
Frauenschuh (Cypripedium calceolus )
Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra )
Echter Seidelbast (Daphne mezereum )
Pyramidenorchis
Gunther Limberger fragt für die CDU warum es so lange ginge mit den Wasserbüffeln. Kerstin Skodell fragt nach den Aussichtstürmen und Führungen.
TOP 5 Feststellung des Jahresabschlusses für den Eigenbetrieb Stadtwerke 2025
Jedes Jahr das selbe. Ich überlasse es den Gemeinderäten und der Stadt hierzu was zu sagen, es ist mühselig. Hier nur kurz die Zahlen:
Das Bad von Ihringen verursacht einen Verlust von 543.000 Euro. Quelle: Badische Zeitung am 20. Mai 2026
Beschlussvorschlag Auf Grund von § 16 Abs. 3 Satz 2 EigBG wird der Jahresabschluss der Stadtwerke Hüfingen für das Wirtschaftsjahr 2025 entsprechend der Anlage 1 Feststellungsbeschluss festgestellt. Der Jahresfehlbetrag 2025 der Stadtwerke in Höhe von 314 T Euro ist mit dem Gewinnvortrag zu verrechnen. Dem Bürgermeister, dem kaufmännischen Leiter der Stadtwerke, dem Wassermeister und dem Elektromeister wird ohne Einschränkungen die Entlastung nach § 16 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 Eigenbetriebsgesetz Baden-Württemberg erteilt.
Dem wird einstimmig zugestimmt.
TOP 6 Wahl des stellv. Kommandanten der Feuerwehr Hüfingen, Einsatzabteilung Hausen vor Wald
Die Dienstversammlung wählte Janik Baumann als stellvertretender Kommandant der Abteilung Hausen vor Wald neu. Der Gemeinderat muss noch der Wahl zustimmen.
Die Gemeinderäte bedanken sich und gratulieren dem neuen stellvertretenden Kommandanten.
TOP 7 Städtischer Familien- und Seniorenpass – Anpassung der Richtlinien zum 01.01.2026
In der Gemeinderatssitzung am 26.03.2026 wurden bereits die Einkommensgrenzen für den städtischen Familien- und Seniorenpass angepasst. Im Zuge dessen beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, die Richtlinien ebenso anzupassen und dabei insbesondere zu prüfen, ob die Schülerbeförderung für Grundschüler sowie die Bläserschule Hüfingen in den Richtlinien mit inbegriffen sind. Der nun vorliegende Verwaltungsvorschlag setzt diesen Auftrag um und erweitert den Leistungskatalog, um die soziale Teilhabe in Hüfingen weiter zu stärken und gleichzeitig Verwaltungsabläufe zu vereinfachen.
Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat stimmt den geänderten Richtlinien für den Familien- und Seniorenpass der Stadt Hüfingen mit Wirkung zum 01.01.2026 in der vorliegenden Fassung zu.
Die Verwaltung wird beauftragt, die neuen Leistungen entsprechend umzusetzen.
Mete Ünal (SPD) beantragt eine Umbenennung zu „Hüfinger Teilhabepass“.
Der Beschlußvorschlag oben wird heute beschlossen und die Umbenennungen kommen später.
TOP 8 Anpassung des Funktisches an den Gerätehausbau der Feuerwehr Hüfingen
Aktuell sind Komponenten von zwei unterschiedlichen Anbietern verbaut, was zu Schnittstellenproblemen und Verantwortungsdiskussionen führt. Hier sollen Komponenten getauscht werden, um alles aus einer Hand mit einem Ansprechpartner zu haben. Zudem wurden Komponenten, die getauscht werden sollen, vom Anbieter abgekündigt und können nicht mehr repariert oder einfach durch ein neues Gerät ersetzt werden.
Im Haushalt 2026 wurden 21.000€ für den Einbau eines neuen Funktisches eingestellt, jedoch wurde der Eintrag mit einem Sperrvermerk versehen, dass die Mittel nur nach vorheriger Genehmigung durch den Gemeinderat ausbezahlt werden. Es liegt nun ein Angebot über 18.811,79€ vor.
Hier will ich unsere Feuerwehr loben. Es ist super respektvoll, dass immer einige Feuerwehrmänner in die Sitzung kommen, wenn es um das Gerätehaus geht. Es tut mir leid, dass sie mit einem Stadtrat so Ärger haben, es wäre schön, wenn das irgendwie gestoppt werden könnte.
Dem Funktisch wird einstimmig zugestimmt.
TOP 9 Vergabe der Essenslieferung für die Mensa der Lucian-Reich-Schule
Seit dem 01.09.2025 erfolgt die Belieferung der Schulmensa durch das FF Altenpflegeheim Hüfingen. Die Zusammenarbeit mit dem FF Altenpflegeheim verläuft seit Beginn der Belieferung sehr positiv. Das FF Altenpflegeheim Hüfingen hat gegenüber der Verwaltung erklärt, die Belieferung der Mensa auch über den 31.08.2026 hinaus fortführen zu wollen. Die Verwaltung hat die vergaberechtlichen Möglichkeiten geprüft. Eine erneute Direktvergabe für weitere 12 Monate ist aufgrund des weiterhin unterhalb der maßgeblichen Wertgrenze liegenden Nettoauftragswerts rechtlich zulässig. Gleichzeitig weist die Verwaltung darauf hin, dass es sich hierbei um die zweite und letztmalige Direktvergabe an denselben Anbieter handelt. Für eine darüberhinausgehende Vergabe wäre anschließend ein Ausschreibungsverfahren durchzuführen.
Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat beschließt die Direktvergabe des Lieferauftrages für die Mensa an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen ab 01.09.2026 für die Dauer von 12 Monaten an das FF Altenpflegeheim Hüfingen.
Die Verwaltung wird beauftragt, den entsprechenden Vertragsabschluss mit dem FF Altenpflegeheim für eine Laufzeit von 12 Monaten, beginnend ab 01.09.2026, vorzunehmen.
Dem wird einstimmig zugestimmt.
TOP 10 Vergabe von Bauleistungen – Erweiterung Feuerwehrgerätehaus Hüfingen Außenanlagen
Bei der Ausschreibung wurden neun Firmen zur Angebotsabgabe aufgefordert. Fünf Firmen haben ein Angebot abgegeben. Die Kostenberechnung für die ausgeschriebenen Leistungen lag bei 307.618,90 € brutto.
Beschlussvorschlag: Eine Firma aus Hüfingen wird mit den Arbeiten zu den Außenanlagen in Höhe von 283.802,97 € brutto beauftragt.
Dem wird einstimmig zugestimmt.
TOP 11 Interkommunale Kooperation im Bereich Gemeindevollzugsdienst
Durch den Renteneintritt des Mitarbeiters im Herbst diesen Jahres ist eine Wiederbesetzung der Stelle notwendig geworden. Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens konnte einer geeigneten Nachbesetzung bereits zugesagt werden. Die Stadt Bräunlingen verfügt ebenfalls über einen Gemeindevollzugsdienst, der bislang im Rahmen eines Minijobs organisiert ist. Die Stelle in Bräunlingen ist aktuell unbesetzt. Vor diesem Hintergrund haben die Bürgermeister der Städte Bräunlingen und Hüfingen gemeinsam geprüft, ob eine interkommunale Zusammenarbeit im Bereich des Gemeindevollzugsdienstes sinnvoll und darstellbar ist.
Die Zusammenarbeit soll durch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung geregelt werden. Der vorgesehene Umfang der Leistungserbringung für die Stadt Bräunlingen beträgt dabei 15 % einer Vollzeitstelle.
Beschlussvorschlag: Der Gemeinderat der Stadt Hüfingen stimmt der Kooperation mit der Stadt Bräunlingen im Bereich des Gemeindevollzugsdienstes zu und beauftragt den Bürgermeister, eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der Stadt Bräunlingen zu schließen.
Michael Steinemann (Freies Forum) findet eine Zusammenarbeit mit Bräunlingen nicht sinnvoll, da eine 100 % Stelle auf 85% reduziert wird. Er sieht hier keine große Ersparnis. Der Vorschlag wird mit zwei Gegenstimmen angenommen.
TOP 12 Antrag SPD-Fraktion: Resolution zur nachhaltigen Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit
Die SPD-Fraktion Hüfingen hat einen Antrag zur Einbringung einer Resolution in den Gemeinderat gestellt. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Aufgaben von Bund und Ländern auf die kommunale Ebene übertragen und als Pflichtaufgaben festgeschrieben. Dies führte zu erheblichen finanziellen Belastungen, die den Ausgleich der kommunalen Haushalte gefährden. Ziel der Resolution ist es, die langfristige finanzielle Unterdeckung der Kommune zu verhindern und den Spielraum für freiwillige Leistungen zu erhalten.
Die Landesregierung wird aufgefordert,
keine zusätzlichen oder neuen Aufgaben auf die Kommunen zu übertragen, ohne gleichzeitig einen vollständigen finanziellen Ausgleich sicherzustellen,
das Konnexitätsprinzip („Wer bestellt, bezahlt“) konsequent anzuwenden und
dieses Prinzip zum Schutz der kommunalen Selbstverwaltung möglichst verbindlich und rechtssicher – idealerweise gesetzlich – zu verankern.
Beschlussvorschlag: Die Stadt Hüfingen verabschiedet die beigefügte Resolution zur Weiterleitung an die Landesregierung. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen nachhaltig zu sichern und die Übertragung weiterer Aufgaben auf die kommunale Ebene grundsätzlich neu zu regeln.
Meine Meinung hierzu: Die schwäbischen Männer in Stuttgart werden absolut beeindruckt sein von einer südbadischen Resolution. Jetzt wird alles gut!
Reinhard Isak (SPD) meint dies hätten auch schon andere Gemeinden gemacht und es sei wohl im Trend. Vielleicht bringt es ja was, wenn es viele tun. Der Beschlussvorschlag wird einstimmig angenommen.
TOP 13 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat
Die Nachbarschaftshilfe sei jetzt gestartet.
Die Kinder (die einmal im Monat vom Bürgermeister ins Rathaus eingeladen werden) bekommen ein Budget von 1000 Euro und es soll eine Veranstaltung geben. Es wird noch ein passendes Format für ein Jugendhaus gesucht das auf jeden Fall städtisch sein wird. Da die Kinder und Jugendlichen einmal im Monat Gehör beim Bürgermeister finden, könnten sie ihn vielleicht fragen, ob die Stadt nicht hinten an der Mauer vom Landesheim – dort wo die Bänke stehen – einen Mülleimer aufstellen könnte. Der einzige Mülleimer bei den Bäumen ist nämlich vielen zu weit und einige Hundehalter scheinen keine Tüten zu haben.
Seit Monaten frage ich mich, warum mich das neue Männerkopf-Logo der Stadt so irritiert. Jetzt weiß ich es. Ich habe das Logo einmal von ChatGPT analysieren lassen. Das Ergebnis:
Also genau jene Bildsprache, die seit dem 19. und 20. Jahrhundert verwendet wird, um Ordnung, Autorität, Disziplin, Tradition und militärische Stärke auszudrücken. Kurz gesagt: ein heroischer Männerkopf. Und ehrlich gesagt erklärt das vieles.
Denn es geht hier nicht einfach um ein hübsches Stadtlogo. Es geht um Symbolik. Darum, wer mitgedacht wird und wer nicht. Offenbar braucht man für die Stadtidentität vor allem einen heroischen Männerkopf, während Frauen in Hüfingen weiterhin hauptsächlich als Trägerinnen von Nachbarschaftshilfe vorgesehen sind. Ein Jugendhaus? Räume? Sichtbarkeit? Gestaltung? Dafür scheint erstaunlich wenig Energie vorhanden zu sein.
Besonders enttäuschend finde ich, dass selbst die Gemeinderätinnen dieses Symbol offenbar völlig selbstverständlich mittragen. Warum gibt es in diesem Gemeinderat niemanden der darauf achtet, dass Frauen in dieser Stadt nicht nur still mitgemeint, sondern sichtbar mitgedacht werden? Vielleicht bin ich deshalb angeblich „spalterisch“, weil ich darauf hinweise, dass ein militärisch aufgeladener Männerkopf nicht automatisch für alle spricht.
Die eigentliche Frage lautet doch: Wer definiert hier eigentlich Ordnung, Tradition und Autorität — und für wen?
Aber vielleicht soll man einfach still daneben sitzen und bewundern, wie großartig dieser heroische Männerkopf gelungen ist. Nein danke. Wenn dieses Symbol wirklich für Hüfingen stehen soll, dann erklärt es leider auch, warum sich manche Menschen darin nicht wiederfinden.
In ihrem Blog hat Hannah Miriam Jaag die Ermordung von Willibald Strohmeyer, des aus Mundelfingen stammenden Pfarrers von St. Trudbert, sehr eindringlich dokumentiert. Beim Durchlesen ihres Beitrags über dieses schlimme Verbrechen musste ich das Kriegstagebuch meines Vaters hervorholen. Denn auch er berichtet darin über die Vorgänge im Münstertal in den chaotischen letzten Kriegswochen.
Das mehrbändige Tagebuch hatte ich vor acht Jahren schon einmal unter die Lupe genommen und mir Gedanken darüber gemacht: Was der Krieg aus einem macht, so hatte ich meinen Text überschrieben und weiter: Einsichten aus dem Kriegstagebuch des Vaters.1
Im Folgenden will ich einige Passagen herausgreifen, die Hannahs Dokumentation der Ermordung von Pfarrer Strohmeyer noch ergänzen können. Vorauszuschicken ist, dass der Vater als Hauptmann der Infanterie und Ritterkreuzträger nach einem Lazarettaufenthalt in Badenweiler am Jahresende 1944 unbedingt zu seiner Einheit zurückkehren wollte, die noch im Baltikum in Rückzugsgefechten vor der Roten Armee lag. Stattdessen aber wurde er überraschend dem SS-Armeekorps unterstellt, dessen Generalkommando in Badenweiler lag; dies – wohlbemerkt – ohne zur SS übertreten zu müssen. Hier die datierten Auszüge:
8. Februar
Ich machte Quartier im Kloster St. Trudbert. Die Schwestern müssen zusammenrücken, tun es aber bereitwillig, mitsamt dem Freiburger Altersheim, das schon im Kloster untergeschlupft ist. Auch in die Stille des Pfarrhauses brachte ich Unruhe; die Haushälterin jammerte im voraus um ihre spiegelblank gewichsten Böden, doch der Pfarrer, ein würdiger Greis, schmunzelte mir heimlich zu. Im Hintergrund standen zwei Kapläne mit undurchdringlichen Gesichtern. Die Jagdbomber schwärmten wie die Hornissen. Sie kamen in Rudeln zu Vieren, Achten und Zwölfen und machten sich mit wildem Aufheulen und Knattern über die Straßen in der Ebene draußen, über die Kolonnen und Fahrzeuge her. Kopfüber stürzten sie sich auf Staufen, dreimal an diesem Tag, es krachte und schütterte, qualmte und brannte. Auch Krozingen und Heitersheim bekamen ihr Teil. […] Am Nachmittag kreisten sie hoch überm Tal, da zischten ihre Bomben hernieder und barsten mitten im Dorf und weit die Halden hinauf. Ein Toter, ein Verwundeter; ein Haus völlig weggeblasen. Am Abend kamen mit den Flüchtlingen vom Rhein auch die Leute von Staufen, Frauen und Kinder, verstört und erschöpft, mit Fahrrädern und Handwagen. Hundert Tote hat dieser Tag in dem sonst so heimeligen Breisgaustädtchen gefordert.
12. April
Der Vater war inzwischen zusammen mit einem SS-Mann namens Kubat im Südschwarzwald unterwegs, um die Möglichkeiten des Wehrwolf-Einsatzes hinter der Front auszuloten, was sich freilich als ziemlich illusionär herausstellen sollte.
[…] Das tollste, was ich durch Kubat kennenlernte, ist die „Kompanie Brandenburg“, ein abenteuerlicher, blutrünstiger Haufen von deutschen Galgenvögeln und französischen Desperados; Marokkaner, Chinesen und sogar ein Jude sind darunter, und natürlich fehlen auch Mädchen nicht. Die Männer tragen zur Tarnung die Uniform des Heeres, gehören aber zur SS. Die Gesellschaft hat ihren Schlupfwinkel im hintersten Münstertal, wird zu allen möglichen Unternehmen eingesetzt und ist auch zu allem fähig. Sie ist mit Maschinenpistolen, Sprengstoff und Blausäurepräparaten ausgerüstet, zählt hervorragende Pistolenschützen zu den Ihren und macht zu Übungszwecken Jagd auf Fahnenflüchtige. Das wichtigste Wort ihres Sprachschatzes heißt „umlegen“, und wenn einer von einem Auftrag nicht mehr zurückkommt, so hat er eben „Pech gehabt“, wobei nicht einmal feststeht, ob nicht die eigenen Kameraden nachgeholfen haben, zumal wenn es sich um Franzosen handelt. […]
In diesen Kreisen hörte ich bald da, bald dort davon reden, daß man sich auf einen Bandenkrieg im Rücken des Gegners vorbereitete, Verpflegungsstützpunkte und Sprengstofflager anlegte. […]
Kriegsende
Am 7. Mai 1945 endete der Krieg auch für den Vater, nachdem das inzwischen eingekesselte Armeekorps noch einen Ausbruchversuch von Hammereisenbach aus über die Baar hinweg in Richtung „Alpenfestung“ unternommen hatte, in dessen Verlauf Behla, Zollhaus und Randen noch lichterloh brannten und speziell zwischen Achdorf und Fützen (auf dem noch ungeteerten und aufgeweichten „Wellblechsträßchen“) große Verluste durch französischen Jagdbomberbeschuss zu beklagen waren. Truppweise schlug man sich weiter durch bereits besetztes Gebiet noch bis ins Bodensee-Hinterland, um sich dort schließlich aufzulösen, als die Nachricht von der unmittelbar bevorstehenden Kapitulation durchgesickert war. Zu Fuß auf Schleichwegen und vorwiegend nachts machte sich der Vater (noch immer in Uniform) auf den Heimweg nach Kandern im Markgräflerland.
13. Mai
Um Sechs Morgenmilch von der Kuh weg und über den Berg nach Bürschau hinunter, ich brauchte längst keine Landkarte mehr. Zweites Frühstück bei freundlichen alten Leuten. Als sie hörten, daß ich geradewegs über den Köhlgarten gehen wollte, rieten sie mir dringend ab, weil dort noch eine Gruppe SS ihr Unwesen treibe und jeden heimkehrenden Soldaten zwinge, sich ihr anzuschließen. Den alten Pfarrer von Obermünstertal hätten sie in den Wald geholt und erschossen. Ich war wie vor den Kopf geschlagen, dankte den beiden Alten und ging.
Ich ging geradenwegs über den Köhlgarten. Die Jagdhütte war mir wohlbekannt, die droben versteckt im Wald lag. Der Pfarrer von Obermünstertal, der gute alte Herr, bei dem ich vor Monaten Quartier gemacht hatte! Ich wußte nicht, was ich bei der Jagdhütte wollte und was ich tun würde, wenn ich dort jemanden von der Bande träfe. Es mußten die Galgenvögel sein, Kriminelle aus aller Herren Länder, die der SS zu mancherlei dunklen Zwecken gedient hatten und in Untermünstertal untergebracht waren. Zum Glück stand die Hütte leer, Tür und Fenster waren eingeschlagen. Ungeschoren kam ich über das Lipple ins Kandertal.
Ungeschoren erreichte der Vater schließlich auch Kandern, freilich nur deshalb, weil ihn eine Wegstunde davor die Eltern eines Waldarbeiters dazu überredet hatten, in den Anzug ihres Sohnes zu schlüpfen und mit Spazierstock und Bauernburschenhut vollends nachhause zu wandern. In französiche Kriegsgefangenschaft geriet er dann doch noch, vom November 1945 bis Mai 1947 – „viel Zeit für Katharsis und Selbstreflexionen“, so schrieb ich in meinem Beitrag „Einsichten aus dem Kriegstagebuch des Vaters“.
1 Haumann, H. und Schellinger u. (Hg): Vom Nationalsozialismus zur Besatzungspolitk. Fallstudien und Erinnerungen aus Mittel- und Südbaden. Verlag regionalkultur, 2018
Foto von unbekannt aus einem alten Zeitungsschnipsel
Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 23. April 2026
Ausschuss für Umwelt und Technik 18:15 Uhr
Bauantrag Nr. 03/2026
Errichtung eines Einfamilienhauses mit Carport in Sumpfohren. Durch das Vorhaben wird eine schmale Baulücke zwischen der Dorfstraße (K5741) und dem Mühlenbach bebaut. Der Ortschaftsrat hat einstimmig zugestimmt und auch der Gemeinderat.
Bauantrag Nr. 12/2026
Errichtung eines Schuppens in Behla. Vorgesehen ist der Abbruch des bestehenden baufälligen Schopfes und Wiederaufbau bzw. Errichtung eines neuen Schuppens an der gleichen Stelle. Der Ortschaftsrat hat einstimmig zugestimmt und auch der Gemeinderat.
Bauantrag Nr. 14/2026
Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage auf dem Hohen II.
Was mir auffällt ist, dass hier immer noch Bauvorgaben stehen an die sich auf dem Hohen II eh niemand hält. Es ist Hüfingens Wilder Osten mit Schottergärten, Barrikaden-Zäunen und vermutlicher Drogen-Umschlagplatz. Aber viel kann man hinter der durch ganz merkwürdige Umstände zustandegekommenen Halfpipe nicht erwarten. Wie hatte ich schon im März geschrieben: „Planungssicherheit war selten so langlebig wie auf dem Hüfinger Hohen“
Auch hier hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.
Sitzung des Gemeinderates um 18:30 Uhr
TOP2 Bürgerfragestunde
TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen
Der Bürgermeister bekommt einen Leasingwagen.
TOP4 Vorstellung der neuen Schulleiterin der Lucian-Reich-Schule
Seit dem 1. März 2026 gibt es eine neue Rektorin an der Lucian-Reich-Schule. Die neue Rektorin, Christiane Schell, war früher Konrektorin als Franz Dury noch Rektor war und kennt sich hervorragend aus. Sie hat sich heute dem Gemeinderat vorgestellt und ich bin sicher sie ist ein großer Gewinn für Hüfingen.
TOP5 Naturpark Südschwarzwald
Die Stadt Hüfingen hat zum 3. Dezember 2025 ihre Mitgliedschaft im Naturpark Südschwarzwald e. V. zum nächstmöglichen Zeitpunkt auf Grundlage eines Beschlusses des Gemeinderats im Zuge der nicht öffentlichen Haushaltsberatungen gekündigt. Der Geschäftsführer des Naturparks, Herr Roland Schöttle, hat angeboten, dem Gemeinderat die Beweggründe und Hintergründe der Arbeit des Naturparks persönlich darzustellen. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, welche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten sich für die Stadt Hüfingen im Rahmen einer Mitgliedschaft im Naturpark ergeben. Es soll durch die Vorstellung und Diskussion eine Entscheidungsgrundlage entstehen, um die Kündigung noch einmal kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zurückzunehmen.
Aufgaben und Ziel des Naturparks
Erhaltung, Pflege und nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft Südschwarzwald
Besondere Bedeutung der Erholungsfunktion
Leitmotiv „Schützen durch Nützen“
Der wirtschaftende Mensch steht im Mittelpunkt
→ Nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung des Naturparks als Erholungsregion → Gesetzliche Grundlage: § 27 Bundesnaturschutzgesetz
Der Gewinn von Hüfingen aus dem Naturpark Südschwarzwald
Ich habe mich schon im Dezember beim Lesen des Haushalts darüber geärgert, dass die Entscheidung zur Kündigung der Mitgliedschaft beim Naturpark Südschwarzwald still, leise und heimlich getroffen wurde. Damals hatte ich nicht die Kraft, mich auch hier noch zu äußern, weil zu dieser Zeit bereits mehr passiert ist, als ich tragen konnte – von der Absage und der Verunglimpfung an den gesamten Naturschutz in der GR Sitzung im November bis zur Fällung der Bäume beim Frank in einer Nacht- und Nebelaktion.
Heute sage ich es klar und ohne Ironie wie fatal diese Kündigung für Hüfingen sein wird:
Hannahs Meinung:
Die „Debatte“ um den Naturpark zeigt erneut, welche Richtung in Hüfingen eingeschlagen wird:
Nicht Zukunft, nicht Qualität, nicht Substanz – sondern kurzfristiges Kleinrechnen auf Kosten dessen, was eine Stadt lebenswert macht. Die Zahlen sprechen eigentlich für sich. Die Mitgliedschaft hat sich mehrfach gerechnet. Fördermittel flossen zurück, Projekte wurden ermöglicht, der Beitrag hat sich amortisiert. Trotzdem wurde gekündigt.
Das Problem ist also offenbar nicht das Geld.
Das Problem ist, wofür man Geld auszugeben bereit ist – und wofür nicht. Für neue Baugebiete, weitere Versiegelung, technische Eingriffe und immer neue Projekte findet sich regelmäßig Bereitschaft. Für Landschaft, Naturschutz, Aufenthaltsqualität und langfristige Entwicklung dagegen erstaunlich wenig.
Wer so entscheidet, setzt klare Prioritäten.
Und es bleibt ja nicht beim Naturpark. Die offene Jugendarbeit wurde 2021 stillgelegt, das Jugendhaus jetzt auch geschlossen, dem Naturschutz wurde generell eine Absage erteilt, kulturelle Förderung zusammengestrichen – die Musikschule sei obsolet – und an anderer Stelle wird ohne erkennbares Gesamtkonzept Substanz zerstört. Alte Bäume fallen schneller als neue Ideen wachsen.
Nun trifft es auch den Bereich Tourismus und Identität. Denn der Naturpark ist mehr als ein Vereinsbeitrag. Er ist Sichtbarkeit, Förderung, Vernetzung, regionale Stärke und die Chance, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
Wer das wegwirft, schwächt die Stadt nach außen und nach innen zugleich.
Besonders bitter ist dabei die Symbolpolitik: Geschichte wird beschworen, Tradition wird inszeniert, Logos werden gestaltet – aber reale Geschichte, gewachsene Landschaft und konkrete Zukunftschancen verlieren an Wert, sobald sie Pflege, Offenheit oder Haltung erfordern.
Hüfingen könnte mehr sein als eine Stadt des Abwehrens, Kürzens und Verhinderns. Aber dafür müsste man endlich begreifen:
Jugend, Kultur, Natur und Lebensqualität sind kein Luxus!
Sie sind das Fundament. Wer dieses Fundament Stück für Stück abträgt, darf sich über den Niedergang nicht wundern.
Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mich bei dem Geschäftsführer des Naturparks, Herrn Roland Schöttle, dafür zu bedanken, dass er den Versuch unternimmt, Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadt Hüfingen vor den kurzsichtigen Kürzungen dieses Gemeinderats zu bewahren und auch für die Transparenz die hiermit hergestellt wird.
Kathrin Schwarz redet für die CDU und meint, dass es womöglich ein Schnellschuss war und die CDU unterstütze die Rücknahme der Kündigung. Reinhard Isak redet für die SPD und ist ähnlicher Meinung wie die CDU. Auch Michael Steinemann vom Freien Forum rechtfertigt sich dafür, dass sie 2.500 Euro sparen wollten ohne richtig darüber nachzudenken. Schön, dass jetzt anscheinend gedacht wird!
Der Gemeinderat widerruft die Kündigung der Mitgliedschaft im Naturpark Südschwarzwald einstimmig!
DANKE!
TOP6 Anpassung der Raumnutzungsentgelte – Trauorte
Die Raumnutzungsentgelte für Eheschließungen wurden zuletzt im Jahr 2022 angepasst und sollen zum 1. Juni 2026 erhöht werden.
Der Gemeinderat beschließt einstimmig die Anpassung der Gebühren.
TOP7 Friedhofsgebühren
Die Bestattungsgebühren wurden letztmals 2022 angepasst und sollen auch zum 1. Juni 2026 erhöht werden.
Es wird auf Antrag der SPD ein Absatz aufgenommen, dass für Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr keine Grabherstellungskosten anfallen. Der Kämmerer wendet ein, dass die Kommunalaufsicht diesen Absatz streichen wird.
Der Gemeinderat beschließt die Anpassung der Gebühren zum 1. Juni 2026
TOP8 Vergabe von Bauleistungen – Erweiterung Feuerwehrgerätehaus Hüfingen
Noch etwas erfreuliches:
Eine Firma aus Immendingen soll mit den Fliesenarbeiten in Höhe von 91.209,34 € brutto beauftragt werden.
Für die Bodenbelagsarbeiten gibt es zwei Alternativen:
Eine Firma aus Villingen-Schwenningen soll mit den Bodenbelagsarbeiten in Höhe von 32.862,68 € brutto beauftragt werden. Hier sind die Stoßfugen deutlich unauffälliger und das Material ist insgesamt robuster. Dies wird für Feuerwehren empfohlen.
oder die günstigere Variante:
Bodenbelagsarbeiten in Höhe von 22.160,71 € brutto. Hier wird billigere Bahnenware verlegt, wodurch die Stoßfugen sichtbarer sind und die Materialstärke geringer ausfällt.
Daniel Bucher spricht für die CDU und meint, dass man hier nicht unbedingt sparen sollte, da es sonst im Endeffekt teurer wird. Die SPD ist der selben Meinung und auch Michael Steinemann vom Freien Forum will die bessere Variante.
Es wird einstimmig die robustere Variante ausgewählt.
Aktuell hat die Elektroakustische Anlage einen Defekt, wodurch die Durchsagen nicht mehr alle Klassenzimmer erreichen. Da die Anlagenteile bereits über 25 Jahre alt sind, gibt es keine Ersatzteile zur Reparatur und Instandsetzung mehr. Die Anlage besteht aus zwei Zentralen die komplett getauscht werden müssen. Der weitere Umfang der Arbeiten beinhaltet, die Inbetriebsetzung, Programmierung, Funktionsprüfung und Einweisung in die neue Anlage.
Eine Hüfinger Firma wird einstimmig für die Elektroarbeiten in Höhe von 39.971,51 € brutto beauftragt.
TOP 10 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat
Für das Areal vom Frank gäbe es einen ersten Entwurf und die Nachbarschaftshilfe läge momentan noch beim Registergericht in Freiburg zu Eintragung.
Michael Steinemann beschwert sich über das Hochbeet von Natur nah dran. Ist aber doch bisschen peinlich jetzt im Gemeinderat so damit anzukommen, aber immerhin mal kein hinten rum nachtreten, sondern vor versammelter Mannschaft. Eigentlich war die Idee am Schari gemeinsam mit Jugendlichen etwas wachsen zu lassen. Etwas, das nicht nur angelegt wird, sondern auch mit Beteiligung, Verantwortung und Identifikation zu tun hat. Aber was will man machen ohne Jugendhaus? Ich habs nicht abgeschafft.
Es ist bezeichnend für die lokale Presse, dass Morde der SS bis heute ignoriert werden. Aber auch die lokalen Heimat- und Geschichtsvereine üben sich in Geschichtsklitterung. Vermutlich sollen Väter weichgespült bleiben, gab es hier doch so einige Waffenbrüder aus der SS Leibstandarte. Da ist es einfacher auf Juden zu zeigen, wie es die VHS-Baar tut.
SS-Untersturmführer Heinrich Perner (05.09.1909-17.09.1975) und SS-Unterscharführer Horst Wauer (03.08.1916 -08.09.1991) ermordeten zusammen mit dem französischen SS-Unterscharführer Jacques Roglin (09.08.1922- 12.11.1990) und den Legionären Maurice Leyrat und Raymond Delotter gegen Ende vom Krieg Willibald Strohmeyer. Für Mörder wie Heinrich Perner und Horst Wauer war Willibald Strohmeyer ein sichtbares Wahrzeichen des Anstandes und auch Gewissens.
Am Sonntag, den 22. April 1945 gegen 11.00 Uhr, entführten die SS-Männer Willibald Strohmeyer und fuhren ihn zum Heubronner Eck. Willibald Strohmeyer musste bergauf gehen, bis ihn Jacques Roglin nach etwa 25 Metern durch einen Genickschuss ermordete. Die Leiche wurde etwa 15 Meter weiter geschleift, ausgeraubt und verscharrt. Die Grube wurde dann notdürftig mit Erde, Rasen und Tannreisig bedeckt. Erst am 6. Mai wurde er von von einem Suchkommando des Rammersbacher Hofes entdeckt und auf dem Friedhof von St. Trudpert beigesetzt.
Willibald Strohmeyer ein Gelehrter aus Mundelfingen
27. Dezember 2024
Willibald Strohmeyer wurde am 6. Juli 1877 in Mundelfingen geboren.
Als Zweitgeborener des Landwirts Jakob Strohmeyer schloss sich für Willibald Strohmeyer die Übernahme des elterlichen Betriebes in Mundelfingen aus. Gefördert vom Dorfpfarrer Leopold Streicher, der die Begabung seines Schülers erkannte, konnte Strohmeyer nach der Volksschule die Lendersche Anstalt in Sasbach besuchen, am Gymnasium in Rastatt das Abitur ablegen und anschließend in Freiburg katholische Theologie studieren. Willibald Strohmeyer wurde 1902 zum Priester geweiht und war von 1909 bis zu seiner Ermordung Pfarrer in St. Trudpert im Münstertal .
Am 29. August begrüßt Willibald Strohmeyer (r.) den apostolischen Nuntius Eugenio Paceli (l.) den späteren Papst Pius XII., der vom Freiburger Katholikentag aus dem Kloster St. Trudpert einen Besuch abstattet.
Foto von Unbekannt aus einem alten Zeitungsschnipsel
Im Münstertal entwickelte Strohmeyer ein weit über seine seelsorgerischen Aufgaben hinausreichendes Engagement. Nach über einem Jahrhundert Leerstand gelang es ihm, eines der geistlichen Zentren Süddeutschlands, das Kloster St. Trudpert, wiederzubeleben.
Gerne erinnern ältere Bergleute sich der Zeit, wo der Grubenbau noch von der Abtei Sankt Trudpert betrieben wurde. Manch heiteres Fest gewährte damals dem mühseligen arbeitenden Bergmann Erholung und Freude. Ein Hauptfest aber war am Tage Sankt Barbara als der Schutzpatronin der Bergleute, welch letztere sich aus den Gruben „Teufelsgrund“ und „Gotteseintracht“ bei Badenweiler alljährlich zur gemeinsamen Feier vereinigten. Früh morgens versammelten sich die ganze Gewerkschaft bei der Münstertaler Boche und Schmelze. Von da ging es im Zuge, voran die Bergwerksfahne, die Ober- und Untersteiger und eine Musikbande, zur Klosterkirche, allwo ein feierliches Hochamt abgehalten wurde. War dieses zu Ende, so begab man sich wieder auf den Sammelplatz, um die Regeln und Satzungen zu verlesen und ein förmliches Sittengericht über Zuwiderhandeln abzuhalten. Nebst diesem wurde strenge Ermahnung gegeben zur Haltung der Gebote Gottes und der Kirche.
Die zweite Hälfte des Tages sodann war der Fröhlichkeit gewidmet. Ein reichbesetztes Mahl im Klosterhofe erwartete die Teilnehmer, deren Zahl zuweilen über dreihundert stieg. Jedes Mal während dem Essen erschien auch der Prälat, der mit seinem Mohren und Heiducken im prächtigen, mit Mauleseln bespannten Gallawagen daher fuhr und seine Leute begrüßte. Später begann der Tanz, zu dem die Dirnen des Tales gerne sich einladen ließen, und wobei es gebräuchlich war, dass jede Schöne ihrem Liebhaber ein farbiges Sacktüchlein zum Geschenk machte. Zuweilen kam es auch vor, (wenn der eine oder andere Knappe ein Glas bösen Wein getrunken oder die Fratze Eifersucht ihn quälte), dass, wie bei Verbrüderungsfesten sich ziemt, ergötzliche Händel und Prügeleien ausbrachen, die nicht selten mit blutigen Köpfen endigten.
Die Kriegsjahre und endlich die Aufhebung des Klosters machten diesen Zuständen ein Ende. Seitdem, heißt es, wolle aber auch der Bergbau nicht mehr recht gedeihen; der Grubenbau ward immer lässiger betrieben und wurde zuletzt in den 20er Jahren, vom Staate an eine Privatgesellschaft verpachtet, die wenig mehr auf die Bräuche und Feste der Gewerkschaft hielt, und auch das stets so feierlich begangene St. Barbarafest eingehen ließ, nachdem die Schutzheilige bei der Knappschaft doch so viele Jahrhunderte lang in dankbaren Andenken gestanden hatte.
Willibald Strohmeyer 1902
Foto von Unbekannt aus einem alten Zeitungsschnipsel
Willibald Strohyeyer kannte als Mundelfinger sicher alle Bücher von Lucian Reich von klein auf und somit auch die Wanderblühten.
Der Heilige Tudpert
Um das Jahr 607 hat der Heilige Trudpert im Münstertal eine Einsiedelei gegründet und wurde von zwei Knechten mit einer Axt erschlagen. Nach der Legende entsprang an dem Ort, an dem St. Trudpert starb, die Trudpertsquelle. Sie wurde im 18. Ih. gefasst und in die Gruft unter der Kapelle geleitet.
Die Trudpertskapelle wurde anstelle eines älteren Rundbaues 1698 erbaut und 1731 konsekriert. Danach begann eine Blüte der Trudpertsverehrung mit achttägigen Feierlichkeiten Hauptfestzeit und Wallfahrtsprozessionen aus der weiteren Umgebung. Heute wird der Sonntag nach dem 26. April von der Gemeinde als Trudpertsfest begangen. In feierlicher Prozession wird an diesem Tag der barocke Reliquienschrein von 1714 um Kapelle, Kloster und Pfarrkirche getragen.
Die Brunnenkapelle, Gruft genannt, wird von einem Barockgitter abgeschlossen. Der symbolische Sarkophag des Heiligen wird von Skulpturen Ehrentrud und Rupert, nach der Legende Geschwister des Heiligen Trudpert, flankiert.
Weiter in dem Tale führt der allmählich aufsteigende Weg an den Gebäuden der ehemaligen Abtei St. Trudpert vorüber. Die Geschichte nennt diesen Ort eine der ersten Stätten unseres Vaterlandes, wo das junge Christentum Wurzeln geschlagen. Der Irländer Trudpert, der hier das Evangelium predigte, soll die einsame Talgegend von einem Ritter Otbert zum Geschenk erhalten haben. Der Bau selbst, wie er heute zu Tage mit seinem inneren kirchlichen Prunk von unseren Blicken steht, gehört einer späteren, geschmacklosen Zeit an. Ein älterer Überrest scheint allein der steinerne Brunnen zu sein in einer halb unterirdischen Seitenkapelle, welches Monument die Form eines Sarges hat, auf dessen Deckel die liegende Gestalt des Ortsheiligen ausgehauen ist.
Pfarrkirche St. Trudpert
Um 800 entstand das erste Benediktinerkloster rechts des Oberrheins, das 1632 durch die Schweden vollkommen zerstört wurde. Nach dem Wiederaufbau durch den Vorarlberger Baumeister Peter Thumb, wurde die jetzige Pfarrkirche St. Trudpert 1727 geweiht. Im Zuge der Säkularisation im Jahr 1806 wurde die wohlhabende Benediktinerabtei aufgelöst und ging als Schloss Trudpert in Privatbesitz über. So kannte es 1855 Lucian Reich.
Als nach dem Ersten Weltkrieg das Elsass an Frankreich fiel und die deutschen Schwestern vom Heiligen Josef das Kloster Saint Marc in Geberschweier verlassen mussten, fanden sie mit tatkräftiger Unterstützung von Pfarrer Strohmeyer eine neue Heimat in St. Trudpert. Von 1924 bis 1931 fungierte er als Superior des nunmehrigen Nonnenklosters. Seit 1939 hatte Strohmeyer zusätzlich das Amt des Dekans im Dekanat Neuenburg inne.
Willibald Strohmeyer betätigte sich darüber hinaus als Bauherr im Münstertal. Bereits 1913 hatte er die Antoniuskapelle im Ortsteil Rotenbuck errichten lassen, 1928 folgte das neue Pfarrhaus und 1934 die Spielwegkapelle am sogenannten Wiedener Eck. Daneben kümmerte er sich um Instandsetzungen und Renovierungen der bestehenden Kirchengebäude, etwa der St. Trudpertskapelle, die am Ort des Martyriums des Heiligen erbaut worden war.
Seine Chronologischen Notizen in 2 Bänden, angefangen im April 1909, letzter Eintrag am Samstag, 21. April 1945, sind ein überwältigendes Zeugnis von seiner rastlosen Tätigkeit auf dem Felde der ordentlichen Seelsorge. Seine Musestunden nützte er vor allem für die Erforschung und Darstellung der Heimat- und Lokalgeschichte. Daneben beschäftigte er sich mit der Geschichte des Dekanates Neuenburg und schrieb aus der Kenntnis der Heimatgeschichte und den noch lebendigen Überlieferungen des Münstertales 19 heimatgeschichtliche Erzählungen, die heute zwar alle vergriffen sind, aber die vorhandenen Exemplare werden immer noch gern gelesen und zur Freude vieler Zeitgenossen vor dem Untergang behütet.
Foto von Unbekannt aus einem alten Zeitungsschnipsel
Eine Wiederbesiedelung des Klosters durch die Benediktiner, die er anstrebte, misslang ihm. Dafür ist ihm zu verdanken, dass am Ende des ersten Weltkrieges die im Elsaß schwer bedrohten Schwestern des heiligen Josef von St. Marc eine Neugründung des Klosters durchführen konnten. Pfarrer Strohmeyer war 1924-1931 Superior dieser Neugründung, in der heute noch 138 Schwestern im Münstertal tätig sind.
Dunkle Zeiten
Die schweren Jahre der beiden Weltkriege hat Pfarrer Strohmeyer mit großer Anteilnahme an den Verlusten an Menschen, Glück und Frieden durchlitten. Mit Liebe und Trauer hat er in seinen Chronologischen Notizen alles verzeichnet, was er an Schrecken und Folgen der Kriege zu spüren bekam.
Nachdem die Throne gefallen, wird der Kampf gegen die Altäre beginnen. Doch hier wird es nicht so leicht hergehen. Nun sind wir ganze Republikaner, Deutsche und Badische. Das Herz möchte sich einem im Leibe herumdrehen.*
Der politische Systemwechsel 1918/19 dürfte ihm erleichtert worden sein, dass dieser vom badischen Zentrum mitgetragen wurde. Den beiden Reichskanzlern aus dessen Reihen, vor allem dem in Wellendingen geborenen Constantin Fehrenbach, im Übrigen einem ehemaligen Theologiestudenten, dürfte er wie auch dessen Nachfolger Joseph Wirth mit Sympathie begegnet sein.
Der 30. Januar 1933, der Tag der Machtergreifung Hitlers, bedeutete auch für Willibald Strohmeyer eine tiefe Zäsur:
Adolf Hitler Reichskanzler; der Reichstag aufgelöst. Was wird jetzt kommen? Hat Gott das deutsche Volk vergessen und verlassen? Oder kommt doch etwas Besseres?*
Am 23. März 1933 notierte er:
Heute ging im Reichstag das Ermächtigungsgesetz durch, eine furchtbare Waffe in der Hand Hitlers. Wehe, wenn es mißbraucht würde. Hoffen wir es nicht.*
Am 12. April 1933 hält er fest:
Nicht mehr Alle haben gleiches Recht unter der Sonne. Alle Stellen, die etwas bedeuten, werden jetzt mit S.A.-Männern der NSDAP besetzt; die Kommunisten sind von allem ausgeschlossen, ihre Partei überhaupt verboten. Die Sozialdemokratie kann als Partei bis jetzt noch existieren, aber eigentliche Staatsstellen dürfen sie nicht mehr einnehmen. Das Zentrum ist geduldet, aber überall, wo es geht, müssen einflussreiche Zentrumsmänner den S.A.-Leuten weichen (…). Dieser Tage mußte der Oberbürgermeister Bender von Freiburg (Zentrum) weichen; wie viele Oberbürgermeister sind beurlaubt oder in Schutzhaft! genommen. Auch der Münstertäler sitzt noch. Ungerechtigkeit und Unwahrhaftigkeit sind die Ecksteine, auf dem (sic!) das 3. Reich aufgebaut ist. Wird und kann es von Bestand sein? Doch wehe, wenn ein 4. Reich käme! Gewiß, es ist unter Hitler jetzt schon manches geschafft worden, schon manche Gesetze sind herausgekommen, die vielleicht von Segen sind. Doch wir bangen, wir bangen für die Zukunft. Es ist schwer, noch Optimist zu bleiben. Auch Ministerialrat Hirsch-Karlsruhe ist entlassen; er hat uns den Kredit von 5500 Mark für die neue Treppe zur Orgel vermittelt. Sein Vater war Jude, deshalb muß er gehen.*
Man merkt an diesen Einträgen, wie vorsichtig Willibald Strohmeyer formulierte. Aber trotz aller Vorsicht wird deutlich, dass er von Anfang an ein Gegner des NS-Regimes war. Als Mann des Wortes wusste er, dass eine Definition wie Ungerechtigkeit und Unwahrhaftigkeit seien die Ecksteine des Dritten Reiches ihn leicht Freiheit und Leben hätten kosten können. In einem Stimmungsbild vom 30. Oktober 1943 heißt es:
Es wagt fast niemand mehr an den Sieg zu glauben; aber dies zu äußern ist außerordentlich gefährlich. Wehe, wenn einer zu sagen wagte: Wir verlieren den Krieg. Überall ist man von Spitzeln umgeben. Man hat sich indessen an das Schweigen gewöhnt. Besonders vorsichtig müssen die Geistlichen sein. Wann werden wieder andere Zeiten kommen? Man hat den Mut nicht mehr zu hoffen.*
Die Ermordung Willibad Strohmeyers
Es ist sicher, dass Pfarrer Strohmeyer mit seiner friedlichen Art keinen Ortsgruppenleiter, keinen Gauleiter, keinen Göbbels und keinen Hitler gereizt hat; die Bestie Nationalsozialismus hat aber auch die Ruhigen und Friedfertigen angefallen.
Am 5. Oktober 1941 wurde der französische Kriegsgefangene René Groheux von einem Förster erschossen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, darunter auch anderer französischer Kriegsgefangener, vollzog Pfarrer Strohmeyer die Beisetzung des erschossenen Franzosen.
Die Vorgeschichte der Ermordung Pfarrer Strohmeyers aber setzte erst im Herbst 1944 ein. Zu diesem Zeitpunkt wurden Sonderverbände der Waffen-SS ins Leben gerufen, die sogenannten SS-Jagdverbände, die unter dem Kommando von Otto Skorzeny standen.
Ende Februar 1945 fiel der SS-Zug von Heinrich Perner in das Münstertal ein und quartierte sich im Ortsteil Münsterhalden ein. Die Tatsache, dass der 1909 in Bodenbach an der Elbe geborene Maschinenbauingenieur Heinrich Perner in den Jahren 1930 bis 1935 in der Fremdenlegion gedient hatte und sehr gut Französisch sprach, dürfte ihn für seinen Posten qualifiziert haben. Am 23. März 1945 stieß der 1916 in Berlin geborene Unterscharführer Horst Wauer zur Einheit Perners hinzu. Es herrschte in diesen Wochen und Monaten ein Klima der Angst und der Denunziation im Münstertal, hervorgerufen durch das brutale Auftreten des Heinrich Perner und seiner Männer. Bezeichnend für die mörderische Gesinnung innerhalb dieser SS-Einheit war ein Doppelmord am 15. April 1945. An diesem Tag erschoss der erst zwanzigjährige Erich Spannagel auf dem Heuboden eines Hofes in Münsterhalden kaltblütig zwei desertierte, unbewaffnete deutsche Soldaten.
Willibald Strohmeyer hielt in seinem Tagebuch am 17.04.1945 fest:
Gestern Nachmittag wurden 2 Soldaten sang- und klanglos auch ohne kirchlichen Segen auf dem Friedhof (unten am Heldengrab) begraben. Sie hießen Gerhard Leisinger und Otto König. Es handelt sich um Fahnenflüchtige, die sich im Schwarzwald herumtrieben und am Sonntag in der Münsterhalden aufgegriffen wurden. Sie wurden sofort standrechtlich erschossen. Die armen Menschen. *
Mördern wie Heinrich Perner und Horst Wauer war St. Trudpert ein sichtbares Wahrzeichen des Anstandes und auch Gewissens.
Am 22. April 1945, einem Sonntag gegen 11.00 Uhr, drei Tage bevor französische Truppen in das Münstertal einrückten, ließ sich Heinrich Perner in Begleitung eines anderen SS-Mannes, dessen Identität nicht geklärt ist, von seinem französischen Chauffeur Albert Boussichas zum Pfarrhaus von St. Trudpert fahren. Dort forderte Heinrich Perner den Pfarrer Willibald Strohmeyer in scharfem Ton und ohne Angabe von Gründen auf, sich innerhalb von zwei Minuten anzuziehen und mitzukommen. Zu viert fuhren sie im Auto in den Ortsteil Münsterhalden, wo Heinrich Perner und der andere SS-Mann ausstiegen. Ihre Plätze nahmen Horst Wauer und der französische Unterscharführer Jacques Roglin ein, denen Perner den Befehl erteilte, den Pfarrer zu erschießen. Gemeinsam fuhren sie zur Ausflugsgaststätte Haldenhof in Heubronn, wo Soldaten eines anderen Zuges des SS-Jagdkommandos einquartiert waren. Dort stiegen zwei weitere französische Legionäre, Maurice Leyrat und Raymond Delotter, zu. Sie nahmen Hacke und Spaten mit und stellten sich, da im Auto kein Platz mehr war, auf das Schutzblech. Die Fahrt dauerte nur noch wenige hundert Meter einen Waldweg hinauf zum Heubronner Eck. Willibald Strohmeyer musste aussteigen und in Begleitung von vier der fünf SS-Männer (der Chauffeur blieb im Wagen) bergauf gehen, bis ihn Jacques Roglin nach etwa 25 Metern durch einen Genickschuss ermordete. Die Leiche wurde etwa 15 Meter weiter geschleift, ausgeraubt und verscharrt. Die Grube wurde dann notdürftig mit Erde, Rasen und Tannreisig bedeckt. Erst am 6. Mai wurde er von von einem Suchkommando des Rammersbacher Hofes entdeckt und auf dem Friedhof von St. Trudpert beigesetzt.
Das Grab von Willibald Strohmeyer auf dem Friedhof in St. Trudpert
SS-Terror und Priestermord in Münstertal Pfarrer Willibald Strohmeyer zur Erinnerung
Die blutige Spur des Il. Weltkrieges mit seinen 55 Millionen Toten, darunter 5.431.000 deutschen Soldaten und 3.333.000 deutschen Zivilisten, führt hinein bis ins abgelegene Münstertal mit seinen 265 gefallenen Soldaten.
Um selbst so lange wie möglich überleben zu können, führten die braunen Machthaber noch bis zuletzt einen rücksichtslosen Krieg gegen das eigene Volk. Dazu ist auch Münstertal etwa ab Mitte Februar 1945 von einem SS-Jagdkommando in der Stärke von zwei Zügen besetzt worden. Führer dieser hauptsächlich aus französischen Fremdenlegionären und Milizangehörigen fremder Länder wie Spanien, Arabien, China u. a. zusammengewürfelten Truppe war der SS-Untersturmführer (Leutnant) Heinrich Perner. Er war am 5.09.09 geboren, deutsch, mittel-punktsbedürftig und wie sein von ihm geliebter Führer Adolf Hitler, der nach dem Krieg im Umkreis von 10 km keinen lebenden Pfaffen mehr sehen wollte. Er war Katholik und fanatischer Kirchenhasser. Der Totenkopfoffizier regierte im Münstertal mit Gesinnungsterror, Drohung mit Erschießen, Auslieferung an die Gestapo und der Ankündigung, er werde den Pfarrer von St. Trudpert noch öffentlich aufhängen lassen, und zwei Scharfschützen im Hinterhalt postieren, um eine Leichenabnahme zu verhindern. … Die Pfaffen sind an allem Schuld! Das halbe Münstertal gehört aufgehängt! – Diese schwarze Bande! Soweit die Hassausbrüche des damaligen SS-Kommandanten in Münstertal.
Französische Truppen standen bereits in Freiburg und in Müllheim als H. Perner am 22.04.1945, kurz nach 10 Uhr, in Begleitung von zwei SS-Soldaten im PKW vor dem Pfarrhaus in Münstertal eintraf. Wahrend der Fahrer, Bussichas, im Wagen zurückblieb, ging er mit seinen Kumpanen ins Haus und erkundigte sich nach dem Pfarrer Willibald Strohmeyer. Ohne anzuklopfen betrat er das Arbeitszimmer des Geistlichen und flegelte ihn an: Sie sind doch der Strohmeyer? Kommen Sie mal mit!
Der 68 Jahre alte Priester war seit 36 Jahren in Münstertal tätig und dort sehr beliebt. Er war auch dafür bekannt, dass er Religion und Politik stets zu trennen verstand. Er erhob sich betroffen und folgte. Als seine hinzugekommene Schwester fragte, was denn überhaupt los sei, wurde sie von Perner angebrüllt: Darüber bin ich ihnen keine Rechenschaft schuldig! In gleich rüden Ton verfuhr er mit den beiden Vikaren im Hause. Perners Begleiter (Name unbekannt) fingerte bei dem Auftritt theatralisch am Revolver und gab dem Geistlichen zwei Minuten Zeit zum Umziehen. Danach fuhren die Schergen mit dem Priester nach Münsterhalden zum Gasthaus Böhler, in dem sich damals das SS-Hauptquartier befand. Perner verließ dort das Fahrzeug und befahl dem unter der Tür stehenden H. Wauer und dem Fremdenlegionär Roglin (It. Gerichtsakten „ein wilder, gefährlicher Baske“): Fahren Sie den Pfarrer hinauf zum Haldenhof und erschießen Sie ihn!
Wauer und Roglin stiegen in den PKW. Perner blieb zurück. Auf der Fahrt zum Tatort wurden an einer der auf der Strecke liegenden Werwolfstellungen Hacke und Schaufel besorgt; zwei weitere Legionäre, Delotter und Leyrat, stiegen zu. Danach ging die Fahrt weiter, einige 100 Meter den Waldrand hinauf. An einem nach links aufwärts führenden Seitenweg wurde angehalten. Der Priester musste aussteigen und dann zusammen mit seinen Henkern den Waldweg hinaufgehen. Oben angekommen wurde er mit zwei Genickschüssen ermordet. Der Tote wurde noch ausgeraubt, bevor man ihn verscharrte.
Der Legionär Leyrat nahm die goldene Uhr des Geistlichen an sich; Horst Wauer bündelte die anderen Habseligkeiten in ein Taschentuch zur Ablieferung an seinen Chef Heinrich Perner. Auf dem Weg zu ihm, rief er einem anderen Angehörigen seiner Einheit großtuerisch zu: Weißt Du schon, dass wir den Schwarzen von St. Trudpert umgelegt haben? Dann prahlte er weiter im Henkerjargon. Die mit Tannenreisern, Wasen und Erde zugedeckte Leiche ist am 06. 05. 1945 von einem Suchtrupp aufgefunden worden. Über Einzelheiten des Tathergangs liegt, auch nach damaligen Presseberichten, ein undurchsichtiger Schleier.
Wie barbarisch die Soldateska mit ihrem Opfer umgegangen ist, lässt der Bericht über die noch am Auffindungstag vorgenommene Leichenschau erkennen:
Eine horizontal verlaufende Strangulationsnarbe am Hals zwischen Kehlkopf und Kinn
Eine Schussöffnung im Nacken; Durchmesser: etwa 5 mm.
Eine weitere Schussöffnung im Genick, wahrscheinlich Kal. 7.65.
Eine starke Schwellung u. Blutunterlaufung am und in der Umgebung des rechten Ohres.
Auch die Kleider des Toten wiesen auf gewalttätige Eingriffe hin. Am schwarzen Überrock waren die Schöße herausgerissen.
Am 23.04.1945 schoss er mit seinem Hauptfeldwebel, dem SS-Unterscharfuhrer (Unteroffizier) Horst Wauer, (geb. 03.08.1916) beide aus Münsterhalden kommend, die rechts der Straße auf einem Felsen angebrachte Marienstatue, samt dem dortigen Kruzifix, mit der Pistole kurzerhand in Stücke. Ein 20 Jahre alter Angehöriger des Menschen-Jagdkommandos Heinrich Perner, der SS – Unterscharführer Erich Spannagel, von seinen Kameraden Bubi genannt, schoss am 25.04.1945 -12 Tage vor der Kapitulation- zwei in ihrem Versteck auf dem Heuboden aufgestöberte, waffenlose, deutsche Soldaten auf der Stelle nieder und gab den beiden regungslos am Boden liegenden zusätzlich den exerziermäßigen Fangschuss.
Am 8. Mai 1945 endete das Tausendjährige Reich. Bereits am 25.04.1945 hat sich der Führer des SS-Menschenjagdkommandos vor den anrückenden französischen Truppen unter dem Futtergang eines Hauses in Münstertal versteckt. Zwei Tage später machte er sich auf den Weg nach Sulzburg, um im dortigen Gefangenenlager unterzutauchen.
Heinrich Perner und die beiden SS-Unterscharführer Horst Wauer und Erich Spannagel hatten sich nach ihrer Verhaftung wegen Mordes und Totschlags im Juni 1948 vor dem Schwurgericht des Landgerichtes Freiburg zu verantworten. Eine Kopie des Schwurgerichtsurteils ist bei der Kurverwaltung, 79244 Münstertal erhältlich. Der Unkostenbeitrag wird für die am Tatort errichtete Gedächtniskapelle samt Umgebung verwendet.
Zum Bau der Gedächtniskapelle wurde mit Genehmigung der französischen Militärregierung am 22.10. 1946 der Grundstein gelegt. Am Sonntag, den 31. 8. 1947 wurde die Kapelle durch Erzbischof Dr. Conrad Gröber, Freiburg, unter der Beteiligung von über 3000 Gläubigen feierlich eingeweiht. Das Grab von Pfarrer Willibald Strohmeyer befindet sich auf dem Friedhof der Gemeinde Münstertal links vom Haupteingang. Dekan Willibald Strohmeyer wird in seiner Pfarrgemeinde St.Trudpert Münstertal wie ein Heiliger verehrt.
Willibald Strohmeyer Gedächniskapelle
An der Fundstelle beim Heubronner Eck wurde die Strohmeyer-Kapelle errichtet. Am 22.10.1946 wurde der Grundstein gelegt.
Heubronner Eck
Gedächniskapelle
Am Sonntag, den 31.08.1947 wurde die Kapelle durch Erzbischof Dr. Conrad Gröber, Freiburg, unter der Beteiligung von über 3000 Gläubigen feierlich eingeweiht.
Die Baugeschichte der Willibald-Strohmeyer-Gedächtniskapelle auf dem Heubronner Eck
Am 22. April 1945 wurde hier der Priester Willibald Strohmeyer auf grausame Weise ermordet und verscharrt. Sein Leichnam wurde am 6. Mai 1945 hier aufgefunden. Am 9. Mai 1945 würdigte der Erzbischof von Freiburg, Dr. Conrad Gröber, in einem Hirtenschreiben den Glauben und das Wirken des Ermordeten und bezeichnete ihn als einen Märtyrer. Der Pfarrverweser Alfons Sieber in Münstertal, hatte den Wunsch, am Ort des Martyriums eine Kapelle bauen zu lassen. Am 24. Dezember 1945 bat er die französische Militärregierung um Erlaubnis. Das Vorhaben wurde am 4. Januar 1946 genehmigt, jedoch die Zustimmung des Landrats von Müllheim gewünscht.
Am 10. Januar 1946 wurde der Antrag vom Landrat warm befürwortet. Pfarrverweser Sieber legte seinen Plan dem Erzbischof von Freiburg vor, der sich sehr darüber freute. Sieber schrieb ein Bittgesuch um Zuteilung von Baumaterialien an die Kirchenbehörde. Das Bittgesuch wurde abgelehnt mit der Begründung, der Materialaufwand sei zu hoch, man könne sich aber die Anbringung einer Gedächtnisplatte an der Martyriumsstätte vorstellen. Pfarrverweser Sieber wandte sich, begleitet von Direktor F. Klinger aus Freiburg, an die Militärregierung. Die Militärregierung hatte ein Verbot für Neubauten erlassen. Es erging am 7. März 1946 der Bescheid, gegen den Bau der Kapelle sei nichts einzuwenden, aber es werde kein Baumaterial zur Verfügung gestellt. Im März 1946 bat Alfons Sieber die Badische Forstverwaltung in Freiburg um Zuteilung des nötigen Bauholzes. Die Genehmigung wurde erteilt und das Vermessungsamt Müllheim nahm die nötigen Vermessungen des Bauplatzes vor. Die Bewohner des Ortsteils Münsterhalden baten den Erzbischof von Freiburg, man möge die Kapelle in ihrem Ortsteil und nicht am Ort des Martyriums errichten. Die Bitte wurde von der Kirchenbehörde in Freiburg und vom Stiftungsrat Münstertal abgelehnt.
Für den Bau der Kapelle wurde schon im Jahr 1945 Geld gespendet, bald waren 9.000.– RM gesammelt. Der Kostenanschlag lag bei 10.700 RM. Ende Mai 1946 wurde das Baugrundstück endgültig vermessen. Im November 1946 wurde der Kapellenplatz von der Gemeinde Neuenweg für 200 RM gekauft. Im Juni 1946 verbreiterten 12 Jungmänner aus der Pfarrei den Weg, damit das Baumaterial zur Baustelle transportiert werden konnte. Am 24. Juni 1946 wurde ein neues Baugesuch an die Kirchenbehörde gerichtet. Am 3. Juli 1946 wurde der Antrag abgelehnt. Am 17. Juli 1946 erging vom Landratsamt Müllheim der positive Baubescheid für die Gedächtniskapelle.
Vikar Karl Siegel und Pfarrverweser Alfons Sieber sprachen persönlich bei Generalvikar Dr. Simon Hirt und bei Erzbischof Dr. Conrad Grober in Freiburg vor und erreichten eine positive Zusage. Aus Freiburg kamen nach wenigen Tagen eine Ladung von 20 Sack Zement und die endgültige Baugenehmigung. Der Plan von Prof. Lorenz aus Freiburg wurde auf Wunsch der Kirchenbehörde so geändert, dass ein offen zugänglicher Kapellenraum und ein durch ein Gitter abgetrennter Chorraum entstanden, damit Besucher jederzeit in der Kapelle beten können. Das Landesverkehrsamt genehmigte den Transport der Baumaterialien zum Heubronner Eck, wollte aber aus Mangel an Transportraum die Anforderung verschieben. Alfons Sieber wandte sich an den 1. Transportoffizier der französischen Militärregierung in Freiburg, Herrn Huber. Das Gouvernement Militaire in Müllheim übernahm den Transport.
Am 12. August 1946 begann der Transport der Steine und des Baumaterials. Die Steine kamen zum größten Teil aus Schönau, von einem Denkmal, das abgetragen wurde. Beim Transport halfen französische Soldaten und Buben aus der Pfarrei. Die Lastwagen stellte die französische Transport-Regie in St. Georgen. Am 11. September 1946 war der Baubeginn. Die Bauarbeiten wurden von der Firma Josef Pfefferle ausgeführt. Am 22. Oktober 1946 fand die Grundsteinlegung statt.
Am Sonntag, den 31.8.1947 wurde die Kapelle zu Ehren der sieben Schmerzen Mariens durch Erzbischof Dr. Conrad Gröber feierlich eingeweiht. In seiner Rede zur Einweihung würdigte Staatspräsident Dr. Leo Wohleb den ermordeten Pfarrer Willibald Strohmeyer und ermahnte alle:
Sorgt dafür, dass niemals mehr Zeiten wiederkommen können, in denen Religion und Menschenwürde mit Füßen getreten werden.
(J.S.)
Vikar Alfons Sieber schrieb Papst Pius XII. nach der Befreiung:
Pfarrer Willibald Strohmeyer hat während der ganzen Dauer des Dritten Reiches durch seinen Seeleneifer und sein vorbildliches, priesterliches Leben den hl. katholischen Glauben in der Pfarrgemeinde erhalten und besonders die Jugend vor dem Gift der nationalsozialistischen Irrlehren bewahrt.*
Von guten Mächten von Siegfried Fietz und Dietrich Bonhoeffer
Der Prozess gegen einige der feigen Mörder und Raubmörder
Erst im Juni 1948 fand der Prozess gegen die Mörder von Willibald Strohmeyer vor einem Schwurgericht des Landgerichts Freiburg statt. An dieses Verfahren angehängt war die Ermordung der beiden Deserteure durch Erich Spannagel, der aufgrund seines zum Tatzeitpunkt jugendlichen Alters am 10. Juni 1948 wegen zweifachen Totschlags eine Strafe von sieben Jahren erhielt, auf die fünf Monate Untersuchungshaft angerechnet wurden. Erich Spannagels Reststrafe wurde am 10. April 1952 zur Bewährung ausgesetzt.
Die Mörder Heinrich Perner (1) und Horst Wauer (2)
Foto von unbekannt aus einem alten Zeitungsschnipsel
Der kaufmännische Angestellte Horst Wauer bekam wegen Beihilfe zum Mord eine Strafe von zehn Jahren Zuchthaus, aber bereits am 8. November 1953 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen. Die schwerste Strafe erhielt der Befehlsgeber Heinrich Perner, der die Beteiligung an diesem Verbrechen bis an sein Lebensende leugnete: die Todesstrafe, die allerdings am 23. Februar 1949 in eine lebenslange Zuchthausstrafe umgewandelt wurde, die er im Landesgefängnis in Freiburg verbüßte. Am 26. April 1955 wurde die lebenslange in eine Strafe von 15 Jahren abgemildert, die zum 9. Mai 1957 auf Bewährung ausgesetzt wurde. Nach fast genau zwölf Jahren Kriegsgefangenschaft, Untersuchungshaft und Haft war damit auch Heinrich Perner 1957 wieder auf freiem Fuß. *
Die Mörder waren unter uns
Heinrich Perner, der nach seiner Entlassung neun Jahre in Bad Dürkheim lebte und nach dem Suizid seiner Ehefrau 1966 vom katholischen zum evangelischen Glauben konvertierte, starb am 17. September 1975 in Frankfurt am Main; er wurde 66 Jahre alt. Der eigentliche Todesschütze Jacques Roglin, der am 9. August 1922 in der nordöstlich von Bordeaux gelegenen Gemeinde Saint-Loubès im Department Gironde geboren worden war, wurde, wie die meisten französischen SS-Kollaborateure, zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Bei einer der Amnestien in den 1950er-Jahren muss er aus der Haft entlassen worden sein, denn bereits 1957 heiratete er in Paris. Er starb in seiner Heimat, in der Saint-Loubès benachbarten Stadt Ambarès am 12. November 1990 im Alter von 68 Jahren. Der am 3. August 1916 in Berlin geborene Horst Wauer korrespondierte mit dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem, das diese Angabe freundlicherweise im Internet platziert hat, über genealogische Fragen. Dadurch ließ sich ermitteln, dass er in der Stadt Münster in Westfalen am 8. September 1991 verstorben ist.
Gedenken in St. Trudpert
In seiner letzten Predigt, 3 Stunden vor seinem Tod, sprach er zu seiner Gemeinde über das trostreiche Wort des Herrn nach Johannes, Kapitel 16.16
Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen. Da sagten einige von seinen Jüngern zueinander: Was meint er damit, wenn er zu uns sagt: Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr, und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen? Und was bedeutet: Ich gehe zum Vater?Sie sagten: Was heißt das: eine kurze Zeit? Wir wissen nicht wovon er redet. Jesus erkannte, dass sie ihn fragen wollten, und sagte zu ihnen: Ihr macht euch Gedanken darüber, dass ich euch gesagt habe: Noch kurze Zeit, dann seht ihr mich nicht mehr, und wieder eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich sehen. Amen ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.Wenn eine Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So seid auch ihr bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.
Foto von unbekannt aus einem alten Zeitungsschnipsel
Von der SS ermordet von Wolf Hockenjos aus den Kriegstagebüchern seines Vaters
* Literatur
Willibald Strohmeyer – ein Prister aus dem Münstertal als Märtyrer der letzten Stunde von Bernd Braun. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Mut bewiesen Widerstandsbiographien aus dem Südwesten. Seite 165-177, Band 46 (2017).
Zum Gedenken an Dekan, Geistl. Rat Willibald Strohmeyer von 1909 bis 1945 Pfarrer von St. Trudpert. Handzettel an der Strohmeyer-Gedächniskapelle auf dem Heubronner Eck.
Inschriften von den Tafeln an der Trudpertskapelle und aus St. Trudpert.
So den topographischen Atlas über das Grossherzogtum Baden: Auf Befehl Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs Leopold nach den Original-Aufnahmen des militairisch topographischen Bureaus in 55 Blättern bearbeitet und gestochen im Maasstabe von 1 : 50000 Verjüngung ; … 1838 – 1849. – Ueberdr. – 1:50 000. – Carlsruhe : Müller, [1854]. – 55 Bl. : Kt.; (dt.)
Von diesen Karten habe ich die von Hüfingen raus gezogen und dem Jahr 2026 gegenübergestellt. Bearbeitet wurden hier Ausschnitte aus Blatt XI.4.
1840-2026 Greater Hüfingen
Hausen vor Wald und Behla. Man beachte den Behlaer Weiher!
Hausen vor Wald und Behla
Fürstenberg
Fürstenberg oben auf dem Berg ist am 18. Juli 1841 abgebrannt und wurde dann unten neu errichtet. Die Karten entstanden von 1838 bis 1849 und wurden 1854 veröffentlicht.
Fürstenberg 1840 und 2026
Mundelfingen
1840-2026 Mundelfingen
Sumpfohren
1840-2026 Sumpfohren
Hüfingen In Rothlauben war seit 1824 eine landwirtschaftliche Versuchsstation von Jakob Curta von denen die Schosenhöfe ein Teil waren. Ursprünglich waren dort drei Höfe, der einzige Hof von damals der noch an der selben Stelle steht, ist der Untere Schosenhof. Der Obere Schosenhof ist abgebrannt und etwas weiter unten neu errichtet worden. Am alten Standort steht heute noch eine Linde.
1840-2026 Hüfingen
In Hüfingen ist sehr interessant, wo heute die Tiefbrunnen sind hieß damals Im Wangen. Der Schaafaecker war an der Ruckhalde – dort wo heute Donaueschingen einen Tiefbrunnen hat. Beim Hasenwäldle war eine Ziegelhütte. Nördlich der Sieren war ein Kalksteinbruch. Den sieht man heute noch.
Hier geht es um die Gemeinderatssitzung am 26. März 2026
Ausschuss für Umwelt und Technik 18:15 Uhr
02/2026 Denkmalschutzrechtliche Genehmigung Umnutzung der Pfarrerwohnung Wohnung zu Büroräumen
4 neue Parkplätze sollen im Bereich des Vorplatzes der Kirche neu angelegt werden
Hierfür sollen jetzt 4 neue Parkplätze im Bereich des Vorplatzes der Kirche neu angelegt werden. Dies wurde bereites in der GR Sitzung am 29.01.2026 besprochen, aber damals war ich nicht dabei. Vermutlich hatte damals der Gemeinderat den Pfarrgarten gerettet. Vielen Dank dafür!
Meine Meinung hierzu hat sich trotzdem nicht grundlegend geändert: Jetzt soll die Grünfläche vor der Kirche platt gemacht werden. Dies ist zwar besser als der Garten, aber trotzdem wird Hüfingen viel verlieren.Jetzt müssen dann die Messebesucher und auch Trauernden zwischen Autos rum stehen, nur damit der Herr Pfarrer aus Donaueschingen mit dem Auto anreisen kann. Als nächstes sind vermutlich wieder die Bäume dran.
Gemeinderäte sind sich einig, dass es leider baurechtlich nicht anders geht. Kerstin Skodell, Mete Ünal und Daniel Bucher finden es nicht in Ordnung, dass vor der Kirche Autos stehen müssen. Die Kirche möchte die Parkplätze unbedingt vor der Kirche und die Stadt kann nichts dagegen tun. Wenn die Gemeinderäte ablehnen würde das Landratsamt ziemlich sicher überstimmen. Obwohl 4 Gemeinderäte trotzdem ablehnen stimmen 6 dem zu. Es wird mit 6 Ja Stimmen und 4 Gegenstimmen beschlossen.
07/2026 Modernisierung und energetische Sanierung Gruppen- und Seminarhaus Mariawald, Errichtung Anbau Flst. Nr. 2651
Die Antragsteller beantragen die energetische Sanierung mit Modernisierung des Ferien- und Erholungsheim Mariawald sowie die Errichtung eines Anbaus.
Ich freue mich sehr, dass er jetzt endlich voran geht! Alles kann ganz genau auf der Webseite von Mariawald angschaut werden: https://mariawald-huefingen.de/vision/ Es wird wunderbar werden!
Dies wurde einstimmig beschlossen.
08/2026 Umnutzung eines weiteren Teils der Lager-/Maschinenhalle zu einem Rinderstall für die winterliche Tierhaltung
Der Betreiber eines landwirtschaftlichen Betriebes in Mundelfingen beantragt die Umnutzung eines Teils der bestehenden Lager- und Maschinenhalle zu einem Rinderstall.
Dies wurde einstimmig beschlossen.
09/2026 Umbau und Nutzungsänderung Pizzeria und Eisdiele mit Straßenverkauf
Ein großes Lob an unser Landratsamt: Hüfingen wurde erfolgreich vor übermäßigem Pizzakonsum geschützt. Seit Monaten wartet die Stadt geduldig auf die Wiedereröffnung – der Pizzabäcker arbeitet inzwischen in einer Nachbargemeinde. Planungssicherheit, wie man sie sich wünscht. Umso beruhigender, dass gleichzeitig konsequent darauf geachtet wird, dass eine Pizzeria nicht einfach zur Pizzeria wird – und schon gar nicht nebenbei Eis verkauft. Ordnung muss schließlich sein. Wo kämen wir hin, wenn Ladenbesitzer eigenständig Scheiben einbauen und ihre Betriebe am Laufen halten wollten? Dass für diese Prioritätensetzung ausreichend Mittel vorhanden sind, zeigt, wie gut die Ressourcen eingesetzt werden. Sollte dafür die Kreisumlage steigen müssen, wird sich sicher eine Lösung finden. Und wenn gleichzeitig beim ÖPNV gespart wird und Schülerinnen und Schüler künftig sehen müssen, wie sie zur Schule kommen – nun ja: Hüfingen ist schließlich überschaubar. Wer zur Schule muss, hat ja noch junge Beine.
Dies wurde einstimmig beschlossen.
11/2026 Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage
Auf dem Hohen II soll neues Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage errichtet werden. Dazu sage ich jetzt mal einfach:
Viel Freude an unserer modernen Lärmschutzanlage, die uns über Jahre hinweg begleitet – ursprünglich war hier eine andere Lösung vorgesehen, entstanden ist ein Projekt, das bis heute seine ganz eigene Baugeschichte schreibt und den Verkehr auf bemerkenswert nachhaltige Weise lenkt. Planungssicherheit war selten so… langlebig.
Dies wurde einstimmig beschlossen.
Sitzung des Gemeinderates um 18:30 Uhr
TOP2 Bürgerfragestunde
So viele Bürger waren noch nie da. Ich schätze deutlich über 100 Besucherinnen und Besucher.
Vielen Dank an Markus Leichenauer für die Fotos!
Frau Hasenfratz bedankt sich für die Rückmeldungen zu TOP7. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn sie vorher gefragt worden wären. Es wurde vorher nichts gesagt und eine einseitige Vorlage geschrieben ohne vorher die andere Seite anzuhören. Der Gesetzgeber hat das Recht eingeräumt angehört zu werden. Hier hat keine Transparenz statt gefunden. Sie hinterfragt die Querschnittszahlen. Punkt 2.7 und 2.8 sollen zurück gestellt werden und in die Juli Sitzung geschoben werden und die Zahlen sollen noch mal abgefragt werden. Sie hinterfragt auch, ob dies alles 12.000 Euro Wert sein soll.
Die Elternbeiräte des Kindergarten St. Georg Behla wehren sich auch gegen die Kürzungen. Frau Albicker liest die Stellungnahme des Kindergartens vor. Sie haben große Sorge wegen der Kürzung der Betreuungszeiten und beklagen auch eine Mangelhafte Absprache.
Kerstin Örtle die Elternvertreterin des Kindergartens St. Verena beschwert sich auch, dass dies alles sehr überraschend kam. Diese Bedarfsplanung gehe am Bedarf der Eltern vorbei. Seit gestern haben sie 86 Unterschriften gesammelt und sie wünscht auch eine Vertagung und möchte gerne ins Gespräch gehen.
Sonja Atik fragt, ob die Bläserschule die Kinder auffangen könnte. Es sind momentan 110 Hüfinger Kinder die in Donaueschingen Musikunterricht nehmen, die können nicht alle an die Bläserschule. Was ist mit den Kinder die kein Orchester relevantes Instrument spielen? Wenn die Kinder von Donaueschingen nach Hüfingen wechseln, dann wäre dies nur eine Verlagerung der Kosten, aber keine Ersparnis.
Lina Zante-Leovey bedankt sich für die Antwort auf ihre E-Mail und fragt wie Hüfingen zukunftsfähig bleiben kann, wenn ausgerechnet Familien und Kinder durch kommunale Entscheidungen zunehmend belastet statt gestärkt werden.
Frank Meckes Elternbeirat vom Wuki Hausen vor Wald meint, dass der Kindergarten vor drei Tagen einen Brief bekommen habe, in dem stand dass einige Stellen gestrichen werden und er fragt was hier stimmt. Laut Bürgermeister sei bisher nur kein Soziales Jahr genehmigt worden.
Aus Hausen vor Wald kommt eine Beschwerde wegen der Feuerwehr die geschlossen werden soll. Der Herr meint für einen Kunstrasen beim Fußball sei Geld da, aber nicht für die Feuerwehr. Die Prioritäten seien etwas schief.
Thomas Blessing, Ortschaftsrat Sumpfohren, ist wegen der Schülerbeförderung da. Auch er meint, dass die Prioritäten falsch gesetzt werden.
Christopher Deutsch, Elternbeirat der Schellenberger Schule, rechnet die Mehrbelastung für die Eltern.
19:20 Uhr beginnt dann die Gemeinderatssitzung
TOP3 Bekanntgabe von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Sitzungen
Die Verwaltung steht derzeit mit der oberen Denkmalschutzbehörde bezüglich einer möglichen Anpassung oder Neuaufstellung der Denkmalschutzsatzung in Kontakt. Hier könnten entsprechende Vorgaben / Richtlinien aufgestellt werden um in Zukunft diese Einzelentscheidungen zu vermeiden. Zur Erläuterung des derzeitigen Sachstandes bzw. zur Diskussion über Vorteile und Nachteile einer Denkmalsatzung wird Frau Claudia Mann vom Landesamt für Denkmalpflege den Gemeinderat zu folgenden Punkten informieren:
Wertigkeit der Gesamtanlage „Stadtmitte Hüfingen“
Bestehende Satzung und Satzungsänderung aus denkmalfachlicher Sicht
Umgang PV in Gesamtanlagen – Fachinstrument Solarkataster Frau Mann steht dem Gemeinderat nach einer kurzen Präsentation für eine Fragerunde bzw. Diskussion zur Verfügung.
In dem Zusammenhang fällt mir das Haus Nober ein, das vor Jahren von der Stadt an einen „Investor“ verkauft wurde, mit dem Zusatz eines Rückkaufrechts, falls der Investor nicht investiert. Seit Krav Maga in ein eigenes Haus umgezogen ist, ist ausser geisterhaften Bewohnern im Haus, die im Fenster Fische trocknen, und durch das Offenlassen der Türen hinten, gar nichts passiert. 2020 gab es mal einen fiktiven Bauantrag:
Bauantrag aus dem Jahr 2020
Zeichnung aus dem Bauantrag vom 29. Februar 2020
Frau Mann rät zu einer modernen Denkmalsatzung anhand von Beispielen.
Daniel Bucher meint für die CDU, dass sie sich auf eine eine moderne Gestaltungssatzung freuen. Kerstin Skodell hätte die neue Satzung gerne im kleinen Kreis mit dem Gemeinderat besprochen – auch im Hinblick auf die erzwungenen neuen Parkplätze vor der Kirche.
Es wird eine Arbeitsgruppe „Denkmalschutz“ aus dem Gemeinderat und dem Bauamt gebildet.
In den Ortslagen von Hüfingen gab es in der Vergangenheit vereinzelt Starkregenereignisse, deswegen wurden die BIT Ingenieure AG im Mai 2022 mit der Erstellung eines gesamtheitlichen Konzepts für das kommunale Starkregenrisikomanagement (SRRM) zu beauftragt. Im Rahmen des SRRM wurde zunächst eine hydraulische Gefährdungsanalyse durchgeführt, bei der Überflutungshöhen und Fließgeschwindigkeiten für das gesamte oberirdische Einzugsgebiet Hüfingens bestimmt wurden. Die daraus erstellten Starkregengefahrenkarten dienten als Grundlage für die anschließende Risikoanalyse kommunaler Objekte, Bereiche und Infrastrukturen.
Diese Erkenntnisse bildeten die Basis für die Ableitung und Definition geeigneter Schutzmaßnahmen innerhalb des kommunalen Handlungskonzepts. Die Konzepte des SRRM und die daraus resultierenden baulichen Schutzmaßnahmen sind nach den Grundsätzen der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft 2024 „FrWw 2024“ mit einem Fördersatz von bis zu 70% förderfähig. Förderfähig sind alle Maßnahmen, die geeignet sind, Sturzfluten bzw. Überschwemmungen infolge seltener oder außergewöhnlicher Starkregenereignisse aus Außengebieten abzufangen und abzuleiten.
Um die gewonnenen Erkenntnisse auch für die Bürgerschaft zugänglich zu machen und diese insbesondere über die Verpflichtung zur Eigenvorsorge privater Grundstückseigentümer zu informieren, wurden die erstellten Karten und erläuternde Informationen auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht.
Frau Huth vom Ingenieurbüro BIT aus Freiburg stellte die Ergebnisse des Starkregenrisikomanagements vor und stand für Fragen zur Verfügung.
Die Daten werden auch unabhängig von der Stadt bei der LUBW eingepflegt.
Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse des aufgestellten Konzepts zum Starkregenrisikomanagement (SRRM) der Stadt Hüfingen zur Kenntnis.
Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des Konzepts zukünftig Maßnahmen zum Schutz vor Überflutungen durch Starkregen zu planen und dem Gemeinderat vorzustellen.
Dem Beschlussvorschlag wird einstimmig zugestimmt.
TOP6 Neuabschluss des Gaskonzessionsverträge (Wegenutzungsvertrag Erdgas)
Beschlussvorschlag: Der beiliegende Konzessionsvertrag über die Nutzung öffentlicher Verkehrswege zum Bau und Betrieb von Leitungen für die Gasversorgung wird mit der Energieversorgung Südbaar GmbH & Co. KG abgeschlossen.
Dem Beschlussvorschlag wird einstimmig zugestimmt.
TOP7 Beschlussfassung zur örtlichen Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Hüfingen 2026
Beschlussvorschlag: Die örtliche Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Hüfingen (Bedarfsplan 2026) beinhaltet folgende Punkte:
Der Bedarfsplan für Kindertageseinrichtungen 2026 der Stadt Hüfingen wird zustimmend zur Kenntnis genommen.
Der im Folgenden ausgewiesene Bedarf wird festgestellt und die notwendigen Umsetzungsmaßnahmen beschlossen: 2.1in der Kinderkrippe Felix in Allmendshofen die auf die Stadt Hüfingen entfallenden drei Plätze zur Kleinkindbetreuung für Kinder im Alter von 2 Monaten bis drei Jahren; 2.2 in der Kindertagesstätte St. Verena drei Gruppen zur Kleinkindbetreuung für insgesamt 30 Kinder von 0 bis 3 Jahren (zwei Gruppen VÖ, eine Gruppe VÖ/GT); 2.3 in der Kindertagesstätte St. Verena eine Regelgruppe (28 Plätze), eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit (25 Plätze) und zwei Mischgruppen mit verlängerter Öffnungszeit, Regelgruppenangebot und je 10 Ganztagsplätzen für Kinder ab drei Jahren bis Schuleintritt (47 Plätze), 2.4 in der Kindertagesstätte Luise-Scheppler eine Krippengruppe für die Betreuung von 10 Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren (VÖ); 2.5 in der Kindertagesstätte Luise-Scheppler eine Ganztagesgruppe (20 Plätze) und drei Gruppen mit verlängerter Öffnungszeit (70 Plätze) für Kinder ab drei Jahren bis Schuleintritt. 2.6 im Kindergarten des Stadtteils Fürstenberg eine altersgemischte Regelgruppe Kinder ab zwei Jahren bis Schuleintritt. 2.7 im Kindergarten des Stadtteils Mundelfingen eine altersgemischte Gruppe (HT/VÖ) für 22 Kinder ab zwei Jahren bis Schuleintritt. Das Betreuungsmodell Regelgruppe wird spätestens ab Beginn des Kindergartenjahres 2026/27 nicht mehr angeboten. 2.8 im Kindergarten des Stadtteils Mundelfingen eine Gruppe in der Betreuungsform VÖ/HT für Kinder ab drei Jahren bis Schuleintritt mit 25 Plätzen. Das Betreuungsmodell Regelgruppe wird spätestens ab Beginn des Kindergartenjahres 2026/27 nicht mehr angeboten. 2.9 Das Angebot eines warmen Mittagessens im Kindergarten Mundelfingen wird ab Kindergartenjahr 2026/27 aufgrund zu geringer Nachfrage eingestellt. 2.10 in der Kindertagesstätte Behla (Standort Behla) eine Krippengruppe mit verlängerter Öffnungszeit für 10 Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren. 2.11 in der Außenstelle der Kindertagesstätte Behla in Sumpfohren eine Krippengruppe mit verlängerter Öffnungszeit für die Betreuung von 10 Kindern im Alter 0 bis 3 Jahren. 2.12 in der Kindertagesstätte Behla jeweils für Kinder ab drei Jahren bis Schuleintritt: zwei Gruppen (VÖ/RG) mit jeweils 25 Plätzen und eine gemischte Gruppe (25 Plätze) mit Regelöffnungszeit, verlängerter Öffnungszeit und Ganztagsöffnungszeit (10 Plätze für GT-Betreuung). 2.13 im Naturkindergarten „Wuki“ eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit für 20 Kinder ab 3 Jahren bis Schuleintritt.
Das Angebot VÖ wird ab Kindergartenjahr 2026/27 in allen Einrichtungen der Gesamtstadt auf eine tägliche maximale Betreuungszeit von 6 Stunden festgelegt. Bei den Einrichtungen in Trägerschaft der kath. Kirche wird die tägl. Betreuungszeit beim VÖ Modell dementsprechend von bisher 6,5 h auf 6,0 h reduziert.
Im kompletten Planungszeitraum ist die Zahl der Betreuungsplätze in der Gesamtstadt ausreichend, um die bekannten Rechtsansprüche auf einen Kindergartenplatz zu erfüllen.
Im Rahmen der Kapazitäten wird den einzelnen Kindergärten die Möglichkeit gegeben, auch Kinder mit zwei Jahren und neun Monaten aufzunehmen. Die Betreuung drei- bis sechsjähriger Kinder hat jedoch Vorrang. Desweiteren wird auf freie Tagesbetreuungsplätze und qualifizierte Tagesmütter und –väter verwiesen.
Um die Betreuungseinrichtungen in der Gesamtstadt Hüfingen (plus Felix in Allmendshofen) für die Zukunft bedarfsgerecht aufzustellen wird eine Arbeitsgruppe gebildet. Die Arbeitsgruppe besteht aus dem Bürgermeister, je einem Vertreter jeder Gemeinderatsfraktion, je einem Vertreter aller Träger und aller Leitungen und MA der Verwaltung. Die Arbeitsgruppe erstellt für den Gemeinderat Handlungsempfehlungen für die Bedarfsplanung 2027. Als Grundlage für die Handlungsempfehlungen stellt die Verwaltung monatlich die Belegungszahlen der Einrichtungen und bei Bedarf aktuelle Entwicklungen in den Einrichtungen zur Verfügung.
Das Angebot der verlässlichen Grundschule an der Lucian-Reich-Schule bleibt grundsätzlich bestehen, wird jedoch ab Schuljahr 2027 auf das Modul 1 beschränkt. Die Verwaltung wird beauftragt, den Bedarf in Bezug auf das bestehende Ganztagesschulangebot jährlich zu prüfen und ggf. Anpassungen im Angebot vorzunehmen.
Das Angebot der flexiblen Nachmittagsbetreuung an der Schellenberger Schule bleibt bestehen. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit der Schulleitung alle Möglichkeiten der Bezuschussung auszunutzen. Der Bedarf ist jährlich zu prüfen.
Die Ferienbetreuung wird auch im Schuljahr 2026/27 über KifaZ als Träger angeboten. Das Angebot soll auf sieben Ferienwochen ausgeweitet werden. Die Stadt Hüfingen trägt die nicht durch Elternbeiträge gedeckten Kosten, die im Zusammenhang mit dem Ferienbetreuungsangebot entstehen.
Eine aktualisierte Bedarfsplanung für das Jahr 2027 ist zum Ende des Jahres 2026 in der bisherigen Form dem Gemeinderat vorzulegen.
Laura Bruder ist Kindergarten Geschäftsführung und betreut die katholische Kirchengemeinden Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg mit 9 Kindergärten. Sonja Geiselmann ist für die Stadt Hüfingen im Bereich Bildung und Soziales da.
Sarina Bäurer spricht für die CDU. Sie meint, dass der verspätete Plan der Vakanz im Hauptamt geschuldet sei und freut sich über den Naturkindergarten WuKi in Hausen vor Wald. Sie meint, dass eine Betreuungszeit über sechst Stunden unverhältnismäßig sei, da nach sechs Stunden eine Pause gemacht werden müsse. Dies gibt das Arbeitszeitgesetz vor. Kerstin Skodell ist erstaunt, dass es eine mangelnde Kommunikation seitens der Träger gab. Es müsse an der Kommunikation gearbeitet werden. Sie verweist auch auf die Nachbarschaftshilfe. Philip Wills beantragt entweder alles zu vertagen oder mindestens Punkt 3 gesondert abzustimmen. Markus Leichenauer schlägt vor den Schlecker für in einen Kindergarten zu prüfen. Des weiteren rechnet er vor wieviel Hüfingen für Kinder und Familie ausgibt. Insgesamt sind dies über 20 Millionen im Jahr.
Der Gemeinderat stimmt gegen die Vertagung von TOP7. Der Punkt drei wird auch nicht gesondert abgestimmt.
Der Vorschlag wird mit 15 Ja Stimmen, 3 Gegenstimmen und 1 Enthaltung angenommen.
Bei der Beschlussvorlage oben gibt es noch ein paar kleine Änderungen und verlängerte Fristen.
TOP8 Kostenübernahme der Schülerbeförderung zu Schellenberger Schule
Der Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises hat in seiner Sitzung am 10.11.2025 beschlossen, ab dem 01.01.2026 die Kosten für die Schülerbeförderung von Grundschulkindern nicht mehr zu übernehmen. Die Kosten für das Deutschland-Ticket JugendBW betragen derzeit 45,00 € pro Monat und sind von den Eltern zu tragen. Die Übernahme der Beförderungskosten für das dritte Kind wurde ebenfalls beendet.
Durch diese Maßnahme erzielt der Landkreis jährliche Einsparungen in erheblicher Höhe. Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Fraktion beantragt, dass die Stadt Hüfingen die Kosten für die Schülerbeförderung zur Schellenbergschule übernimmt. Auch seitens der Elternbeiräte wurde die Übernahme der Kosten angeregt. Zur Begründung wird insbesondere auf die Gleichbehandlung zwischen Kernstadt und Ortsteilen, die Vermeidung zusätzlicher Verkehrsbelastungen durch Elterntaxis sowie die finanzielle Belastung von Familien verwiesen. Zudem wird argumentiert, dass die schulische Struktur und die Verteilung von Schulstandorten nicht zu einer Mehrbelastung einzelner Familien führen dürfe.
Finanzielle Auswirkungen und Haushaltslage Auch die Stadt Hüfingen steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die Übernahme der Kosten für die Schülerbeförderung würde zu dauerhaften Mehrausgaben führen, deren Umfang sich jährlich verstetigen und perspektivisch steigen würde. Gerade im Ergebnishaushalt (laufende Kosten) hatten wir dieses Jahr schon sehr zu kämpfen und die Problematik wird sich voraussichtlich weiter verschlimmern, da der Landkreis aufgrund der eigenen prekären Haushaltslage eine erhebliche Erhöhung der Kreisumlage für das Jahr 2027 beschließen muss. Vor dem Hintergrund notwendiger Haushaltskonsolidierungen ist die Einführung einer zusätzlichen freiwilligen Leistung in einem Themenfeld, dass eigentlich nicht in der Verantwortung der Städte und Kommunen liegt, schwer begründbar. Es ist zudem davon auszugehen, dass sich die aktuelle Argumentation nach Auslaufen einer befristeten Kostenübernahme durch die Stadt wiederholt und sich dann wiederum gegen die Stadt richtet.
Fazit Die Stadt ist für die Schülerbeförderung sachlich nicht zuständig. Die Übernahme der Kosten für die Schülerbeförderung würde eine freiwillige Leistung darstellen, die sowohl finanzielle als auch strukturelle Folgewirkungen nach sich ziehen würde. Unter Berücksichtigung der Zuständigkeiten, der Haushaltslage sowie der Gleichbehandlung ist eine Kostenübernahme durch die Stadt Hüfingen nicht zu empfehlen. Die Verwaltung schlägt daher vor, den Antrag abzulehnen.
Wie oben schon geschrieben hatte: Ein großes Lob an unser Landratsamt… …Dass für diese Prioritätensetzung ausreichend Mittel vorhanden sind, zeigt, wie gut die Ressourcen eingesetzt werden. Sollte dafür die Kreisumlage steigen müssen, wird sich sicher eine Lösung finden. Und wenn gleichzeitig beim ÖPNV gespart wird und Schülerinnen und Schüler künftig sehen müssen, wie sie zur Schule kommen – nun ja: Hüfingen ist schließlich überschaubar. Wer zur Schule muss, hat ja noch junge Beine.
Markus Leichenauer meint, dass beim Antrag der CDU vor drei Monaten noch nicht bekannt war, was heute bekannt ist. Die CDU wird unterschiedlich abstimmen. Kerstin Skodell meint, dass sich auch der Kreistag schwer getan hat und der Haushaltsplan fast nicht zu stemmen war. Die Kommune sei nicht in der Lage das zu bezahlen was das Land und der Bund nach unten durch drückt.
Reinhard Isak liest eine Resolution vor die der Gemeinderat an das Land schicken soll.
Beschlussvorschlag der CDU: Die Stadt Hüfingen übernimmt die Kosten für das Deutschland-Ticket JugendBW für anspruchsberechtigte Grundschulkinder im Rahmen der Schülerbeförderung befristet für den Zeitraum vom 01.01.2026 bis 31.12.2026.
5 Ja, 13 Nein und eine Enthaltung. Die Kosten werden nicht übernommen.
TOP9 Errichtung einer stellvertretenden Ganztagsleitung an der Lucian-Reich-Schule Hüfingen
Der Gemeinderat hat am 26.02.2026 im Rahmen der öffentlichen Sitzung die Umsetzung des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG) ausführlich beraten und beschlossen.
Vertagt wurde der Beschluss zur Fortführung der Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Familienzentrum KiFaZ zur Durchführung der Ganztagsbetreuung und die Einrichtung einer stellvertretenden Ganztagsleitung mit einem Stellenumfang von 20%. KiFaZ hat auf Bitte der Verwaltung die Aufgaben sowohl der Ganztagsleitung wie auch einer stellvertretenden Ganztagsleitung ausführlich dargestellt. Die Darstellungen der jeweiligen Aufgabenbereiche sind der Vorlage beigefügt.
Beschlussvorschlag: Die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) zur Durchführung der Ganztagsbetreuung wird fortgeführt und vertraglich abgesichert. Beim KiFaZ wird eine stellvertretende Ganztagsleitung mit einem Stellenumfang von 20% ab Schuljahr 2026/27 eingerichtet.
11 Ja, 5 Nein und 1 Enthaltung. Der Beschlussvorschlag ist angenommen.
TOP10 Anpassung Musikschule Donaueschingen
Am 27.07.1992 bzw. 14.08.1992 haben die Bürgermeister der Städte Donaueschingen und Hüfingen eine Vereinbarung bezüglich der Jugendmusikschule Donaueschingen unterzeichnet. In dieser Vereinbarung erklärt sich die Stadt Hüfingen bereit, sich an den der Stadt Donaueschingen aus der Trägerschaft der Jugendmusikschule entstehenden Kosten zu beteiligen. Die Vereinbarung legt fest, dass für die Kinder und Jugendlichen aus Hüfingen die gleichen Gebührensätze wie für Donaueschinger Schüler gelten. Kinder und Jugendliche aus Hüfingen und Donaueschingen bezahlen also nicht die allgemeine Gebühr je Baustein (wie z.B. Erwachsene), sondern eine ermäßigte Gebühr. Der Unterschied zwischen der allgemeinen und der ermäßigten Gebühr wird von den jeweiligen Wohnsitz-Städten übernommen. Die Förderung der Stadt betrug 2024/2025 40.980,70 €
Die Bläserschule erhält einen städtischen Zuschuss von rund 20.000 € pro Jahr. Es ist vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage und des Gebotes des wirtschaftlichen Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln eine Entscheidung zu treffen, ob die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen aus Hüfingen an der JMS Donaueschingen weiterhin im selben Umfang bezuschusst werden soll und kann wie bisher, zumal es sich um eine freiwillige Aufgabe und keine gesetzliche Pflichtaufgabe handelt. Sehr viele Familien wissen gar nicht, dass die Stadt für den Unterricht der Hüfinger Kinder in den letzten Jahren durchschnittlich rd. 44.000 € pro Jahr aufgewendet hat. Ein direkter Nutzen für die Stadtgemeinschaft ist ebenfalls nicht ersichtlich. Es liegt deshalb nahe, die städtische Förderung der Musikausbildung vermehrt auf die Bläserschule zu konzentrieren.
Die Verwaltung schlägt vor für das kommende Schuljahr den Zuschuss für die Musikausbildung an der JMS DS zu begrenzen. Der Zuschuss an die Musikschule soll auf 20% der Gebühren reduziert werden (aktuell 39%) und es soll keine Doppelförderungen (1 Kind – 2 Instrumente) mehr erfolgen. Das Einsparvolumen läge bei knapp 20.000€ pro Schuljahr.
Die Verwaltung schlägt außerdem vor, im Herbst 2026 endgültig über die weitere Zusammenarbeit mit der Musikschule DS zu entscheiden. Die Entscheidung wurde im Januar vertagt, um die weitere Entwicklung der Bläserschule Hüfingen aufgrund der Kündigung des Leiters abzuwarten. Die Vereinbarung aus dem Jahr 1992 zwischen der Stadt Donaueschingen und der Stadt Hüfingen ist unbefristet, kann jedoch unter Einhaltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist zum Ende des Schuljahres der Städtischen Jugendmusikschule von beiden Vertragsparteien gekündigt werden. Sollte der Gemeinderat eine Kündigung der Vereinbarung beschließen, wäre diese bis spätestens 31.01.2027 an die Stadt Donaueschingen zu übermitteln.
In Hüfingen wird wieder einmal sehr zielgerichtet gespart – bei Kindern und kultureller Bildung. Die Förderung der Musikschule soll zunächst gekürzt und dann im Herbst ganz gestrichen werden. Einsparvolumen: rund 40.000 Euro. Gleichzeitig bleibt die VHS Baar mit mindestens 46.000 Euro unangetastet. Eine Einrichtung, die im vergangenen Jahr auch Veranstaltungen angeboten hat, die ich persönlich als mindestens fragwürdig empfunden habe – um es vorsichtig zu formulieren.
Ich habe bereits letztes Jahr gesagt: Das Geld fehlt nicht – es wird nur sehr selektiv eingesetzt.
Während musikalische Förderung für Kinder zur Disposition steht, scheint für andere Formate weiterhin verlässlich Geld vorhanden zu sein. Und ja – so unterhaltsam einzelne Angebote wie Whisky-Tastings für Erwachsene auch sein mögen: Als öffentlich geförderte Priorität überzeugen sie mich weniger als Musikunterricht für Kinder. Für gesellige Abende gibt es in Hüfingen schließlich genügend Alternativen – ganz ohne Zuschuss.
Aber vielleicht ist das die neue alte Linie des GR: Kultur ja – solange sie nichts kostet oder zumindest brav ins Weltbild passt.
Sarina Bäurer spricht für die CDU und möchte den Blick auf die Bläserschule richten. Auch die SPD stimmt dem Vorschlag zu.
Beschlussvorschlag: Der Gemeinderat soll beschliessen:
Die Förderung der Musikausbildung bei der Kunst- und Musikschule Donaueschingen für die Hüfinger Kinder und Jugendlichen wird für das kommende Schuljahr auf einen Zuschuss pro Instrument/Person von 20% der Gebühren begrenzt.
Es wird keine Doppelförderung mehr gewährt.
Im Herbst 2026 eine Grundsatzentscheidung über eine Kündigung der Vereinbarung mit der Musikschule DS zu treffen.
Dies wird mit mit nur einer Enthaltung einstimmig beschlossen. Tätärä! Es lebe Tracht und Blasmusik!
TOP11 Städtischer Familien- und Seniorenpass- Anpassung der Einkommensgrenzen zum 01.5.2026
Der städtische Familien- und Seniorenpass wurde eingeführt, um insbesondere Mehrkindfamilien den Zugang zu städtischen Leistungen zu erleichtern und sozialpolitische Akzente zu setzen. Eine Doppelförderung mit Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (z. B. Bürgergeld, Wohngeld) ist ausgeschlossen.
Um sicherzustellen, dass arbeitende Familien ohne Sozialleistungsbezug gefördert werden, liegt die vorgeschlagene Grenze für eine Familie mit einem Kind (2.630 €) weiterhin deutlich über dem durchschnittlichen Bedarfsniveau des Bürgergelds (ca. 2.150 € inkl. Miete/Heizung, Stand 2026).
Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat beschließt die Erhöhung der Einkommensgrenzen für den städtischen Familien- und Seniorenpass zum 01.01.2026 wie dargestellt.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Richtlinien entsprechend anzupassen.
Die Einkommensgrenzen sind turnusgemäß zum 01.01.2028 erneut zu überprüfen.
Dem wird einstimmig zugestimmt.
TOP12 Vergabe von Erd-, Tief und Straßenbauarbeiten – Erschließung „Im Stegle“ Bauabschnitt 1 Hausen vor Wald
Die Stadt Hüfingen erschließt das Wohngebiet „Im Stegle“ im Ortsteil Hausen vor Wald in einem ersten Bauabschnitt. Insgesamt sollen 14 Bauplätze erschlossen werden. Im Rahmen der Ausschreibung sollen nun die zugehörigen Erd-, Tief- und Straßenbauarbeiten vergeben werden. Neben Kanalbauarbeiten sind die Tiefbauarbeiten zur Verlegung der Wasserleitung auszuführen und der komplette Straßenbau. Darüber hinaus sind auch Leistungen des Zweckverbands Breitbandversorgung vorgesehen.
Wer sich hier genauer interessiert, die Unterlagen gibt es auf der Seite der Stadt hier: Bebauungspläne
Beschlussvorschlag: Eine Firma aus Balingen wird als wirtschaftlichste Bieterin, zu einem Angebotspreis in Höhe von brutto € 713.566,68 (€ 733.597,86 – € 20.031,18 (ZV Glasfaser)) mit den Erd-, Tief-, und Straßenbauarbeiten beauftragt.
Auch dem wird einstimmig zugestimmt.
TOP13 Informationen der Verwaltung und Anfragen aus dem Gemeinderat
Hüfingen ist Modellgemeinde für die Sozialraumplanung im Schwarzwald-Baar-Kreis.
Kommentarvon Hannah
Nach dieser langen und intensiven Gemeinderatssitzung möchte ich ausnahmsweise noch einen persönlichen Kommentar hinterlassen, weil mich manches gestern wirklich tief erschüttert hat.
Zuerst aber etwas Positives: Ich möchte mich ausdrücklich bei den vielen jungen Frauen bedanken, die da waren. Ihre Präsenz, ihre Aufmerksamkeit und ihre positive Energie haben den Abend für mich überhaupt erträglich gemacht. In diesem Kreis war etwas Lebendiges, Kluges und Hoffnungsvolles zu spüren – und das hat gut getan.
Gerade deshalb hat mich umso mehr irritiert, wie oft gestern von „Fairness“ gesprochen wurde. Denn ich frage mich ernsthaft: Was versteht man hier eigentlich unter Fairness?
Fair wäre für mich, nicht immer nur das zu fördern, was ohnehin schon groß, sichtbar und etabliert ist. Fair wäre, auch den Kindern und Jugendlichen etwas zuzugestehen, die nicht in die Blasmusik gehen. Fair wäre, anzuerkennen, dass Kultur mehr ist als das, was in Hüfingen seit Jahrzehnten als selbstverständlich gilt.
Denn genau das scheint das Problem zu sein: Hüfingen bewegt sich oft im immer gleichen Tunnelblick aus Blasmusik und Fußball. So wie im Sport nicht nur Fußball existiert, gibt es auch kulturell mehr als das, was man schon immer kennt und organisiert hat. Aber alles, was nicht in dieses vertraute Raster passt, scheint schnell verzichtbar zu sein.
Dieses Denken kenne ich inzwischen nur zu gut: Was nicht ins Bild passt, kann weg. So wie Bäume, wenn sie stören. So wie Angebote, wenn sie nicht ins gewohnte Ortsbild passen. So wie Menschen, deren Leben, Interessen oder Möglichkeiten nicht in die gewohnte Ordnung hineinfallen.
Und genau das hat mich gestern so traurig gemacht.
Denn hinter all den Worten von Gemeinschaft und Fairness stand für mich etwas ganz anderes: Die Priorität liegt offenbar weiterhin bei den braven Bürgern in der Gruppe, bei denen, die sich einfügen, mitlaufen und sich nicht querstellen.
Wer wenig Geld hat, wenig Zeit hat, andere Interessen hat oder sich nicht nahtlos einreihen kann, soll sich eben irgendwie anders behelfen. Dann verweist man eben auf Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt oder „andere Lösungen“.
Aber auch das muss man einmal klar sagen: Ehrenamt ersetzt keinen Staat. Und es ersetzt auch keine gerechte kommunale Politik.
Es kann nicht die Antwort sein, dass vor allem wieder Frauen im Hintergrund auffangen, organisieren, begleiten und ausgleichen sollen, was politisch nicht mehr getragen werden will – oft mit viel Herzblut, für wenig Geld und unter dem schönen Etikett der „Gemeinschaft“.
So entsteht am Ende keine faire Stadt, sondern eine Stadt, in der viele nur dann mitgedacht werden, wenn sie sich im Gleichschritt einordnen.
Und genau das ist mein Eindruck nach dieser Sitzung: Alle sollen sich einreihen. Ins Orchester. In die Gruppe. In das, was man hier eben für richtig hält.
Aber eine lebendige Stadt entsteht nicht durch Gleichschritt. Sie entsteht durch Vielfalt, durch Offenheit und durch den Willen, auch das zu ermöglichen, was nicht schon immer da war.
Und vielleicht war genau deshalb das Hoffnungsvolle an diesem Abend nicht vorne am Ratstisch zu finden, sondern unterm Publikum.