Lärmaktionsplanung

27. Juli 2021 von Bruno und Hildegard Eichinger – Anlieger der Schaffhauser Straße

Bei der Vorstellung des Sachstandes zur Lärmaktionsplanung 2015 wurde durch das Büro Möhler u. Partner festgestellt, dass in Hüfingen viele Bürger gesundheitlich bedenklichem Lärm ausgesetzt sind. Als sinnvolle Maßnahme wurde zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung geraten. Ein Tempolimit von 30 km/h auf Durchgangstraßen würde eine Reduktion des Lärms von 2 – 3 dB bringen. 3 dB weniger bedeuten eine Halbierung des wahrgenommenen Lärms.

Leider wurden die erhofften Tempo-30-Zonen auf sämtlichen Durchgangsstraßen von der Mehrzahl des Gemeinderates abgelehnt. In Aussicht gestellt wurde aber laut Zeitungsbericht vom 15.02.2015 die Schaffhauser Straße nach Beendigung der Baumaßnahmen für Tempo 30 vorzubereiten.

Während der 6 monatigen Bauzeit konnten wir Anwohner endlich einmal die Abendstunden und die Wochenenden ohne anhaltenden Verkehrslärm erleben, die Ruhe im Garten genießen, bei geöffnetem Fenster schlafen und relaxen.

Inzwischen sind zwei Bauabschnitte in der Schaffhauser Straße fertig gestellt, der gemeinsame Rad-Fußweg nördlich, sowie der Fußweg südlich planmäßig angelegt und die Fahrbahn auf 6,75 m verengt. Die Fahrbahnverengung und leichten Verschwenkungen tragen kaum zu verringerter Geschwindigkeit bei. Gerast wird weiterhin.

Die Auswertungen über die Geschwindigkeitsmessungen in einem bestimmten Zeitraum in der Schaffhauserstraße lagen immer unter 50 km/h und deshalb sieht die Straßenbehörde keine verkehrsrechtlichen Maßnahmen für erforderlich. Wir können aber beobachten, dass dieser Wert nur dadurch erreicht wird, weil viele zu schnelle Fahrzeuglenker vor der Messanlage abbremsen und somit die überhöhte Geschwindigkeit nicht angezeigt wird.

Auch muss man feststellen, dass die Anlage keine oder drei verschiedene Werte anzeigt, die sich bis zu 20 km/h verringern, während die Fahrzeuge vorbeifahren. Auch der Schwerlastverkehr aus den hiesigen und umliegenden Gewerbegebieten kann ungehindert fließen. (Hausener Kreuzung ist sehr großzügig gestaltet). Die Gewerbegebiete werden ständig erweitert und vergrößert und somit ist auch mit immer mehr Verkehrsbelastung von LKW’s zu rechnen.

Die höchsten Lärmemissionen werden von schweren Lkw (84 dB) schwere oder alte Traktoren (91 dB) und Motorrädern (über 77dB) verursacht. Traktoren und Motorräder, die auch an Wochenenden und Feiertagen fahren, sind um das mehrfache an Lärm von weitem und auch bei geschlossenen Fenstern deutlich zu hören.

Diese Werte sollten bei einer Lärmerfassung mit einfließen.

Am 25. Juli 2017 haben wir von 6 Uhr früh bis abends 20 Uhr zwischen Hausener- und Dögginger Straße in beiden Fahrtrichtungen insgesamt 11543 Verkehrsbewegungen gezählt.

Zählwerte der Fahrzeugarten:

95 Fahrräder / 50 motorisierte Zweiräder / 10.440 PKW / 66 Omnibusse / 363 Kleinlastwagen / 161 Kleinlaster / 190 Sattelschlepper / 98 Kieslaster, Betonmischer / 15 Schwertransporter / 33 Sonderfahrzeuge / 12 landwirtschaftliche Fahrzeuge

Noch wirkt sich die Corona-Krise auf die Verkehrsbewegungen aus.

Wenn jedoch Nachtfahrtverbote aufgehoben sind, Geschäfte und Gaststätten wieder öffnen, Schulen wieder zum Normalbetrieb übergehen wird auch der Verkehr sich normalisieren und der Lärmpegel wieder hochschnellen. Für die nächsten Jahre wird ein großer Zuwachs von LKW und Kleintransporter prognostiziert und somit die Lärm- und Schadstoffbelastung erheblich steigen. So ist zu hoffen, dass weitere Maßnahmen zur Lärmreduzierung erfolgen und umgesetzt werden!

3 Millionen verzockt und kein bisschen Demut

06.05.2021 von Kerstin Skodell, Fraktionsvorsitzende der SPD Hüfingen

Die Stadt Hüfingen ist eine der allerletzten Kommunen, die am 5. Januar Festgeld bei der Greensill Bank angelegt haben. Ein Zeitpunkt wo jeder Laie schon im Internet über die Schieflage der Greensill Bank recherchieren konnte.

Greensill war längst nicht mehr im A Rating, wie das die vom Gemeinderat beschlossenen Anlagerichtlinien der Stadt fordern, sondern längst in Rating B. 

Man fragt sich: „Wozu eigentlich kauft die Verwaltung auch noch den Rat eines sogenannten Finanzdienstleisters ein, wenn sie selbst das Rating der Bank problemlos nachschauen und im Internet längst die bedenklichen Kommentare zu dieser Bank lesen konnte?“

Wenn wir uns die Verzinsung dieser beiden Geldanlagen ansehen stellt sich die Frage was die Verantwortlichen dabei gedacht haben 3 Millionen. für 0,00-0,05 % Zins, überstürzt und ohne professionelle Recherche, in eine unsichere Bank anzulegen, um einen „Kleckersbetrag“ von Strafzinsen zu sparen.“ Das hätte die wenigen Tage um die Jahreswende bei 3 Millionen, wenn überhaupt einen Minuszins von nicht einmal 500 € ausgemacht. Es wäre dann Zeit genug gewesen sich in Ruhe mit dieser Anlagesituation auseinanderzusetzen.

Die Zinssituation stellt uns schon seit der letzten Finanzkrise 2008 vor Herausforderungen. Das kann aber doch keine Entschuldigung für überstürzte und unüberlegte Anlagengeschäfte sein. Der Bürgermeister rühmt sich mit Zinserträgen von 11.6 Millionen. seit dem Jahr 2000. Davon ist aber nur ein Minimum in seiner Zeit seit 2017 entstanden. Der allergrößte Teil wurde in Zeiten seines Vorgängers erwirtschaftet. Ja, eine 100 % Sicherheit gibt es nie. Die gab es aber in den vergangenen Jahrzehnten auch nie! Es gab aber Bürgermeister, die sich mit diesen Anlagegeschäften intensiv beschäftigt haben.

Die SPD Fraktion hat bereits am 13. März mit einem Schreiben an den Landrat die Rechtsaufsichtsbehörde um eine kommunalrechtliche Stellungnahme zu diesem Vorfall gebeten. Die Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, dass das Geschehene transparent und gerecht aufgearbeitet wird.

Es ist auch das Recht des Gemeinderates vom Bürgermeister, eine aktuellen Stand der Liquidität und der Geldanlagen anzufordern; „Was ist wo – wieviel – bis wann – zu welchen Konditionen angelegt,“ Das haben wir bereits im Januar beantragt und mussten es später erneut anmahnen. In der dann erst spät vom Bürgermeister gelieferten Aufstellung hat, man höre und staune, die Greensill Bank gefehlt. D.h. der Bürgermeister hat den Gemeinderat hinters Licht geführt. Das ist unglaublich und fördert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in keiner Weise.

Wir müssen auch festhalten: Der Informationsfluss an die Bürgerinnen und Bürger verlief von Seiten der Verwaltung zu langsam. Am 16. März hat der Bürgermeister die erste Pressemitteilung rausgegeben. Bereits am 3. März war die Schließung der Greensill Bank öffentlich. Es gibt andere Beispiele, wie Information besser laufen kann. Und dann: Zuerst einen Schuldigen suchen und dann erst an die Öffentlichkeit gehen ist nicht die feine Art. Von einem Bürgermeister, der Chef der Verwaltung ist, erwarten wir hier etwas Anderes. Der Chef trägt immer die Verantwortung. Intern kann dann hinterfragt werden, wie es zu so einem fatalen Fehler kommen kann. Daraus können sich dann neue Arbeitsanweisungen oder verwaltungsinterne Richtlinien ergeben. Aber nicht die öffentliche Brandmarkung des Angestellten mit der geringsten Verantwortung.

Wie hoch sind die Kosten, des beauftragten Rechtsanwaltbüro, um eventuell noch an Teile der fehelenden Gelder zu kommen? Das wollen wir wissen.

Weitere Fragen auf die wir bisher keine Antwort erhalten haben:

  • Welche Externen Berater sind hinzugezogen worden und wie hoch sind die Kosten?
  • Wer hat mit wem bei der Sparkasse, deren Miteigentümer die Stadt ist, über diese Geldanlagen und ihre Problemlösungen gesprochen?
  • Wer hat mit wem bei unserer regionalen Volksbank, mit der wir ebenfalls enge Beziehungen haben, sich zu diesem Sachverhalt beraten? 
  • Wie hoch sind die Kosten für die Berater, die in der Gemeinderatsitzung uns und die Bevölkerung besänftigen sollten?

Fazit:

3 Millionen schmerzen und werden der Stadt Hüfingen noch lange anhängen.

Es muss eine Lösung gefunden werden, wie in Zukunft so eine Misere möglichst nicht mehr vorkommt.

Ein Teil dieser Lösung werden überarbeitete Geldanlage-Richtlinien sein.

Wobei hier ganz klar ist: der Gemeinderat gibt die Richtlinien vor.

Der Gemeinderat wird und kann nicht in die innere Organisationshoheit des Bürgermeisters in der Verwaltung eingreifen. D.h. Hinweise wer innerhalb der Verwaltung was zu machen hat obliegt, nach der GemO, dem Bürgermeister als Chef der Verwaltung und nicht dem Gemeinderat.

Weder der Gemeinderat als Gremium, noch einzelne Verantwortliche gehören in die Richtlinien, die der Gemeinderat der Verwaltung als Arbeitsgrundlage gibt. Hier benötigen wir einen besseren, brauchbaren Entwurf.

Sowohl nach der Richtlinie von 2018 wie nach der Gemeindeordnung (GemO) liegt die Verantwortung automatisch mindestens beim Kämmerer. Er ist als Amtsleiter Vorgesetzter im Rechnungsamt zu dem auch die Kasse gehört. Das gilt insbesondere, wenn man weiß, dass der Hüfinger Kämmerer auf Vorschlag und Drängen von Bürgermeister Kollmeier höher bezahlt ist, als das in Gemeinden unserer Größenordnung üblich ist. Abgesehen davon kann und darf sich ein Bürgermeister in der Größenordnung von Hüfingen hier auch in der Sache nicht der Verantwortung entziehen. Bei Geldgeschäften in dieser Größenordnung muss sich der Bürgermeister, nach unserer Auffassung, auch um Details in der Sache kümmern. Das waren wir in der Vergangenheit anders gewohnt.

Und eines geht gar nicht: einen untergeordneten Angestellten öffentlich an den Pranger stellen. Da machen wir nicht mit!

Wenigstens ein bisschen Demut und mea culpa hätte man vom ersten Mann in der Stadt erwarten dürfen.

SPD Fraktion fordert: Sanierung „Aquari“ jetzt!

01.05.2021 von Kerstin Skodell

In Hüfingen ist das Hallenbad zu; Mitarbeiter sind gekündigt oder weitegehend in Kurzarbeit. Während das kleine Unterkirnach sein Hallenbad „Aqualino“,trotz der unsicheren Aussichten durch die Pandemie, renoviert und mit einem neuen innovativen Konzept am 7. April mit Gesundheitsangeboten startet, steckt die Hüfinger Verwaltung dagegen seit langem in einer Hallenbadstarre.
In die Renovierung unseres Familienbades „Aquari“ hätte, gerade in der pandemiebedingten Stilllegung des Schwimmbetriebes und der Sauna, investiert werden können. Das Geld wäre für die Infrastruktur in Hüfingen besser angelegt gewesen, als bei der Greensill Bank. Nach der Coronapandemie wäre dann die Hallenbadsanierung kein Thema mehr gewesen. Aber da werden die Dinge vom Bürgermeister lieber auf die lange Bank geschoben. Auch das führt, wie manch Anderes, zum Stillstand unserer Stadtentwicklung.
Die SPD Fraktion fordert nun endlich Handeln seitens des Bürgermeisters in Sachen Hallenbad. Das Hallenbad ist sanierungsfähig, es muss nicht neu gebaut werden! Es bedarf auch keiner 20 Millionen. Wie der Bürgermeister diese Zahlen herbei rechnet ist uns schleierhaft. Oder steckt dahinter die Absicht unseren Schülern den Schwimmunterricht, der Bevölkerung ihre Gesundheitsaktivitäten und den Familien ein Stück Freizeitgestaltung wegzunehmen?
Noch gibt es Zuschüsse für eine Hallenbadsanierung. Der Standort direkt am Schulcampus ist im Schwarzwald-Baar-Kreis einmalig. So geht man nicht mit geschaffenem infrastrukturellem städtischem Gut um.

Bolz- und Spielplatzüberwachung in Coronazeiten

21.04.2021 von Martin Held

Merke: Durch Corona ist die Benutzung der Bolz- und Spielplätze in Hüfingen und den Ortsteilen untersagt Damit man das nicht täglich kontrollieren muß empfiehlt sich die Benutzung als Lager- und Produktionsplatz.

Seit mehr als 4 Jahren wird der Bolz- und Spielplatz in der Alpenstraße durch die Lagerung von Rohren für die Fernwärme verunstaltet. Da jetzt neues Material angekommen ist, das fast die Hälfte des Bolzplatzes benötigt, dürfte der Beginn der Bauarbeiten für die Erweiterung des Fernwärmenetzes anstehen. Die Rohre werden auf dem Bolz- und Spielplatz bearbeitet und dann per altersschwachem und umweltfreundlichen Unimogs an die Verlegestelle durch das halbe Dorf transportiert. Und das Rohr für Rohr.

In unmittelbarer Nähe der Baustelle hat die Gemeinde eigenes Gelände, auf dem die Rohre samt Zubehör gelagert werden könnten. Auch die Verarbeitung der Rohre würde hier keinen stören und der Verlegefirma Zeit und Geld sparen.

Sondersteuer für erneuerbare Energie

Daß das Fernwärmenetz in Mundelfingen weiter ausgebaut wird dürfte auch die Stadtkasse freuen.

Durch die Sondersteuer für den Ortsteil Mundelfingen bei der Nutzung der erneuerbaren Energie als Fernwärme erhebt die Stadt eine Sondersteuer von 6%, nicht nur auf den Wärmebezug sondern auch auf die Bereitstellungskosten. Ich denke aber, die Betreiberfirma hat die neuen Anschlußinhaber der Fernwärme auf diese Sondersteuer informiert damit es kein böses Erwachen gibt.

Erste Auswirkungen der schlampigen Bankgeschäfte der Stadt Hüfingen

30.03.2021 von Martin Held

Ich hoffe, die Gemeinderäte der Stadt Hüfingen ziehen die notwendigen Schlüsse aus den skandalösen Bankgeschäften und handeln dementsprechend.

Nun, wie ich jetzt feststellen konnte arbeitet die Stadt Hüfingen jetzt schon an der Aufarbeitung der Verlustgeschäfte.
Auf ganz perfide Art werden jetzt die Gebühren erhöht.
In der Mitteilung über die Vorauszahlung für die Wasser- und Abwassergebühren wird die Niederschlagswasser-Vorauszahlung pro m² mal eben von € 0,29 auf € 0,56 /m² erhöht. Das entspricht einer Gebührenerhöhung von 93,1 %. Nur, was ist der Grund für diese Erhöhung? Da sich die Stadtverwaltung darüber ausschweigt die Bürger nicht informiert, gehe ich davon aus, dass hier auf den Schultern der Bürger die mangelnde Sachkenntnis bei Geldanlagen abgeladen werden soll.

Muss ich jetzt bei jeder Mitteilung der Stadt einen Rechtsanwalt beauftragen, diese Mitteilung zu prüfen oder kann mir sonst jemand helfen, das Handeln der Stadtverwaltung Hüfingen zu verstehen?

Stellungnahme zu Greensill

Stellungnahme Michael Steinemann, BFSO/DIE GRÜNEN-FRAKTION zu den aktuellen Geschehnissen.

Der Greensill-Vorfall betrifft uns alle und geht uns alle etwas an! Bürgerschaft, Gemeinderat, Verwaltung, Unternehmen, Vereine: Wir zahlen alle Steuern, Gebühren und Abgaben, welche für unseren Wohlstand sorgen und den wir auch der späteren Generation mit auf den Weg geben möchten.

Mit unserem aktuellen Wissen stufen wir das Verwaltungshandeln in diesem konkreten Fall als unverantwortlich ein, welches es zu hinterfragen gilt, da die Greensill Bank bei Abschluss der Anlage bereits seit drei Monaten für jeden ersichtlich ein BRating hatte. Das hätte man nur schnell im Internet recherchieren müssen. Ob dies rechtlich an einer einzigen Person festzumachen ist, können wir nur schwer beurteilen, dies muss die Kommunalaufsicht überprüfen. Wir stehen hier im Austausch mit dem Landratsamt. Es ist aber für uns selbstverständlich, dass die Verwaltungsspitze eine besondere Verantwortung für das Handeln im Rathaus trägt. Da ist es schon verwunderlich, dass nun mit dem Finger auf den „kleinen Mitarbeiter der Stadtkasse“ gezeigt wird. Wir müssen alle Geldanlagen auf Ordnungsmäßigkeit überprüfen, solange ist auch keiner der Beteiligten schuldig oder unschuldig. Als Stadträte sind wir dem Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger und dem Wohl unserer Stadt verpflichtet. Und mit diesem Vorgehen wurde leichtfertig mit diesem Wohl gespielt.

Zum Thema Transparenz: Es wäre sinnvoll, schnellstmöglich den gesamten Gemeinderat mit den im Vorfall beteiligten Akteuren einzuladen um auf denselben Wissensstand zu kommen. Außerdem halten wir eine zentrale Einwohnerversammlung, vielleicht in der Stadthalle oder Aubachhalle, für ratsam um die Bevölkerung offiziell über das Geschehen und das weitere Vorgehen und Konsequenzen zu informieren. Nur so lässt sich die Debatte vielleicht noch einfangen und den Imageschaden der Stadt, der sicher schon gelitten hat, eindämmen. Wir Stadträte müssen uns aber auch hinterfragen. Wir müssen künftig noch kritischer werden und Prozesse durchleuchten. Wichtige Entscheidungen, wie die Anpassung der Kindergartengebühren oder eben hohe Anlagen, sollten künftig wieder vom gesamten Gemeinderat entschieden werden. Unsere Vorgänger im Amt haben es sich leider zu einfach gemacht und die Verantwortung teilweise ausgelagert. Wie bereits kommuniziert freuen wir uns -insbesondere als jüngste Fraktion-, wenn wir künftig für unsere Gemeinderatsarbeit relevante Unterlagen zeitnahe und unaufgefordert von der Stadtverwaltung erhalten. Wir üben diese Tätigkeit ehrenamtlich aus und nehmen diese auch gerne und pflichtbewusst wahr. Es ist jedoch mühselig, wenn man sich zu oft in einer Holschuld sieht. So haben die Mitglieder unserer Fraktion die städtischen Anlagerichtlinien erst am 11. März 2021 auf unsere Bitte hin erhalten.

Grundsätzlich muss man sich auch die Gewinnmaximierungsstrategie der Stadt hinterfragen. Müssen Bauplatzpreise, Steuern und Gebühren immer höher werden, wenn man doch offenkundig gar nicht weiß, wo man das Geld sinnvoll investieren kann. Wir sprechen uns für eine Entlastung unsere Bürgerschaft und Unternehmen aus. Wir sind hierbei zur konstruktiven und selbstkritischen Diskussion bereit.

Wir hoffen und gehen davon aus, dass Sie unsere Punkte berücksichtigen bzw. entsprechend umsetzen, damit weiterer Schaden von der Stadt abgewendet werden kann.

Wo ist der Platz für unsere Tier- und Pflanzenwelt?

Von Andrea Mettler aus Riedöschingen am 27. März 2021

Der Flächenfraß schreitet voran, in Fürstenberg verwandelt sich bald eine Streuobstwiese in ein Neubaugebiet.

In Zeiten des Klimawandels, der Erderwärmung und des Waldsterbens, sowie des Vogel – und Insektenschwundes sind Sträucher und Hecken, sowie alle Bäume auf öffentlichen und privaten Flächen, schutzbedürftig und schutzwürdig

Dieser Baumbestand muss unbedingt erhalten bleiben

Wir brauchen die Natur. Lassen wir die Bäume für uns ihre Arbeit verrichten: Sie filtern Staub, reinigen und befeuchten die Luft, nehmen Kohlendioxid auf und schenken uns Sauerstoff zum Atmen; Bäume sind Lebensraum und Nahrungsquelle für die gefährdeten Insekten, Vögel und andere Tiere. Sie fördern unser Wohlbefinden, tragen erheblich zu einem attraktiven Stadtbild bei und machen auch euer Dorf schöner.

Und wie sollen wir es in den Sommern der Zukunft draußen aushalten ohne die Schatten der Bäume?!

Deshalb mein Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: „Bewahren was noch übrig ist!“ Das „alte“ Argument, wir pflanzen wieder, hat ausgedient. Wir können nicht 20, 40, 60 Jahre auf das Wachsen der jungen Bäume warten.

Der Klimawandel ist vielleicht in den Köpfen angekommen, aber weder auf öffentlicher noch auf privater Seite wird dementsprechend gehandelt. Wann steht der Umwelt – und Naturschutz endlich an erster Stelle?

 Es ist nicht nur ein Baum der gefällt wird, sondern einer von vielen. Es ist nicht nur ein Neubaugebiet, sondern eines von vielen. Ein Umdenken ist unbedingt erforderlich! 

Wieviel Leben ist in einem Birnbaum?

Von Realität und Feingefühl weit weg

16. März 2021 von Frank Meckes

Nachdem die Öffentlichkeit darüber informiert wurde, dass unsere Stadt in eine kritische Geldanlage investiert hat, traute ich meinen Augen kaum, was ich da zu lesen bekam. Dabei obliegt es mir nicht, zu beurteilen, ob eine Geldanlage gut oder schlecht ist, ob hier ein Versagen vorliegt oder Fahrlässigkeit. Viel schlimmer wiegt aus meiner Sicht, dass sich dazu ein Fraktionsvorsitzender bemerkenswert zitieren ließ. Der Sprecher der FDP/FW/UWG hat sich dazu hinreißen, zu beklagen, was man mit dem Geld hätte alles machen können. Beispielsweise das erlassen von Kita-Gebühren für 2 oder 3 Jahre. Lieber Herr B., eine Aussage, die ein Schlag ins Gesicht für alle Eltern bedeutet, die sich seit vielen Jahren einer enormen Kostensteigerung in den Kitas der Stadt beugen müssen. Auch wenn stets behauptet wird, dass man nur der Empfehlung des Städte- und Gemeindetages folgt, habe ich von keiner Partei den wirklichen Willen verspürt, hier eine Bremse einzulegen. Viel zu parat hat man immer wieder Argumente, die einem die Begründung für eine Gebührensteigerung so leicht machen. Doch seit über 10 Jahren, gab es keine Bremse bei der Gebührenfestsetzung. Da klingt der Erlass von Gebührenerhöhungen schon wie Hohn. Jetzt, wo das Geld weg zu sein scheint. Und Geld, das weg ist, mit absurden Vorstellungen von Verwendung zu versehen, deutet auf wenig Feingefühl und Fähigkeit Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. So leid es mir tut.

Fondsgesellschaft mit angeschlossener Stadtverwaltung

16. März 2021 von Kurt Kammerer

Auf der Jagd nach Zinsen in einer zinslosen Zeit hat die Stadt Hüfingen wohl drei Millionen Euro ihrer Bürger in Anlagegeschäften mit der Greensill Bank verloren. Hätte die Stadt tatsächlich Risikominimierung betrieben wie vom Bürgermeister behauptet, dann hätten solche Anlagen wegen des möglichen Totalverlustes nicht getätigt werden dürfen. Es wäre jetzt falsch, alleine beim Stadtkämmerer der Kleinstadt Hüfingen die Schuld zu suchen, denn er kann neben seinen anderen Aufgaben die Millionen der Stadt nicht Tag und Nacht beaufsichtigen. War die Stadt Hüfingen immer stolz auf ihre stetig wachsenden Millionen-Rücklagen, so fragt sich der staunende Bürger heute, warum seine Stadt mittlerweile eine Art Fondsgesellschaft betreiben muss, die sein Geld bei derzeit 13 Banken verwaltet. Ist die Stadt Hüfingen denn eine Finanzunternehmen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung oder eine dem Gemeinwohl verpflichtete Gemeinde? Das Geld kommt doch von den Bürgern und dort muss es auch wieder hin in Form von bezahlbaren städtischen Leistungen, guter Infrastruktur und Investitionen in die Zukunft. Jedem Schulkind einen Computer zu geben, kostenlose Nachhilfe anzubieten oder die Pflege auszubauen wären gut angelegtes Bürgergeld, gerade in dieser Zeit. Geld im Tresor zu bunkern und damit zu spekulieren ist es nicht. Zum Hüfinger Irrweg passt, dass die Stadt junge Familien, die in den Stadtteilen bauen wollen, maximal abkassiert, indem sie den Bauplatzpreis auf in unserer Gegend unerreichte 149 €/qm festgesetzt hat, während alle Nachbargemeinden weit günstiger anbieten, Wutach sogar zu 88 €/qm. Es ist höchste Zeit, dass die Stadt Hüfingen das Wohl ihrer Bürgerinnen und Bürger wieder höher bewertet als die Füllhöhe der Stadtkasse.

Stadt arbeitet Anlage bei der Greensill-Bank auf

Pressemitteilung der Stadt Hüfingen

Liquidität der Stadt gesichert
Bürgermeister räumt Fehler ein
Konsequenzen gezogen

Die Stadt Hüfingen gehört – wie berichtet – zu den 50 Kommunen, die Festgeld bei der Greensill-Bank angelegt haben. Dem Bremer Bankhaus droht jetzt Insolvenz. Nach Bekannt- werden des von der Bankenaufsichtsbehörde BaFin verhängten Moratoriums gegen Greensill hat die Stadtverwaltung umgehend den Gemeinderat und die Rechtsaufsichtsbehörde informiert. Seither wird die Geldanlage im Rathaus konsequent aufgearbeitet; am vergangenen Freitag (12. März) stellte Bürgermeister Michael Kollmeier die Ergebnisse den Vorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen vor. Das Thema ist auf der Agenda der nächsten Gemeinderatssitzung.

Bürgermeister Michael Kollmeier ist – wie andere betroffene Kollegen – nicht gut auf die BaFin zu sprechen. Sie hatte bis zum Eintritt des Moratoriums den Kommunen keinen Hinweis auf die unklare Situation der Bank gegeben, wie etwa über den Gemeindetag, obwohl sie Greensill schon seit Längerem unter Beobachtung hatte. Es geht um den Verdacht der Bilanzfälschung. Die BaFin will jetzt einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. März nach auch gegen den Abschlussprüfer vorgehen. Davon abgesehen räumt der Bürgermeister aber auch Fehler im eigenen Haus ein. „Wir haben eine vom Gemeinderat beschlossene Anlagerichtlinie. Diese schreibt vor, dass wir Festgeldanlagen nur mit Geldinstituten machen, die ein Rating von A haben“, erklärt er. In diesem Fall jedoch hätte der Kassenleiter, der bisher stets alle Geldanlagen mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis vorbereitet hatte, bei der Geldanlage am 29. Dezember 2020 auf eine Kapitalmarktinformation vom 15. Dezember 2020 vertraut. Warum dieser hier kein offizielles tagesaktuelles Rating angefordert habe, ist unerklärlich. „Wir hatten nach unseren bisherigen Erfahrungen keinen Grund, an den Angaben zu zweifeln“, führt der Bürgermeister aus. Denn zum Zeitpunkt der Anlage am 29. Dezember 2020 hatte die Bank tatsächlich ein B-Rating. „Auch den Besten und Verantwortungsbewusstesten unterläuft mal ein Fehler“, sagt Michael Kollmeier, „dennoch haben wir hieraus sofort Konsequenzen gezogen.“ Die Stadt habe den Fall bereits bei der Eigenschadensversicherung gemeldet und prüfe arbeitsrechtliche Maßnahmen. Des Weiteren wird mit dem Gemeinderat eine Verschärfung der Anlagenrichtlinie beraten. „Wir tun alles, um den Schaden für die Kommune so klein wie möglich zu halten und die Möglichkeit einer Wiederholung auszuschließen“, betont er.

Umsichtiges Handeln

Nach Wegfall der Einlagensicherung für Kommunen 2018 und im Umfeld von Negativzinsen, ist es herausfordernd geworden, Geld, das momentan nicht für den Umlauf gebraucht wird, anzulegen – und zwar mit ausreichender Sicherheit und so, dass es einen angemessenen Ertrag erwirtschaftet. So verlangt es die Gemeindeordnung Baden-Württemberg. „Wir sind sehr umsichtig mit unserem Liquiditätsmanagement“, stellt der Bürgermeister klar und fügt an: „Aktuell hat Hüfingen kommunales Geld bei 11 verschiedenen deutschen Banken sowie drei verbundenen Organisationen angelegt.“ Die Stadtkasse hätte das Risiko stets weit gestreut. Deshalb verwehrt sich der Bürgermeister auch gegen den von einzelnen Bürgern aktuell vorgebrachten Vorwurf der Zockerei. „Wir wirtschaften sehr solide“, sagt er, „die Liquidität für den laufenden Haushalt ist weiterhin gesichert. Die Stadt Hüfingen ist schuldenfrei.“ Er würde es sehr bedauern, wenn die Stadt durch die Anlage bei Greensill Geld verlieren würde, nicht zuletzt, weil die Stadtkasse mit ihrem umsichtigen Finanzmanagement für die Stadt seit 2000 Zinserträge von 11,6 Millionen Euro erwirtschaftet habe.

Nach Abzug der zwei Festgeldanlagen von je 1,5 Millionen Euro bei der Greensill-Bank (eine mit einer Laufzeit von 3 Monaten bis Anfang April 2021, die andere mit einer Laufzeit von 9 Monaten bis Anfang Oktober 2021), beträgt das Finanzvermögen der Stadt Hüfingen aktuell 15,7 Millionen Euro, ohne Beteiligungen und ohne Sondervermögen. Vom Finanzvermögen sind 2,6 Millionen Euro liquide Mittel, 1,2 Millionen Euro Investmentfonds, 0,3 Millionen Euro Ausleihungen sowie 11,6 Millionen Euro als Festgeld und in festverzinsten Schuldscheinen angelegt.

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