Liebe Bürgerpostleser,

am 15. Juli 2026 sah ich glücklicher Weise an unserer Hauswand den realtiv großen Falter ruhen. Schaut Euch seine großen Augen an, sofort ist klar, das es ein Nachfalter ist. Sie zeichnen sich zudem durch wenig Farbpracht aus im Vergleich zu den Tagfaltern. Ich hatte einen Verdacht, wer es sein könnte, aber dazu musste ich die Unterflügel sehen. Ich versuchte ihn, dazu zu bewegen, aber das gefiel ihm nicht und er flog weg. Allerdings konnte ich die Unterflügel erkennen und mir war klar, entweder es ist das rote Ordensband oder ein Weidenkarmin. Diese Entscheidung lassen wir noch etwas offen. Ich hoffte, ihn nochmals zu sehen und mit den Unterflügeln abzulichten. Was jetzt kommt hört sich fantastisch an. Tatsächlich sah ich ihn tagsdarauf auf der Norseite unseres Hauses sehr aufgeregt hin- und herfliegen. Ich befürchtete, dass es nichts wird mit dem Unterflügelbild. Und jetzt kommt der absoluter Oberhammer: Unbedachter Weise hatte ich die Hintertür einen Spalt offengelassen und was macht der Kerle? Genau, er fliegt hinein, ich vermute, weil er gemerkt hat, dass es drinnen kühler ist. Egal, man kann auch interpretieren, damit ich das Bild schießen konnte:

Denn schnell machte ich die Tür zu. Er wollte wieder über den hellen Glasteil der Türe hinaus und ich konnte abdrücken. Kommt da nicht etwas Herrliches heraus auf den Unterflügeln? Und durch die Fotografie gegen das Licht sieht man auch die hellen Partien im Oberflügel, nicht schlecht Herr Specht. Ich ließ ihn anschließend in Ruhe auf die Nacht vorbereiten. Zu später Stunde gegen 23.30 Uhr war er im Obergeschoß, beim Licht anmachen sah ich ihn herumfliegen. So, was tat ich dann? Ich machte im Bad das Licht an, wie erhofft, flog er hinein, setzte sich an die Decke und ich konnte ihn mit einem Plastikbehälter einfangen und in die Nacht entlassen. Wow, was für ein Geschichte.

Dann erinnerte ich mich, dass ich diesen Gesellen schon einmal hatte im Jahre 2015, das schöne Bild oben stammt von damals. Sie erinnern sich vielleicht noch, ich hatte eine schmackhafte Mixtur an unseren Apfelbaum gestrichen und neben vielen anderen Nachtgestalten tauchte auch er auf. Damals habe ich ihn als Weidenkarmin bestimmt. Jetzt ging es noch um diese Frage, was ist er in Wirklichkeit und was war der von 2015. Langer Rede kurzer Sinn, beides Mal war es ein rotes Ordensband. Der Hauptunterschied ist die graue statt braune Grundfärbung mit mehr Struktur beim Weidenkarmin. Grundsätzlich heißt es, eine Unterscheidung ist nicht einfach.
Übrigens, die Unterflügel zeigt er im Sitzen deshalb, um mögliche Feinde zu erschrecken.
Herzliche Grüße
Franz Maus