am Samstag, den 18. März 2023 habe ich meinen Sohn Emanuel angestellt, er solle mit dem Besenstiel unseren Korkenzieherhaselstrauch in Schwung bringen. Ist das Ergebnis auf dem Bild unten nicht beeindruckend?
Über Mittag dachte ich über die Frage nach, wenn jetzt der Blütenstaub als männliche Samen in solchen Mengen umherschwirrt, dann müßte es doch weibliche Gegenüber geben, die befruchtet werden. Denn an tauben Nüssen hat logischer Weise keiner Interesse. Also habe ich den Strauch näher inspiziert und nach kurzer Zeit sind mir die kleinen Gebilde mit den roten Fäden aufgefallen, das erste Mal in meinem Leben. Sie sind wirklich klein, etwa einen halben Zentimeter lang. Schauen Sie doch einfach mal dieses Wunderwerk selber an.
Haselnussblüte
Haselnussblüte und eine Blattknospe zum Vergleich.
Braucht der Haselnussstrauch die Biene zum Befruchten der Blüten, was denken Sie? Nein, es erfolgt Windbestäubung, auch Selbstbestäubung ist an der Tagesordnung. Aber die Biene braucht den Haselnusspollen im zeitigen Frühjahr als Eiweißquelle. Sehen Sie die gelbe „Hose“ am Hinterbein?
Wissen Sie noch, dass es auch blaue „Hosen“ gibt zum Beispiel von der Traubenhyazinthe und von der Phazelia?
heute steht die Astronomie im Fokus. Nichts ist beständiger als der Wandel, oft ist dieser Spruch zu hören. Auch für die Astronomie gilt er. Die ersten drei Bilder zeigen, wie stark der Mond von Tag zu Tag wandert und heller wird in dieser zunehmenden Phase. Bezugspunkte sind die beiden Planeten Jupiter – jeweils oben – und Venus. Beeindruckend, wie da der Punk abgeht, finde ich. Übrigens gäbe es das Bild vom 22.2. nicht, weil es bei mir bewölkt war, aber dank WhatsApp konnte ich das Bild von Caroline Hepperle verwenden. Vielen Dank.
Die vier Bilder unten zeigen die Veränderungen von Venus – nun oben – und Jupiter vom 3.3. bis zum 7.3.2023. Ganz beachtlich finden Sie nicht auch? Am 3.3. hatte ich Glück, dass es spät am Abend in Villingen kurz vor einem Vortrag doch noch aufklarte und der Hammer war, dass ich am 5.3. Schützenhilfe von Gisela Brodauf bekam, die in Florenz gutes Wetter hatte und mir dieses Bild überließ. Auf der vorherigen Seite oben ist der Verlauf der beiden Planeten vom 1. März ab dargestellt. Am 1. und am 2. kamen sie sich am nächsten, leider war es von hier aus nicht zu beobachten. Wieder hatte ich Glück, dass Dr. Gerrit Müller in Bammental bei Heidelberg weilte, dort klare Sichtverhältnisse waren und er mir das Bild überließ. Vielen Dank.
Schon sehr nahe beieinander Venus und Jupiter. Natürlich nicht in Wirklichkeit, aber doch scheinbar. Jupiter ist nach Mars unser übernächster Planet und er braucht 12 Jahre für einen Sonnenumlauf. Venus ist zur Sonne hin unser nächster Planet und braucht nur 240,7 Tage für eine Sonnenumrundung. Jetzt ist es kein Wunder mehr, dass Venus so schnell ist. Gottfriedstutz aber auch. Das letzte Bild zeigt die Situation am 9. März, der Abstand ist schon richtig groß.
erinnern Sie sich noch an die vermeintliche Rettungstat gegen Fledermäuse (siehe unten) im Kamin? Das ist leider gehörig in die Hosen gegangen.
Aber lesen Sie: Kurz vor Weihnachten am 22. Dezember, warf ich zum Ende des Brennvorgangs einen großen Holzbrocken in den Kachelofen.
Leider brannte er nicht recht und der Ruß zog nicht ab, sondern in die Wohnung, welch ein Graus. Der im Nachbarzimmer angebrachte Rauchmelder fing an zu heulen und ich musste den Holzblock hinausbefördern. Tagsdarauf erklärte mir der Schornsteinfeger, dass man nur Blöcke mit 15 cm Durchmesser in den Kachelofen wirft. Darauf achteten wir danach und es ging gut bis zum 16. Februar, der Schutzige Dunnstig. Dort waren drei normale Klötze im Kachelofen, siehe Bild oben und das Geschehnis wiederholte sich, welch ein Graus. Bis ich die brennenden Hölzer hinausbuxiert hatte, verging eine Zeit, die unsere Wohnung um den Kachelofen ziemlich verrußen ließ. Das sieht man exemplarisch am Umstellhebel.
Also nächster Anruf beim Schornsteinfegermeister. Diesmal erzähte ich ihm von Fledermausschutz auf dem Kamin. Wie aus der Pistole geschossen sagte er, das ist der Grund, die Vorrichtung muss runter. Thomas Staller war so freundlich und stieg wiederum zum Kamin hoch und machte das Bild links:
Ausgang vom Heizöl- und Kachelofenkamin
Dreimal dürfen Sie raten, welches das Heizölkamin und welches das Kachelofenkamin ist. Ich war total überrascht, wie dicht das Gitter von den Holzabgasen war. Das Bild rechts daneben veranschaulicht das sehr deutlich, ein absoluter Hammer. Also, das war nix. „Aus Schaden wird man klug“, dieses Sprichwort passt. Immerhin weiß ich jetzt, was die Lösung ist, schauen Sie auf dem Bild unten. Das auf den Kamin gesetzt, habe man zum einen eine Zierde und den perfekten Vogel- und Fledermausschutz. „Und wird man alt wie eine Kuh, man lernt immer noch was dazu“.
Hier der Beitrag vom 29. November 2022
Liebe Bürgerpostleser,
heute habe ich Ihnen eine schwere Kost mitgebracht. Die traurige Geschichte ist folgendermaßen: Beim Kaminfegen im Sommer 2020 waren einige lebende Fledermäuse im Ruß drin, die bald wegflogen und sich in Sicherheit brachten. Beim Durchsuchen des Rußinhaltes kamen leider 14 tote Fledermäuse ans Tageslicht.
Ich war natürlich entsetzt ob diesen Bildes und fragte mich, wie das passieren konnte. Ich habe die tragische Situation mit Experten durchgesprochen. Eine Erklärung könnte sein, dass die Fledermäuse das Kamin als „Übertagungsplatz“ genutzt haben. Da es im Juni 2020 teilweise recht kühl war, haben wir ab und an den Kachelofen angefeuert. Und jetzt kommt die Erklärung, wahrscheinlich hatten die Fledermäuse das Kamin während des Anfeuerns noch nicht verlassen, denn im Juni ist die Tagesdauer am längsten, die Sonne geht erst etwa um 21.20 Uhr unter. Dadurch sind die Fledermäuse im Tagschlaf überrascht worden und vermutlich an einer Kohlenmonoxydvergiftung gestorben.
Was kann man tun? Nun eindeutiger Vorschlag war, das Kamin so zu sichern, dass keine Fledermäuse mehr hineinkommen. 2020 machte ich allerdings nichts, weil ich dachte, vielleicht war es eine singuläre Situation. Tatsächlich, 2021 war nichts zu entdecken. Umso erstaunter war ich vom Kaminrußergebnis 2022. Wiederum waren 14 tote, teils schon mumifizierte Fledermäuse und ein Rotschwänzchen zu betrauern.
So jetzt war klar, das darf nicht mehr passieren. In unser Straße wohnt der Dachdecker Thomas Staller, mit dem ich die Sache besprach. Er besorgte daraufhin Edelstahlgitter, zur Sicherheit bohrte er einige Löcher rein, denn der Qualm sollte ja nicht in unsere Wohnung drücken. Das wäre völlig unakzeptabel. Er brachte die beiden Bleche auf den Kaminen an und befestigte sie mit Silikon. Ich bewunderte ihn, wie er in luftiger Höhe so gut arbeiten konnte. Thomas Staller gab den Hinweis, den Kaminfeger daran zu erinnern, dass er wegen dem Gitter vorsichtig nach oben russeln soll.
Gespannt war ich auf des erste Kaminofen Anfeuern, ob der Abzug auch funktioniert. Gott sei Dank, er hat wie gewohnt funktioniert.
Ja, eine traurige Geschichte. Die Frage ist, ob wir eine Ausnahmesituation darstellen in Sachen Kamin und Fledermäuse. Das kann sein, es könnte aber auch so sein, dass der Ruß in anderen Haushalten mit Kachelofen auch so aussieht. Vielleicht schauen Sie beim nächsten Kaminfegertermin den Ruß einmal genauer an. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall, dass keine Fledermäuse drin sind. Wenn doch, so wissen Sie nun, was Sie dagegen machen können.
nach den Wildschweinspuren von letzter Woche zur größten Wildbiene Deutschland, die Große Holzbiene. Ein Hammer jagt den nächsten, könnte man sagen. Sie ist ein Kind des Klimawandels. Ursprünglich gekoppelt an das warme Weinbauklima hat sie sich auch auf der Baar ausgebreitet und war im letzten Sommer Stammgast bei Gaby Sproll in Hüfingen-Mundelfingen. Warum ist das so? Erstens, weil Gaby Sproll großblütige Pflanzen wie beispielsweise den Garten-Salbei, den die Holzbienen als Nahrungsquelle nutzen, im Garten hat. Die Aufnahme unten rechts, habe ich auf der Insel Reichenau schießen dürfen, auch beim Nektargewinnen an einem Salbei.
Holzbiene im Juli 2015 in Hüfingen
Holzbiene in Hüfingen
Holzbiene an Salbei auf der Reichenau
Sehen Sie das große Auge? Da Holzbienen schnell von Blüte zu Blüte fliegen, bin ich froh, sie so gut erwischt zu haben. Gaby Sproll hat mir herrliche Videos geschickt, auf denen man das auffallend tiefe Brummen hört. Das zweite, was die 2,5 cm großen Holzbienen brauchen, sind Plätze für den Nachwuchs, die sie in abgestorbenen Bäumen selbst anlegen. Im Bild zwei sieht man, wie die Holzbiene die an einem alten Zwetschgenbaum in Gaby Sprolls Garten intensiv gearbeitet hat. Mit den großblütigen Blüten und den Nistmöglichkeiten kann erwartet werden, dass die Holzbienen standorttreu bleiben und ab April wieder erscheinen. Holzbienen haben keinen Stachel wie alle Wildbienen und sind völlig ungefährlich. Sie sind wie die Bienen nützlich für die Befruchtung der besuchten Blütenpflanzen. Also, wer Sie auf der Baar noch nie erlebt hat, Sie können mit jederzeit mit Ihr rechnen. Das Bild unten ist von Gaby Sproll, herzlichen Dank.
am Sonntag, den 12. Februar 2023 haben wir nach Sonnenuntergang uns noch etwas die Füße vertreten. Wir liefen auf dem Auenberg Richtung Döggingen, als wir eine mords Sauerei unter einem – Betonung liegt auf einem – Baum sahen. Unter den anderen Bäumen war alles in bester Ordnung, Sie sehen das eindeutig auf dem Bild oben. Also, wer hat die Sauerei verursacht? Wildsauen, ganz klar, Sohn Michael hat das als Jungjäger bestätigt. Die Frage war jetzt nur noch, wieso unter diesem Baum und unter den anderen nicht. Erster Gedanke war, vielleicht gibt es nur unter diesem Baum etwas zu Fressen, was es unter den anderen nicht gibt. Ich dachte dabei an Engerlinge oder ähnliches. Dann habe ich den Baum, siehe Bild unten, etwas genauer angeschaut und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ihnen auch? Das war einen Eiche, letztes Jahr war ein Mastjahr- siehe Bild ganz unten – und die Wildsauen haben nach den Eicheln gewühlt. Ich war richtig begeistert, dass wir relativ flott auf die Auflösung kamen.
Beeindruckt war ich auch, dass die Wildsauen die entlang des Weges weit und breit einzige Eiche gefunden haben, ich könnte mir vorstellen, dass Sie das auch beeindrucken könnte. Vielleicht haben sie einen hervorragenden Geruchssinn. Haben Wildschweine das? Eine Internetanfrage brachte es an den Tag: „Ein Schwein hat mehr Riechzellen im Rüssel als der für seine feine Nase bekannte Hund. Feinste Geruchspartikel aus der bodennahen Luft vermitteln dem Schwein ein „Riechbild“ der Umgebung“. Sensationell kann man da nur sagen.
jetzt kommt eine Geschichte, die es in sich hat. Bis vor ein paar Tagen war das Ganze ein Geheimnis. Es wurde gelüftet durch Christiane Willmann aus Schwärzenbach. Sie hat das neue großformatige 595 seitige Buch, „die Baumschätze Baden-Württembergs“ erstanden, auch weil zwei tolle Bäume von Ihrem Hof aufgeführt sind. Ja, was hat das mit der Rätsellösung zu tun? Wissen Sie überhaupt schon, um welches Rätsel es geht? Jetzt erst mal weiter. Letzte Woche frug sie mich, ob ich die Gerichtslinde am Tengener Eck kenne. Der Grund ist der, weil mein Heimatort Uttenhofen zu Tengen gehört. Das bejahte ich, wobei ich die Linde nicht als Gerichtslinde kannte. Dann schickte sie mir eine Fotokopie des umfassenden Textes und dann gingen die Lichter an. Dort stand, dass die 300 bis 500 Jahre alte Linde 1960 von einem Blitzschlag getroffen und wenig später von einem Brand heimgesucht wurde. Sie habe durch Überwallungen und durch das Anlegen von Adventivwurzeln einen Überlebenskampf bis heute erfolgreich geführt. Adventivwurzeln, mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Diese Gebilde, die auf Bild 2 und 3 zu sehen sind, sind Adventivwurzeln, der absolute Hammer. Ich habe im Vorfeld einige namhafte Experten gefragt und keiner hatte gewußt, was es ist. Meistens lautete die Antwort, es seinen Efeuranken, aber innerhalb eines Stammes? Nein, die ranken außen an den Bäumen empor und bilden eine großes Blätterwerk. Außerdem hatte Stefan Weiss, der Hofbesitzer, nie und nirgends Efeublätter in der Linde gesehen.
Die Internetrecherche über https://www.unigoettingen.de/de/regenerationsf%C3%A4higkeit/41757.html erklärte es klipp und klar. Das Lindenholz ist stark Fäulnis anfällig. Das sieht man eindeutig an dem Stammrest, innen ist alles kaputt bis auf einen 15 bis 20 cm dicken Außenring. Kein Wunder, ist der stattliche Baum bei einem Februarsturm 2022 mit brachialer Gewalt abgedreht worden. Die Adventivwurzeln natürlich auch, siehe Bild rechts.
Der Beitrag schreibt, dass im Alter neue Innenwurzeln gebildet werden, die sich von den Ästen her wie Luftwurzeln nach unten schieben. Durch diese Innenwurzeln wird der Baum wieder fest verankert und stabilisiert und eine anhaltende Nährstoffversorgung sichergestellt, wodurch Linden ein sehr hohes Alter erreichen können. Müssen Sie auch kurz durchschnaufen, was Sie da lesen? Für mich ist es das Wunderbarste, was ich bisher geschrieben habe. Das so etwas möglich ist, hätte ich nie im Leben gedacht.
Toll finde ich, dass Stefan Weiss den Baum gewähren lässt. Sehen Sie auf dem Bild rechts, wie der alte Riese bereits wieder grüne Stellen hat? Die Aufnahme stammt vom 19. September 2022. Vielleicht schafft er es, wieder eine kleine Krone zu bekommen.
Das Ganze erinnerte mich an Würgefeigen im tropischen Regenwald. Deren Samen werden von Vögeln in Urwaldriesen auf hohe Äste platziert, die dann Wurzeln nach unten treiben, und so wuchern, dass sie den Riesenbaum mit der Zeit zu Tode würgen. Dagegen sind die Adventivwurzeln der Linden von anderer Natur, freundlich und hilfreich.
na, haben Sie so etwas schon gesehen? Ich nicht, aber Frau Sabine Weisser aus St. Georgen-Brigach. Sie hat diese zwei Bilder geschickt und nach einer eigenen Internetrecherche auch bestimmt. Laut Wikipedia leben sie in Mitteleuropa bis nach Norddeutschland hin und sind eine Unterart der Heuschrecken, genannt Sichelschrecken. Diese hier heißt Laubholz-Säbelschrecke. Die Fühler sind bis zu dreimal länger als der Körper, ist das nicht sehr beachtlich? Man muss vielleicht dazusagen, dass die Schrecke nur zwei cm lang wird und damit relativ klein ist. Neben der Musterung am Körper sind die Miniflügel herrlich, und auffallend sind auch die zwei gelben Linien links und rechts bis zum Ende der Flügelchen.
Die Art sei schwierig zu finden, weil sie sich gerne in den Kronen von Bäumen aufhält. Kein Wunder habe ich sie noch nie gesehen. Die Chance, sie zu Gesicht zu bekommen, sei am höchsten, wenn Gewitterstürme die Säbelschrecken heruntergeweht haben und sie sich in Büschen von der Sonne trocknen ließen. Frau Weisser hat sie in der Milchkammer angetroffen, vielleicht wollte sie Milch trinken. Übrigens handelt es sich um ein Männchen, wissen Sie wieso? Weil am Körperende kein Legebohrer ist und weil die Flügelchen doppelt so lang sind wie bei den Weibchen. Was ich sehr beachtlich finde, dass die Eier unter die Rinde von Bäumen wie Eichen, Kiefern und Birken abgelegt werden und 2-3 Jahre in dem Stadium überdauern.
Wirklich sehr erstaunlich das „Schrecklein“ und herzliches Dankeschön an Frau Sabine Weisser für die Bildüberlassung.
unsere Regentonnen könnten Sie bereits kennen vom Beitrag über das Kondenswasser. Dieser Mal geht es um zwei Erlebnisse im Zusammenhang mit diesen. Am 10. Juli 2022 hatte ich vergessen, den Deckel auf die Tonne zu machen. Traurig sah ich dann vor dem Gießen ein Knäuel von kleinen Käferchen, traurig deshalb, weil ich dachte, die sind ersoffen, weil der Deckel nicht drauf war. Doch zu meiner freudigen Überraschung lebten alle, als ich sie mit meiner Hand aufnahm. Aber was sind das für nette Käferchen, so etwa 7 Millimeter lang, die im Wasser überleben können? Dr. Hans-Peter Straub wusste sofort Bescheid, als ich ihn fragte, es sind Seerosenblattkäfer. Ja bitte, bei mir gibt’s keine Seerosen und auch keine Teichrosen, nur Regentonnen. Aber unser Nachbar hat einen Riesenteich mit Teichrosen. Dann haben die wahrscheinlich einen Ausflug gemacht. Nach Wikipedia ist dieser Käfer der am häufigsten auftretende Schädling in Gartenteichen. Sein Nahrungsspektrum ist begrenzt, denn er frißt vor allem an Seerosen und Teichrosen. Ihre Entwicklung ist spannend.
Seerosenblattkäfer
Im April verlassen die erwachsenen Seerosenblattkäfer ihre Winterverstecke. Ab da können erste Fraßspuren an Blättern auftreten. Die Käfer legen ab Mai auf den Schwimmblättern kleine Eipakete ab, die aus 15 – 20 kleinen beigenen Eiern bestehen. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und beginnen die oberste Schicht der Blätter abzuschaben. Sind dieLarven größer, fressen sie Löcher in die Blätter und später regelrechte Gänge. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sind die Fraßschäden unübersehbar. Die Verpuppung findet ebenfalls auf dem Seerosenblatt statt und 30 bis 40 Tage nach der Eiablage schlüpft der fertige Käfer. In unseren Breiten können zwei bis fünf Generationen pro Jahr ausgebildet werden. Also können sie mit dem Wasser gut umgehen und es war nicht verwunderlich, dass sie als Knäuel überleben konnten.
Das oben hat mich auch sehr erstaunt. In der Regentonne fand ich erdfarbene kleine runde Gefäße und schlanke rötliche Wesen, die wurmähnlich aussahen. Oder waren es Larven? Ich war mir unschlüssig. Dann aber, wie wenn es so sein sollte, hatte der Insektenexperte Willy Bühler in der Frage und Antwort Rubrik der aktuellen BBZ 2/2023 eine Frage beantwortet, die genau die Lösung meines Rätsels war. Es sind Larven von Zuckmücken. Der Hammer ist, sie bauen sich diese Köcher, in denen sie Schutz finden. Der zweite Hammer ist, dass sie, um genügend Sauerstoff aufnehmen zu können, den roten Blutfarbstoff Hämoglobin aufbauen, auf dem Bild unten ist die rote Farbe gut zu sehen. Das wichtigste ist die Erkenntnis, dass sie als Mücken vollkommen harmlos sind und riesige Schwärme bilden können. Sie sind also keine Stechmücken und man sollte sich an Ihnen erfreuen. Denn für unsere Schwalben sind diese Zuckmücken mit eine der Hauptnahrungsquellen. Und ob die Schwalben hoch oder tief fliegen, hängt in erster Linie mit der Höhenlage zusammen, in der die Zuckmücken sich aufhalten. Das ist von Wetter abhängig, wie wir wissen.
der heutige Beitrag handelt von einer Bildsequenz am Nachthimmel des 3. Januars 2023. Am ersten Arbeitstag des neuen Jahres arbeitete ich etwas länger. Als ich das Haus in der Humboldtstraße 11 gegen 18 Uhr verließ, erkannte ich sofort, dass beim zunehmenden Mond relativ nahe sich ein Lichtpunkt befand. Da er etwas rötlich war, und ich wußte, dass sich Mars am Gegenpunkt zur Sonne, in „Opposition“ genannt, befand, war klar, das ist der Mars. Auf der Heimfahrt mit dem Fahrrad kam mir der Gedanke, diese Situation zu fotografieren, und, wenn die Sichtverhältnisse es zuließen, im Verlaufe des Abends weitere Aufnahmen zu machen. Bild 1 wurde um 18.13 Uhr aufgenommen, Sie sehen, dass links vom Mond relativ nah der Mars ist. Auf allen fünf Bildern sieht man die Spiegelung des Mondes, die von der Linse herrührt und lens flare genannt wird. Der Hammer ist, dass man auf den Spiegelbildern die tatsächliche Mondgröße sieht, nicht dagegen auf den Mondbildern direkt wegen der Überstrahlung. Das 5. Bild zeigt die Situation um 00.23 Uhr. Das sind über sechs Stunden Abstand zu Bild 1. Was ist in der Zeit passiert? Nun, der Mond ist gewandert und anhand vom relativ stabilen Mars kann man erkennen, wie schnell das geht. Wegen der Bildqualität bitte ich um Gnade, es ging mir einzig um den Bewegungseffekt des Mondes.
18.13 Uhr
0:23 Uhr
Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass der Mond 28 Tage für eine Erdumrundung braucht. Vielleicht macht es Ihnen auch Freude, zu sehen, wie der Mond täglich wandert. Probieren Sie einmal von einem gleichen Standort und einem Masten oder einem großen Solitärbaum und Sie werden auch überrascht sein. Es gibt auch die Begebenheit, dass der Mond über den Mars oder andere Paneten und Sterne „darüberfährt“, am Anfang der Bildsequenz habe ich es vermutet. Das ist natürlich auch spannend. Beim letzten Vollmond am 8. Dezember 2022 war das am Morgen der Fall und ich hab vergessen, danach zu schauen. Schade, aber es gibt Schlimmeres.
Was einen sehr guten Überblick über die kosmischen Dinge im Jahresablauf gibt, ist das Buch „Kosmos Himmelsjahr“ vom Kosmosverlag. Das ist mein jährliches Weihnachtsgeschenk. Aber man muss natürlich auch reinschauen, wenn man nichts verpassen will, siehe oben.
Weil es beeindruckend ist, das Sternbild Orion zu sehen, machte ich als Abschluß der Mond-Mars-Bildequenz ein Foto von ihm. Orion ist ein wunderschönes Wintersternbild. Sie haben sicher schon von den drei Gürtelsternen in der Mitte gehört. Unterhalb davon sieht man unter anderem den Orionnebel. Wie man heute weiß, ist das ein Sternentstehungsgebiet in 1.344 Lichjahren Entfernung. Schauen Sie mit dem Fernglas oder dem Fernrohr dorthin und ich bin sicher, dass Sie begeistert sein werden.
immer mal wieder nach längeren und stärkeren Frostperioden erleben wir diese Situation: Eine starke Tropfenbildung an der Decke unseres Durchgangs zwischen Hauseingang und Garage.
Diese zwei Aufnahmen stammen vom 22.12. morgens um 7 Uhr.
Haben Sie auch schon so eine Situation erlebt? Man wird schier an eine Tropfsteinhöhle erinnert.
Dieses Foto wurde am 23.12. um 10 Uhr aufgenommen, man sieht, dass es bis auf einen Rest in Richtung Garage schon gut abgetrocknet hat.
Erahnen Sie den Grund? An der kalten Decke wurde die Luftfeuchtigkeit in flüssige Form umgewandelt und erst mit zunehmender Erwärmung wurde der Vorgang gestoppt. Der Fachbegriff für diesen Vorgang ist die Kondensation. Die Taubildung im Freien ist genau der gleiche Situation. Es passiert dann, wenn die wasserdampfhaltige Luft unter den Taupunkt abgekühlt wird. Das so entstehende Wasser wird Kondens-, Schwitz- oder Tauwasser genannt.
Jetzt kommt noch etwas. Ehrlich gesagt, dachte ich, dass der dunkle Ring auf dem linken Bild daher rührt, dass in dem Bereich das Wasser noch gefroren sei. Aber, das war nicht der Fall, nur noch ein Eis Rest war zu sehen. Die Aufnahme stammt vom 24. Dezember. Man sieht, dass Wasser in Streifen nach unten geflossen ist. Bild rechts wurde am 25.12. aufgenommen, der Behälter war ohne dunklen Ring. Wow. Was steckt dahinter?
Zunächst eine Verständnisfrage, wo im Behälter ist das Wasser am kältesten, oben, unten oder in der Mitte? Das Ergebnis nennt man in der Physik die „Anomalie von Wasser“: Wasser ist am dichtesten bei vier Grad und Wasseranlagen gefrieren deswegen nicht von unten zu, sondern von oben. Unvorstellbar, wenn es nicht so wäre. Also und nun die Erklärung zu den Bildern oben, das Wasser im oberen Bereich war am 24. Dezember noch so kalt, dass sich Kondenswasser gebildet hat. Am 25. Dezember dagegen war es so warm, dass sich kein Kondenswasser mehr bilden konnte, weil der Taupunkt nicht mehr erreicht wurde.
Was sagen Sie dazu? Ich jedenfalls finde es eine spannende Sache.