Vegetationszeit

Liebe Bürgerpostleser, 

was ist heute Thema? Ich bin gespannt, ob Sie es erahnen. Wahrscheinlich schon. Die jährlichen Unterschiede in der Vegetationsdauer. Denn das Bild links stammt vom 16. November 2021 und Bild rechts und 3 gut ein Jahr später vom 21. November 2022. Welch eine Unterschied von wüst braun anno 2021 zu saftig grün anno 2022. Grün sieht einfach gut aus auf dem Grünland, da gibt’s kein Wenn und Aber. Beim Vergleich der beiden Tierjahrgänge ist mir der gravierende Unterschied aufgefallen und ich dachte dann, das könnte Sie vielleicht auch beeindrucken. 

16. November 2021
21. November 2022

Wie kommts zu diesen Bildern? Wir begutachten jeden Herbst die Absetzer aus der Mutterkuhhaltung der Rasse Hinterwälder, um zu sehen, wie der eingesetzte Deckbulle vererbt hat. Natürlich spielt die Milchleistung der Mütter auch eine wichtige Rolle für das Wachstum. Die Fleischigkeit ist hoch erblich, deswegen ist es wichtig, einen entsprechenden Bullen einzusetzen. Das haben Adeline Stadtmüller und ihr Vater Paul Franck, siehe Bild unten, aus Kraichtal-Neuenbürg gemacht, denn einen so tollen Jahrgang gab es noch nie. Ich bin stolz auf diesen Betrieb, denn Paul Franck hat ihn vom Nebenerwerb in den Haupterwerb geführt über die Landschaftspflege durch Beweidung und über den Verkauf vom Gourmetfleisch Hinterwälder an Direktkunden. Geschlachtet wird im EU-zertifizierten hofeigenen Schlachthaus. Und Tochter Adeline Stadtmüller macht mit ihrer Familie weiter, das ist einfach klasse.


Soweit an der Stelle. Jetzt noch ein Hammer bezüglich Vegetationsdauer: Haben Sie schon einmal den Begriff „Nikolaussilage“ gehört? Das Bild unten liefert den Beweis. Ackerfutterschwaden im Elsaß, Thomas Buchholz aus Steinach-Niederbach hat es im Status gehabt. Unsere Vorfahren würden sich im Grabe umdrehen, „Nikolaussilage, das kann nicht sein“. Es bleibt spannend, was die weiteren Jahre mit sich bringen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Spritzkern

Liebe Bürgerpostleser, 

Hubert Buchholz aus Mühlenbach hatte dieses Bild im Status eingestellt. Dass das meine Neugier sofort geweckt hat, können Sie sich sicher vorstellen. Nur, wer kann mir erklären, was das zu bedeuten hat und was dahintersteckt? Natürlich die von Ihnen, die so etwas schon einmal gesehen und „erforscht“ haben. Ich schätze aber, dass das nicht sehr viele sind. 

Ich erinnerte mich mit der Zeit, wer mir helfen könnte: Unser ehemaliger Dezernent und profunder Förster Reinhold Mayer aus Tennenbronn. Und wie nicht anders zu erwarten war, zauberte er den fachlichen Hintergrund sofort aus dem Zylinder: „Bei dem Bild handelt es sich um den Spritzkern einer Rotbuche, der nach Verletzungen an Wurzeln oder am Stamm, zum Beispiel durch Astabbrüche oder Streifschäden entsteht, wenn Luftsauerstoff in das Gewebe eintritt. Durch den eindringenden Sauerstoff werden vom Baum einerseits die Wasserleitbahnen als Abwehrreaktion verschlossen und andererseits werden Reservestoffe in den Holzzellen durch enzymatische Reaktionen in diese farbgebenden roten bis schwarzen Holzelemente umgewandelt.
Ist das nicht eine erstaunliche Eigenschaft der Buche? Ich muss ehrlich sagen, ich dachte zeitweise, da ist etwas mit Farbe gewerkelt worden. Aber, mitnichten. 

Reinhold Mayer führt weiter aus: „Die technische Holzqualität wird dadurch meist nicht beeinträchtigt. Früher galt die optische Veränderung als Holzfehler mit starken Preisabschlägen, doch lassen sich daraus sehr lebhafte Furniere oder auch individuelle schöne Massivmöbel herstellen. In unserer Wohnung haben wir alle Türen mit rotkerniger Rotbuche belegen lassen. Die gefallen mir auch heute noch. Andere Leute, die unsere Türen beim Schreiner in Tennenbronn stehen sahen, haben sich dann auch für rotkernige Türen entschieden“. 

Interessanterweise waren auch sie überzeugt, dass es kein Holzfehler ist, sondern etwas Besonderes. In dem Zusammenhang habe ich auch erfahren, dass die gesunde Buche über den gesamten Stammquerschnitt Wasser leiten kann. Das sei bei anderen Gehölzen nicht so, bei der Eiche sind es nur die äußeren ein bis drei Jahresringe. 

Hubert Buchholz erwähnte, dass die Färbung aussehe wie ein sitzender Schmetterling. Das war auch der Grund, dass er das Bild aufgenommen hat. Ich finde, dass man das leicht nachvollziehen kann und bin sehr dankbar, dass wir es sehen dürfen. 


Herzlichen Dank auch Reinhold Mayer für die wie aus dem Rohr geschossene Erklärung des Sachverhaltes. Man hat gespürt, dass dieses Thema ihm sehr am Herzen liegt. Und der Begriff Spritzkern wird sich bei uns eingeprägt haben.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Wassereis

Liebe Bürgerpostleser,

das mit den Fledermäusen war schon eine traurige Geschichte. Es gab einige Rückmeldungen von ähnlichen Fällen. Auch von Vögeln, die sich im Kamin verirrt hatten. Heute gibt’s etwas fürs Auge. Kürzlich dachte ich, was ist denn im Garten los, wieso schimmern manche Pflanzen so weißlich? Beim näheren Betrachten stellte ich fest, dass es Blätter mit kurzer oder langer Behaarung waren und dass sie voller Wassertropfen – entweder flüssig oder fest, das habe ich gar nicht mehr näher untersucht – waren, die das weiß verstärkten. Auf den zwei Fotos unten sieht man, dass in der Umgebung der Blätter nichts Derartiges zu sehen war. Wahrscheinlich hat sich das Wasser durch die Behaarung sammeln können und ist nicht abgelaufen. 

Königskerze
Wollziest
Salbei

Ich finde das sehr interessant. Das nächste Foto hat meine Frau heute Mittag im trockenen Zustand aufgenommen, man sieht, dass der Salbei mit der kurzen Behaarung von Mehltau befallen ist.

Salbei mit Mehltau

Zum Schluss noch die Auflösung der Frage beim vorletzten Beitrag. Die Frage war, woher der Wind geweht hat, als das Eis an den Blüten und am Stengel des Hartriegels entstanden ist.

Es gab Leser, die schrieben, natürlich von rechts, es gab welche, die schrieben von links. Und links ist richtig. Ich habe noch ein Beispiel mitgebracht, Raureif an einem Stacheldrahtzaun. Aus welcher Richtung kam dabei der Wind?

Wenn ich sage, aus Richtung Mundelfingen oder aus Süden, dann können Sie nichts damit anfangen, obwohl es stimmt. Wenn ich aber sage, dass der Wind aus Richtung des Fotografen kommt, dann ist es klar beschrieben. Das ist auf dem Auenberg entstanden und nicht umsonst ist in der Nachbarschaft das erste Windrad Baden-Württembergs gebaut worden. Hammerhart finde ich die Kuhle, die der Wind in der Mitte des Pfahls entstehen ließ, finden Sie nicht auch? Das Hartriegelbild ist auch auf dem Auenberg weiter Richtung Döggingen aufgenommen worden.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Spätblüher

Liebe Bürgerpostleser, 

der Spätherbst 2022 hat es in sich, ich denke, das erleben Sie auch so. Viele Blumen blühen nach wie vor, aber auch einige Sträucher. Dies habe ich in der Vergangenheit auf jeden Fall nicht wahrgenommen, vielleicht gab es das auch nicht. Bild unten zeigt einen Weißdornast mit Blüten in verschiedenen Stadien und mit einer roten Beere von der „Erstblüte“. Die Aufnahme bekam ich von Adeline Stadtmüller aus Kraichtal-Neuenbürg und fotografiert wurde am 20. Oktober 2022. 

Weißdorn am 20. Oktober 2022 in Kraichtal-Neuenbürg

Nachdem ich in unserer Straßenecke im Oktober Blütenknospen vom Hartriegel beobachten konnte, dachte ich, zur Blüte wird es wohl nicht mehr reichen. Dann sind wir am 6. November 2022 um den Kofenweiher spaziert und was sahen wir dort? Viele Blütenstände vom Hartriegel mit 50 Prozent geöffneten Blüten. Einfach sehr erstaunlich. Die Blätter sind auch so herrlich grün, wie wenn nicht der 6. November wäre. 

Hartriegel am 6. November 2022 beim Kofenweiher

Das nächste Bild zeigt offene Blüten und Blütenkospen vom Wolligen Schneeball auch an der Breg bei Kofenweiher. Das hat mich wirklich überrascht. Man sieht auch schön die Staubbeutel, eben grad so, wie wenn es dem Frühjahr entgegengeht. 

Wolliger Schneeball am 6. November 2022 beim Kofenweiher

Dass alles ein jähes Ende nehmen kann, sieht man auf dem letzten Bild. Eine vereiste Hartriegelblüte, fotografiert auf dem Auenberg morgens am 19. November.

Hartriegelblüte auf dem Auenberg am 19. November 2022

Frostberegnung als Schutz der Obstblüten vor dem Erfrieren sieht auch so aus. 

Ich frage Sie nun etwas zu diesem Frostbild, aus welcher Richtung wird sich das Eis gebildet haben? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.

Zu dem ganzen Thema passt die wissenschaftliche Erkenntnis, dass es in den letzten Jahrzehnten eine Verschiebung der Jahreszeiten weg vom Winter von sage und schreibe drei Wochen gegeben hat. Diesen Herbst kommt das sehr deutlich zu Tage. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Graswachstum

Liebe Bürgerpostleser, 

dieser Sommer und der Herbst waren etwas Eigenartiges. Der Sommer weniger, das sind wir ja fast gewöhnt. Aber der Spätsommer und der bisherige Herbst schon. Das Bild oben zeigt die Steppensituation, die in vielen Schwarzwaldteilen vorhanden war, hier im oberen Münstertal auf Gemarkung Breitnau in über 1.000 Höhenmeter am 4. August fotografiert. Man fragte sich wirklich, wovon sich die Hinterwälder ernähren, denn sie sahen richtig gut aus. Aber das sind echte Spezialisten, die mit wenig zustreich kommen. 

Am 18. und 19. August gab es auf der Baar gewaltige Niederschlagsmengen. Mir kam leider erst am 22 August die Idee, eine Zeitreihe zu erstellen, wie das Grünland sich entwickelt. Denn das erste Graslandbild von Hausen vor Wald Richtung Döggingen aufgenommen, stammt von dem Tag. Man sieht bereits, dass so langsam wieder Leben kommt. Vor dem Regen sah es deutlich brauner aus. Das nächste Bild ist drei Tage später aufgenommen  worden, sehen Sie die deutliche Wachstumsentwicklung? Am 5. September, nächstes Bild, sah es intensiv grün gefärbt aus. Das letzte Bild in der Reihe entstand am 13. September und der Landwirt konnte nicht nur einen, sondern noch zwei Schnitte abernten. Exakt 22 Tage liegen zwischen dem ersten und letzten Bild, sagenhaft diese Entwicklung. Spätsommer und Herbst sind ein zweiter Frühling, viele haben eine solche Entwicklung nicht mehr erwartet und manche spechen von einem Wunder. Denn die Futtersituation der Rinderhalter ist dadurch um Welten besser geworden, es stand zu befürchten, dass die Vorräte nicht über den Winter reichen. 

22. August 2022
25. August 2022
13. September
5. September 2022

Erkennen Sie den Heiligenschein des Fotografen? Das ist ein optisches Phänomen, das auch schon einmal Gegenstand eines Berichtes war. Es kommt zustande, weil das durch die Tautropfen reflektierte Sonnenlicht zu einer Lichtkonzentration im Gegenpunkt der Sonne führt. Sie erinnern sich sicher noch.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Dungkäfer

Liebe Bürgerpostleser, 

diesen Herbst bin ich wieder schlauer geworden.

Was ein Mistkäfer ist, werden wohl die meisten von uns wissen, Bild oben zeigt einen von Ihnen. Er ist gut 1,5 cm groß und ein rechter Brummer. Ariane Fehrenbach aus Furtwangen-Rohrbach war die erste, die mich auf Unmengen kleiner Käfer auf ihrem Hof aufmerksam machte. Sie schickte das Bild unten mit den beiden kleinen Käferlein auf dem Arm Ihres Mannes.

Dr. Hans-Peter Straub hatte schnell die Erklärung, es sind Dungkäfer aus der Familie der Blatthornkäfer. Dann erhielt ich die Anfrage von Lisa Marie Storz aus Peterszell, wer denn den Haufen Pferdeäpfel innerhalb eines Tage so verwandeln würde.

Das sieht doch eindrucksvoll aus, finden Sie nicht auch? Wenn man vergleicht, was wir manchmal an einem Tag hinbekommen, oha. Also, es ist so, dass die nur 5 bis 8 mm kleinen Dungkäfer sich vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst von Rinder- und Pferdedung ernähren. Nach der Paarung legen die Weibchen 20-25 Eier direkt in den Kot. Die Larven ernähren sich auch vom Kot. Wenn sie alt genug sind, verpuppen sie sich im Erdboden unter dem Kothaufen. Aus der Puppe schlüpft dann der fertige Käfer. Interessanterweise können die Käfer in allen Entwicklungsstadien, also als Ei, Larve, Puppe oder als Käfer überwintern und fliegen in der ersten Generation von Februar bis Juni. Die Folgegeneration fliegt im Herbst von September bis November. Das heißt für unseren Fall, es handelt sich um die Herbstgeneration. Vermutlich war das Wetter so ideal, dass sie in großen Mengen vorgekommen sind. 

Ich will nochmals erwähnen, dass ich bisher vom Dungkäfer noch nichts gehört habe und deswegen wieder schlauer bin. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Minischnecken

Liebe Bürgerpostleser, 

heute mal etwas Kleines aus der Schneckenwelt. Ich weiß nicht, ob Ihnen die Winzlinge schon aufgefallen sind. Ich habe die ersten beiden in „Schlafposition“ an der Westseite unseres Hausen bemerkt. Der helle war so 40 cm über dem Boden und der zweite erstaunlicher Weise über zwei Meter hoch. Dann kam ich zum nächsten Bild und ich bin froh und dankbar darüber. Denn endlich habe ich das Schnecklein mit Kopf und Fuß erwischt. Ist das nicht toll? Wollen Sie wissen, wie es dazu kam? 

Ich habe meine von Fichtensplintkäferlarven befallene Kiefernrolle mit Muskelkraft gespalten. Es war der erste Meter, ich kann Ihnen sagen, eine Mordsarbeit. Auch mit drei Keilen war es schwierig, siehe Bild. Jetzt kommts, ich legte den Klotz auf den Boden und auf der Rückseite sah ich das Schnecklein. Allerdings Kopf und Fuß erst beim näheren Hinsehen aufs Foto. Mensch dachte ich, dass das kleine Schnecklein mit so einem Panzer zurechtkommt, das ist richtig Klasse. Interessant ist auch die variable Färbung der Panzer und die vielen Längsrillen.

Die Recherche war nicht ganz eindeutig, es könnte eine Turmschnecke sein oder eine schmale Windelschnecke. Das finde ich aber nicht kriegsentscheidend. Eine Reaktion, als ich die Schnecke im Status hatte, war, so etwas habe ich noch nicht gesehen. Das wird jetzt mit dem Beitrag vielleicht etwas anders, wenn Sie bewußter darauf achten. Sie müssen aber wissen, diese Schnecklein sind nur etwa zwei Zentimeter lang. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

26.10.2022 Hannah Miriam Jaag

Es freut mich sehr, dass Franz hier auf die Schnecke kommt!

Ist sie doch mein Lieblingsspielzeug. Wer mehr über die Schnecken der Baar erfahren mag, ich sammle auf meiner Webseite seit einigen Jahren:

Das oben ist eine Clausila oder auf deutsch eine Schließmundschnecke. Die Tiere heißen so, weil sie ihren Eingang mit einer Clausilium – einem Deckel verschließen können. Spannend an den Schließmundschnecken ist auch, dass das Gehäuse linksgewunden ist.

Bei den Schließmundschnecken gibt es sehr viele Unterarten und die lassen sich nur schwer unterscheiden. Eine Schließmundschnecke, die Clausilia dubia, habe ich mal in den Schriften der Baar (Band 65) beschrieben.

Diese wurde schon vor über hundert Jahren auf der Ruine Kirneck in Villingen beschrieben.

Hier ein paar Fotos dazu:

Kastanien

Liebe Bürgerpostleser, 

Axel Ortlieb, Hinterwälderzüchter aus dem Münstertal, schickte mir das aktuelle Kastanienbaumbild. Er hatte dies in Neuenbürg am Rhein aufgenommen und war sehr erstaunt. Ich und ein Großteil von Ihnen vermutlich ebenso, denn Kastanienblüten im Oktober, so etwas aber auch. Kann das wirklich sein? Ich habe es noch nie gesehen und ich glaube auch, dass man auf der kalten Baar so etwas noch nicht sehen kann. Es ist bis jetzt vermutlich auf wärmere Standorte begrenzt. 

Denn bei der Recherche fand ich ein ähnliches Bild vom Oktober 2015 im Münchner Hirschgarten. Dort wird Martin Hänsel, Diplom-Forstwirt, folgendermaßen zitiert: „Die Blüte der Kastanien im Oktober macht ihr Leid offensichtlich. Denn es geht ihnen buchstäblich der Saft aus. Mit dem herbstlichen Blattaustrieb und der Blüte versuchen sie, ein Defizit in der Stoffproduktion aus dem Frühjahr und Sommer auszugleichen. Knospen, die eigentlich erst im nächsten Frühjahr austreiben sollten, werden nun aktiviert. Für die Bäume bringt diese Reaktion allerdings keine Besserung: Die austreibenden Knospen fehlen im kommenden Frühjahr und die jetzt gebildeten Triebe können in der Regel nicht mehr verholzen und sterben bei Frost ab„.

Ich muss sagen, dass ich aufgrund der tollen Ergrünens des Grünlandes den Eindruck gewonnen habe, dass es dieses Jahr zweimal Frühling wird. Diese Kastaniengeschichte passt auch in diese Richtung, geht es Ihnen nicht auch so?

Dieses Defizit in der Stoffproduktion der Kastanien hängt mit zwei Faktoren zusammen: Kastanienminiermotte und trockene Sommer sind die zwei Stressfaktoren, unter denen unsere Kastanien leiden. Durch den Fraß der Raupen der Kastanienminiermotte in den Blättern konnten die Bäume nicht genug Photosynthese zur Stoffproduktion betreiben. Die Blätter verlieren Ihre wichtige Funktion zur Photosynthese.

Auch die Sommertrockenheit und die Hitze kann Ursache für die momentane Blüte sein. Bedingt durch den Wassermangel stockt die Photosynthese und die Kastanie versucht dem durch neue Blatt- und Blütenbildung entgegenzuwirken. Was sagt man dazu? 

Herzlichen Dank Herrn Axel Ortlieb für die Überlassung der Bilder.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Schwalbenzug

Liebe Bürgerpostleser, 

an Mariä Geburt ziehen Schwalben und Studenten fort. So lautet ein einprägsamer Spruch. Mariä Geburt wird am 8. September gefeiert. Und jetzt kommt der Grund für diesen Beitrag: Denn dieses Jahr hielten sich die Schwalben zumindest teilweise nicht daran. Bild oben entstand auf der Heimfahrt in Hüfingen am 13. September 2022 um 18.10 Uhr und Bild unten am 19. September morgens um 7:43 auf der Hinfahrt zur Arbeit auch in Hüfingen. Den weiteren September konnte man noch etliche Schwalben beim Insektenfangen über den Wiesen beobachten. 

Nun gut, ich will nicht ausschließen, dass mir dies in diesem Jahr erstmals bewußt geworden ist und es jedes Jahr so ist. Da muss ich im nächsten Jahr gut aufpassen. Ich darf aber auch Sie fragen, ob Ihnen auch eine längere Anwesenheit 2022 aufgefallen ist oder nicht. Ein Gedanke könnte sein, dass die Schwalben das erneute Ergrünen der Wiesen nach den Niederschlägen als zweiten Frühling interpretiert haben und deswegen länger geblieben sind.

Die Temperaturen am 19. September lagen bei unter 5° C. Man kann auf dem Bild oben sehen, dass die Mehlschwalben ihr Gefieder aufplustern, um die Sonnenwärme besser aufnehmen zu können. Was toll ist, dass man die Vögel sehr gut zählen kann. Wieviele finden Sie auf dem Bild unten? Genau 80 Stück, wer hätte das gedacht? Auf dem Bild oben zählte ich 51 sitzende und vier fliegende Schwalben. Zählen Sie bitte nach, ich finde, es sind auch mehr als gedacht. 

Sehen Sie auch, dass auf Bild oben Mehl- und Rauchwalben versammelt sind? Die Frage daraus ist, ob Sie auch gemeinsam in den Süden ziehen. Was ich gefunden habe, dass im Frühjahr die Rauchschwalben im Schnitt zehn Tage vor den Mehlschwalben bei uns ankommen. Das heißt sie ziehen getrennt. Leider habe ich bei meiner Kurzrecherche keine Angaben zum Herbstzug gefunden. Es bleibt also weiterhin eine spannende Frage, die vielleicht jemand von Ihnen lösen kann.

Herzliche Grüße
Franz Maus

Baumpilz

Liebe Bürgerpostleser, 

am 14. Mai 2022, einem Samstag, erblickte ich am dicken Holzblock, der unsere Vogeltränke trägt, dieses farblich schöne Gebilde und zwar um 9:41 Uhr. Die Uhrzeit ist deswegen interessant, weil das nächste Foto nur knapp drei Stunden später geschossen wurde, um 12:38 Uhr. Und das dritte Bild ist um 15:07 Uhr aufgenommen worden, also nur 2 ½ Stunden später. Da bleibt einem doch die Spucke weg, finden Sie nicht auch? Dass Naturabläufe derart schnell verlaufen, hat mich völlig verduzt.

Das letzte Bild stammt von drei Tage später um 7:43 Uhr. Dem Schleim nach haben sich Schnecken über das Gebilde hergemacht. 

Pilz drei Tage später um 7:43 Uhr

Ich habe bis heute gezögert, darüber zu schreiben, weil ich nicht mit der Bestimmung klar kam. Ich machte mich auf die Suche bei den Schleimpilzen, Sie erinnern sich sicher noch an Artikel über sie. Und dabei bin ich vermutlich fündig geworden. An was erinnert Sie das erste Bild? An Fischeier, keine Frage, oder? Jetzt wird es sehr einfach, das Gebilde ist ein Fischeierschleimpilz, ganz logisch. Man könnte meinen, die „Eier“ hat jemand dort abgelegt, so sieht es doch aus. Nein, das muss aus dem Holz heraus entstanden sein. 

Was noch nicht ganz geklärt ist, dass vom lachsfarbenen Fischeierschleimpilz gesprochen wird. Diese Farbe sieht man in Ansätzen nur auf dem zweiten Bild. Vielleicht kann mir jemand von Ihnen noch Genaueres dazu sagen, ich würde mich freuen.

Herzliche Grüße
Franz Maus

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