Donauquelle 2026

Liebe Bürgerpostleser, 

am 24. September 2026 schaute ich so nebenbei nach dem Donautempel, der Einflußstelle des Donauquellwassers in die Brigach. Total geschockt stellte ich fest, da kommt ja kein Wasser raus. Da es pressierte, konnte ich erst tags darauf wieder mit dem Fahrrad nach dem Quelltopf schauen. Wie schrieb Wolfgang Fricker aus Hüfingen, ein Fan der Donauquelle und geborener Donaueschinger, nach seiner Besichtgung „es fließt nur noch minimalst Wasser weg. Und das wenige versickert dann vermutlich in der Röhre zum Donautempel“. 

Foto vom Donautempel in Donaueschingen mit Breg
24. September 2026
Abfluss in der Donauquelle mit bisschen Wasser
25. September 2026

Die Quelle ist eine Karstquelle, das Wasser stammt aus dem Grundwasser. Interessanter Weise ist darin vermutlich auch versickertes Bregwasser enthalten. Die Erklärung ist simpel, der Grundwasserspiegel ist so stark gesunken, dass die Quelle kaum noch Wasser führt. Die andere Frage ist spannender, hat es so etwas schon einmal gegeben in vergangenen trockenen Sommern? Oder zeigt sich ein singuläres Ereignis, was diesen extrem trockenen und heißen Sommer wiederspiegelt? 

Nun, bis zur Beantwortung dieser Frage wollen wir die drei anderen Bilder anschauen. Am 12. Oktober hatte ich endlich wieder Zeit, um nach der Donauquelle zu schauen. Ich war überrascht, dass wieder Wasser aus der Quelle abfloß. Das hätte ich nicht gedacht. Unten der Abfluß in die Brigach am 12. Oktober und am 14. Oktober, man hat den Eindruck, die Menge läßt wieder nach. Überrascht war ich deswegen, weil es ja in der Zwischenzeit nicht wirklich viel geregnet hatte und die Quelle trotzdem für mein Empfinden erstaunlich viel Wasser ausspuckte. Scheinbar reichen geringe Mengen aus, um das Quellsystem in Gang kommen zu lassen. 

Abfluss in der Donauquelle ohne Wasser
12. Oktober 2026
Ausfluss vom Donautempel im Herbst 2026
12. Oktober und 14. Oktober 2026

Jetzt kommt der Hammer. Die Quelle war zumindest schon einmal total versiegt. Diesen Einwurf machte Dr. Ulrike Guttenberger. Ihr Vater, der ehemaliger Leiter der Gynäkologie am Donaueschinger Krankenhaus, hat das erzählt und sie kann sich auch noch gut als junges Mädchen daran erinnern. Es war in den späten 1960er Jahren. Irrtümlicher Weise vermutete ihr Vater, es seien Bauarbeiten an der Brauerei die Ursache gewesen. So nach dem Motto, das Fürstenhaus vernichtet ihre eigene Quelle. Hammerhart, aber nicht korrekt. 

ChatGPT hat mir weitergeholfen: „Die Donauquelle in Donaueschingen ist tatsächlich schon einmal vollständig versiegt. Das geschah in den späten 1960er-Jahren während Bauarbeiten für die neue Verbandskläranlage. Dabei wurde an einer nahegelegenen Karstquelle, der sogenannten Poststraßenquelle, auch Brauereiquelle genannt, sehr stark Wasser abgepumpt, etwa 100 Liter pro Sekunde. Weil diese Quelle mit der Donauquelle hydraulisch verbunden ist, sank der Grundwasserspiegel so stark, dass die Donauquelle schließlich kein Wasser mehr führte. Das Versiegen war Gott sei Dank nicht dauerhaft: Nachdem die Pumpen nach einigen Wochen entfernt wurden, begann die Donauquelle wieder zu sprudeln“.

Damals waren es menschliche Einflüsse, die natürlich für Furore sorgten. Hubert Mauz hat darüber einen tollen Artikel geschrieben: Schnappathmung z’Eschinge i de 60-er Johr

Dieses Jahr sind es Einflüsse klimatischer Natur und vermutlich noch nie aufgetreten. Man darf gespannt sein, wie sich die Lage in den nächsten Jahren entwickeln wird. 

Herzliche Grüße
Franz Maus

Mehr zur Donauquelle: https://hieronymus-online.de/tag/donauquelle/

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