Nebel

Liebe Bürgerpostleser,

was sagen Sie zu dem Bild unten? Ich denke, dass keiner von Ihnen den Fürstenberg je so gigantisch gesehen hat. Vielleicht täusche ich mich aber auch, dann würde ich mich über Rückmeldungen freuen. Die Aufnahme ist etwa 14 Tage alt und von Andrea Meyer aus Behla aufgenommen worden, ein beeindruckender Schnappschuß. „Das muss ich Dir zeigen“, sagte sie nach dem Gottesdienst zum Bruderschaftsfest in Hausen vor Wald. Wenig später erhielt ich das Bild und ich war begeistert. Relativ schnell frug ich sie, ob ich es für einen kleinen Beitrag nutzen kann, natürlich mit ihrer Autorennennung. „Das kannst Du gerne machen“, antwortete sie.

Dass Nebel entsteht, wenn die Luft den Wasserdampf nicht mehr halten kann, ist Fakt. Genauso bekannt ist, dass das Wasserdampfhaltevermögen der Luft abhängig ist von der Temperatur. Je kühler es ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Nebel bildet. Und kühle Luft ist schwerer als warme, deshalb ist der Nebel gehäuft in Talsenken. Soweit so gut. Man kann zum Bild sagen, dass in der Baarmulde sich aus besagten Gründen kein Nebel gebildet hat. Er zieht vermutlich vom Aitrachtal über Hondingen an den Fürstenberg. Ich verstehe den Nebel am Fuße das Berges, dass er aber mit Wucht über den Fürstenberg zieht, ist mir etwas unerklärlich. Das macht aber das Besondere an diese Bild aus. Was mir als Erklärung einfällt ist, dass der Nebel durch Windbewegung über den Berg geflutet wird.

Sei es drum, ein herrliches Bild und vielen Dank Andrea für die Überlassung des Fotos!

Das Bild ganz oben zeigt eine Inversionswetterlage am Hochrhein von Hotzenwald aus aufgenommen mit Blick in die Schweizer Alpen. Das Rheintal ist wie eine Badewanne gefüllt mit Nebel und diese Situation kann sich wochenlang hinziehen. Schön für die oberhalb des Nebelmeers, schlecht für die in der Nebelsuppe. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Und hier noch ein Bild von Fürstenberg aus ähnlicher Perspektive während Vollmond von Thomas Kring

Watvögel

Liebe Bürgerpostleser,

über so etwas, was sich Ende August/Anfang September abspielte, muss man einfach schreiben. Hauptpunkt waren sehr starke Niederschlage ab dem 18. August in Donaueschingen, sage und schreibe 206 Liter pro Quadratmeter, davon 137 Liter am 18. und 19. August. Zum Vergleich waren es in Hausen vor Wald nicht einmal die Hälfte bei nur 10 Kilometer Abstand. Der absolute Hammer. Was normal ist, dass dabei die „Bolkart“ Wiese beim Pferdekreisel zum Teil unter Wasser steht. Was mich irritiert hat, dass das Wasser sich nicht in der gewohnten Geschwindigkeit zurückzog. Noch heute, am 13. September, ist nicht alles weg.

Der Grund ist im Bild oben zu sehen, ein Biberdamm in der Stillen Musel hat den Wasserstand deutlich erhöht und lässt das Wiesenwasser verlangsamt abfließen. Also diese Situation hat dazu geführt, dass im Höchstfall 113 Störche sich zum Festmahl auf der Wiese aufhielten, ein tolles Bild. Wochenlang verweilten sie, die Zahl reduzierte sich auf 25.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt der Großvögel. Sehen Sie, dass da noch eine andere Art sitzt? Ich denke, Sie erkennen, dass in der Mitte ein junger Schwarzstorch hockt, er war weit und breit der einzigste. Jung deshalb, weil er noch einen grünen Schnabel hat. Jetzt kommt der zweite Teil der Geschichte. Beim Beobachten stellte ich fest, dass etliche Watvögel anwesend waren, die allerdings meistens die Flucht ergriffen, wenn ich mit meinem Fahrrad auftauchte.

Dann war ich dankbar, dass ich Professor Helmut Gehring am Ort des Geschehens traf, ein exzellenter Kenner der Watvögel, auch Limkolen genannt. Er kennt die Arten auseinander, da kann man nur staunen. Ich schickte ihm meine Bilder und dankenswerter Weise betimmte er die teilweise „Die Watvögel nutzen die Gewässer der Baar als Trittsiegel auf Ihrem Zug von teils ganz im Norden in den Süden. Eine solche Ansammlung, wie zur Zeit auf der „Bolkart“ Wiese habe ich noch nie erlebt“. Er hat vom 31. August bis zum 4. September zehn Arten gezählt mit folgenden Tierzahlen: 6 Grünschenkel, über 20 Bekassinen, 8 Waldwasserläufer, 4 Bruchwasserläufer, 2 Dunkle Wasserläufer, 2 junge Kampfläufer, 4 Alpenstrandläufer, 1 Sandregenpfeifer, 1 junger Flussregenpfeifer und 1 Flussuferläufer.

Er war begeistert. Am 9. September hatte ich Fotoglück, denn auf dem letzten Bild sind drei Arten zu sehen: Links ein Bruchwasserläufer, als nächstes ein junger Sichelstrandläufer und rechts zwei Kampfläufer. Das ist doch was. „Den Sichelstrandläufer zu sehen, ist außergewöhnlich, es gibt nur wenige Beobachtungen auf der Baar“. Sprach Professor Helmut Gehring.

Bruchwasserläufer, ein junger Sichelstrandläufer und rechts zwei Kampfläufer.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Hier noch ein paar Fotos von Prof. Dr. Helmut Gehring zum Artenschutzprojekt Kiebitz Wiesenackerhof.

(Wenn man auf das Foto klickt erfährt man den Namen des Vogel)

[ngg src=“galleries“ ids=“19″ display=“pro_mosaic“]

Sänger

Liebe Bürgerpostleser,

am Freitag Nachmittag konnte ich dieses hübsche kleine Vögelein mit gut 10 cm Körperlänge in der Fenchelpflanze unserer Kräuterschnecke beobachteten. Relativ lange Zeit hielt es sich dort auf und ich konnte nahe an ihn herankommen. Wenn er doch nur einen Laut von sich gegeben hätte, wäre vollkommen klar gewesen, was für eine Art er ist. Aber nein, er hielt die Klappe, weil er sehr beschäftigt war, ich verrate es Ihnen, mit Fressen. Jetzt sind aber Sie an der Reihe, was wird er wohl gefressen haben?

Ich vermute, dass er bereits auf dem Zug Richtung Süden war. Denn Zugvögel verhalten sich auf der Strecke unbekümmeter. Deswegen gibt es dabei auch solche schöne Begegnungen. Weil ich weiß, dass die Bestimmung des Kleinvogels schwierig ist, habe ich die beiden Bilder Otto Körner, unter anderem ein Vogelexperte aus Bräunlingen, geschickt. Lesen Sie seine Antwort: „Knifflige Frage, die wir bei der Beringung in Illmitz am Neusiedler See und auf der Mettnau anhand der Einkerbungen der äußeren 4.- 6. Handschwingen unterscheiden konnten. Überaugenstreif kann bei diesjährig geborenen Vögeln fehlen, aber der dunkle Zügel vom Schnabel durchs Auge teilt den Augenring in eine obere und untere Hälfte => meine Bewertung = Zilpzalp. Liebe Grüße Otto“. Super. Sehen Sie den schwarzen Zügel? Klar doch, wenn man´s weiß. Wie gesagt, hätte der Kerle einmal seinen Ruf hören lassen, wäre es einfach gewesen: „Zilpzalp, zilpzalp, zilpzalp“.

Jetzt, haben Sie sich entschieden, was er gefressen hat? Etwa die zahlreichen Fenchelkörner? Nein, schauen Sie sich den Schnabel genauer an, das ist der Schnabel eines Insektenfressers. Was für Insekten? Das Bild oben verrät es Ihnen: Die zahlreichen Blattläuse, die die Fencheldolden besiedelt haben.

Herzliche Grüße
Franz Maus



Buchsbaumzünsler

Liebe Bürgerpostleser, 

da schickt mir doch mein norddeutscher Freund Ingo Kirchhoff ein Bild mit dem Kommentar, „das ist zur Zeit mein größter Feind. Ich bin gespannt, ob Du ihn kennst“. Ich schickte ihm das Bild rechts und schrieb, das ist der Falter, der aus Deiner Raupe entsteht, den sah ich dieses Jahr zum ersten Mal, neben der Esszimmerleuchte saß er. Erst meine Frau hat mich motiviert, ihn zu fotografieren, er sieht schon besonders aus, aber mit 4 bis 5 cm Spannbreite ist er doch relativ klein. Ich konnte Ingo imponieren, als ich ihm die Lösung nannte. Er schlug vor, einen Bürgerpostbeitrag zu machen, dem stimmte ich zu, denn es ist wieder einmal ein absoluter Hammer. 


Ich musste „meinen“ Walter Schön von www.schmetterling-raupe.de bemühen, ganz schnell kam die Antwort, Buchbaumzünsler. Haben Sie schon einmal von dem Kerle gehört? Stellen Sie sich vor, bis zum Jahre 2005 war dieser asiatische Ureinwohner kein Thema bei uns. Aber im Jahre 2006 kam er über Handelsware aus Fernost in die Häfen Basel, Grenzach-Wahlen und Kehl am Oberrhein an und schlug ein wie eine Bombe. Ruck zuck hat sich die neue Art über ganz Mitteleuropa verbreitet. Die Raupen machen Kahlfraß mit dem immergrünen, gern gesehenen Buchs. Und zwar von Ihnen heraus, so dass man es zunächst gar nicht merkt. Man muss sich wundern, dass die Raupen vom Buchs fressen nicht kaputt gehen, denn der Buchs beinhaltet sage und schreibe 70 Giftstoffe. 

Das nächste Bild zeigt das wunderschöne Gartenreich von Ingo und seiner Frau mit den schönen Buchsbaumeinrahmungen. Seit letztes Jahr hat er den Schädling, und seine Frau hängt sehr am Buchs. Deshalb unternimmt er alles, um die Raupen zu bekämpfen, er sagt ohne chemische Behandlung sieht er keine Chance. Nebenbei bemerkt, die Raupe sieht an und für sich ganz nett aus, finden Sie nicht?


Wenn man den Buchs aufmacht, so sieht man die häufigen Kotbällchen, bei den größeren Raupen – sie werden 5 bis 6 cm lang – sind sie groß, siehe Bild links und bei den kleineren Raupen sind sie klein, siehe Bild rechts. 


Jetzt noch eine kleine Geschichte. Ich habe gelesen, dass Spatzen und Meisen und noch eine Art die Raupen fressen und dass sie sich dabei nicht vergiften. Kürzlich verließ ich den Irslinger Friedhof und nun kommts: Ich registrierte einige Spatzen, die sich auf eine Buchsbaumpflanze setzten und kleine Räupchen regelrecht aus dem Buchs herausfischten. Ich war leider zu langsam, um das zu fotografieren und ich konnte nicht länger warten. Aber ich schaute in den Buchs und sah die frischen kleinen Kotbällchen und es war klar, dass die gefressenen Raupen zum Baumzünsler gehörten. 

Ich habe zu Hause unseren Buchs auf Befall untersucht, ich habe Gott sei Dank nichts gefunden. Ursprünglich hieß es, er kann nur im Flachland gedeihen. Aber das hat sich verändert. Interessant ist auch die Überwinterung, die Raupen spinnen sich im Buchsinneren ein und fangen im April wieder an zu fressen. 

Jetzt wünschen wir Ingo und uns allen, dass uns der Buchsbaumkahlfrass nicht ins Haus steht. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Graureiher

Liebe Bürgerpostleser,

wer erinnert sich noch an dieses Bild? Hand aufs Herz, wann habe ich das Bild unten aufgenommen und einen Bürgerpostbericht daraus gemacht? Ist es ein, zwei, drei oder vier Jahre her? Ehrlich gesagt, ich habe gedacht, vor einem Jahr. Aber es sind fast auf den Tag zwei Jahre her, es ist am 11. August 2020 entstanden.

Und nun kommt der Hammer. Am Freitag, den 5. August fahre ich mit meinem Pedelec – vor zwei Jahren war es mein 34 Jahre altes Tourenrad – durch den Park und denke, ich sehe nicht richtig, wieder ein Graureiher mit offenen Flügeln aber mit dem großen Unterschied, er war von vorne zu sehen. Die Entfernung war relativ gering, so dass ich vorsichtig fotografieren konnte. Denn sobald ich näher heranging, machte er seinen „Schirm“ zu und zog sich etwas zurück. An den beiden Aufnahmen sieht man Unterschiede in der Flügelhaltung. Auf dem Bild links fast wie ein Tisch und auf dem rechts etwas hochgezogen.

Es ist wiederum ein junger Graureiher, weil der Oberschnabel noch nicht gelb ist. Und dann die Frage, wieso streckt er seine Flügel auseinander Richtung Sonne? Geregnet hatte es – leider – nicht, so dass der Kerle seine Flügel nicht zum Trocknen öffnen mußte. Was mir auffiel, dass er hechelte wie ein Hund und den Schnabel leicht geöffnet hatte. Das sind Maßnahmen zur Kühlung. Vor zwei Jahren brachte mich jemand auf die Spur, dass die Flügelöffnung auch zur Kühlung dient. Es war sehr heiß am 5. August. Hühner und Gänse würden auch so etwas machen. Also nochmals diese kleine Wiederholung zur Graureiherflügelöffnung wie geschrieben, statt von hinten jetzt von vorne. Damit ist das Thema komplett abgehandelt.

Wie vor zwei Jahren könnte man auch von vorne ein exhibitionistisches Verhalten vermuten, finden Sie nicht auch?

Herzliche Grüße
Franz Maus

Das große Fressen

Liebe Bürgerpostleser, 

kurz etwas zu diesem Bild: Im Zoo zu Gelsenkirchen sind seit kurzem zwei Hinterwälderrinder. Deswegen konnte ich dienstlich dorthin reisen. Die Zoo Tierärztin Judith Wabnitz zeigte uns bei einem Rundgang auch Ihre Lieblingstiere, die wir mit einer Art Knäckebrot füttern durften. Wer von Ihnen konnte einer Giraffe schon einmal so auf Augenhöhe begegnen? Und sehen, wie riesig der Kopf ist? Die Giraffenzunge ist übrigens violett-blau und hat jemand schon einmal eine Giraffe rufen hören? Diese Frage beschäftigte meine Kollegin Christina Müller aus Südtirol. Frau Wabnitz klärte auf, dass die Giraffen auf für uns nicht hörbaren Frequenzen miteinander kommunizieren, ist das nicht ein Hammer? 

Giraffe im Zoo zu Gelsenkirchen

Die anderen Bilder handeln vom großen Fressen unter Insekten. Der eine lebt vom anderem, so ist nun mal das Lebensprinzip auf unserer Erde. Beim nächsten Bild der Krabbenspinne könnte man natürlich auch eine liebevolle Umarmung erwarten. Pustekuchen, es wird gepackt, was sich bietet. Dass sie dabei sogar das Landkärtchen, einen mittelgroßen Schmetterling überwältigen kann, hat mich sehr überrascht.


Das nächste Bild zeigt einen Schnappschuß, wie eine Springspinne eine Fliege erbeutet hat. Wenn man daran denkt, wie schwierig Fliegen zu fangen sind, muss man schon staunen. 

Springspinne erbeutet eine Fliege

Auf dem letzten Bild sieht man eine Raubfliege, die damit beschäftigt ist, eine Fleischfliege auszusaugen. Sehen Sie die effektive Umarmung? 

Raubfliege mit Fleischfliege

Diese Bilder sind innerhalb kurzer Zeit im Juni/Juli diesen Jahres entstanden und beweisen, dass die Natur sehr insektenreich ist. 

Was haben Sie für einen Eindruck? 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Netzblatt und Weisszüngel

Liebe Bürgerpostleser, 

was haben wir heute vor uns? Auf jeden Fall drei Blütenbilder. Haben wir schon einmal etwas davon präsentiert? Kommt Ihnen vielleicht etwas bekannt vor? Bild 2 und 3 gehören einer Art an, und was ist mit Bild 1? Anhand dieser Bilder ist schnell klar, dass es verschiedene Pflanzen sind. Sensationell die Behaarung der Blüten auf Bild 2 und 3, die Blüten auf Bild 1 sind total nackt. Ich sags Ihnen aber sicherheitshalber, aus zwei Meter Entfernung ist man in Gefahr, von einer Art auszugehen. Die Pflanzen sind nur etwa 15 cm hoch und die Blüten sehr klein, sagen wir mal zwei bis drei Millimeter lang. 

Weiße Höswurz (Pseudorchis albida)

Jetzt zur Sache: Bild oben ist am 6.6.2022 auf dem Belchen aufgenommen worden, ich war erstaunt. Ich wußte, dass mein alter Freund Dr. Otto Kötterizsch ein exellenter Belchenkenner ist und ich dachte, wenn er das weiß, dann ist er es wirklich. Er wußte es, ich war begeistert, Weisszüngel oder Weiße Höswurz heißt die Pflanze. Er habe Sie bei seinen früheren Aufenthalten häufig gesehen. Sie ist eine Orchidee, man höre und staune und komme auf Bergwiesen vor. Haben Sie sie schon einmal gesehen? Ich noch nie. Wie gesagt, sie ist klein. 

Die andere habe ich das letzte Jahr auf dem Tannbuel zum ersten Mal gesehen und einen Bericht gemacht. Es ist die Kriechende Netzblatt, auch eine Orchidee. Am 17. Juli 2022 war ich dort. Mehr als die Hälfte der Blüten sind schon verblüht. Dann habe ich die Aufnahme vom letzten Jahr dazugestellt, sie stammt vom 22. Juli 2021. Man erkennt die Vegetationsverschiebung zwischen den beiden Jahren, letztes Jahr eine Woche später als dieses Jahr.


Ich gebe gerne zu, dass mein Anfangsverdacht war, dass die Belchenpflanze identisch ist zur Tannbuelpflanze. Dann aber kamen Zweifel wegen des deutlich unterschiedlichen Blühzeitpunktes und den Standortunterschieden Halbschatten und lockerer Kiefernboden auf der einen Seite und unbeschattete Plätze auf der anderen Seite. Und dann natürlich noch der geniale Otto, der das Rätsel vollends auflöste. 

Jetzt noch ein aktueller Hinweis: Wer den Widerbart anschauen möchte, der muss sich sputen. Denn durch die Trockenheit ist er jetzt bereits in Vollblüte und darüber. Nachdem mich Thomas Kring gestern informierte, bin ich heute Abend in den Hüfinger Orchideenpfad und zu Beginn der hinteren Schleife stand er in bestem Abendlicht. Viele sind es nicht, umso lockender könnte ein Besuch dort sein. Der Widerbart ist eine der seltensten Orchideen Mitteleuropas und ein kleiner aber feiner Hingucker.

[ngg src=“galleries“ ids=“92″ display=“pro_mosaic“]

Herzliche Grüße
Franz Maus

Fliegende Ameisen

Liebe Bürgerpostleser, 

am Sonntag, den 3. Juli ging ich durch unseren Gemüsegarten. Dort habe ich schon länger einen Stein gelagert. Ich habe bisher nichts Besonderes um ihn herum bemerkt. Aber so um halb eins, da ging wirklich die Post ab. Fliegende Ameisen machten sich auf den Weg in die Atmosphäre, es war eine enormes Gewusele. Nun was hat es damit auf sich? Ganz einfach und doch beeindruckend, das sind die geschlechtsreifen Männchen und Weibchen, welche bereits von Geburt an auserkoren wurden, neue Ameisenstaaten zu gründen. Hoppla, was sagt man dazu?

Diese Tiere werden im Bau herrschaftlich versorgt und wachsen so zu einer stattlichen Größe heran. Nur diese speziellen Geschlechtstiere tragen Flügel. Sehen Sie auf allen drei Bildern die gravierenden Größenunterschiede zu den normalen Arbeiterinnen? Die geflügelten Ameisen warten so lange im heimischen Stock, bis an einem Tag im Hochsommer perfektes Flugwetter herrscht: trocken, warm und windstill. Genau so war es am 3. Juli. Der Hochzeitsflug der Ameisen findet synchron in mehreren Kolonien statt. Wie auf ein unsichtbares Zeichen schwingen sich dann zur selben Zeit alle Flugameisen einer Art gleichzeitig in die Luft. So kommen große Schwärme geflügelter Riesenameisen zusammen, die sehr beeindruckend sein können. Jedes Weibchen paart sich während dieses Hochzeitsfluges mit mehreren Männchen. Die Männchen sterben ab und die Weibchen beißen sich die Flügel ab und werden Königinnen. Sachen gibt’s, Flügel abbeißen, auf diese Idee muss man kommen.

Man braucht keine Angst zu haben, die Flugameisen sind vollkommen friedlich, sie beißen nicht und machen keinen Schaden. Das einzige, auf was man aufpassen sollte, dass sich die Königin nicht im Haus ansiedeln kann. 

Die Art ist die schwarzgraue Wegameise.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Kuckuck

Liebe Bürgerpostleser, 

wissen Sie, was da für ein pfiffiger Jungvogel Sie mit großen Augen anschaut? Eine Fangfrage, kann er noch mehrere Geschwister haben? Ja, bis zu 13, ist das möglich? Was meinen Sie? Ja, es ist möglich, weil es ein junger Kuckuck ist, dessen Mama sehr viele Eier einzeln in Kleinvögelgelege legt. Was dort passiert, ist dramatisch, die Eiablage ist so getimt, dass im Nomalfall der Kuckuck zuerst schlüpft und dann die anderen Eier aber auch bereits geschlüpfte Junge aus dem Nest hievt so dass er stattdessen allein aufgezogen wird. Früher meinte man, das mache nur der Kuckuck so, heute weiß man, es sind über 70 weitere Arten, die Brutparasitismus betreiben. Die Geschwisterfrage ist geklärt, aber es gibt immer nur eines in einem Gelege. Damit es den Eltern nicht auffällt, entnimmt die Kuckucksmama ein Ei aus dem Nest. Wie raffiniert, finden Sie nicht auch? 

Jetzt geht es um die konkrete Geschichte dieser Bilder. Sie sind mir von Natascha Rimbrecht zur Verfügung gestellt worden, der ich herzlich danke. Sie betreibt mit Ihrem Mann in Radenthein in Kärnten auf über 1.300 Höhenmeter einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer Burschenschenke und mit Ferienwohnungen. Sie stellten fest, dass auf dem Balkon einer Ferienwohnung ein Hausrotschwanz seine Nest errichtet. Dann finden Sie tote Jungvögel und Ihnen kommt der Verdacht, was die Ursache seine könnte. Nach drei Wochen wird der Jungkuckuck flügge und verläßt das Nest, aus der Zeit sind diese Bilder entstanden. Leider gelang kein Bild, wie der Rotschwanz auf dem Rücken sitzend den großen Kerle fütterte. Er flog sofort weg, wenn Fototermin hätte sein können. Jetzt noch der Hammer, die Ferienwohnungen haben Namen, Hasennest und Kuckucksnest. Keine Frage, was die Kuckuckmama ausgewählt hat, oder? 

Wussten Sie, dass nur der Kuckucksmann den klassischen Ruf von sich gibt? Da das Brutgeschäft andere machen, kann der Kuckuck bald wieder abziehen nach Afrika südlich der Tropen. Man hat festgestellt, dass es mit machen Pfegeeltern nicht mehr klappt, weil sie durch den Klimawandel als Kurzzeitflieger früher eintreffen und brüten und der Trick nicht mehr funktioniert. Man geht von einem leichten Rückgang der Kuckuckszahlen aus. Auf jeden Fall hieß es in meiner Kindheit, man sollte etwas Kleingeld bei sich haben, wenn der Kuckuck ruft, kennen Sie das auch?

Herzliche Grüße
Franz Maus

Hängepartie

Liebe Bürgerpostleser, 

diesen Augenschmaus möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Es war am Abend vor Christi Himmelfahrt, als ich in unserem Garten diese „Hängepartie“ fotografieren konnte. Sieht das nicht elegant aus, wie die oberste Fliege sich mit ihren Vorderbeinen am horizontalen Stengel aufhängt hat? Grad so, wie wenn sie gleich einen Salto mortale macht will. 

Ich kam bisher noch nicht ganz dahinter, was da eigentlich passiert ist. Meine Vermutung ist, dass das hängende Männchen sich paart und das Weibchen zur Stärkung einen Artgenossen aussaugt. Kurz gesagt, Paarung mit Kannibalismus, wann hat das jemals jemand fotografiert? Im Moment bin ich im Internet der Sache auf den Grund gekommen: Es sind Tanzfliegen. Sie sind an dem langen, herausstehenden Saugrüssel leicht zu erkennen. Schauen Sie auf Bild 2 ins Gesicht der hängenden Tanzfliege. Männliche Tiere bieten ein Brautgeschenk in Form eines erbeuteten Insekts an. Dies diene auch der eigenen Sicherheit, denn es komme auch schon mal zu Kannibalismus. 

Was sagt man dazu?

Herzliche Grüße
Franz Maus

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner