Mysterien am Riedsee

Da es sich immer noch nicht rum gesprochen hat, dass dies alles nichts wird und die Provinzpresse auch nochmal die Gerüchte befeuert hat, hole ich hier meinen Beitrag vom 3. März wieder hoch.

Nein! Es wird auf absehbare Zeit keine Photovoltaikanlage auf dem Riedsee geben!

Beitrag vom 3. März 2023

Im Mai 2020 hatte sich Hildegard Körner vom LNV beklagt, dass die Stadt Hüfingen nicht an einem gemeinsamen Nutzungskonzept mit der Stadt Donaueschingen teilhaben möchte.

Ein Jahr später hat der Bm die Stadträte angehalten in einer mehrstündigen Sitzung samt Exkursion ein Nutzungskonzept auszuarbeiten. https://hieronymus-online.de/zusammen-planen-2/
Herausgekommen dabei sind ein paar tragbare Toilettenkabinen am Parkplatz und höhere Parkgebühen.

Nochmal ein Jahr später kam durch Zufall heraus, dass der Bm das gleiche Planungsbüro wie Donaueschingen beauftragt hatte für Hüfingen ein Nutzungskonzept zu erstellen. Was dies sein soll wurde nicht kommuniziert.

Jetzt im März 2023 sickerten wilde Gerüchte durch, dass der Angler- und Seglerverein ihren Platz zu räumen hätten, wegen irgend welcher Maßnahmen.

Gestern, am 02. März bei der Stadtratsitzung hat unser Fraktionssprecher beim Bm nachgefragt was dort los sei. Die Antwort vom Bm möchte ich hier kurz in meinen Worten zusammenfassen:

Da das Thema PV-Anlagen deutschlandweit eine Rolle spiele und das „Osterpaket der SPD dies vorsehe und Herr Habeck hier verantwortlich“ sei, möchte der Bm ausloten ob dies am Riedsee gehe. Generell ginge es in Richtung 15% des Sees für eine schwimmende PV-Anlage zu nutzen und dies in ferner Zukunft mit der Nahwärme zu verknüpfen.

Was ist damit wohl gemeint?

Zum Osterpaket der SPD lässt sich folgendes vom Frühjahr 2022 finden:

„Mit dem Osterpaket werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den massiven und beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien einen großen Schritt nach vorne gebracht. Deutlich mehr Solarenergie auf Dächern und Freifläche soll es geben und auch die Einspeisevergütung für Teileinspeiser wird attraktiver gestaltet. Zudem ist es wichtig, dass schneller neue Flächen für Windkraft erschlossen werden sowie erleichtert alte Anlagen durch leistungsstärkere ersetzt werden können. Alle Erneuerbaren Energien liegen nun im überragenden öffentlichen Interesse. Wir brauchen jede Kilowattstunde Erneuerbarer Energie. Mit den nun gesetzlich geregelten Flächenzielen werden in jedem Bundesland die Chancen der Energiewende nutzbar gemacht. Gerne hätten wir in Bezug auf Zwischenziele noch mehr auf einen verstärkt zu beschleunigenden Ausbau gesetzt.“

Nina Scheer, Klimaschutz- und energiepolitische Sprecherin SPD

Das Osterpaket ist der Beschleuniger für die erneuerbaren Energien!

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz
Ausschnitt der Karte für das Potenzial von Floating-PV auf Baggerseen aus dem Energieatlas der LUBW

Was wird vermutlich geplant?

Es soll anscheinende eine schwimmende PV-Anlage auf dem Riedsee angedacht werden, da ein privater Investor hier Interesse gezeigt hat. Jetzt möchte der Bm nur ausloten was da gehen kann.

Es ist also gar nichts entschieden! Es geht nur um „Auslotungen“ des Bm, für die er ein Planungsbüro beauftragt hat.

Meine „Auslotung“ zeigt, dass der Schwarzwald-Baar-Kreis weniger Potenzial hat, als z.B. der Hochschwarzwald. Deshalb hat vermutlich Löffingen so viele Solaranlagen.

Ausschnitt der Karte für die Eignungsklasse für Baggerseen aus dem Energieatlas der LUBW

Was passiert jetzt?

Vermutlich gar nichts.

Da wir ein Vogelschutzgebiet haben und für eine Industrieanlage der Flächennutzungsplan geändert werden müsste, ist die Sache weder durchdacht, noch irgendwie plausibel.

Mein Fazit

Gestern noch hat Peter Albert die Einbeziehung des GVV in „Planungen“ und „Auslotungen“ gefordert.

Das Umweltbüro verfügt über sachkundige Personen. Da Hüfingen über wenig Expertise in Sachen Naturschutz oder Biotopvernetzung verfügt, möchte unsere Fraktion eine enge Zusammenarbeit mit dem Büro Donaueschingen, um den schwierigen Aufgaben der Zukunft gerecht zu werden.

Vorhandene Ressourcen zu nutzen, würde der Stadt Hüfingen viel Geld sparen!

Milane

Liebe Bürgerpostleser,

eine ganz einfache Frage, was ist auf dem Bild unten zu sehen? Ich hatte dieses Bild auch im Status und nur wenige gaben die richtige Antwort. Ich habe so etwas auch noch nie gesehen, wußte aber sofort, was es ist. Ich sah nämlich kurz vor den Besitzer dieses Gebildes, eine Weinbergschnecke, die über den Winter ihr Haus damit verschlossen hat. Was mir auch neu war, dass unterhalb des Kalkdeckels ein Schleimdichtungsfolie von der Schnecke geschaffen wurde, vielleicht damit es nicht hineinzieht. Der „Schneckenhammer“, finden Sie sicher auch.

Epiphragma einer Weinbergschnecke*

Das nächste Bild hat mich fasziniert, weil ich noch nie soviele Milane auf ein Bild bekam. Es war Ostermontag, ich war auf Friehofsbesuch in Kommingen und sah diese „Milanwolke“ an der Südseite des Komminger Hausberges „Worberg“. Dort richtete ein Landwirt seinen Acker für die Frühjahrsaussaat her. Die Milane vermuteten dabei natürlich, dass sie etwas Essbares finden würden. Ich fuhr schnell dorthin und dabei gelang mir dieses Bild. Sage und schreibe 20 Milane, meistens rote, vielleicht ein paar schwarze konnte ich zählen. Zählen Sie nach, ich denke Sie finden sie. Eine Beobachterin des Bildes meinte, es seien vielleicht Bussarde, aber eine Kontrolle ergab, dass es Milane waren. Auf dem Ausschnitt sieht man deutlich, was Sache ist. 

Für mich war das ein schönes besonderes Erlebnis.

Herzliche Grüße
Franz Maus


*P.S. von Hannah:
Wer sich für unsere Schnecken interessiert kann hier gucken:

Eichengerbsäure

Liebe Bürgerpostleser, 

Ingo Kirchhoff aus Wietzen hat dieses Mal wieder eine Geschichte erlebt, um die es heute geht. Thema ist, „wenn ich das gewußt hätte, dann wäre das nicht passiert“. Ich denke, das geht uns allen immer mal wieder so. Auch der Spruch passt, „im Nachhinein ist man immer schlauer“. Nun, was ist passiert? Ingo hat am Wochenende einen übervollen Anhänger mit gespaltenem Eichen- und Buchenholz  im Freien stehen lassen, so nach dem Motto, was nass wird, wird auch wieder trocken. Man muss sagen, er hat sauber gearbeitet. Eine Woche stand der Kipper auf seinem schön gepflasterten Hof und ausgerechnet in dieser Woche regnete es nicht nur, sondern es schneite auch, wenn man genau hinschaut auf dem Bild oben, sieht man die „Schneemengen“. Und jetzt kommt es, Regen und Schneeschmelze haben die Gerbsäure aus dem Eichenholz ausgewaschen und den Kipper und einige Pflastersteine versaut. Am eindrucksvollsten sieht man es auf dem letzten Bild, mit den richtig blau-schwarzen Holzscheiter. Nicht einmal ein Kärcher schaffte die Säuberung von den betroffenen Teilen, wer hätte das gedacht? Ingo schreibt, er hätte eine „Megakrawatte“. Ich denke, wir würden sagen einen „dicken Hals“.


Reinhold Mayer, mein Ansprechpartner in jeglichen Holzfragen, hatte sofort die Erklärung parat: „Grundsätzlich dürfte die Reaktion darauf beruhen, dass sich Gerbstoffe mit eisen-(II)-haltigen Verbindungen durch Oxidation zu blau-schwarzen unlöslichen Eisen-(III)-Salzen umsetzen. Deshalb dürfen gerbstoffhaltige Holzoberflächen (z.B. Eiche, Kastanie etc.) nicht mit eisenhaltigen Stoffen in Verbindung kommen. Entscheidend ist dabei das Vorhandensein von Wasser / Feuchtigkeit. Dass tauender Schnee vielleicht zu einer intensiveren Reaktion führt, kann sein“.

Also Ingo, ich glaube, den meisten von uns wäre es gegangen wie Dir, mir auf jeden Fall. Vielen Dank Dir für die lehrreiche Geschichte und die Bilder.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Klimawandel: Macht jetzt auch noch die Tanne schlapp?

Die Waldoffizianten werden aufgefordert, die Waldungen auf Ansteckung der Rot- und Weißtannen von dergleichen schädlichen Borkenkäfern zu beobachten. Kennzeichen besonders wenn an der Rinde der Stämme und Äste kleine Löcher wie von Stricknadeln wahrgenommen werden, an welchen nicht selten Harztropfen oder Wurmmehl zu erkennen sind. (Erlass des württembergischen Herzogs Friedrich II. aus dem Jahr 1801 mit Verhaltensmaßregeln nach Sturmschäden und nachfolgender Hitze gegen die Massenvermehrung von Borkenkäfern, Generallandesarchiv 100/52).

Das Wüten der Borkenkäfer und die durch sie verursachten wirtschaftlichen Schäden hat die für den Wald Verantwortlichen nicht erst seit gestern in Angst und Schrecken versetzt: Es habe „in den Tannenwaldungen verschiedener Gegenden Deutschlands“ große Verheerungen gegeben, schreibt anno1801 Herzog Friedrich II. (nachmals König Friedrich I. von Napoleons Gnaden) in seinem obigen Erlass, „als Folge auffallend anhaltender trocken-warmer Witterung im Vorjahr oder von heftigen Windstürmen im vorhergehenden Spät- und Frühjahr“. Bemerkenswerterweise warnte er vor der Ansteckungsgefahr nicht nur bei Rottannen (Fichten), sondern auch bei Weißtannen. Eine Sorge, die man bei letzterer bis unlängst noch für stark übertrieben halten durfte, womöglich als Ausfluss unzureichender entomologischer und ökologischer Kenntnisse im frühen 19. Jahrhundert.

Klimadenkmal

Doch eben jenes Bedrohungsszenario will uns neuerdings wieder einholen, nachdem die beiden extremen Trockenjahre 2018/19 mit ihren Hitzerekorden die Schadholzmengen auch bei der Weißtanne plötzlich hinaufschnellen ließen, mit Schadensschwerpunkten vor allem am westlichen Schwarzwaldrand, aber auch insgesamt an südexponierten Hängen. Die Schadbilder an der Weißtanne sind so ungewohnt und so spektakulär, dass sich die für den Staatswald zwischen Freiburg und Villingen zuständigen „Waldoffizianten“ (Amtsträger) des 2019 neu gebildeten Forstbezirks Hochschwarzwald dazu entschlossen haben, eine besonders stark geschädigte Tannenfläche von 6 ha nicht vom Schadholz zu räumen, sondern als Mahnmal stehen zu lassen. Worüber die Badische Zeitung (v. 5. 3. 2020) einen ganzseitigen Bericht verfasst hat unter der Überschrift „Tote Tannen als Klimadenkmal“. Ein Foto zeigt kupferrot benadelte absterbende Alttannen in Mischung mit einzelnen Buchen über noch grünem Tannennachwuchs, ein zweites Foto eines rotringigen Baumschwammes weist die rasch einsetzende Holzentwertung hin. Die Fläche befindet sich in ca. 700 m Meereshöhe auf einem flachgründigen Südosthang unweit des Kybfelsens, eines 837 m hohen, einst burggekrönten Aussichtsbergs zwischen den Freiburger Stadtteilen Günterstal und Kappel.

Hätte das „Klimadenkmal“ aus roten Käferfichten bestanden, wäre es der Badischen Zeitung mit Sicherheit keinen Beitrag wert gewesen. Denn dass die Baumart Fichte im Zuge des Klimawandels zusehends in Not gerät, dass die Fichtenborkenkäfer außer Rand und Band zu geraten drohen, hatte schon seit den Jahren des Waldsterbens, spätestens seit dem „Jahrhundertsommer 2003“ jeden journalistischen Neuigkeitswert verloren. An den Anblick selbst großflächig abgestorbener Fichtenbestände hatte man sich nicht nur im Harz, sondern auch im Schwarzwald leidlich gewöhnt, zumal in Bannwäldern und in den Kernzonen von Nationalparks und Biosphärenreservaten. Demgegenüber galt die tiefwurzelnde Weißtanne stets, nachdem sie in den 1980er Jahren sogar den sauren Regen überstanden hatte, als vergleichsweise sturmfest und „klimahart“, kurzum: als „Hoffnungsträger“ und probater Ersatz, sollte der „Brotbaum Fichte“ im Zuge des Klimawandels ausfallen.

Umso bedrohlicher jetzt also die Meldungen über Schäden an den Weißtannen, die selbst altgediente Tannenpraktiker nicht in dieser Massierung erwartet hatten. Während die Bekämpfung der Fichtenborkenkäfer im Arbeitskalender der Förster zur alljährlichen Routine gehört, schienen Massenvermehrungen von Tannenborkenkäfern kein Thema zu sein; präventive Maßnahmen schienen sich da zu erübrigen. Allenfalls Querdenker und Pedanten unter den Forstleuten drangen nach Hiebsmaßnahmen in Tannenbeständen noch darauf, Wipfel und Starkäste der gefällten Tannen zusammenziehen und verbrennen zu lassen, um den Tannenborkenkäfern so das bruttaugliche Material zu entziehen.

Befallen vom Krummzähnigen Tannenborkenkäfer

Gewiss, während des Forststudiums und speziell vor den Prüfungen im Fach Forstschutz hatte man einst auch die Namen und Fraßbilder der Tannenborkenkäfer gepaukt (Ips curvidens, Ips spinidens und Ips voronzovi), jener Dreierbande von Krummzähnigen, die mit der Lupe an ihrem gezahnten Flügeldeckelabsturz zu identifizieren waren und zum bevorzugten Fragenrepertoire des Freiburger Forstzoologieprofessors Dr. Dr. Gustav Wellenstein gehörten. Hatte der doch in den trockenheißen Nachkriegsjahren noch an vorderster Front mit Arsen, E 605, HCH und DDT gegen die Borkenkäfer gekämpft. In Erinnerung geblieben waren nach den „Franzosenhieben“, nach Winterstürmen und nachfolgender Sommerhitze vor allem die Schäden in den Fichtenwäldern, verursacht von Ips typographus, dem gefürchteten Buchdrucker, während allfällige Tannenschäden mangels Masse und Fläche weithin in Vergessenheit geraten waren.

„Die wenigen Tannenbestände Mitteleuropas“, so pflegte der Professor in seinen Vorlesungen zu warnen, „werden durch die Tannenborkenkäfer periodisch bedroht. Meist treten diese Schädlinge als Folge einer Schwächung der Tanne durch abnorme Trockenheit auf und gefährden besonders die außerhalb des optimalen Verbreitungsgebiets stockenden Bestände.“ Im Gegensatz zum Buchdrucker würden die Krummzähnigen Tannenborkenkäfer freilich selbst bei fortgeschrittener Massenvermehrung keine großflächigen, sondern eher nesterförmige Schäden verursachen; sie könnten durchaus als Primärschädlinge auch gesunde Bäume befallen, vorzugsweise zwar alte Tannen, doch müsse selbst mit dem Angriff auf jüngere Altersklassen „bis hinunter zum 20jährigen Baum“ gerechnet werden. Als Forstbezirke mit namhaften Tannenschäden galten in den Nachkriegsjahren Baden-Baden und Huchenfeld, beide am Schwarzwaldrand gelegen.

Dass derweil in der benachbarten Schweiz in jenen trockenheißen Jahren sehr viel dramatischere Tannenschäden zu beklagen waren, ist hierzulande – umständehalber – kaum wahrgenommen worden: Insgesamt waren 236.000 Festmeter Tannenholz angefallen, vor allem im Mittelland und im Jura. Größere Schadflächen seien jedoch nur auf Standorten entstanden, heißt es in den eidgenössischen Berichten, auf denen die Tanne nicht standortstauglich sei, vornehmlich auf flachgründigen Kalkverwitterungsböden in Sommerhanglage sowie in Reinbeständen ohne die tannentypische Stufigkeit und Mischung. Die gute Botschaft der Schweizer Forstleute: Wo die Weißtanne standortsgemäß sei, habe sie dem Angriff erfolgreich Widerstand leisten können.

In Bayern, wo die Weißtanne nur noch auf einen Flächenanteil von 2 Prozent kommt, hatte das Forstministerium nach dem Jahrhundertsommer 2003 (in LWF aktuell 43/2004) dem Krummzähnigen Tannenborkenkäfer ein Merkblatt gewidmet. Sein Ruf sei nicht viel besser als der des Buchdruckers, heißt es darin. Dennoch sei „ein vergleichbar massives Auftreten der Tannenborkenkäfer wie damals in der Schweiz … zum jetzigen Zeitpunkt wohl nicht zu erwarten. Sowohl Bestandesaufbau als auch Standort der meisten bayerischen Tannenbestände lassen vermuten, dass unsere Tannen einem solchen Schädling auch nach Trockenjahren gewappnet sein werden.“ Umso besorgter klingt indessen eine Überschrift in LWF aktuell 118/2018: „Tannenborkenkäfer befallen Douglasien“. Seit 2009 seien in Mittelfranken vermehrt Schäden an Weißtannen aufgetreten, im September 2017 habe man jedoch auch Ausfälle an Douglasien festgestellt, die von Pityokteines spiridens (so die neuere Bezeichnung des mittleren Tannenborkenkäfers) angebohrt worden seien.

Nach Käferbefall abgestorbene Tannen

Befällt der Tannenborkenkäfer etwa auch Douglasien?

Der Alarmruf aus Bayern dürfte auch in der Stadt Freiburg nicht ungehört geblieben sein, deren Stadtwald sich durch einen besonders hohen Douglasienanteil (19 % im Bergwald) auszeichnet und der mit der knapp 110jährigen Douglasie „Waldtraut vom Mühlwald“ bei 67 Meter Höhe den höchsten Baum Deutschlands aufbieten kann. Wo doch im Zeichen des Klimawandels dieser Gastbaumart mit ihrer überlegenen Leistungskraft und Klimahärte besonders große Chancen im Wald der Zukunft eingeräumt werden. Ihr Flächenanteil soll sich deutschandweit verzehnfachen, von gegenwärtig 3,5 auf 35 %, wenn es nach den Vorstellungen des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik der Bundesregierung gehen sollte. Ob die Tannenborkenkäfer nächstens auch die hochfliegenden Douglasien-Pläne durchkreuzen werden? Am Westhang des Kybfelsens, der zum Stadtwald gehört, dehnt sich ein ca. 50jähriger Douglasien-Reinbestand aus; trotz etlicher Sturmwürfe ist von einem Angriff der Krummzähnigen noch nichts zu bemerken.

Wie es im „Klimadenkmal“ am Kybfelsen derzeit ausschaut, ist also aufgrund des Klimawandels auch auf die Weißtanne kein Verlass mehr – jedenfalls auf Standorten mit ohnehin schon bescheidenem Wasserhaushalt. Auslöser und Vollstrecker der Anpassungsvorgänge im Bergmischwald sind die in der Tannenrinde brütenden Borkenkäfer gepaart mit Holzwespen und Pilzen, insbesondere der Hallimaschpilze, die im Holz das Zersetzungswerk fortsetzen. Noch sind die Bilder von rot benadelten, urplötzlich absterbenden Tannen auch für Förster gewöhnungsbedürftig; abzuwarten bleibt, ob und inwieweit es manchen der befallenen Bäume nicht doch gelingt, sich wieder zu erholen.

Wird sich die Weißtanne vom Trockenstress wieder erholen?

Froschlaich

Liebe Bürgerpostleser, 

das ist wieder eine Geschichte. Aber lesen und sehen Sie selbst. 

Meine Nichte Nadine Scherer aus Hondingen schickte mir das erste Bild und fragte mich, was das auf ihren Pflastersteinen sein könnte.

Ich vermutete Laich. Aber was sucht der an der Stelle? Weiter sagte sie mir: „Es liegen noch mehrere solcher Klumpen auf Pflastersteinen herum und einer sogar auf dem Terassentisch, was soll ich damit machen“?

Klar, was macht man mit Laich? Ins Wasser verfrachten ist die richtige Nothilfemaßahme.

Jetzt ist die Frage, was könnte da passiert sein, wieso liegen etwa fünf Teillaiche herum? Ich brauchte Rat und fragte Dr. Hans-Peter Straub vom Naturschutzamt. Er vermutet, dass ein Greifvogel, am wahrscheinlichsten ein Roter Milan, die laichbereite Grasfroschdame – die Zuordnung konnte er anhand des Laiches machen – packte und diese dann ihren Laich portionsweise verlor unter anderem auch auf dem unbedachten Terassentisch. Ist das nicht eine Hammergeschichte? 

Wie ist das weitere Vorgehen? Die Frage, ob die Embryonen noch leben, wird sich mit der Zeit herausstellen, ob Kaulquappen entstehen. Wenn sie entstehen, dann wird es Zeit, dass Sie in ein Gewässer umgesiedelt werden, damit Sie fressen können und genügend Sauerstoff bekommen. 

Vielen Dank Nadine für die Ermöglichung dieser interessante Geschichte.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Volksbegehren – XXL-Landtag verhindern!

Volksbegehren der FDP Baden-Württemberg

Was schlägt die FDP vor?

Der Vorschlag ist, aus den 70 Landtagswahlkreisen nur noch 38 Wahlkreise zu machen. Es soll 1:1 die Struktur der aktuellen Bundestagswahlkreise übernommen werden. Das bedeutet, künftig gibt es statt 70 Direktmandaten nur noch 38 Direktmandate, die Sollgröße des Landtags bleibt aber unverändert bei 120.

Warum schlägt die FDP das vor?

Durch Überhangmandate, die entstehen, wenn von einer Partei mehr Direktmandate errungen werden, als ihr nach der Stimmverteilung eigentlich im Landtag zustünden, vergrößert sich der Landtag, weil bei allen anderen Parteien Ausgleichsmandate entstehen, um das Wahlergebnis auch in der Sitzanzahl widerzuspiegeln. Aktuell hat der Landtag 34 Abgeordnete „zu viel“. Das liegt daran, dass die Grünen 58 Direktmandate gewonnen haben, was fast der Hälfte der Sollgröße entspricht, aber insgesamt nur 32,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnten. Deshalb musste bei allen anderen Parteien so lange aufgefüllt werden, bis das Kräfteverhältnis dem Wahlergebnis entsprach. Reduziert man nun die Direktmandate auf 38 und verteilt 82 Mandate über Landeslisten, wie es die FDP vorschlägt, ist das Risiko von Überhangmandaten sehr, sehr klein. So erreicht man, dass der Landtag nicht weiter aufgebläht und auf seine Sollgröße rückgeführt wird.

Was passiert, wenn man das nicht macht?

Das Wahlrecht wurde jüngst so gefasst, dass es eine Erst- und eine Zweitstimme gibt. Damit kam ein weiterer Faktor hinzu, der das Parlament aufblähen kann, das Stimmensplitting. Durch die Möglichkeit, Erst- und Zweitstimme an einen Bewerber einer Partei und an eine Liste einer anderen Partei vergeben zu können, erhöht sich das Risiko einer unverhältnismäßigen Aufblähung noch weiter. Wählt die Bevölkerung nochmal genauso, wie bei der Bundestagswahl 2021 würde der Landtag gemäß einer Berechnung des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Joachim Behnke statt der Sollgröße von 120 bei 216 Abgeordneten liegen und einen dreistelligen Millionenbetrag zusätzlich kosten. Der Vorschlag der FDP würde die Sollgröße von 120 aber einhalten.

Leidet darunter die Bürgernähe, wenn die Wahlkreisgrößen sich annähernd verdoppeln?

Nein. Wo vorher 120 Abgeordnete das ganze Land repräsentieren sollten, werden auch weiterhin 120 Abgeordnete das ganze Land repräsentieren. Es gibt aber keine zusätzlichen Abgeordneten, die es für einen funktionierenden Landtag nicht braucht. Weder aus wissenschaftlicher Sicht wird künftig weniger repräsentiert, noch sind direkt gewählte Abgeordnete besser als über Listen eingezogene oder umgekehrt. Auch bei 38 Wahlkreisen wohnen die Abgeordneten schön verteilt im Landesgebiet, unterhalten dort ihre Wahlkreisbüros und kümmern sich um die Anliegen der Menschen vor Ort. Das Argument vermeintlich leidender Bürgernähe ist eine Scheindebatte, die von jenen befeuert wird, denen es um die eigenen Pfründe geht.

Warum wehren sich Grüne, CDU und SPD dann so gegen diesen Vorschlag?

Das aktuelle Wahlrecht erhöht die Wahrscheinlichkeit signifikant, dass der Landtag sogar über die bereits jetzt mit mehr als 28 Prozent zu hohe Größe von 154 Abgeordneten hinaus anwächst. Der FDP-Vorschlag schließt ein Anwachsen über 120 aber mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Das bedeutet, 34 der jetzigen Abgeordneten verlieren ihren Platz im Landtag. Mehr als 8.000 Euro Abgeordnetenentschädigung, weitere Vorteile und Privilegien wären dann weg. Bei einem größeren Landtag hingegen sind die Chancen für alle besser, erneut einzuziehen. Zudem müssten sich viele Abgeordnete durch die Zusammenlegung von Wahlkreisen der Herausforderung stellen, dass zwei Abgeordnete um eine Kandidatur konkurrieren müssten, die bislang in getrennten Wahlkreisen je eigens kandidiert haben. Es geht also um persönliche Motive der jetzigen Abgeordneten.

Warum nehmen die FDP-Abgeordneten dieses Risiko in Kauf?

Von den 18 FDP-Abgeordneten wären zehn direkt von Wahlkreiszusammenlegungen betroffen, davon vier Fünftel des Fraktionsvorstands. Die FDP-Abgeordneten sind aber der Meinung, dass es ein Privileg darstellt, die Bevölkerung im Parlament zu repräsentieren und Politik glaubwürdig sein muss. Das bedeutet, nach Ansicht der FDP-Abgeordneten darf es nicht sein, dass angesichts aller gegenwärtigen Krisen die Bevölkerung aufgerufen wird, zu sparen, die Parlamente aber immer fetter werden. Deshalb stellt jeder FDP-Abgeordnete seine eigenen, persönlichen Interessen hinter das Gemeinwohl zurück und nimmt den eigenen Mandatsverlust in Kauf. Dazu sind die Abgeordneten von Grünen, CDU und SPD nicht bereit.

Das spart Kosten, aber wird damit nicht an der Demokratie gespart?

Nein. Die Wahlpräferenzen der Bürgerschaft wären weiterhin genauso im Parlament abgebildet, wie bei mehr Abgeordneten auch. Mehr Abgeordnete bedeuten eben nicht mehr Demokratie. Ganz im Gegenteil wäre von vornherein eine rasche Handlungsfähigkeit des neu gewählten Landtags sichergestellt. Bei wesentlich mehr Abgeordneten hingegen müssten aber bspw. neue Räumlichkeiten besorgt, zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und ggf. der Plenarsaal umgebaut werden, was die Handlungsfähigkeit des Parlaments eher einschränken würde.

Die Grünen behaupten, der FDP-Vorschlag sei verfassungsrechtlich fragwürdig. Was ist da dran?

Gar nichts. Die Grünen stellen 58 Abgeordnete, von denen sicher 20 nicht mehr über ein Direktmandat einziehen könnten, wenn der FDP-Vorschlag umgesetzt wird. Deshalb wurde das Argument aufgemacht, die Persönlichkeitswahl (also Direktmandate) und die Verhältniswahl (also Listenmandate) würden verfassungsrechtlich fragwürdig zu Gunsten der Verhältniswahl verschoben. Das lässt sich leicht überprüfen und entkräften. Beim FDP-Vorschlag wären 38 Direktmandate zu 82 Listenmandaten zu vergeben. Der Direktmandatsanteil beträgt demnach 31,67 Prozent. Nach dem aktuellen Wahlrecht wären bei einem Wahlergebnis wie bei der Bundestagswahl 70 Direktmandate zu 146 Listenmandaten zu vergeben. Der Direktmandatsanteil beträgt 32,4 Prozent. Also nicht einmal ein Prozentpunkt Unterschied. Sofern die Grünen also ihre eigene Wahlrechtsreform nicht als verfassungswidrig bezeichnen wollen, darf man das getrost als Nebelkerze abtun.

Worin unterscheidet sich der Entwurf zum von der Ampel beschlossenen Wahlrecht für den Bundestag?

Für die Parlamentsaufblähung ursächlich ist das Missverhältnis zwischen gewonnenen Direktmandaten und tatsächlichem Stimmenanteil im Verhältnis zu den anderen Parteien. Man muss also diese Überhangmandate vermeiden, wenn man bei einem Zweistimmenwahlrecht vermeiden will, dass sich die Parlamente aufblähen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Die Ampel hat die Möglichkeit gewählt nur so viele Direktmandate zu vergeben, wie durch die Anzahl der Zweitstimmen gedeckt sind. Das bedeutet, ein Direktmandatssieger, der aber nur 18,5 Prozent der Erststimmen auf sich vereinigen konnte, zieht unter Umständen nicht in den Bundestag ein. Die schlechtesten Wahlkreissieger werden so lange weggekappt, bis die Sitzverteilung dem Zweitstimmenergebnis entspricht. Der FDP-Vorschlag im Land hingegen wählt den Weg, die grundsätzliche Anzahl an Direktmandaten so zu verringern, dass es unwahrscheinlich wird, dass überhaupt Überhangmandate entstehen. Beide Herangehensweisen führen dazu, eine Aufblähung zu vermeiden.

Gesetzentwurf und Unterschriftenliste gibt es auf der Seite der FDP Baden-Württemberg:

https://www.fdpbw.de/volksbegehren

Unterschriftenliste kann auch im Büro in der Zeppelinstrasse 16 in Donaueschingen abgeholt oder eingeworfen werden.

Waldkindergarten „Wiesenkinder“ für Hüfingen

Die pädagogische Ausrichtung der Hüfinger Kindergärten folgt ausschließlich patriarchalen Richtlinien unter konfessioneller (5 Katholische, 1 evangelische) Trägerschaft und orientiert sich demnach an der klassischen Elementarpädagogik.

Deshalb haben letztes Jahr einige betroffene Hüfinger Eltern einen Verein gegründet, der mit einer naturnahen pädagogischen Einrichtung eine Alternative zu den bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen bieten soll. Der DRK Kreisverband Donaueschingen e.V. konnte von den Zielen des Vereins überzeugt werden und übernahm Ende 2022 in Kooperation die Trägerschaft.

Der Kindergarten ist als Ergänzung zu den bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen in Hüfingen zu sehen und wird keine Konkurrenz zum geplanten katholischen Aufbewahrungshort im neuen Gewerbegebiet werden!

Da der momentan herrschende Bm anscheinend eine Gefahr in einem freien, naturpädagogischen Konzept sieht, und Überparteilichkeit und Neutralität des Roten Kreuzes nicht die Werte seiner hiesigen CDU widerspiegeln, will der Bm die ehrenamtlichen Eltern unbedingt mit allen Mitteln ausbremsen.

Als Argument muss Geld dienen – was natürlich auch ein Naturkindergarten kostet. Ich will an dieser Stelle aber anführen, dass ein Bauwagen mit allerhöchstens 300.000 Euro dem Neubau im Ziegeleschle mit 4-5 Mio. entgegensteht. Mit dem Geld des Neubaus könnte man locker mindestens 15 Naturkindergärten bauen; was allerdings durchaus Unfug wäre. Aber die Frage warum die CDU das Geld der Stadt so großzügig in patriarchale Projekte verschwendet und an anderer Stellte angeblich kein Geld hat, darf ich durchaus stellen.

Aus diesen Gründen haben die – SPD und Bürgerforum/ Die Grünen – Fraktionen im Februar einen Antrag gestellt, den Verein Wiesenkinder e.V. in die Bedarfsplanung der Stadt Hüfingen aufzunehmen.

In der Stadtratsitzung heute am 30. März 2023 wurde der Antrag angenommen, nur der CDU Fraktionssprecher war dagegen.

Der Verein Wiesenkinder e.V. wird mit dem Träger DRK in die Bedarfsplanung 2024 der Stadt Hüfingen aufgenommen.

Ostergeschenk an alle Grundschulkinder

Dagmar Schäfer, GUTE Schule JETZT! 

Liebe NaturliebhaberInnen,

den Windgfällweiher haben wir vor zwei Jahren vor dem Riesen-Campingplatz zusammen retten können. 

Heute bitte ich Sie/Euch ausnahmsweise um ein 🌹Ostergeschenk ❤️ an alle Grundschulkinder in Baden-Württemberg:

Sicher haben Sie von unserer Bildungsmisere gelesen. Nicht nur Lese- und Rechenleistungen bleiben in unseren Grundschulen auf der Strecke,  auch Naturerfahrungen oder Umwelt-Bildungsziele gehen im täglichen Stress unter.
Wie wäre es, wenn unsere Erstklässler und Erstklässlerinnen morgens in der Schule von zwei Lehrkräften empfangen würden? 
Wenn Zeit wäre für jedes Kind, wenn ein Team den ganzen Morgen mit den Kindern gestalten könnte, anstatt einen Stundenplan abzuarbeiten in Hetze und Druck?

Das ist möglich und würde endlich Bedingungen schaffen, die erlauben, dass unsere Kinder in der Schule einen echten BILDUNGSORT vorfinden, der jedes Kind mitnimmt und einlädt seine Potentiale zu entfalten.

GUTE Schule JETZT hat einen Volksantrag gestartet. Alle Wahlberechtigtigten in BW ab 16 Jahren können mitmachen! Für die Kinder!

Persönliche Erfahrung von 40  Jahren im Bildungswesen haben mich gelehrt: Nur die Öffentlichkeit kann bewirken, dass unsere Schulen besser aufgestellt werden!

Der Volksantrag hat das klare Ziel:  Zwei Lehrkräfte pro Grundschulklasse bis 2033, damit endlich Zeit für die Kinder ist, der Stundenplan kindgerecht gestaltet und dialogischer Unterricht mit den Kindern geführt werden kann. Leider wird Kindern immer noch der Ort Schule zugewiesen, ohne dass dort Vorbereitungen getroffen wurden, die für eine WIRKliche Bildungssituation sorgen und ALLEN Kindern gute Chancen geben.

Wir würden uns SEHR freuen, wenn Sie diesen einmaligen Volksantrag mit Ihrer Unterschrift unterstützen würden. 
Drucken Sie dazu bitte dieses Formblatt aus. Unterschreiben Sie nur den oberen Teil. Die Beglaubigung erledigen wir für Sie. 

Bitte einsenden an folgende Adresse:

GUTE Schule JETZT! Dagmar Schäfer
Schuppenhörnlestr. 19
79868 Feldberg

Tipp: Ein Großbrief(500g) kostet 1,60. Senden Sie doch die Unterschriften von  Familienmitgliedern oder Bekannten gemeinsam ein.

Wir brauchen 39 000 Unterschriften, damit der Landtag ins Thema einsteigt.

Mit herzlichen Grüßen 🌿 aus Feldberg

Dagmar Schäfer

Weitere Infos unter www.laestigbleiben.de 

Katze und Vogelhaus

Liebe Bürgerpostleser, 

das ist mein zweites Vogelhaus an unserem Kirschenbaum im Garten. Am 10. März war es stark besucht von Erlenzeisigen, auch auf dem Boden. Ich zählte rekordverdächtige 21 Vögel. Ein paar Tage vorher war ich völlig von den Socken, stellen Sie sich vor, unsere schwarze Gastkatze hockte im Vogelhaus. Ja, wie ist die denn da hineingekommen? Ich vermute mit einem Sprung aus dem Stand. Bild drei zeigt sie kurz nachdem sie das Futterhaus verlassen hat. Ich glaube nicht, dass das Unterfangen von Erfolg gekrönt war. Denn ich habe sie seither nicht mehr im Vogelhaus gesehen. Man sieht sie aber am Boden auf der Lauer und ich denke, dass sie schon den einen oder anderen Piepmatz erwischt und verzehrt hat. Sicherlich hängt das Vogelhaus etwas tief, das werde ich nachbessern.

Wer von Ihnen auch schon Katzen im Vogelhaus erlebt hat, kann sich gerne bei mir melden. Ich bin gespannt auf die Mitteilungen und sage schon Dankeschön.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Literaturrecherche Mobilfunk

Da mal wieder die wildesten Gerüchte und Mutmaßungen rum gehen, möchte ich hier auf meine Untersuchung aus dem Jahr 2019 hinweisen. Auch wenn diese inzwischen vier Jahre alt ist, sind die Erkenntnisse heute noch die selben und es besteht zumindest in der Wissenschaft ein Konsens.

von Hannah Miriam Jaag am 19.08.2019

Da doch einige Behauptungen und Annahmen durch die Presse rauschen von wegen schädlich oder nicht schädlich vom Mobilfunk, habe ich mich dem Thema über die wissenschaftliche Literatur genähert. Hierfür habe ich die Veröffentlichungen von Januar-August 2019 herausgesucht und gelesen. Dabei habe ich sieben wissenschaftliche Veröffentlichungen gefunden die relevant wären und die ich hier kurz besprechen möchte.

Die erste Studie hat mich selber überrascht, es ist eine Studie aus Schweden bei der bei über 24.000 Menschen Kopfschmerzen, Tinnitus und Schwerhörigkeit in Bezug auf die Nutzung von Mobiltelefonen untersucht wurde (1).

Resultat der schwedischen Studie: Personen, die am häufigsten Mobiltelefone verwendeten, berichteten etwas häufiger über wöchentliche Kopfschmerzen als andere Benutzer. Dieser Befund verschwand jedoch nach Anpassung der Störfaktoren weitgehend und hing nicht mit der Anrufdauer bei GSM mit höheren HF-Frequenzen zusammen. Tinnitus und Hörverlust waren nicht mit der Anrufdauer verbunden.

In der zweiten Studie wurden die kognitive Fähigkeiten bei Kinder mit Handy untersucht (2).

Die Autoren sagen, dass frühere epidemiologische Studien zu gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenexposition von Mobiltelefonen zu inkonsistenten Ergebnissen geführt hätten.

Es wurden 619 Schüler zu Studienbeginn rekrutiert und Längsschnittdaten für 412 Schüler aus einer repräsentativen Stichprobe von 36 staatlichen, privaten und katholischen Schulen erhoben.

Es gab kaum Anhaltspunkte für einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und der kognitiven Leistung von Schülern (2).

Eine dritte Studie bietet einen ganz guten Überblick über die elektromagnetische Felder in verschiedenen Umgebungen und erläutert diese (3).

Bei einer vierten Studie wird es wieder spannender, weil es geht um Tumore des Gehirns und der Speicheldrüse und Verwendung von Mobiltelefonen (4). Hier handelt es sich um eine sogenannte „Meta-Studie“. Die Veröffentlichung kombiniert eine Vielzahl von Studien in einer Zusammenschau. Hier die Ergebnisse der Studie:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuellen Erkenntnisse aus allen verfügbaren Studien, einschließlich in-vitro-, in-vivo– und epidemiologischen Studien, keinen Zusammenhang zwischen dem Mobiltelefon Konsum und Tumoren erkennen lassen, die sich aus den am stärksten exponierten Organen und Geweben entwickeln. Angesichts des großen Forschungsaufwands zu diesem Thema ist davon auszugehen, dass potenziell nicht erkannte Risiken aus individueller Sicht gering sind und lange Latenzzeiten (> 15 Jahre), seltene Gehirntumorsubtypen und Mobiltelefon-Konsum im Kindesalter betreffen können. Um diesen geringen Risiken zu begegnen, ist eine qualitativ hochwertige Forschung mit genauer Expositionsabschätzung erforderlich, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Dauer des MP-Anrufs allein die HF-EMF-Exposition des Gehirns nicht angemessen widerspiegeln wird.

Bei der 5. Studie geht es auch wieder um Krebs, insbesondere um diverse Hirntumore (5).

In einer populationsbasierten ökologischen Studie wurden die Trends von Hirntumoren in den Zeiträumen 1982–1992, 1993–2002 und 2003–2013 untersucht. Die Schlussfolgerungen der australischen Wissenschaftler ergaben keine Zunahme von Gehirntumor-Histologietypen oder Gliomlokalisationen, die auf Mobiltelefone zurückgeführt werden können.

Dann in der 6. Studie ergaben sich dann doch Auswirkungen von Mobilfunkmasten neben Schulen auf die Konzentrationsfähigkeit von Schulkindern (6). Allerdings gibt der Autor – ein Professor Sultan Ayoub Meo von der King Saud Universität in Riad – zu, dass seine Statistik mangelhaft sei. Er belegt seine Aussagen dann aber mit einigen hochkarätigen Veröffentlichung unter anderem einer vom Max-Planck-Institut für neurologische Forschung (7).

Bei dieser 13-seitigen Veröffentlichung scheint es sich um sowas wie ein Standardwerk zu handeln. Es wird sowohl die Blut-Hirn Schranke genau behandelt wie auch alle anderen physiologischen und neurologischen Zusammenhänge. Ich will hier nur kurz die Schlussfolgerungen des Max-Planck-Institut für neurologische Forschung aus (7) zusammenfassen:

Gegenwärtig gibt es kaum Hinweise darauf, dass eine gepulste oder kontinuierliche Mikrowellenexposition bei Leistung und Frequenzen im Zusammenhang mit der Mobilkommunikation die Funktionsfähigkeit und strukturelle Integrität des Gehirns beeinträchtigen könnte. Unter experimentellen Bedingungen konnten die meisten der bisher gemeldeten positiven Ergebnisse auf thermische Effekte zurückgeführt werden. Es ist unwahrscheinlich, dass solche Effekte bei regelmäßiger Verwendung von Mobiltelefonen auftreten, da die emittierte Gesamtleistung viel zu niedrig ist, um die Körpertemperatur zu erhöhen, und weil lokale Erhöhungen der Gehirntemperatur, falls vorhanden, durch die thermostabilisierende Wirkung des zirkulierenden Blutes verhindert würden.

Andere biologische Störungen, die unter Versuchsbedingungen beobachtet werden, können mit verfahrensbedingten Nebenwirkungen wie Immobilisierungsstress zusammenhängen, unter denen nicht betäubte Tiere leidenVersuchsanordnungen sollten daher so konzipiert werden, dass die tatsächlichen Expositionsbedingungen für menschliche Benutzer von Mobilkommunikationssystemen nachgebildet werden.

Ebenso sind Wechselwirkungen mit menschlichem Verhalten oder neurologischen Erkrankungen bestenfalls minimal. Insbesondere konnte kein signifikanter Zusammenhang mit der Inzidenz oder dem Wachstum von Hirntumoren unter experimentellen oder klinischen Bedingungen hergestellt werden.Negative Daten schließen die Möglichkeit geringfügiger mikrowelleninduzierter biologischer Wirkungen auf das Gehirn nicht aus. Je geringer diese Nebenwirkungen sind, desto geringer ist ihr Beitrag zum kombinierten Gesundheitsrisiko, das andere Umwelteinflüsse auf das Gehirn ausüben können. Diese Schlussfolgerung steht möglicherweise im Widerspruch zu den offensichtlichen, aber wenig untersuchten Stressreaktionen, die viele Personen erfahren, wenn sie sich über rücksichtslose Benutzer von Mobiltelefonen ärgernBeträchtliche Gesundheitsrisiken ergeben sich auch aus der hohen Anzahl von Verkehrsunfällen, die durch Mobiltelefonie während der Fahrt verursacht werden.Weitere Forschungen sollten sich daher auf diese indirekten Auswirkungen der Mobiltelefonie konzentrieren, die sich letztendlich als schwerwiegendere Belastung für die Gesundheitssysteme herausstellen können als die vermutlich vernachlässigbaren biologischen Störungen.

Professor Sultan Ayoub Meo will seine Studie mit einer weiteren wichtigen amerikanischen Veröffentlichung belegen. In dieser Studie wurde schon 2004 gezeigt, dass die aktuellen Beweise für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Krebs und Exposition gegenüber Hochfrequenzenergie schwach und nicht überzeugend sind (8).

Fazit aus der Recherche von Januar-August 2019

Die einzige wissenschaftliche Veröffentlichung von 2019 die den Mobilfunk kritisch sieht, hat nicht nur keinerlei Beweise für die Behauptung, sondern in den zitierten Journals steht auch das Gegenteil der Behauptung.

Umweltauswirkungen

Die siebente Veröffentlichung dieses Jahr, die ich zu diesem Thema gefunden habe, war ein hoch interessanter Übersichtsartikel über verschiedene Strahlungen und deren Auswirkungen auf Insekten (9).

Jedem Interessierten rate ich, diesen Artikel mal anzuschauen. Es wird einsichtlich in Diagrammen erklärt, was es überhaupt für Strahlung gibt und wie sich sich auswirken.

Was bei dem Artikel deutlich raus kommt:

Die Lichtverschmutzung ist unser größtes Problem!

Zusammenfassung

Es gibt entgegen vielen Behauptungen einen wissenschaftlichen Konsens in Sachen Mobilfunk. Von daher hat die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) natürlich recht. Ich empfehle dringend allen, die sich erst mal einen Überblick auf Deutsch verschaffen wollen die Lektüre des hervorragenden Artikels von Andreas Hirstein am 27.04.2019 in der NZZ

Literatur

(1) Headache, tinnitus and hearing loss in the international Cohort Study of Mobile Phone Use and Health (COSMOS) in Sweden and Finland (July 2019); International Journal of Epidemiology; Anssi Auvinen et al.; https://doi.org/10.1093/ije/dyz127

(2) Uncertainty Analysis of Mobile Phone Use and Its Effect on Cognitive Function: The Application of Monte Carlo Simulation in a Cohort of Australian Primary School Children (July 2019);
Int. J. Environ. Res. Public Health 2019, 16(13), 2428; https://doi.org/10.3390/ijerph16132428

(3) Radio Frequency Electromagnetic Fields Exposure Assessment in Indoor Environments: A Review (März 2019)
Int. J. Environ. Res. Public Health 2019, 16(6), 955; https://doi.org/10.3390/ijerph16060955

(4) Brain and Salivary Gland Tumors and Mobile Phone Use: Evaluating the Evidence from Various Epidemiological Study Designs. (April 2019); Annual Review of Public Health Volume 40, 2019 Röösli, pp 221-238;
https://www.annualreviews.org/doi/full/10.1146/annurev-publhealth-040218-044037

(5) Mobile phone use and incidence of brain tumour histological types, grading or anatomical location: a population-based ecological study. (Dezember 2018); Public health; Ken Karipidis et al;
https://bmjopen.bmj.com/content/8/12/e024489.long

(6) Mobile Phone Base Station Tower Settings Adjacent to School Buildings: Impact on Students‘ Cognitive Health (Januar 2019); American Journal of Men’s Health; Sultan Ayoub Meo et al
https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1557988318816914

(7) Effects of Electromagnetic Radiation of Mobile Phones on the Central Nervous System (2003); Bioelectromagnetics 24:49 ^ 62 
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/bem.10068

(8) Mobile phones, mobile phone base stations and cancer: a review (2005); International Journal of Radiation Biology https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09553000500091097

(9) Risk to pollinators from anthropogenic electro-magnetic radiation (EMR): Evidence and knowledge gaps; Science of The Total; Volume 695, 10 December 2019; Environment
https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2019.133833

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