Hieronymus Kapitel 24

Hieronymus Kapitel 24

11. November 2020 0 Von Hannah Miriam Jaag

Rückblicke
Neugestaltungen und Abschied
Nach den Mühen des Tages

Vierundzwanzigstes Kapitel in unserer Podcast Reihe, gelesen aus dem Hieronymus von Lucian Reich:

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Im letzten Kapitel geht Lucian Reich wieder auf die Verfolgung und Ermordung der Jenischen ein.

Geschärft ward allenthalben das Schwert der Kriminaljustiz. Die Waage in der Hand des Richters muß empfindlich im höchsten Grade gewesen sein, denn das geringste Gewichtsteilchen von Schuld reichte hin, die Schale des Missetäters hoch hinaufzuschnellen. Lange war der Name des Schultheißen Schäfer zu Sulz am Neckar der Schrecken aller Landfahrer. Man erzählt sich heute noch, daß Hunderte jener armen Teufel durch den gestrengen Richter von Rechts wegen dem Henker überliefert worden seien.

Über den nach Lucian Reich schlimmsten Inquisitor, den Schultheiß Schäfer zu Sulz am Neckar, konnte ich leider nichts finden.

Auch über die Jenischen selber läßt sich heute nur noch wenig finden, da von den Überlebenden der Verfolgungen um die Jahrhundertwende (1780-1810) wohl viele in der Anonymität Zuflucht gefunden haben.

Jenische Familien wurden später von den Nazis verfolgt und ermordet und sie sind in Deutschland, im Gegensatz zur Schweiz, bis heute nicht als als nationale Minderheit anerkannt.

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Im Frieden von Lunéville hatte Österreich auf die linksrheinischen deutschen Gebiete verzichtet. Das Haus Fürstenberg war nicht dem Rheinbund beigetreten. *

Als Feldmarschall Leutnant Fürst Karl Aloys von Fürstenberg am 25. März 1799 bei Liptingen gefallen war, hatte seine Gemahlin, Elisabeth Fürstin zu Fürstenberg, Prinzessin von Thurn und Taxis die Vormundschaft über ihren Sohn, den 1796 in Prag geborenen Prinzen Karl Egon II.. *

So zogen wohl 1804 die fürstenbergischen Truppen auf immer aus Hüfingen ab und Hüfingen wurde Teil der Rheinbundstaaten und des Großerzogtums Baden. *

In Baden wurden Rekruten durch Konskription ausgehoben.

Was vielleicht interessant ist, ist die Konskription und der Aufstand von 1806 in Hüfingen

Schon im Oktober 1806 fand auch in der Baar die erste Truppenaushebung nach der Eingliederung in das Großherzogtum Baden statt. Sie stieß in der Baar auf Widerstand, der in verschiedenen Gemeinden zu Behinderung der Konskription und zu offenem Aufruhr führte. ….

…Am 26. Oktober hatten sich Bauern und Bauernsöhne aus Mundelfingen, Hausen vor Wald, Behla, Riedböhringen und anderen Orten zusammengerottet – sogar in Donaueschingen habe es gespuckt – , waren in Hüfingen vor das Schloß gezogen, um mit Bengeln und Prügeln bewaffnet einige Beamte der Donaueschinger Regierung aufzusuchen.

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* Chronik Hüfingen von August Vetter (1984) Seite 260 ff

Wir freuen uns über mehr Erkenntnisse zu diesem Podcast in den Kommentaren!

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