„Was möglich ist, in der Tat, ist Veränderung.“
Ingeborg Bachmann 1959
Vor zwei Jahren stand ich am Rathaus und berichtete live über die Bürgermeisterwahl. Die Euphorie jener Tage ist in der Rede des neu gewählten Bürgermeisters und in den Kommentaren noch gut zu spüren. Damals hatte ich das Gefühl, dass nach Jahren der Auseinandersetzungen etwas Neues beginnt. Nicht nur politisch. Auch persönlich. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dazuzugehören. Mit diesem Schwung entstanden viele Ideen und Projekte. Einige davon konnten umgesetzt werden und haben Hüfingen ein Stück naturnäher gemacht.
Zwei Jahre später fällt die Bilanz gemischter aus. Manche Hoffnungen haben sich erfüllt, andere nicht. Beim Naturschutz und der Transparenz sehe ich eher Rückschritte als Fortschritte. Und auch bei einem anderen Thema hat sich meine Hoffnung nicht erfüllt: der Frage, wer in dieser Stadt gehört wird und wer mitgestalten darf.
Natürlich gibt es engagierte Frauen in Vereinen, Initiativen, der Verwaltung und auch in der Kommunalpolitik. Doch dort, wo Entscheidungen vorbereitet, Netzwerke geknüpft und Prioritäten gesetzt werden, sind Frauen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Die Diskussionen um die Kindergartenbetreuung haben vielen Müttern gezeigt, wie schnell ihre Lebensrealität in den Hintergrund geraten kann.
Vielleicht erklärt das auch, warum mich das neue Stadtlogo mehr beschäftigt, als ein Logo eigentlich sollte. Andere sehen darin ein Symbol der Identifikation. Ich sehe darin vor allem ein Symbol dafür, wer sichtbar ist und wer nicht.
Parität bedeutet für mich mehr als einzelne Frauen in einzelnen Funktionen. Sie bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Prioritäten selbstverständlich an den entscheidenden Tischen sitzen. Auch dann, wenn sie widersprechen, unbequem sind oder andere Themen für wichtig halten. Von diesem Anspruch sind wir in Hüfingen immer noch meilenweit entfernt.
Trotzdem gehören auch solche Erfahrungen zur Geschichte einer Stadt. Die Aufbruchsstimmung von 2024 war echt. Die Ernüchterung auch. Meine Hoffnung auf mehr Beteiligung, mehr Offenheit und mehr Vielfalt ebenfalls. Zwei Jahre später bleibt für mich die Erkenntnis, dass in diesen Bereichen noch viel Luft nach oben ist.
Vielleicht war meine größte Fehleinschätzung, zu glauben, Zugehörigkeit und Mitbestimmung würden nach der Wahl selbstverständlich werden.
Deshalb lasse ich die Rede, die Videos, die Kommentare und die Wahlergebnisse heute noch einmal für sich sprechen. Sie zeigen einen Moment großer Erwartungen. Was daraus geworden ist, darüber darf sich jede und jeder sein eigenes Bild machen.
Bürgermeisterwahl 2024
30. Juni 2024
| Gesamt Hüfingen | % |
| Tassilo Koch | 2,35 |
| Michael Kollmeier | 10,27 |
| Andreas Hofmann | 7,09 |
| Christina Meckes | 18,93 |
| Patrick Haas | 61,33 |
6006 Wahlberechtigte, 3.503 Stimmen, Wahlbeteiligung 58,33 %
| Hausen vor Wald | ||
| Tassilo Koch | 0 | 0 |
| Michael Kollmeier | 22 | 9,91 % |
| Andreas Hofmann | 8 | 3,60 % |
| Christina Meckes | 89 | 40,09 % |
| Patrick Haas | 103 | 46,40 % |
| Mundelfingen | ||
| Tassilo Koch | 9 | 3,11 % |
| Michael Kollmeier | 21 | 7,27 % |
| Andreas Hofmann | 16 | 5,54 % |
| Christina Meckes | 40 | 13,84 % |
| Patrick Haas | 203 | 70,24 % |
| Behla | % | |
| Tassilo Koch | 6 | 3,3 |
| Michael Kollmeier | 13 | 7,14 |
| Andreas Hofmann | 4 | 2,20 |
| Christina Meckes | 34 | 18,68 |
| Patrick Haas | 125 | 68,68 |
| Sumpfohren | % | |
| Tassilo Koch | 0 | 0 |
| Michael Kollmeier | 20 | 13,33 |
| Andreas Hofmann | 7 | 4,67 |
| Christina Meckes | 37 | 24,67 |
| Patrick Haas | 86 | 57,33 |
| Fürstenberg | ||
| Tassilo Koch | 0 | 0 |
| Michael Kollmeier | 48 | 25% |
| Andreas Hofmann | 4 | 2,08 % |
| Christina Meckes | 18 | 9,38 % |
| Patrick Haas | 122 | 63,54 % |
| St.Verena | ||
| Tassilo Koch | 10 | 2,57 % |
| Michael Kollmeier | 38 | 9,77 % |
| Andreas Hofmann | 27 | 6,94 % |
| Christina Meckes | 66 | 16,97 % |
| Patrick Haas | 248 | 63,75 % |
| LRS Schule | % | |
| Tassilo Koch | 8 | 1,65 |
| Michael Kollmeier | 59 | 12,11 |
| Andreas Hofmann | 59 | 12,11 |
| Christina Meckes | 70 | 14,37 |
| Patrick Haas | 291 | 59,75 |
| Rathaus Hüfingen | % | |
| Tassilo Koch | 32 | 6,75 |
| Michael Kollmeier | 34 | 7,17 |
| Andreas Hofmann | 40 | 8,44 |
| Christina Meckes | 83 | 17,51 |
| Patrick Haas | 284 | 59,92 |
Die Wahlergebnisse gibt es auch hier, da sind auch die Briefwahlergebnisse, die ich oben nicht abgetippt habe:
https://wahlergebnisse.komm.one/lb/produktion/wahltermin-20240630/08326027/praesentation/index.html



Ein großer Dank an die Kandidatin und Kandidaten, die sich mit Engagement, Idealismus und nicht zuletzt auch mit viel Mut dieser Bürgermeisterwahl gestellt haben.
Dadurch wurde dieser dringende Wechsel in der Hüfinger Verwaltungsspitze erst ermöglicht.
Change is coming!
Nicht weitermachen, sondern anfangen!
Jetzt geht es erst richtig los.
Ich freue mich auf die vielen Projekte die ich jetzt umsetzten darf.
Was für eine sympathische Rede unseres neuen Bürgermeisters. Ich habe ein gutes Gefühl!
Vielen Dank, dass Sie die hier auf Ihrer Seite zur Verfügung stellen.
Public Viewing by Hannah!
Ganz lieben Dank Hannah!
De Bescht isch Nint…..
Vor Jahrzehnte isch en legendäre Oschtbaar-Borgermoeschter wiedergewählt wore. Mit eme schlichte Satz hät ers uff booremerisch uuvergesse uff de Zwölfer troffe: „De Bescht isch Nint, und ihr hond nit emol de Bescht“. Glaub er isch au s Drittmol wiedergewählt wore.
Wenn jeder G‘ wählt, ob Verein, Verbänd, Kommune, Land, Staat
oder International die oeche booremer Weisheit i sich trait, wär vill gholfe.
Da kann ich mich nur anschließen. Vielen Dank, Hannah, für deine umfassende Berichterstattung über Hüfingen.
Eine so sympathische Rede. Wie hieß es so schön „Ärmel hoch krempeln und weitermachen“ .