Unsere Produktion basiert auf den Erträgen nachhaltiger Waldwirtschaft und ist konsequent umweltverträglich ausgerichtet. Über unsere zukunftsweisende Interpretation der 0%-Reststoff-Regel leisten wir einen aktiven Beitrag zum dringend benötigten Klimaschutz: Sie werden erkennen: Wir handeln mit Herz und Verstand. Werbetext der Ante-Holz GmbH & Co. KG
Wer von der waldarmen Baar herkommend auf der B31 in Richtung Schwarzwald rollt und dabei auf touristisch ansprechende Eindrücke hofft, wird schon gleich hinterm Waldeingang ernüchtert: Zur Linken weitet sich der Blick zu einer dicht an dicht belegten Lkw-Rastanlage mit Tankstelle. Dahinter schließt sich, seitlich leicht versetzt, das Werksgelände des Großsägewerks anterötenbach GmbH & Co.KG an, seit 2021 Nachfolger der zuvor hier angesiedelten Holzwerke Rötenbach. Schon sie waren eines der größten Schwachholzsägewerke Baden-Württembergs; der Betrieb ist jedoch 2012 eingestellt worden – dem Vernehmen nach wegen unzureichenden Rundholzangebots. Ante Holz ist mit insgesamt 1.200 Beschäftigten an 7 Standorten (einem davon in Polen) und einem jährlichen Einschnitt von 1,2 Mio. Kubikmetern einer der allergrößten inhabergeführten Familienbetriebe dieser Sparte in Deutschland, ja sogar in Europa.
Wo die Holzwerke Rötenbach zuvor ein 15 ha umfassendes Werksgelände beansprucht hatten, will Ante Holz sein Areal nun auf 43 ha erweitern. Sein Personal soll hier von bisher 70 auf ca. 300 Mitarbeitende aufgestockt werden bei einen Jahreseinschnitt von – sage und schreibe! – 750.000 Festmetern – rosige Aussichten also für die Gemeinde Friedenweiler samt Teilort Rötenbach und deren Gewerbesteueraufkommen! Das Unternehmen ist zuversichtlich, das Baugenehmigungsverfahren inklusive der Anpassung von Regional- und Flächennutzungsplan so zügig bearbeitet zu bekommen, dass bereits 2025 der Baustart erfolgen kann. Artenschutzrechtliche Probleme scheint man nicht zu erwarten, obwohl in der Nachbarschaft noch ein Auerhuhnvorkommen existiert und ein Wildtierkorridor angrenzt. Kritischer sieht es um die Ergiebigkeit einer Quelle im südwärts gelegenen Matzenmoos aus: durch Rodung und Versiegelung könnte sich ihre Schüttung verringern – zum Nachteil des sie nutzenden Nachbarorts Göschweiler. Womöglich wird man statt ihrer eine Quelle im weiter entfernten Gatterwald „ertüchtigen“ oder zu neuen Lösungen greifen müssen. Und natürlich müssen auch erst noch die Aufforstungsflächen zum Ausgleich des Waldverlustes gefunden werden. Auch ein Kreisverkehr wird auf der B31 noch erwogen, damit die Holztransporte auch aus Osten ins Werk abbiegen können.
Alles in allem lösbare Probleme, so sieht es der Planer. Doch wie wird sich der Gigant auf die bestehende, vorwiegend mittelständische Schwarzwälder Sägewerksstruktur auswirken, von den kleinen bäuerlichen Sägewerken einmal ganz abgesehen? Die Ante-Betriebsleitung geht davon aus, das Rundholz in einem Umkreis von ca. 100 Kilometern einkaufen zu können. Was den Holzmarkt zweifellos durcheinanderwirbeln wird, denn das Werk wird sich seine Kontingente über Vorverträge mit den größeren Waldbesitzern (mit dem Staatswald, den Kommunen und insbesondere mit dem Großprivatwald) sichern. Wie sich die neue Konkurrenz wohl auf die Ertragslage im bäuerlichen Kleinprivatwald auswirken wird sowie auf die Existenz der noch verbliebenen Schwarzwälder Sägewerke?
Während bislang in den sich häufenden Kalamitäten das Käfer- oder das Sturmholz schleunigst vom nächstgelegenen Kunden übernommen und abgefahren wird, sieht sich bei längerer Transportkette des Großbetriebs der Borkenkäfer in den desto länger unentrindet im Wald verbleibenden Fichtenstämmen zu weiteren Bruten ermuntert, was zu dramatischer Verschärfung der Forstschutzlage führen kann – zu Schreckensbildern à la Sauerland oder Harz, von denen der Schwarzwald einstweilen noch verschont geblieben ist. Oder könnte ein solches Horrorszenario bei einer so gewaltigen Betriebsexpansion bereits einkalkuliert worden sein?
Expansion in Erwartung eines zunehmenden Käfer- und Sturmholzangebots?
Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft ist ein konkurrenzlos umweltfreundlicher Baustoff und die Nachfrage nach Bauholz ist (speziell im Land der Häuslebauer) trotz weithin lahmender Baukonjunktur weiter ansteigend. Umso attraktiver mag die Ante-Holz-Produktpalette erscheinen, die neben Schnittholz Hobelware, Brettschichtholz, Konstruktionsvollholz, Brettsperrholz, Biobrennstoff auch Holz-Pellets, Haus- und Gartenprodukte verspricht.
Wird der Einstieg des Ante-Holzriesen also zum Glücksfall für Wald- und Holzwirtschaft der Region, gar für die Umwelt? Oder begibt man sich eher auf den Holzweg mit solcherlei Kapazitäten? Die „mit Herz und Verstand“ agierende ante-Rötenbach GmbH&Co. KG lässt etliche Fragen offen.
es krabbelt zur Zeit so richtig. Kaum ist der Hirschkäfer durch, kommt der nächste beeindruckende Geselle. Mein Freund aus Referendariatszeiten Albrecht Siegel aus Herbertingen schickte mir diese Bilder. „Wir sind grad auf Fahradtour am Königssee und da hängt dieses Tier am Garagentor. Weißt Du, was das ist“? Ich musste kurz überlegen, dann war klar, es ist der unverwechselbare Alpenbock. Die Färbung ist doch herrlich. Nun, wie der Hirschkäfer für die Vermehrung die Eiche braucht, so braucht der Alpenbock die Buche. Neben den Alpen kommt er auch auf der mit Buche bestandenen Schwäbischen Alb und im Donautal vor. Mit etwa drei Zentimeter Körperlänge ist er ein stattlicher Bursche. Charakteristisch für die Bockkäfer sind die langen Fühler. Denken Sie an den bei uns heimischen Moschusbock, über den ich schon geschrieben habe. Die Geschlechter können anhand der Fühlerlänge unterschieden werden: Beim Männchen überragen die Fühler das Hinterende der Flügeldecke bei weitem, beim Weibchen erreichen sie dieses knapp. Ich muss ehrlich sagen, ich will mich da nicht festlegen. An den mittleren der Fühlerglieder befinden sich schwarze Haarbüschel, wodurch die entsprechenden Fühlergelenke schwarz verdickt erscheinen. Auf dem Bild ist das am rechten Fühler gut zu sehen.
Nach dem Schlüpfen der Käfer Ende Juni/Anfang Juli erfolgt die Paarung und die Eiablage. Wenn frischgeschlagene Buchenholzstämme oder Brennholzklafter mit Buchenholz in der Nähe sind, wird der Käfer durch diese angezogen. Andernfalls wird der besonnte untere Stammteil eines möglichen Brutbaumes angeflogen. Das Weibchen tastet mit der ausgestülpten Hinterleibsspitze den Untergrund nach Verletzungen der Rinde oder Risse im Holz ab. Dann dringt der Legeapparat bis zu vier Zentimeter ins Holz oder unter die Rinde vor. Die Eier werden gewöhnlich einzeln abgelegt. Die aus dem Ei geschlüpfte Larve frisst im Bereich des austrocknenden Holzes weiter, später dringt sie ins Totholz ein. Es dauert gewöhnlich drei bis vier Jahren bis die Larve sich in einer Puppenwiege verpuppt. Nach dem Schlüpfen zwängt sich der Käfer durch eine ovale Öffnung ins Freie. Diese Öffnungen dienen dem Käfernachweis. Das ist doch ein interessantes Detail, finden Sie das nicht auch? Jetzt kommt eine aus menschlicher Sicht traurige Wahrheit, die erwachsenen Käfer werden nur zehn Tage alt, Literaturangaben nennen auch 20 bis 40 Tage.
Der Alpenbock ist europaweit geschützt. Die Schutzmaßnahmen haben zu einer Stabilisierung der Bestände geführt. Man sieht, dass Totholz eben auch einen Lebensraum darstellt, den man im Rahmen des Möglichen schützen soll.
Ganz herzlichen Dank Dir Albrecht Siegel für die Überlassung der Bilder und die Einwilligung, daraus einen Beitrag zu schreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie Ihre Freude daran haben.
Ist der Wald etwa nur zehntausend Klafter Holz? (Bert Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti. Zürich 1948)
„Oder ist er nicht eine grüne Menschenfreude?“, so fährt Herr Puntila in rhetorischer Frageform fort. Grüne Menschenfreude, soviel zeichnet sich bereits ab, wird die im Koalitionsvertrag vereinbarte Novellierung des seit 1975 geltenden Bundeswaldgesetzes wohl kaum auslösen: Für die Berliner Ampel wird sie zu einer weiteren schweren Geburt werden, zumal für die Grünen samt Landwirtschafts- und Forstminister Cem Özdemir. Denn schon scheinen sich wieder die Bauern warmzulaufen, diesmal die Waldbauern, ein durchaus wehrhafter Teil jener Klientel, die sich im vergangenen Winter auf Straßen und Plätzen ausgetobt hatte. Der vorliegende Entwurf sei, so schäumt es im Netz, viel zu bürokratisch mit seinen vielen neuen Vorgaben und Verboten, die massiv in die Bewirtschaftung der Wälder eingreifen werden. Statt auf die Expertise und Erfahrung von Forstleuten und Waldeigentümern zu vertrauen und Freiraum für praxisnahe Lösungen zu schaffen, seien Gängelung und Regulierung zu befürchten, so argumentieren auch die großen Waldverbände und starten die Kampagne #fingerwegvomwaldgesetz – nicht nur im Netz, sondern auch auf Transparenten in Wald und Flur.
„Wenn der Wald könnte, würde er auf die Straße gehen“, lautet einer der Slogans in zarter Anspielung auf die winterlichen Demos, wo sich doch Forstmaschinen, Vollernter und Forwarder hinter den landwirtschaftlichen Treckern wahrlich nicht zu verstecken brauchten. „Freier und vielfältiger Wald statt Paragraphendschungel!“, so die Forderung der (48 % der deutschen Waldfläche bewirtschaftenden) Waldbauern und ihrer Interessenvertretungen. Das neue Bundeswaldgesetz sei sogar verfassungswidrig, meint ein von den Verbänden bestelltes Gutachten, zumal die „völlig überzogenen“ Strafvorschriften (von bis zu einem Jahr Haft). Gegen die Verfassung verstoßen würde auch „die in diversen Neuregelungen zum Ausdruck kommende Nachrangigkeit der Holzproduktion gegenüber Klimaschutz und Biodiversität“, ob im Falle der vorgesehenen Kahlhiebsverbote, der Baumartenwahl oder beim gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 40 m von Maschinengasse zu Maschinengasse.
Doch eben diese Neuregelungen des Gesetzentwurfs gehen den Naturschutzverbänden noch nicht weit genug. Waren sie es doch, die auf eine Novellierung gedrängt hatten, weil unterm Vorzeichen des Klimawandels an Wald und Waldwirtschaft inzwischen doch ganz neue Anforderungen zu stellen sind. Eingefordert wird der Vorrang der Ökologie (des Waldökosystems) vor der Ökonomie (der Holzerzeugung). Derweil erregen sich im Netz die Mountainbiker, die sich ihre Singeltrails und Parcours nach dem Willen des Gesetzentwurfs jeweils vom Waldeigentümer genehmigen lassen müssen – eine Regelung, die bereits seit Jahren so im Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg enthalten ist.
Klar, dass es da etlicher zusätzlicher Paragraphen bedarf. Und deren Umsetzung sollte dann ja auch zu kontrollieren und zu gewährleisten sein – durch das seit dem Jahrtausendwechsel gnadenlos ausgedünnte Forstpersonal und, analog dazu, massiv vergrößerter Forstbezirke und -reviere.
Am Beispiel der auf Kulturflächen inzwischen fast obligatorischen Wuchshüllen, die dem Schutz vor Wildverbiss und der Wuchsbeschleunigung dienen (und mitunter an die Kriegerfriedhöfe um Verdun erinnern!), sei angedeutet, wie sich die neuen waldgesetzlichen Forderungen für den Waldwirt auswirken können. Ziel des Gesetzes ist zweifellos ein möglichst resilienter Wald, am ehesten erreichbar mit Hilfe eines naturnahen Waldbaus und unter weitestgehendem Verzicht auf Kahlflächen. Denn auf ihnen pflegt sich die erhoffte (naturgebundene) CO2-Speicherung des Waldbodens in eine CO2-Emissionsquelle umzukehren. Weshalb eine dauerwaldartige Bewirtschaftung unbedingt vorzuziehen ist. Wo aber dennoch Kahlflächen zu bepflanzen sind, sei es nach Sturm- und Borkenkäferschäden oder zwecks Baumartenwechsels, dürfen nach dem Gesetzentwurf künftig nur noch „biologisch abbaubare“ Wuchshüllen Verwendung finden. Wer dieser Forderung nachkommen will, muss sich zunächst zurechtfinden angesichts der überwältigenden Fülle unterschiedlichster Modelle, Materialien und Angebote, die mittlerweile allesamt biologische Abbaubarkeit für sich in Anspruch nehmen. Dies bei weit auseinanderklaffenden Beschaffungs- und Aufstellungskosten. Inwieweit und bis wann die Materialien dann tatsächlich rückstandsfrei verrotten, überlässt man dem Zahn der Zeit. Skepsis scheint angebracht zu sein, will man sicher gehen und keinen Beitrag leisten zum globalen Mikroplastik-Desaster.
Sollten die Transparente etwa nur aus Anlass der Stippvisite von Bundeslandwirtschafts- und -forstminister Cem Özdemirs auf der Baar (am 18. Juli 2024 unterwegs zur Aasener Agri-Fotovoltaikanlage) aufgespannt worden sein – auf Einladung des Bad. Landwirtschaftlichen Hauptverbands BLHV und des Landesnaturschutzverbands LNV? Grüne Menschenfreude wird hier nicht versprochen.
Quelle: Historisches Filmmaterial aus dem Nachlass von Ernst Kramer. Die Veröffentlichung dient ausschließlich der Dokumentation der Hüfinger Ortsgeschichte. Sollten Rechteinhaber Einwände haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung.
Vu Loeterewäge, Heinze stelle, vum Wiisbom, Karresalbi und Micki tribble. E Lebensbild Post Mortem über de Beppi Kramer vum Süesse Winkel.
So „Gäbeli Zettle“, Do kinnt i wette Im Kramer Beppi wärs en Graus Für iis isch es en Augeschmaus
Die Heiberei am Galgeberg Wa war des für e hert Tagwerk E Ochsefuhrwerk, alls vu Hand Die Kramerbloos schafft mitenand. „Ab i d‘ Schier, vum Schose kunnt e Gwitterwand“
Des Ochsegschier, de Hans und Franz Des waret konni Hoppedanz lahmarschig all im glieche Schritt Nu so kunnt do de Beppi mit
Koe Wunder, de letschte aaltbache Städlibuur Konn hät no so e Kugelfuhr Alls vu Hand und Koe Maschie En andre wär do scho lang hii
De Ernst, de Gettibue, hät des alls gfilmet Dass so Erinnrunge nit bald mol himmlet So bliibt d‘ Gedankewelt halt wach Wie s Hei vu Hand kunnt unters Dach
Alls vu Hand: Maije, worbe und verzettle Zatte mache und zemetreche Hainze stelle, Hei druff winde Vor em Dunderwetter, moss mer schinde
Liebe Bürgerpostleser, ich kann Euch sagen, das ist eine größere Geschichte. Dass es sich um den Hirschkäfer handelt, dürfte beim Bilderbetrachten schnell klar sein. Aber der Reihe nach: Elisabeth Weisbrodt, eine Bekannte aus Lohnsfeld am Donnersberg in der Pfalz schickte mir als erstes am 25. Juni 2024 ein Bild und fragte mich, was das denn sei.
Ich musste etwas überlegen und frug zurück, wieviele Zentimeter der Käfer mißt: „6-7 cm oder noch mehr“. Elisabeth hat dann nachgemessen, vom Panzer hinten bis einschließlich der Greifzangen vorne sind es – etwa 4,3 cm. Wie heißt es so schön, „Schätzen kann fehlen“. Auf jeden Fall konnte ich antworten: „ein weiblicher Hirschkäfer“. Wenn der Käfer kleiner gewesen wäre, hätte es der Balkenschrödter sein können. Als zweites schickte mir Armin Roser aus Müllheim-Britzingen-Muggardt am 28. Juni 2024 noch ein Bild, ein herrliches Männchen.
Es befand sich auf der Plane eines Anhängers, der unter einer Eiche platziert war. Zu diesem Zeitpunkt stand fest, das gibt einen Bürgerpostbeitrag. Dann frug ich ganz beiläufig Nadine Linhard-Blum aus Hohberg bei Offenburg, ob es bei ihr Hirschkäfer gebe, und die Geschichte nahm Schwung auf. „Ja, momentan sehr viele.“ Das war einmal eine positive, aber auch überraschende Antwort.
Rivalenkampf
Annäherung
Paarung
Die Bilder oben hat uns dankenswerter Weise Nadins Jagdkollegin Silke Hahn überlassen. „Sie ist eine sehr gute Fotografin“ so Nadine. Ich vermute, dass beim Rivalenkampf der hintere sich in der besseren Position befindet. Wie es der „Kran von Schifferstadt“, der Ringer Wilfried Dietrich, beherrschte, kann er ihn aushebeln. Wer erinnert sich noch an Olympia München 1972, als er den 182 kg Mann Chris Taylor auf die Bretter zwang?
Das Bild mit den zwei Hirschkäfergeweihen vermutete ich links vom Männchen und rechts vom Weibchen? Ich bin darauf reingefallen, aber Nadine hat mich aufgeklärt, rechts ist auch ein Männchen, aber ein „Spießer“ im Gegensatz zum „Kronenhirsch“ links. Spießer entstehen, wenn die Bedingungen in der Larvenzeit nicht gut ist.
Apropos Larvenzeit, was schätzen Sie, wie lange sie dauert? Fünf bis acht Jahre. Das heißt die diesjährigen Käfer sind von 2016 bis 2019 als Ei gelegt worden. Hammermäßig. Und wie lang lebt er als Käfer? Nur wenige Wochen. Ebenfalls hammermäßig. Er lebt als Käfer eigentlich nur um sich zu paaren, das Weibchen etwas länger wegen der Eiablage. Nach der Paarung legt das Weibchen etwa 20 Eier bis zu 75 Zentimeter tief in den Boden an die Wurzeln von toten oder kranken Bäumen, insbesondere von Eichen. Die Larven entwickeln sich in den Wurzeln, Stämmen und Stümpfen, brauchen jedoch durch Pilzbefall zermürbtes Totholz. Das ist auch der Grund, dass die Entwicklung so lange dauert, denn in dem zermürbten Totholz gibt es keine reichhaltige Nahrung.
Das letzte Bild ist von Nadine, es zeigt eine Larve im jungen Alter. Wissen wie groß die Larven werden? Bis zu 11 cm lang. Der Hammer. Die Verpuppung dauert etwa 60 Tage. Jetzt kommt noch was: Nadine hat extra Totholzliegen aus Buchen- und Eichenholz angelegt, so dass mich Ihre Aussage mit dem reichlichen Vorkommen von Hirschkäfern nicht mehr wundert. „Andere sagen, die Liegen sind eine Sauerei“. Aber Hirschkäfer gibt’s eben nur, wenn man diese Möglichkeit zulässt.
Der Hirschkäfer ist der größte Käfer Deutschlands und ist auf die warmen Gebiete begrenzt. Also im Unterhölzer Eichenwald kommt er nicht vor, die nächsten Gebiete sind am Hochrhein und im Klettgau. Hier ein Link zu den Fundorten in Baden-Württemberg: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft
Zum Schluß einen herzlichen Dank an Elisabeth Weißbrodt, Armin Roser, Silke Hahn und Nadine Linhard-Blum für die Bilderbereitstellung.
Was war das für ein freudiges Ereignis – nicht nur für die Vereinsmitglieder der Luchs-Initiative Baden-Württemberg e. V., die sich seit über drei Jahrzehnten für die Wiederansiedlung des Luchses eingesetzt hatten – als am 1. Dezember 2023 im dick verschneiten Nordschwarzwald Finja, die erste Luchskatze des baden-württembergischen Bestandesstützungsprojekts im Beisein des Forstministers freigelassen wurde. Das Foto, wie sie putzmunter aus der Transportkiste springt, ging bundesweit durch die Medien. Zu ihrer Sicherheit und Überwachung trug sie einen Halsbandsender. Doch nun musste das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz MLR (per Pressemitteilung Nr. 162/2024) am 10. Juli 2024 einräumen, dass sie gestorben sei, die Todesursache werde derzeit ermittelt. Überschrift:
Minister Peter Hauk MdL: „Wir sind sehr traurig über den Tod unserer Luchskatze Finja“
Bei der routinemäßigen Kontrolle an einem Rehriss sei Finja in stark geschwächtem Zustand aufgefunden worden. Es seien umgehend die Tierärzte aus dem Zoo Karlsruhe hinzugezogen und Rettungsmaßnahmen eingeleitet worden, doch alle veterinärmedizinischen Maßnahmen hätten ihren Zustand nicht mehr stabilisieren können. „Da keine Behandlung anschlug und zur Vermeidung weiteren Leidens musste das Tier leider eingeschläfert werden“, teilt das MLR mit: „Das ist traurig aber kann leider auch Teil der Realität bei Auswilderungsprojekten sein.“
Die aus einem Thüringer Gehege stammende und in einem Auswilderungsgehege auf die Freilassung vorbereitete Finja hatte genetisch, medizinisch und verhaltensökologisch alle Voraussetzungen erfüllt. Und in Freiheit hatte sie regelmäßig Rehe, gelegentlich auch Hasen und Füchse erbeutet. Nur die erhoffte Paarung mit Luchskuder Toni, der seit 2019 durch den Nordschwarzwald streift, hatte anscheinend noch nicht geklappt.
Auf den Fotos der Wildtierkameras hatte Finja jedoch stets gesund gewirkt, umso unerwarteter ihr erbärmlicher Zustand an ihrem letzten Riss. Welche Ursachen dafür ausschlaggebend waren, werde aktuell untersucht, verspricht die Pressemitteilung, was freilich einige Wochen in Anspruch nehmen könne. „Wir werden trotz des Verlustes an unserem Vorhaben festhalten und weitere Luchse ansiedeln“, so der Forstminister. Insgesamt 10 vorwiegend weibliche Tiere sollen bis 2027 ausgewildert werden, so will es schon das im Koalitionsvertrag vereinbarte Projekt.
Einstweilen wirft Finjas plötzliches Ende freilich Fragen auf: Wie soll es ihr in „stark geschwächtem Zustand“ eigentlich noch gelungen sein, ein Reh zu erbeuten? Wurde vor Ort auch der Riss untersucht? Könnte Finja nicht mit Hilfe des Rehkadavers vorsätzlich vergiftet worden sein? Falls ja, wer käme als Täter dafür in Betracht? Womöglich einer, der Luchse als Beutekonkurrenten fürchtet oder als Gefahr für seine Nutztiere hasst?
In Fernsehkrimis pflegt noch vor der Obduktion der Leiche, die kriminaltechnische Untersuchung des Tatorts zu erfolgen. Bleibt zu hoffen, dass um Finjas Tod keine unbegründeten Verschwörungstheorien aufkommen werden – für das baden-württembergische Luchs-Auswilderungsprojekt wären sie Gift!
Waldliebe als Geschäftsmodell Gelüftet: Das Geheimnis von Wohllebens Baum-Geheimnis Von Wilhelm Bode J. D. Sauerländer´s Verlag, Bad Orb 9,80 €
Den phänomenalen Bucherfolg von „Deutschlands bekanntestem Förster“ hat auch aus der Forstbranche schon manch einer kritisch zu hinterfragen versucht. Nun hat Wilhelm Bode, streitbarer Jurist und Forstakademiker, vormals Leiter der saarländischen Forstverwaltung und der Obersten Naturschutzbehörde, eine ganze Broschüre (36 Seiten, 11 Abbildungen) dazu verfasst. Versehen mit einem Vorwort von Dr. Christoph Bartsch, Bürgermeister der Stadt Brilon und Präsident des Europäischen Kommunalen Waldbesitzerverbands FECO, hat Bode mit schwerem Geschütz eine ganze Breitseite abgefeuert, die den Bestsellerautor mitsamt seiner Waldakademie in ein denkbar ungünstiges Licht rückt.
Weil sich die Waldökologie für Klimasünder hervorragend zum Greenwashing eigne, habe der „nationale Forstexperte Peter Wohlleben“ nach dem Hype um sein (5 Millionen mal verkauftes) Buch Das geheime Leben der Bäume. Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt mit seiner Waldakademie ein Geschäftsmodell ersonnen, um seine sprudelnden Autorenhonorare in Dienstleistungsangebote für waldliebende Bürger, kommunale Waldbesitzer umzumünzen, „gerne auch für die produzierende Wirtschaft“. Womit er „zu saftigen Preisen eine völlig neue Marktnische „für eine vermeintlich gute Sache, nämlich gegen die den Waldraubbau betreibende Holzerzeugung im Wald“ eröffnet habe. Der einstige Kampfruf „Baum ab, nein danke“ werde hier mit neuer ideologischer Begründung gegen die Wald-Erzeugung von Holz mobilisiert. Ziel sei der Urwald oder mindestens ein weitgehend dem natürlichen Urwald ähnlicher Naturwald.
Unter staatlichem Schutz in größeren Reservaten und Nationalparks ist dies durchaus auch ein Anliegen Wilhelm Bodes, der einräumt, selbst einer derjenigen gewesen zu sein, die den Autor Wohlleben zunächst in Schutz genommen haben; zumal bei dessen Kritik an naturferner Altersklassenwirtschaft wie auch „gegen die unwissenschaftliche Reaktion der deutschen Waldbauwissenschaft“ auf Wohllebens Rezept der Vermenschlichung und Verniedlichung der Bäume („stillende Mutterbäume“, ihr „Kuscheln“ und Schmerzempfinden, ihre Kommunikation untereinander).
Mittlerweile hat freilich eine internationale Literatur-Vergleichsstudie von 35 führenden europäischen und nordamerikanischen Ökologie- und Waldbauwissenschaftlern Wohllebens „Anthropomorphismen“ gründlich widerlegt und als „Fake“ überführt. Wilhelm Bodes Fazit: „Forstpolitisch schadet Peter Wohlleben den gesellschaftlich notwendigen Bemühungen um den Wald und die Holzerzeugung. Er macht die begründete Kritik an der realexistierenden Forstwirtschaft, die natürlich primär der Holzerzeugung dient und auch künftig dienen muss, in Deutschland unglaubwürdig, ja unmoralisch.“
Man darf gespannt darauf sein, wie der Mainstream der Medien auf die Streitschrift reagieren wird.
Konrad Köstel aus Achern, ein Freund aus Internatszeiten, schickte mir das Bild oben. Ist das nicht ein Oberhammer? Maus und Blaumeise gemeinsam am runden Futtertrog. Auf meine Frage, ob das häufig der Fall ist, antwortete Konrad „das kommt eher selten vor“. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Mäuse am Boden einen eigenen Trog haben. Übrigens, die Maus ist auch noch eine besondere, es ist eine Waldmaus.
Jetzt mal die Hand aufs Herz, hat das jemand von Ihnen schon einmal gesehen? Dass die Blaumeise dahinkommt, ist selbstverständlich. Normaler Weise zeigt sich Konrad als echter Tierfreund und füttert „seine Waldmäuse“ separat am Boden. Die Waldmäuse sind doch wirklich sehr niedlich, wenn man Mäuse mag. Sie mögen Mäuse bestimmt auch, oder leidet jemand an einer Mäusephobie? Ich hoffe nicht.
Jetzt kommt es aber vor, dass das Bodenfutter ausgeht, was machen dann die schlauen Mäuse? Sie klettern an den drei Füßen, auf denen das Futterhaus steht, hoch, und rucki zucki sind sie im Schlaraffenland.
Wissen Sie, wieso Konrad an den Füßen Hasengitterdraht angebracht hat? Vielleicht dass die Mäuse besser steigen können? Nein der Grund ist ein anderer, ich weiß nicht, ob Sie darauf kommen. Konrads Futterhaus wurde immer wieder von Ratten aufgesucht. Er hat festgestellt, dass die Ratten sich davon abschrecken lassen und nicht über den Hasengitterdraht gehen, die Waldmäuse aber hurtig darüberklettern. Übrigens wollte er ursprünglich Stacheldraht anbringen, hatte aber keinen zur Hand. Ob die Waldmäuse auch darüber wären, ich glaube schon.
Sachen gibt’s, die immer wieder für Erstaunen sorgen.
Konrad, Dir vielen Dank für die Bildüberlassung und dass ich daraus diesen Beitrag schreiben durfte.
Es war einmal vor nicht langer Zeit, während einer Vollmondnacht, dass zwei Kinder in einem entfernten kleinen Dorf, in einem uns unbekannten Land, in ihrem Stockbett lagen und versuchten den Schlaf zu finden. Aber sie schlafen nicht ein, ganz und gar nicht, stattdessen erwartet sie eine traumhafte Abenteuernacht.
Doch der Reihe nach: Die beiden nicht schlafenden Kinder heißen Lala und Jojo, Lala ist schon beinahe acht und die große Schwester von Jojo, der erst fünf ist.
„Du, schläfst Du schon?“ fragt just in diesem Moment Lala ihren kleinen Bruder, den sie unter sich weiß. Sie, als ältere Schwester darf natürlich oben im Doppelbett liegen. „Soll ich jetzt ‘Ja’ sagen?“ hört sie Jojo antworten. „Ja“ erwidert Lala erleichtert, dass sie nicht alleine wach liegen muss, in dem gar nicht so dunklen Zimmer. Die Sonne ist zwar schon seit Stunden untergegangen, aber durch das Fenster scheint der Mond, der voller nicht sein könnte. Durch das Licht des Mondes erinnert sich Lala, dass ihre Eltern mal erwähnt hatten, dass manche Personen mondsüchtig seien. Sie hatte sich daraufhin vorgestellt, dass diese mondsüchtigen Menschen, wohl ähnlich wie Wölfe, den Mond anheulten. Aber das stellte sich als Irrtum heraus, mondsüchtigen Menschen schlafwandeln einfach bei Vollmond durch das Haus.
„Jojo, weißt Du was mondsüchtig ist?“ fragt Lala ihren jüngeren Bruder. „Nein“ „Menschen, die bei Vollmond durch das Haus laufen“ Eine Erklärung, die den kleinen Bruder nicht sehr beeindruckt. „Warum?“ „Weiss ich auch nicht.“
Als könnten die beiden Geschwister die Antwort auf diese Frage im Mond entdecken, betrachten beide den gut zu sehenden Vollmond.
„Warum hat der Mond eigentlich dunkle Flecken?“ möchte da Jojo von seiner großen Schwester wissen. „Ich glaube, das sind die Krater, so etwas wie Berge, aber manche behaupten auch das sei der Mondmann.“ „Der Mondmann?“ wiederholt Jojo ungläubig. „Äh, Ja ja!“ erwidert daraufhin seine Schwester.
Und da erkennen die Kinder, wie die dunklen Flecken im Mond sich scheinbar bewegen, ein Fleck bewegt sich nach oben, ein anderer dreht sich. Lala traut kaum ihren Augen, das kann doch nicht sein. Doch, doch, die Flecken reihen sich aneinander, und bilden eine Gestalt, eindeutig, die dunklen Flecken formen Beine, Bauch, Arme und einen Kopf.
„Du, Lala, jetzt sehe ich den Mondmann, Du hast recht“ stellt Jojo nüchtern fest. Mit fünf Jahren ist seine kindliche Fantasie noch so viel größer, als dass winkende Mondflecken ihn überraschen könnten. „Lala, hast Du das gesehen, der Mondmann winkt uns, da guck mal.“ „Äh, ja.“ stammelt sie, während sie genau dasselbe beobachtet. „Na, wenn er uns schon winkt, dann sollten wir wohl hin, oder?“ schlägt Jojo gelassen vor. „Aber, wir können doch nicht fliegen. Also, außer in unseren Träumen, oder in unserer Fantasie, oder in Büchern, oder so“ antwortet Lala.
Dann denkt sie nach und entsinnt sich des Buches: Peterchen’s Mondfahrt. Es handelt von zwei Kindern, die zum Mond fliegen. Sie erinnert sich, wie in dem Buch die beiden Kinder die Schwerkraft überwinden. Dann schweben sie, und schafften es sich mit der Luft zu vereinen.
„Also gut, Jojo, wir können es ja mal versuchen, also wir müssen unsere Arme ausbreiten,“ erklärt sie, „die werden zu unseren Flügeln, und dann müssen wir der Schwerkraft entgegenwirken.“ „Was ist Schwerkraft?“ fragt ihr Bruder. „Egal“ fährt die große Schwester fort. „Also wir müssen die Arme ausbreiten, und dann Leichtigkeit in uns einsaugen, damit uns die Schwerkraft nicht mehr nach unten zieht, und dann, ja, dann können wir vielleicht schweben, na, und vor allem müssen wir daran glauben. Mama sagt ja immer, der Glaube kann Berge versetzen.“ „Aber wir wollen doch fliegen, oder?“
Eigentlich hat sich Jojo schon daran gewöhnt, dass seine Schwester sich manchmal sehr rätselhaft oder einfach ein bisschen blöd ausdrückt, aber nichtsdestotrotz ist Lala seine Schwester. Die tollste Schwester, die es überhaupt nur gibt.
Und wie mutig sie ist!!
„Komm“, unterbricht Lala seinen Gedankenfluss, „Lass es uns einfach versuchen.“ Und dann kommt sie hinab, ergreift die Hand ihres Bruders, leise schleichen sich die Geschwister aus dem Haus und in den Garten.
Fest die Hände haltend konzentrieren sie sich, schließen die Augen und atmen Leichtigkeit in sich ein. „Eigentlich atme ich Luft ein, ein bisschen frisch,“ denkt Jo-Jo. „So kann ich doch nicht fliegen.“ Dann schaut er hinüber zu seiner Schwester, die weiter mit geschlossenen Augen, seine Hand festhaltend und scheinbar sehr konzentriert, Luft in sich aufnimmt. „Hmm, dann mach ich das auch so.“ Denkt er sich, und widmet sich dann, wie seine große Schwester, weiter der frischen Abendluft. Und dann merkt er, wie sich Leichtigkeit in seinem Körper verbreitet, er fühlt sich so anders an, so als wäre alles viel leichter, so als würde er den Boden nur noch streifen, und nicht fest darauf stehen, wie doch sonst immer. Und da, plötzlich erheben sich seine Füße etwas vom Boden, genau wie die von Lala.
Unglaublich, „ich kann fliegen“ denkt Jojo. Und dann mit all ihrer geschwisterlichen Vorstellungskraft, und ihrem Wunsch zum Mond zu gelangen, schweben sie immer höher, lassen die Baumwipfel unter sich und gleiten Richtung Mond. Auf ungefähr halbem Weg entdecken sie eine milchige Straße. Die beiden sind ziemlich überrascht, wie wir alle bestens verstehen können. Wer denkt schon, dass man zwischen Erde und den Sternen auf eine Straße treffen könnte. Und zu dem herrscht auf selbiger Straße ein reger Betrieb. Vor ihren Nasen rast plötzlich im Zickzack ein schmaler aber groß gewachsener Mann an ihnen vorbei.
„HaloHalidolai!“ schreit er den Kindern zu, „ich bin der blitzschnelle Blitz-Hans, keine Zeit, ich muss mich mal wieder über Stuttgart entladen. Und zwar so richtig kräftig.“
Und schon war er weg, Jojo und Lala staunten nicht schlecht.
Kurz darauf ächzt ein eher rundlicher Geselle hinterher, er sei der Donnerbommel erklärt er kurz den Geschwistern, er sei gar nicht gut gelaunt, überhaupt nicht, immer dürfe er nur die zweite Trommel spielen. Immer erst nach dem Blitz-Hans dürfe er donnern, und überhaupt wollte er eigentlich mal so entspannen und sich ausruhen. Aber nein, immer muss er dem Blitz-Hans hinterher, beschwert er sich bei den Kindern. Doch dann hält er einen Moment inne, guckt die Geschwister interessiert an, und fragt dann neugierig.
„Wer seid ihr eigentlich?“ „Ich bin die Lala und das ist Jojo, mein Bruder, der Mondmann hat uns gewunken.“ „Ahh der Mondmann, lieber Kerl“ antwortet ihnen Donnerbommel. „Aber falls er schlechte Laune hat, dann ist er ziemlich ungenießbar, so richtig miesepetrig. Aber mit etwas Kartoffelmarmorkuchen strahlt er wieder, als sei er der Sonnenmann. Der mag diesen Kuchen, als gäbe es nichts anderes leckeres, wie zum Beispiel ein frisch zubereitetes Zuckerwatten-Gänseblümchen-Ragout. Aber ihr habt Glück, meine Frau, die liebe Nebelina, hat gestern einen Kartoffelmarmorkuchen gebacken, und ich habe ein großes Stück dabei, man weiß ja nie, wie lang der Blitz-Hans da rumblitzen will, aber wenn ihr noch zum Mondmann wollt, dann braucht ihr den Kuchen mehr als ich.“ Und damit überreichte er den beiden Geschwistern ein großes Stück Kartoffelmarmorkuchen. „So, jetzt muss ich mich aber wirklich sputen.“ Und das gesagt bummelte Donnerbommel weiter dem Blitz-Hans hinterher.
Nur wenige Augenblicke später schlurft da platsch, platsch, platsch eine komplett durchnässte Frau an Lala und Jojo vorbei. Auch sie klagt den Kindern ihr Leid: „Oh, Hallo ihr Zwei, ich bin die Wasserfrau, aber ich muss weiter! Schon wieder! Warum können die zwei nicht alleine rumblitzen und Krach machen, nein nein, auch ich soll wieder mit!“
Lala und Jojo staunen nicht schlecht, hier auf dieser weiß-milchigen Straße ist ja echt etwas los. Kurz darauf treffen sie auf eine junge schöne Frau, leuchtend in allen nur erdenklichen Farben. Sie fragt die Geschwister, ob sie denn den Sonnenmann oder die Wasserfrau gesehen hätten, und sie sei übrigens die Kunterbuntfee. Das Leben sei ja so ungerecht, beschwert auch sie sich, noch bevor die Geschwister ihr antworten können.
„So gerne würde ich öfter erscheinen, aber die Wasserfrau und der Sonnenmann, die mögen sich ja nicht so, und ich, ich darf mich nur dann blicken lassen, wenn die beiden mal nicht sich gegenseitig ärgern. Nämlich nur wenn Wasserfrau und Sonnenmann gemeinsam losziehen, darf ich in Erscheinung treten. So eine Gemeinheit! Dabei bin ich so reich an allen nur erdenklichen Farben, und damit mache ich alle Menschen froh, oder?“ Dies gesagt schaut sie fragend die beiden Kinder an, die staunend die wahrhaft farbenfrohe Fee betrachten, und stumm nicken. „Ja seht ihr, wenn ich zum Beispiel mit dem Blitzhans und dem Donnerbommel auf Tour gehen könnte, die sind ja dauernd unterwegs, dann könnte ich mich so viel öfter zeigen. Aber nein, das ginge ja nicht, das sei unnatürlich, quatsch unnatürlich, das wäre ein Riesenspass! Habt ihr denn vielleicht die Wasserfrau oder den Sonnenmann gesehen?“ wiederholt sie ihre Frage. „Äh ja“, meint Lala „die Wasserfrau ist da dem Blitzhans und dem Donnerbommel hinterher!“ „Ach Mist, und der Sonnenmann?“ „Ähh, nicht gesehen.“ „Ahh nein, sowas, dann gehe ich mal wieder die Schäfchen ausführen, dann können wenigstens die Menschen besser schlafen, manche zählen nämlich Schäfchen vor dem Schlafen, und das, obwohl sie die Michstraßenschäfchen gar nicht sehen können, Menschen soll man mal verstehen, naja, ihr seid ja Kinder, die sind einfach toll. Also, Tschüss ihr zwei, ich muss die Schafe wieder einfangen.“
Und so entschwebt die Kunterbuntfee. Lala und Jo-Jo sehen noch wie sie etwas weiter die Milchstraße verlässt, wohl um die Weide der Schäfchen aufzusuchen, die ja wohl kaum auf der Straße liegt. Kaum ist die Fee gänzlich aus ihrem Blickfeld entschwunden, wird es heller. Ungewöhnlich hell, und dies mitten in der Nacht. Und da nehmen die Kinder eine hell strahlende Figur wahr, die sich ihnen langsam nähert. „Oh, hallo wer seid ihr denn?“ richtet sich ein golden strahlender Mann an die beiden Kinder. „Ich bin Lala, und das ist mein Bruder Jo-Jo“ antwortet ihm die große Schwester. „Hallo Kinder, ich bin der Sonnenmann, habt ihr vielleicht meine Frau gesehen, die Wasserfrau?“ „Ja, ja, die ist vorhin hier vorbeigekommen, sie ist dem Blitzhans und dem Donnerbommel hinterher.“ „Oh nein, die zwei schon wieder. Das kann ja wieder dauern, wenn dieser Hans sich mal ein bisschen zurücknehmen könnte. Wenn es nach dem ginge, dann würde er das ganze Jahr hindurch ein Blitzfest veranstalten! Hm, schade.“ Und der strahlende Sonnenmann setzt sich zu den Kindern, stützt seinen Kopf in die Hände und seufzt laut. Er sieht ziemlich traurig aus. So traurig, dass Lala besorgt nachfragt: „Stimmt etwas nicht? Du siehst traurig aus.“ „Hmm. Ach, wisst ihr, wir haben uns wieder gestritten und dabei habe ich sie doch so lieb, meine Wasserfrau, tollste Frau des Universums, wenn auch ’n bisschen nass.“ Und nochmals stößt er einen Seufzer hervor und spricht dann weiter. „Ach wisst ihr, ich wollte mich bei ihr entschuldigen, das war doof von mir. Ich habe behauptet, dass die Menschen sich ja so viel mehr über Sonnenstrahlen freuen würden, als über Regentropfen. Aber das stimmt ja gar nicht, ich weiss auch nicht, das war doof von mir und ich wollte mich entschuldigen. Und eigentlich gibt s ja nichts tollereres, als so `n richtig erfrischenden Regen. Oder? Ja, und eigentlich wollte ich sie fragen, ob wir so einen schönen Ausflug zusammen machen könnten, und dazu dann auch noch unsere Tochter mitnehmen, die hätte ja sicher auch Lust. Hmmm“ Und abermals wird sein Redefluss durch einen langen Seufzer unterbrochen. „Apropos meine Tochter, habt ihr vielleicht die Kunterbuntfee gesehen?“ „Ja“ antwortet diesmal Jojo. „Die war vorhin hier, und meinte sie würde zu den Schäfchen gehen.“ „Ah, das ist lieb von ihr, überhaupt, eine so liebe Tochter. Ja dann guck ich mal, ob ich sie dort antreffen werde. Danke Kinder.“ Damit erhebt er sich, und schwebt Richtung Schafweide davon.
Jojo und Lala blicken ihm nach, und dann zum Mond, wo sie wiederum das Winken des Mondmannes sehen: „Auf zum Mond!!“
Mit Leichtigkeitschweben die beiden dann auch von der Milchstraße bis zum Mond. Dort gelandet erkunden sie die Landschaft, staunen über die kargen ‚Berge‘, bis plötzlich hinter einem dieser der Mondmann erscheint. Wieder winkt er ihnen zu, doch seine Miene wirkt auf sie etwas düster. „Hallo ihr zwei, habt ihr denn etwas Kartoffelmarmorkuchen für mich dabei?“ Lala nickt, und gibt ihm vorsichtig das Stück Kuchen.
Und sofort erhellt sich sein Antlitz. Zufrieden lässt er sich seine ganz persönliche Gaumenfreude munden. Da halten die beiden Kinder auch nicht zurück und futtern mit. Sie haben gar nicht bemerkt, wie sie nach dieser aufregenden Reise durch die Nacht Hunger bekommen haben.
Gesättigt fragt sie der Mondmann, ob sie sich trauten in das Innere des Mondes einzudringen und die dort verborgenen Geheimnisse zu ergründen. Naja und dabei könnten sie natürlich auch die Mondfrau kennenlernen. „Total liebe Frau, nicht so missmutig wie ich zu Weilen, und ’n bisschen Kuchen könnten wir ihr auch noch mitbringen.“
Lala und Jojo stimmen zu, denn dort, wo sie ein mögliches Abenteuer erwarten, zögern die beide nicht lange. Der Mondmann führt sie zur Mond-Innenbahnrutsche. „Ok, hier wir sind angekommen, da ist die Rutsche“ und er deutet mit seinem Finger auf den Mondboden, genau dort, wo Lala steht. Doch Lala erkennt da nichts, nichts außer dem steinigen Mondboden. „Aber wo ist eigentlich die Rutsche?“ fragt Lala leicht verunsichert. „Na, Du stehst genau darauf, Du musst nur noch das Passwort sagen, übrigens mein Lieblingsessen, und schon geht’s ab und Du rutschst los.“ „Ok.“ Lala holt tief Luft, nimmt ihren ganzen Mut zusammen, von dem sie ja zum Glück in Übermaßen hat, und sagt dann klar und deutlich: „Kartoffelmarmorkuchen“
Kaum gesagt, öffnet sich der Boden unter ihren Füssen und sie fällt, erst langsam und dann immer schneller, durch einen scheinbar langen, mit einem roten Schimmer durchzogenen Tunnel. Plötzlich macht der Tunnel eine scharfe Wendung und Lala knallt mit der Hüfte an die Wand des Tunnels. Doch der Schlag wird aufgefangen, die Wand ist ganz weich, wie aus Schaumstoff, als wäre sie aus so einem Riesenkaugummi, nur nicht so klebrig. „Aber warum riecht es hier so nach Erdbeere?“ denkt sie. Bumm, und schon pflatscht sie mit dem Popo voraus auf den Boden, der aber glücklicherweise wiederum kaumgummiweich ist. Und batsch schon landet neben ihr Jojo und kurz darauf neben ihm auch noch der Mondmann.
Lala blickt umher, seltsam, alles ist rund, scheinbar gibt es keine Ecken. Ein sanftes rötlich getöntes Licht erhellt die Umgebung, so als wären sie in einer Schaumgummiseifenblase gelandet. „Warum riecht es denn so sehr nach Erdbeere hier?“ traut sich Jojo zu fragen. „Naja, wenn wir, also die Monfrau und ich, halt mal keinen Kartoffelmarmorkuchen haben, dann beißen wir auch gerne mal in die Wand!“ „Wie bitte, ihr beißt in die Wand?“ wiederholt Jojo. „Jaja, nicht so deliziös wie Kartoffelmarmorkuchen, aber auch nicht schlecht, versucht’s mal, einfach mal die Zähne kräftig in die Wand hauen.“ Na, da Lala und Jojo bereits gemerkt haben, dass hier, nichts aber auch gar nichts wie auf der Erde ist, schrecken sie nicht zurück und beginnen die Wand anzuknuspern. „Hmm, gar nicht so schlecht, schmeckt wie Erdbeereis, nur nicht so kalt, und tropft auch nicht.“ „Lecker“, bestätigt Jojo.
„Mondmann, hast Du etwas Kartoffelmarmorkuchen für mich dabei?“ vernehmen da die Geschwister eine Stimme, die von der anderen Seite der Kugel, aus einem kleinen Zugang zu einem anderen Tunnel kommt. „Ja, habe ich, meine liebe Mondfrau, und nicht nur das, zwei Menschenkinder sind zu uns gekommen.“ „Oh, wirklich, was für eine schöne Überraschung, bring sie rüber.“ „Na, kommt“, meint da der Mondmann zu den beiden Geschwistern.
Beide haben noch den Mund voll mit Erdbeerschaumwandgummis, nicken und folgen gespannt dem Mondmann. Dieser zwängt sich durch einen Zugang, durch den er gerade so eben durchpasst, in einen anderen Tunnel hinein, Lala und dann Jojo hinterher. Der Tunnel ist nicht lang und schon gelangen die drei in einen etwas größeren Raum, der wiederum ganz rund ist, und von vielen verschiedenen Lichtern aller Farben durch- und überflutet wird. Die Lichter tanzen durch den Raum, als wären sie kleine Leuchtwürmer, und bei jedem Aufeinandertreffen lassen sie Funken aufsprühen. Die Kinder betrachten staunend das Lichterspektakel.
Dann nehmen sie die Mondfrau wahr, sie befindet sich in der Mitte des Kugelraums, und direkt neben ihr sehen Lala und Jojo etwas sehr Seltsames. Sie erblicken verschiedene Kristallkugeln, die miteinander verwoben sind, in manchen der Kugeln sprudeln Flüssigkeiten, mal sprudelt ein dunkles Lila, mal glänzt die Kugel in türkis. Oberhalb der ineinander verflochtenen Kristallkugeln ist eine noch etwas größere montiert aus der eine Art langes Rohr herausragt. Das führt zu einem kleinen Loch in der Erdbeerschaumgummiwand, hin zu einem winzigen Ausgang.
Die Kinder betrachten fasziniert sowohl die Mondfrau als auch diese farbig glitzernde Maschine. „Hallo, meine Lieben, wer seid ihr denn, ich bin die Mondfrau.“ „Hallo, ich bin Lala.“ „Und, ich der Jojo.“ „Oh, wie schön, dass ich euch mal treffen darf, oh Lala, ist der Regenbogen angekommen?“ „Wie, bitte, was für ein Regenbogen?“ Wovon spricht denn die Mondfrau, wundert sich Lala. „Na, ich habe Dir vorgestern eine grün-glitzer-lila-zitronengelb Mischung geschickt und meistens bringt diese Mischung dann Regenbögen in die Träume.“
Und da erinnert sich Lala, tatsächlich, vorletzte Nacht hatte sie davon geträumt, wie ein Regenbogen im Schornstein feststeckte, na und Papa hatte erfolglos versucht ihn da aus dem Schornstein wieder rauszuziehen, während sie, Mama und Jojo das superlustig fanden und einen Kicheranfall nach dem anderen bekamen. Ja, aber wie konnte denn die Mondfrau das von dem Regenbogen wissen. „Ähh ja tatsächlich, aber woher weißt Du das?“ „Ach, wisst ihr, das ist doch meine Arbeit, ich kümmere mich um die Kinderträume auf der Erde, guckt mal, jetzt möchte ich zum Beispiel dem lustigen Rotschopf, dem Paul, einen schönen Traum schicken. Erst gehe ich ganz tief in die Fantasie von dem Kind, und dann mische ich einen Traum.“
Vorsichtig berührt sie mit ihren Händen eine Kristallkugel, in der sich eine hellblaue Flüssigkeit befindet. Die blaue Flüssigkeit fängt an zu drehen und sprudeln, bis sich drei dicke Tropfen in die große Kristallkugel absondern. Den Vorgang wiederholt sie noch mit einer gelben und einer grünen Kristallkugel. Anschließend streicht sie mit ihren Händen über die große Kristallkugel in der sich die verschieden farbigen Tropfen befinden. Daraufhin flitzen die Tropfen rasend hin und her und sprühen Funken in allen Richtungen. Dann werden sie wieder langsamer, finden zueinander, vereinigen sich und die zwei Kinder dürfen beobachten, wie die Tropfen sich ausdehnen und auf diese Art eine glänzende Traumblase geformt wird. Wie von magischer Hand angezogen findet die Traumblase das Bambusrohr, treibt langsam hindurch und dann weiter durch den Ausgang, wo dann Pauls Traumblase gänzlich aus der Sicht der Kinder entschwindet.
„Die Traumblase fliegt jetzt erst durch den Mondtraumtunnel und macht sich dann auf den Weg zum Paul, um ihm diesen Traum zu bringen.“ erklärt die Mondfrau weiter. „Oh, das ist ja unglaublich und erfindest Du dann den Traum, wie bei dem Regenbogen bei mir?“ fragt Lala neugierig. „Nein“, lacht da die Mondfrau, „die Träume kann ich nicht erfinden, ich bringe nur die Traumblasen, zum Beispiel viel grün, dann wird es lustig, mit blau und gelb werden Tiere auftauchen und dann mit mehr oder weniger Glitzer, sind die Träume eher aufregender oder ruhiger. Na und dann habe ich selbst viel gelernt, die grün-glitzer-lila-zitronengelb Mischung bringt eigentlich immer einen Regenbogen und noch so vieles mehr!“ „So jetzt muss ich weitere Träume machen, viele Kinder brauchen noch ihre Frühmorgenträume und wenn sie die nicht bekommen, dann fängt der Tag für die Kinder nicht so schön an.“
Gebannt schauen Lala und Jojo ihr weiter zu. „So eine grün-glitzer-lila-zitronengelb Mischung würde ich ja auch gerne kriegen, so ein Regenbogen im Traum ist sicher schön und wenn er dann noch im Schornstein feststeckt, hmm …“ denkt sich Jo-Jo, und überlegt gerade noch, ob er sich denn bei der Mondfrau einen bestellen könnte, als er bemerkt, wie schwer sich alles anfühlt, wie müde er ist. Auch Lala denkt daran, dass sie ja wirklich wieder nach Hause müssen, ihre Eltern machen sich möglicherweise schon Sorgen und sie müssen ja auch noch zurückfliegen. Die Geschwister verabschieden sich. Doch bevor sie gehen können, überreicht die Mondfrau beiden ein kleines Geschenk. „Was ist denn das für eine schöne Glitzerflasche.“ staunt Jojo.
„Na, das ist keine Glitzerflasche“, widerspricht ihm die Mondfrau, „das ist eine Albtraum-Schutz-Flasche“. Die Mondfrau schüttelt sie drei Mal, „wie ihr seht, entstehen dann ganz viele kleine farbige Bläschen, und da unten könnt ihr…“ sie deutet mit ihrem Finger auf eine kleine Öffnung am Flaschenbauch „….vorsichtig reinblasen, und dann kommt oben durch dieses kleine Röhrchen eine kleine Schutz-Traum-Blase, ja und die beschützt euch vor Angst-Träumen und alle weiteren Träume der Nacht werden einfach nur schön!“ Lala und Jojo strahlen, nehmen sich beide ihre Albtraum-Schutz-Flasche und bedanken sich ganz herzlich bei den zwei Mondmenschen.
Etwas später schweben sie bereits mit Leichtigkeit der Erde entgegen. Als sie an der Milchstraße vorbeikommen, hören sie aus der Ferne. „Nein, ich will aber nicht schon wieder los und mach mal langsam, gibt s bei Dir denn gar nicht Mal einen Sonntag, schon mal was von Feiertag gehört…..“ Die beiden Geschwister kichern in sich hinein, „ach, der liebe Donnerbommel“
Noch kurz vor Morgengrauen schweben sie durch das Fenster in ihr Kinderzimmer. Seltsam so viele Abenteuer in nur einer Nacht, aber vielleicht hat ja jemand für sie die Zeit in dieser Nacht auseinandergezogen. Und nach dieser Nacht wissen sie, dass auch das Unmöglich mit etwas Fantasie und ‘Leichtigkeit’ nicht unmöglich bleiben muss.
Mondmann’s Gaumenschmaus:
Rezept für einen Kartoffelmarmorkuchen
Zutaten:
2 mittelgroße gekochte Kartoffeln 300 gr. Weizen- oder Dinkelmehl (weiß, Vollkorn oder gemischt) 100 gr. Butter (2 Stunden vor Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen) 3 Eier 200 gr. Zucker (weiß oder braun) 1 Packung Backpulver (Weinstein) 2 Packungen Vanillezucker 50 gr. Kakaopulver 7 Salzkörner (entspricht einer halben Prise Salz)
Zubereitung:
An Tagen, an denen Deine Eltern mal wieder Pellkartoffeln zum Mittagessen machen, fraget doch, ob sie zwei extra machen könnten, die ihr ja für den Kartoffelmarmorkuchen braucht. Du nimmst eine Schüssel, in die Du das Mehl mit dem Backpulver, Vanillezucker und Salzkörnern gibst. Mit einer Gabel vorsichtig vermischen. Dann gibst Du den Zucker, die geschälten Kartoffeln, die weiche Butter und die 3 Eier hinzu. Mit einem elektrischen Rührer alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Nun nimmst Du eine zweite Schüssel, in der Du ungefähr die Hälfte des Teigs hineingibst und dann mit dem Kakaopulver vermischst. Nun hast Du zwei Schüsseln mit einem hellen und einem dunklen Teig: vermische beide mit den Händen (kein Elektrorührer) genauso, wie Du gerne Deinen Kartoffelmarmorkuchen gestalten möchtest. Anschließend ´gib den Teig in eine eingefettete Kuchenform Deiner Wahl; und dann 37 Minuten bei 220 C (Ober u. Unterhitze) in den Backofen.
PPS: Der Kuchen ist nicht nur (natürlich auch) zum Anschauen, sondern vor allem auch zum Essen!! Lasst es Euch gut schmecken!
das war wieder eine spannungsreiche Geschichte, kann ich Ihnen sagen. Aber der Reihe nach: Rita Schorp, unsere Nachbarin, kam von der Gassirunde nach Hause. Wie jeden Tag. Aber dieses Mal hatte sie in jeder Jackentasche etwas mitgebracht, Sie werden es nicht erraten. Sie war verständlicherweise ganz aufgeregt: „Franz, was sollen wir machen, die beiden sind am Wegrand gesessen und da musste ich sie einfach mitnehmen. Nicht dass die beiden der Fuchs holt“.
So, erst mal in Ruhe an die Sache ran. Ich holte den bewährten Vogelkäfig und setzte die beiden hinein. Wie die schon schreien konnten, fast wie die Alten. Dann fiel mir Ellen Claasen aus Villingen ein, die sich ehrenamtlich der Jungvogelaufzucht widmet. Sie ist eine absolute Retterin in der Not und blickt voll durch. Das hat sich auch in diesem Fall bestätigt. Zum Beispiel hatte Wolfgang Schorp rucki zucki etliche Regenwürmer organisiert. Mit der Pinzette legte er einen in den Schnabel, der Kerle brauchte nur zu schlucken, aber er zeigte keine Regung. Als Ellen das Bild sah, schrieb sie: „Eichelhäher sind in diesem Alter besonders schwierig aufzuziehen. Sie verweigern die Nahrung und stehen unter Dauerstress“. Und dann kam die Lösung: „Die beiden sind Ästlinge, die gehören an den Fundort zurück auf einen Ast gesetzt. Dort werden sie, wie alle Ästlinge von den Eltern weiter versorgt“. Ästlinge nennt man Jungvögel, die das Nest verlassen, aber noch nicht fliegen können und deshalb nicht voll selbstständig sind. Ellen sei Dank für sie richtige Antwort. Rita meinte dann, den Rücktransport können Wolfgang und ich ohne sie machen, sie erklärte uns den Weg, mal die Kurve, mal die andere und dann ist der Fundort gefunden. Ich sagte zu Rita, das hat so keinen Wert, da mußt Du mitfahren. Gesagt getan. Der Hammer war, dass ein Altvogel sofort schrie und die Jungen auch, da war uns klar, dass das funktionieren sollte.
Wir setzten sie auf einen Ast und man sieht man schön, dass ein Altersunterschied vorliegen muss. Das Daunengefieder des jüngeren ist noch nicht voll ausgebildet, er ist kleiner und die Schnabel ist viel schwächer ausgebildet. Ellen Claasen schätzte den Altersunterschied auf zwischen vier und acht Tage. Ganz beachtlich, aber ganz normal, denn es kann nur ein Ei je Tag gelegt werden. Und laut des Buches „Jungvögel, Eier und Nester“ von Colin Harrison wird bei Eichelhähern sofort nach dem Legen des ersten Eies mit Brüten begonnen, so dass es bei sechs bis sieben und teilweise noch mehr Eiern zu diesen Unterschieden kommen muss. Auf meine Frage, wieso der Jüngere auch ausgebüxt ist, antwortete Ellen: „Wenn alle sich auf den Weg machen, will er nicht alleine bleiben“. Das ist vollkommen plausibel.
Nette interessante Geschichte, die Rita Schorp ermöglicht hat. Ihr vielen Dank.