Hat Glas den Ersten Weltkrieg entschieden?

1915 trifft sich ein Vertreter des Royal Empire hochgeheim an einer Deutsch-Schweizerischen Grenzlinie am Hochrhein mit Abgesandten des grossen preußischen Heerführer Wilhelm II. Vielleicht am Zollhäusle zwischen Fützen und Beggingen? Oder unterm dusteren Eichendach auf der Dissenhofer Rheinbrücke? Genau weiss mans nicht. Auf jeden Fall verkaufen die geschäftssinnigen Abgesandten von Zeiss in Jena unter Vermittlung der Gnomen aus Zürich 35.000 Ferngläser, Zielfernrohre, Periskope und Zieleinrichtungen für Kanonen an den Feind, die Briten. Das weiss man genau. Weil die Zeissianer und die Schottianer Flint- und Cronglas am allerbesten auf der Welt zu optischen Linsen verkochen und in Feinstmechanik verbauen können, das können sie noch viel besser als verkaufen, haben die Glasexperten von Wilhelm II zunächst  Trümpfe in der Hand. Wie wir später sehen werden aber auch den rappenschwarzen Peter.

Die Royal Army hat aber auch Asse im Ärmel. Denn das Empire hat vormals Kautschuk Pflanzen in Brasilien erbeutet, gemopst und in ihren Fernost Kolonien kultiviert, veredelt und in riesigen Sklaven-Plantagen ertragreich multipliziert. So wurden sie die Gummiweltmarktführer. Die Glaskunst und deren optische Optimierung haben sie und auch die Franzosen jedoch verschlafen, vernachlässigt, verlappt. So wie die Deutschen das Gummi Geschäft. Um aber erfolgreich Krieg führen zu können brauchte man für die beginnende Motorisierung Reifen, Keilriemen, Gummiplanen und Schläuche aller Art. Wie ist das nochmal mit den berüchtigten „deal makern“, die die Worte Anstand, Moral, Gewissen nicht in ihrem Brainfundus haben? Das ist nicht nur heute so, das war und ist schon immer so gewesen.

Also machten die deal maker per Handschlag und Salut folgenden Deal:

Weil wir für unser Militär keinen Gummi haben, und ihr keine Zielfernrohre, bekommt ihr von uns sofort 35.000 Ferngläser und wir viele Tonnen von Kautschuk. Vieviel Tonnen wissen wir zwar nicht, aber die Helvetischen Gnomen haben das pekuniär und physisch schnell abgewickelt. In Jena müssen die Ferngläser parat gelegen sein. Vermutlich für die Deutschen Infanteristen, Matrosen und Scharfschützen. Die dann denen natürlich zwangsläufig fehlten. Weitere 10.000 Einheiten wurden auf Abruf bestellt und später nach eiliger Produktion auch noch geliefert. Endlich konnten die Kruppianer und die Mannesmänner wieder Motoren,  Fahrzeuge, Fahrräder und Motorräder bauen, mit denen  die Truppe wieder schneller und bequemer an die Schützengräben kamen. Auf der anderen Seite lauerten aber schon Scharfschützen mit neuester Zeiss Weltklasseoptik auf mit frisch gummibereiften Zweirädern angeradeltes Gewehr- und Kanonenfutter. Auch die neuen Zeiss Marine Periskope der Royal Marines sichteten die mit neuen Ostfriesen-Gumminerzen gischtgeschützten Matrosen auf dem seefesten Kaiser (Minenschiff „Kaiser) messerscharf und zielsicher.

Es gibt Historiker die glauben, dass geniale Deutsche Glaskunst den Kriegsausgang maßgeblich beeinflusst hat. Glas versus Gummi – der Tod soll ein Meister aus Deutschland sein. Aber wie wir sehen, nicht nur aus Deutschland.

100 Jahre später und ein „L“ weniger im Wort , wird GAS statt GLAS zur kriegsentscheidenden Handelsware mit ähnlich wirkmächtigem, tödlichem Sponsoring des Aggressor.

Da sage noch einer Geschichte wiederhole sich nicht.

Zielfernrohr

Bild 1 von 9

Das Hyposkop in Beobachtungsstellung. *2


Quellen
*1Ed Conway, Material World, ab S. 58 Die Glas-Hungersnot, Glasfamin des Empire. (2024)
*2 A.König, Die Fernrohre und Entfernungsmesser, Naturwissenschaftliche Monographien und Lehrbücher. (1923)

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