vielleicht denken Sie bei dem Bild, was soll denn das, einen Admiral zu zeigen, der an und für sich nichts Besonderes ist. Jetzt kommts aber, es liegt an etwas anderem, was die Aufnahme bedeutungsvoll macht, nämlich am Zeitpunkt der Aufnahme. Schauen Sie das Bild in Ruhe an, Sie könnten erkennen, dass es kürzlich aufgenommen wurde und zwar genau am 22. März diesen Jahres. Gabriele Schroll aus Mundelfingen hat es mir dankenswerter Weise geschickt. Der Admiral labte sich am Winterblüher Duftender Schneeball. Ich war richtig erstaunt, denn Admirale kenne ich als Wanderfalter. Deren Herbstgeneration zieht über die Alpen nach Süden und die Folgegeneration zwischen Mai und Anfang Juli wieder zu uns in den Norden. Da Schmetterlinge nicht sehr langlebig sind, bedeutet dies, dass jede Admiralgeneration nur einmal in ihrem Leben wandert: Entweder nach Süden oder nach Norden. Hätten Sie das gedacht? Ich hätte gedacht, es sei die gleiche Generation.
Und nun dieses Bild vom 22. März, was hat das zu bedeuten? Ich denke, Sie ahnen es, ziemlich sicher hängt es mit der Klimaerwärmung zusammen. Die sorgt dafür, dass der Admiral zunehmend bei uns erfolgreich überwintert und bald eine bodenständige Art werden könnte. Der Wanderfalter wird sozusagen zum „Standfalter“.
Über Dr. Hans-Peter Straub kam ich an den folgenden Link des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern). Dort wird gebeten, Märzsichtungen 2024 des Admirals zu melden. Raten Sie mal, wieviele Meldungen vor allem aus den wärmeren Gebieten Bayerns bereits vorliegen, über 130 Stück. Gabriele Schroll hat Ihre Sichtung auch gemeldet, eine der wenigen aus über 700 Höhenmeter.
Mit diesen Meldungen soll erkannt werden, wie häufig Überwinterungen bei uns vorliegen und ob sie über die Jahre vermehrt vorkommen. Machen Sie mit, das ist breit angelegte wissenschaftliche Arbeit.
wenn ich etwas Unbekanntes sehe, „muss“ ich ein Bild machen und schauen, um was es sich handelt. In diesem Fall dachte ich an nichts Besonderes und ich machte nur dieses eine Bild. Das ist schade, denn es ist etwas Besonderes und wenn ich es gewußt hätte, was da an der Hauswand hing, hätte ich noch einige Detailbilder gemacht. Aber der erste Gedanke gab das nicht her.
Es war ein relativ kurzes Insekt, vielleicht drei bis vier Zentimeter lang. Sie haben richtig gehört, es ist kein Wurm, es ist ein Insekt aus der Gattung der Doppelfüßer. Dieses Bild habe ich über google lens „laufen“ lassen und herauskam, es ist ein „Portugiesischer Tausendfüßer“. Und wie kommt er aus Portugal hierher? Wikipedia berichtet: „Er gelangte über Schiffsverkehr und Handel an zahlreiche neue Orte. So wurde die Art um das Jahr 1953 nach Port Lincoln (Südaustralien) eingeschleppt und bildet seitdem in Australien mangels natürlicher Feinde und einer starken Ausbreitung eine Plage“. Davon kann man bei uns Gott sei Dank nicht sprechen. Dadurch, dass er Laub und organisches Material zersetzt, ist er ein Helfer bei der Humus- und Bodenbildung.
Wissen Sie noch, vor nicht allzulanger Zeit hatte ich den Hundert- und Tausendfüßer beschrieben und nun noch den Portugiesischen. Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Der Name Doppelfüsser kommt daher, dass jedes Körpersegment zwei Beinpaare hat. Und das hätte ich gerne noch detaillierter fotografisch dargestellt. Na ja, was solls, ich bin trotzdem begeistert, ihn heute präsentieren zu können.
diese Geschichte gefällt mir ganz gut, weil sie nur zustande kam, weil ein Netzwerk vorhanden ist. Sie ist aber auch vom Thema her recht spannend. Es geht um Amphibien. Doch zunächst ein paar Worte zum Netzwerk.
Thomas Schalk, der Nabu-Vorsitzende im hiesigen Gebiet, schickte mir die beiden Bilder mit der Anfrage, was das sein könnte. Er habe sie von Bernhard Scherer, einem bekannten Waldornithologen aus St. Georgen bekommen. Ich war überfragt, erinnerte mich aber an Dr. Hans-Peter Straub, der einen wichtigen Hinweis gab, „es sieht aus, wie Froschlaich ohne Eizellen“. Okay, alles klar. Aber wieso gibt es Froschlaich ohne Eizellen? Nachdem Bernhard Scherer seine Zustimmung gab für einen Bericht, wurde recherchiert. Bei https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/sternenrotz geht es begrifflich knallhart zur Sache:
“Es geht um das Phänomen des Sternenrotzes“.
Was für ein Wort. Häufig würden diese Klumpen wie auf den Fotos während Regenschauern oder kurz danach entdeckt.
„Über die Herkunft der geheimnisvollen Substanz wird seit Jahrhunderten überall auf der Welt gerätselt, wobei der himmlische Ursprung lange Zeit als beste Lösung galt. Heute weiß man ein wenig mehr. Häufig handelt es sich bei „Sternenrotz“ um Gallertstücke von Froschlaich, der von Reihern, Krähen oder Greifvögeln verschmäht oder schlecht verdaut wird. Eine Möglichkeit ist, dass die Vögel den Laich fressen; die Eier werden während des Verdauungsvorgangs zerstört, nur die Gallerte bleibt zurück und wird von den Vögeln wieder ausgewürgt. Noch makabrer: Manchmal picken Vögel die Bauchhöhle eines Frosch- oder Krötenweibchens auf, das noch nicht abgelaicht hat; zu diesem Zeitpunkt sind Eier und Gallerte noch getrennt. Die Gallerte tritt deshalb ohne Eier aus der Bauchhöhle und quillt in der feuchten Umgebung auf. Manchmal liegen die schwarzen Eier direkt neben dem schleimigen Häuflein.„
Eine zweite Erklärung findet man unter: https://de.nachrichten.yahoo.com/schleim-aus-dem-all: „Die gallertartige Masse ist ein Glycoprotein. Weibliche Amphibien sondern es zusammen mit dem Laich aus. Bei Kontakt mit Wasser schwelle es an – und sieht für manche Laien aus wie mysteriöser Schleim aus dem All“.
Ist es nicht eine verwunderliche Geschichte, die zwei Lösungsmöglichkeiten für dasselbe Phänomen beinhaltet? Auf jeden Fall sieht Froschlaich ohne Eier in der Mitte sehr seltsam und ungewöhnlich aus.
Ein Grasfrosch auf den Steinplatten unseres Nachbarn, der am 22. Februar bereits auf Wanderschaft ging.
Bernhard Scherer hat berichtet, dass es in der Nähe Laichgewässer gibt, in denen er Gott sein Dank auch normalen Froschlaich gesehen hat. Ein herzliches Dankeschön ihm für die Überlassung der Bilder und die Entstehung dieses Berichtes. Aber auch Thomas Schalk und Dr. Hans-Peter Straub vielen Dank.
meine Hauptschulkameradin Gaby Reithinger geborene Heim aus Immendingen hat das Bild in Ihren Status gestellt. Ich war wie elektrisiert, weil ich so etwas noch nie gesehen habe. Ich vermute, die meisten von Ihnen auch nicht. Jetzt der Reihe nach. Gaby und ihr Ehemann Dietmar haben eine Tochter, die einen Spanier geheiratet hat. Zu deren Familie gehören zwei Kinder und sie leben in Spanien. Da ist es natürlich klar, dass Spanien für sie zum am meisten besuchten Land geworden ist.
Schließlich will man ja seine Enkelinnen erleben dürfen. Und kürzlich waren sie wieder dort, die Aufnahme stammt vom 20. Februar 2024. „Ich bin beim Spazierengehen fast auf dieses Gebilde draufgestanden“ schrieb mir Gaby. Ich dachte einen kurzen Moment, dass es eine Schlange sein könnte, aber Gaby klärte mich auf: „Es ist der Pinienprozessionsspinner, der in Spanien recht häufig ist.“
Bild links zeigt die Reihenbildung der Raupen, eine hackt sich am Hinterteil der anderen fest. Richtig lustig sieht das aus. Es ist die Phase kurz vor dem Verpuppen. Das machen sie im Boden und zwar im Bereich von 5 bis 20 cm Tiefe. Ist das nicht der Hammer? Auf dem Bild rechts sieht man die Gespinste an einer fast kahlgefressenen Pinie. Hier sammeln sich die Nachtarbeiter bei Tage zum Schutz, um die nächste Nacht wieder auf Fresstour zu gehen. Wie der bei uns vorkommende Eichenprozessionsspinner sind die Raupenhaare giftig für Mensch und Tier. Mit Hunden sollte man nicht unter befallene Bäume gehen.
Das Hauptverbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum und Vorderasien aber auch zum Beispiel in Südtirol kommt er vor. Ich vermute, das es nicht mehr lange dauern wird, bis er auch bei uns im Südwesten Baden-Württembergs auftauchen wird. Denn er profitiert eindeutig vom Klimawandel.
Liebe Gaby, vielen Dank, dass ich Deine Bilder benutzen durfte, um einen kleinen Beitrag über den eindrucksvollen Prozessionsspinner zu schreiben.
das ist wieder so eine Sache. Hand aufs Herz, haben Sie schon einmal Regenwürmer beim Liebesspiel beobachten können? Ich auch nicht. Aber eine Bekannte aus dem Berufsleben, Frau Dr. Doris Seichter aus München-Grub, schickte mir dieses sensationelle Bild. Sie schrieb dazu: „Neulich morgens um 7.30 Uhr wurde ich Zeuge eines Schauspiels, das ich zwar in Theorie aus der Zoologievorlesung während des Tiermedizinstudiums kannte, aber noch nie in Natura beobachten konnte, das Liebesspiel des Regenwurms. Leider konnte ich nur ein einziges Foto machen, denn als die beiden erkannten, dass sie entdeckt waren, ist jedes in ein eigenes Mauseloch geflüchtet.“
Also, dass die zwei auseinandergingen ist klar, weil sie schon stundenlang zusammen waren. Denn spät in der Nacht beginnt das Liebesspiel und dauert oft bis in die Morgenstunden. Die ganze Sache ist sehr gefährlich, weil sich die Würmer außerhalb ihrer Wohngänge paaren und so eine leichte Beute für ihre zahlreichen Fressfeinde werden können. Deswegen hat das Paar beim Fotografieren Gefahr gewittert und ist schnell auseinander und in Deckung.
Es sieht ja schon einmalig aus das Geschehen, finden sie nicht auch? Es erinnert mich an den Liebesakt der Tigerschnegel. Nun, was sind Regenwürmer sexuell gesehen? Sie ahnen es, Zwitterwesen. Nur im Ausnahmefall befruchten sie sich selbst. Im Regelfall tauschen sie ihre Spermien aus, damit es eine Fremdbefruchtung wird. Erstaunlich sind die schmalen Schwänze der beiden. Sehen Sie die vom Körper abgehobenen Kopfteile? Es wirkt komisch. Der Bereich zwischen den Köpfen ist durch Sekrete verklebt und dient dem Spermienaustausch. Hammerhart. Übrigens erfolgt eine Paarung nicht gleich mit dem ersten besten, sondern bis zu zehn Mal wird getestet, ob es passen könnte. Schön zu sehen ist die Ausbildung des sogenannten Gürtels, einer gelblichen sattelförmigen, drüsenreichen Verdickung vom 27. bis 35. Segment. Das haben nur geschlechtsreife Tiere. Die Geschlechtsreife tritt erst mit ein bis zwei Jahren tritt. Der Regenwurm kann bis acht Jahre alt werden und bekommt einmal jährlich Nachwuchs. Die Eier werden in Kokons abgelegt. Die Jungwürmer schlüpfen ja nach Umgebungstemperatur mit 90 bis 135 Tagen. Regenwürmer sind imstande, Überschwemmungen mit sauerstoffreichem Wasser durch ihre Hautatmung über mehrere Monate lang zu überleben. Wer hätte das gedacht.
Ich will es dabei bewenden lassen, denn es ließe sich noch viel Interessantes schreiben. Nur noch eines möchte ich ansprechen, die immense Bedeutung des Regenwurmes für die Humusbildung und Bodenfruchtbarkeit.
Vielen Dank an Frau Dr. Doris Seichter für die Überlassung des tollen Bildes.
heute möchte ich Ihnen einen optischen Augenschmaus zukommen lassen. Und zwar die Himmelsverfärbung am Maria Lichtmess, dem 2.2.2024 in zeitlicher Abfolge. Bild 1 als erstes wurde um 17.37 Uhr aufgenommen und Bild 5 als letztes um 17.58 Uhr, 21 Minuten später. Ein Spektakel sondersgleihen, finden Sie nicht auch? Vor allem der Wechsel von gelb zu intensivrot ist beachtlich. Bild drei ist nach Norden aufgenommen, ebenfalls ein schön gefärbter Himmmel.
17:37 Uhr
17:58
Man konnte feststellen, dass im Januar und Februar an vielen Abenden der Himmel relativ intensiv verfärbt war. Wissen Sie, was der Grund dafür war? Mit ziemlicher Sicherheit die Vulkanausbrüche auf Island und teilweise Saharastaub. Dadurch befinden sich riesige Mengen an Kleinpartikel in der Luft, die dazu führen, dass an ihnen das Sonnenlicht stark gestreut wird und sich farbintensiv zeigt.
Es gibt Bauernregeln, wie das Wetter je nach Himmelsfarbe werden soll. Zum Beispiel: “Obedgehl, Obedgehl, sind am andere Morge nass die Pfähl“. Das träfe auf jeden Fall zu für Bild 1 und 2.
„Obedrot, Obedrot, ist morgen gut Wetter im Hof“ trifft zu für Bild 3 und 5 und teilweise für 4. Nach meinen Bildern war der 3. Februar kalt und schön, mein Holzbengel zeigte ein schönes Haareis. Also hat dieses Mal das Abendrot gepasst.
von Axel Ortlieb aus dem Münstertal erhielt ich am 25. Oktober 2023 diese beiden Bildermit der F rage, ob ich wüsste, um was es sich handelt. „Auf Anhieb nicht“ antwortete ich, aber zwei Minuten später schrieb ich, „Google lens tippt auf Eier von Köcherfliegen“. Zugegebenermaßen war ich etwas erstaunt, aber weitere Recherchen waren eindeutig. Der Standort der Eier war an einem Eisenpfosten einer Kläranlage in der Rheinebene mit einem Altrhein in der Nähe.
Wenn es ein Bild wie unten gewesen wäre, hätte man nicht lange überlegen müssen. Denn die Bezeichnung kommt daher, dass die Larven dieser aquatischen Insektengruppe in selbstgebauten Köchern wohnen. Das ist doch wieder ein weiterer Naturhammer, finden Sie nicht auch? Mit etwa 13.000 bekannten Arten weltweit ist es die größte Insektenordnung. Aus Europa insgesamt sind 1.211 Arten und Unterarten belegt, in Mitteleuropa knapp 400 Arten, in Deutschland leben 307 Arten. Hätten Sie diese Vielfalt erwartet? Diese Informationen sind aus Wikipedia.
Aber dass die Eier so anders aussehen, finde ich beachtlich. Vielen Dank an Axel Ortlieb, dass er mir die Fotos überlassen hat und wir deshalb wieder etwas mehr wissen.
Sie erinnern sich noch an den Beitrag unten über die Wertholzsubmission im Markgräflerland? Haben Sie auch Interesse, was für ein Ergebnis zustande kam? Ich könnte mir vorstellen, dass das der Fall ist.
Jetzt aber zum Submissionsergebnis. Revierförster Florian Schmid hat mir mitgeteilt, dass 2024 ein sehr gutes Ergebnis erzielt wurde: 1.252 € je Festmeter, das sind sage und schreibe 93 € mehr als das Jahr zuvor, wurden erzielt, ich finde das ist in der derzeitigen Zeit ein Hammer. Nur 12 der 483 angebotenen Stämme konnten keinen Käufer finden. Ich bin hellauf begeistert. Natürlich habe ich Florian Schmid gefragt, was die beiden Stämme 1185 und 1134 gebracht haben. Jetzt halten Sie sich fest:
1134 erhielt das Höchsgebot aller Stämme, 2.879 € je Festmeter. Florian Schmid verwendete den Begriff „Braut“ für diesen Spitzenstamm, nicht schlecht dieser Name, oder was meinen Sie? Im Nachhinein muss ich dem Fotografen Armin Roser ein großes Lob aussprechen, er hat sicherlich erkannt, dass dieser Stamm die „Braut“ werden wird. Also hat der 1134 mit 4,82 Festmeter 13.876,78 € erzielt.
Der 1185 hat auch über dem Schnitt gelegen, 1.524 € je Festmeter erzielte er, das sind bei 5,73 Festmeter 8.732,52 €.
Beitrag vom 24. Januar 2024
Liebe Bürgerpostleser,
in Baden-Württemberg gibt es 18 Orte mit Stammholzsubmissionen. Ja, ganz einfach geschrieben und jeder weiß Bescheid, oder? Jetzt der Reihe nach. Armin Roser aus Müllheim-Britzingen-Muggardt, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, schickte mir Bilder.
Anlass war, dass er zeigen wollte, dass es bei uns auch große tolle Bäume gibt, nicht nur „meine“ beste Eiche im Schloßpark Favorite bei Ludwigsburg oder den Mammutbaum in Konstanz.
Als ich die Bilder sah, war ich begeistert. Interessant ist auch, wie Armin Roser zu den Bildern kam. Nicht etwa, weil er regelmäßig auf dem Eichwaldparkplatz die Eichenstämme der Markgräfler Wertholzsubmission begutachtet, sondern mit seinem Junghund den daneben liegenden Hundesportplatz besucht. Auf dem Bild unten ist der Hund zu sehen, für ihn dürfen keine Gebote abgegeben werden. Übrigens, dieses Jahr jährt sich diese Submission zum 58 Mal. Können Sie sich auch an den in Reih und Glied positionierten Stämme erfreuen? Die kann man anschauen, das ist alles eine öffentliche Sache.
Wenn ich sage, dass Holzsubmission für mich Neuland war, dann ist es so, und überrascht mich selber. Wikipedia schreibt: „Eine Holzsubmission ist ein forstwirtschaftliches Verkaufsverfahren, bei dem insbesondere wertvolles Rohholz an Meistbietende veräußert wird. Dies erfolgt nicht in Form einer öffentlichen Versteigerung, sondern in Form schriftlicher Angebote.“ Das Holz wird vermessen, gelistet und mit einer Marke versehen als Erkennungsmerkmal.
Die Veröffentlichung dieser Listen erfolgte am 5. Januar 2024, ab dem Zeitpunkt liegen die ausgestellten Stämme zum Begutachten aus. Die Kaufinteressenten geben Gebote stammweise als Festmeterpreis ab. Wir sind gerade in einer heißen Phase, denn bis zum Donnerstag, den 25. Januar spätestens 9 Uhr müssen die Gebote beim Fortsbezirk Staufen abgeben sein. Anschließend erfolgt die Gebotseröffnung und am Freitag, den 26. Januar um 10 Uhr werden die Zuschläge an die Meistbietenden erteilt. Ich konnte mich mit dem zuständigen Revierförster Florian Schmid unterhalten. Auf meine Frage, was passiert, wenn der gleiche Preis mehrfach geboten wird, verblüffte er mit der Antwort, „dann entscheidet das Los“. Aber das komme sehr selten vor, weil die Bieter mit 1.505 € oder 1.493 € statt mit 1.500 € agierten. Der Waldbesitzer muss dem Zuschlag auch seine Zustimmung erteilen. Laut Reinhold Mayer ist für die Qualität oft der Wuchsstandort sehr entscheidend, deswegen wird der mit angegeben. Die Oberbadische vom Verlaghaus Jaumann berichtete über die Submission 2021 mit folgenden Zahlen: Im Schnitt erzielten die Eichen 672 € je Festmeter. Sie entsprechen 95 % des Angebotes, die Restmenge waren Nussbäume, Eschen, Kirschen, Roteichen und Ahorn. 24 Kunden aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Österreich und aus Luxemburg gaben Gebote ab. Sehr interessant ist die Verwendung, 60 % kommen zur Funierindustrie und zum Holzhandel, 30 % an Sägewerke und 10 % an Fasshersteller. Im letzten Jahr lag der Spitzenpreis für einen Stamm laut Florian Schmid bei 3.000 € je Festmeter. Nicht schlecht Herr Specht.
Hier habe ich aus dem Losverzeichnis die Zahlen der beiden Prachtstücke hinkopiert:
Sie können sicherlich die Zuordnung über das Matalltäfelchen, 1185 und 1134 auf den Stämmen erkennen. Stammlänge, mittlerer Durchmesser ohne Rinde und Festmeter ohne Rinde sind die letzten drei Zahlen, Stammlänge und mittlerer Durchmesser ohne Rinde finden Sie auch auf dem Holz. Ich überlasse es Ihrem mathematischen Können, wie die Festmeteranzahl berechnet wird: R² * 3,14 * Länge.
Angenommen jemand bietet für die Nummer 1185 2.000 € je Festmeter, so kommt der Stamm auf 2.000 € * 5,73 = 11.460 €.
Zum Schluß eine herzliches Dankeschön an Armin Roser für die Überlassung der schönen Bilder und Reinhold Mayer und Florian Schmid für die Hilfestellung.
könnt Ihr Euch noch an die interessante Haareisgeschichte erinnern? Das Bild unten zeigt das herrliche Gebilde, das ich über Hubert Schätzle aus Totdnau-Präg von dessen Bruder Hermann bekommen habe.
Seit damals wissen wir, wie so etwas entsteht: Morsches und feuchtes Totholz ist eine Voraussetzung. Im Totholz muss sich Myzel winteraktiver Pilze befinden. Diese produzieren beim Stoffwechsel Gase, die das im Holz vorhandene kühle Wasser an die Oberfläche drängen. Dort gefriert es bei Minusgraden und wird durch nachdrängendes ebenfalls gefrierendes Wasser weitergeschoben. Dies geschieht ausschließlich bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, wenn das Wasser im Holz noch nicht gefroren ist. Ich finde es immer noch ein absoluter Hammer.
Wieso greife ich dieses Thema nochmals auf? Weil ich Haareis am Sonntagnachmittag in Hausen vor Wald beim Eingang in den Kohlwald an einem Stock tatsächlich gesehen habe. Das ist aber jetzt noch nicht der Grund. Tatsache ist, wenn Sie das linke Bild genau anschauen, dass das Eis über den Tag schon etwas geschmolzen ist. Aber mir war klar, dass es aus Haareis entstanden ist. Denn nirgends sonst um den Fundort war Eis zu sehen. Also beschloss ich, die Stelle zur Nachtzeit nochmals aufzusuchen in der Hoffnung, dass sich neues Haareis gebildet hat. Sie glauben nicht, wie unterschiedlich die Standorte im Wald aussehen, ob es Tag oder Nacht ist, weshalb ich die Händitaschenlampe benutzte. Eine tolle Erfindung nebenbei gesagt. Der Holzstock sah unverändert aus, allerdings habe ich einen 50 Meter weit entfernt wohnenden Bürger auf mich aufmerksam gemacht, der sich zu Recht gefragt hat, wer wird wohl mit einer Lampe im Wald herumrennen.
Nun gut, am Montag, den 29. Januar 2024 war der Gedanke geboren, den Stock lieber nach Hause zu nehmen, statt immer wieder in den Wald zu gehen. Vielleicht kann ich Haareis vor meinen Augen im Garten züchten. Wie Sie bereits wissen, ist es wichtig, dass das Totholz nass ist. Deshalb habe ich den Bengel ins Wasser gelegt und mit der Gießkanne begossen, dann sah er blitze blank aus wie auf dem Bild oben rechts.
Und so konnte ich heute Morgen den Haareiszüchtungserfolg hocherfreut genießen.
Ist das nicht sensationell? Was ich erkannt habe, dass nur an den von der Rinde befreiten Stellen sich Haareis bildet. Heute den Bengel wieder nass gemacht, bin ich gespannt auf viele Wiederholungen der Haareisbildung.
am 9. und 10. Januar 2024 bin ich vom Technikzentrum Bäurer entlang der Stillen Musel Richtung Donaueschingen gelaufen. Überraschender Weise sah ich auf Höhe des Poloplatzes schöne Eisgebilde an abgestorbenen Grashalmen hängen. Eiszapfen kann man wohl nicht sagen, denn diese entstehen ja bekannter Maßen von oben nach unten. Diese hier sind entstanden, weil das Wasser an diesen Stellen etwas mehr Gefälle hat und die Wasserspritzer an die Halme hingefroren und von unter her gewachsen sind. Ist das nicht eine Augenweide?
Die ersten beiden Bilder sind an der gleichen Stelle aufgenommen mit einem Tag Unterschied. An den Zapfen im rechten Bereich ist noch einiges an Eis dazugekommen und die Formen haben sich auch verändert. Im mittleren Bereich gibt es fünf, die sich nicht verändert haben, warum wohl? Weil keine Spritzwasser mehr durch die zurückgehende Wassermenge der Stillen Musel zum Eis gelangte. Was sagt man dazu? Einfach toll. Das Bild ganz oben ist auch am zweiten Tag entstanden.
Dann zum Bild oben eine Frage: Wieso ist die Bolkartwiese an manchen Stellen weiß und an manchen nicht? Ahnen Sie die Lösung? Das Bild ist vom 10. Januar. Über Nacht hatte es ein „Muckenseckele“ geschneit und an den mit Eis überzogenen Stellen kommt der Schnee zur Geltung, an den anderen nicht. Erstaunlich. Es ist aber zu erkennen, dass es vor nicht allzu langer Zeit ergiebig geregnet hat. Die Bilder aus Nord und Mitteldeutschland haben wir alle noch in Erinnerung.