am Samstag, den 18. März 2023 habe ich meinen Sohn Emanuel angestellt, er solle mit dem Besenstiel unseren Korkenzieherhaselstrauch in Schwung bringen. Ist das Ergebnis auf dem Bild unten nicht beeindruckend?
Über Mittag dachte ich über die Frage nach, wenn jetzt der Blütenstaub als männliche Samen in solchen Mengen umherschwirrt, dann müßte es doch weibliche Gegenüber geben, die befruchtet werden. Denn an tauben Nüssen hat logischer Weise keiner Interesse. Also habe ich den Strauch näher inspiziert und nach kurzer Zeit sind mir die kleinen Gebilde mit den roten Fäden aufgefallen, das erste Mal in meinem Leben. Sie sind wirklich klein, etwa einen halben Zentimeter lang. Schauen Sie doch einfach mal dieses Wunderwerk selber an.
Haselnussblüte
Haselnussblüte und eine Blattknospe zum Vergleich.
Braucht der Haselnussstrauch die Biene zum Befruchten der Blüten, was denken Sie? Nein, es erfolgt Windbestäubung, auch Selbstbestäubung ist an der Tagesordnung. Aber die Biene braucht den Haselnusspollen im zeitigen Frühjahr als Eiweißquelle. Sehen Sie die gelbe „Hose“ am Hinterbein?
Wissen Sie noch, dass es auch blaue „Hosen“ gibt zum Beispiel von der Traubenhyazinthe und von der Phazelia?
Zum bessere verstau, weil sogar belesene Heimetkundler Gedaechnislucke zeigt hond. E eigetli ueber 200- jaehrige Dauer-Gschicht us em alemannische Sproochraum. D Amis saget treffend „running gag“:
De Unspunnestei isch en Art Kultgegestand i de Schwietz und word i uuregelmaessige Abstaend sit 1805 z Interlake vor bis zu 90 000 Feschtgaescht gstosse.
Schwinge isch en Eidgenoessische Nationalsport, en art Ringkampf, me sait au Hoselupf dezue. Au i de Bretangne kah mer im Summer so me gallische Hoselupf-Fescht begegne. I de Schwietz wered Gschenkli uff eme „Gabetempeli“ – Schemeli uusgstellt.
Die Shawne Fielding, e amerikanischs C-Model und Schauspieleri us de 90-er Johr, isch als Marylin Monroe Busewunder kurz Mol als Frau vum schrille schwietzer Botschafter z Berlin, em Thomas Bohrer, i die dietsch B-Klasse Prominenz uffgstiege. Im Botschafter Thomas Bohrer us Basel haet die Botox-, und sit neuschtem au Dschungelqueen, d Djamilla Rowe, a Bettaffaire aadichtet. Fuer die verloge Gschicht haet die Million Franke aber, die Djamilla eigentlich gern haet welle, de Tommy Bohrer abkassiert.
Die franzoesisch schwaetzende Jura Bewohner hond scho lang us em ueberwiegend dietsch schwaezende Kanton Bern in Welsche Kanton Jura welle. Drum haet sich e separatischte Gruppe vu Jurassier bildet, die sich d „Beliers“ (Widder, Schoofbock, Rammbock) gnennt hond. Bei dene haets Gmaessigte aber au Radikale und Gwalttaetige gaehe. D Unspunne Beliers waret vu de witzige, charmante Sorte. Weil der mit Euro Sternli und ewr Johreszahl veruustaltet Ur-Unspunnestei immer no als Geisel bi de Beliers liet, isch die nett heimatkundliche Boulevard Gschicht no nit ganz fertig. Aber d Unspunne Manne hond a dem verkaibete Bolle kon begehr meh. Drum word die verunstaltet Djamilla doch nimme ihr Schemme-Gsiecht de Beliers als Uebergabebotschafteri verkaufe kinne.
Pfiffige, gnitze iifaell zu Veraenderunge waret scho immer wirkungsvoller wie Strommaste sprenge, sich a Autobahne und Stroosse aabeppe oder gar Maensche-Aasammlunge nieder z’walze. Wer khaa sich dem Zauber vu domols entziehe, wo Berliner mit de Vorschlaghaemmer und Hebiise die verhasst Grenzmuur zemet benglet und g’spechtet hond und sich de schoenscht Abbruchbolle dehoem in e Glasvitrin gleit hond und den wie e Religvie uff langewig uffhebet. „Phoebe, Weste, da war icke mitte of de Mauer zu aller oberst druff, wie ne schon lange lauernde, tanzende Mauerwanze“.
1805 hond d Appezeller zu me eidgenoessische Aelpler Sing- und Schwingfest z Interlake im Berner Oberland uff de Festwiese unter de Unspunne Burg ihren heimische Steistoss Stei mit 82 kg mit aagschleift. Mit dem wird de staerkscht Appizeller uusguckt und verlaese, der wo beim alljaehrliche Innerrhoder Hoselupf- und Schwingfaescht den Saubolle am wiehteschte „fortruehre“ khaa. So isch also die Staistooss- modi vum Appizell is Berner Oberland kumme. De Gallier Obelix haet au scho mit so Hinkelstai, so dolme, ummenand gworfe.
Unspunnen, Alphirtenfest vom 17. August 1805 (1. Unspunnenfest); Unspunnen; Umrissradierung, koloriert von Franz Niklaus König (Wikimedia)
Unspunnenfest 1808. Colorierte Lithographie von M. Mongin aus dem Buch: „La mémoire des Suisses – Histoire des fêtes nationales du XIIIe au XXe siècle“ Catherine Santschi, p.41 (1991) (Wikimedia)
Die johreszahl 1805 isch also i den mords Bolle us Saentiskalk innigmaislet wore und me haet sich vorgnomme, mit dem Stai alli 12 johr e Unspunnefescht z’mache, wo der Unspunnestai vu de staerkschte Aelpler us em Oberland gstosse word. De Sieger macht sich uusterblich. D Schuelbuebe kennet die Unspunnesieger besser wie bei uns en Fritz Walter, Franz Beckebauer oder de Chrischtian Streich. Und der baerestark Ries, wo den Stai am wiiteschte stoosst, der gwinnt en gstrigglete, schee graenzlete, guet gwaassne Muni vu allerbeschter Zucht und Abstammung. Aber scho 1808 hond Oberlaender natierli en oegene Stoe brucht, und, natierli bodestaendig und heimetverbunde, us dem fascht uuvergaengliche Aaregranit. Aber gliich schwer wie de Appizeller Bolle muess er scho sii. Noch em 1808-er Unspunne stoosse isch der „verruumet“ wore bis en Adolf Pfahrer 1905 den im veraastaltende Turnverein, schriftlich beleit, vermacht haet zum uffhebe und zum stoosse am Unspunne Fescht. Zum 100 jaehrige Jubilaeum isch denno zum „1805“ au no „1905“ innigmaisslet wore. Noch dem Fescht isch er wieder achtlos bei me Buur als Dangelstockstai glege. 1946 haet mern noch langem sueche vor em Fescht wieder gfunde und ihn im Schwingerverein vermacht. De Rodel vu 1905 zwischem Adolf Pfahrer und em Turnverein haet aber klar beleit, dass er halt doch de Turner ghoehrt.
Die Appenzeller brachten 1805 das Steinstossen ans Unspunnenfest. «Steinstossen im Appenzellerland», Aquarell von Gabriel Lory fils.
Unspunnenfest 1955 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich) / Com_L04-0357-0012 / CC BY-SA 4.0 Wikimedia)
Anne 1980 isch z Untersee e herzigs Tourischtikmuseum in eme historische Oberlaender Huus iigrichtet wore. Dert isch der Stai uff eme waehrschafte , stabile Gabetempel-Schemeli als Leihgabe vum Turnverein uffghebt und als Blickfang uusgstellt wore. Ganz anderi als Tourischte hond aber en begehrliche Blick uff den Granitbolle gworfe: D‘ Béliers, die jurassische Separatischte. Aber nit die strietige Bombeleger, sondern die witzige, gnitze, phantasievolle Jurassier. Der Kultstai, also isch bis anne 1980 Hauptsaechlich bim Turnverein Interlake uffghebt wore. Ab und zu isch er aber au i dene Zwischejohr verscholle, als Dangelstock missbruucht wore oder au bei me Brieftraeger im Garte glege. Der boxbainig Poschtle haet en fascht nimme uussirucke welle. Und trotz allne odyseeische Irrfahrte isch er doch immer wieder ufftaucht, wenns as kultig Unspunnefescht gange isch. Trotzdem war er zmols doch eweg. Wie gsait haet mer 1808 den Appizeller Urstei us Saentiskalk us lokalopatriotische, geologische Gruend ersetzt mit eme Aaregranitbolle. So hets bliebe koenne, wenn do nit die jurassische Separatischte gsii waeret. Die franzoesisch sprechende Jurassier hond scho lang us em ueberwiegend dietsch sprechend Jura-Bernische Kanton uussi welle und in welsche Kanton Jura inni welle. Au die hond ab und zue Strommaschte, so wie die gwalttaetige Andreas Hofer Suedtiroler, i d Luft gjagt. Die uusaegliche Gwaltaktione vu de exterme Sorte Bélier waret aber uusinnig und hond stimmungsmaessig grad s Gegeteil bewirkt. So wie bei dene Fahrbahnbaepper vu de letschte Generation.
So isch also dene gmaessigte, witzige Jurassier ebbiss g’waltfreis, charmantes, populaers und gspassigs iigfalle. Gfalle haet der witzig Protescht fascht allne Eidgenosse und natierli au iis, de benochberte Alemanne. Dene glii zweimol verdummbeitlete Unspunne Oberfeschtlatschi aber eher nit. 1984 also hond den Unspunnestai, e art bernischs Nationalheiligtum, die Jura- separatischte us dem kleine Museumle z Untersee saparalisiert. Und sie hond selbstbewusst uussibloset , dass sie die uralt Naturgeisel erscht wieder ussirucket , wenn au de letscht Zipfel vum Berner Jura um Moutier ummi in Welschschwiezer Kanton Jura uebergaehe isch. Zaehneknirschend haet de Turnverein uffs Eidgenoessisch Sing-Schwing- und Aelplerfest anne 1986 in Sion in Ermangelung vum Original en gliich schwere Stai als Ersatz zuehaue lau messe. Noch dem Fescht isch der nochgmacht Findling aber denno wohlweislich bei de UBS in Panzerschrank verrummt wore.
1993 tauchet zmols paar Foeteli us Bruessel uff. De echt Unspunneststai daet dae i me Wiikeller zur freundliche, friedliche Rueckgab riife. De Turnverein war vu de Originalitaet ueberzeugt und haet sich bei de Separatischte wege me Uuslieferungs begehr unterwuerfig zeigt. Anne 2000 isch sogar e Kommitee gruendet wore um de Originalstoe wieder ueberzkumme.
Im Augst 2001 isch de Stai tatsaechlich, in e Pralinee-Papierli verpackt , vum yellow Press Knallbonbon, de Shawne Fielding, de ex vum Party- Dinner- und Boulevardkoenig vu Berlin, em schwiezer Botschafter Thomas Borer, tatsaechlich uusglieferet wore. De Thomas Borer isch desell, wo vum „Sunntigs Blick“ Rusgeber, em Ringier Verlag, emol 1 Mio. Franke zuegsproche griegt haet. Die Botox C-prominent, diesell Dzamilla Rowe, haet behauptet, de Fraueversteher Borer heb mit ihre, wies im schwiezerdytsch heisst, e „Fuedlitaesch“ Affaire khaa. Vor Gricht haet de Tomy aber doch bewiese koenne, dass es doch Dame giht, vor dene sogar er sich gruuset.
Noch dem erste Schreck, dere vu de giffizige Jurassier iigfaedlete und wenig waehrschafte Shawne Fielding Uebergabe-Zuemutung, isch de erzkonservative Unspunne manne de Stai grad nomol uff de Zehe ghait: Oh Graus, nit nuu, dass die Béliers 12 Europastern druff gmaislet hond, nai… Huresaich- gottverdelli aber au…., sogar d Johreszahl 6.12.1992 war verewigt. De gschichtshistorisch Abstimmungstag vu de Ablehnung zum Helvetische EWR beitritt.
Sit em Unspunne 1993 isch ebbe in Ermangelung vum Urstai mit em nochgmachte 1986-er (Sion) Stai gstosse wore. Mit em us de geiselhaft entlossene „Bruessler“ Urstai kah mer nit nuu us politische Gruend nimme stosse. Die jurassische Stoehauer hond naemli wege dene 12 Steaernli des Heiligtum veruustaltet und glatt u d sauber ganzi 2 kg eweg gmaisslet. Usserdem koennt mern a dene tiefe Euro Sternli mulde den stai besser grieffe. Die ganze historische Rodel und Palmares-Lischte daetet drum us em Eidgenoessische Gleichheitsprinzip alli nimme „verhebbe“.
Im Augst 2005 aber isch der Ur-Unspunnestoe nomol saparalisiert, gmopst , klaut wore. Bei de 200-Johr Geburtstags – Sonderschau im ehrwuerdige Nobelhotel Viktoria-Jungfrau hond 4 jungi Jurassier am heaele Mittag den mit ere aageblich starke Kette, oder wars amend doch nuu e goldigs Uhrekettli? Rotzfrech den Uusgstellte Kultstai nomol klaut. Seeleruhig hebet sie ihn in e Sporttasche packt und seiet gmietlich us em Hotelallerheiligschte uussigschluerft. E Serviertochter hebs beobachtet. Aber bevor sie ihre High Heels uszoge haet und ihre livriehrte, fuellige Page alarmiert haet, waret die drohtige Béliers im Feschtgwusel verduftet. Sie hond aber e herzigs Gastgschenkli hinterlau. Zwar war des Paeckli nit wie bei de vollbusige Shawne Felding uebergab in e Pralinee Papierli iipackt , sondern, gottverdelli au des noo, i me jurassische Trachte Sacktuech iigwicklet. Es war en oefache Granit Pflaschterstai mit em Jura Wappe druffgmolet.
Am 20. August 2005 wurde der Unspunnenstein gestohlen. Die Béliers hinterliessen diesen Pflasterstein.
Wieder haet d Weltpresse ebbis zum lache, pfittere, schriebe und d Kolummne fuelle ghet. Vill hond sich vergnuegt uff d Schenkel klopft. D Dackel, die begossene Puddeli, waret aber zerscht mol die ehrwuerdige, heimetseelige Festkommitee Unspunnemanne. Dene wars zerscht meh zum blaere, wie zum lache z muet. Aber weil sie waehrschafte, wohre, selbstironische Witz hond, stellet sie zum bespasse und werbewirksam des Jura-Pflaschterstaehli im Touristikmuseum sit her uus. De Urstai isch vermutlich immer no bei de Jurassier und de Nochgmeislet vu 1986 word sither im Panzerschrank verwahrt. Weil d Region Mouthiers jetzt aber doch im kleine Kantoenli Jura debii isch, haet mer die Hoffnung, dass de Urstai noch dere endgueltige Befriedung doch wieder ufftaucht. Wa fuer e Skandsnuddel denno die Uebergab macht, wisset nuu die iigmeisslete Euro Sternli. Die witzige Béliers wered bestimmt scho d Botox Dzamilla Rowe, die us em Dschungelcamp, im Visier haa. Denno daetet d Unspunne Manne au e gschichtsstarre Ueberkumme. Mit face lifting, mit Konture Ummaisle, kennet die Jurassier sich uus.
Wie waers wenn die Strossebaepper vu de ueberletschte Menschekinder den Stroossepflasterstai mit Jurawappe emol besichtige daetet und de pfiffig Hintersinn uusloschore daetet? Schwejkiade, Babischtle gifitz a la Hiefinge oder ebbe Staibolle ummodle und wegrolle: Mit Witz und Pfiff gohts halt aifach besser.
Die beschte Straech sind immer no die, wo en Richter nit emol en gschiede Tatbestand i sine Buecher und Gsetz findet. Uebrigens haet die Auge verbunde Justitia wege Verjaehrung d Akte mit dem trollige Steiklau zuegmacht.
heute steht die Astronomie im Fokus. Nichts ist beständiger als der Wandel, oft ist dieser Spruch zu hören. Auch für die Astronomie gilt er. Die ersten drei Bilder zeigen, wie stark der Mond von Tag zu Tag wandert und heller wird in dieser zunehmenden Phase. Bezugspunkte sind die beiden Planeten Jupiter – jeweils oben – und Venus. Beeindruckend, wie da der Punk abgeht, finde ich. Übrigens gäbe es das Bild vom 22.2. nicht, weil es bei mir bewölkt war, aber dank WhatsApp konnte ich das Bild von Caroline Hepperle verwenden. Vielen Dank.
Die vier Bilder unten zeigen die Veränderungen von Venus – nun oben – und Jupiter vom 3.3. bis zum 7.3.2023. Ganz beachtlich finden Sie nicht auch? Am 3.3. hatte ich Glück, dass es spät am Abend in Villingen kurz vor einem Vortrag doch noch aufklarte und der Hammer war, dass ich am 5.3. Schützenhilfe von Gisela Brodauf bekam, die in Florenz gutes Wetter hatte und mir dieses Bild überließ. Auf der vorherigen Seite oben ist der Verlauf der beiden Planeten vom 1. März ab dargestellt. Am 1. und am 2. kamen sie sich am nächsten, leider war es von hier aus nicht zu beobachten. Wieder hatte ich Glück, dass Dr. Gerrit Müller in Bammental bei Heidelberg weilte, dort klare Sichtverhältnisse waren und er mir das Bild überließ. Vielen Dank.
Schon sehr nahe beieinander Venus und Jupiter. Natürlich nicht in Wirklichkeit, aber doch scheinbar. Jupiter ist nach Mars unser übernächster Planet und er braucht 12 Jahre für einen Sonnenumlauf. Venus ist zur Sonne hin unser nächster Planet und braucht nur 240,7 Tage für eine Sonnenumrundung. Jetzt ist es kein Wunder mehr, dass Venus so schnell ist. Gottfriedstutz aber auch. Das letzte Bild zeigt die Situation am 9. März, der Abstand ist schon richtig groß.
Endlich darf gejubelt werden bei der Luchs-Initiative Baden-Württemberg e. V., denn nun soll ihr jahrzehntelanger Einsatz für Pinselohr, geprägt auch von vielen Rückschlägen und Niederlagen, doch noch belohnt werden. Am 3. März 2023 war es soweit: Im Stuttgarter Waldhaus gab Minister Peter Hauk MdL den offizielle Startschuss: „Heute startet das Projekt Luchs in Baden-Württemberg zur Stützung der baden-württembergischen und mitteleuropäischen Luchspopulation“, so steht es schwarz auf weiß als Überschrift über der Pressemitteilung Nr. 75/2023 des MLR. Dabei hatten die Luchsfreunde bis zuletzt gezittert, ob der Forst- und Landwirtschaftsminister nicht in letzter Minute doch noch zurückzucken würde ob all der brandaktuellen Meldungen zur erwarteten Wolfsrudelbildung im Schwarzwald. Nein, die Kick-Off-Veranstaltung wurde nicht mehr abgeblasen, der Luchs vielmehr zum Sympathieträger erklärt. Die Notwendigkeit einer Bestandesstützung wurde begründet mit dem Umstand, dass die seit Jahrzehnten immer wieder zuwandernden und heimisch gewordenen Luchskuder nach Ansicht der Luchsexperten keinerlei Chancen haben, sich hier auch fortzupflanzen. Denn weibliche Luchse erweisen sich als weitaus weniger wanderfreudig, sodass menschliche Nachhilfe unumgänglich ist, wenn die mitteleuropäische Metapopulation sich stabilisieren soll; die zentral gelegenen Trittsteine Baden-Württembergs sind hierfür unverzichtbar. Nur die Vertreter des Umweltministeriums hatten stets auf ihrer Devise beharrt, es solle gewartet werden bis die Luchsinnen von allein einwandern.
Dennoch war das Bestandesstützungsprojekt bereits 2021 in den grün-schwarzen Koalitionsvertrag geschmuggelt worden, in den Erneuerungsvertrag für Baden-Württemberg: Versteckt auf S. 117 findet sich die Ankündigung: „Wir werden in enger Zusammenarbeit mit allen betroffenen Akteuren die Chancen für die Rückkehr des Luchses durch ein Programm zur Bestandsstützung verbessern.“ Betroffene Akteure – damit gemeint sind vorneweg Jäger und Bauern (nebst den Naturschutzverbänden als sog. „Fokusgruppen“), die das Ministerium für den ländlichen Raum (MLR) seit 2004 an einen runden Tisch einlädt zur Arbeitsgruppe AG Luchs, geleitet durch die Freiburger Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt FVA und die dortigen Spezialisten des Instituts für Wildökologie, denen auch das Luchs-Monitoring übertragen wurde. Zum Jahresabschluss 2021 hatte der Finanzausschuss die Anschubfinanzierung des Projekts genehmigt, nachdem WWF Deutschland und die HIT Umweltstiftung namhafte Spenden in Aussicht gestellt hatten. Als Kooperationspartner hatten sich zudem der Landesjagdverband und der Zoo Karlsruhe angeboten. Bis zu 10 vorwiegend weibliche Luchse sollen in dem vierjährigen Projekt bevorzugt im Schwarzwald ausgewildert werden, wobei man auch eng mit den Pfälzern und ihrem Auswilderungskonzept kooperieren wird.
Endlich Liebkind: Luchskuder nach seiner Besenderung (Foto: FVA)
Wenig Erwähnung hat in den Statements im Haus des Waldes zwar die Luchs-Initiative gefunden. Als Pressure Group hat sie seit 1986 verlässlich dafür gesorgt, dass ihr Anliegen nie vollends aus den Schlagzeilen verschwunden ist, so zäh und so kontrovers sich die Diskussion um den Luchs hingezogen hat. Bereits damals, im Jahr des Kernkraft-GAUs, als die Forstleute sich sorgten, dass das verstrahlte Wildbret nicht mehr verwertbar und der Wildverbiss im Wald überhandnehmen würde, hatte Hauks Vorvorgänger, Minister Gerhard Weiser, klargestellt, die Wiedereinbürgerung des Luchses sei „ein Beitrag zur Erhaltung einer in Europa vom Aussterben bedrohten Tierart“. Und weiter: „Unter Berücksichtigung der wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über die wichtigsten Voraussetzungen des Nahrungsangebots für den Luchs, seiner Habitatsstruktur und der möglichen Konflikte mit Mensch und Haustier kann auch der Schwarzwald zu den in Betracht kommenden Lebensräumen gerechnet werden.“ (PM vom 15. 11. 1986 Aktenzeichen 9/3640). Es war nicht zuletzt diese so luchsfreundliche Antwort des für Jagd und Wald zuständigen Ministers, die dazu ermutigt hatte, unter Mithilfe von Luchsexperten aus der Schweiz, aus Frankreich und Bayern erste Schritte hin zu einem wissenschaftlich begleiteten Wiederansiedlungsprojekt zu wagen.
Wie sehr man sich jedoch bemühte, die Jägerschaft mit ins Boot zu holen und den Landwirten ihre Ängste zu nehmen, der Gegenwind erreichte mitunter Sturmstärke. Die Landesregierung bremste – trotz eines lebhaften politischen Rückenwinds von Junger Union, Grünen und SPD – mit dem durchschlagenden Argument mangelnder Akzeptanz bei Jägern und Landwirten. Schon gar nicht ließ sie sich dazu bewegen, die jagd- und naturschutzrechtliche Auswilderungsgenehmigung in Aussicht zu stellen. Weshalb die Luchs-Initiative sogar eine Feststellungsklage gegen das Land riskierte, mit der sie 1997 auch vor dem VGH Mannheim scheiterte: Für die Richter war und blieb der Luchs eine „fremde Tierart“ und damit die Versagung der jagdrechtlichen Genehmigung durch das Land rechtens.
Beliebt hat sich die Luchs-Initiative damit freilich nicht gemacht – bei aller Sympathie und Schützenhilfe, die einzelne Politiker dem Luchs auch immer wieder angedeihen ließen. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen“, so wetterte etwa der junge Abgeordnete der Grünen Winfried Kretschmann 1991 im Landtag, „wenn die von Junger Union, der Wildbiologischen Gesellschaft, vom Landesnaturschutzverband, vom Schwarzwaldverein, vom Tierschutzbund, vom Fremdenverkehrsverband Schwarzwald und von den Grünen unterstützte Wiedereinbürgerung des Luchses im Schwarzwald nicht durchgesetzt werden kann.“ Und im Interview mit der Heilbronner Stimme vom 13. 4. 1991 legte er sich vollends fest: „Der Luchs gehört in diese Landschaft.“
Respekt, Herr Ministerpräsident, nun also hat die Landesregierung doch noch Wort gehalten!
erinnern Sie sich noch an die vermeintliche Rettungstat gegen Fledermäuse (siehe unten) im Kamin? Das ist leider gehörig in die Hosen gegangen.
Aber lesen Sie: Kurz vor Weihnachten am 22. Dezember, warf ich zum Ende des Brennvorgangs einen großen Holzbrocken in den Kachelofen.
Leider brannte er nicht recht und der Ruß zog nicht ab, sondern in die Wohnung, welch ein Graus. Der im Nachbarzimmer angebrachte Rauchmelder fing an zu heulen und ich musste den Holzblock hinausbefördern. Tagsdarauf erklärte mir der Schornsteinfeger, dass man nur Blöcke mit 15 cm Durchmesser in den Kachelofen wirft. Darauf achteten wir danach und es ging gut bis zum 16. Februar, der Schutzige Dunnstig. Dort waren drei normale Klötze im Kachelofen, siehe Bild oben und das Geschehnis wiederholte sich, welch ein Graus. Bis ich die brennenden Hölzer hinausbuxiert hatte, verging eine Zeit, die unsere Wohnung um den Kachelofen ziemlich verrußen ließ. Das sieht man exemplarisch am Umstellhebel.
Also nächster Anruf beim Schornsteinfegermeister. Diesmal erzähte ich ihm von Fledermausschutz auf dem Kamin. Wie aus der Pistole geschossen sagte er, das ist der Grund, die Vorrichtung muss runter. Thomas Staller war so freundlich und stieg wiederum zum Kamin hoch und machte das Bild links:
Ausgang vom Heizöl- und Kachelofenkamin
Dreimal dürfen Sie raten, welches das Heizölkamin und welches das Kachelofenkamin ist. Ich war total überrascht, wie dicht das Gitter von den Holzabgasen war. Das Bild rechts daneben veranschaulicht das sehr deutlich, ein absoluter Hammer. Also, das war nix. „Aus Schaden wird man klug“, dieses Sprichwort passt. Immerhin weiß ich jetzt, was die Lösung ist, schauen Sie auf dem Bild unten. Das auf den Kamin gesetzt, habe man zum einen eine Zierde und den perfekten Vogel- und Fledermausschutz. „Und wird man alt wie eine Kuh, man lernt immer noch was dazu“.
Hier der Beitrag vom 29. November 2022
Liebe Bürgerpostleser,
heute habe ich Ihnen eine schwere Kost mitgebracht. Die traurige Geschichte ist folgendermaßen: Beim Kaminfegen im Sommer 2020 waren einige lebende Fledermäuse im Ruß drin, die bald wegflogen und sich in Sicherheit brachten. Beim Durchsuchen des Rußinhaltes kamen leider 14 tote Fledermäuse ans Tageslicht.
Ich war natürlich entsetzt ob diesen Bildes und fragte mich, wie das passieren konnte. Ich habe die tragische Situation mit Experten durchgesprochen. Eine Erklärung könnte sein, dass die Fledermäuse das Kamin als „Übertagungsplatz“ genutzt haben. Da es im Juni 2020 teilweise recht kühl war, haben wir ab und an den Kachelofen angefeuert. Und jetzt kommt die Erklärung, wahrscheinlich hatten die Fledermäuse das Kamin während des Anfeuerns noch nicht verlassen, denn im Juni ist die Tagesdauer am längsten, die Sonne geht erst etwa um 21.20 Uhr unter. Dadurch sind die Fledermäuse im Tagschlaf überrascht worden und vermutlich an einer Kohlenmonoxydvergiftung gestorben.
Was kann man tun? Nun eindeutiger Vorschlag war, das Kamin so zu sichern, dass keine Fledermäuse mehr hineinkommen. 2020 machte ich allerdings nichts, weil ich dachte, vielleicht war es eine singuläre Situation. Tatsächlich, 2021 war nichts zu entdecken. Umso erstaunter war ich vom Kaminrußergebnis 2022. Wiederum waren 14 tote, teils schon mumifizierte Fledermäuse und ein Rotschwänzchen zu betrauern.
So jetzt war klar, das darf nicht mehr passieren. In unser Straße wohnt der Dachdecker Thomas Staller, mit dem ich die Sache besprach. Er besorgte daraufhin Edelstahlgitter, zur Sicherheit bohrte er einige Löcher rein, denn der Qualm sollte ja nicht in unsere Wohnung drücken. Das wäre völlig unakzeptabel. Er brachte die beiden Bleche auf den Kaminen an und befestigte sie mit Silikon. Ich bewunderte ihn, wie er in luftiger Höhe so gut arbeiten konnte. Thomas Staller gab den Hinweis, den Kaminfeger daran zu erinnern, dass er wegen dem Gitter vorsichtig nach oben russeln soll.
Gespannt war ich auf des erste Kaminofen Anfeuern, ob der Abzug auch funktioniert. Gott sei Dank, er hat wie gewohnt funktioniert.
Ja, eine traurige Geschichte. Die Frage ist, ob wir eine Ausnahmesituation darstellen in Sachen Kamin und Fledermäuse. Das kann sein, es könnte aber auch so sein, dass der Ruß in anderen Haushalten mit Kachelofen auch so aussieht. Vielleicht schauen Sie beim nächsten Kaminfegertermin den Ruß einmal genauer an. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall, dass keine Fledermäuse drin sind. Wenn doch, so wissen Sie nun, was Sie dagegen machen können.
nach den Wildschweinspuren von letzter Woche zur größten Wildbiene Deutschland, die Große Holzbiene. Ein Hammer jagt den nächsten, könnte man sagen. Sie ist ein Kind des Klimawandels. Ursprünglich gekoppelt an das warme Weinbauklima hat sie sich auch auf der Baar ausgebreitet und war im letzten Sommer Stammgast bei Gaby Sproll in Hüfingen-Mundelfingen. Warum ist das so? Erstens, weil Gaby Sproll großblütige Pflanzen wie beispielsweise den Garten-Salbei, den die Holzbienen als Nahrungsquelle nutzen, im Garten hat. Die Aufnahme unten rechts, habe ich auf der Insel Reichenau schießen dürfen, auch beim Nektargewinnen an einem Salbei.
Holzbiene im Juli 2015 in Hüfingen
Holzbiene in Hüfingen
Holzbiene an Salbei auf der Reichenau
Sehen Sie das große Auge? Da Holzbienen schnell von Blüte zu Blüte fliegen, bin ich froh, sie so gut erwischt zu haben. Gaby Sproll hat mir herrliche Videos geschickt, auf denen man das auffallend tiefe Brummen hört. Das zweite, was die 2,5 cm großen Holzbienen brauchen, sind Plätze für den Nachwuchs, die sie in abgestorbenen Bäumen selbst anlegen. Im Bild zwei sieht man, wie die Holzbiene die an einem alten Zwetschgenbaum in Gaby Sprolls Garten intensiv gearbeitet hat. Mit den großblütigen Blüten und den Nistmöglichkeiten kann erwartet werden, dass die Holzbienen standorttreu bleiben und ab April wieder erscheinen. Holzbienen haben keinen Stachel wie alle Wildbienen und sind völlig ungefährlich. Sie sind wie die Bienen nützlich für die Befruchtung der besuchten Blütenpflanzen. Also, wer Sie auf der Baar noch nie erlebt hat, Sie können mit jederzeit mit Ihr rechnen. Das Bild unten ist von Gaby Sproll, herzlichen Dank.
am Sonntag, den 12. Februar 2023 haben wir nach Sonnenuntergang uns noch etwas die Füße vertreten. Wir liefen auf dem Auenberg Richtung Döggingen, als wir eine mords Sauerei unter einem – Betonung liegt auf einem – Baum sahen. Unter den anderen Bäumen war alles in bester Ordnung, Sie sehen das eindeutig auf dem Bild oben. Also, wer hat die Sauerei verursacht? Wildsauen, ganz klar, Sohn Michael hat das als Jungjäger bestätigt. Die Frage war jetzt nur noch, wieso unter diesem Baum und unter den anderen nicht. Erster Gedanke war, vielleicht gibt es nur unter diesem Baum etwas zu Fressen, was es unter den anderen nicht gibt. Ich dachte dabei an Engerlinge oder ähnliches. Dann habe ich den Baum, siehe Bild unten, etwas genauer angeschaut und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ihnen auch? Das war einen Eiche, letztes Jahr war ein Mastjahr- siehe Bild ganz unten – und die Wildsauen haben nach den Eicheln gewühlt. Ich war richtig begeistert, dass wir relativ flott auf die Auflösung kamen.
Beeindruckt war ich auch, dass die Wildsauen die entlang des Weges weit und breit einzige Eiche gefunden haben, ich könnte mir vorstellen, dass Sie das auch beeindrucken könnte. Vielleicht haben sie einen hervorragenden Geruchssinn. Haben Wildschweine das? Eine Internetanfrage brachte es an den Tag: „Ein Schwein hat mehr Riechzellen im Rüssel als der für seine feine Nase bekannte Hund. Feinste Geruchspartikel aus der bodennahen Luft vermitteln dem Schwein ein „Riechbild“ der Umgebung“. Sensationell kann man da nur sagen.
jetzt kommt eine Geschichte, die es in sich hat. Bis vor ein paar Tagen war das Ganze ein Geheimnis. Es wurde gelüftet durch Christiane Willmann aus Schwärzenbach. Sie hat das neue großformatige 595 seitige Buch, „die Baumschätze Baden-Württembergs“ erstanden, auch weil zwei tolle Bäume von Ihrem Hof aufgeführt sind. Ja, was hat das mit der Rätsellösung zu tun? Wissen Sie überhaupt schon, um welches Rätsel es geht? Jetzt erst mal weiter. Letzte Woche frug sie mich, ob ich die Gerichtslinde am Tengener Eck kenne. Der Grund ist der, weil mein Heimatort Uttenhofen zu Tengen gehört. Das bejahte ich, wobei ich die Linde nicht als Gerichtslinde kannte. Dann schickte sie mir eine Fotokopie des umfassenden Textes und dann gingen die Lichter an. Dort stand, dass die 300 bis 500 Jahre alte Linde 1960 von einem Blitzschlag getroffen und wenig später von einem Brand heimgesucht wurde. Sie habe durch Überwallungen und durch das Anlegen von Adventivwurzeln einen Überlebenskampf bis heute erfolgreich geführt. Adventivwurzeln, mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Diese Gebilde, die auf Bild 2 und 3 zu sehen sind, sind Adventivwurzeln, der absolute Hammer. Ich habe im Vorfeld einige namhafte Experten gefragt und keiner hatte gewußt, was es ist. Meistens lautete die Antwort, es seinen Efeuranken, aber innerhalb eines Stammes? Nein, die ranken außen an den Bäumen empor und bilden eine großes Blätterwerk. Außerdem hatte Stefan Weiss, der Hofbesitzer, nie und nirgends Efeublätter in der Linde gesehen.
Die Internetrecherche über https://www.unigoettingen.de/de/regenerationsf%C3%A4higkeit/41757.html erklärte es klipp und klar. Das Lindenholz ist stark Fäulnis anfällig. Das sieht man eindeutig an dem Stammrest, innen ist alles kaputt bis auf einen 15 bis 20 cm dicken Außenring. Kein Wunder, ist der stattliche Baum bei einem Februarsturm 2022 mit brachialer Gewalt abgedreht worden. Die Adventivwurzeln natürlich auch, siehe Bild rechts.
Der Beitrag schreibt, dass im Alter neue Innenwurzeln gebildet werden, die sich von den Ästen her wie Luftwurzeln nach unten schieben. Durch diese Innenwurzeln wird der Baum wieder fest verankert und stabilisiert und eine anhaltende Nährstoffversorgung sichergestellt, wodurch Linden ein sehr hohes Alter erreichen können. Müssen Sie auch kurz durchschnaufen, was Sie da lesen? Für mich ist es das Wunderbarste, was ich bisher geschrieben habe. Das so etwas möglich ist, hätte ich nie im Leben gedacht.
Toll finde ich, dass Stefan Weiss den Baum gewähren lässt. Sehen Sie auf dem Bild rechts, wie der alte Riese bereits wieder grüne Stellen hat? Die Aufnahme stammt vom 19. September 2022. Vielleicht schafft er es, wieder eine kleine Krone zu bekommen.
Das Ganze erinnerte mich an Würgefeigen im tropischen Regenwald. Deren Samen werden von Vögeln in Urwaldriesen auf hohe Äste platziert, die dann Wurzeln nach unten treiben, und so wuchern, dass sie den Riesenbaum mit der Zeit zu Tode würgen. Dagegen sind die Adventivwurzeln der Linden von anderer Natur, freundlich und hilfreich.
Anlässlich des kommenden Öffnungssonntags der Sonderausstellung „100 Jahre Brändbachtalsperre“ im Kelnhof-Museum wurde nun zur Veranschaulichung eine Flussmühle im Brändbach bei der Stadthalle vom Stapel gelassen.
Fast jedes Kind kennt die Bilder aus Mesopotamien oder vom Nil mit den riesigen Wasserschöpfrädern. Oder von den klappernden Mühlen in Schwarzwaldtälern. Sie alle nutzen ein Naturgesetz. Wasser will immer von der höher gelegenen Quelle zum Meer fließen. Es verändert, bedingt durch die Schwerkraft, seine Lage von oben nach unten. Daher kommt der Begriff der Lageenergie. Das Wassergewicht im Fließgewässer verändert ständig seine Lage.
Der Brändbach mit seinem Wassergewicht verändert seine Lage schwerkraftbedingt vom Höchst auf 1000 m Meereshöhe bis nach Bräunlingen um 300 m Höhenunterschied. Dabei nimmt sein Fallgewicht durch ständige Zuläufe ständig zu. Genutzt wird dieses fallende Wassergewicht im Brändbach Wasserkraftwerk in Waldhausen. So nutzten die Bräunlinger seit 1923 aus dem Kirnberg Speichersee diese Wasserkraft mit einer hochtechnisierten Anlage.
Mit einer einfachen, uralten Methode wird nun an den Brändbach-Terrassen bei der Stadthalle in Bräunlingen das Prinzip der Lageenergie verblüffend anschaulich und fast selbsterklärend gezeigt. Nämlich mit der ältesten Wasserkraftanwendung, der legendären Flussmühle, einem schwimmenden, unterschlächtigen Wasserrad. Unabhängig von Stauhaltung, Stauwehr, Gewässerveränderung, Aufstiegshilfen und Wasserspiegeländerungen kann damit Energie gewonnen werden. Das ist der pfiffige Vorläufer aller Wasserkrafttechniken.
Anschaulich zu besichtigen ist dieses Modell, das mit Hilfe einer Materialspende der Firma Bedrunka+Hirth anlässlich des 100jährigen Bestehens der Brändbachtalsperre gebaut wurde, an den Brändbach-Terrassen gegenüber der Stadthalle.
na, haben Sie so etwas schon gesehen? Ich nicht, aber Frau Sabine Weisser aus St. Georgen-Brigach. Sie hat diese zwei Bilder geschickt und nach einer eigenen Internetrecherche auch bestimmt. Laut Wikipedia leben sie in Mitteleuropa bis nach Norddeutschland hin und sind eine Unterart der Heuschrecken, genannt Sichelschrecken. Diese hier heißt Laubholz-Säbelschrecke. Die Fühler sind bis zu dreimal länger als der Körper, ist das nicht sehr beachtlich? Man muss vielleicht dazusagen, dass die Schrecke nur zwei cm lang wird und damit relativ klein ist. Neben der Musterung am Körper sind die Miniflügel herrlich, und auffallend sind auch die zwei gelben Linien links und rechts bis zum Ende der Flügelchen.
Die Art sei schwierig zu finden, weil sie sich gerne in den Kronen von Bäumen aufhält. Kein Wunder habe ich sie noch nie gesehen. Die Chance, sie zu Gesicht zu bekommen, sei am höchsten, wenn Gewitterstürme die Säbelschrecken heruntergeweht haben und sie sich in Büschen von der Sonne trocknen ließen. Frau Weisser hat sie in der Milchkammer angetroffen, vielleicht wollte sie Milch trinken. Übrigens handelt es sich um ein Männchen, wissen Sie wieso? Weil am Körperende kein Legebohrer ist und weil die Flügelchen doppelt so lang sind wie bei den Weibchen. Was ich sehr beachtlich finde, dass die Eier unter die Rinde von Bäumen wie Eichen, Kiefern und Birken abgelegt werden und 2-3 Jahre in dem Stadium überdauern.
Wirklich sehr erstaunlich das „Schrecklein“ und herzliches Dankeschön an Frau Sabine Weisser für die Bildüberlassung.