Raupen

Liebe Bürgerpostleser, 

dieses Mal möchte ich vier aktuell vorkommende Raupen vorstellen. Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert von Farben und Formen dieser Entwicklungsstufe der Schmetterlinge. Die Fotografien von Bild 1 und 2 gehören der gleichen Art, dem kleinen Nachtpfauenauge. Ein Bild ist vom Belchen und das andere von der Sperbelhalde. Die intensivere Färbung der Raupe von der Sperbelhalde kommt vermutlich von der erst kurz zurückliegenden Häutung her, die die Raupen durch das Größenwachstum mitmachen müssen. Welcher Vogel will so eine behaarte Raupe fressen? Der Hammer ist, dass die Falter keine Mundwerkzeuge haben und daher nur wenige Tage leben können. Ihr Dasein beschränkt sich einzig und allein auf die Fortpflanzung. Die Männchen sind tagaktiv, im Gegensatz zu den nachtaktiven Weibchen. Die Männchen finden ihre Geschlechtspartner durch vom Weibchen ausgesandte Lockstoffe, die sie mit ihren großen Fühlern kilometerweit riechen können. Da die Weibchen tagsüber nur sitzen und nicht davonfliegen, ist ihre Ortung nur eine Frage der Zeit. Was sagt man dazu?


Die nächste Raupe schickte mir Rebecca Weber aus dem Dreisamtal als Foto. „Was ist das Gruseliges?“, schrieb sie dazu.  Bei www.Schmetterling-raupe.de recherchiert, war bald klar, dass es eine Lindenschwärmerraupe ist. Sie war etwa 6 cm lang und „angriffslustig“. Wissen Sie wieso? Weil sie sich bald verpuppen wollte und da will sie nicht gestört werden. Der Haken am Raupenende ist nicht schlecht, finden Sie nicht auch?

Lindenschwärmer

Das nächste Foto stammt auch vom Belchen. Die Raupe war an dem dürren Stengel dermaßen gut getarnt, dass ich mich selber wunderte, dass ich sie entdeckte. Hier fragte ich Walter Schön, den Betreiber der Webpage. „Kleespinner“ war seine Antwort. Neben der Tarnung ist sie auch durch ihre Behaarung gut geschützt.

Kleespinner

Das letzte Exemplar fand ich im Bräunlinger Wald beim Fressen an einem Haselnussstrauch. Auch da habe ich nachgefragt bei Walter Schön, seine Antwort lautete: „Daraus wird ein C-Falter.“ Schauen Sie, wie akrobatisch die Raupe sich unter dem Haselnussblatt bewegen kann, wir wären schon zigmal heruntergefallen. Wie Gräten stehen die Verästelungen vom Körper ab. Wie das wohl aussieht, wenn sie sich häuten muß?

C-Falter

Herzliche Grüße
Franz Maus

Honigtau

Liebe Bürgerpostleser, 

nach den Schwärmern mal etwas anderes. Am 2. und 3. Juni 2022 ist mir beim Fahrradfahren ins Geschäft und nach Hause aufgefallen, dass unter wenigen Bäumen die Teerfarbe richtig schwarz beziehungsweise gräulich eingefärbt war.


Das hat natürlich meine Neugier geweckt und ich habe die Blätter angeschaut, die haben richtiggehend geglitzt.

Wer erfreut sich an der süßen Flüssigkeit?

Lindenblatt

Ich bin gespannt, ob Sie erkennen, dass das kein Käfer ist, sondern eine Larve, die zu den asiatischen Marienkäfern gehört. Fällt einem da noch etwas ein? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie auf den Saft aus ist, es könnte auch etwas anderes sein. Auf der Espe sieht man, dass die Flüssigkeit auch grau sein kann und nicht nur farblos.

Espenbaum

Jetzt die spannende Frage, wo kammt das Phänomen her, wie entsteht es? Aus Wikipedia kommt als Antwort, dass „Honigtau“ die Bezeichnung für diese Flüssigkeit ist. Es wird von verschiedenen Insekten, vor allem Blatt-, Schild- und Mottenschildläusen und Zikaden als zuckerhaltiges Produkt ausgeschieden. Diese Insekten ernähren sich vom Saft aus den Siebröhren verschiedener Pflanzen und durch den hohen Druck in diesen Röhren nehmen die Tiere viel Flüssigkeit auf und geben diese in Form von Honigtau wieder ab. 

Dieser Honigtau bildet die Nahrungsquelle für viele Insekten. Ameisen halten sich Blattläuse wie Milchkühe. Die meisten anderen lecken den Honigtau von Blättern oder Nadeln ab. Er ist reich an Zuckern, vor allem an Frucht-, Trauben- und normalem Zucker, daneben kommen auch Maltose, Fructomaltose und Melezitose sowie weitere Oligosaccharide in kleineren Mengen vor. Daneben enthält der Honigtau auch Fermente, organische Säuren, Vitamine und Adenosinphosphate.

Mögen Sie auch den Waldhonig so, wie ich es tue? Jetzt kommt seine Entstehungsgeschichte. Denn Honigbienen sammeln gelegentlich Honigtau statt Nektar. Dieser stellt dann die Grundlage für verschiedene Honigsorten dar, die als Blatt-, Tannen- oder Waldhonige bezeichnet werden. Die Farbe und das Aroma dieser Honige variieren je nach Herkunft sehr stark, vor allem bei den von Tannen und Fichten stammenden Waldhonigen. Auch einige Hummelarten sammeln Honigtau. 

Für den Imker ist Waldhonig aber dann ein Problem, wenn der Dreifachzucker Melezitose einen Anteil vom 10 bis 12 Prozent übersteigt. Dann entsteht Zementhonig, der nicht aus den Waben zu bekommen ist. Das ist überhaupt nicht schön. Ich kann mich noch gut erinnern, Ende der 60er Jahre half ich meinem Opa beim Imkern. Es herrschte zunächst große Freude, als die Völker pro Tag 2 kg Honig zunahmen. Leider war es Zementhonig, es war zum Weinen. 

Eine Frage ist noch offen, was frisst die Larve auf dem Lindenbaumblatt wirklich oder noch? Ich denke, auf jeden Fall auch die Insekten, die Honigtau herstellen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Ligusterschwärmer

Liebe Bürgerpostleser,

am Vatertag vormittags war ich unterwegs auf der Sperbelhalde, einem kleinen aber feinen Naturschutzgebiet beim Schächer. Ich bin immer wieder fasziniert, was dort alles zu sehen ist. Unter anderem diesen ruhig da sitzenden großen Falter am unteren Bereich eines Holzpfostens. Es gehört Glück dazu, so etwas nicht zu übersehen. Ich denke, die meisten wären dran vorbeigelaufen. Wissen Sie, was es ist? Es gibt zwei Nachtfalter, die es sein könnten, ein Winden- oder ein Ligusterschwärmer. Aufgrund des dunklen Oberkopfes ist es eindeutig ein Ligusterschwärmer. Er übertagt bewegungslos an dem Pfosten, um in der Dämmerung aktiv zu werden. Mit der Zeit dämmerte es mir, dass ich vor knapp elf Jahren schon einmal eine Begegnung mit ihm hatte. Und zwar nicht mit einem, sondern mit zweien, genauer gesagt mit einem Paar bei der Paarung, siehe Bild 3 und 4. Damals stand sogar ein kleiner Beitrag im Südkurier am 7.Juli 2011. Die Paarung fand an einem Brett eines hölzernen Gartenzaunes statt und dauerte damals über 24 Stunden. Was sagt man auch dazu. Wir kennen das ja schon vom Kiefernschwärmer. Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 200 Eier an den Fresspflanzen ab, die da sind, Liguster, Flieder und Eschen.

Der Ligusterschwärmer ist in Europa weit verbreitet. Die Körperlänge beträgt bis zu 6 cm und seine Flügelspannweite reicht von 8 bis 12 cm. Also ganz schön groß. Zum Vergleich, das Tagpfauenauge erreicht nur 5 bis 5,5 cm Spannweite. Der Ligusterschwärmer fliegt ab Mai bis Mitte des Sommers. Die Flugbewegungen des Ligusterschwärmers erinnern stark an einen Kolibri. In diesem Schwirrflug saugt er dann mit seinem fast körperlangen Rüssel den Blütennektar auf. Daher sind die Falter auch für ihre schnellen Flügelschläge bekannt, mit denen sie ein lautes „brummendes“ oder auch „summendes“ Geräusch verursachen. Man könnte sie leicht mit einer Hornisse oder einem Junikäfer verwechseln.

Also, wenn es in der Dämmerung brummt, auch daran denken, dass ein Ligusterschwärmer unterwegs sein könnte. Der Name rührt übrigens daher, dass die Raupe sich am liebsten von Ligusterblättern ernährt.

Jetzt fiel mir noch etwas ein, am 17. August 2006 konnte ich diese herrliche Ligusterschwärmerraupe fotografieren, knapp 10 cm lang und mit Stachel am Ende. Da war sie kurz vor dem Verpuppen.

Das musste doch noch dazu, finden Sie nicht auch?

Herzliche Grüße

Franz Maus

Kieferschwärmer

Liebe Bürgerpostleser, 

am Samstag, den 7. Mai 2022 besuchte uns Bernd Münzer. Seltsamer Weise hatte er ein Tontöpfchen dabei und ich war gespannt, was er mitgebracht hatte. Diesen schönen Falter. Was für einer ist das? Es war relativ schnell klar, dass es ein Kiefernschwärmer ist. Aber, was meinen Sie, ein Weiblein oder ein Männlein? Die Auflösung kommt später. 

Erinnern Sie sich noch an die Raupe des Kieferschwärmers? Ich hatte Sie beim Beitrag im Oktober 2021 über Raupen aufgeführt. Kollegin Annegret Schulze hat das Bild geschossen und zur Verfügung gestellt. Bis 8 cm lang kann die Raupe werden, in dem Stadium auf dem Bild war sie kurz vor der Verpuppung. Sie verpuppt sich unter Moos in der Nähe ihrer Futterpflanze und überwintert in der Puppenform oft zwei Winter lang. Der Hammer, oder? Ja, aber nicht außergewöhnlich. 

Der Name des Falters kommt von der Raupennahrungspflanze. Bis zu 100 Eier legt das Weibchen auf Nadeln junger Triebe von Kiefern, Fichten und gelegentlich Lärchen. Die jungen Raupen fressen tagsüber sehr träge. Die Paarung erfolgt in einem Baum in der Nähe des Schlupfortes des Weibchens und dauert von Nachts bis zur Dämmerung des nächsten Tages. Gigantisch, aber auch nicht ungewöhnlich bei Faltern. Es sind Nachtfalter, die tagsüber gut getarnt an Kiefernstämmen übertagen. Nachts wird an stark duftenden Pflanzen wie zum Beispiel der Heckenkirsche Nektar gelabt. Von der Größe her beträgt die Flügelspannbreite 7 bis 9,6 cm, also nicht gerade klein. Von Mai bis Juli sind die Falter aktiv. 

Interessant ist, dass es spezialisierte Feinde gibt: Schlupfwespen und Raupenfliegen legen Ihre Eier in die Raupen, die dann in ihnen parasitieren und sie töten. Auch ein Pilz, die Puppenkernkeule wächst in den Puppen und tötet sie ebenfalls ab. Der Pilz bildet dann an der Körperoberfläche der Puppen seine keulenförmigen und gelborangen Fruchtkörper aus (Wikipedia).

Zum Schluss die Antwort auf die Frage nach dem Geschlecht des Falters, er ist ein Männlein. Zu erkennen an den gezackten Fühlern, die Weibchen haben glatte.

Vielen Dank an Frau Schulze und Bernd Münzer für die Bereitstellung von Raupe und Falter.

Herzliche Grüße

Franz Maus

Feldhasen

Liebe Bürgerpostleser,

als ich am Dienstag, den 10. Mai mit dem Fahrrad ins Geschäft fuhr, hatte ich ein tolles Erlebnis zwischen Hausen vor Wald und Hüfingen gegenüber dem Fahrradweg. Drei Hasen jagten auf einem Acker hintereinander her. Ich näherte mich vorsichtig, stoppte in passendem Abstand, holte die Telekamera hervor und konnte etliche Bilder schießen. Die zwei besten will ich Ihnen präsentieren. Auf Bild 1 sieht man die drei Hasen mit rasanter Geschwindigkeit in einer Linie hintereinander herjagen. Beim ersten sieht man die deutlich längeren Hinterläufe, weshalb Hasen „hoppeln“. Beim dritten Hasen muss man genau schauen, um die nach vorne gerichteten Hinterläufe zu erkennen. Über kurze Strecken kann der Feldhase sehr schnell sein, bis zu 80 Stundenkilometer. Gefällt Ihnen diese Dynamik in der Aufnahme? 

Ehrlich gesagt, auf Bild 2 hatte ich gehofft und es ging in Erfüllung. Es war das Abschlussbild. Fantastisch, finden Sie nicht auch? Zwei Hasen, die sich aufrichten und mit den Vorderläufen boxen, der dritte scheinbar unbeteiligt dem Geschehen zu schaut. Klarer Fall, zwei Hasenmänner kämpfen um die Gunst des Hasendame. Jetzt aufgepasst, das könnte so sein. Es könnte aber auch sein, dass die Hasendame mit einem der Herren kämpft, das gäbe es bei Hasen auch. Potz Blitz, wer hätte das gedacht?  Mit diesem Verhalten soll die Berührungssperre der sonst einzeln lebenden Hasen überwunden werden. Die Wahl des Partners liegt bei der Häsin. Innerhalb kürzester Zeit paart sie sich mehrmals, so dass selbst innerhalb eines Wurfs Mehrfach-Vaterschaften vorkommen können. Sehr außergewöhnlich ist, dass die Häsin während der Tragezeit erneut trächtig werden kann und sich Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien in ihrer Gebärmutter befinden. In der Wissenschaft nennt man das Superfötation. Feldhasen brauchen nichts zu trinken, weil der Wasserbedarf durch die Nahrungsaufnahme gedeckt wird. Bei uns Menschen unvorstellbar.
Außerdem bildet sich im Blinddarm des Feldhasen ein vitaminreicher Nahrungsbrei. Nach der Ausscheidung nimmt er diesen speziellen Kot wieder auf und deckt so seinen Vitamin B und K -Bedarf (Caecotrophie). Ein weiterer Feldhasenhammer.

Feldhasen soll es in Deutschland 3 Millionen geben, es waren schon weniger. Trotzdem gehören sie in die dritte von vier Stufen der Gefährdung. 

Ich habe mich riesig gefreut, dass ich – wie so oft – Glück hatte mit dieser Hasenbegegnung.

Herzliche Grüße

Franz Maus

Kurzdeckenbock 

Liebe Bürgerpostleser, 

was sagen Sie zu dem schönen Kerle? Jetzt könnte jemand fragen, wieso ich von einem Kerle spreche und nicht von einer Dame, oder? Überlegen Sie einmal kurz, vielleicht kommen Sie drauf, die Lösung folgt bald. Die Käfer entwickeln sich in relativ schwach dimensioniertem, bereits abgestorbenem Nadelholz und sind weit verbreitet. Sie besiedeln häufig die Kronenbereiche der Bäume, so dass sie am ehesten in Häusern gefunden werden, wo überwinternde Käfer aus eingetragenem Brennholz schlüpfen. Was denken Sie, wo ich ihn gefunden habe? Im Holzraum, in dem ich am 29. April wegen der Aprilkälte Holz für den Kachelofen herrichtete, sah ich ihn mit meinen Adleraugen, denn er ist nur etwas größer als ein Zentimeter. Und ich war natürlich erstaunt. 

Es ist ein Weißlinierter Kurzdeckenbock (Molorchus minor). Er ist anhand seiner verkürzten Flügeldecken mit den zwei weißen Linien, den verdickten Schenkeln und seiner langen, dünnen Fühler gut zu bestimmen. Die Flügel enden vor den Hinterbeinen, voll krass. Und nun wird die Frage nach dem Geschlecht beantwortet: Die Fühler des Männchens erreichen fast die doppelte Körperlänge. Die des Weichens sind deutlich kürzer. Nicht schlecht der Kerle, der  Weißlinierte Kurzdeckenbock, finden Sie das auch?

Herzliche Grüße
Franz Maus


Blaue Pollen

Liebe Bürgerpostleser, 

jetzt kommt etwas nach dem abgewandelten Motto, „der Laie staunt und der Fachmann wundert sich nicht“. Wenn ich Sie gefragt hätte, was für eine Farbe haben die Pollenpakete an den Beinen der Bienen, was hätten Sie geantwortet? Ich behaupte frech, alle hätten gelb gesagt. Wenn ich gefragt hätte, ob auch andere Farben möglich sind, hätten einige wenige, die Fachfrauen, mit ja geantwortet. Ich gehörte bis zu diesen Aufnahmen zu den Laien. Eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, war nicht leicht. Eine lautete, das sei eine optische Täuschung. Das wiederum glaubte ich nicht. 

Dann kam mir die Idee, einen Imker zu befragen, der könnte so etwas wissen. Also wandte ich mich an Christoph Kuttruf aus Ewattingen, der ein großer Naturfreund und Bienenbesitzer ist. Und er schrieb mir, dass das die Pollen der Traubenhyazinthe seien, die blau gefärbt sind. In Bild 3 habe ich eine Blüte halbiert und man sieht, dass die Staubbeutel auf jeden Fall nicht gelb sind. Durch das blütenstetige Sammeln der Bienen an den Blüten der gleichen Art kommt es zu einer Anreicherung von blauen Pollen an den Bienenbeinen. Ist das nicht der Hammer? Bild 1 zeigt die linke und Bild 2 die rechte Seite der Biene, also schön ausgeglichen das Ganze, damit die Biene beim Fliegen nicht das Gleichgewicht verliert. 

Bekannte Blaupollenpflanzen sind die Phacelia, auch Büschelschön genannt und der Natternkopf. Auf Bild 4 sieht man schön die blauen Staubbeutel der Phacelia bei meinem Zwischenfruchtanbau im Garten im letzten Jahr. Die Biene ist vermutlich erst am Beginn ihrer Tätigkeit, sie hat noch keine Pollen gesammelt. 

Im Internet gibt es große Tabellen, welchen Pollenfarben verschiedene Pflanzen haben. Ich war richtig erstaunt.

Rasenspatzen und Wendehals

Liebe Bürgerpostleser, 

haben Sie eine Vorstellung, was die Spatzen auf unserem Rasen machen? Sie versammelten sich nicht am Futterhaus, sondern in Scharen auf dem Rasen. Ich erzähle und Sie machen sich Gedanken: Am Samstag, den 26. März wurde unser Rasen vertikuliert. Es gab schon einiges Moos zum Wegfahren auf die Kompostanlage. Kurz vor dem großen Regen habe ich dann 4 kg Rasensamen gesät. Muss ich weitererzählen? Die Vögel haben es irgendwie mitbekommen und hatten natürlich Ihre Freude daran. Anita meinte, sie kauft noch eine Runde Rasen, ich jedoch bin der Meinung, dass die Spatzen niemals alles fressen können und noch genügend anwachsen wird. Dr. Otto Kötteritzsch kommentierte zielsicher mit 99 Jahren: „Die haben Dich beobachtet, als Du gesät hast, das nächste Mal musst Du um Mitternacht streuen. Dann passiert nichts“. Andere sagten, wir haben Katzen, da gibt’s so etwas nicht. Tatsache ist, dass ich so etwas noch nie erlebt habe, obwohl ich schon ab und zu Rasen nachgesät habe. Lustig und spannend, was da noch passieren wird. 

Gestern Abend schaute ich in den Garten und erblickte einen Vogel im Rasen, bei dem ich kurz überlegen musste, was es ist. Zunächst dachte ich an einen Spatz, aber er war etwas größer und anders gefärbt. Erkennen Sie ihn schon? Ich habe vor drei Jahren über ihn geschrieben, als beim Landratsamtsparkplatz sogar zwei Exemplare sich zeigten. So nebenbei gesagt, ich dachte zunächst es sei ein, höchstens zwei Jahre her, aber auf keinen Fall drei, wie schnell halt die Zeit vergeht. Auf dem ersten Bild zeigt er, wieso er Wendehals heißt, ein geflügeltes Word aus der Wendezeit vor über dreißig Jahren. Und Gottlieb Wendehals ist auch vielen bekannter als der Vogel Wendehals. Der Zugvogel ist bei uns recht selten, umso mehr habe ich mich gefreut, dass er kurz vorbeigeschaut hat. Es gibt nur wenige Brutpaare bei uns, am liebsten hat er Streuobstwiesen mit reichlich Ameisenvorkommen. In der Mundelfinger Jungviehweide habe ich ihn schon über den Sommer gesehen und gehört. Sein Ruf ist eindringlich „gig, gig, gig, gig“, dann ist für mich sonnenklar, der Wendehals ist da. Vielleicht achten Sie in nächster Zeit etwas auf ihn, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diesen Burschen beobachten könnten. Eins war auch klar, er hat auch im Rasen herumgepickt, aber da weiß ich genau, dass er nach Ameisen gepickt hat und nicht nach Rasensamen.

Herzliche Grüße

Franz Maus

Elstern

Liebe Bürgerpostleser, 

das hätte ich im Leben nicht gedacht, dass ich zum Thema Elstern und Nestbau einmal etwas schreibe. Aber hören Sie zu: Aus meinem Isolationszimmer hatte ich beruflich über online noch zu arbeiten. Dabei ist mir ein Elsternpaar aufgefallen, das von der Giebelseite her mit Geäst im Schnabel in nordöstliche Richtung flog. Schlagartig war mir klar, dass eine Fichte in Nachbars Garten das Ziel war und der Zweck ein Nestbau. Das zu beobachten, machte meine Isolation bedeutend interessanter. Das Bild unten zeigt das Paar gemeinsam vor dem Nest, der obere Vogel mit einem Zweig im Schnabel. Was ich etwas unheimlich finde ist, wie schwierig es ist, das schwarze Auge im schwarzen Federkleid zu lokalisieren. 

Hätten Sie gedacht, dass ein Elsternpaar das Leben lang zusammenbleibt? Sie können bis zu 15 Jahre alt werden. Der Nestbau geht schnell von Statten. Das hat einen Grund: Ein Elsternpaar baut gleichzeitig bis zu vier/fünf Nester und bezieht zum Schluss das, was ihnen das Sicherste zu sein scheint. Ich wette schon mal, dass dieses Nest bezogen wird, es gibt nicht besseres.

Das nächste Bild zeigt die große Dimension des Nestes. Als einzige Art bauen Elstern ein Dach über das Nest, das ist doch der Hammer. Und der Eingang ist von der Seite, sehen Sie es rechts, wie die Elster das Nest betreten will? Interessanter Weise im Osten, bei uns nicht die Hauptwindrichtung. Ja die denken etwas beim Bauen.

Bild 3 ist ein Ausschnitt von Bild zwei. Schauen Sie sich den Schwanz an, er ist sehr lang. Man vermutet, dass als eine Anpassung ist, damit sie auf Wildpferderücken besser die Balance halten können, wenn sie diese von Insekten befreien. Das ist doch wieder einmal etwas Gigantisches. Es zeigt aber auch, dass die Schwanzfedern schön gestaffelt lang sind, von außen kurz, innen lang und auf der anderen Seite nach außen wieder kurz. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Bild 4 zeigt eine Elster, wie sie sich müht, den Eingang zu gestalten. Das Bild habe ich eingestellt, um zu sehen, wie farbenprächtig Flügel und Schwanz bei Sonnenbestrahlung sind, herrlich bläulich der Flügel und grünlich der Schwanz, ist Ihnen das schon einmal aufgefallen?

Es soll etwa 450.000 Elsternpaare in Deutschland geben und zum Vergleich über 8.000.000 Amsel- und 380.000 Mönchgrasmückenpaare. Elstern sind Allesfresser, Jungvögel und Eier stehen leider auch auf dem Speiseplan. Sie sind sehr intelligente Vögel und luchsen anderen Jägern wie Füchsen auch etwas ab. Sie dürfen außerhalb von Ortschaften zu bestimmten Jagdzeiten bejagt werden. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Ende März

Liebe Bürgerpostleser, 

zuerst zwei Aspekte zum Pfad in den Wutachflühen. Dort sind wir am 16. März eingetaucht. Die Inhalte der beiden ersten Bilder hatten wir schon einmal, kennen Sie noch die gelbe Masse an einem toten Stamm? Es ist die gelbe Lohblüte auch Hexenbutter genannt, ein Schleimpilz. So was muss man gesehen haben. Ich bin aber überzeugt, dass die wenigsten ihn gesehen haben.

Das zweite Bild zeigt den Pupurroten Becherling. Es gibt ihn in den Flühen fast wie Sand am Meer, aber nur fast. Der Grund, wieso ich ihn nochmals zeige, ist, dass ich bisher dachte, der wächst aus dem Boden heraus. Aber nein Pustekuchen, er wächst aus solchen abgestorbenen Ästen, wie ich es mehr zufällig herausgefunden habe.

Das dritte Bild zeigt etwas, was wir alle wahrscheinlich noch nie in der Intensität erlebt haben, voll konzentrierter Saharastaub ohne Ende am 15. März 2022. Etwa vor einem Jahr war das Thema in der Bürgerpost. Da sind viele Tonnen über Deutschland heruntergegangen.

Das vierte Bild entstand am 12. März beim Warten vor der Metzgerei Armin Schmid in Riedböhringen. Auf einer weißen Mercedeshaube sah ich etwas Erstaunliches, zwei sich paarende Fliegen. Das überraschte mich anständig, weil ich nicht dachte, dass die, kaum ist der Winter vorbei, schon Lustgefühle ausleben. Gottfried Stutz aber auch, finden Sie das nicht auch? Nun, ich musste nachschauen wegen des Größenunterschiedes und tatsächlich sind die Weibchen anständig größer als die Männchen. Haben Sie das schon gewusst? „Es dauert ungefähr 15-20 Minuten, um die Kopulation abzuschließen. Die Weibchen legen etwa 400 Eier auf verrottende Früchte und verfaulende Pilze. Die Größe eines Eies ist ungefähr 0,5 mm lang. Bis zum Schlüpfen dauert es normalerweise nur 12-15 Stunden“, das ist ja der Hammer.

Herzliche Grüße

Franz Maus

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