Unzentrierte Jahresringe

Liebe Bürgerpostleser, 

mir ist vor Jahren aufgefallen, wie bei einem waagrechten Kiefernast die Jahresringe sehr unzentriert verliefen. Dann entdeckte ich diesen Herbst das Phänomen an einer gefällten dürren Kiefer. Vom Ring 0 sind es nach außen an der dünnsten Stelle nur 9,5 cm und nach gegenüber 16 cm. Also ganz beachtlich unterschiedlich. 

Ist Ihnen so etwas auch schon aufgefallen und haben Sie sich gefragt, womit das zusammenhängt? 


Ich stellte dieses Foto in den Whatsapp-Status und viele meinten, dass es mit der Sonnenseite zu tun habe und dass dort die größeren Ringabstände seien. Das stimmt nicht, Sonnen- und Schattenseite haben keinen Einfluß auf den Abstand. Das bestätigte Reinhold Mayer, mein Ex-Dezernent, dessen Hilfe in Anspruch nehmen durfte. Es ist etwas, was den Baum zwingt, gerade zu bleiben. Was könnte das sein? Zum einen, wenn ein Baum konstant stark einer Windrichtung ausgesetzt ist. Bei uns sind das im Regelfall Westwinde. Zum anderen bei Traufbäumen, bei denen die Äste auf der Taufseite viel zahlreicher und stärker entwickelt sind als die zum Wald hin. Und zum dritten, wenn ein Baum an einem Hang wächst und er schauen muss, dass er gerade nach oben kommt. Das war bei meiner Kiefer der Fall. Jetzt noch die Frage, auf welcher Seite sind die Ringe weiter auseinander? Was denken Sie? Auf der Seite, wo der Baum sich „wehren“ muß, also auf der Wind abgewandten Seite, gegenüber der Traufseite und auf der Hangabwärtsseite. Nur so kann er ein gerades Wachstum erreichen. Das ist doch interessant. Reinhold Mayer schrieb, dass man das Holz mit den breiteren Ringen Reduktionsholz nennt und das mit den schmaleren Ringen Zugholz. Interessant war für mich, dass diese unzentrierten Bäume als „Holzfehler“ gelten, die höherwertigen Verwendungen entgegenstehen. „Als Schwarzwaldförster bekam ich das hin und wieder bei Preisverhandlungen zu spüren. Vor allem beim Export nach Österreich reagierten die Abnehmer stark auf diesen Holzfehler“. Martin Tritschler aus T.-N.- Schwärzenbach, ein großer Waldbesitzer und Sägewerker berichtete, dass sich dieses Holz beim Sägen in alle Richtungen krümmen und drehen kann. „Balken zu sägen ist normaler Weise kein Problem, aber Latten sind eher schwierig zu sägen“. Hätten Sie das gedacht? Zwei Aspekte noch, der Baum hat an der Stelle 75 Jahresringe, die letzten 25 waren sehr dürftig. Kiefern besitzen ein stabiles Kernkolz und ein instabiles, Pilz- und Insektenbefall anfälliges Splintholz. Der Übergang ist nicht ganz klar, weil Bläuepilze das Äußere befallen hat. Im Kernholz finden sie aber keine Nahrung.  


Das Bild oben ist beim Veredeln unseres Apfelbaumes entstanden, Ende April 2023 im Garten durch den Spezialisten Hans Hasenfratz aus Mundelfingen. Sie sehen die vier Anschnitte für die Veredlungszweige, die erfreulicher Weise alle angewachsen sind. Sehen Sie, wie unzentriert die Jahresringe an diesem ziemlich waagrechten Ast sind? Hammerhart würde ich sagen, nach unten doppelt so breit wie nach oben. Sogar die Rindendicke ist beeinflußt, wobei eine dickere Rinde vermutlich auch einen dickeren Jahresring ergibt. 

Nur so kann sich der Ast gegen die Gravitationskraft senkrecht halten. Was es nicht alles gibt.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Wasserleiche

Liebe Bürgerpostleser, 

damit fing diese Geschichte an. Ich erhielt von Eva-Maria Mayer von Fotomayer diese Whatsappnachricht: „Wenn mol z’Hifinge bisch, kunsch bei mir im Lade vorbei….ich soll, (kann) Dir was zeigen😅“ 

Natürlich ließ ich sie nicht lange warten und Eva-Maria gab mir eine Schachtel mit diesem Inhalt:

Der arme Kerle muß in eine Erdregentonne gefallen sein und so wie oben zu sehen, wurde er herausgefischt. Eva-Maria hat das mitbekommen und gedacht, daraus kann ich vielleicht eine Geschichte machen. Dass es sich um einen Igel handelt, sieht man deutlich anhand der Stacheln. Also jetzt war klar, dass ein Igel durch Ertrinken zu Tode gekommen ist. Aber wieso sieht er so weiß aus? Mein erster Gedanke war, dass er verkalkt ist. Deswegen setzte ich einen kleinen Teil Substanz in Säure an, es passierte nichts. Außerdem hat Regenwasser keinen Kalk, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht. Der hintere Teil war in größere Brocken zerfallen, ich konnte mit der Hand alles ohne große Anstrengung weiter bis zum Staub zerbröseln.


Die Knochen waren total in Takt, auf Bild rechts sieht man einen Oberschenkelknochen und Teile des Beckens. Ich kam nicht weiter und mußte die Bilder zweimal in den Whatsapp Status stellen, ehe jemand einen Tipp gab. Es war ein langjähriger Mitarbeiter eines Friedhofamtes einer größeren Stadt, ahnen Sie schon etwas? Er schieb: „Das sieht aus wie eine Wachsleiche“. Oha. Wikipedia gibt dazu die Auskunft, dass in einer nassen und kühlen Umgebung mit wenig Sauerstoff eine Leiche nicht wie üblich verwest. Stattdessen führt die Bildung von Adipocire (auf deutsch Leichenwachs) zu einer Verhärtung des Leichnames, die keine weiteren Verwesungsprozesse erlaubt. Durch die Zersetzung von körpereigenen Fettsäuren in nicht abbaubare gesättigte Hydroxy- oder Oxifettsäuren werden die Weichteile der Leiche zu einer grauweißen, pastösen Masse umgewandelt. Nach frühestens drei bis sechs Monaten beginnt die Verhärtung zu einer kalkartigen, organischen Substanz. Das trete auch bei Wasserleichen auf, und damit sind wir wieder bei unserem Igel angelangt. Das Rätsel ist gelöst, es ist ein Wasserwachsleichenigel. Aufgrung der kalkartigen Struktur ist er mindestens schon ein halbes Jahr tot, es könnte aber auch schon Jahre her sein. Denn diese Verwesungsart ist sehr stabil. 

Welche Gedanken beschäftigen Sie nun? Denken Sie vielleicht, das hätte er nicht schreiben brauchen. Für mich war es eine tolle Herausforderung, wieder etwas dazu lernen zu dürfen. Deswegen nochmals herzlichen Dank an Eva-Maria Mayer, dass sie mich in den Laden gelockt hat. Vielleicht passt ein Gedicht von Goethe dazu:

Solang Du dies nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist Du ein trüber Gast auf dieser dunklen Erde.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Pilze

Liebe Bürgerpostleser, 

heute sind ein paar Pilze an der Reihe. Die auf dem Bild oben durfte ich im Hochbeet von Lotte Seilerin aus unserer Nachbarschaft aufnehmen, ein „Erdbeerpilz“, haben Sie so etwas schon gesehen? Sicher ist, dass die Erdbeeren süßer geschmeckt haben, das denken Sie doch auch.

Den Pilz unten sah ich auf der Länge an einer absterbenden Buche. Er sieht aus, wie wenn es auf ihn geschneit hätte. Was mir sehr imponiert hat, ist die Aussage in Wikipedia, dass „der gemeine Spaltblättling die einzige Art seiner Gattung in Europa ist und eine Verwechslung mit anderen Pilzarten aufgrund der markanten Erscheinungsform recht unwahrscheinlich ist“. Er sei weltweit die am häufigsten vorkommende Pilzart.


Die beiden Pilze dem Bild unten machen ebenfalls einen guten Eindruck, finden Sie nicht auch? So richtig schöne runde Gesellen. Ob allerdings meine Recherche hundert Prozent richtig ist, dafür kann ich die Hand nicht ins Feuer legen. „Bräunlicher Stäubling“ ist meine Ergebnis, vielleicht ist es aber auch eine andere Stäublingsart. Beindruckend ist die Musterung auf der Oberfläche.


Herzliche Grüße
Franz Maus

Grabwespen

Liebe Bürgerpostleser, 

wir waren zwei Wochen in Südschweden. Es war wunderschön, wir haben einen Elch, See- und Fischadler, Kraniche und Stern- oder Prachttaucher gesehen. Am spannendsten war aber diese Geschichte, die wir um unser Ferienhaus beobachten konnten. Anfangs dachte ich, Mensch, was sind denn das für Erdhäufchen mit einem Loch in der Mitte. Und es gab eine ganze Menge davon.


Dann entdeckte ich gelbschwarze Wesen, die da ein und ausgingen und mit der Zeit stellte ich fest, dass sie andere Insekten erbeuteten und sie ratz fatz in die Öffnung hineinzogen. Ahnen Sie schon, was da abging? Es ist so, dass die erwachsenen Tiere sich ganz normal sozusagen von Blütennektar und Pollen ernähren. Im Gegensatz dazu werden die Larven von den Weibchen je nach Art mit Insekten, Insektenlarven oder Spinnen versorgt.


Dabei lähmen die Weibchen ihre Beutetiere mit einem Stich, sie werden als Wirt oder Futtervorrat für die Larven in selbst gegrabene Hohlräume getragen und mit je einem Ei belegt. Kann man nachvollziehen, dass diese Insekten „Grabwespen“ genannt werden? Ich glaube ja. 

Wundern Sie sich auch, dass diese Grabwespen solche Gräber erstellen können? Die Grabwespen haben kräftige Kiefer, die durch stark entwickelte Oberkiefer zum Graben geeignet sind. Übrigens leben sie als Einzelwesen.

Spannend ist die Frage, ob und was das Insekt unten mit der Geschichte zu tun hat. Ich habe es aufgenommen in der Nähe der Grabwespenanlagen. Vielleicht erahnen Sie es, was jetzt kommt, ist ein Oberhammer. Diese Tiere leben parasitisch von verschiedensten Stechimmen, unter anderem auch von den Grabwespen. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln in die Nester der Grabwespen. Die Larve frisst als erstes das Ei oder die schon geschlüpfte Larve der Grabwespe und danach deren Nahrungsvorräte. Anschließend verpuppt sie sich im fremden Nest. Da muss man doch tief durchatmen. 

Der Name dieser Brutschmarotzerart heißt sehr harmlos „Gemeine Goldwespe“, gut, „gemein“ passt ja doch zu dem ganzen Geschehen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Spinnennetze und Mücken

Liebe Bürgerpostleser, 

der Sonntag, der 10. September 2023 hatte es in sich, meine ich zumindest. Denn es tummelten sich unzählige kleine Mücken in der Luft ständig in einer auf und ab Bewegung. Ich sah, dass sich zwei Spinnennetze im Vorgarten mit ihnen füllten. Die Fäden sind klebrig, so dass es für die kleinen Mücken kein Entrinnen gab. Leider klappte das Scharfstellen mit der Händikamera nicht. Na ja, so etwas gibt es eben. 

Aber am Tag darauf entdeckte ich an der Hecke zu unseren Nachbarn die grandiosen Bilder oben: Ein Spinnennetz, das unter der Last der Riesenmenge an den kleinen Mücken zusamengekracht ist. Wie ein Rosenkranz hängt das Restnetz mit den Mücken an der Hecke. Sind Sie auch so verblüfft wie ich? Haben Sie so etwas schon gesehen? Dass ein Spinnennetz wegen Überlastung an Beutetieren zusammenkracht? 

Ich jedenfalls habe das bisher noch nicht gesehen. Abends dann zeigte sich die Spinne, ein herrliches Weibchen der Kreuzspinne, und machte sich über das reichhaltiges Angebot her.


Heute Abend, den 12. September 2023 schaute ich wieder nach, weil ich dachte, sie wird sich über die zahlreichen weiteren Mückenleiber hermachen. Aber zu meiner Verblüffung sah ich, dass sie ein neues Netz gebaut hatte und demnach auf „Frischfleisch“ aus ist. 


Sachen gibt’s, man kann nur immer weder staunen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Eichhörnchenbacken

Liebe Bürgerpostleser, 

ich will heute mit einer leichten, aber recht amüsanten Kost nach der langen Pause beginnen. Das Foto unten stammt von 28. Dezember 2022. Ich konnte mir damals keinen Reim darauf machen, was das Weiße im Maul des Eichhörnchens sein könnte.

Ein Schneeball oder eine Tennisball vielleicht? Schneeball ist gut, vor allen, weil kein Schnee lag. Naja, acht Monate und ein Tag später, am 29. August 2023 konnte der Fall geklärt werden. Denn unser Sohn Michael machte die beiden anderen Bilder und herrliche Videos. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, Eichhörnchen nutzen die weiße Füllung des ausrangierten Sessels, um damit ihren Kobel komfortabel zu gestalten. 

„Nicht schlecht Herr Specht“, beziehungsweise passender „Eichhörnchen total clever“. Ich hätte ihnen das nicht zugetraut. Bei Vögeln, Meisen vor allem, habe ich es schon beobachtet. 

Haben Sie schön Ähnliches erlebt? Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Riesenholzwespen

Liebe Bürgerpostleser, 

am Samstag, den 5. August erhielt ich von Christiane Willmann vom Lohrenhof in T.-N.-Schwärzenbach ein Bild mit der Anfrage, was das ist. Ich war hellbegeistert, denn so etwas sieht man nicht alle Tage. Sie hatte es aus einem Status kopiert und nachdem der Fotograf Stefan Fehrenbach, Grosshof ebenfalls in T.-N.-Schwärzenbach einverstanden war, es zu verwenden, stellte ich es in meinen Status mit der Frage, was das sein könnte. Ein sich als „Holzwurm“ bezeichnender Waldbesitzer wusste zielsicher die Antwort. Interessant war, dass einige das Insekt als asiatische Hornisse bezeichneten, was aber eine Fehlaussage ist. Schauen Sie auf der Abbildung und es ist sofort klar, dass unser Exemplar etwas anderes ist.


Die Abbildung zeigt die Unterschiede zu unserer heimischen Hornisse. Wenn Sie eine asiatische Hornisse sehen, melden Sie es über die Internetplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Weil die asiatische Hornisse ein ausgesprochener Bienenschädling ist, werden deren Nester vernichtet.  

Nun aber zurück zum Bild oben. Es ist die Riesenholzwespe, die mit bis zu 4 cm Länge die größte der vier bei uns vorkommenden Holzwespenarten ist. Alle vier stechen nicht, weil es keine Wespenarten sind, sondern weil sie zu den Hautflüglern gehören. Was man auch sagen kann, dass es eindeutig ein Weibchen ist. Woran sieht man das? Am dunklen Legebohrer unterhalb des gelben Schwanzfortsatzes. Damit bohren sie Löcher in absterbende Nadelbäume oder auf gelagertes Holz und legen ihre befruchteten Eier ab. Es dauert zwei bis vier Jahre und noch länger, bis die erwachsenen Holzwespen den Stamm verlassen. Da die Larven sehr groß werden, sind die Bohrlöcher entsprechend und das Holz ist wertlos. Wenn es dumm läuft, kann es sogar sein, dass sie sich im verbauten Holz Jahre nach dem Einbau durch die Decke fressen.

Fichtenholzwespe
Foto von Tobias Dold, Schonach.


Wieso zeige ich die Riesenschlupfwespe unten?


Weil sie häufig die Larven der Holzwespen parasitiert. Ich finde das einen gigantischen Vorgang. Denn anhand der Fraßgeräusche der Holzwespenlarven stellt die Riesenschlupfwespe fest, wo sie sich im Holz befinden. Diese bohrt sie an, betäubt sie, damit sie nicht verschwinden können und legt ein Ei ab. Das entwickelt sich mit Hilfe der Larvennährstoffe zur nächsten Riesenschlupfwespengeneration. 

Was die Natur alles zu bieten hat, ist immer wieder sehr beeindruckend.

Franz Maus 

Furchenbiene

Liebe Bürgerpostleser, 

unsere Kugeldisteln sind in der Blüte ein Insektenparadies vor allem für große und kleine Hummeln. Aber auch Schmetterlinge statten ihnen einen Besuch ab und der Moschusbock lebt schon über eine Woche dort. Er oder sie ist auf Partnersuche, nur deswegen existiert er etwa sechs Wochen, die meiste Zeit lebt er als Larve vor allem in Weidenbäumen.

Das Hauptmotiv ist unten zu sehen. Es ist wiederum eine Wildbiene, sie wissen ja, da gibt’s viele Arten. Unter anderem auch die gelbbindige Furchenbiene. Sie ist im Gegensatz zu den meisten Wildbienen eine Klimawandelgewinnerin. Bis 1990 war sie nur in den südlichen, wärmsten Teilen Deutschlands verbreitet. Mit den steigenden Temperaturen breitete sie sich seitdem bis nach Norddeutschland aus. 

Die honigbienengroße gelbbindige Furchenbiene nistet gerne auf Streuostwiesen und in Gärten an ebenen oder leicht geneigten Stellen, die gering bewachsen sind. Ihre Nester sind bis zu 60 Zentimeter tief eingraben. Fällt einem da noch etwas ein? Ab Mai beginnt die Nesterstellung in großen Kolonien unter der Erde. Dabei verwenden sie das Nest, in dem sie zuvor mit anderen Weibchen überwintert hatten. Eine Besonderheit ist, dass nicht die Weibchen einzeln alles machen müssen, sondern, passen Sie auf: Mehrere im Vorjahr begattete Weibchen überwintern in ihrem Geburtsnest und bilden im Frühling Weibchen-Gemeinschaften. Also wieder ohne die Männer. Das größte Tier übernimmt die Funktion der Königin, bleibt im Erdnest und legt als einziges Weibchen Eier. Die übrigen Weibchen sammeln Pollen und Nektar als Vorräte für die Brutzellen. In jeder Zelle legt die Königin ein Ei ab. Sie bewacht auch das Nest, während die restlichen Bienen der Gemeinschaft als Arbeiterinnen Nahrung sammeln. Also wie bei den Honigbienen.
Kurz bevor der Nachwuchs der Königin schlüpft, ist es mit dem Gemeinschaftsleben aber vorbei. Die Königin vertreibt die anderen Weibchen, die daraufhin selbst Gänge in die Erde graben oder sich in den Höhlen anderer Arten einnisten, um schließlich selbst Nachwuchs heranzuziehen. Das ist doch der Hammer. 

Das rechte Bild bekam ich von Patrick Büchele aus Aitern-Rollsbach als Anfrage, was das sei. Da ich mein Bild (links) kurz vorher von Edmund Zaiser aus Zimmern unter der Burg bestimmt bekam, konnte ich es ihm sagen.

Auf dem Bild oben sind zwei Eingänge in dem wenig bewachsenen Boden zu sehen. 
Vielen Dank Patrick Büchele!

Herzliche Grüsse
Franz Maus 

Rote-gelbe Blätter

Liebe Bürgerpostleser, 

an kaum einem Beitrag habe ich so lange herum gedoktert, wie an diesem. Das Bild oben vom Feldahorn stammt schon vom 19. Juli 2020 und Bild unten vom 21. Juli 2020.

Bergahorn


Die anderen sind vor kurzem aufgenommen worden.
Was ich feststellte, dass im Hochsommer bei manchen Arten die neuen Blätter nicht wie gewöhnlich grün sind, sondern rot oder gelb verfärbt. Man hat das Gefühl, die herbstliche Laubverfärbung würde einsetzen. Ist Ihnen das auch schon aufgefallen?

Japanische Quitte


Walnuß
Storchschnabel
Haselnuß

Wieso verfärben sich da die jungen Blätter? Ich fand im Internet vom Nabu folgendes: 

Dummerweise haben Blätter keine Sonnencreme wie wir Menschen. Aber der rote Farbstoff schützt sie ganz gut vor einer hohen Sonneneinstrahlung. Deshalb stellen die jungen Blätter am Anfang sehr viel von dem Farbstoff her und wirken dadurch rot.  Für die rote Farbe der Blätter sind die Anthocyane verantwortlich, Farbstoffe, die auch Brombeeren und Rotwein ihre Farbe verleihen.“ Also ist die Hitzeeinwirkung der Auslöser.

Das ist doch der Hammer, finde ich. Für die Stoffproduktion über die Photosynthese ist aber das Blattgrün notwendig mit dem Stickstoffatom im Zentrum. Heißt das, dass die roten Blätter keine Photosynthese betreiben? Doch, die rote Farbe überdeckt nur das Grüne. So können auch Rotbuchen ebenfalls die existentielle Photosynthese betreiben, wie die normalen Buchen auch. Das ist doch toll, finden Sie nicht auch? Das Bild unten zeigt sehr schöne Rotbuchenexemplare in Donaueschingen. Passend zur roten Kappe des Denkmals. 

Ich bin froh, dass ich den Beitrag endlich gepackt habe, ein Grund war, dass es mir erst jetzt in der Pension richtig klar wurde.

Herzliche Grüße
Franz Maus 

Marienkäfer

Liebe Bürgerpostleser, 

Ausgangsbild stellt die Situation dar einen Tag nach dem kurzen, aber gewaltigen Gewittersturm am 21. Juni 2023. Lauter Marienkäferlarven, die vom stark verlausten Kirschbaum an die Hauswand geweht wurden. Das habe ich noch nie gesehen. Dann war die Frage, was wird aus denen?

Die Bilder oben liefern die Antworten. Sie verpuppen sich, kleben sich fest und verwandeln sich nach etwa sieben Tagen zu einem frischen Marienkäfer. Ein richtiger Naturhammer finden Sie nicht auch? Auf dem Bild links sieht man eine Larve, die scheinbar mit einer Puppe kommuniziert, und beim Bild rechts war ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz, ein frisch geschlüpfter Marienkäfer mit seinem Puppenkorsett konnte ich ablichten. Die schwarzen Punkte sind schon angedeutet, können Sie sie erahnen? Ich war richtig froh, denn diese Puppengeschichte war mir bisher noch nicht ganz klar. In der Puppenphase wird nur verwandelt und nix gefressen. Was Larven und Käfer fressen wissen Sie, Blattläuse und nochmals Blattläuse. Und weil es dieses Jahr viele gibt, sehen wir auch sehr viele Marienkäfer. 

Übrigens, in Deutschland gibt es laut Wikipedia etwa 70 Marienkäferarten.

Vierpunktmarienkäfer
Eier des Marienkäfers

Wenns gut läuft, werden aus den Eiern in vier Wochen Marienkäfer. Beachtlich, finde ich das. 

Es freut mich richtig, dass es mir dieses Jahr gelungen ist, die ganze Entwicklung des Marienkäfers bildlich festzuhalten.

Herzliche Grüße
Franz Maus