Konrad Köstel aus Achern, ein Freund aus Internatszeiten, schickte mir das Bild oben. Ist das nicht ein Oberhammer? Maus und Blaumeise gemeinsam am runden Futtertrog. Auf meine Frage, ob das häufig der Fall ist, antwortete Konrad „das kommt eher selten vor“. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Mäuse am Boden einen eigenen Trog haben. Übrigens, die Maus ist auch noch eine besondere, es ist eine Waldmaus.
Jetzt mal die Hand aufs Herz, hat das jemand von Ihnen schon einmal gesehen? Dass die Blaumeise dahinkommt, ist selbstverständlich. Normaler Weise zeigt sich Konrad als echter Tierfreund und füttert „seine Waldmäuse“ separat am Boden. Die Waldmäuse sind doch wirklich sehr niedlich, wenn man Mäuse mag. Sie mögen Mäuse bestimmt auch, oder leidet jemand an einer Mäusephobie? Ich hoffe nicht.
Jetzt kommt es aber vor, dass das Bodenfutter ausgeht, was machen dann die schlauen Mäuse? Sie klettern an den drei Füßen, auf denen das Futterhaus steht, hoch, und rucki zucki sind sie im Schlaraffenland.
Wissen Sie, wieso Konrad an den Füßen Hasengitterdraht angebracht hat? Vielleicht dass die Mäuse besser steigen können? Nein der Grund ist ein anderer, ich weiß nicht, ob Sie darauf kommen. Konrads Futterhaus wurde immer wieder von Ratten aufgesucht. Er hat festgestellt, dass die Ratten sich davon abschrecken lassen und nicht über den Hasengitterdraht gehen, die Waldmäuse aber hurtig darüberklettern. Übrigens wollte er ursprünglich Stacheldraht anbringen, hatte aber keinen zur Hand. Ob die Waldmäuse auch darüber wären, ich glaube schon.
Sachen gibt’s, die immer wieder für Erstaunen sorgen.
Konrad, Dir vielen Dank für die Bildüberlassung und dass ich daraus diesen Beitrag schreiben durfte.
das war wieder eine spannungsreiche Geschichte, kann ich Ihnen sagen. Aber der Reihe nach: Rita Schorp, unsere Nachbarin, kam von der Gassirunde nach Hause. Wie jeden Tag. Aber dieses Mal hatte sie in jeder Jackentasche etwas mitgebracht, Sie werden es nicht erraten. Sie war verständlicherweise ganz aufgeregt: „Franz, was sollen wir machen, die beiden sind am Wegrand gesessen und da musste ich sie einfach mitnehmen. Nicht dass die beiden der Fuchs holt“.
So, erst mal in Ruhe an die Sache ran. Ich holte den bewährten Vogelkäfig und setzte die beiden hinein. Wie die schon schreien konnten, fast wie die Alten. Dann fiel mir Ellen Claasen aus Villingen ein, die sich ehrenamtlich der Jungvogelaufzucht widmet. Sie ist eine absolute Retterin in der Not und blickt voll durch. Das hat sich auch in diesem Fall bestätigt. Zum Beispiel hatte Wolfgang Schorp rucki zucki etliche Regenwürmer organisiert. Mit der Pinzette legte er einen in den Schnabel, der Kerle brauchte nur zu schlucken, aber er zeigte keine Regung. Als Ellen das Bild sah, schrieb sie: „Eichelhäher sind in diesem Alter besonders schwierig aufzuziehen. Sie verweigern die Nahrung und stehen unter Dauerstress“. Und dann kam die Lösung: „Die beiden sind Ästlinge, die gehören an den Fundort zurück auf einen Ast gesetzt. Dort werden sie, wie alle Ästlinge von den Eltern weiter versorgt“. Ästlinge nennt man Jungvögel, die das Nest verlassen, aber noch nicht fliegen können und deshalb nicht voll selbstständig sind. Ellen sei Dank für sie richtige Antwort. Rita meinte dann, den Rücktransport können Wolfgang und ich ohne sie machen, sie erklärte uns den Weg, mal die Kurve, mal die andere und dann ist der Fundort gefunden. Ich sagte zu Rita, das hat so keinen Wert, da mußt Du mitfahren. Gesagt getan. Der Hammer war, dass ein Altvogel sofort schrie und die Jungen auch, da war uns klar, dass das funktionieren sollte.
Wir setzten sie auf einen Ast und man sieht man schön, dass ein Altersunterschied vorliegen muss. Das Daunengefieder des jüngeren ist noch nicht voll ausgebildet, er ist kleiner und die Schnabel ist viel schwächer ausgebildet. Ellen Claasen schätzte den Altersunterschied auf zwischen vier und acht Tage. Ganz beachtlich, aber ganz normal, denn es kann nur ein Ei je Tag gelegt werden. Und laut des Buches „Jungvögel, Eier und Nester“ von Colin Harrison wird bei Eichelhähern sofort nach dem Legen des ersten Eies mit Brüten begonnen, so dass es bei sechs bis sieben und teilweise noch mehr Eiern zu diesen Unterschieden kommen muss. Auf meine Frage, wieso der Jüngere auch ausgebüxt ist, antwortete Ellen: „Wenn alle sich auf den Weg machen, will er nicht alleine bleiben“. Das ist vollkommen plausibel.
Nette interessante Geschichte, die Rita Schorp ermöglicht hat. Ihr vielen Dank.
wie heißt ein schönes Sprichwort? Aller guten Dinge sind drei. Eins und zwei unten waren ein Beitrag zur Raupe und einer zur Verpuppung. Letzte Woche, am 13. Juni 2024 war es so weit, der Schwalbenschwanz hat sich aus der Puppe in den Schmetterling verwandelt. Beim routinemäßigen Beobachten am Morgen saß er oben am Steckle, wie wenn er darauf wartete, dass ich den Deckel abhebe.
Schwalbenschwanz und die leere Puppe unten am Steckle.
Die leere Puppe sieht fast unverletzt aus.
Nach vorne ist der Schmetterling entstiegen. Man kann kaum glauben, dass er da reingepasst hat. Wissen Sie noch, wann die Verpuppung erfolgte? Am 3. Oktober 2023 war es so weit. Das heißt acht Monate und zehn Tage war sie eine Puppe. Bringt einen das nicht zum Erstaunen? Unten sieht man das Foto, ich finde es sensationell mit den Halteseilen.
Der Biologielehrer und NABU-Vorsitzende vom hiesigen Landkreis, Thomas Schalk, sagte, dass der Schwalbenschwanz im nächsten Jahr im Mai schlüpfen wird. Da lag er einen Monat daneben. Nun, ich war gespannt, wann der Schmetterling davonflattern würde. Es war sehr frisch an diesem Morgen und die Sonne lies sich auch Zeit. Was denken Sie, wieviel Zeit ab der Deckelöffnung bis zum Abflug vergingen? Fast vier Stunden. So lange brauchte er, bis er voll bei Kräften war. Er verließ den Behälter und flatterte zu einem nahem Blumenhafen mit einer kleinen Stange, an der er sofort nach oben kletterte.
Hier sieht man schön, wie er eine möglichst senkrechte Position zur Sonne einnahm, um viel Energie abzubekommen.
Einfach toll, was da wieder zu erleben war. Zum Schluß noch eine Frage, wie lange lebt der Schwalbenschwanz als Schmetterling? Drei bis vier Wochen, hätten Sie das gedacht?
Herzliche Grüße Franz Maus
4. Oktober 2023
Liebe Bürgerpostleser,
weiter unten schrieb ich über die Schwalbenschwanzraupe, ich nehme an, Sie erinnern sich noch. Am 24. September 2023 habe ich diese wunderschöne Raupe am Kraut unserer Möhren im Garten entdeckt. Ich habe dann überlegt, die weitere Entwicklung zu beobachten und die Raupe am 26. September 2023 in einen Fünflitereimer zu geben mit Ihrem Futter, dem Möhrenkraut.
Ich habe geschrieben, dass die Verpuppung kurz bevorsteht und tatsächlich kann ich nun das Puppenbild präsentieren. Die Raupe hat ein Stäbchen angenommen, an dem sie ein paar Tage regungslos als Raupe verharrte. Am 3. Oktober 2023 war es so weit, die Verwandlung zur Puppe ist geschehen.
Ist das nicht der Oberhammer? Schauen Sie mal, wie sie Ihren Oberkörper mit zwei Seilchen am Stöckchen befestigt hat. Einfach sensationell. Nun, der Biologielehrer und NABU- Vorsitzende vom hiesigen Landkreis, Thomas Schalk hat mich aufgeklärt, dass der Schwalbenschwanz erst im nächsten Jahr im Mai schlüpfen wird. So lang lasse ich den Eimer im Durchgang unseres Hauses stehen. Ich bin sehr fasziniert auch deshalb, weil die Puppe fast acht Monate lang ohne Energiezufuhr ist und scheinbar leblos da hängt und trotzdem lebendig sein muss. Für mich einen weitere Sensation. So, das war bereits der erste Folgebeitrag und ich hoffe es erfolgt noch mal einer im Mai 2024.
28. September 2023
Liebe Bürgerpostleser,
erst vor kurzem, am 24. September 2023, entdeckte ich diese wunderschöne Raupe am Kraut unserer Möhren im Garten. Ich glaube, es ist die erste Beobachtung, seit wir in Hausen wohnen.
Ich habe dann überlegt, das nächste Stadium ist die Verpuppung und aus der Puppe entsteht dann der Schmetterling. Aber, ist das noch in diesem Jahr oder überwintert die Puppe und der Schlupf erfolgt dann im Frühjahr. Um diese Fragen klären zu können, entschloß ich mich, die Raupe am 26. September 2023 in einen Fünflitereimer zu geben mit Ihrem Futter, dem Möhrenkraut. Dazu habe ich kleine Stöckchen aufgestellt, an denen sie sich verpuppen kann. Den Eimer habe ich mit einem „Lochdeckel“ abgedeckt, damit sie mir nicht entweichen kann. „Lochdeckel“ deswegen, weil er mit vielen kleinen Löchern versehen ist, damit der Luftaustausch stattfinden kann.
Deckel und die kleinen Stöckchen
Unterhalb der Raupe liegen die ersten Kotbollen, anscheinend klappt die Verdauung.
Nach Wikipedia ist unsere Raupe eine ältere, das heißt die Verpuppung dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Aus dem Geschriebenen kann man erkennen, dass das „Züchten“ von Schmetterlingen relativ einfach ist. Entscheidend ist, dass man die Futterpflanzen kennt und die Art der Verpuppung. Wie müsste man zum Beispiel mit einer Totenkopfschwärmerraupe umgehen? Die Raupe müsste Gartenboden im Eimer haben, denn, ob Sie es glauben oder nicht, sie verpuppt sich in etwa 10 cm Tiefe. Genauso macht es die Windenschwärmerraupe.
Ich nehme an, Sie erkennen in der Zwischenzeit die Art, es ist die Raupe des herrlichen Schwalbenschwanzes. Er ist einer der größten Tagfalter. Dieses Jahr habe ich ihn wenige Male gesehen. Darf ich Ihnen zum Schluß eine kleine Anektode anbieten: Wir erhielten Besuch und ich entschuldigte mich, dass ich gerade auf Schwalbenschanz Fotosuche im Garten sei. „Ach ja, von dem Vogel habe ich auch schon einmal etwas gehört“. Nach der Aufklärung haben wir kräftig lachen können.
Sind Sie auch gespannt, was aus der Raupe zu welcher Zeit werden wird? Ich könnte mir vorstellen, dass das nochmal einen Folgebeitrag geben könnte.
heute geht es um spektakuläre Zaunkönignester. Erinnern Sie sich noch an die beiden Nester in einem Quaderballen Heu bei Paul Franch in Kraichtal-Neuenbürg? Also, vor wenigen Jahrzehnten gab es noch keine Quaderballen. Man sieht, die Vogelwelt lernt dazu. Was sagen Sie aber zu den Bildern unten? Beim letzten Beitrag ging es um das Fremdnesten einer Blaumeisenbrut in einem Mehlschwalbennest. Dieses Mal könnte man sagen, es geht um eine nicht genehmigte Umnutzung.
Frau Nadine Lienhard-Blum aus Hohberg, südlich von Offenburg gelegen, hatte diese Bilder in die Hinterwälder-Whatsapp-Gruppe gestellt. Meine Neugier war geweckt. Sie hatte die Jacke, wahrscheinlich weil es ihr zu warm wurde, auf dem Heuboden an einen Nagel gehängt und dort belassen. Sie war beschäftigt, über dem Milchziegenstall Heu auf den Futtertisch zu gabeln. Dreimal am Tag macht sie das. Das hat den Zaunkönig nicht vom Nestbau im Kapuzenbereich abgehalten, was nur zwei Tage dauerte. Vermutlich herrschte Legenot und es eilte ein bißchen. Freundlicher Weise hatte Nadine vollstes Verständnis für die Umnutzung und lies die Zaunkönige gewähren.
Für die Brutzeit bis zum Ausfliegen kann man mit gut vier Wochen rechnen. Das Brüten erfolgt nur vom Weibchen, es muss sich sogar selber versorgen. Auch die Jungenversorgung ist großteils Frauensache. Erst wenn die Jungen ab Tag 8 nach dem Schlüpfen betteln, helfen die Männchen sporadisch mit. Unmögliches Verhalten möchte man sagen. Was auf der Jacke zu sehen ist, die enorme Staubbildung innerhalb kurzer Zeit. Aber Abstauben war natürlich verboten. Logisch, oder?
Etwa zeitgleich schickte Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg die Bilder unten. Zu sehen ist eine Skaterbahn. Finden Sie das herrliche Nest auf der Skaterbahn? Man muss wirklich genau hinschauen, um anhand des braunen Laubknäuels an der zweiten Stangen von hinten gesehen die Nestlage zu finden. Man hat fast den Eindruck, dass der Zaunkönig das Nest gegen die Schwerkraft erbauen konnte. Er ist natürlich ein Leichtgewicht mit etwa 9 Gramm Körpergewicht, so dass diese Aufhängung gereicht haben sollte. Trotzdem ein richtiger Nestbauhammer, das finden Sie sicherlich auch.
Vielen Dank Nadine Lienhard-Blum und Edmund Zeiser für die Möglichkeit, die besonderen Zaunkönignester zu sehen und über sie zu schreiben.
Liebe Bürgerpostleser, vor kurzem schaute ich nach, ob der Schwalbenturm am neuen Standort am Mühlkanal im dritten Jahr der Umsiedlung von Mehlschwalben besiedelt wird. Leider ist das wiederum nicht der Fall. Dann schaute ich unweit davon nach einer zehn Nester umfassenden Kolonie unterm Dach, dort waren die Nester besetzt. Die jungen Schwalben waren noch nicht geschlüpft. Trotzdem hörte ich unterm Dach Jungvögel Gepipse und war kurz irritiert. Aber nicht lange. Erkennen Sie die Ursache? Ein Blaumeisenpaar hat ein Mehlschwalbennest besetzt. Das ist doch der Hammer, finden Sie nicht auch?
Dass Meisen in Briefkästen brüten, habe ich schon mal aus dem Glottertal beschrieben. Auch andere erstaunliche Wohnhöhlen wie Wasserpumpen und Öffnungen von Verkehrsschilderrohren sind schon benutzt worden. Aber dass sie Mehlschwalbennester beziehen, das habe ich noch nicht erlebt oder gehört. Vielleicht Sie als Leser. Wenn ja, bin ich über eine Rückmeldung dankbar.
heute möchte ich vor allem durch Bilder aufmerksam machen, was für eine Vielfalt von Käfern es bei uns gibt, wie farbenprächtig sie sind und in der Größe sehr unterschiedlich. Das Bild vom Blauvioletten Scheibenbock schickte mir Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg. Haben Sie den schon einmal gesehen?
Blauvioletter Scheibenbock
Unten ein Zweifleckiger Zipfelkäfer, den ich Gott sei Danke mit seinen sechs Millimeter Größe gesehen habe auf einer Schnittlauchblüte. Haben Sie den schon gesehen?
Zweifleckiger
Zipfelkäfer
Die Käfer unten sah ich beim empfehlenswerten Rundgang um den Linachtalstausee.
Fichtenrüsselkäfer
Flohkäfer
Der Rüsselkäfer ist wahrscheinlich ein Fichtenrüsselkäfer. Ein toller Hecht finde ich. Der kleine Kerl daneben ist nur drei Millimeter groß, deswegen heißt er wahrscheinlich Flohkäfer.
Das nächste Bild zeigt einen Großen Blasenkäfer, sieht der nicht auch herrlich aus? Zu guter Letzt sieht man auf einen roter Käfer, er ist auch relativ klein. Es ist das Maiglöckchenhähnchen.
Großer Blasenkäfer
Maiglöckchenhähnchen
Wenn man übrigens auf das Foto klickt, öffnet es sich in größer in einem neuen Fenster. Viel Freude an den Bildern.
heute geht es um die Lösung der Rätselfrage vom letzten Mal, um was für einen Vogel es sich auf den Bildern handelt. Edmund Zeiser aus Zimmern unter der Burg hat mir dankenswerter Weise nachfolgende Bilder geschickt. Von Ihnen als Leser kamen einige Rückmeldungen, Falke, Wanderfalke, (junger) Baumfalke, Merlin, Gleitaar und eine Würgerart wurden genannt. Leider ist keine Antwort die richtige.
Weil der Vogel etwas außergewöhnlich aussieht, habe ich ihn einigen Fachleuten geschickt. Sie kamen zu der Einschätzung, dass es kein einheimischer Vogel ist, sondern einer, der aus einer Voliere, einem Zoo oder einer Falknerei ausgebrochen ist. Da stockt einem doch der Atem, kein einheimischer Vogel. Es gab einige Erklärungsversuche für Greifvögel aus dem Ausland, aber es passte nicht zusammen.
Die Ansicht, dass es sich um einen geflohenen Vogel handelt, brachte mich auf die Idee, bei Falkner Franz Ruchlak in Löffingen-Bachheim nachzufragen. Wie aus der Pistole geschossen schrieb er: „Das ist kein Flüchtling, sondern ein einheimischer Greifvogel. Es ist ein alter, schön ausgefärbter Sperber, ein Männchen, Sprinz genannt“. Die Betonung liegt auf alt, Franz Ruchlak schätzt ihn auf sieben bis neun Jahre und dass Sperber so alt werden, sei durch ihre kamikazeartigen Jagdmethode eine Rarität. Das heißt, dass man solch gefärbte Sperber nur sehr selten zu sehen bekommt und deswegen kein „Bild“ von ihnen hat. Das besondere an der Färbung ist die weiße Vorderseite, die normal gesperbert ist und die helmartige Kopffärbung. Franz Ruchlak ist passionierter Falkner von Kindesbeinen an und ist Anlaufstelle für verletzte Greifvögel. Über 60 habe er im letzten Jahr betreut. Dadurch hat er einen reichen Erfahrungsschatz über Details ihres Aussehens.
Vielen Dank Franz Ruchlak für die interessante Rätsellöung, vielen Dank Ihnen für Ihr Mitmachen.
sind das nicht eindrucksvolle Bilder, die mir Gabriele Schroll aus Mundelfingen geschickt hat? Haben Sie so etwas schon einmal gesehen? Ich nicht und Gabriele auch nicht.
Wissen Sie, wer einen Soforttreffer gelandet hat? Google lens. Da war ich erstaunt. Ich weiß nicht, ob da KI schon Anwendung findet. Google lens verwies mich auf: https://g.co/kgs/DbtKjpt.
Es ist der Weißdorn-Gitterrost. Das besondere an ihm ist, dass er zu den wirtswechselnden Rostpilzen gehört. Erkennen Sie, welcher Busch auf den Bildern befallen ist? Nein, nicht der namensgebende Weißdorn, sondern ein Wacholderbusch im Garten von Gabriele. Dort überwintert er und bildet Sporen, die im Frühjahr die jungen Blätter, Triebe, sowie Blüten- und Fruchtstände von Weiß- und Rotdorn befallen. Hier werden im Sommer wiederum Sporen gebildet, die den Wacholder infizieren. Interessant ist, dass ein befallener Wacholder dauerhaft infiziert bleibt, während Weiß- und Rotdorn jedes Jahr aufs Neue infiziert werden müssen. In den letzten Jahren tritt der Weißdorn-Gitterrost immer häufiger auf.
Ist dieser Wirtswechsel nicht ein absoluter Hammer?
Was die Bilder zeigen, sind die gelborangen Sporenlager, die ein bis zwei Zentimeter groß sind. Diese stehen dicht an dicht, weshalb ganze Zweigpartien sehr schön verfärbt sind. Im regenfeuchten Zustand wird das ganze gallertartig. Wieder eine tolle Geschichte.
Vielen Dank Gabriele Schroll für die Bildüberlassung und die Artikelermöglichung.
heute kommt etwas Nettes mit doch erstaunlichem Hintergrund. Christiane Willmann vom Lohrenhof in Titisee-Neustadt-Schwärzenbach hat zu Ostern Plastikeier draußen im Haselnussstrauch aufgehängt, ich denke, wie viele von uns. Dann musste Sie aber leider feststellen, dass die netten kleinen weißen Eier auf dem Boden lagen.
Von zwölf Eiern passierte das bei acht, das heißt, bei 2/3 wurde die Halteschlaufe geöffnet. Sie stellte schon die wagemutigsten Vermutungen an, wer da wohl der Übeltäter sei. Ihre Vermutungen reichten von ihren Hühnern, über ihre Katzen bis zu guter Letzt zu einem Fuchs. Ihre Kinder und ihren Mann hat sie jedenfalls nicht verdächtigt.
Auf dem Bild ganz oben sieht man ein Ei mit ganzem Band und drei beschädigte. Mann oh Mann, wer macht denn so etwas?
Zwei Bilder stellte Christiane in den Status und ich wurde neugierig. Sehen Sie was los ist? Blaumeisen hacken an den Schlaufen. Die Übeltäter sind gefunden, jetzt bleibt nur noch die Frage, wieso? Ahnen Sie es schon? Ich frug Christiane, ob es in der Nähe Meisenkästen gäbe, „ja klar, einige“ sagte sie. Dann war mir der Fall klar. Die Blaumeisen müssen erkannt haben, dass das Schnurmaterial etwas ist zum Auspolstern Ihres Kastens. Ganz schön clever muss man sagen, finden Sie nicht auch? Die bunten Eier blieben alle hängen, weil die Bänder aus Stoff und Plastik waren, für die Meisen nicht zu gebrauchen. Mir fiel eine Situation vor einigen Jahren auf unserer Terasse ein, als Blau- aber auch Tannenmeisen das Vlies um die Tontöpfe zum gleichen Zwecke einsammelten, siehe Bild unten. Vielen Dank Christiane für die Bereitstellung der Bilder und die Freigabe des Textes.
nun, wie angekündigt, die Auflösung des Bilderrätsels unten. Es gingen erfreulicher Weise einige Lösungsvorschläge ein, die ich erwähnen möchte: „Ein Jungspinnennest, es könnte von Hornissen stammen, es sehe aus wie Gewölle, es sei Schafwolle, in die sich irgendwelche Käfer reingebohrt haben, und es sei ein Eichenprozessionsspinnernest“. Zwei Antworten waren fast richtig, aber nicht ganz: „Dieses Gebilde kommt uns sehr bekannt vor. Hatten wir auch schon mal in einem Nistkasten. Wurde uns von einer befreundeten Zoologin als Wachsmotte bestimmt“. Dies schrieben Gabi und Hartmut Ebenhöh aus Unterkirnach. Frau Dr. Ulrike Guttenberger schrieb ähnlich, „das erinnert mich an ein Gespinst von Wachsmotten in einem vernachlässigten Bienenkasten. Auf jeden Fall sind es Kokons von irgendwelchen Maden oder Raupen, die zum Teil verlassen sind“.
Prima, fast zwei Volltreffer, weil das Rätselbild mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einer bestimmten Mottenart gehört, nämlich zur Hummelwachsmotte auch Hummelnestmotte genannt. Wie erwähnt, wurde das Gebilde vor kurzem beim Reinigen eines Höhlenbrüter-Vogelkastens entdeckt und befand sich am Inneren des Daches. Nun, Folgendes dürfte sich zugetragen haben: Entweder sind Hummeln oder Wespen Erstbesiedler des Kastens gewesen oder Nachmieter nach einer Meisenbrut. Die erwachsenen Hummelwachsmotten sind Kleinschmetterlinge, nachtaktiv und spüren Hummel- und Wespennester durch ihren Geruchssinn auf. Ist das nicht hammerhart? Die Eiablage erfolgt dann im unmittelbaren Nestbereich. Die jungen Raupen schlüpfen bereits nach wenigen Tagen. Sie ernähren sich in den Nestern sowohl von Abfällen aber auch zu einem großen Teil räuberisch von der Brut. Die Raupen leben dabei gesellig und überziehen ihre Fressbereiche mit einem dichten Gespinst, das Schutz vor den Hummeln bzw. Wespen gewährt. Auch wieder ein Hammer. Dieses Gespinst wird kontinuierlich weiter ausgebaut, so dass immer größere Bereiche des Nestes abgetrennt und von den Raupen der Hummelnestmotte übernommen werden. Also ein klassische feindliche Übernahme. Die isolierte Brut wird gefressen. Die erwachsenen Raupen verpuppen sich gesellig innerhalb oder in der Nähe des Wirtsnestes. Die einzelnen Kokons liegen dicht aneinander und sind miteinander versponnen. Die Art zählt zwar zur Unterfamilie Wachsmotten, sie benötigt aber im Gegensatz zu den beiden verwandten Arten Große Wachsmotte und Kleine Wachsmotte kein Wachs für die Entwicklung. Also ich muß sagen, das ist wieder eine Meisterleistung aus der Natur und ich bedanke mich ganz herzlich beim anonymen Spender für die Überlassung dieses Gebildes.
Vielen Dank auch fürs Mitmachen, es hat mich sehr gefreut.